DSA 141: Die Rose der Unsterblichkeit 1 - Schwarze Perle - André Wiesler - E-Book

DSA 141: Die Rose der Unsterblichkeit 1 - Schwarze Perle E-Book

André Wiesler

4,2

Beschreibung

Uthuria - der mysteriöse Kontinent südlich der bekannten Welt hat bereits viele Forscher in seinen Bann und in den Untergang gezogen. Unsagbare Schrecken sollen dort lauern, aber sein Name verheißt auch unendliche Reichtümer und ewigen Ruhm für jene, denen es gelingt, sich das Schwarze Land untertan zu machen. In der Schwarzen Perle Al'Anfa, wo Dekadenz und Blutdurst aufeinanderprallen, stellen die mächtigen Granden der Stadt eine Mannschaft zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnte: Alrik, der blutsaufende Gladiator; Efferia, die schüchterne Geweihte des Meeresgottes; Karas, der arrogante Sohn aus gutem Hause, der von einer überbordenden Libido getrieben wird und Wahelahe, die versklavte Waldmenschenkriegerin. Schnell müssen sie feststellen, dass der Kampf gegen die Schrecken der See und gegen die Naturgewalten nur eine von vielen Prüfungen ist, die es zu bestehen gilt, wenn sie Uthuria erreichen wollen. Und für manch ein Mitglied der Stolz des Rabens wird diese Fahrt die letzte sein.

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Biografie

Der 1974 geborene André Wiesler lebt zusammen mit seiner Frau Janina und seinem Sohn Lorenz in Wuppertal. Schwarze Perle ist sein vierzehnter Roman, darunter Werke wie der Das Schwarze Auge-Roman König der Diebe, die Mystery-Trilogie Die Chroniken des Hagen von Stein und diverse Bücher der Shadowrun-Reihe.

Neben der Schriftstellerei arbeitet er als Übersetzer, Spieleentwickler, Redakteur und tritt als Lese-Komiker auf. Darüberhinaus organisiert er als ein Teil der Wuppertaler Wortpiraten Poetry-Slams und gibt Schreibkurse und leitet Schreibwerkstätten.

Weitere Informationen zu André Wiesler finden Sie auf seiner Internetseite:

www.andrewiesler.de

Titel

André Wiesler

Schwarze Perle

Die Rose der Unsterblichkeit 1

Ein Roman in der Welt von Das Schwarze Auge©

Originalausgabe

Impressum

Ulisses SpieleBand 11078EPUB

Titelbild: Melanie MaierAventurienkarte: Ralph HlawatschLektorat: Eevie DemirtelBuchgestaltung: Ralf BerszuckE-Book-Gestaltung: Michael Mingers

Copyright ©2012 by Ulisses Spiele GmbH, Waldems.

DAS SCHWARZE AUGE, AVENTURIEN und DERE sind eingetragene Marken. Alle Rechte von Ulisses Spiele GmbH vorbehalten.

Titel und Inhalte dieses Werkes sind urheberrechtlich geschützt.

Der Nachdruck, auch auszugsweise, die Bearbeitung, Verarbeitung, Verbreitung und Vervielfältigung des Werkes in jedweder Form, insbesondere die Vervielfältigung auf photomechanischem, elektronischem oder ähnlichem Weg, sind nur mit schriftlicher Genehmigung der Ulisses Spiele GmbH, Waldems, gestattet.

Print-ISBN 978-3-86889-209-3E-Book-ISBN 978-3-86889-829-3

Widmung

Für Lorenz – danke, dass du mich Stolz, Freude, Demut und oft genug auch Selbstbeherrschung stetsaufs Neue lehrst.

Danksagung

Vielen Dank an Johannes und Inga für ihr wachsames Auge; an Eevie für tolle Männer; an Alex für tolle Vorlagen; an Mario für neue Freiheiten; und an all meine Leser für die vielen Rückmeldungen zu den bisherigen und wie ich mir wünsche auch zu diesem Roman.

Prolog: Zu neuer Größe

Al’Anfa, 20. des fünften Monats (Boron) des Jahres 1027 nach Bosparans Fall (BF)

Der Schwanz des Skorpions traf die schwere Dublone im Flug und schleuderte sie im hohen Bogen davon. Damit stellte das armlange Tier seine Stärke ebenso unter Beweis wie seine Schnelligkeit. Amira verspürte ein wenig Mitleid mit den Sklaven, keiner älter als sie selbst, die in der hüfttiefen Grube standen. Immer wieder griff einer von ihnen im Getümmel der Giftschlangen und Skorpione nach einem Gold- oder Schmuckstück. Der noch immer bebende und zuckende Leib des jungen Burschen, der in der Mitte der Grube Borons Totenreich entgegenging, zeigte eindrücklich, dass es nicht immer gelang.

»Ein grandioser Wurf, mein lieber Rahjadan«, flötete Shantalla Karinor und klatschte in die Hände. Amira musste sich zusammennehmen, um über dieses Entzücken nicht den Kopf zu schütteln. Kurzweil und Zeitvertreib waren die vorrangigen Interessen der Ratsherrin, und dass sie viel Zeit auf ihr Äußeres verwandte, bewiesen die aufwendig verzierten Zopfschlaufen, zu denen ihr langes, schwarzes Haar geflochten war.

Affenschaukeln hatte Amiras Amme diese Frisur stets genannt. Und wie Affen führt sie die Mächtigen der Stadt an der Nase herum.

Jetzt lehnte sich die schöne Shantalla vor, um den anderen Ratsherren von ihren Liegen aus einen guten Einblick in ihren Ausschnitt zu ermöglichen, löste ein goldenes Kettchen von ihrem Knöchel und warf auch dieses in die Grube. Einem der Jünglinge gelang es, sein Holzschwert in die Flugbahn zu schwingen, sodass sich das Geschmeide darumwickelte.

»Holla!«, jubelte Shantalla.

Doch der Sklave hätte sein Schwert besser zur Abwehr der armdicken, blauschimmernden Schlange genutzt, die nun gegen seinen Oberschenkel vorstieß. Der Biss saß, und sofort schlang sich das Tier um das Bein des Jungen, der aufschrie und auf den sich zusammenziehenden Leib einschlug. Dabei glitt die Kette vom Schwert.

Keine Giftschlange, erkannte Amira, aber das machte kaum einen Unterschied, denn man hörte Knochen brechen, und der Sklave stürzte zu Boden, zermalmte einen Skorpion unter sich, nur um sogleich von mehreren anderen Gifttieren traktiert zu werden.

»Es scheint ihm nicht gut zu bekommen, Eure Gunst zu spüren, gute Shantalla«, höhnte Amosh Tiljak und richtete sich halb auf, im steten Bestreben, sich groß und wichtig zu machen. Amira lief ein Schauder über den Rücken, als ginge von dem überstolzen Praiosgeweihten ein eisiger Hauch aus.

Nicht der Hauch des Todes, erkannte sie, denn mit dem war sie als Geweihte des Totengottes Boron gut vertraut. Der des Wahns.

Amira verstand, warum ihr Vater den Rat in die Stadt des Schweigens geladen hatte. Nur hier war es sicher, Dinge von so großer Tragweite zu besprechen. Trotzdem fühlte es sich nicht richtig an, diesen Eiferer hier zu dulden, in der Stadt ihres Gottes. Mit seinen Vorstellungen davon, dass sein Gott des Rechts höher stehen sollte als der Gott des Todes. Lachhaft ...

»Wie üblich«, murmelte Tsaiane Ulfhart. Sie warf kein Gold und kein Geschmeide in die Grube, um die Sklaven danach suchen zu lassen. Vermutlich war sie die Einzige, die erkannt hatte, welche Geringschätzung des Zeremonienmeisters aus der Tatsache sprach, dass sie für ihre Unterhaltung selbst zahlen mussten, während sie darauf warteten, zum Patriarchen und Imperator vorgelassen zu werden.

Natürlich wurden die Granden mit allem versorgt, was sie an Ausschweifungen gewöhnt waren, von den besten Weinen über ungewöhnliche Körperteile exotischer Tiere bis hin zu magisch gefertigten Speisen, die kein normaler Koch zubereiten könnte. Nur die Zahl der dienenden Sklaven war deutlich geringer, als die meisten es kannten, denn in der Stadt der Toten wählte man seine Diener mit besonderem Bedacht.

Einer der Sklaven im Becken, der sich trotz mehrer Bisse und Stiche noch auf den Beinen hielt, stieg schwankend aus der Grube und zog den kleinen Beutel von seinem Gürtel. Wie alle übrigen Sklaven war auch er ansonsten bis auf einen Lendenschurz nackt.

Er hielt dem feisten Zeremonienmeister seine Beute hin, und der wandte sich zu einer Waage um, die an die Seelenwaage des Herrn Boron erinnerte. Er nahm mit gewichtiger Miene einen Stein mit dem Namen des Sklaven darauf und legte ihn in eine der Waagschalen. Dann schüttete er das Gold aus dem Beutel in die andere. Shantalla stand auf, um besser sehen zu können.

Der Sklave sank auf eine Gestes des Zeremonienmeisters auf die Knie, und ein Soldat trat mit gezogenem Schwert hinter ihn. Ob das Zittern des jungen Mannes von den Bissen der Gifttiere oder von seiner Angst vor dem Tod herrührte, konnte Amira nicht sagen.

Der Zeremonienmeister löste die Sperre. Für einen Augenblick blieb die Waage im Lot, dann senkte sich die Schale mit dem Gold langsam nach unten.

»Du bist frei!«, verkündete der Mann huldvoll, und der Sklave sackte erleichtert in sich zusammen. Er hatte seine Schulden abgezahlt, er würde in die Freiheit entlassen – wenn er das Gift überlebte, das durch seine Adern floss.

»Oh, wie fein«, jauchzte Shantalla. »Ich liebe es, wenn es gut ausgeht. Fast so sehr, wie einen guten Tod.«

Genug, beschloss Amira und trat hinter dem Vorhang hervor, durch den sie die Szenerie bisher betrachtet hatte. Sie wartete, bis die ersten Ratsmitglieder sie bemerkten. Dann sagte sie: »Der Patriarch lässt bitten.«

»Oh, bitten lässt er? Was für eine angenehme Abwechslung«, konnte Nareb Emano Zornbrecht sich nicht verkneifen. Schweiß glitzerte auf seiner Glatze, und als sich der schwergewichtige Hüne nun erhob, bleckte er drohend die Zähne. Die Opale, die ihm statt verlorener Schneidezähne eingesetzt worden waren, schimmerten blaugrün im Licht der Lampen.

Amira schenkte ihm ein schmales Lächeln, dann machte sie eine einladende Handbwegung, zog den Vorhang beiseite und ließ die elf mächtigsten Männer und Frauen Al’Anfas an sich vorbeimarschieren. Als letzte folgte sie selbst. Hinter sich hörte sie die vier Soldaten der Rabengarde vor der Tür Aufstellung nehmen. Ihre Order lautete, unter keinen Umständen jemanden durchzulassen, solange sie selbst als ihre oberste Kommandantin es nicht befahl.

»Nun, ihr habt eure Chance verspielt«, hörte sie den Zeremonienmeister noch sagen. »Alle raus aus dem Becken und zurück in eure Kammern. Und dass mir jetzt keiner mehr wegstirbt. Ohne Publikum wäre euer Tod nichts wert.«

Am Ende eines kurzen Ganges erwartete Amiras Vater die Ratsmitglieder in einem schmucklosen Raum. Ein Tisch aus schwarzem Marmor bot allen zwölf Ratsmitgliedern Platz, sechs auf jeder Seite, und am Stirnende erhob sich nun Amir Honak, der Imperator Al’Anfas und Patriarch der Boronkirche.

Es schien fast, als wäre auch er aus Stein gemeißelt und von sorgsamer Hand glatt poliert worden. Die makellose, helle Haut unterstrich seine weichen Züge, die heute jedoch verschlossen und ernst wirkten. Sein wallendes Haar umfloss ein Gesicht, dass einem Alveraniarer hätte gehören können, so schön war es.

Seine schwarze Robe ließ es umso mehr wirken, als wäre er Teil des schwarzen Marmors. Wiewohl sie goldgesäumt und mit Silberfäden durchwoben war und er einen großen Edelstein um den Hals trug, wirkte sein Ornat neben der Prunksucht der Ratsmitglieder schlicht. Geschmeide aller Art, beste Stoffe mit wertvollen Stickereien, Schmuckwaffen, Fächer ... mit den Reichtümern, die der Rat am Leib trug, hätte man ganze Länder kaufen können.

»Meine lieben Freunde, willkommen!«, begrüßte Amir die Eintretenden mit einer einladenden Geste, aber ohne Lächeln. Er wartete, bis sie ihrerseits Grüße geäußert oder zumindest eine Geste der Anerkennung gemacht hatten. Dann fuhr er fort: »Nehmt bitte Platz. Verzeiht die ungewohnte Schlichtheit unseres Versammlungsortes, doch was heute besprochen wird, ist nur für Eure Ohren bestimmt.«

Amira betrachtete amüsiert, wie diese Offenbarung das Ringen um die Plätze möglichst weit oben am Tisch kurz unterbrach. Doch schnell ging es weiter. Während sich Tsaiane, die Schatzmeisterin, und Sannah Wilmaan, die Meisterin verborgener Schriften, bescheiden mit den Plätzen fernab vom Patriarchen begnügten, entbrannte zwischen dem hünenhaften Zornbrecht, Hüter der Kolonien, und dem Liturgienmeister Brotos Paligan, der neben ihm wie eine dürre Schrecke wirkte, ein vehementer Streit um den nächsten freien Platz zur Linken des Herrschers. Der Platz zu seiner Rechten stand als seiner Tochter Amira selbst zu, und unmittelbar zu seiner Linken saß Irschan Perval. Der Großexecutor machte keinen Hehl aus der zarten Bande, die ihn mit ihrem Vater verbanden, wiewohl er das Ausmaß der Einflussnahme zu verschleiern versuchte.

Amira fing einen amüsierten Blick Shantallas ein und lachte unvermittelt auf. Da balgten sich zwei Männer, die mit Fug und Recht von sich behaupten konnten, die Geschicke der mächtigsten Stadt der Welt zu lenken, wie Knaben im Studienzimmer um einen Sitzplatz.

Amira nahm Platz und gab damit das Signal, dass auch alle anderen sich setzen durften. Zornbrecht schaffte es, den Paligan endgültig aus dem Weg zu schubsen, sodass dieser nun an Dolgur Kugres, dem obersten Glaubensbewahrer, und Shantalla, Wahrerin des Handels, vorbeigehen und sich als Vierter auf seiner Seite niederlassen musste.

»Keine Bedienung?«, fragte er im Setzen, um von seiner Schlappe abzulenken. »Soll der Rat sich etwa wie das gemeine Volk selbst einschenken?«

Amir nickte einmal knapp und wies dann einladend auf die Krüge mit Wein, Säften und Wasser sowie die Schüsseln mit allerlei Obst und Gebäck. Für den Rat ein frugales Mahl, hätte man mit dem Essen dennoch mehrere Familien durchfüttern können. »Für heute wollen wir uns in Demut üben. Es schadet nicht, sich die Mühsal der Fanas vor Augen zu führen. Heute soll uns die Sicherheit mehr Wert sein als die Bequemlichkeit.«

Sein Tonfall machte nicht nur Amira deutlich, dass darüber nicht zu diskutieren war. Kurz herrschte verwundertes Schweigen, dann räusperte sich Immuel Florios, der Hüter des Wassers, und fragte: »O Beherrscher der Schwarzen Perle, möchtet Ihr uns erleuchten, welchem Umstand wir diese Einladung in das Allerheiligste unseres ewig gepriesenen Herrn Boron, möge er uns stets gewogen und gnädig sein in alle Ewigkeit, zu verdanken die Freude haben dürfen, wenn es genehm ist?«

Sein runder Kopf wippte dabei hin und her, als müsse er sich in seinem wie immer unnötig hochtrabenden Satz selbst den Takt vorgeben.

Amir blinzelte dreimal, dann sagte er: »Nichts weniger als die höchste Glorie und unermesslicher Reichtum für Al’Anfa.«

Und damit für euch, ergänzte Amira in Gedanken.

»Hört, hört!«, rief Amato Ugolinez-Paligan forsch. »Das klingt mir ja nach großen Taten!« Der dürre Veranstalter der Spiele war bisher gewohnt zurückhaltend gewesen. Vielleicht verspürte er nun den Drang, sich in Erinnerung zu rufen.

Amir warf ihm einen ernsten Blick zu, strich sich eine seidige schwarze Strähne hinter das Ohr, dann fuhr er fort: »Wir werden nicht weniger erringen, als den rechtmäßigen Anspruch, Beherrscher aller Kontinente und prächtigstes Reich aller Reiche zu sein.«

Diese Ankündigung, so sachlich sie auch vorgetragen wurde, ließ nun alle Ratsmitglieder überrascht zum Patriarchen blicken. Amira, die eingeweiht war, welche große Offenbarung ihr Vater zu machen gedachte, musterte die gespannten, gierigen und überraschten Züge der Anwesenden. Sie fand nichts, was sie nicht erwartet hätte.

Amato griff nach einer Karaffe mit Wein, schenkte sich ein und stellte sie mit einem geringschätzigen Seitenblick wieder ab, als ihm auch Tsaiane ihren Becher hinhielt. »Und wie gedenkt Ihr dies zu erreichen, Eure Hoheit?«

»Wir werden Uthuria entdecken«, sagte der Patriarch ruhig.

Amato ließ den Becher wieder sinken, bevor er den Mund erreicht hatte. »Uthuria? Das schwarze Land?«

»Eben dieses«, bestätigte Amir.

»Wenn der gnädige Patriarch diese unbotmäßige Frage sich anzuhören geneigt sei, ist es erlaubt, sich zu erkundigen, wie Euer Höchstherschaftlichkeit zu schaffen gedenken, was bisher zu vollbringen noch niemand gelungen?« Wieder wackelte Florios Kopf bei seinen Worten.

»Streng genommen«, setze Sannah Wilmaan an, die auch die Vermittlung des Wissens in der Stadt unter ihrer Hand hatte, und verstummte kurz, als sich ihr alle Blicke zuwandten. Sie richtete sich auf, atmete durch und wiederholte lauter: »Streng genommen ist Uthuria bereits entdeckt. Es gibt glaubhafte Berichte, sogar Waren und Funde von dort.«

»Dann werden wir es uns eben unterwerfen!«, beschied Amir.

Nun war es an Zornbrecht, sich lautstark einzuschalten. Auf seiner Glatze pochte eine Zornesader. »Und wann hattet Ihr vor, mir dieses Anliegen zu unterbreiten? Ich als Hüter der Kolonien ...«

Amir hob die Hand, und zu Amiras Verwunderung verstummte der bullige Ratsherr. Vielleicht lag es daran, dass sie sich in der Stadt des Schweigens befanden, auf Amirs höchsteigenem Feld. Vielleicht war aber auch die Tatsache, dass der Patriarch so von dieser Idee beseelt war und darum weitgehend auf Beschwichtigungen verzichtete, der Grund für seine überbordende Autorität. Ruhig, wie eine zum Biss gespannte Schlange, saß er da und ebenso ruhig war seine Stimme: »Es gibt viele Einwände, Bedenken und Zweifel, und ich habe sie alle erwogen, bedacht und gehegt. Aber ich habe beschlossen, dass es gelingen kann und dass es notwendig ist!«

Amira spürte den wachsenden Unmut und Widerstand des Rates fast körperlich.

Shantalla beugte sich vor, um an Zornbrechts massiger Gestalt vorbei Blickkontakt mit Amir aufzunehmen: »So sehr ich entschlossenes Handeln und Willensstärke bei einem Mann bewundere, liebster Amir, scheint es mir doch ein wenig ... sagen wir vermessen, gleich zwei neue Kontinente erschließen zu wollen? Immerhin sind wir just dabei, uns das Güldenland heim zu machen.«

»Die Expedition ins Güldenland ist eine Fleißübung. Es gibt genug bekannte Routen, genug erfolgreiche Expeditionen und genug verbriefte Berichte. Sicherlich wird es eine freudige Leistung, das Güldenland zu erreichen, aber echter Ruhm, sieht anders aus ...«

Amir griff unter den Tisch und rollte mit einer schwungvollen Bewegung eine große Pergamentkarte aus. Auf ihr war in schwungvollen Lettern von einer Landmasse, die wohl das Güldenland sein sollte, über die Meere, Aventurien und schließlich bis zu einer mit Uthuria bezeichneten unförmigen Landmasse im Süden geschrieben: ›Das alanfanische Imperium‹

»Wenn es mir erlaubt ist, untertänigst darauf hinzuweisen: Die Kosten für eine solche Expedition ...«, setzte Florios an, aber der Patriarch unterbrach ihn mit einer Handbewegung.

»Werden lächerlich gering sein, im Vergleich zu den Reichtümern, die das schwarze Land zu bieten hat. Städte aus Gold, von den alchemistischen und magischen Schätzen ganz zu schweigen. Ich lasse bereits eine neue Galeere bauen, die auf den Namen Amir Honak getauft werden wird. Außerdem habe ich der Expedition zwei weitere Schiffe aus meiner Armada zugedacht. Wer von euch ein eigenes Schiff mitsenden will, darf sich meiner Dankbarkeit und eines erklecklichen Anteils der Gewinne sicher sein.«

»Dennoch, wenn mir das erneute Wort vergeben werden mag, ist der Preis ...« Weiter kam Florios nicht, denn Rhajadan wurde seinem Ruf gerecht, indem er begeistert ausrief: »Das Haus Bonareth ist dabei! Auf zu neuen Gestaden, ein Boot mindestens ist euch sicher!«

Amir nickte huldvoll in Bonareths Richtung. Dann verkündete er: »Prüft eure Herzen und eure Schatzkammern, inwieweit ihr Teil der glorreichen Zukunft Al’Anfas sein wollt. Aber wägt nicht zu lange ab! Nach den Namenlosen Tagen soll die Expedition aufbrechen.«

»Das sind keine acht Monate!«, rief Zornbrecht aus, aber niemand ging darauf ein.

Tsaiane Ulfhart hob die blasse Hand, und als Amir ihr zunickte, schlug sie vor: »Mir scheint, Euch ist an Geheimhaltung gelegen. Um den Ruhm nicht teilen zu müssen, könnten wir alle Vorbereitungen dieser Expedition als Arbeiten an der Güldenlandreise tarnen?«

Amira nickte zustimmend, als Amir ihr einen fragenden Blick zuwarf.

»Eine hervorragende Idee. Bitte teilt alle weiteren Gedanken zu diesem Thema mit mir.«

Amira blickte in die Runde. Einige rechneten im Kopf bereits aus, was sie ein weiteres Schiff kosten würde, andere waren eher mit dem Ruhm beschäftigt, aber allen war bewusst: Steckten sie hier zurück und ließen Beteiligung vermissen, könnte sie das weit in der Gunst des Patriarchen zurückwerfen. Von der Gelegenheit, weitere Reichtümer zu erringen, ganz zu schweigen.

Nur eines war sicher: spätestens morgen begänne das Feilschen um Anteile und Unterstützung. Amira war froh, dass sie selbst kein Schiff auf den Weg bringen musste.

»Also ist es entschieden«, tat Amir so, als hätte der Rat eine Wahl gehabt. »In diesem Jahrzehnt wird Al’Anfa seinen Fuß auf drei Kontintente gesetzt haben!«

Wenn er mit Jubel gerechnet hatte, wurde der Patriarch enttäuscht. Daran allerdings, dachte Amira, sollte er sich mittlerweile gewöhnt haben.

Kapitel 1: Der Glanz der Perle

Al’Anfa, 11. Tag des elften Monats (Ingerimm) 1027 BF

Die Faust des Söldners krachte in Alriks Gesicht, der sich nicht sie Mühe machte, ihr auszuweichen. Die Wucht war nicht groß genug, um seinen Kopf gegen den Halt seiner Nackenmuskeln zurückzutreiben, trotzdem war die Lippe offenbar aufgeschlagen. Alrik schmeckte Blut auf der Zunge.

Die überraschte Miene des untersetzen Mannes zeigte deutlich, dass er mehr von dem Hieb erwartet hatte. Als Alrik ihm nun ein geringschätziges Lächeln mit blutbeschmierten Zähnen schenkte, verwandelte sich der Ausdruck in Entsetzen.

»Komm! Nochmal!«, forderte Alrik ihn auf und winkte herausfordernd. »Der erste gilt nicht.«

Die Umstehenden lachten. Bei den meisten der vierschrötigen Männer und Frauen, die den Rostigen Nagel beehrten, klang dies eher wie eine Herausforderung zum Kampf. Von einer Schenke im Schlund, dem schmutzigsten Viertel der Stadt, hätte man nichts anderes erwartet.

Der Mann blickte sich verunsichert um, musste aber erkennen, dass er nach seinen großen Sprüchen jetzt nicht mehr zurückrudern konnte. Du hast Ärger gesucht, dachte Alrik und grinste noch etwas breiter. Und ich hab immer welchen im Angebot.

Die Angst des Mannes wurde zu Wut, und er warf sich erneut mit einem Schwinger vor. Diesmal legte er sein gesamtes Gewicht hinein, was den Schlag gefährlich, aber auch langsam machte. Alrik drehte sich zur Seite, packte den Mann am Oberarmarm und im Nacken und rammte dessen Gesicht mit Schwung auf den schmutzigen Tresen. Etwas brach knirschend, und auch wenn das Holz in der Schenke wurmstichig und alt war, war es wohl doch eher die Nase des Angreifers. Die Metallplatten auf dem Wams des Kämpfers klirrten dabei gegen die Kante des Tresens und spielten eine lustige Melodei.

Der Schrei des Söldners ging in ein feuchtes Knurren über. Er stemmte sich hoch und wirbelte, nicht mehr ganz standfest, herum.

Schneid hat er, das muss man ihm lassen, dachte Alrik und machte einige Schritte vom Tresen weg. Die Besucher des Nagels wichen zurück. Eilig wurden Wetten abgeschlossen.

»Du mieses Halblbut!«, grollte der Söldner. Er spuckte Blut auf den mit verklebtem Sand bedeckten Boden. Es lief aus seiner schiefstehenden Nase über den ungepflegten Bart und wohl auch seinen Rachen hinunter. Dann hob er kampfbereit die Hände.

»Wenigstens weiß ich, wer mein Vater ist«, sagte Alrik, ließ das Lächeln aber verblassen. Dieser Bursche hatte einmal zu oft seine Herkunft beleidigt.

»Du ...« Mehr brachte der Mann nicht heraus und, sein Wutschrei zeigte, dass Alrik in Sachen Familiengeschichte richtig geraten hatte. Der Söldner machte einige Schritte vorwärts und wollte Alrik in die Seite treten. Doch der war schneller. Kaum hatte der Mann seinen Fuß vom Boden, trat ihm Alrik von vorne gegen die Brust. Sein Gegner war größer und schwerer als die meisten Einwohner Al’Anfas, aber gegen Alrik war er fast zierlich zu nennen. Der Tritt trieb ihn nach hinten gegen den Tresen. Er krachte so schwer dagegen, dass ihm die Luft aus den Lungen getrieben wurde und die wenigen Bierhumpen, die nicht in weiser Vorausicht aufgenommen worden waren, umfielen. Alrik setzte ohne innezuhalten nach, und bevor der Mann sich noch aufrichten konnte, schlug er auf ihn ein. Eine Rechte in den Magen, einer Linke auf die kurze Rippe und eine zweite Rechte gegen die Schläfe. Die schweren Nieten auf dem Handschuh hinterließen tiefe Abdrücke.

Der Mann sank stöhnend am Tresen hinab, konnte sich jedoch auf den Knien fangen und ruderte wirkungslos, aber entschlossen mir der Linken. Ob er Alrik damit auf Abstand halten oder treffen wollte, war nicht zu ergründen.

Das sollte reichen. Alrik nahm aus dem Augenwinkel eine warnende Geste vom ›blinden‹ Barden Gernot wahr und wirbelte herum. Die beiden Freunde des Söldners hatten beschlossen, dass auch sie ihren Teil beitragen wollten. Sie waren unübersehbar Brüder, was sie durch die gleichen blauen Überwürfe mit einem Familienwappen betonten, das nur erfunden sein konnte. Wer trug schon einen zweiköpfigen weißen Lurch auf schwarzem Grund?

Obwohl beide gut vier Handbreit kleiner als Alrik waren und man den Drang verspürte, ihnen ein Stück Brot zuzustecken, waren sie offensichtlich kampferfahren und skrupellos.

Während der eine Alrik die Faust gegen die Kehle schlagen wollte, trat der andere ihm mit voller Wucht zwischen die Beine. Alrik schaffte es gerade noch, das Knie reinzudrehen und den Tritt damit auf seinen Oberschenkel abgleiten zu lassen. Dafür erwischte ihn die Faust des anderen an der Wange, und der stechende Schmerz verriet ihm, dass der ältere der beiden einen Schlagring trug. Blut lief Alriks Wange hinab und tropfte auf die lederne Panzerplatte auf seiner Schulter.

Der Jüngere setze erneut an, Alrik zukünftige Liebesfreuden zu verhageln, doch Alrik rannte ihn einfach nieder. Die blutbeschmierte Panzerplatte krachte dumpf gegen die Brust des Mannes, als Alrik die Schulter hereindrehte, und ihn von den Füßen hob. Der Mann war leicht, wand sich aber wie eine Ratte in einem Sack. Also stieß ihn Alrik einfach von sich. Der Söldner flog rückwärts gegen den Kreis der Schaulustigen und würde sicher wieder in den Kampf gestoßen, aber darauf konnte Alrik nicht warten. Der Bruder war heran und verpasste ihm einen schmerzhaften Treffer in die Seite. Der Schlagring bohrte sich spitz und unnachgiebig unter Alriks Rippen, und auch wenn die Muskeln weiteren Schaden abhielten, würde er mit Sicherheit ein paar Tage ›Kortau‹ pinkeln, wie es die Gladiatoren nach dem wilden Kriegsgott Kor genannt hatten, wenn man Blut pisste.

Er beantwortete die Attacke, indem er den Mann mit beiden Händen im Nacken packte und ihm das Knie erst in die Magengrube, und als der Mann sich zusammenkrümmte, ins Gesicht donnerte.

Der Söldner sackte bewusslos zusammen, aber im gleichen Augenblick sprang sein Bruder Alrik von hinten an, schlang ihm den Arm um den Hals und begann ihn zu würgen. Durch den Größenunterschied hing er dabei wie ein Kind huckepack auf Alriks breitem Rücken. Der umfasste den Unteram mit einer Händ, einen Unterschekel des Mannes mit der anderen Hand und ließ sich einfach auf den Rücken fallen.

Als sein massiger Körper den deutlich kleineren Söldner unter sich begrub, löste sich der Griff augenblicklich. Alrik rollte sich von ihm herunter und kam auf die Füße. Als der Söldner sich keuchend ebenfalls aufrichten wollte, trat er ihm gegen den Kopf, was auch ihn ins Reich der Träume beförderte.

Jubel brandete auf, zumindest bei denen, die auf ihn gesetzt hatten. Wie sehr ich das vermisse, gestand sich Alrik widerstrebend ein. Keinen Monat frei, und schon wünschte ich mir, wieder den heißen Sand der Arena unter den Stiefeln zu spüren.

Er riss die Arme hoch und drehte sich langsam um sich selbst, badete in der Begeisterung der vielleicht vierzig Halsabschneider und käuflichen Schwertern, die hier der Ankunft des neuen Tages entgegensoffen. Aus viertausend in der Arena werden vierzig in einer stinkenden Schenke ... erbärmlich.

In diesem Moment durchzuckte ihn ein stechender Schmerz im Oberschenkel. Ein schmales Messer steckte seitlich darin. Bevor der Angreifer, der schräg hinter ihm stand, es wieder herausreißen konnte, stieß Alrik mit dem Ellenbogen nach hinten und traf dessen Gesicht. Der Gladiator ließ das Messer stecken und drehte sich um. Die Schmerzen waren unangenehm, aber nicht weiter erwähnenswert. Er hatte mit einem gebrochenen Arm gegen ein Rudel Wölfe gekämpft, da war eine solche Verletzung nicht mehr als ein Ärgernis.

Es stellte sich heraus, dass der erste Söldner sich genug erholt hatte, um diesen schwerwiegenden Fehler zu machen. Der Ellenbogenhieb hatte erneut die gebrochene Nase getroffen, sodass der Mann jetzt verzweifelt blinzelnd und schwankend zurückwich.

»Wer eine Waffe zieht, soll durch eine Waffe umkommen!«, erklärte Alrik seinem Gegner und den Anwesenden seine Überzeugung. Er ging mit langsamen Schritten auf den Mann zu, der einen wilden Schwinger führte. Alrik wehrte ihn mit dem Unterarm ab, packt den Mann am Kragen und hob ihn in die Luft. Der Oberschenkel brannte dabei umso mehr, und der kräftige Kerl forderte selbst Alriks Muskeln heraus. Der Mann angelte mit der Rechten nach einem Bierkrug, aber da verpasste ihm Alrik auch schon einen Kopfstoß. Als der Kopf des Söldners nach hinten ruckte, grub ihm Alrik die Zähne in den Hals.

Die metallenen, angespitzten Eckzähne glitten mühelos ins Fleisch und mit einer kräftigen Kopfbewegung riß Alrik dem Gegner die Kehle heraus. Dann ließ er ihn achtlos fallen und spuckte das Fleisch und das Blut auf den Boden.

Das letzte Röcheln des Mannes ging in den Rufen der Schenkenbesucher unter: »Blutsäufer! Blutsäufer! Blutsäufer!«

Alrik warf den Lurch-Brüdern einen prüfenden Blick zu, aber die würden sich eine Weile lang nicht mehr regen, und so wie der blinde Gernot sie musterte, würden sie dann vermutlich keine Börse und keine Stiefel mehr haben.

Apropos ... er bückte sich und nahm dem Söldner den mageren Geldbeutel ab. Ohne hineinzusehen, warf er ihn der Wirtin zu, die sich das Spektakel mit unbeteiligter Miene angesehen hatte. Sie war zu keiner Zeit eine hübsche Frau gewesen, und die breite Narbe über Auge, Nase und Kinn half da wenig. Aber sie war eine so ehrliche Haut, wie man sie im Schlund finden konnte. Das Elendsviertel war der Schandfleck an der Schattenseite der stolzen Schwarzen Perle. Aber Alrik mochte es, denn hier tat wenigstens niemand so, als würde er einem nicht das Messer in den Rücken rammen, wenn es gewinnbringend wäre.

Oder ins Bein ... Der Gladiator zog mit einem unwilligen Grunzen das Messer heraus und bewegte das Bein prüfend. Er sollte einen Heiler draufschauen lassen, damit es sich nicht entzündete, aber außer einem leichten Humpeln würde es ihn nicht weiter behindern.

»Freibier, bis die Börse leer ist«, wies er die Wirtin an und erntete damit erneuten Jubel. »Trinken wir auf die Toten!«

Er nahm den Dank und die Hochrufe ebenso huldvoll entgegen, wie den einigermaßen sauberen Lappen und die Schale mit Wasser, die ihm der dicke Mann der Wirtin hinstellte. Er würde sich darum kümmern, dass der Tote verschwand, und dafür würde seine Frau einen angemessenen Teil des Geldes einbehalten.

Für sich wollte Alrik nichts. Die meisten Schimpfwörter, die man ihm im Laufe der Zeit entgegenschleudert hatte, mochten zutreffen – Mistkerl, Dummkopf, Mischling, Mörder und vieles mehr –, aber ein Leichenfledderer war er nicht.

Er ließ sich mit Lappen und Schale an dem Tisch nieder, an dem zuvor die Söldner gesessen hatten, und winkte nach einem Branntwein. Er wäre nicht so dumm, seine Wunden mit dem waschen zu wollen, was im Schlund als Wasser durchging. Und außerdem wollte er den Geschmack des Menschenblutes auf seiner Zunge loswerden.

Während er auf den Branntwein wartete, ließ der Rausch des Kampfes nach und die Schmerzen stellten sich ein. Pochend im Bein, drückend in der Seite und ziehend in der Wange. Es hieß, die Mohas hätten einhundert Worte für Baum. Ein Gladiator kannte ebensoviele für Schmerz. Und er liebte alle Sorten. Denn Schmerz bedeutet, am Leben zu sein, rief er sich die Lieblingsweisheit seines Lanista in Erinnerung. Der Herr über die Gladiatoren der Familie Zornbrechts war ein mieser Schinder gewesen. Aber dumm, nein, dumm nicht.

»Ist es erlaubt?«, fragte eine rauchige Stimme, und ein großer Humpen Branntwein riss ihn aus seinen Gedanken. Er blickte auf und sah in ein feines, beinahe zierliches Frauengesicht mit hellbrauner Haut. Wären nicht die kantigen Hautbilder gewesen, die den geschorenen Schädel, einen Großteil des Gesichts und die nackten Schultern bedeckten, man hätte sich fragen können, was eine solch zarte Blume hier wollte. Aber spätestens der Stoßdolch im Gürtel des knappen Lederkleides und das schlanke Schwert auf dem Rücken hätten die Zweifel vertrieben.

Alrik nickte stumm, zog den Branntwein zu sich heran und tunkte den Lappen hinein. Dann presste er den Stoff auf die Wunde in seinem Bein. Die Frau blickte ihn an, und Alrik erwiderte ihren Blick regungslos, während sich flüssiges Feuer durch seinen Oberschenkel brannte.

Zeige dem Feind nie, wie sehr du wirklich leidest, war eine weitere der Weisheiten gewesen, die Orphem ihm zwischen Stock- und Peitschenhieben mitgegeben hatte.

Sie hob beeindruckt die Augenbrauen, was Alrik wiederum gut gefiel. Er hatte sonst kein sonderlich geschicktes Händchen, was Frauen anging. Bevor er eingefangen worden war, hatte er damit noch nichts am Hut gehabt, und während seiner Jahre in der Arena war in diesen Belangen gut für ihn gesorgt worden.

Alrik nahm einen Schluck aus dem Humpen und spülte den Mund damit. Dann schluckte er das scharfe Gesöff hinunter. Das Beißen pustete ihm auch die Nase durch, und der Gestank nach Bier und Schweiß, untermalt mit dem nussig-bitteren Geruch der Kikibe-Nüsse, die zu kauen im Moment so beliebt war, drängte sich hinein.

»Bist du wirklich Alrik Blutsäufer?«, fragte die Frau und nahm ihm den Lappen ab, um ihn erneut in den Branntwein zu tunken.

Er grinste und offenbarte damit seine stählernen Fänge. Zornbrecht hatte sie ihm einsetzen lassen, einschließlich magischer Heilung. Damit er etwas Besonderes hatte ... vermutlich musste man das als Zeichen seines Vertrauens sehen. Wenn er nicht das Zeug zu einem großartigen Kämpfer gehabt hätte, hätte man niemals soviel Geld in ihn gesteckt. Hatte wohl den richtigen Riecher, der alte Mistkerl.

Die Frau nickte und hob mit einem fragenden Blick den Lappen an. Alrik drehte ihr die aufgeplatze Wange zu. Vorsichtig, aber entschlossen säuberte sie die Wunde und sandte damit bei jeder Berührung ziehende Schmerzen über sein Gesicht. Auch wenn er sich nicht die Blöße gab, zu Stöhnen oder sich wegzulehnen, verriet ihn doch sein wild zuckendes Augenlid.

Er warf einen Blick in die Runde, aber alle Anwesenden hatten sich wieder dem Würfeln und Messerwerfen zugewandt oder starrten dumpf in ihr Gesöff. So schnell die Begeisterung kam, erstarb sie auch wieder. Nur einige junge Burschen im hinteren Teil erzählten sich gegenseitig mit ruckartigen Bewegungen den Kampf nach.

»Warum hast du die drei vermöbelt?«, wollte sie wissen, während sie konzentriert weitertupfte. Sie machte nicht den Eindruck, als wäre sie vom Tod des Söldners irgenwie erschüttert. Andererseits war Alrik nur dann ein passabler Menschenkenner, wenn jene Menschen ihm ans Leder wollten.

»Der eine hat meine Herkunft beleidigt, die anderen beiden haben sich eingemischt.«

Sie nickte und ihre Hand fuhr über eines der kleinen Muster, die auch auf ihre Unterarme gestochen waren. Dann fand ihr Blick das Hautbild auf seiner Brust. »Das ist nicht mohisch«, schloss sie, nachdem sie das große, schwarze Gebilde einen Augenblick gemustert hatte.

»Kemisch«, gestand er.

»Wieso komisch?«, fragte sie.

Alrik warf ihr einen finsteren Blick zu, aber sie blickte verwirrt zurück. Offenbar wollte sie ihn nicht aufziehen.

»Es ist kemisch«, wiederholte er. »Ein Symbol aus dem Erbe des Königreichs Kemi.«

»Ach so. Und warum trägst du es?«

»Was willst du?«, fragte er, um von dem Thema abzulenken.

Sie lachte und zerstörte damit den Liebreiz ihres Anblicks nachhaltig, weil sie sich dabei anhörte wie eine gebärende Eselin. »So offensichtlich?«

»Mit mir unterhält man sich nicht ohne Grund«, erklärte Alrik durchaus Stolz. »Und hier schon gar nicht.«

Er wies mit der Hand durch den Schanksaal. Es gab vermutlich wenige Häuser, in denen die Leute nur murrend Platz machten, wenn man einen Toten an ihnen vorbei nach draußen schleifte, wie es jetzt der Wirt tat. Selbst für Al’Anfa, die Stadt des Totengottes, des Rauschs und der Gleichgültigkeit, war der Nagel ein besonders menschenverachtender Ort.

»Ich biete Heuer«, kam die Frau zur Sache. Alrik ging darüber hinweg, dass sie sich immer noch nicht vorgestellt hatte.

Nach kurzem Schweigen fuhr sie fort.

»Gut bezahlt, Bedeckung einer langen Reise.«

Alrik schwieg weiterhin, blickte die Frau dabei jedoch an, was sie als Aufforderung nahm, weiterzusprechen.

»Zur See ... hast du Seebeine, Blutsäufer?«

»Alrik«, stellte er klar. Blutsäufer ist nicht mehr.

»Alrik«, sagte sie, und legte ihre Hand auf seine. Was sogar Alrik als Versuch erkannte, ihn zu bezirzen, schlug kläglich fehl, als sie die Hand wieder hob und den Mund verzog. Dann putzte sie sich Brüderblut von den Fingerspitzen und reichte Alrik das Tuch, damit er den Lederhandschuh mit den kantigen Nieten sauberreiben konnte.

Als sie sich daraufhin erneut in die Augen blickten, mussten beide schmunzeln. Sie beugte sich zu ihm und er kam ihr ein Stück entgegen.

»Also gut, Alrik«, wisperte sie. »Ich spare mir den Tanz. Ich suche erfahrene Kämpfer mit Mut und Entschlossenheit, die eine Expedition begleiten. Wohin es geht, weiß ich nicht, aber es wird eine lange Reise, Wiederkehr ist ungewiss, der Tod wahrscheinlich. Dafür ist die Bezahlung ...«

Alrik hob die Hand. »Für Verpflegung und Heilung wird gesorgt?«

Sie nickte.

Alrik hielt ihr die Hand hin, und sie schlug überrascht ein. Hauptsache weg aus Al’Anfa.

***

Salix Kugres schreckte hoch, und trotz der drückenden Schwüle in seiner fensterlosen Kammer fror er. Eilig drehte er die Laterne hoch und fuhr mit den Fingern über das schweißnasse Laken. Nein, es hatte sich nicht unter seiner Berührung in Gold verwandelt, wie ihm der Albtraum hatte weismachen wollen. Trotzdem zögerte er kurz, bevor er sich den Schweiß von der Stirn wischte.

»Narr, alter Narr!«, scholt er sich, während er die Beine aus dem Bett schwang und nach dem Nachttopf angelte. Sein alter, dürrer Körper ließ ihn zunehmend im Stich. Kurz erschrak er, als ihm Gold entgegenblitzte, aber dann erinnerte er sich, dass der Porzellantopf zu Bruch gegangen war und er ihn durch Gold hatte ersetzen lassen.

Während er ihn sich vorhielt, musste er darüber kichern, dass er mittlerweile so reich war, auf Gold pissen zu können. Solange ich nur kein Gold zu schiffen anfange, erinnerte er sich mit Schrecken an seinen Traum. »Alles, was du anfasst, soll sich in Gold verwandeln«, hatte sein Gönner ihm im Traum gesagt, und so war es gekommen. »Grauslig, grauslig«, murmelte er.

Ich bin nun wirklich reich genug, dachte er, nur um sich im gleichen Augenblick selbst zu ohrfeigen. »Nicht genug. Es ist nicht genug«, jammerte er. Nur am Rand bemerkte er, dass seine Stimme tiefer und irgendwie unmenschlich klang. Er hatte sich daran bereits gewöhnt.

Achtlos stellte er den Nachttopf zu Boden und eilte zu seinen Büchern. Zeilen über Zeilen waren darin seine Reichtümer verzeichnet. Er schlug eines nach dem anderen auf, fuhr mit den Fingern über die Summen. Er war reich. Sehr reich.

»Aber nicht unermesslich«, knarrzte er mit rauer Stimme. »Die Honak – reicher! Die Paligan – reicher! Die Ulfhart – reicher! Die Zornbrecht – reicher! Sogar der König von Mirham – reicher!«

Mit einem gepeinigten Schrei ließ er sich auf die Knie fallen, die Bücher polterten auf ihn hinab. Auf allen vieren kroch er zur riesigen Truhe, klappte sie auf und steckte die Hände bis zu den Unterarmen in die Geschmeide und Edelsteine, die sie bis zum Rand füllten. Er bettete die Wange darauf, genoss den metallischen Geruch des Reichtums, und fand langsam zur Ruhe.

»Morgen, morgen werde ich mehr Geld verdienen!« Er schloss die Augen. Heute wollte er auf seinen Schätzen schlafen. Nur heute.

»Erbärmlich!«, ließ ihn eine melodiöse Stimme zusammenzucken. Sie klang wie die Stimme einer Jungfrau, die traurig in eine mit Wasser gefüllte Grotte hineinsang.

Wieso Grotte, fragte sich Salix, während er sich hektisch umsah. Er schlug die Truhe zu und setzte sich darauf. »Mein Geld kriegst du nicht!«, rief er mit sich überschlagender Stimme. Es riecht nach Salz und fauligen Algen ... nach Meer ...

»Deine Geschmeide kannst du behalten, Salix Goldknecht!« Die Stimme wurde eindringlicher, bekam Untertöne eines aufziehenden Sturms.

»Wer bist du? Wo bist du?«, winselte Salix verwirrt. »Ich warne dich, ich hetze dir größere Schrecken auf den Leib, als du dir vorstellen kannst!« Sein Gönner war mächtig, so mächtig, dass selbst die Götter ihn fürchteten! Er war das Wesen, das den Diebesgott Phex schon bald aus der Welt verdrängen würde.

Das Gelächter klang wie brandende Gischt. »Narr! Was du zu wissen glaubst, habe ich längst als Zerrbild hinter einem Schleier vor einem Spiegel erkannt!«

»Zeig dich!«, schrie Salix verzweifelt.

Als teilte sich eine Welle unmittelbar vor ihm erschien eine großgewachsene Frau mit bodenlangen schwarz-grünen Haaren mitten im Raum. Sie war nackt und auf eine grausame, kalte Art schön, so wie eine Sturmflut aus der Ferne schön sein konnte. Doch ihre helle Haut war von fingerlangen graugrünen Flechten bedeckt, die ebenso in einem unfühlbaren Wind wogten wie ihr langes, grünliches Haar.

Nein, kein Wind ... Dünung! Salix Gedanken rasten. Wie war dieses Weib in seine Kammer gelangt, an den Wächtern vorbei, an den Schutzsiegeln und Flüchen?

»Höre meine Worte, Salix Kugres, Diener des Allgierigen. Es wurde beschlossen, dass ein Auserwählter mit auf die Expedition reisen wird. Er wird es auf deinem Schiff tun, und du wirst ihn gewähren lassen.«

Salix schüttelte den Kopf. »Zu gefährlich ... wer hat das beschlossen? Das gefährdet meine Gewinne, das ...«

»Schweig!« Salix wurde gegen die Wand geschleudert, als hätte ihn eine gewaltige Woge gepackt und mitgerissen. Ein zunehmender Druck hielt ihn auf Kopfhöhe an den kalten Stein gepresst. In seinen Ohren rauschte es und er hatte das Gefühl, als fülle sich seine Lunge mit Wasser.

»Die Tiefe Tochter, die Präzentorin der Heulenden Finsternis und der Schwarze Mann haben entschieden. Wer bist du, dass du dich ihnen widersetzt?« Die Frau hob eine Hand und Salix fiel zu Boden, hustete brackiges Meerwasser aus. Dann sprang er auf und stieß die nach modrigem Holz und nassen Algen stinkende Frau zurück.

»Ich bin Salix Kugres und bald der reichste Mann aller Länder! Und du kommst mir nicht in die Quere!« Die Frau hob die Hand, aber Salix schlug sie beiseite. Das Weib schrie auf und hob die zur Kralle verkrümmte Hand. Ein unangenehmes metallisches Kreischen lag in der Luft, und ihre Finger und die Schwimmhäute dazwischen überzogen sich mit Gold. Salix starrte mindestens so entsetzt darauf wie sie.

Doch dann schüttelte die Frau ihre Hand, und das Gold perlte wie Wasser von ihr ab.

»Du wirst gehorchen, Salix«, drohte sie. »Sonst wirst du vernichtet und fährst als Versager zu deinem Herrn!«

Salix starrte in ihre stumpfen, mattblauen Augen und sah in ihnen keine Gnade. Kurz wog er die Vor- und Nachteile ab, dann verließ er sich auf seinen Instinkt und wählte den lohnenderen Vertrag: Er sank auf ein Knie und hauchte: »Ich gehorche.«

***

Karas rollte sich träge auf die Seite, wurde dann jedoch rüde aus dem süßen Moment zwischen Schlaf und Wachen herausgerissen, weil etwas ihm unangenehm in die Wange stach. Mit einem protestierenden Schnauben zuckte er zurück und riss die Augen auf. Es war eine große, spitze Nase, die ihm das wohlige Erwachen vermiest hatte. Sie gehörte in ein hageres Gesicht, in dem das Kinn verschüchtert versuchte, vor den großen Zähnen des Oberkiefers zurückzuweichen. Wunderschönes, rabenfarbenes Haar umrahmte dieses wenig ansprechende Antlitz, spross jedoch auch üppig auf der Oberlippe, was insofern wenig zuträglich war, als es sich bei der Person neben ihm im Bett um eine Dame handelte.

Karas schmatzte irritiert und bereute es sogleich, breitete sich dadurch doch der üble Nachgeschmack einer durchzechten Nacht in seinem Mund aus. Ein in allen Belangen übles Erwachen. Er fragte sich, was ihn bewogen haben mochte, mit dieser von Rahja so sträflich vernachlässigten Frau mitzugehen. Selbst weinseelig, rauschtrunken und liebesdürstend pflegte er normalerweise mehr Wert auf ein angenehmes Äußeres bei seinen Liebeleien zu legen.

Andererseits war er nach Nächten wie der vergangenen – die nach allem, woran er sich noch erinnern konnte, zu den gelungeneren der letzten Wochen gehörte – in schon deutlich schlechteren Situationen erwacht. Mit Grausen dachte er an den feuchten Keller zurück, in dem er zwischen Fischabfällen ...

Ein Arm schlang sich von hinten um seine Taille. Überrascht drehte sich Karas auf die andere Seite, und ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Darum bin ich mitgegangen, erkannte er. Der Arm gehörte zu einem schlanken jungen Mann mit markanten, aber schönen Zügen und vollen Lippen. Im Schlaf wirkte er sanft, beinahe verletzlich, aber in der vergangenen Nacht war er ein wahres Tier gewesen. Karas schmunzelte, küsste den Mann und seine nicht minder leidenschaftliche Gattin zum Abschied auf die Stirn und kroch vorsichtig aus dem Bett. Er sammelte seine Kleidung zusammen, fand seinen Goldbeutel leer vor, was der übliche Zustand nach einer Nacht in der Stadt war, und schlich sich aus der Schlafkammer. Er machte sich nicht die Mühe, sein Aussehen im Spiegel zu betrachten, denn er wusste, was ihn erwartete. Rote Augen, zerzaustes Haar, vermutlich zahlreiche kleinere Kratzer und Saugemale, aber all das gab ihm etwas Verwegenes, das mindestens ebenso anziehend wirkte wie seine Abendgarderobe. Erst als er das kleine Haus verließ und auf die frühmorgendlichen Straßen Al’Anfas hinaustrat, bemerkte der das Fehlen seines Überwurfs.

»Schade«, murmelte er vor sich hin. Der mit blutrotem Muster bestickte Mantel hatte doch so gut zum tiefroten Seidenhemd und der weinrot gefärbten Lederhose gepasst.

Er wich einem schmutzigen Burschen in zerschlissenen, knielangen Beinkleidern aus, der einen kleinen Handkarren hinter sich herzog. Die Straße war voller eifriger Menschen, die offensichtlich nach anderen Maßstäben beurteilten, wann ein Morgen früh war. Die auf dem Karren gestapelten großen Melonen ließen Karas Magen knurren, und er rief den Jungen an: »Heda! Halt! Kundschaft!«

Gehorsam hielt der Wagen, und Karas erkannte, dass der Bursche höchstens elf Jahre zählte. Er zog ein angeschliffenes Stück Metall hervor, das als Griff am einen Ende mit Stoff umwickelt war und hieb damit eilfertig und geschickt ein großes Stück aus einer der grünen Früchte.

Karas nahm es huldvoll entgegen, biss hinein und wandte sich zum Gehen.

»Herr?«, sagte der Junge zögerlich. Er gefiel Karas, wusste, wo das einfache Volk stand und wie sich die Fanas zu verhalten hatten.

»Ja, mein Junge?«, fragte Karas. Dann sah er die ausgestreckte Hand des Burschen und lachte auf. »Natürlich, ich alter Esel! Hier hast du!«

Er griff in seinen Geldbeutel, nur um daran erinnert zu werden, dass er kein Geld mehr besaß. Wie peinlich, schalt er sich selbst. Doch es gab eine einfache Lösung. Er zog wahllos einen der goldenen Ringe vom Finger und schnippste ihn dem Jungen zu. Die Melone zerbarst auf dem Boden, als der jugendliche Händler nach dem Ring sprang. Er fing ihn und starrte entgeistert darauf.

»Das sollte reichen?«, sagte Karas mit einem Augenzwinkern und nahm es als Bestätigung, dass der Junge sich vor ihm auf den Boden warf und seine schmutzigen Stiefel küsste. Dass er dabei mit den Knien und dem Bauch im Dreck neben dem aus Basalt gemeisselten Steg lag, störte ihn offenkundig nicht. Karas tätschelte ihm gönnerhaft den staubigen Schopf, biss erneut in die Melone und wandte sich dem Heimweg zu. Es würde ein angenehmer Tag werden, warm und trocken. Er hatte dafür ein untrügliches Gespür. Also würde er sich ein bisschen die Beine vertreten, bevor er sich eine Sänfte nahm.