Dr. Fahim – der Rivale! - Patricia Vandenberg - E-Book

Dr. Fahim – der Rivale! E-Book

Patricia Vandenberg

0,0

Beschreibung

Die schönsten Dr. Norden Romane in einer Serie zusammengefasst. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Er sucht nach Hintergründen, nach der Ursache, warum dem Patienten nicht zu helfen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. »Was ist passiert?«, fragte Anneka Norden aufgeregt, kaum dass ihr großer Bruder Danny das Telefonat beendet hatte. »Janni ist vom Pferd gefallen und wurde bewusstlos in die Privatklinik von Scheich Ahmed eingeliefert«, gab er Auskunft über das, was er soeben von seinem Vater aus dem fernen Orient erfahren hatte. Seit einigen Wochen hielten sich Daniel und Fee Norden mit den Zwillingen Jan und Dési im Reich von Scheich Ahmed auf. Der mächtige Herrscher hatte den bekannten Arzt um Hilfe für seinen Sohn Prinz Hasher gebeten, der seit frühester Kindheit an einer rätselhaften Krankheit litt. Nach anfänglichem Zögern hatte sich Dr. Daniel Norden bereit erklärt, sein Glück zu versuchen – andere, wie die deutsche Tropenmedizinerin Dr. Julia Wilhelmi, waren gescheitert –, und er war mit einem Teil seiner Familie in den geheimnisvollen Orient gereist. Diese Reise war nicht ohne Risiko für das Glück der Familie. Denn selbst wenn Scheich Ahmed ein moderater Herrscher war, so war er doch in aller Welt bekannt als großer Frauenliebhaber. Die schöne Felicitas wäre eine willkommene Beute für den liebeshungrigen Scheich, so die Befürchtung der großen Kinder. Doch an diesem Tag drehten sich die Sorgen ausnahmsweise um den jüngsten Bruder der Familie. »Und? Wie geht es Janni?«, fragte Anneka aufgeregt weiter. »Ist er schwer verletzt?« »Was macht er überhaupt auf einem Pferd?«, wollte Felix wissen. »So ein Mädchenkram sieht ihm gar nicht ähnlich.«

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 109

Veröffentlichungsjahr: 2021

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Dr. Norden Liebhaber Edition – 4 –Dr. Fahim – der Rivale!

Was führt er gegen Dr. Norden im Schilde?

Patricia Vandenberg

»Was ist passiert?«, fragte Anneka Norden aufgeregt, kaum dass ihr großer Bruder Danny das Telefonat beendet hatte.

»Janni ist vom Pferd gefallen und wurde bewusstlos in die Privatklinik von Scheich Ahmed eingeliefert«, gab er Auskunft über das, was er soeben von seinem Vater aus dem fernen Orient erfahren hatte.

Seit einigen Wochen hielten sich Daniel und Fee Norden mit den Zwillingen Jan und Dési im Reich von Scheich Ahmed auf. Der mächtige Herrscher hatte den bekannten Arzt um Hilfe für seinen Sohn Prinz Hasher gebeten, der seit frühester Kindheit an einer rätselhaften Krankheit litt. Nach anfänglichem Zögern hatte sich Dr. Daniel Norden bereit erklärt, sein Glück zu versuchen – andere, wie die deutsche Tropenmedizinerin Dr. Julia Wilhelmi, waren gescheitert –, und er war mit einem Teil seiner Familie in den geheimnisvollen Orient gereist.

Diese Reise war nicht ohne Risiko für das Glück der Familie. Denn selbst wenn Scheich Ahmed ein moderater Herrscher war, so war er doch in aller Welt bekannt als großer Frauenliebhaber. Die schöne Felicitas wäre eine willkommene Beute für den liebeshungrigen Scheich, so die Befürchtung der großen Kinder.

Doch an diesem Tag drehten sich die Sorgen ausnahmsweise um den jüngsten Bruder der Familie.

»Und? Wie geht es Janni?«, fragte Anneka aufgeregt weiter. »Ist er schwer verletzt?«

»Was macht er überhaupt auf einem Pferd?«, wollte Felix wissen. »So ein Mädchenkram sieht ihm gar nicht ähnlich.«

Gemeinsam mit dem guten Geist der Familie, der Haushälterin Lenni, saßen die beiden Norden-Sprösslinge am Tisch im Esszimmer und warteten ungeduldig auf eine Antwort auf ihre Fragen.

Anneka schickte ihrem zweitältesten Bruder einen bitterbösen Blick.

»Es gibt sogar in Deutschland Regionen, in denen Reiten kein ausgesprochener Frauensport ist«, konterte sie ärgerlich.

»Und es gibt Länder wie das Sultanat, da durften bis vor Kurzem nur Männer reiten«, fügte Danny eine weitere Erklärung hinzu. »Dazu gehört auch das Sultanat. Zum Glück ist Prinz Hasher moderner eingestellt als sein Vater und hat dieses Gesetz geändert. Seither dürfen auch Frauen reiten und Mädchen am Reitunterricht in der Schule teilnehmen.«

»Janni ist also in der Schule vom Pferd gefallen?«, schloss Felix aus dieser Erläuterung.

Die Nachricht seiner Eltern hatte ihm den Appetit nicht verdorben, und er nahm sich noch einen Löffel von Lennis köstlicher Himbeercreme, die in dieser kalten Jahreszeit so wunderbar nach Sommer schmeckte, dass ihm ganz warm wurde ums Herz.

»Ein Klassenkamerad hat ihn offenbar zum Wettreiten herausgefordert und ist mit seinem Pferd über ein Gatter gesprungen«, wiederholte Danny den abenteuerlichen Bericht seines Vaters. »Jannis Pferd hat gescheut, und er ist ziemlich unsanft abgestiegen. Zuerst war er bewusstlos, sodass Mum und Dad schon Sorgen hatten, er könnte schwer verletzt sein. Auch deshalb, weil er seine Reitkappe verloren hat. Aber glücklicherweise ist er mit einer Gehirnerschütterung und ein paar Prellungen davongekommen.«

Als Anneka die erlösende Nachricht hörte, atmete sie erleichtert aus.

»Puh, ein Glück!«, seufzte sie. Jetzt kehrte auch ihr Appetit zurück, und sie griff ebenfalls nach dem Löffel, um sich noch mehr vom aromatischen Nachtisch zu nehmen. »Wie lange bleiben die vier denn noch im Orient?«, erkundigte sie sich und wischte einen Klecks Creme, der neben die Schüssel gefallen war, mit dem Zeigefinger auf. Genüsslich leckte sie die Fingerspitze ab. »Wenn Janni und Dési schon dort zur Schule gehen, wird es wohl noch länger dauern«, vermutete sie.

»Nachdem nun auch noch die Sheikah schwer krank ist, wird es bestimmt noch eine Weile dauern«, räumte Danny schweren Herzens ein. Er wusste, wie sehr seine Schwester die Eltern und den Alltag mit der kompletten Familie vermisste.

Ihm ging es nicht anders, zumal er in Abwesenheit seines Vaters die Praxis Dr. Norden betreute. Die Behandlung der Patienten gelang ihm zwar mit der tatkräftigen Unterstützung der treuen Assistentin Wendy zur allgemeinen Zufriedenheit. Und doch lastete die große Verantwortung schwer auf seinen jungen Schultern.

»Ich würde mir auch wünschen, dass sie bald zurückkommen. Mit der Verantwortung, die ich jeden Tag übernehmen muss, komme ich zwar gut zurecht. Trotzdem würde ich mich über manchen Fall gern ausführlicher mit Dad unterhalten, als es im Augenblick möglich ist.«

»Wir können ja schon froh sein, dass wir jetzt wenigstens jeden Tag mit ihnen telefonieren können«, bemerkte Felix lakonisch und kratzte auch noch den letzte Rest Creme aus seiner Schüssel, sodass Lenni vor Vergnügen strahlte. »Das ist ja erst möglich, seit sie in ihrem eigenen Haus wohnen.«

»Ich möchte mal wissen, was da los war. Ein so reiches, technisch hochwertig ausgestattetes Land wie das Sultanat und dann solche ­Kommunikationsprobleme …« Verständnislos schüttelte Danny den Kopf.

Er konnte nicht ahnen, dass die Schwierigkeiten einen ganz anderen Hintergrund hatten.

»Ach, es ist doch müßig, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, warum was geklappt hat oder nicht«, zeigte sich Felix wie so oft erstaunlich pragmatisch. »Hauptsache, wir haben jetzt Kontakt und wissen, dass es ihnen gut geht.«

»Und dass du mit Papi wenigstens ein Mal am Tag sprechen kannst«, fügte Anneka so mitfühlend und tröstend hinzu, dass Danny nicht anders konnte, als seine jüngere Schwester liebevoll in den Arm zu nehmen.

Wie meist war Lenni stille Zuschauerin des Geschehens und beobachtete die Menschen, die schon längst zu ihrer eigenen Familie geworden waren, zufrieden schmunzelnd. Solange die Dinge so gut liefen, wie sie es taten, gab es ihrer Ansicht nach keinen Grund zur Sorge.

*

»Leila will sterben!« Außer sich vor Verzweiflung über den Wunsch seiner jungen an einem Locked-in-Syndrom leidenden Frau stand Scheich Ahmed vor dem deutschen Arzt, den er eigentlich aus einem ganz anderen Grund in sein Reich geholt hatte.

Ursprünglich hatte Daniel Norden dem an einer geheimnisvollen Krankheit leidenden Prinzen Hasher helfen sollen. Doch nun ging die Gesundheit Leilas vor, die ein Kind von Ahmed erwartete und seit einem Gehirninfarkt vollständig gelähmt, eingeschlossen in ihren Körper, in der Klinik lag. Einzig mit Hilfe ihrer Augenlider konnte sie sich blinzelnd verständigen. »Das hat sie mir inzwischen schon ein paar Mal in die Tastatur buchstabiert. Was soll ich denn jetzt machen?« Noch nie zuvor in seinem Leben hatte sich der mächtige Herrscher so ohnmächtig und hilflos gefühlt wie in dieser furchtbaren Zeit.

In den vergangenen Tagen hatte Dr. Nordens ganze Aufmerksamkeit seinem Sohn gegolten, der beim Reitunterricht vom Pferd gefallen war. Doch an diesem Vormittag hatte Janni das Krankenhaus glücklicherweise wieder verlassen, und Daniel konnte sich endlich wieder der Behandlung seiner beiden anderen Patienten, Prinz Ha­sher und der schwerkranken Sheikah Leila, widmen.

»Warten Sie, ich komme mit Ihnen!«, erklärte er und machte noch rasch ein paar Notizen auf einer Karteikarte, ehe er den Kugelschreiber zur Seite legte und vom Schreibtisch aufstand.

Seite an Seite gingen die beiden Männer mit großen Schritten in Richtung Intensivstation.

Dort angekommen beugte sich Dr. Norden über die Patientin, die den Blick starr gegen die Decke gerichtet hatte.

»Leila, schön, Sie zu sehen!«, begrüßte er sie mit freundlicher Stimme und ebensolchem Blick. »Geht es Ihnen gut?«

Die junge Sheikah antwortete mit zweimaligem Blinzeln. Das bedeutete ein »Nein«.

Anders als beim Wachkoma sind die Patienten mit Locked-In-Syndrom bei vollem Bewusstsein. Unfähig, sich zu bewegen, ist ihr Körper wie ein Gefängnis für sie. Diese Vorstellung war furchtbar. Es fiel Daniel unendlich schwer zu akzeptieren, dass Leila uneingeschränkt hören, sehen, denken und fühlen konnte. Aufgrund einer nahezu vollständigen Lähmung – in der Fachsprache Tetraplegie genannt – konnte sie aber weder sprechen noch sich bewegen. Einzig das Blinzeln war eine Möglichkeit, mit ihrer Umgebung in Verbindung zu treten. Und das Buchstabieren mit Hilfe einer Computertastatur, die Daniel und Ahmed statt der in diesen Fällen üblichen Buchstabentafel verwendeten.

»Haben Sie Schmerzen?«, erkundigte sich Dr. Norden mitfühlend.

Wieder blinzelte Leila zwei Mal, und der Arzt atmete erleichtert auf. Wenigstens ein kleiner Lichtblick in all der Dunkelheit.

»Willst du immer noch sterben?« Ahmed, der auf der anderen Seite des Bettes stand, stellte diese Frage mit zitternder Stimme.

Wenn er nur daran dachte, wie sehr sich seine junge schöne Frau vergeblich nach seiner Liebe verzehrt hatte, während er auf der rastlosen Jagd nach europäischen Frauen gewesen war, schämte er sich zutiefst. Leila hatte erst schwer krank werden müssen, damit er erkannte, wie sehr er ihr zugetan war, wie innig er sie liebte, wie dringend er sie an seiner Seite brauchte. Und wie sehr er sich das gemeinsame Kind wünschte, das in ihrem Leib heranwuchs. »Willst du immer noch fort von dieser Welt? Weg von mir? Von diesem herrlichen Leben?«

Diesmal blinzelte Leila ein Mal. Dabei verfing sich eine Träne in ihren langen gebogenen Wimpern, die von ihrer persönlichen Dienerin Samira auch in der Klinik jeden Morgen sorgfältig getuscht wurden. Langsam tropfte sie auf ihre Wange und rollte von dort hinab, bis sie vom Verband aufgefangen wurde, der immer noch um ihren Kopf gewunden war.

Daniel Norden dachte nicht lange nach.

»Kommt überhaupt nicht infrage, Leila!« Er griff mit plötzlicher Entschlossenheit ein und nahm die Tastatur, die neben dem Bett auf dem Nachtkasten lag. Er hielt sie über ihren Kopf, damit sie sie sehen und seinen Finger mit Blinzeln dirigieren konnte. »Schreiben Sie einen Satz!«, forderte er sie voller Elan auf. »Egal welchen, aber schreiben Sie!«

In Leilas Blick lag ganz offensichtlicher Schrecken. Doch nach einem Moment des Zögerns fügte sie sich schließlich in Daniel Nordens Wunsch.

»Baby soll leben!«, ließ sie ihn mit Hilfe ihrer Wimpernschläge an entsprechender Stelle schreiben.

Als Daniel dem Scheich diesen Satz mit unverhohlenem Triumph vorlas, lachte Ahmed erleichtert auf.

»Du bist meine Morgenröte, der Fixstern an meinem Firmament!«, rief er außer sich vor Freude und wäre am liebsten durchs Zimmer getanzt. Doch nach einem Moment der Euphorie besann er sich und beugte sich über seine bewegungsunfähige Frau. »Ich liebe dich, Leila«, sagte er innig. »Und ich verspreche dir, dass alles gut wird. Nicht nur das Baby wird leben, sondern auch du. Du wirst wieder ganz gesund werden. Ganz bestimmt. Du darfst nur die Hoffnung nicht aufgeben. Und ich und Dr. Norden und alle hier hoffen mit dir.«

Die schöne Sheikah war so gerührt, dass sie zu weinen begann. Haltlos strömten die Tränen über ihre Wangen und machten Samiras kosmetische Bemühungen mit einem Schlag zunichte.

*

Nach ein paar Tagen gehörte Jans Reitunfall glücklicherweise der Vergangenheit an. Nur noch ein paar blaue Flecken erinnerten an den unverschuldeten Sturz, aber auch die verblassten und würden bald verschwunden sein. Um ihren Kindern nach dem überstandenen Schrecken eine Freude zu bereiten, hielt Fee an diesem Mittag eine besondere Überraschung für sie bereit.

»Heute Nachmittag fahren wir an den Strand!«, verkündete sie freudestrahlend, als Dési und Jan von der Schule nach Hause kamen.

Obwohl das Meer nur wenige Kilometer vom Palast entfernt war, hatten sie es bisher nicht geschafft, dort hinzufahren.

»Oh, wirklich?«, fragte Désirée mit leuchtenden Augen. »Lisa, meine Banknachbarin, hat mir davon erzählt. Sie wollte heute auch hinfahren.«

Nur Janni teilte die Begeisterung nicht. Im Gegensatz zu seiner Schwester hatte er in der Schule immer noch keinen richtigen Anschluss gefunden. Außerdem machte ihm Konstantin – der Junge, der den Reitunfall verschuldet hatte – das Leben zusätzlich schwer. Aus unerfindlichen Gründen hatte er den Arztsohn als Opfer auserkoren und dachte nicht daran, Frieden zu schließen.

»Jetzt zieh nicht so einen Flunsch!« Felicitas wusste von den Problemen ihres Sohnes und hatte großes Mitgefühl. Zärtlich fuhr sie ihm durchs Haar. »Es wird dir bestimmt gefallen.«

In der Tat waren nicht nur die Zwillinge, sondern auch Fee selbst überwältigt, als der Fahrer sie nach nicht allzu langer Fahrt an einer Dünenkette absetzte. Von hier aus war nur das Lachen und Kreischen der Badenden zu hören und das Rauschen des Meeres. Sehen konnte man das Wasser noch nicht. Doch allein die Geräusche waren mehr als verlockend und verhießen Spaß und Unbeschwertheit.

»Vorsicht, der Sand ist höllisch heiß!«, rief Dési, die es wieder einmal nicht erwarten konnte und barfuß auf die ersten Dünen kletterte. Oben angekommen legte sie die Hand über die Augen und starrte fasziniert über den blendend weißen Strand und auf das kristallklare Meer, das wie ein kostbarer Türkis unter der gleißenden Sonne schimmerte. »Kommt schnell! Das müsst ihr sehen!« Und mit einem großen Satz war sie auch schon hinter dem Sandberg verschwunden.

»Oh, toll!«, ließ sich auch Janni zu einem begeisterten Kommentar hinreißen, als er das glitzernde Wasser zu Gesicht bekam, die wilden Wellen, die zischend an den Strand schlugen und das Schwimmen fast unmöglich machten. »Hier kann man ja Wellenreiten!« Er musterte die fernen Gestalten, die sich mehr oder weniger geschickt auf den Brettern hielten, dem Verlauf der Wellen folgten und schließlich im erfrischenden Nass untergingen.

Nachdem er sich schnell umgezogen hatte, griff er nach seinem eigenen kleinen Brett, das seine Mutter in weiser Voraussicht mitgebracht hatte.

»Aber pass auf, dass dir nichts passiert!«, ermahnte Fee ihren Sohn, als Dési mit ihrer Freundin Lisa und deren Bruder Tim zu dem Sonnenschirm zurückkehrte, den Felicitas inzwischen aufgestellt hatte.

»Halt, bleib noch kurz da!«, rief sie ihrem Bruder zu, der sich schon auf den Weg machen wollte. »Ich will Lisa noch schnell vorstellen. Dann gehen wir zusammen.«

»Lisa, das ist ja nett, dass ich dich kennenlerne.« Freudig begrüßte Fee die Schulfreundin ihrer Tochter. »Dési hat schon viel von dir erzählt.«