Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Die Gedichtsammlung DREI STROPHEN (im Paralleltext ukrainisch-deutsch) besteht aus 119 Gedichten von jeweils drei vierzeiligen Strophen, die wie kleine Dramen anzusehen sind. In jedem dieser Gedichte drückt Dmytro Pavlytschko einen bestimmten Gedanken aus, der ihn berührt und ihm auf der Seele brennt. In einer ausgesucht eleganten Sprache und meisterhaft strukturierten Versen preist Pavlytschko die Muttersprache und die kulturellen Werte seiner Heimat, und hebt die Bereitschaft der Vorfahren hervor, in Verteidigung dieser Werte auch das größte Opfer auf sich zu nehmen. Dabei stellt er einen geschichtlichen Bezug zwischen dem Freiheitskampf der Kosaken, dem Kampf um die staatliche Unabhängigkeit im vergangenen Jahrhundert, und der aktuellen Gegenwart her. Die Revolution in Orange auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew, dem Maidan, wird immer wieder beschworen; die Bezeichnung "Maidan" steht hier als dreifaches Symbol: für Demokratie, für Freiheit und für die Hinwendung zu Europa. Gleichzeitig erhebt Pavlytschko eine mahnende Stimme seinen Landsleuten gegenüber, sich wieder auf die Werte des eigenen Heimatlandes zu besinnen. Die vorliegende Ausgabe präsentiert Pavlytschkos DREI STROPHEN erstmals komplett in deutscher Sprache. Der Übersetzerin ist es gelungen, den Inhalt getreu wiederzugeben und den Stil und das Versmaß beizubehalten. So spürt der deutsche Leser hautnah den Geist des ukrainischen Originals.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 127
Veröffentlichungsjahr: 2018
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Vorwort
Drei Strophen
Das dichterische Werk als Spiegel der Zeit
Glossar
Danksagung
Biographien
Bibliographische Angaben
Titelverzeichnis
Die Pflicht des Dichters nach Dmytro Pavlytschko, ist „dafür Sorge zu tragen, dass die traditionellen künstlerischen Errungenschaften des Volkes erhalten und gepflegt werden, dass die Muttersprache in ihrer Reinheit, Lebensfähigkeit und Blüte hochgehalten wird und dass ein fruchtbarer Boden geschaffen wird, damit, wie junge Bäume, neue beflügelte Talente aufwachsen und das geistige Leben des Landes gedeihen kann“.
Dieses war und ist das Grundprinzip seiner literarischen Tätigkeit und, man kann getrost behaupten, seines Lebens in den verschiedenen Rollen als Dichter, Denker, Schriftsteller, Übersetzer und, in der Ära der unabhängigen Ukraine, als Diplomat und Staatsmann. Diesem Prinzip, oder besser gesagt, diesen selbstauferlegten edlen Aufgaben, ist er sein Leben lang treu geblieben.
In ihrem Aufsatz Das dichterische Werk als Spiegel der Zeit, worauf wir hier hinweisen, bietet uns Irena Spiech eine kurze und dennoch ausführliche Biographie des Dichters. Wahrlich, der Lebenslauf von Dmytro Pavlytschko spiegelt sich in seinem Jugend- wie auch in seinem Alterswerk wider. In den Zeiten der Sowjetunion, als die intensive Russifizierung der ukrainischen Sprache und Kultur ihr Unwesen trieb und die präskriptive staatliche Zensur viele dichterische Werke entweder verunstaltete oder total vernichtete, wurde die Literatur für ihn zum Schlachtfeld der Ideen, auf dem er, unter bedrohlichen Umständen, seiner inneren selbsterrungenen Freiheit innerhalb des vom Staat auferlegten Zwangs folgte und sich für das Wahre und Schöne, für die Reinheit des poetischen Wortes und eines eleganten erhabenen Stils besonders in der Poesie einsetzte, wobei er oft gegen die Diktate des damals herrschenden Dogmas des Sozialistischen Realismus verstieß. Beim Lesen seiner Gedichte und Schriften denkt man unwillkürlich an das Goethesche Diktum, „Alle meine Werke sind Bruchstücke einer großen Konfession“, das auch auf den Ukrainer anwendbar ist. Pavlytschko ist am 28. September 1929 in Stoptschatiw, einem in den Vorkarpaten gelegenen Dorf (heute Oblast Iwano-Frankiwsk) in einer Bauernfamilie geboren worden. Als Schüler ging er in die polnischsprachige Schule in Jabluniw, wo er schon früh in seinem Leben schlechte Erfahrungen – Diskriminierung wegen seiner Muttersprache erleben musste. Als junger Mann war Pavlytschko 1945 einige Monate in der Ukrainischen Aufständischen Armee aktiv, wofür er später mit einer fast einjährigen Haft büßen musste. Er durfte nicht promovieren, sein Buch Die Wahrheit ruft (1958) wurde verboten und die Auflage vernichtet. Diese Erlebnisse wären eine Mahnung für jeden jungen Mann gewesen, extreme Vorsicht im öffentlichen Leben eines totalitären Staates walten zu lassen, doch dies galt nicht für Dmytro Pavlytschko. Zwar weist sein literarisches Schaffen jener Zeit Werke auf, in welchen er im Dienste des sozialistischen Staates stand, aber als Dichter von Gottes Gnaden (wie sich über ihn einst sein älterer Zeitgenosse, der Schriftsteller Oles’ Hontschar äußerte), dessen Gedichte vertont oft im Volksmund ihren Widerhall fanden, war es ihm unmöglich, seine innersten Gefühle und Überzeugungen ständig zu verbergen und damit sich selbst untreu zu werden. Der Verfasser dieses Vorwortes war selbst mehrere Male Augenzeuge, wie Pavlytschko ohne jegliche Hemmung als engagierter ukrainischer Patriot unter für ihn gefährlichen Umständen tapfer, ja sogar tollkühn auftrat.
Der erste solcher Auftritte war 1962 in Helsinki im Rahmen eines von der Sowjetunion organisierten Internationalen Kongresses der Sozialistischen Jugend, wo Pavlytschko mehrere Male an politischen und literarischen Diskussionen teilnahm. In Anwesenheit von sowjetischen Ideologen, Parteifunktionären und Dichtern (unter den letzten führte der berühmte russische Dichter Jewgenij Jewtuschenko das große Wort), hielt Pavlytschko, im Gegensatz zu anderen ukrainischen Kongressteilnehmern (wie Vitalij Korotytsch, der sich immer sehr zurückhaltend und vorsichtig ausdrückte) mehrere feurige Reden und Gespräche über den nationalen Inhalt der ukrainischen Literatur und die Notwendigkeit, sie in der Welt bekannt zu machen. Dabei betonte er die Selbstständigkeit dieser Literatur im Rahmen der Weltliteratur, was mir damals ein wenig gewagt erschien. An dieser Stelle muss, meiner Meinung nach, auf noch eine sehr wichtige charakteristische Eigenschaft unseres Dichters hingewiesen werden. Zu den verschiedenen oben aufgezählten Rollen, die er in seinem Leben gespielt hat und immer noch tatkräftig verfolgt, soll die des Orators, des öffentlichen Redners, hinzugefügt werden. Sein rhetorisches Talent ist wahrlich außerordentlich. Beim Reden kommt seine scheinbar unerschöpfliche, nie nachlassende schöpferische Energie zum Vorschein. Als Orator ist er unter den zeitgenössischen Dichtern unübertroffen und diese, von dem ukrainischen Volke sehr geschätzte Rednerkunst spielt bei Pavlytschko, dem Dichter und Denker, eine sehr wichtige Rolle. Im Aufsatz Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden (ca. 1806) entwickelt der berühmte deutsche Schriftsteller und Dramatiker Heinrich von Kleist eine interessante Theorie, die teilweise den modus operandi von Pavlytschkos Denken und Reden und damit auch sein literarisches Schaffen erklärt. Kleist postuliert zwei Arten des Redens: erstens, nach Aristoteles, das Reden als Übersetzen der fertigen Gedanken in Worte, und zweitens, als Entwicklung und oft auch Formulierung der noch nicht vollständig entwickelten Gedanken. Diese zweite Art und Weise des Sprechens ist von großer Bedeutung für Pavlytschko. Hier ist das auf Pavlytschko anwendbare Kleist’sche Zitat: „Aber weil ich doch irgend eine dunkle Vorstellung habe, die mit dem, was ich suche, von fern her in einiger Verbindung steht, so prägt, wenn ich nur dreist den Anfang mache, das Gemüt, während die Rede fortschreitet, die Notwendigkeit, dem Anfang nun auch ein Ende zu finden, jene verworrene Vorstellung zur völligen Deutlichkeit aus, dergestalt, dass die Erkenntnis, zu meinem Erstaunen, mit der Periode fertig ist.“ Dieser Kleist’schen Theorie nach ist die Sprache, oder genauer ausgedrückt, der Prozess des Redens, für Pavlytschko ein Weg zur Klarheit des Denkens. Seine Sprache ist keine Fessel, kein Hemmschuh an dem Rad des Geistes, sie wirkt wie ein zweites mit ihm parallel laufendes Rad an einer Achse.
Vier Jahre danach hatte ich wieder die Gelegenheit mit Dmytro Pavlytschko an einer Veranstaltung teilzunehmen. Er und sein jüngerer Kollege, Ivan Dratsch, eine der führenden dichterischen Stimmen der bekannten 60-er Generation ukrainischer sowjetischer Dichter, kamen 1966, in Begleitung verschiedener „Betreuer“, auf meine und meines leider schon verstorbenen Kollegen Miroslaw Labunkas Einladung zu einer Konferenz an der La Salle Universität in Philadelphia, USA. Das Treffen mit den Dichtern war eine Sensation. Nicht nur Studenten und Professoren von La Salle und den benachbarten Hochschulen kamen zu dieser Veranstaltung, sondern auch zahlreiche Mitglieder der ukrainischen Bevölkerung der Stadt Philadelphia. Die Organisatoren mussten in letzter Minute einen größeren Hörsaal finden, der ebenfalls bald überfüllt war. Für den jungen Ivan Dratsch war das der erste Amerikabesuch, und er schien ein wenig eingeschüchtert von der Anwesenheit so vieler ukrainisch-kundiger Amerikaner. Er las einige seiner Gedichte vor und überließ es Pavlytschko, auf die meisten der gestellten Fragen zu antworten. Dieser sprach, trotz der markanten Anwesenheit der „Betreuer“, überzeugend und furchtlos. Er äußerte sich zu verschiedenen literarischen Themen, auch über das Volkslied als Faktor für den Erhalt der nationalen Kultur, die Melodie des Leidens in ukrainischen Volksliedern, und sprach sich gegen den Dilettantismus in der Dichtung und für die Notwendigkeit einer soliden geisteswissenschaftlichen Bildung für die Dichter aus. Doch allmählich neigte sich der Gang der Konferenz in die politische Richtung. Es entwickelte sich ein reger und höchst interessanter intellektueller Streit zwischen Pavlytschko und dem Historiker Ivan Lysiak Rudnytsky (1919–1984) über die Russifizierung der ukrainischen Sprache und Kultur, in dessen Verlauf der Dichter auf die Präsenz einer zu jener Zeit sich vollziehenden „Ukrainisierung“ der Ukraine hinwies, was der Professor ironisch zu widerlegen versuchte.
Pavlytschko beantwortete zahlreiche Fragen von Professoren und Studenten bis auf eine. Diese wurde von einem Studenten gestellt, dessen Hauptfach Russisch war. An die Frage kann ich mich nicht mehr genau entsinnen, aber an Pavlytschkos Antwort erinnere ich mich ganz genau: „Ich bin hier als Vertreter der ukrainischen Kultur, nicht der russischen. Bitte, stellen Sie mir solche Fragen nicht.“ Zur damaligen Zeit war das wahrlich ein sehr gewagtes Wort.
Bei diesem Philadelphia-Besuch hatte ich die Gelegenheit, den beiden Dichtern die Stadt Philadelphia zu zeigen. Nach der Besichtigung der Unabhängigkeitshalle zeigte ich Ihnen den in der Nähe liegenden ukrainischen Dom, der übrigens das größte griechisch-katholische Kirchengebäude der Welt ist. Diese prachtvolle Kathedrale schien einen überwältigenden Eindruck auf den Dichter gemacht zu haben. Pavlytschko betrat den Dom mit Ehrfurcht. Zwar bekreuzigte er sich nicht, doch er stand mit gesenktem Haupt an der Schwelle des Hauptschiffes, dann sah er hinauf zu dem Kuppelgewölbe und begann, zu meinem Erstaunen und zur Überraschung des uns begleitenden Priesters, eine alte ukrainische religiöse Hymne zu singen. Für mich war das ein ergreifendes religiöses Bekenntnis und ein heißer Wunsch, dem Glauben an die Göttlichkeit in Freiheit zu huldigen.
Hohe Anerkennung gebührt unserem Dichter für dessen Mitwirkung an der Unabhängigkeitserklärung der Ukraine sowie für dessen Engagement als Diplomat während der Amtszeit von Leonid Krawtschuk, dem ersten frei gewählten Präsidenten des heutigen ukrainischen Staates – Tätigkeiten, die meines Erachtens zu wenig Beachtung finden seitens der gegenwärtigen Wissenschaftler, besonders der Historiker und Politologen. Über Pavlytschkos Verdienste auf dem Gebiet der Diplomatie und Staatskunst könnte, oder besser gesagt sollte man ein separates Buch schreiben, das wahrlich ein wichtiger Beitrag zum besseren Verständnis der Genese der freien Ukraine wäre. Die vielleicht wichtigste Stimme, welche Leonid Krawtschuk dazu bewog, in jener verhängnisvollen kritischen Zeit des Zerfalls der Sowjetunion den Kurs auf die Unabhängigkeit der Ukraine zu steuern, war die von Dmytro Pavlytschko, der als Staatsmann dem Präsidenten mit Rat und Tat zur Seite stand und dessen volles Vertrauen er genoss.
Ein gutes Beispiel für Pavlytschkos staatsmännische Fähigkeiten ist die folgende Episode, an der ich persönlich teilgenommen habe. Am 10. Mai 1992 wurde von der La Salle Universität in Philadelphia Leonid Krawtschuk die Ehrendoktorwürde verliehen. Es war das erste Mal, dass der Präsident des jungen ukrainischen Staates vor einem großen amerikanischen Publikum auftrat. Über 18.000 Menschen waren an dieser Feier zum Abschluss des akademischen Jahres anwesend und die amerikanischen Medien berichteten ausführlich über den Auftritt des Präsidenten der Ukraine, eines damals wenig bekannten (man könnte sagen unbekannten) Staates im Osten Europas. Auf Einzelheiten brauchen wir hier nicht einzugehen, doch so viel sei gesagt, dass es Dmytro Pavlytschko war, der Krawtschuk überzeugen konnte, nach Philadelphia zu reisen, trotz einiger Einwände seiner Berater, und der auch dessen Rede schrieb, die in den Medien positiv bewertet wurde.
Jede literarische Übersetzung ist zugleich auch eine Interpretation. Irena Spiech bezeichnet ihre Übersetzungen der Gedichte von Pavlytschko als Nachdichtungen, doch in den meisten Fällen ist die deutsche Variante eine treue Wiedergabe des ukrainischen Originals, die man mit reinem Gewissen als Übersetzung bezeichnen kann. In ihrem oben erwähnten Aufsatz gibt uns Irena Katschaniuk-Spiech eine umfassende solide Analyse der Sammlung Drei Strophen, daher beschränken wir uns hier auf diese Zeilen, die als eine sui generis Fußnote zu ihrer Studie dienen können. Die Gedichtsammlung Drei Strophen lässt sich in drei literarische Kategorien einteilen, die thematisch eine gewisse Steigerung bilden: Heimatkunst, Nationalliteratur und – um es mit Goethe zu sagen – Weltliteratur. In diesem Sinne kann dieses Werk als die Krönung seiner Dichtung betrachtet werden, in dem Pavlytschko verschiedene Themen und Motive vereint und seine philosophischen Betrachtungen über Gott und die Welt, über Mensch und Natur sub species aeternitatis zum Ausdruck bringt.
Diese Gedichtsammlung zeichnet sich durch noch eine Besonderheit aus, nämlich dadurch, dass hier die Fähigkeit des Dichters sichtbar wird, ganz im klassischen Stil das Wesentliche in nur 12 Zeilen auszudrücken – mag es sich um Personen oder Orte handeln, um die Natur oder sogar um abstrakte Ideen, wie den Patriotismus oder die Religiosität. Das beste Beispiel dafür ist das Gedicht Der Patriarch, in dem dieser zwar namentlich nicht genannt wird, doch der Text keinen Zweifel zulässt, dass es sich hier um den Bekenner des Glaubens Joseph Slipyj handelt. Hier ist in jeder einzelnen Zeile ein vollständiger Gedanke enthalten, wobei alle gemeinsam eine harmonische Einheit bilden. Dies gilt, mutatis mutandis auch für das gesamte Werk.
Zusammen mit dem Buch Europas Fürstin, herausgegeben von Mykola Zymomrya im Jahre 2010 zum 80. Geburtstag des Dichters, ist die vorliegende Anthologie ein bedeutender Beitrag zum Wissen und zum Verständnis der ukrainischen Literatur im deutschsprachigen Raum.
Die Nachdichtungen seiner Sammlung Drei Strophen von Irena Katschaniuk-Spiech und Joseph Spiech bilden einen gelungenen Widerschein des poetischen Wortes eines großen, doch außerhalb der slawischen Länder zu wenig bekannten ukrainischen Dichters unserer Zeit. Es wäre zu wünschen, dass auch im englischen Sprachraum sich ein Übersetzungstalent bereitfinden würde, sich einer so edlen Aufgabe zu widmen.
Prof. Dr. Leonid Rudnytzky
La Salle University, Philadelphia
Над Кам’янкою небо чисте,
Блакить у Тясмині тече,
Стоять печальні декабристи,
І їхній зір мене пече.
І хоч я весь – неначе рана
З болінь козацької землі,
Вони питають: «А в тирана
Ти дослужився до петлі?»
«О благовісники свободи,
Мене убити був би рад
Не цар, а тільки навдогоди
Царю змосковщений мій брат!»
1994
Vor Kamjanka erstrahlt der Himmel,
Sein Blau sich spiegelt im Tjasmyn,
Die Dekabristen im Getümmel
Verstreuen Blicke, boshaft, kühn.
Ich bin wie eine tiefe Wunde,
Die dem Kosakenleid entrinnt.
Sie fragen: „Hast du schon die Schlinge
Bei dem Tyrannen dir verdient?“
„Ihr Seligen, der Freiheit Künder,
Nein, nicht der Zar wünscht mir den Tod,
Es ist mein moskautreuer Bruder,
Der seinen Dienst dem Zaren bot!“
Десь тут в землі лежить Богданів прах.
Я знаю де, та не скажу нікому,
Бо віднайдуть, розвіють на вітрах
Його кістки, як спалену солому.
А ви, хахли із Києва й Черкас,
Перевертні, затьмарені моголи,
Поклянетеся радо другий раз
У тому, в чому він не клявсь ніколи.
Мовчатиму, як Суботів мовчить,
Хоч добре знає, де його похова,
Допоки із міських, столичних плить,
Не зазвучить державна наша мова.
1994
Bohdans Gebeine ruhen hier im Ort.
Ich will die Stelle niemandem verkünden,
Sonst würden sie gefunden und verstreut,
Wie Asche von verbranntem Stroh im Winde.
Doch ihr, aus Kiew und Tscherkassy dreist,
Abtrünnige, im Bund mit Aggressoren,
Ihr würdet freudig leisten jenen Eid,
Den er zeit seines Lebens nie geschworen.
Ich werde schweigen, wie Subotiv schweigt,
Dem gut bekannt ist jenes Grabes Lage,
Bis in der Hauptstadt Kiew überall
Erklinget wieder uns’res Staates Sprache.
О Господи, я знов у Боровиці,
Але не в тій, де пригощав мене
Мій друг Олекса, де чайки-зиґзиці
Влітали в серце молоде й трудне.
Та Боровиця зникла. Зодчі раю
Її втопили, в море одягли.
А цю нову я знаю і не знаю –
Це з козаками змішані хахли.
Гніздо Щириць, і Мамая городи,
І Павлюка скатованого крик,
І моря штучного прогнилі води
І кров’ю вмитий рідний материк.
1994
In Borovycia bin ich nun, o Gott,
Doch nicht in jener, wo in alten Zeiten
Mein Freund Oleksa mich bewirtet hat,
Wo Kiebitze das junge Herz erfreuten.
Die alte Borovycia, sie verschwand,
Im Meer versenkt, als ob sie nie gewesen.
Und diese neue hab’ ich nicht erkannt –
Vermischt sind mit Kosaken fremde Wesen.
Das Unkraut hier, die Gärten des Mamai,
Im Stausee die durchfaulten Wassermassen,
Die Folter des Pavljuk, sein Schmerzensschrei,
Und Heimaterde, die mit Blut gewaschen.
Медведівко, Залізняка Максима
Похреснице, зустрінь мене, зустрінь!
Свободою страшною одежима
Твоя душа, твоя плодюча рінь.
Зерно твоєї правди й непокори
Із рук твоїх – а як, я не збагну –
Летіло й засівало мої гори,
І всю Волинь, і всю Галичину.
Назвалися в УПА Залізняками
Найкращі хлопці, що на смерть ішли...
Вставай! Бери зерно! Змахни руками
В той бік, до моря, де ще сплять хахли!
1994
Medvedivka, dich kann ich nicht vergessen,
Du Heimatort von Zalizniak Maxim!
Du bist von wildem Freiheitsdrang besessen
Und pflegst ihn in der Seele weiterhin.
Und deine Saat der Wahrheit und der Ehre,
Die du gesät, verbreitet sich rasant,
