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Anna-Marie hat vor Kurzem die Wäscherei ihrer Eltern übernommen. Sie ist zuversichtlich, mit frischen Ideen und ihren beruflichen Erfahrungen in der Geschäftsleitung einer Londoner Wäscherei das kleine Familienunternehmen mit seinen fünf Mitarbeitern und seiner etwas verkrusteten Philosophie auf einen neuen Weg bringen zu können. Doch die alten Maschinen, die Abwanderung der Kunden und die plötzliche mysteriöse Erkrankung ihres Vaters bereiten ihr mehr Sorgen, als sie sich jemals vorstellen konnte. Als sie sich dann auch noch in den Unternehmensberater Paul verliebt, der das Grundstück der Wäscherei für seinen Kunden haben möchte, ist das Chaos perfekt. Anna-Marie verfällt in Sturheit und Aktionismus und fürchtet, die Firma und damit ihre berufliche Existenz zu verlieren. Doch die Gemeindeschwester Lena, die sich um den kranken Vater kümmert, nimmt wie immer die Probleme in die Hand und hilft auch bei Herzensangelegenheiten.
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Seitenzahl: 111
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Du bist mein Leben
Über das Buch
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Impressum
Liebeswirrwarr zwischen harten Geschäften
aus der Romanheftreihe „Lena – Schwester mit Herz“
Maria Ganz
Anna-Marie hat vor Kurzem die Wäscherei ihrer Eltern übernommen. Sie ist zuversichtlich, mit frischen Ideen und ihren beruflichen Erfahrungen in der Geschäftsleitung einer Londoner Wäscherei das kleine Familienunternehmen mit seinen fünf Mitarbeitern und seiner etwas verkrusteten Philosophie auf einen neuen Weg bringen zu können. Doch die alten Maschinen, die Abwanderung der Kunden und die plötzliche mysteriöse Erkrankung ihres Vaters bereiten ihr mehr Sorgen, als sie sich jemals vorstellen konnte.
Als sie sich dann auch noch in den Unternehmensberater Paul verliebt, der das Grundstück der Wäscherei für seinen Kunden haben möchte, ist das Chaos perfekt. Anna-Marie verfällt in Sturheit und Aktionismus und fürchtet, die Firma und damit ihre berufliche Existenz zu verlieren. Doch die Gemeindeschwester Lena, die sich um den kranken Vater kümmert, nimmt wie immer die Probleme in die Hand und hilft auch bei Herzensangelegenheiten.
Das alte Auto schnaubte und qualmte, als Schwester Lena den Kirchberg hochfuhr. Sie schüttelte unzufrieden den Kopf und hatte Angst, dass das betagte Vehikel jeden Moment stehen bleiben würde.
»Herr, das musst du jetzt verhindern. Ich brauche das Auto noch eine Weile. Wo soll ich das Geld für ein neues hernehmen? Sag es mir!«
Während Lena noch in das Gespräch mit Jesus vertieft war, bog sie nach links ab und parkte am Gemeindehaus. Schnell sprang sie aus dem Wagen und streichelte noch kurz voller Dankbarkeit über den Kotflügel, weil er sie nicht im Stich gelassen hatte. Dann stoppte sie abrupt, öffnete die Tür und beugte sich noch einmal in den Wagen. Sie nickte dem Herrn – dem kleinen Kreuz am Rückspiegel – dankbar zu, schloss die Wagentür und eilte die Treppe hoch. Oben angekommen öffnete sie die Wohnungstür, stellte die Tasche ab, zog die Schuhe aus und betrat das Wohnzimmer.
»Ulla, bist du schon da?«
»Klar, ich bin schon eine Weile hier«, antwortete Ulla, die es sich auf dem kleinen Balkon gemütlich gemacht hatte.
Lena ließ sich auf den freien Stuhl fallen. »Freut mich, dann können wir heute mal etwas früher Schluss machen. Ich bin müde, denn ich hatte sehr viele Krankenbesuche auf meiner Liste. Man könnte meinen, das ganze Städtchen ist krank.«
»Und alle brauchen die Gemeindeschwester Lena«, ergänzte Ulla lachend.
»Was willst du damit sagen, liebe Mitschwester? Du bist doch im Kindergarten auch unentbehrlich – oder irre ich mich?«
»Ooch, da könntest du Recht haben, Lena!«
Die beiden Schwestern lachten, und wie auf Kommando standen sie auf, liefen hintereinander durch den Flur, um dann jeweils im eigenen Schlafzimmer zu verschwinden. Es war an der Zeit, sich umzuziehen. Die jungen Frauen legten die Dienstkleidung ab und freuten sich auf ihre neuen schlichten Hausanzüge aus flauschigem Samt, die sie sich erst vor wenigen Tagen gekauft hatten.
Es war schön, dass es ihnen in der Freizeit erlaubt war, sich leger zu kleiden. Bei der Arbeit und außer Haus trugen sie schlichte blaue Dienstkleider. Die Diakonissentracht selbst war ein hochgeschlossenes Kleid mit weißem Kragen und einer Trägerschürze sowie einer weißen, gestärkten Haube. Sie wurde im Alltag nicht mehr befohlen. Ulla und Lena zogen sie aber zu bestimmten Anlässen an, um das Symbol der helfenden Hand, das diese Tracht ausstrahlte, zu zeigen und daran zu erinnern.
Schließlich kuschelten sich die beiden in ihr gemütliches Wohnzimmer und besprachen wie immer die Ereignisse des Tages.
»Ich habe zwei neue Kinder aufgenommen«, erzählte Ulla. »Die beiden muss man beobachten und geduldig aufbauen, sie sind scheu und verängstigt. Noch weiß ich nicht, woran das liegt.«
»Sag mir Bescheid, wenn ich dir helfen kann. Bei mir ist es momentan auch richtig anstrengend. Ich habe viele Schwerkranke zu versorgen, und die Angehörigen sind völlig überfordert. Da hat mir der Herr schon eine schwere Aufgabe zugeteilt, die sehr an die Psyche geht.«
»Das glaube ich dir, Lena. Man muss es selbst auch verkraften, denn man kennt die Leute oft schon sehr lange. Da sind persönliche Beziehungen entstanden. Ich verstehe das.«
»Ja, das ist meine Aufgabe, die ich aber sehr gerne tue. Ich habe ja dich, wenn ich mich ausheulen muss.« Lena lächelte ihre Mitschwester an. Sie war so dankbar, dass sie nicht alleine wohnte.
Anna-Marie lief mit schnellen Schritten die Stufen zur Haustür hoch. Sie kam gerade aus dem Büro und freute sich auf den Feierabend, denn ein langer Zwölfstundentag lag hinter ihr. Die verspannten Muskeln und die Müdigkeit nahmen sie jetzt in den Würgegriff.
Kaum hatte sie ihre Wohnungstür aufgeschlossen, als die Melodie ihres Telefons erklang. Sie griff rasch zum Hörer. »Hallo, hier ist Anna-Marie Tauber!«
»Und hier ist deine beste Freundin Irina.«
»Oh Irina, wie lieb, dass du anrufst. Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, weil ich mich in den letzten Tagen nicht melden konnte. Aber du ahnst ja nicht, wie viel Arbeit ich in der Wäscherei habe.«
»Das kann ich mir lebhaft denken. Ich bin ja deine Steuerberaterin und kenne die Wäscherei. Da hast du dir wirklich einiges vorgenommen, meine Liebe. Hoffentlich wird alles gut!«
»Ich werde das schon irgendwie schaffen.«
»Weißt du eigentlich, weswegen ich anrufe?« Irina wechselte rasch das Thema. Sie hatte da so ihre festen Vorstellungen, wie das mit der Wäscherei ausgehen würde.
»Nein, aber du wirst mir es bestimmt gleich sagen.«
»Ich wollte mich mit dir verabreden. Es wird Zeit, dass wir wieder mal ausgehen. Und zwar am Sonntag. Wir könnten einen Kurztrip machen und uns einfach treiben lassen.«
Anna-Marie war müde, ihre Beine schmerzten, die Kleider klebten ihr am Körper, und die Sorgenfalten standen ihr auf die Stirn geschrieben. Sie hatte für heute genug und sehnte sich nur noch nach einer Dusche und ihrem Bett. Sie wollte aber auch nicht, dass Irina ihren Gemütszustand mitbekam und ihn auch noch kommentierte. »Das hört sich gut an«, antwortete sie daher mit möglichst fröhlicher Stimme. »Aber warte bitte noch ein oder zwei Tage. Ich muss erst wissen, ob meine Eltern am Sonntag mit mir essen möchten. Und die Arbeit kann ich auch noch nicht ganz einschätzen«, fügte sie hinzu. »Wenn ein Auftrag kommt, müssen wir auch am Wochenende arbeiten.«
»Ja, dann gehen wir eben heute Abend weg«, entschied Irina.
»Wieso denn? Wir müssen doch nicht unter der Woche ausgehen«, versuchte Anna-Marie, Irinas Vorschlag abzuwiegeln.
»Komm schon, ich hole dich in einer Stunde ab.«
Anna-Marie erkannte, dass es keinen Sinn machte, Irina zu widersprechen. Sie wollte keine Zwietracht säen. »Also gut. Aber ich bleibe nicht so lange. Ich muss morgen früh raus.«
Anna-Marie wartete keine Antwort mehr ab. Sie legte einfach den Hörer auf und schlich sich ins Bad. Während das Wasser angenehm über ihren Körper lief, fühlte sie, wie sich ihre Muskeln langsam entspannten. Anschließend machte sie sich widerwillig zurecht, ohne ihrer Kleidung besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Sie zog einfach eine neue Jeans und ein glitzerndes Seidentop an, legte noch ein bisschen Rouge auf und hielt die Haare mit einer Klammer zusammen. Zum Abschluss ein Paar High Heels an die Füße und fertig.
Pünktlich zur verabredeten Zeit tauchte Irina vor Anna-Maries Tür auf, und dann fuhren sie in stillem Einverständnis zu ihrer Lieblingsbar. Wie üblich setzten sie sich an den Tresen. Die Musik lud zum Tanzen ein, und wer keine Lust hatte, plauderte angeregt. Die beiden jungen Frauen kannten einen großen Teil der Gäste, und damit war beste Unterhaltung gewährleistet.
Während Irina das Tanzbein schwang, unterhielt sich Anna-Marie mit zwei Bekannten. Sie wusste, dass ihre Freundin gleich verschwinden würde, denn ihr Tänzer war auch gelegentlich ihr Sexpartner. Obwohl beide in festen Beziehungen waren, genossen sie ab und zu diese gemeinsamen Nächte.
Anna-Marie drehte sich dem Tresen zu, griff nach ihrem Glas und nahm einen Schluck. Sie konnte eigentlich ebenso gut nach Hause gehen, denn Irina war beschäftigt.
»Entschuldigen Sie, ist der Platz neben Ihnen noch frei?«, hörte sie plötzlich eine sexy Stimme fragen. Als sie hochschaute, stand ein blonder Hüne vor ihr mit einem Body, der alles, was sie bisher gesehen hatte, in den Schatten stellte. Seine stahlblauen Augen funkelten sie an, und es war, als ob der Blitz eingeschlagen hätte. Sie standen sich wortlos gegenüber und konnten den Blick nicht mehr voneinander lassen.
»Wer bist du?«, fragte er schließlich.
Anna-Marie lachte verlegen. »Ich bin eine Liebesgöttin.«
»Komm, meine Göttin.« Er fasste sie an der Hand und führte sie aus der Bar. Gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite befand sich das Plaza, ein internationales Fünf-Sterne-Hotel. Ohne auch nur einmal anzuhalten, strebte der Mann mit ihr zum Eingang des Hotels und führte sie auf sein Zimmer.
Es wurde eine berauschende Nacht voller Zärtlichkeiten, beglückender Erotik und einer selbstverständlichen Hingabe, wie sie Anna-Marie noch nie erlebt hatte.
Sehr früh am nächsten Morgen, während er noch schlief, verließ sie still und leise das Hotel und zog sich zu Hause um. Dann fuhr sie völlig verunsichert ins Büro. Noch nie in ihrem Leben hatte sie sich zu einem solchen Abenteuer hinreißen lassen. Sie kannte noch nicht einmal seinen Namen, und er kannte ihren auch nicht. Ob er sie suchen würde? Sie stöhnte und merkte, wie sie rot wurde bei den Gedanken an die letzte Nacht. Es half alles nichts, sie musste sich nun auf ihr Geschäft konzentrieren. Ein Besuch bei der Hausbank, den sie bereits vor Tagen vereinbart hatte, stand auf ihrem Terminkalender.
Während sie ihr sorgfältig erarbeitetes Geschäftskonzept noch einmal durchging, kamen ihr immer wieder Zweifel, ob sie damit die Bank überzeugen würde. Sie brauchte den gewünschten Kreditrahmen, um die Wäscherei für neue Kunden attraktiv zu machen.
Zur Vorbereitung des Gesprächs hatte sie ihr Möglichstes getan, stellte sie fest und lehnte sich zurück. Ihr Nacken schmerzte, sie stand auf und streckte den Rücken durch, um ihn zu entlasten. Ein Blick auf ihre Armbanduhr zeigte, dass es langsam Zeit wurde zu gehen. Aus dem Spiegel blickte ihr eine etwas blasse junge Frau Anfang dreißig entgegen. Sie hatte lange braune Haare, die sie heute im Nacken zu einem Knoten geschlungen hatte, blaue Augen und einen schön geschwungenen Mund. Ihre Figur war tadellos – eine Erscheinung, die so manchen Männerblick auf sich zog.
Anna-Marie musste kurz über diese Gedanken schmunzeln, während sie ihre Frisur und das Make-up überprüfte. Es folgten ein letzter Seufzer und dann der wichtige Gang zur Bank.
Als sie in der Bank ankam, wurde sie gleich von drei Mitarbeitern begrüßt und erschrak. Sie hatte nicht erwartet, so wichtig zu sein, dass gleich sechs Augen auf sie starrten. Die Namen der drei hatte sie nach dem kurzen Händedruck schon wieder vergessen. Die Unsicherheit kroch in ihr hoch, und ihre Beine fingen langsam an zu schlottern.
»Nehmen Sie Platz, Frau Tauber«, bat sie der Mann mit der Glatze.
Nachdem sie seiner Aufforderung gefolgt war, setzte er sich ihr gegenüber.
»Haben Sie Ihren Businessplan dabei, Frau Tauber?«, fragte der nächste.
»Selbstverständlich. Darf ich Ihnen meine Mappe überreichen?« Sie griff in ihre Aktentasche und zog die Dokumentation heraus. »Allerdings habe ich nur zwei Exemplare dabei. Ich wusste nicht, dass wir ein so großer Kreis sein werden. Entschuldigen Sie bitte, dass ich das nicht bedacht habe.« Es war ihr so peinlich, dass sie nicht ein paar Kopien mehr mitgenommen hatte.
»Das ist nicht von Bedeutung. Wir können zusammen hineinschauen«, erklärte der dritte Mann in der Runde, der auf Anna-Marie den sympathischsten Eindruck machte.
»Vielen Dank. Ich möchte Ihnen nun mein Konzept vorstellen. Zunächst aber ein paar Worte zu mir: Ich habe eine Lehre zur kaufmännischen Assistentin gemacht und eine private zweijährige Wirtschaftsschule mit einem Diplom im Fach Betriebswirtschaft abgeschlossen. Danach durfte ich ein zwölfmonatiges Praktikum in einer Wäscherei in London absolvieren, wo ich mich nach der Übernahme ins Angestelltenverhältnis bis zur Geschäftsleitung hochgearbeitet habe. Nachdem ich dort ein paar Jahre tätig gewesen war, habe ich vor Kurzem den Entschluss gefasst, die Wäscherei meiner Eltern zu übernehmen und sie zu modernisieren.« Anna-Marie blickte in die Runde, konnte aber in den Gesichtern nichts erkennen, was sie gleich etwas irritierte. Schnell versuchte sie, ihre innere Ausgeglichenheit wiederzufinden, und konzentrierte sich auf die weitere Präsentation ihres Konzepts.
Nach einer halben Stunde hatte sie alles gesagt, was zu sagen war. Sie hätte gerne in den Gesichtern gelesen, aber Begeisterung sah in ihren Augen anders aus.
»Das ist ein sehr gut ausgearbeitetes Konzept, Frau Tauber«, sagte der Mann mit der Glatze, der Leiter der Geschäftskundenabteilung. »Aber ich habe da einige Bedenken. Mit der Globalisierung ist einfach zu viel geschehen, das bedacht werden muss. Die Maschinen wollen Sie auch nur nach und nach erneuern. Und ich frage mich, wie Sie die Kunden, die mittlerweile in den östlichen Ländern waschen lassen, zurückholen können. Die Preise dort sind hier bei uns nicht machbar.«
Anna-Marie zuckte kaum merklich zusammen. Er hatte mit seinen Fragen mitten in ihr Herz getroffen und genau die Bedenken aufgeführt, die sie selbst auch als Knackpunkt sah. Sie hatte sich dafür zwar schon Antworten zurechtgelegt, doch plötzlich war sie sich ganz und gar nicht mehr sicher, ob diese die Herren von der Bank überzeugen würden. Dennoch entgegnete sie: »Auch darüber habe ich mir selbstverständlich Gedanken gemacht. Natürlich weiß ich, dass viele Unternehmen die Angebote im Ausland in Anspruch nehmen, deshalb werden wir weitere Leistungen im Paket anbieten. Wir wollen für Hotels nicht nur die Wäsche, sondern auch die Zimmer reinigen und so dafür sorgen, dass sich die Kunden um gar nichts mehr kümmern müssen – und das zu einem guten Preis, wie Sie meiner zusätzlichen Kalkulation entnehmen können, die ganz am Ende der Dokumentation eingefügt ist. Mittelfristig ein völlig neues Dienstleistungskonzept, das sich entscheidend von anderen Anbietern abhebt.« Jetzt hatte sie ihren letzten Trumpf ausgespielt. Mehr ging nicht.
Es folgte großes Schweigen und Papierrascheln. Die drei Herren tauschten Blicke aus, dann zuckte der Geschäftskundenleiter die Schultern. »Tut mir sehr leid, Frau Tauber, aber einen Kredit von einhunderttausend Euro für eine neue Personalstruktur und intensive Marketingmaßnahmen können wir für diese Geschäftsidee nicht bewilligen, auch wenn die Wäscherei Tauber seit vielen Jahrzehnten unser Kunde ist. Es ist völlig fragwürdig, ob Sie ausreichend neue Kunden für das Konzept finden werden.« Er machte eine kurze Pause. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für die Hotels ein Argument sein soll. Die haben jetzt schon billige Wäschereien, und sie haben durch andere Dienstleister auch billige Reinigungskräfte.«
Betretendes Schweigen.
Er fuhr fort: »Was wir Ihnen anbieten können, ist ein Überziehungskredit von zwanzigtausend Euro. Versuchen Sie damit, in kleinen Schritten die Kunden zu überzeugen.« Er stand auf, und die beiden anderen Herren taten es ihm gleich.
