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Seit Urzeiten hält sie an, die Fehde zwischen Menschen und Orks. Aber diese Auseinandersetzung nimmt ungeahnte Ausmaße an, als sich dem Ork Argrazuch sein Gott offenbart: Argrazuch soll die Schwarzpelze zum Heiligen Krieg gegen die Menschen führen. Ihnen gegenüber steht die Kompanie von Oberst Oremo Harrang, deren Zusammenhalt durch nicht ganz alltägliche Streitereien gefährdet ist. Eine furchtbare innere Bedrohung zeichnet sich ab. Harrangs Truppe wird zur Kompanie der Verdammten, und die aventurische Steppe färbt sich blutrot.
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Seitenzahl: 361
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Manuel Krainer
Kompanie der Verdammten
Ein Roman in der Welt von Das Schwarze Auge©
Originalausgabe
Impressum
Ulisses SpieleBand 75
Kartenentwurf: Ralf Hlawatsch E-Book-Gestaltung: Nadine Hoffmann
Copyright © 2014 by Ulisses Spiele GmbH, Waldems.DAS SCHWARZE AUGE, AVENTURIEN, DERE,MYRANOR, RIESLAND, THARUN und UTHURIA sind eingetragene Marken der Significant GbR.
Titel und Inhalte dieses Werkes sind urheberrechtlich geschützt.
Der Nachdruck, auch auszugsweise, die Bearbeitung, Verarbeitung, Verbreitung und Vervielfältigung des Werkes in jedweder Form, insbesondere die Vervielfältigung auf photomechanischem, elektronischem oder ähnlichem Weg, sind nur mit schriftlicher Genehmigung der Ulisses Spiele GmbH, Waldems, gestattet.
Print-ISBN 3-89064-562-3 E-Book-ISBN 9783957524386
Prolog
In einem armseligen Dorf im hintersten Winkel der grausamen Steppe stand ein junger Ork bei der Herde seines Vaters. Er war ein stattlicher Bursche mit glänzendem Fell und großen Hauern. Für sein Alter war er schon recht groß und kräftig. Die Sonne brannte heiß auf sein Fell herab, und der Wind fuhr ihm mit Eiseskälte durch die Glieder, doch er achtete nicht darauf. Sein Blick schweifte ruhelos über den Horizont. Die Krieger des Stammes waren vor Tagen auf Beute gezogen und hatten nur die Alten, Frauen und Kinder zurückgelassen.
In der Nacht zuvor hatte er einen aufwühlenden Traum gehabt, der ihn seltsam berührt und verwirrt hatte. Er hatte gewaltige Heere gesehen und riesige Haufen von Gold, glitzernden Edelsteinen, prächtigen Gewändern und edlen Speisen. Der schreckliche Klang von Kriegshörnern hatte die Luft erfüllt, und er selbst hatte auf einem hohen Hügel gestanden. Auf unbestimmte Art hatte er den Eindruck gehabt, all die Schätze wären seine Beute, gewonnen mit der Kraft von Kriegern unter seiner Führung, die nach seinem Plan in den Krieg gezogen waren.
Diesen Traum hatte er schon öfters gehabt, und beim Erwachen am Morgen verspürte er jedes Mal eine Mischung aus Freude über die schönen Bilder, die er gesehen hatte, und Enttäuschung, weil sein wirkliche Leben sich so sehr davon unterschied.
Trotzdem hatte er sich nie lange davon beirren lassen, denn es war bei den Orks nicht üblich, sich lange mit derartigen Gedanken an die Zukunft oder die Vergangenheit aufzuhalten. Es war der Augenblick, der zählte. Das Jetzt und Hier waren die Kampfplätze des Mutigen, und es galt nichts, was gestern war, und noch weniger, was morgen sein würde. So war es die Art seines Stammes und aller Stämme gewesen, seit es die Welt gab.
Dennoch war der junge Ork an diesem Tag in einer seltsamen Stimmung. Der Traum der letzten Nacht unterschied sich von all den anderen Träumen. Er hatte sich wieder an der Beute und dem Kriegsgeschrei und dem Lärm der Waffen erfreut, als ihm plötzlich gleißendes Licht vom Himmel blendete. Er hob die Augen und sah die gehörnte Sonne, das Zeichen des Brazoragh. Er erstarrte in Ehrfurcht, und sein Nackenfell hatte sich in schierer Angst gesträubt, als diese Sonne mit einer donnernden Stimme zu ihm sprach. Alle anderen Geräusche seines Traums waren unter dem mächtigen Hall der göttlichen Stimme erstorben.
„Argrazuch!“ hatte die Stimme ihn beim Namen gerufen. „Kennst du mich, weißt du, wer ich bin?“
Argrazuch hatte sich beim Klang der Stimme seines Gottes angstvoll zusammengekrümmt und war auf die Knie gesunken. Es fehlte nicht viel und er hätte zu weinen begonnen, wie das kleine Kind, das er im Grunde noch war.
Trotzdem hatte er all seinen Mut zusammengenommen und geantwortet: „Ja, ich weiß, wer du bist. Du bist der Gott meines Stammes und aller Stämme der Orks.“
Brazoragh, sein Gott und der Gott aller Schwarzpelze, hatte geantwortet: ”Gut. Nun wisse, kleiner Argrazuch, dass die Träume, die du hattest, die Wahrheit verkünden. Sie zeigen dir, was aus dir werden wird. Du wirst ein großer Kriegsherr sein, der größte, den die Welt jemals gesehen hat. Die Erde wird unter deinem Schritt erzittern, und gewaltige Armeen werden vor deiner Macht die Flucht ergreifen. Du wirst mehr Beute machen als alle meine Kriegsherren vor dir, und du wirst mehr Krieger führen als sie alle.”
Argrazuch war kniend in ungläubigem Staunen verharrt. Er hatte nicht gewusst, was er sagen sollte.
Sein Gott hatte weiter zu ihm gesprochen: ”Erhebe dich. Dies wird das letzte Mal gewesen sein, dass du vor jemandem gekniet hast. Und es wird das letzte Mal sein, dass du Furcht gefühlt hast. Nur mich, deinen Gott, sollst du fürchten, keinen Sterblichen, keinen anderen Gott. Von heute an wird die Welt lernen, sich vor dir zu fürchten. Geh in die Steppe. Geh hinaus und sammle die Auserwählten um dich. Halte sie zusammen mit deiner Macht und deiner Kraft und brich über die Welt herein wie ein Unwetter. Deine Aufgabe wird sein, mein Wort in die Welt hinauszutragen. Und dieses Wort ist Macht.”
Dann war die gehörnte Sonne verblasst, und Argrazuch war schweißgebadet inmitten der finstersten Nacht erwacht. Er hatte sich lange auf seiner kargen Bettstatt gewälzt, die hölzernen Wände seiner Hütte angestarrt und nicht wieder einschlafen können.
Nun stand er draußen auf der Weide und fragte sich, was er tun sollte. Er war sich ganz sicher, dass er wirklich die Stimme seines Gottes gehört hatte und ihr folgen musste. Doch niemand im Dorf würde ihn verstehen. Die anderen Jungen würden ihn wahrscheinlich sogar verspotten, die Krieger würden mitleidig über ihn lächeln und meinen, dass er nicht richtig im Kopf wäre. Diese Gedanken ärgerten ihn. Er entschloss sich, mit dem Seher darüber zu sprechen.
Die Hütte des Sehers war eine geheimnisvolle kleine Behausung, erfüllt von seltsamen Düften und vollgestopft mit den rätselhaftesten Dingen. Sie bestand nur aus einem einzigen Raum unter dem windschiefen Dach. Hier, inmitten von alptraumhaft geformten Fetischen, Tiegeln, Mörsern und getrockneten Kräutern saß der alte Seher des Dorfes dem jungen Ork gegenüber. Draußen heulte der nächtliche Wind, und der Seher warf einen Holzscheit auf das Feuer, um das Gesicht des Jungen, der ihm so Seltsames erzählt hatte, besser erkennen zu können. Er sah ihn lange aus seinen trüben alten Augen an und war überrascht, in einem so jungen Gesicht solche Entschlossenheit zu sehen.
Die Hauer des Jungen war gut gewachsen und kräftig, seine Augen leuchteten in einem tiefen inneren Feuer. Seine Gestalt war wohlgeformt und stark. Er war in den Augen eines Orks ein schöner Knabe, der versprach, zu einem stattlichen Mann heranzuwachsen.
Der Seher beugte sich vor und fragte: ”Noch einmal: Bist du dir ganz sicher, dass die gehörnte Sonne im Westen stand? Es ist wichtig, dass du genau darüber nachdenkst. Von der Stellung der Sonne hängt die Bedeutung des Zeichens ab.”
”Ich bin mir sicher. Die gehörnte Sonne stand eindeutig im Westen”, antwortete der Junge mit fester Stimme.
Prüfend sah der alte Ork in die Augen des Jungen. Er legte all seine Macht in diesen Blick und wollte sehen, ob der Junge ihm standhielt. Die Augen Argrazuchs bewegten sich nicht. Der Seher verlieh seinem magischen Blick noch mehr Kraft, machte die uralten Gesten und murmelte die uralten Worte, die seine Augen zu einem Brennpunkt der schrecklichen Macht seines Gottes machten.
Argrazuch rührte sich noch immer nicht. Er spürte nicht einmal, dass der alte Seher seine ganze magischen Kraft aufwandte, um seinen Blick niederzuzwingen. Der heftige Ansturm an zerstörerischer Magie glitt einfach von ihm ab.
Schwer atmend ließ der Seher endlich von ihm ab. Er lehnte sich keuchend an eine Strohmatte, die an der Wand seiner kargen Hütte hing. Wieder fragte er sich, ob hier vor ihm wirklich einer saß, der von Brazoragh auserwählt war. Er wusste, dass er darüber nicht urteilen konnte. Die Welt musste darüber befinden.
Er entließ den jungen Ork und gab ihm seinen Rat mit auf den Weg: ”Du kannst nicht hier im Dorf bleiben. Dein altes Zuhause ist zu klein für die gewaltige Sendung, die dir auferlegt ist. Zieh hinaus in die Welt und sieh zu, ob du wirklich auserwählt bist. Geh und erfülle deine Bestimmung.”
Noch in derselben Nacht verließ der junge Argrazuch sein Dorf und zog in die Weite der Steppe hinaus. Er nahm nichts mit außer einem Dolch, den sein Vater ihm geschenkt hatte, seine Pfeile mit den gelben Federn und seinen doppelt geschwungenen Bogen. Die Macht seines Gottes würde ihn ernähren, sie würde ihn führen und zu einem großen Kriegsherrn machen.
1. Kapitel
Der eisige Morgenwind tobte über den zerschundenen Leib der Welt. Menschen und Tiere, die um diese Stunde von ihren täglichen Verrichtungen in das endlose, sturmgepeitschte Grasmeer hinausgetrieben wurden, zitterten vor der schneidenden Kälte. Die wenigen Büsche, die in jener schrecklichen Landschaft gediehen, waren erbärmlich schief und krumm, gebeugt unter dem äonenlangen Ansturm des Windes. Mühevoll zog sich die fahle Sonne den Horizont empor, um allmählich die tristen, graubraunen Weiten der Steppe auszuleuchten. Eine monströse Sense aus Luft wurde unerbittlich über das weite Feld geschwungen. Sie schnitt erbarmungslos durch Fell und Leder, bis auf die Knochen der armseligen Kreaturen, die hier ihr Leben fristen mussten.
Die armseligste und jammervollste aller Kreaturen an diesem Morgen war aber der Weibel Philas, ein gedrungener Mann mit kräftigem Stiernacken, kahlem Kopf und blitzenden Schweinsäuglein. Philas war nämlich durch eine üble Laune des Schicksals als Zimmerer der Kompanie dafür verantwortlich, die feierlichen Ordensverleihungen des heutigen Tages vorzubereiten. In einen dicken Pelz eingemummelt, stand er, erbärmlich frierend, im dürftigen Windschatten eines Busches und beaufsichtigte ärgerlich seine murrenden Untergebenen, die mit dem Aufbau der großen Tribüne beschäftigt waren.
Die Arbeit war gut vorangeschritten, aber Philas machte sich dennoch Sorgen, ob sie rechtzeitig beendet sein würde. Die Stützpfeiler waren bereits am Vortag in den Boden gerammt worden, und die Arbeiter waren nun damit beschäftigt, das Gerüst aufzubauen.
Sie vernagelten und vertäuten die Balken mit den Pfeilern und waren emsig beschäftigt, Bänke zu zimmern und neues Bauholz heranzuschaffen. Bis zum Mittag sollte eine prächtige Tribüne fertig sein, auf der dann ein Dutzend wichtiger Männer und Frauen Platz nehmen sollten, um wohlgeführten Reden zu lauschen und die ausgezeichneten Offiziere und Soldaten zu ehren. Die Konstruktion erhob sich südlich der bunten Wohnzelte der Zweiten Abteilung in der Mitte des Feldlagers.
Dieses Lager war seit einigen Jahren die Heimat einer Söldnerkompanie unter der Führung des Oberst Oremo Harrang. Er hatte seiner Kompanie den klangvollen Namen Die Stahlschlangen verliehen. Warum das so war, wusste niemand, und der Oberst hatte nie jemandem gesagt, wie er auf den Namen gekommen war. Vielleicht hatte er diesen ausgefallenen Namen einfach wegen seines Klangs. Ein besonderer Name war auch angemessen für diese Spezialtruppe.
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