Dümmer geht immer - Bob Fenster - E-Book

Dümmer geht immer E-Book

Bob Fenster

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Beschreibung

Nichts ist so dumm, dass Menschen es nicht tun würden. Ein Bankräuber, der die Geldforderung auf seinem Gehaltsscheck inklusive Name und Adresse über den Tresen reichte, ein Kinobetreiber, der einen Musicalfilm als zu lang einstufte und alle Lieder herausschnitt, ein Franzose, der in seinem Testament einen Geldbetrag festschrieb, um Kleider für Schneemänner zu kaufen – sie sind nur drei Vertreter von vielen, nun ja, dummen Menschen, denen Bob Fenster bei seiner Suche nach törichten Taten der menschlichen Spezies begegnet ist. Fatale Fehleinschätzungen, verhängnisvolle Begriffsstutzigkeit und blöde Missgeschicke prägen die Weltgeschichte – hier sind die unglaublichsten Geschichten darüber versammelt.

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Seitenzahl: 430

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Bob Fenster

Dümmer geht immer

Ein kurioses Sammelsurium menschlicher Fehlleistungen

Aus dem Englischen von Hucky Maier

Ihr Verlagsname

Über dieses Buch

Nichts ist so dumm, dass Menschen es nicht tun würden.

 

Ein Bankräuber, der die Geldforderung auf seinem Gehaltsscheck inklusive Name und Adresse über den Tresen reichte, ein Kinobetreiber, der einen Musicalfilm als zu lang einstufte und alle Lieder herausschnitt, ein Franzose, der in seinem Testament einen Geldbetrag festschrieb, um Kleider für Schneemänner zu kaufen – sie sind nur drei Vertreter von vielen, nun ja, dummen Menschen, denen Bob Fenster bei seiner Suche nach törichten Taten der menschlichen Spezies begegnet ist.

Fatale Fehleinschätzungen, verhängnisvolle Begriffsstutzigkeit und blöde Missgeschicke prägen die Weltgeschichte – hier sind die unglaublichsten Geschichten darüber versammelt.

Über Bob Fenster

Bob Fenster lebt als freier Journalist und Autor gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Söhnen in Santa Cruz, Kalifornien. Seine Texte erscheinen u.a. in der Washington Post, dem Wallstreet Journal und Reader’s Digest.

Inhaltsübersicht

EinleitungTeil 1: Auf in den Narrenpalast!Kapitel 1 – Meine Lieblingstrottel: Sie glotzen mit Fischen um die Wette und verschicken sich selbstKapitel 2 – Die Gesellschaft für kreative Dummheit: Nackt durch die Gegend fliegen und die Schuhe mit Champagner putzenKapitel 3 – Schien in dem Moment eine gute Idee zu sein: Stich mich ab!Kapitel 4 – Ist doch nicht meine Schuld: War eh alles zu spätKapitel 5 – Selig sind die geistig Armen! Wer wollte noch gleich mit einer Schubkarre über die Rocky Mountains?Kapitel 6 – Die mit dem Feuer spielen: Ich lasse nicht locker, bis ich mich umgebracht habeKapitel 7 – Der Intelligenztest für Dumme: Wie gut kennen Sie Ihre Regierung?Kapitel 8 – Die Neinsager: Geniale Ideen erkennt man daran, dass sie verworfen werdenKapitel 9 – Unkonventionelle Wege zum Erfolg: Blinder Aktionismus oder abwarten und Tee trinkenKapitel 10 – Wen wird Ihr Lama als Nächsten anspucken? Die Krise der MachtKapitel 11 – Bei der Arbeit: Der mit der längsten Leitung im BüroKapitel 12 – Männer gegen Frauen: Irgendjemand musste ja auf sie hereinfallen – seien Sie froh, dass Sie es nicht waren!Kapitel 13 – Wie man die Einfältigen überlistet: Lass die Katze laufen – wir geben auf!Kapitel 14 – Diese arroganten Idioten! Nichts kann so lustig seinKapitel 15 – Sie war gar kein Waschbär: Überraschende Dinge, die die Menschen nicht wissenKapitel 16 – Ich habe gerade einen klitzekleinen Fehler gemacht: Tim «Rock» Raines und der Ford «Utopian Turtletop»Kapitel 17 – Abteilung Tarnen und Täuschen: Stell dir vor, ich wäre eine Giraffe, und jemand behauptete, ich sei eine SchlangeKapitel 18 – Amerikas dümmste Verbrecher: Der Bankräuber, der in Ohnmacht fiel, und andere Freiwillige für einen Urlaub hinter schwedischen GardinenKapitel 19 – Manche Missgeschicke schmerzen doppelt: Kaffee mit komischem Beigeschmack …Kapitel 20 – Evergreens: Als die Bäume noch Vögel gebarenKapitel 21 – Bekloppte Ideen und die bekloppten Typen, die darauf hörtenKapitel 22 – Intelligente Idioten: Wenn sich das Gehirn langsam verabschiedetKapitel 23 – Die ganz alltägliche Dummheit: Hohe Gebilde, die erdacht wurden, um rechtschaffene Menschen einzuschüchternKapitel 24 – Was haben Sie gesagt? Lebenszeichen, die nach Intelligenz schreienTeil 2: Völlig abgedreht1. Direkt vom Reißbrett2. Mottos der Reichen und Berühmten3. Sechs Löcher im Topf auf dem Weg zum Erfolg4. Elf lustig-dumme Schilder aus der ganzen Welt5. Kritzeleien in den unteren Gewebeschichten meines Gehirns6. Sechzehn Lektionen für den gelehrten Idioten7. Neun dämliche Witze8. Kostenloser Rat zum halben Preis

Einleitung

Als William Howard Taft, Richter des Obersten Gerichtshofs der USA, der Rechtsfakultät der Universität Yale einen Besuch abstattete, fragte er den Dekan: «Ich nehme an, Sie lehren Ihre Studenten, dass alle Richter Narren sind.»

«Aber nein, Herr Bundesrichter», entgegnete Dekan Robert Hutchins, «wir lassen die Studenten dies selbst herausfinden.»

Dies ist die Schule des Lebens: Jeder muss für sich selbst herausfinden, dass die Welt voller Idioten steckt, die sich in der Regel als wir selbst entpuppen.

Willkommen zu einer weiteren Chronik der menschlichen Dummheit. Sollten Sie sich irrtümlich in diese Klasse verlaufen haben, sind Sie hier goldrichtig.

In all den Jahren, die ich mich inzwischen mit der menschlichen Dummheit beschäftige und darüber schreibe, laufen meine Nachforschungen stets auf eine zentrale Frage hinaus: Werden uns die Dummen eines Tages alle ins Verderben ziehen?

Weit gefehlt. Die Intelligenten werden hierfür verantwortlich zeichnen.

«Wir haben die Macht, jeden verdammten Mist anzustellen, den wir wollen», sagte Senator William Fulbright, «und scheinen ungefähr alle zehn Minuten davon Gebrauch zu machen.»

Egal welche Dummheiten wir auch begehen – es dürfte schwer sein, das Niveau unserer Regierung zu erreichen, die nicht nur in dieser Hinsicht den Weg weist. Aber keine Angst. Wenn uns etwas begleitet, dann ist es schlichtes Pech. Eine Ressource, die der Menschheit eigentlich so langsam ausgehen müsste.

Menschen begehen Dummheiten, weil sie glauben, ungeschoren davonkommen zu können. Später denken sie: Schien seinerzeit eine gute Idee zu sein. War doch nicht meine Schuld! Wer konnte schon ahnen, dass die Pistole geladen war?

Wir sind gut im Erfinden von Ausreden, weil wir es bitter nötig haben.

Gibt es doch so viele Leute, die das Zeug zum Astrophysiker, Hollywoodstar oder Milliardär hätten, denen jedoch das Pech an den Fingern klebt. Nach oben hin sind unseren Idioten keine Grenzen gesetzt. Sie befinden sich in bester Gesellschaft, sind unterhaltsam und immer für eine Überraschung gut – und jederzeit in der Lage, Platz für einen mehr auf der Party zu schaffen.

Die Welt ist ein einziges Chaos, wenn man die Sache nüchtern betrachtet. Aber unser Leid ist des Idioten Freud, da die menschliche Dummheit zu jeder Zeit an jedem Ort ihr Unwesen treiben kann.

Als US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im Jahr 2004 auf dem Armeestützpunkt Fort Campbell in Kentucky eintraf, um vor Soldaten eine Rede zu halten, verkündete ein Sicherheitsoffizier folgende Sicherheitsmaßnahmen: «Die Öffentlichkeit hat zu dieser öffentlichen Veranstaltung keinen Zutritt.»

Seitdem hat sich die gesamte Regierung diese Politik zu eigen gemacht.

Politiker erzählen uns immer, alles sei bestens und sie würden es außerdem schon richten. Und wir glauben ihnen – zumindest einmal alle vier Jahre. Bauen sie Mist, geht ein Aufschrei der politischen Klasse durchs Land: «Verrat!» Und wir glauben ihnen wieder.

Ist das menschliche Gehirn nicht großartig? Lehrer erzählen uns, wir müssten lernen fürs Leben. Popstars erzählen uns, sexy zu sein ist intelligenter, als intelligent zu sein. Die Werbung erzählt uns, je mehr wir kaufen, desto mehr Sexappeal hätten wir. Wir glauben einfach alles.

Ich glaube, unser großer Fehler besteht darin, dass wir alles glauben.

Dieses Buch handelt von den unglaublichen Dummheiten, die die Menschheit zu begehen imstande war, nach wie vor ist und für immer bleiben wird.

Nach allem, was wir wissen, verdummt die menschliche Rasse jeden Tag ein kleines bisschen mehr, und wir haben inzwischen möglicherweise den Punkt erreicht, zu dumm zu sein, um dies zu realisieren.

«Wenn jeder gleich denkt», sagte General George S. Patton Jr., «denkt keiner richtig.»

Patton würde sich bestätigt fühlen, denkt in diesem Buch doch niemand gleich – wenn überhaupt Gehirn im Spiel ist.

Ebenso die Künstlerin Corita Kent mit ihrer Forderung: «Alles außer dem Zirkus gehört verboten!»

In diesem Sinne: Manege frei!

Bevor es losgeht, hier noch ein kleiner Hinweis zum Schluss: Sie können intelligent oder dumm durchs Leben gehen. Ich empfehle Ihnen die erste Variante, haben Sie doch in diesem Fall weniger Konkurrenz zu fürchten.

Teil 1 Auf in den Narrenpalast!

Kapitel 1 Meine Lieblingstrottel: Sie glotzen mit Fischen um die Wette und verschicken sich selbst

***

Sie schicken sich an, einem der größten Privatvergnügen zu frönen, die unser Leben zu bieten hat: die Erkenntnis zu genießen, nicht so doof wie die nun folgenden Narren zu sein – egal welche Dummheiten Sie im Laufe Ihres Lebens begangen haben (oder gerade begehen).

Sie fragen sich, warum dies eines der größten Privatvergnügen sein soll? Ganz einfach: weil Sie mit ziemlicher Sicherheit Krach bekommen, wenn Sie Ihren Freunden davon erzählen.

Zwanzig Personen, die Ihr Selbstbewusstsein stärken, weil Sie – aller Wahrscheinlichkeit nach – nicht so dumm sind wie sie

Nr. 20

Ein Häftling, der in Massachusetts eine zehnjährige Gefängnisstrafe verbüßte, klagte auf Verkürzung seiner Haft um zwei Tage.

Warum? Weil zwei Schaltjahre in seine Haftzeit fielen und die beiden zusätzlichen Tage seine Strafe in unangemessener Weise verschärften, wenn man den Maßstab eines normalen Jahres zugrunde legte.

Klage abgewiesen, Eins mit Sternchen für Einfallsreichtum.

Nr. 19

Eine Texanerin setzte ihre sechsjährige Tochter an der Schule ab und fuhr davon. Die Polizei sah das Mädchen Stunden später mutterseelenallein auf dem Schulhof herumlaufen.

Die Polizisten nahmen die Mutter fest, obwohl diese beteuerte, ihr sei nicht aufgefallen, dass niemand sonst an der Schule war, als sie ihre Tochter dort absetzte. Ihr war wohl auch entgangen, dass es Samstag war.

Nr. 18

Es ist ohnehin schon schwer genug, im Showgeschäft Fuß zu fassen, aber noch viel schwerer wird es, wenn man es versucht, ohne auf die Vorzüge eines Gehirns zurückgreifen zu können.

In Chicago setzte sich im Jahr 1929 ein ambitionierter Schauspieler namens Charles Loeb in eine große Kiste und verschickte sich selbst an ein Filmstudio nach Hollywood.

Durch diesen Schachzug überwand er zwar die Studiotore, war aber mehr tot als lebendig, als man ihn schließlich auspackte. Loeb erholte sich zwar von seinen Verletzungen, konnte jedoch keine Filmrolle an Land ziehen, da niemand einen solchen Spinner unter Vertrag nehmen wollte.

Nr. 17

Im Jahr 2006 spürte die Polizei in dem nordkalifornischen Ort Petaluma einen Mann auf, der in seinem kleinen Haus tausend Ratten als Haustiere hielt. Jemand, der eine Ratte als Haustier hat, mag vielleicht ein Freak sein. Wer aber tausend Ratten hält, ist ein Zeitgenosse, dem man besser nicht den Rücken zukehren sollte. Noch merkwürdiger wird die Geschichte, wenn man weiß, dass die Polizei von Petaluma fünf Jahre zuvor auf eine Frau gestoßen war, die zweihundert Katzen in ihrem Haus beherbergte.

Dieser Fall sorgte allerdings für weniger Aufsehen, weil Tierfreunde in der Regel nun mal Hunde oder Katzen halten.

Dennoch könnte sich die Gemeinde des Problems entledigen, brächte sie die Katzenfrau mit dem Rattenmann zusammen. Oder sie könnte einfach ihr Motto ändern: «Petaluma, Heimat der Tiersammler».

Nr. 16

Zwei befreundete Kanadier kamen bei einem Frontalzusammenstoß mit ihren Motorschlitten ums Leben. Allerdings handelte es sich nicht um einen Unfall. Diese beiden Intelligenzbestien spielten das Feiglingsspiel – wer zuerst ausweicht, hat verloren. Ausgang unentschieden!

Nr. 15

Die allergrößten Dummköpfe versuchen Probleme zu lösen, die gar nicht existieren. Wie die Südkoreanerin, die sich im Jahr 1987 erhängte, weil sie vergessen hatte, den Wecker umzustellen, als in dem asiatischen Land die Sommerzeit begann.

Aufgrund ihres Versäumnisses musste ihr Mann ohne Proviant zum Firmenpicknick aufbrechen. Wie konnte sie nur mit dieser Schande leben? Nun, sie konnte es nicht.

Warum stellte sich ihr Ehemann eigentlich nicht selbst den Wecker oder kümmerte sich selbst um seine Marschverpflegung? Fragen, die nur eine Frau beantworten kann, die mit einem solchen Gatten gesegnet ist.

Nr. 14

Manchmal stehen Sie vor einem kleinen Problem oder glauben dies zumindest. Sie überlegen, wie Sie das Problem aus der Welt schaffen können, und riskieren dabei Kopf und Kragen.

Genau dies passierte einem Teenager in England, der fürchtete zu stinken. Er ging ins nächste Geschäft und kaufte ein Deodorant. Problem gelöst? Mitnichten!

Der Junge war sich nicht sicher, ob er den Körpergeruch auch restlos beseitigt hatte, weshalb er ein weiteres Deospray kaufte. Und daraufhin noch eines.

Schließlich desodorierte er sich zu Tode, wie die Obduktion ergab. Besessen von dem Gedanken, nur ja keinen Körpergeruch zu entwickeln, nebelte sich der Junge monatelang mit Unmengen von Deodorant ein. Dadurch wurde die Propan- und Butankonzentration in seinem Blut so hoch, dass sie dem Zehnfachen der tödlichen Dosis entsprach und schließlich zu einem Herzinfarkt führte.

Nr. 13

Zwei Kandidaten, die mit derart hirnrissigen Wahlversprechen ein politisches Amt anstrebten, dass ihnen meine Stimme gleichermaßen sicher gewesen wäre:

Im Jahr 1940 bewarb sich Samuel Ferdinand-Lop um das Amt des französischen Staatspräsidenten. Unter dem Slogan «Lopeothérapie» forderte er die Abschaffung der Armut nach zehn Uhr abends und wartete überdies mit einem originellen Plan auf, um die Luftqualität in Paris zu verbessern: Für den Fall seiner Wahl kündigte Lop die Verlegung der Stadt aufs Land an!

Im Jahr 1999 bewarb sich ein Politiker für das britische Oberhaus mit dem Vorschlag, Katzen einen Maulkorb zu verpassen, um Mäuse und kleine Vögel vor Grausamkeiten zu bewahren.

Nr. 12

Oofty Goofty schrieb eines der merkwürdigsten Kapitel in der Geschichte des Showgeschäfts. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, nahm er sogar große Schmerzen in Kauf. Im 19. Jahrhundert trat Oofty Goofty als Straßenkünstler in San Francisco auf, der sich von Leuten gegen Geld mit einem Knüppel malträtieren ließ.

Der Box-Champion John L. Sullivan ließ sich nicht zweimal bitten und verprügelte Goofty für 50 Cent mit einem Billardstock. Dabei brach er ihm das Kreuz, was das Ende von Gooftys Showkarriere bedeutete.

Nr. 11

Es bedarf besonderer Anstrengungen, um etwas besonders Beklopptes zustande zu bringen – etwas, wofür man in bleibender Erinnerung behalten wird.

Ein Australier spielte in seiner Garage Billard, als ihm die Idee zu einem raffinierten Kunststoß kam. Er zog sich an einem Deckenträger nach oben und umklammerte ihn mit den Beinen, sodass er kopfüber nach unten hing, um aus dieser Position zum Stoß anzusetzen.

Doch der Stoß missriet dem Mann gründlich: Er fiel von der Decke, schlug mit dem Kopf auf den Betonboden und starb schließlich an den erlittenen Hirnschäden. Allerdings besteht der begründete Verdacht, dass unser Freund bereits vor dem tödlichen Sturz mit Hirnschäden zu kämpfen hatte.

Nr. 10

In South Carolina hatte ein Mann das Glück, sich lebend aus seinem Haus retten zu können, nachdem dort Feuer ausgebrochen war. Kaum befand er sich auf der Straße und damit in Sicherheit, rannte er plötzlich zurück in das brennende Haus, um sein Handy zu holen, damit er die Feuerwehr alarmieren konnte. Er kam in den Flammen um.

Nr. 9

Ein Angestellter einer Firma in Alexandria, Virginia, war mit der Beurteilung in seinem Arbeitszeugnis unzufrieden. Er rief seinen Chef an, um sich zu beschweren. Allerdings blieb es nicht bei einem Anruf. Nach der fünfzigsten Beschwerde wurde er wegen Belästigung verhaftet und zur Verbüßung einer Gefängnisstrafe von dreißig Tagen verurteilt.

Worum ging es bei der Beschwerde des Mannes? Er meinte, für seine Arbeit die Beurteilung «herausragend» verdient zu haben. Sein Chef hatte ihn lediglich mit «höchst erfolgreich» bewertet.

Sich zu beschweren ist vielleicht ein Charakterzug, der höchst erfolgreichen, aber nicht unbedingt herausragenden Menschen eigen ist.

Nr. 8

Im Jahr 1798 ergriff der Bischof von Durham der Church of England im britischen Oberhaus das Wort, um eine eindringliche Warnung an die Nation zu richten: Französische Agenten versuchten, Balletttänzerinnen ins Land einzuschleusen, um die britische Gesellschaft zu unterwandern.

Schlimmer als die französische Armee hätten die Ballerinen den Engländern auch nicht zusetzen können.

Nr. 7

In Neuseeland wurde ein Mann verhaftet, weil er seine Unterwäsche in Brand steckte und mit einem motorisierten Barhocker durch den Ort fuhr. Der Stein des Anstoßes? Fahren ohne Führerschein.

Nr. 6

Im Jahr 1988 erfand eine japanische Firma Unterwäsche für den Sechstagegebrauch. Man drehte seine Unterhose drei Tage lang um jeweils vierzig Grad seitwärts und kehrte anschließend die Innenseite nach außen, um selbige Prozedur drei weitere Tage lang zu wiederholen.

Was der ganze Aufwand sollte, vermochte die Marketingabteilung des Unternehmens allerdings nicht plausibel zu erklären.

Nr. 5

Das afrikanische Land Sambia startete ein Raumfahrtprogramm der eigenen Art und beschloss, seine Astronauten mit einem Katapult zum Mond zu schießen.

Das von sambischen Wissenschaftlern erdachte Bodentraining zur Vorbereitung auf die Unbill des Raumflugs hatte es in sich: Man steckte Freiwillige in eine Öltonne und ließ sie einen Hang hinunterrollen.

Nr. 4

Nachdem man dem Boxer Stanley Ketchel die Evolutionstheorie erklärt hatte, starrte dieser stundenlang auf ein Goldfischglas, um anschließend seine Freunde zu belehren, die Evolution liege völlig daneben. «Ich beobachte diese Fische jetzt seit Stunden», meinte er, «und sie haben sich kein bisschen verändert.»

Nr. 3

Unentschieden zwischen den russischen Gesichtsschlägern und den walisischen Schienbeintretern im Kampf um die dümmste Sportart der Welt.

Im Jahr 1931 kämpften in Kiew zwei Russen um einen neuen Ausdauerrekord in der obskur anmutenden sowjetischen Sportart, sich gegenseitig ins Gesicht zu schlagen. Ihr Scharmützel dauerte dreißig Stunden, und die beiden waren noch nicht einmal wütend aufeinander. Zumindest nicht zu Beginn des Kampfes.

In Wales finden jedes Jahr die Weltmeisterschaften im Schienbeintreten statt, einer Sportart, bei der sich zwei Männer gegenseitig an den Schultern packen und so lange gegen das Schienbein treten, bis einer aufgibt.

Nr. 2

König Georg VI. von England war nicht gerade als ausgewiesener Kunstkenner bekannt. Allerdings war er auch in anderen Dingen nicht allzu sehr bewandert.

Einmal besuchte der König eine Kunstausstellung und betrachtete ein Gemälde, auf dem ein Sturm über dem Meer zu sehen war. «Schade», meinte der König zu dem Künstler, «dass Sie so ein scheußliches Wetter hatten.»

Nr. 1

Im Jahr 2001 rief ein Mann aus North Carolina bei der Polizei an, um Anzeige zu erstatten, hatte ein Dieb doch seine Marihuanapflanzen gestohlen. Als die Polizei bei dem Mann zu Hause eintraf, führte das Opfer die Beamten in seinen Garten, wo der Übeltäter die Graspflanzen aus dem Boden gerissen hatte.

Sie meinen, dümmer geht’s nicht? Weit gefehlt! Der Dieb hatte nicht alle Pflanzen mitgehen lassen, im Garten waren noch zweiundzwanzig Marihuanapflanzen übrig geblieben. Nachdem sich die Polizisten – vor Lachen – wieder eingekriegt hatten, führten sie den Mann ab.

Zwölf weitere Personen, denen Sie in puncto Dummheit so gut wie sicher nicht das Wasser reichen können – hoffentlich

Nr. 12

Isabella I. – Anfang des 16. Jahrhunderts Königin von Spanien – schwor, ihre Unterwäsche so lange nicht zu wechseln, bis die Truppen ihres Ehemanns die niederländische Stadt Ostende eingenommen hätten. Die Verteidiger der Stadt hielten der spanischen Belagerung drei Jahre lang stand.

Nr. 11

Ein japanischer Politiker, der in den Umfragen zurücklag, brauchte keinen Wahlkampfmanager, um sich folgende originelle Strategie auszudenken: Er täuschte einen Mordanschlag auf sich vor, um einen Mitleidsbonus zu erhaschen. Damit der Anschlag möglichst authentisch wirkte, stach sich unser Freund selbst ins Bein. Dabei durchtrennte er eine Arterie und verblutete, bevor er seine abschließende Wahlkampfrede halten konnte.

Nr. 10

Die Sängerin Ganna Walska hatte eine der miserabelsten Stimmen, die je in einer Oper zu hören waren. Dennoch war sie eine erfolgreiche Opernsängerin, verfügte sie doch über die Gabe, gerade auf reiche Männer besonders anziehend zu wirken. Schließlich heiratete Walska den Millionär Harold Fowler McCormick, der ihr jeden Wunsch erfüllte: Häuser, Schmuck, ihr eigenes Opernensemble. Unter anderem bestand Walska aber auch darauf, dass sich ihr Mann einer Operation unterzog, bei der ihm Affendrüsen implantiert werden sollten, um seine sexuelle Leistungsfähigkeit zu steigern. Ihr zuliebe ließ er die nicht ungefährliche Operation über sich ergehen. Anschließend warf sie ihn aus der gemeinsamen Villa.

Nr. 9

Joseph Gould entstammte einer wohlhabenden Familie und war Harvard-Absolvent. Dennoch sind Zweifel an seiner geistigen Verfassung angebracht. Nach dem College verschlug es Gould nach North Dakota, wo er im Rahmen einer selbstauferlegten Forschungsmission die Köpfe von Mandan- und Chippewa-Indianern vermessen wollte.

Gould verbrachte Jahre damit, fünfzehnhundert Indianer davon zu überzeugen, sich von ihm ihre Kopfmaße nehmen zu lassen – auch wenn sein Projekt aus wissenschaftlicher Sicht keinerlei Relevanz hatte.

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg ging Gould nach Greenwich Village, wo er zum ersten Boheme-Dichter dieses New Yorker Stadtteils avancierte. Als Schriftsteller verfasste er zahlreiche Abhandlungen, die jedoch nie publiziert wurden. Einmal reichte er bei einer kleinen Zeitschrift eine Buchrezension ein, die deshalb nicht veröffentlicht wurde, weil sie knapp zweihundert Seiten umfasste – länger als das rezensierte Buch und um einiges umfangreicher als die Zeitschrift, in der Gould seinen Beitrag abgedruckt sehen wollte.

In Greenwich Village wurde Gould dann als Professor Seagull[*] bekannt, weil er Vogelstimmen imitierte, um von Touristen Drinks spendiert zu bekommen. Er ernannte sich zum weltweit führenden Experten für Möwensprache.

Im Winter schlief Gould im Washington Square Park. Um nicht auszukühlen, stopfte er Zeitungspapier in seinen Anzug. Als wahrer Bohemien legte Gould großen Wert darauf, bei seinen Wärmedämmungsmaßnahmen nur eine Zeitung zu verwenden – die New York Times. Er selbst sagte über sich, er sei im Innersten ein Snob.

Nr. 8

Während des amerikanischen Bürgerkriegs bat ein Geschäftsmann Präsident Lincoln um einen Passierschein, um nach Richmond, der Hauptstadt der Konföderation, zu reisen. Der Präsident versuchte dem Mann zu erklären, warum er sich außerstande sah, seiner Bitte zu entsprechen. «Im Laufe der letzten zwei Jahre habe ich 250000 Personen einen Passierschein ausgestellt, um nach Richmond zu fahren», meinte Lincoln, «und bis jetzt ist nie jemand dort angekommen.»

Nr. 7

Unentschieden zwischen den Aufzugssurfern in Manhattan und den brasilianischen Eisenbahnsurfern in der Kategorie «Dinge, die nur jugendlichen Dummköpfen in den Sinn kommen können».

Im Jahr 1989 starb in New York City ein Jugendlicher beim Aufzugssurfen – einem gefährlichen Unterfangen, bei dem der Protagonist in einem Wolkenkratzer auf dem Kabinendach eines Aufzugs steht, der mit atemberaubender Geschwindigkeit wahlweise nach oben oder unten rauscht. Eine ziemlich blöde Art zu sterben, und so mochte man annehmen, dass dieser Fall anderen Teenagern, die den Nervenkitzel suchen, als abschreckendes Beispiel diente. Niemand würde so dumm sein, dem getöteten Jungen nachzueifern.

Falsch. Aufzugssurfen wurde in New York zu einer regelrechten Modeerscheinung. Immer mehr Jugendliche stürzten sich mit weit aufgerissenen Augen in die gefährliche Welt des Extrem-Aufzugssurfens. In jenem Jahr wurden zehn weitere Jungen am oberen Ende des Aufzugsschachts zu Tode gequetscht oder stürzten vom Kabinendach des rasend schnellen Aufzugs in den Tod.

Brasilianische Teenager versuchten unter Beweis zu stellen, dass sie sogar noch mutiger sind als Amerikas Aufzugssurfer, und verlegten sich darauf, auf dem Dach von elektrischen Hochgeschwindigkeitszügen mitzufahren.

Jungen, die sich nicht tief genug duckten, wurden von den Traversen der Oberleitungen enthauptet. Andere kamen aus dem Gleichgewicht und griffen haltsuchend nach den elektrischen Leitungen. Stürzten sie nicht vom Zugdach in den Tod, wurden sie durch einen Stromschlag getötet.

Nr. 6

Der Senator William Smith war Vorsitzender des nationalen Ausschusses, der die Titanic-Katastrophe untersuchte. Smith war es unerklärlich, warum nicht mehr Menschen überlebten, als das Schiff in den eisigen Fluten des Nordatlantiks sank.

«Warum flüchteten sich die Passagiere an Bord nicht in die wasserdichten Kabinen, um dem Tod durch Ertrinken zu entgehen?», fragte er. Senator Smith übersah, was offensichtlich ist: Sinkt ein Schiff erst einmal auf den Meeresgrund, spielt es keine Rolle mehr, wie wasserdicht die Kabinen sind.

Nr. 5

Zwei Filmstars – Joan Crawford und Yul Brynner – schenkten sich nichts an Kreativität, wenn es galt, dem persönlichen Assistenten skurrile Aufgaben zu übertragen: Crawford heuerte einen Assistenten an, dessen Tätigkeit darin bestand, am Filmset anwesend zu sein, um ihr zwischen zwei Einstellungen Komplimente ins Ohr zu flüstern.

Bei den Dreharbeiten zu Die glorreichen Sieben wurde Yul Brynner den Eindruck nicht los, dass sein Kollege Steve McQueen ihm die Schau stehlen wollte, indem er immer dann an seinem Cowboyhut herumnestelte, wenn Brynner seinen Text sprach. Prompt sicherte er sich die Dienste eines Statisten, der McQueens Hut im Auge behalten und jede verdächtige Bewegung melden sollte.

Nr. 4

Die Niagarafälle üben auf Idioten seit jeher eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Beim Anblick der mächtigen Wasserfälle schießt manch übereifrigem Zeitgenossen als Erstes der Gedanke durch den Kopf: Wow, einmal in einer Tonne hier hinunter – das wäre das Größte! Oder in einem dieser großen Gummireifen oder mit einem Kajak. Einsteigen und los!

Unter den vielen Leuten, die sich die Niagarafälle hinunterstürzten, sticht eine Frau hervor, die offenbar schon vor ihrer halsbrecherischen Mission unter multiplen Gehirnschäden litt. Im Jahr 1901 stürzte sich Maud Willard in einer Tonne die Niagarafälle hinunter. Im Gegensatz zu manch anderem Draufgänger brachte sie jedoch nicht der Höllenritt als solcher um.

Was also war die Ursache für Maud Willards Tod? Ihr Hund, der sie auf ihrem Himmelfahrtskommando – wohl eher unfreiwillig – begleitete, presste seine Nase so fest gegen das einzige Luftloch in der Tonne, dass sie erstickte. Der Hund überlebte.

Nr. 3

Ein Friseur in Singapur avancierte zum Trendsetter, als er eine neue Haarschneidetechnik kreierte und seiner Kundschaft mit einer Lötlampe zu Leibe rückte. Der Trend erwies sich als recht kurzlebig. Wie auch die Haarpracht der Kunden.

Nr. 2

Es gab schon immer Politiker, die keine Meinungsumfragen brauchten, um zu einer Wahl anzutreten. Hier drei Vertreter dieser Spezies:

Im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts kandidierte John Fransham für das Parlament mit dem Wahlversprechen, das Bettenmachen gesetzlich auf ein Mal pro Woche zu beschränken. Begründung: Alles, was darüber hinausginge, sei zu weibisch.

Im Jahr 1952 bewarb sich Pastor Homer Tomlinson mit der Forderung nach einem auf religiösen Prinzipien basierenden Staat um das amerikanische Präsidentenamt. Er versprach, Steuern durch die Abgabe eines Zehnten zu ersetzen und in seinem Kabinett den Posten eines Ministers für Gerechtigkeit zu schaffen. Nachdem Tomlinson die Wahl verloren hatte, erklärte er sich zum König der Welt.

Ein weiterer schriller Politiker, Screaming Lord Sutch, ging als Kandidat der Monster Raving Loony Party (zu Deutsch etwa: die Partei der rasend verrückten Monster) ins Rennen um einen Sitz im englischen Parlament. Er hatte sich auf die Fahnen geschrieben, das Klima in Großbritannien zu verbessern, indem er die ganze britische Insel in den Mittelmeerraum verlagern wollte.

Nr. 1

John Mytton, ein britischer Aristokrat im 19. Jahrhundert, ersann eine ungewöhnliche Methode, um seinen ständig wiederkehrenden Schluckauf zu kurieren – er zündete seine Kleidung an. Nachdem seine Kammerdiener das Feuer gelöscht und so seine Haut gerettet hatten, rief Mytton freudestrahlend aus: «Gott im Himmel, der Schluckauf ist weg!»

Gemeinsam sind wir stark: wenn unsägliche Dummheit das Produkt einer gesamten Mannschaft ist

Es gibt Fälle, in denen ein Einzelner einfach nicht in der Lage ist, eine Dummheit gigantischen Ausmaßes zu vollbringen. Glücklicherweise jedoch stehen Kohorten weiterer Idioten Gewehr bei Fuß, um in die Bresche zu springen – vorausgesetzt, es handelt sich um etwas wirklich Lächerliches.

Nr. 6

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Christlich-Apostolische Kirche von Zion im US-Bundesstaat Illinois von Wilbur Voliva geleitet, einem exzentrischen Prediger, der als der Generalaufseher bekannt war. Seine merkwürdigen persönlichen Marotten wurden zum Maßstab für den Verhaltenskodex der ganzen Gruppe – so war etwa der Verzehr von Speck oder Austern verboten, zu summen oder zu pfeifen fiel ebenfalls darunter. Jeder musste um zehn Uhr abends zu Hause sein, und all seine Anhänger hatten sich der Meinung anzuschließen, die Erde sei flach wie eine Scheibe.

Nr. 5

Eine französische Sekte im 18. Jahrhundert interpretierte die Ehe als ausgesprochen kurzlebige Institution. Jede zwischen zwei Sektenmitgliedern geschlossene Ehe besaß nur für einen einzigen Tag Gültigkeit, wobei ihr Vollzug in der Kirche unter den Augen der versammelten Sektengemeinschaft stattfand.

Nr. 4

Irgendwie überdauerte in Russland die Sekte der «Brüder und Schwestern des roten Todes» zweihundert Jahre. Nach ihren Verhaltensmaßregeln war die Eheschließung verboten, nicht jedoch der Beischlaf – vorausgesetzt, die beiden Protagonisten wurden nach dem Geschlechtsakt umgehend mit einem roten Kissen erstickt.

Im Jahr 1900 löste sich die Sekte schließlich auf, als sich einhundert Mitglieder selbst verbrannten, um dem ihrer Ansicht nach bevorstehenden Weltuntergang zuvorzukommen.

Nr. 3

Mitte des 19. Jahrhunderts hörte ein chinesischer Hellseher namens Hung Hsiu-Chuan Gott sagen, er sei Jesus’ jüngerer Bruder. Um seiner Vision gerecht zu werden, gründete Hung die Gesellschaft zur Verehrung Gottes, die christliche Werte wie Gleichheit und Tugendhaftigkeit propagierte.

Hungs Auslegung von Gleichheit und Tugendhaftigkeit führte dazu, dass er den chinesischen Machthabern einen 14 Jahre währenden Krieg erklärte, dem 20 Millionen Menschen zum Opfer fielen – alles im Namen des jüngeren Bruders des Friedensfürsten.

Als sein Aufstand schließlich niedergeschlagen wurde, beging Hung Selbstmord. Hunderttausend seiner Anhänger taten es ihm gleich und ließen andere religiös motivierte Selbstmorde vergleichsweise blass aussehen.

Nr. 2

Die russische Sekte der «Lothardi» wählte einen eher «vertikalen» Ansatz in Sachen Tugendhaftigkeit. Ihr Credo bestand darin, dass Menschen über Tage gut und unter Tage böse zu sein hätten. Wollten die Lothardi dem Laster frönen – was oft genug der Fall war –, hielten sie ihre Orgien in unterirdischen Höhlen ab.

Nr. 1

William Miller, ein Prophet im 19. Jahrhundert, sagte für den 3. April 1843 den Weltuntergang voraus. Im Vorfeld dieses Datums begingen Hunderte seiner Anhänger Selbstmord, um sich als erste aller Gläubigen einen Platz im Himmel zu sichern.

Miller war ein so mitreißender Prediger, dass einige seiner Jünger versuchten, aus eigener Kraft die Himmelspforte zu erreichen, indem sie sich mit selbstgebauten Flügeln von Felsklippen stürzten.

Obwohl die Welt nicht unterging, hoben Tausende seiner Anhänger, die im April nicht Selbstmord begangen hatten, Gräber aus, in die sie sich setzten und auf ihre Erlösung warteten, als Miller für den 7. Juli desselben Jahres einen neuerlichen Weltuntergang prophezeite.

Kapitel 2 Die Gesellschaft für kreative Dummheit: Nackt durch die Gegend fliegen und die Schuhe mit Champagner putzen

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Der Komponist John Cage schrieb einen Song mit dem Titel As Slow as Possible; ihn abzuspielen würde 629 Jahre dauern. Und trotzdem würde anschließend zweifellos jemand im Publikum aufstehen und lautstark «Zugabe!» fordern.

Ein Sonderling gilt schnell als Künstler, Avantgardist, Erneuerer, ja sogar als Meister. Oder schlicht als Vollidiot. Trotz all der natürlichen Kräfte, die dafür sorgen, dass wir nicht aus der Reihe der Gleichförmigkeit tanzen, bringt die menschliche Rasse einen nie versiegenden Strom von Idioten und Sonderlingen hervor. Manchmal auch Kreuzungen der beiden Spezies.

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Der exzentrische britische Philosoph Jeremy Bentham vertrat die Auffassung, Menschen sollten nicht beerdigt werden. Vielmehr schlug er vor, sie zu mumifizieren und im Garten als Statuen aufzustellen, damit die Kinder nie den Bezug zu ihren Vorfahren verlören. Sie ahnen vermutlich schon, was mit Bentham nach seinem Tod passierte. Er wurde in seinen Lieblingsanzug gesteckt und lasiert, um anschließend im Londoner University College in einem Holzschrein ausgestellt zu werden.

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Während des 500-Meilen-Rennens von Indianapolis – kurz Indy500 genannt – im Jahr 1912 fand sich der Rennfahrer Ralph Mulford plötzlich allein auf der Strecke wieder, nachdem neun Wagen die Ziellinie passiert hatten und der Rest des Starterfeldes mit technischen Defekten ausgeschieden war.

Da Mulford die Gewissheit hatte, Zehnter zu werden und somit Preisgeld zu kassieren, hielt er an und aß zu Abend. Er kam schließlich nach 8 Stunden und 53 Minuten ins Ziel.

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Es gibt Versicherungen für die ungewöhnlichsten Eventualitäten aller Art. Drei Schwestern in Schottland jedoch schossen den Vogel ab, als sie sich im Jahr 2000 für den Fall versicherten, Jesus zu gebären.

Sollte eine von ihnen Mutter des auf die Erde zurückgekehrten Erlösers werden, garantierte ihr die Versicherungspolice eine bestimmte Geldsumme, um Gottes Sohn großzuziehen.

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Der englische Schriftsteller Ian Fleming, Erfinder des Agenten James Bond, hatte seltsame Marotten. Waren Gäste auf seinem Anwesen, hielt er diese an, am frühen Morgen nicht den Rasen zu betreten, um den Tau auf den Spinnennetzen zu bewahren. Es gehörte zu Flemings Gewohnheiten, nach dem Aufstehen in seinem Garten spazieren zu gehen und die Spinnennetze zu betrachten.

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Der niederländische Mystiker John Roeleveld sammelte vierzig Jahre lang Tierknochen, war er doch davon überzeugt, am Jüngsten Tag würden die Tiere mit ihren alten Knochen wiederauferstehen. Doch damit nicht genug: Er sammelte außerdem kaputte Möbel und defekte Maschinen, in dem Glauben, Gott würde diese Objekte auf die gleiche Art und Weise wiederherstellen.

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Im Jahr 2003 wurden zwei Piloten einer Fluggesellschaft entlassen, weil sie nackt geflogen waren – so sehr sie auch versicherten, es habe sich nur um einen Scherz gehandelt.

Stellt sich die Frage, inwieweit andere Berufe, die hinter geschlossenen Türen ausgeübt werden, die Versuchung mit sich bringen, sich seiner Kleidung zu entledigen (abgesehen von den Berufen natürlich, zu deren Ausübung dies unerlässlich ist!). So habe ich zum Beispiel von Radio-Discjockeys gehört, die splitternackt Sendungen moderierten, ohne dass jemand davon Wind bekommen hätte.

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Man sagt: Wenn Ihnen die Politik Ihrer Regierung missfällt – warum tun Sie dann nichts dagegen? Einfach nur kritisieren kann jeder!

Und dann gibt es da Leute wie den kanadischen Fischer Russell Arundel, der einen Schritt weiter ging und im Jahr 1949 eine kleine Insel vor der Küste Neuschottlands zu einem unabhängigen Staat erklärte. Sich selbst ernannte Arundel zum Prinz aller Prinzen des Fürstentums von Outer Baldonia.

Er verfasste eine Charta der Grundrechte, die nur für Fischer Gültigkeit hatte und unter anderem das Recht beinhaltete, «zu lügen und dennoch die Wahrheit für sich zu reklamieren», sowie das Verbot, «zu nörgeln oder andere zu unterbrechen».

Der Mann hatte eine wahrhaftige Utopie geschaffen. So blicken wir alle neidvoll auf Outer Baldonia, dem einzigen Land der Welt, in dem Lügen durch die gesetzlich festgelegten Grundrechte gedeckt sind. In anderen Ländern werden Lügen eher von den Leuten gedeckt, die an der Macht sind. Mir ist Arundels Ansatz wesentlich sympathischer – er ist ehrlicher.

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Arundel war nicht der einzige Visionär, der seine eigene Nation ausrief, weil ihm die Zustände in seinem Heimatland missfielen. Ein australischer Bauer namens Leonard Casley regte sich derart über die Regierung seines Landes auf, dass er sich im Jahr 1970 von Australien lossagte und seinen Hof zu einem eigenständigen, unabhängigen Staat deklarierte – der Provinz von Hutt River.

Casley verdiente durch den Verkauf von Hutt-River-T-Shirts und Souvenirartikeln weit mehr als mit seiner Landwirtschaft.

 

Im Jahr 1993 unterzeichnete der texanische Richter Charles Hearn ein Todesurteil und setzte ein Smiley neben seine Unterschrift. Die Verteidigung des Angeklagten erhob Einspruch mit der Begründung, dies käme der Bemerkung des Richters gleich: «Schönen Tod noch.»

 

Um finanzielle Mittel für die Nationalmannschaft zu rekrutieren, vertrieb der ecuadorianische Fußballverband ein Eau de Cologne für Männer, das Fans wie Fußballspieler riechen ließ.

Werden Footballfans in den Vereinigten Staaten nun die gleiche Leidenschaft entfachen und ihrerseits ein Eau de Cologne auflegen, das ihnen die Duftnote einer Umkleidekabine in der NFL verleiht?

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Footballspieler sind nicht unbedingt die am allerbesten riechenden Sportskanonen dieser Welt. Aber NFL-Stars denken sich immer extravagante Jubelszenarien aus, um einen gelungenen Spielzug zu feiern.

Als der Wide Receiver Randy Moss in einer Play-off-Begegnung 2005 einen Touchdown erzielte, drehte er den Anhängern der Green Bay Packers den Rücken zu und tat so, als würde er seine Hose herunterziehen, um den Fans seinen Allerwertesten entgegenzustrecken.

Nachdem John Randle, Defensive Lineman der Seattle Seahawks, den Quarterback des gegnerischen Teams «gesackt», also zu Fall gebracht hatte, feierte er dies, indem er in Hundemanier ein Bein hob – als würde er auf den am Boden liegenden Quarterback urinieren.

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Hier nun eine Geschichte, die verrückt ist und dennoch in gewisser Weise Sinn macht. Im Jahr 2006 beantragte ein Häftling in Vermont eine staatliche Lizenz zum Ausschank von Alkohol. Er wollte im Gefängnis eine Kneipe für die Insassen eröffnen.

Zumindest ein Problem würde sich in diesem Fall nicht stellen: Keiner der Kneipenbesucher käme in Versuchung, sich betrunken ans Steuer zu setzen.

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Der englische Philosoph Sir Thomas More hatte eine für das 16. Jahrhundert sehr progressive Einstellung zur Ehe. Er vertrat die Auffassung, zwei junge Leute, die sich mit Heiratsabsichten tragen, sollten sich zuerst gegenseitig nackt sehen, um späteren Enttäuschungen vorzubeugen.

Als ein Freund um die Hand von Mores Tochter anhielt, führte er diesen nach oben in ihr Zimmer, wo das Mädchen tief und fest schlief, und zog die Bettdecke beiseite, sodass der angehende Bräutigam sehen konnte, was ihn erwartete.

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William Castle, Filmproduzent zweitklassiger B-Movie-Streifen, drehte im Jahr 1958 einen billigen Horrorfilm mit dem Titel Macabre. Er steckte weder besonders viel Geld noch besonders viel Herzblut in das Projekt. Die Werbetrommel für seinen zweitklassigen Film jedoch rührte er in erstklassiger Weise.

Castle schaltete Zeitungsanzeigen, in denen er der Fangemeinde avisierte, dass jeder, der den Film sehen wolle, zusätzlich zum Kauf einer Eintrittskarte eine Versicherung über 1000 Dollar abschließen müsse – für den Fall, jemand erschrecke sich während des Films zu Tode.

Castle parkte für alle Fälle einen Leichenwagen vor dem Kino und postierte eine Krankenschwester im Eingangsbereich, um die Kinobesucher medizinisch zu betreuen, die vor Schreck ohnmächtig wurden.

Natürlich kassierte niemand die Versicherungssumme. Aber eine ganze Menge Leute kaufte Eintrittskarten, um sich persönlich davon zu überzeugen, was es mit dem ganzen Rummel auf sich hatte.

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Im Jahr 1993 klopfte eine Frau nachts an die verschlossene Eingangstür einer Fernsehanstalt in Tulsa, Oklahoma. Sie erklärte dem Nachtwächter, sie hätte eine Panne mit ihrem Wagen, und bat um Einlass, um das Firmentelefon zu benutzen und einen Abschleppdienst zu rufen. Kaum war sie durch die Tür, bedrohte sie den Wachmann mit einer Pistole und begann, die Firmenräume auszurauben.

Schließlich stellte sich heraus, dass der Raubüberfall nur ein Test war, den sich der neue Chef ausgedacht hatte, um zu sehen, wie die Mitarbeiter reagierten. Was soll man von Chefs halten, die ihren Angestellten im wahrsten Sinne des Wortes die Pistole an die Schläfe halten?

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King Gillette experimentierte sechs Jahre lang herum, bis ihm schließlich mit der Erfindung des Nassrasierers der Durchbruch gelang und er zum Millionär wurde. Anschließend widmete sich Gillette anderen Dingen und steckte seine Energie und sein Vermögen in das Projekt einer neuen Weltordnung, in der zum Wohle der Menschheit nur Ingenieure das Sagen haben sollten.

Außerdem trieb ihn eine weitere große Vision um: Er wollte die Menschen davon überzeugen, nicht weiter zu Hause in der eigenen Küche zu kochen, sondern friedlich und im Geiste der Brüderlichkeit in riesigen Speisesälen gemeinsam zu essen – wie in einem großen Sommerferienlager, das nie zu Ende geht.

Kurioserweise haben in der modernen Welt von heute Ingenieure in vielerlei Hinsicht tatsächlich das Sagen. Und was die riesigen Gemeinschaftsspeisesäle angeht – schlägt sich Gillettes Idee einer Esskultur dieser Art heute nicht in Fast-Food-Ketten und Restaurants in Einkaufspassagen nieder? Allerdings war Gillette etwas zu sehr auf den Geist von Frieden und Brüderlichkeit fixiert.

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Zu viel Freizeit macht ebenfalls erfinderisch. Selbst die unsinnigsten Erfindungen lassen sich patentieren, muss eine Idee doch nicht pfiffig oder gar praktisch sein, um patentiert zu werden, sondern lediglich einzigartig.

Die Erfinder des per Schaukelstuhl angetriebenen Staubsaugers, des Unterwasser-Flugzeugträgers oder des Haarschneideautomaten haben ebenso viel Denkarbeit und Engagement in ihre Kreationen gesteckt wie die Erfinder der Glühbirne oder des Computers. Sie haben lediglich einen entscheidenden Punkt außer Acht gelassen: Sie haben es versäumt, sich die Frage zu stellen, wer um alles in der Welt ihre Erfindungen braucht.

Versäumnisse dieser Art haben uns folgende Prachtexemplare patentierter Skurrilitäten beschert:

Eisenbahnzüge mit Schienen auf dem Dach jedes Waggons, damit ein schneller Zug einen langsamen auf der gleichen Gleisspur überholen kann – in einer Art vorübergehendem Huckepackverfahren.

Brillen für Hühner, damit sie sich nicht gegenseitig die Augen auspicken.

Fußwärmer, die mittels unter dem Hemd und in beiden Hosenbeinen verlaufenden Schläuchen mit Atemluft betrieben werden. Am oberen Ende mündet der Schlauch in ein unter dem Kinn angebrachtes trichterförmiges Mundstück, in das man ausatmet. So breitet sich die Wärme der Atemluft in dem Schlauchsystem aus und hält den Leuten an kalten Tagen die Füße wohlig warm – und Fremde auf Distanz.

Ein Gerät zum Grübchenmachen, das auf dem Prinzip eines Handbohrers basiert.

Ein automatischer «Klaps-Spender», der Babys durch Tätscheln ihres Hinterns zum Einschlafen bringen sollte. Diese Erfindung kam in der Regel zusammen mit einem anderen Gerät zum Einsatz, das dazu diente, Kleinkinder nach dem Essen aufstoßen zu lassen, und aussah wie eine dieser Zirkuskanonen, mit denen Akrobaten in die Manege katapultiert werden.

Ein Pullover für zwei Personen – zum Kuscheln für kalte Tage.

Ein Kino, das die Besucher durch unter den Sitzen angebrachte Falltüren betreten und auch wieder verlassen, damit sie sich beim Popcornholen nicht gegenseitig auf die Füße treten.

Eine Diebstahlsicherung für das Auto, die nicht nur Alarm auslöst, sondern gleichzeitig auch einen Flammenwerfer in Gang setzt.

Golfbälle, die mit einer insektenanlockenden chemischen Substanz beschichtet sind, die es Golfern erleichtern soll, ihre verlorengegangenen Bälle wiederzufinden – vorausgesetzt, sie haben sich mit einem Insektenschutzmittel eingecremt.

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Ebenfalls Überstunden für Golfer schoben die Erfinder übelriechender Golfbälle, die es den Sportlern ermöglichen sollten, nach einem missglückten Abschlag den verlorengegangenen Ball zu erschnüffeln. Oder radioaktiver Golfbälle, die mittels eines Geigerzählers aufgespürt werden konnten. Wäre diese Erfindung jemals zum Einsatz gekommen, hätte es wohl schon bald mehr verlorengegangene Golfer als Bälle gegeben.

Eine Flut von Ideen dieser Art führte schließlich dazu, dass Charles Duell, Leiter des amerikanischen Patent- und Markenamts, im Jahr 1899 verkündete: «Alles, was erfunden werden kann, wurde bereits erfunden.»

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Im englischen Salisbury wurde ein Evangelist mit einer Strafe von 1900 £ belegt, weil er mit einem motorisierten Gleitschirm über die Hausdächer flog, um aus luftigen Höhen zu den Sündern am Boden sprechen zu können. «Ich dachte, wenn die Menschen plötzlich diese Stimme am Himmel hören, meinen sie vielleicht, Gott spräche zu ihnen», brachte er zu seiner Verteidigung vor.

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Wer in der Hierarchie der Kwakiutl-Indianer aufsteigen wollte, hatte sein ganzes Hab und Gut zu zerstören. So verbrannten machtbesessene Stammesmitglieder nicht nur ihren gesamten Besitz und ihre Nahrungsmittelvorräte, sondern zündeten auch ihre eigenen Häuser an. Ihnen blieb die Macht des Nichts.

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Im 18. Jahrhundert duellierten sich deutsche Universitätsstudenten mit Säbeln im Namen der Ehre. Schmisse im Gesicht galten als Zeugnis ganz besonderen Muts.

Die verletzten Studenten hielten den Arzt an, ihre Wunden schlecht zu vernähen, wollten sie doch, dass jeder ihre Narben sieht. Je markanter die Narbe, desto größer das soziale Ansehen des Studenten.

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Im Jahr 1851 erfand ein britischer Arzt ein blutegelgestütztes Unwetterwarnsystem. Das von ihm entwickelte «Gerät» zur Wettervorhersage bestand aus einem mit Blutegeln gefüllten Glas, das mit einer Glocke bestückt war. Kündigte sich ein Sturm an, nahm die Bewegungsaktivität der Blutegel zu, was wiederum die Glocke auslöste.

Der Arzt wollte die gesamte Küste Großbritanniens mit seinem Frühwarnsystem ausstatten, doch die Regierung erteilte seinen ehrgeizigen Plänen eine Absage.

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Im Jahr 1981 warteten die kreativen Diebe New York Citys mit einer neuen Masche auf und begannen, in der U-Bahn die so genannten Tokens – also Wertmarken – aus den Münzschlitzen an den Drehkreuzen zu saugen. Meister ihres Fachs kamen auf diese Art polizeilichen Schätzungen zufolge auf Tageseinnahmen von bis zu 75 Dollar.

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Kulinarischer Einfallsreichtum? Spitzenköche haben ein Näschen für neue Kreationen – und Gourmets einen mitunter recht ausgefallenen Geschmack.

Der deutsche Gourmand Johann Ketzler verschlang einen ganzen gebratenen Ochsen. Allein. In 42 Tagen.

Ein exzentrischer Engländer nahm die letzten vierzig Jahre seines Lebens nur noch Nahrung in Form von Rüben zu sich. Vielleicht dauerte die konsequente Rüben-Diät auch nur ein paar Wochen, die unserem englischen Freund jedoch wie vierzig Jahre anmuteten.

Im alten Rom galt Kaiser Elagabal als ausgewiesener Feinschmecker. Sein Leibgericht ist heute kaum noch auf Speisekarten gehobener Restaurants zu finden: Kamelfersen.

Vor 3500 Jahren labte sich das chinesische Königshaus an ausgesuchten Delikatessen wie gebratenen Jungschwalbenschwänzen und gedünsteten Orang-Utan-Lippen.

Ein Restaurant in Decatur im US-Bundesstaat Georgia erweiterte 2006 seine Speisekarte um zwei Gerichte. Das ist deshalb erwähnenswert, weil die verwendeten Zutaten auf ein und demselben Teller eigentlich nichts zu suchen haben. So bestand der «Hamdog» aus einem um einen Hotdog gewickelten und anschließend frittierten Hamburger, garniert mit Chili, Spiegeleiern und Speck. Und der letzte Schrei war ein Cheeseburger mit Speck, der auf einem Krispy Kreme Doughnut serviert wurde.

In der spanischen Stadt Barcelona gibt es ein Restaurant, dessen Küchenchef ein gefeierter Star der Branche ist und für seine bizarren Kreationen wie Gänseleber-Eis, Hasenohren und Kellogg’s Paella – ein Gericht, das aus Kartoffel-Vanille-Püree, Garnelenköpfen und Rice Krispies besteht – Höchstpreise erzielt.

Angesichts dieser Speisekarte erscheint eine gewisse Reserviertheit zu Tisch durchaus verständlich – und eine Tischreservierung unumgänglich, erfreut sich das Restaurant doch größter Beliebtheit.

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Marketinggesellschaften machen Werbung für die absonderlichsten Nahrungsmittel, um den Verkauf ihrer Produkte zu steigern. Als da wären: Trauben-Pesto-Pizza, Erdnussbutter-Wackelpudding-Sandwiches, Beeren mit grüner Pfeffersoße, Birnen-Tomaten-Pizza, Rinderzungensalat mit Kirschen und hartgekochten Eiern, Spaghettikürbis-Walldorfsalat, Pflaumensalat aus mit Erdnussbutter gefüllten Früchten, Zwiebelwein, Jalapeño-Chili-Eis, Popcorn mit Cheeseburgergeschmack und Feigen-Eis.

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Im Jahr 1999 präsentierte ein Schneider im südkoreanischen Seoul den parfümierten Anzug für Geschäftsleute. An verschiedenen Stellen des Anzugs waren Kapseln eingearbeitet, die auf Druck den Duft eines Pinienwalds – oder von Pfefferminz oder Lavendel – freisetzten.

Alle drei Geschmacksrichtungen zusammen hätten jedem Geschäftstreffen wohl eine ganz besondere Duftnote verliehen.

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Britische Exzentrik ist unerreicht – und zudem kann kein Land der Welt mehr Exzentriker für sich reklamieren als Großbritannien.

Robert Cook, ein Landadliger aus dem 17. Jahrhundert, ließ seine gesamte Kleidung – vom Hut bis zur Unterwäsche – aus weißem Leinen anfertigen. Außerdem hielt er auf seinem Bauernhof nur weiße Kühe und Schimmel.

Henry Cope war im 19. Jahrhundert als der «Grüne Mann Englands» bekannt. Er trug ausschließlich grüne Kleidung und ernährte sich nur von grünen Lebensmitteln. Selbst das gesamte Interieur seines Anwesens einschließlich der Möbel war in Grün gehalten.

Beau Brummeil, Trendsetter für die englische High Society in Fragen des guten Geschmacks, erklärte Gemüse für unzeitgemäß. Als er von einer Dame der feinen Gesellschaft gefragt wurde, ob er überhaupt schon einmal Gemüse gegessen habe, antwortete Brummell: «Ja, gnädige Frau, einst aß ich eine Erbse.»

Brummells Mittel, um seine Frivolitäten ausleben zu können, waren begrenzt – im Gegensatz zu seinem Stilgefühl. So gehörte es zu seinen Marotten, seine Schuhe täglich mit Champagner putzen zu lassen.

Sir Tatton Sykes war besessen davon, nur ja nicht der englischen Kälte anheimzufallen. So trug er auf seinen ausgedehnten Landspaziergängen stets mehrere Mäntel übereinander, die er – je wärmer es im Laufe des Tages wurde – nach und nach abstreifte.

Die Jungen aus dem Dorf verdienten sich ein gutes Zubrot, folgten sie Sir Sykes doch auf seinen täglichen Ausflügen und brachten ihm anschließend seine Mäntel zurück – Tag für Tag, für einen Shilling das Stück.

Jemmy Hirst war Mitte des 19. Jahrhunderts begeisterter Jäger. Allerdings nicht unbedingt ein Vertreter der klassischen englischen Jagd. Wenn Hirst auf die Jagd ging, hielt er es nicht mit Pferden und Jagdhunden wie andere englische Herren. Stattdessen ritt er auf einem Stierbullen und bediente sich dressierter Schweine, um die Beute zu apportieren.

Im 19. Jahrhundert zeigte der Marquis von Waterford ein Herz für Arme. In London schleppte er Ginfässer auf die Straße und spendierte jedem Passanten ein Gläschen. Auf diese Weise wurde er vorübergehend zum beliebtesten Menschen Londons.

Hannah Beswick, eine wohlhabende Engländerin im 18. Jahrhundert, trieb stets die Angst um, sie könnte bei lebendigem Leib begraben werden. So vermachte sie ihrem Hausarzt ein kleines Vermögen unter der Bedingung, ihren Leichnam so lange aufzubewahren, bis er absolute Gewissheit habe, dass sie tot sei.

Der Arzt tat, wie ihm aufgetragen. Er balsamierte den Leichnam der Frau ein und bewahrte ihn fortan in seiner Standuhr auf – für den Rest seines Lebens.

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Der Millionär Cornelius Vanderbilt achtete stets darauf, dass die Füße seines Betts in mit Salz gefüllten Schälchen standen, um der Heimsuchung durch böse Geister im Schlaf vorzubeugen.

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Der preußische Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher trug maßgeblich zu Napoleons Niederlage in der Schlacht von Waterloo bei. Außerhalb des Schlachtfelds jedoch stellte er ein Problem für seine britischen Verbündeten dar. Blücher war davon überzeugt, französische Spione erhitzten alle Böden, damit er sich die Füße verbrenne. So ging er immer auf Zehenspitzen, wenn er ein Gebäude betrat.

 

Im Jahr 1977 kletterte Emma Disley auf den höchsten Berg, den Wales zu bieten hat. Dieser ist zwar nur gute 1000 Meter hoch und stellt mithin keine größere alpinistische Herausforderung dar – allerdings bestieg sie ihn auf Stelzen.

 

Nach einem Streit mit ihrem Exmann um das Sorgerecht schnappte sich eine Frau aus Arizona ihre beiden vier und sechs Jahre alten Kinder und floh nach North Carolina. Dort lebte sie die kommenden zwei Jahre als Mann mit einer anderen Frau zusammen. Sie machte ihre Kinder glauben, sie sei nicht ihre Mutter, sondern ihr Vater.

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Als sich der texanische Gesetzgeber mit dem Thema der Zweisprachigkeit auseinandersetzte, hielt der frühere Gouverneur des US-Bundesstaats, «Farmer Jim» Ferguson, mit seiner Meinung nicht hinterm Berg: «Wenn Englisch gut genug war für Jesus Christus, dann ist es auch gut genug für die Schulkinder in Texas.» Ja wenn, Herr Gouverneur, wenn.

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König Ludwig II. von Bayern gab ein Vermögen aus, um das mittelalterliche Märchenschloss Neuschwanstein im ganz und gar nicht mittelalterlichen Jahr 1868 bauen zu lassen.

Allerdings gehörte das verprasste Geld nicht ihm, sondern dem Fiskus, was einer der Gründe dafür war, dass Ludwig für unzurechnungsfähig erklärt und in ein Irrenhaus gesteckt wurde. Ein weiterer Grund für diese Maßnahme: Ludwig pflegte sein Pferd zum Abendessen einzuladen. Ein König hat es eben schwerer als ein Normalsterblicher, den Status der Unzurechnungsfähigkeit zu erlangen.

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Im Jahr 1973 wurde ein Mann, der zu Lebzeiten für einen schwedischen Süßwarenhersteller tätig war, in einem mit Schokolade überzogenen Sarg beerdigt.

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Wenn Sie das nächste Mal jemand auffordert, Ihren Schreibtisch oder Ihr Zimmer aufzuräumen, verweisen Sie einfach auf den Schriftsteller Robert Pirsig, der einst feststellte: «Was über Pioniere der Menschheit immer geflissentlich verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass sie ausnahmslos von Natur aus unordentlich sind.»

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Manche Leute geben sich wirklich die allergrößte Mühe, besonders originell zu sein, und dennoch ist dies manchmal zu wenig: Jim Corbett, Boxweltmeister im Schwergewicht, freute sich wie ein Kind, als er dem berühmten Draufgänger Steve Brodie vorgestellt wurde. «Ich wollte schon immer mal den Mann treffen, der über die Brooklyn Bridge gesprungen ist», meinte Corbett.

«Nicht über die Brücke», verbesserte ihn Brodie. «Ich bin von der Brooklyn Bridge gesprungen – und hab’s überlebt.»

«Von der Brücke?», sagte der Box-Champion, drehte sich um und ging weg. «Das kann doch wohl jeder verdammte Idiot.»

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Wie stößt man auf solche Originale? Oftmals einfach durch eine schärfere Beobachtungsgabe. «Je intelligenter jemand ist, desto mehr Leute findet er originell», meinte der Philosoph Blaise Pascal. «Otto Normalbürger sieht keine Unterschiede zwischen Menschen.»

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Was Religion anbelangt, haben viele Menschen Antworten auf alles parat. Leider jedoch nicht die gleichen Antworten wie andere Menschen.

Der Schriftsteller Christopher Morley wartete mit einer interessanten Variante zur Diskussion über die Schöpfungsgeschichte auf, als er sagte: «Meine Theologie ist – kurz gesagt – die, dass die im Universum geltenden Regeln zwar niedergeschrieben, aber nie unterzeichnet wurden.»

Kapitel 3 Schien in dem Moment eine gute Idee zu sein: Stich mich ab!

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Wenn wir einmal die Geschichte menschlicher Unzulänglichkeiten etwas näher betrachten, stellen wir fest, dass wir unsere Fehler alle aus ein und demselben Grund begehen – weil sie seinerzeit eine gute Idee zu sein schienen.

Dabei übersehen wir in der Regel genau das, was später offensichtlich und Wasser auf die Mühlen unserer Kritiker ist. Dennoch gibt es auch eine gute Nachricht zu vermelden: Leute, denen Fehler dieser Art unterlaufen, sind de facto bestens geeignet, als Fernseh-Experten Karriere zu machen.

Das Fernsehen liegt bisweilen daneben, Zeitungen verbreiten gelegentlich Falschmeldungen. Und Historiker machen ohnehin immer wieder die gleichen Fehler – Geschichte wiederholt sich schließlich.

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Ein Jahr vor der Wiederwahl Bill Clintons zum amerikanischen Präsidenten schrieb das Wall Street Journal: «Clinton wird gegen jeden republikanischen Kandidaten verlieren, der nicht auf der Bühne sabbert.»

Möglicherweise ließ sich kein Republikaner dieses Zuschnitts finden.

Allerdings bekleckerte sich der politische Gegner auch nicht gerade mit Ruhm. Nehmen wir den Demokraten Hubert Humphrey, einen Mann, der um jeden Preis Präsident werden wollte. So sehr, dass er den riesengroßen Fehler beging, unter Lyndon Johnson als Vizepräsident zu dienen. Das ist, als begäbe sich jemand zum Marquis de Sade in die Lehre, um das Handwerk der Lederverarbeitung zu erlernen.

Johnson demütigte Humphrey bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Einmal trat der Präsident seinem Vize gegen das Schienbein, weil dieser sich nicht schnell genug fortbewegte. «Wenn ich deine Meinung hören will», sagte Johnson zu Humphrey, «werde ich dir das schon stecken.»

Obwohl Humphrey all diese Erniedrigungen ertrug, wurde er nie US-Präsident. Er verlor die Wahl gegen einen Politiker, der sogar noch größere Demütigungen über sich ergehen lassen musste, um in das Amt zu kommen: Richard M. Nixon.

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Regierungen produzieren unaufhörlich gute Ideen, die Millionen verschlingen und sich letztlich als nutzlos erweisen. Aber auch Beamte bringen eine Menge kleiner, billiger, nutzloser Ideen hervor.

Die Sozialfürsorge in South Carolina verschickte folgenden Brief: «Ihre Essensmarken verlieren mit sofortiger Wirkung ihre Gültigkeit, da wir Kenntnis von Ihrem Ableben erhalten haben. Sollte sich an Ihrer persönlichen Situation etwas ändern, steht es Ihnen frei, jederzeit einen Neuantrag zu stellen.»

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