Dunkle Villa - Alexandra M. Schumacher - E-Book

Dunkle Villa E-Book

Alexandra M. Schumacher

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Beschreibung

Das Transkript eines ungewöhnlichen Filmes. Die Geschichte einer Villa, die private Sammlung eines Museumsdirektors und die Liebe zweier Frauen, die an den sehr speziellen sexuellen Neigungen ihrer Männer, trotz einiger krimineller Machenschaften, dann letztendlich doch nicht scheitert. Am Anfang eine Liebesgeschichte, dann schon fast ein Krimi und immer so farbig und spannend erzählt, dass jede Seite fesselt.

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Seitenzahl: 132

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhalt

Introduktion

Frühstück

Traum

Reithosen –

Schäferstündchen

Tagebuch

Bestrafung

Kommissariat

Eis

Geständnis

Anhang

Bonustrack

Track eins

Track zwei

Track drei

Introduktion

Es fängt an wie jeder Film anfängt, den man auf DVD pressen kann. Das Dolby Digital Testsignal pfeift sausend durch die Boxen der Surround Anlage. Das Logo der Produktionsgesellschaft wird ins Schwarz abgeblendet. Der Titel erscheint, dann Musik: Eine raue Klarinette, ein gezupfter Bass und ein Klavier, langsam. Früher Swing, noch lange nicht beim vollen Bigband Sound angekommen, nicht wirklich traurig aber ein wenig geschmeichelt von der eigenen Langeweile. Die Musik klingt wie aus einem Radio, das im Nebenraum steht. Die erste Kameraeinstellung, weich in das von der Musik gefüllte Schwarz eingeblendet.

Man sieht Szenen wie aus einem Film von Ingmar Bergmann. Klare ausdrucksstarke Bilder. Sehr genau inszeniert und opulent ausgestattet. Handwerklich gut gemachtes Kino. Und trotzdem kein Mainstream. Die Geschichte spielt in den frühen zwanziger Jahren des vergangen Jahrhunderts.

Eine mondäne Jugendstil-Villa, fast ein kleines Schloss. Der Park, nicht zu groß, aber sehr angemessen für das Gebäude, das in ihm steht. Alles ist auf das äußerste akkurat gepflegt und sehr gut bürgerlich, großbürgerlich um genau zu sein. Es ist ein sonniger Tag.

Und während man diese stille Szene sieht, hört man schon bald die Geräuschkulisse aus dem Inneren eines fahrenden Autos. Das Auto kommt dann irgendwann etwas später ins Bild. Von der Seite hinten, kommt es herangefahren, aber schon bevor man es sieht, hört man den Ton aus dem Inneren und dann dazu die Stimme einer Frau.

„Es ist immer dasselbe mit dir. Mach mir jetzt bloß keine Szene, es reicht“, sagt die Stimme.

Die Stimme ist ärgerlich, erregt, zornig, sie spricht laut, aber sie ist nicht unbeherrscht.

„Aber ich kann doch nichts . . .“, hört man die Stimme eines Mannes, etwas zaghaft protestierend, und dann hört man das Klatschen einer Ohrfeige. Genau nach dem Klatsch ein harter Schnitt, Blick in das Innere des Wagens, die Kamera schaut in das Gesicht eines Mannes, er ist verdutzt, erschrocken und eine gute Portion Trotz ist in seinem Gesicht zu sehen. Auf seiner Wange deutlich der frische Abdruck einer Hand: Ein kräftiges Rot. Der Mann sitzt auf der Rückbank des Wagens, neben ihm die Frau. Die Straße ist holprig, der Wagen rüttelt.

„Kein Wort mehr!“, sagt die Frau und der Mann nickt stumm.

Sie fasst mit der Hand sein Kinn und schaut ihn an: „Ich hoffe das reicht. Halt einfach den Mund.“

Der Mann nickt noch einmal, so gut das bei dem Griff geht, mit dem sie sein Kinn hält. Sie lässt ihn los, schaut ihn aber weiter an. Er weicht ihrem Blick aus, schaut zu Boden.

Schnitt: Wieder die Einstellung vor der Jugendstil-Villa, diesmal von der Auffahrt her. Der Wagen fährt über den fein geharkten Kiesweg, es knirscht, eine Bedienstete kommt eilfertig aus dem Haus, öffnet die Wagentür. Die Frau steigt aus, hinter ihr der Mann, den Kopf gesenkt. Man sieht, dass er sich schämt. Die Bedienstete lächelt ihn an, er schaut schnell an ihr vorbei, geht mit der Hand an seine Wange. Sieht man die Spuren der Ohrfeige noch, scheint er sich zu fragen.

Schnitt. Jetzt im Inneren der Villa, in der Eingangshalle. Die Frau wird von der Hausherrin begrüßt, die ist noch in einem weiten Morgenmantel, luxuriös aus heller Seide, doppelt gesteppt mit roten und schwarzen Fäden, ein Muster von rankenden Blumen, weite Plüschärmel. Eine große schlanke Frau.

„Oh, meine Liebe, ich hatte Dich noch gar nicht so früh erwartet“, haucht sie dahin.

Die beiden Frauen umarmen sich und reden, reden, reden. Währenddessen geht die Kamera auf den Mann, der im Hintergrund stehen geblieben ist. Die Bedienstete beobachtet den Mann. Er merkt das. Sein Blick geht kurz zu ihr. Sie schaut ihn an. Er weicht ihrem Blick aus und schaut verlegen zur Garderobe: Dunkle Eiche, geschnitzt und Harken aus brüniertem Messing, massiv. Da hängt ein Regenmantel, ein Schuhanzieher mit Elfenbeinkopf, und zwei Peitschen: Eine braune Reitgerte und eine schwarze Hundepeitsche. Der Mann starrt auf die Garderobe. Als er merkt, dass die Bedienstete seinem Blick folgt, schaut er schnell zu Boden.

„Leg doch erst einmal ab“, hört man die Stimme der Hausherrin, „du bist ja noch im Mantel, ach wie unaufmerksam von mir.“

Man sieht, wie die Bedienstete den Mantel der Frau entgegennimmt. Die beiden Frauen gehen in den Salon. In der Tür dreht sich die Gastgeberin um. Sie schaut zurück und sieht den Mann: „Oh“, sagt sie, „den habe ich ja ganz übersehen.“ Sie lächelt und eine gute Portion Süffisanz ist in dem Lächeln.

„Komm“, sagt die Frau zum Mann, „steh da nicht so dumm herum.“

In der Abblendung sieht man, wie die Bedienstete dem Mann den Mantel abnimmt und an die Garderobe hängt, neben den Schuhanzieher und die Peitschen.

Ein paar Sekunden ist das Bild schwarz. Dann Überblenden in die nächste Szene: Auf der Veranda, ein gut gedeckter Tisch. Brunch: Brot und Schinken, Kuchen, Kaffee und Tee und feines Porzellan und in der Mitte ein silberner Kerzenleuchter. Die späte Vormittagssonne scheint durch die helle Bleiverglasung der Jugendstilfenster. Die Holzrahmen sind weiß lackiert. Alles ist hell und sauber. Die Frauen sprechen über Karlsbad, über Trinkkuren und Mineralwasserquellen.

„Es hat mir immer so gut getan, in der Kur, jeden Morgen das frische Wasser. Es ist so wohltuend und belebend.“

„Das kann ich mir vorstellen.“

„Ich hatte doch immer diese Migränen. Du weißt doch. Also am Anfange habe ich die Trinkkur eigentlich nur mitgemacht, weil alle anderen es auch gemacht haben. Aber dann habe ich schnell gemerkt, wie es mir richtig gut getan hat. Du solltest auch einmal eine Kur probieren“, sagt die Gastgeberin.

„Ich hätte das ja schon längst gemacht. Er ist das Problem. Ich kann mit ihm ja nirgendwo hin.“

„Will er nicht?“

„Wollen? Wenn ich mal wüsste was er will. Du kannst es dir gar nicht vorstellen, was er für ein Theater macht wenn wir etwas unternehmen wollen, und Verreisen geht mit ihm gar nicht.“

„Ich dachte er reist gerne.“

„Ja, das sagt er und dann macht er jedes mal eine riesen Szene, wenn es losgehen soll. Es gibt tausend Sachen, die nicht passen und wenn wir dann endlich doch einmal fahren, tut er alles um mich zu provozieren und mir die Freude an der Fahrt zu verderben. Schau dir doch an, mit welcher Miene er jetzt da sitzt.“

Die Frau zieht den schief sitzenden Hemdkragen des Mannes gerade.

„Schau doch mal etwas freundlicher“, sagt sie zum Mann und fährt dann fort: „In Italien mussten wir bereits nach zwei Tagen abreisen. Das ganze Hotel hat über uns gesprochen. Er hatte aber auch wirklich bei allem etwas auszusetzen. Schon ganz am Anfang hat er keine Möglichkeit ausgelassen mich zu provozieren. Man konnte einfach nichts mit ihm anfangen. Er wollte nicht an den Strand und nicht ins Meer und abends ausgehen war auch nicht. Nicht einmal beim Frühstück im Salon konnte er sich benehmen. Er ist aufgestanden und gegangen, weil er, wie er meinte, nicht in einem Raum essen könne, wo so viele Leute dumm daherschwatzten. Und das hat er dann auch noch laut durch den ganzen Raum gebrüllt, zwar auf Deutsch – Italienisch kann er ja nicht –, aber es waren genug Gäste da, die es verstanden haben. Du kannst dir nicht vorstellen, wie peinlich das war.“

„Das hätte ich ihm nicht durchgehen lassen.“

„Er benimmt sich immer so. Was soll ich denn machen?“

„Bei mir hätte er ordentlich was hinter die Ohren gekriegt, aber nicht zu knapp, und zwar auf der Stelle. Da währen mir die anderen Leute völlig egal gewesen.“

„Meine Mutter hat mir sogar empfohlen ihm einmal kräftig etwas mit der Peitsche zu geben.“

„Und, hast du es gemacht?“

„Was?“

„Die Peitsche, hast du ihm die Peitsche gegeben?“

Die Frau zögert etwas: „Ja“, sagt sie und dann, nach einem Moment der Verlegenheit: „Also ich nicht. Aber meine Mutter hat es gemacht. Sie hat am Nachmittag, noch vor der Abreise, bei einem Schuster eine lederne Reitpeitsche gekauft. Mehrere Lagen keilförmiger Riemen zusammen genäht, ein schöner Griff und vorne eine abgerundete Doppelklatsche. Ein sehr festes Leder. Sie hat ihn über die schon gepackten Koffer gelegt, die Hose herunter gezogen und ihm dann kräftig den nackten Po ausgehauen. Bestimmt mehr als vierzig Hiebe und das Teil hat eine gute Durchschlagskraft. Ich habe mich gewundert, dass er still gehalten hat.“

„Und hat es geholfen?“

„Zunächst schon, bis der Wagen kam, hat er mit heruntergelassener Hose in der Ecke gestanden und auf der Fahrt war er mucksmäuschenstill. Er hat sogar meiner Mutter am Bahnhof die Koffer getragen und war richtig artig. Ich war ganz verwundert. Aber als wir dann wieder zu Hause waren, da hat man von der Wirkung der Prügel kaum noch etwas gemerkt. Manchmal habe ich den Eindruck, dass seine Launen jetzt noch schlimmer sind als zuvor. Er legt es geradezu darauf an, mich zu provozieren. Es ist einfach fürchterlich.“

„Dann braucht er vielleicht öfter Schläge.“

„Ich hab ihm nach Italien schon einige male die Peitsche gegeben, aber das hat irgendwie keinen nachhaltigen Effekt. Nach ein paar Tagen ist wieder alles beim alten. Und ich finde es auch komisch, wenn man das bei einem erwachsenen Mann macht.“

„Wahrscheinlich ist er noch nicht richtig erwachsen.“

„So kann man das natürlich auch sehen.“

„Ja, das kann doch gut sein. Vielleicht braucht er einfach eine Nacherziehung, eine richtige kleine Erziehungskur.“

Die Gastgeberin lächelt amüsiert.

„Nun ja, vielleicht liegst du da gar nicht so falsch. Er hat als Kind nie Grenzen gespürt. Das ist schon das Problem. Er ist zum Beispiel nie bestraft worden, nicht einmal mit so einfachen Sachen wie Stubenarrest oder Eckestehen. Strafen sind für ihn etwas, wie soll ich sagen, ungewöhnliches. Ich habe sogar den Eindruck, dass es ihn erregt, wenn ich ihm die Peitsche gebe.“

„Aber das ist doch nicht schlimm, ganz im Gegenteil, das ist doch ein Zeichen, dass er es braucht. Vielleicht musst du einfach nur strenger mit ihm sein.“

„Meinst du?“ die Frau schaut skeptisch.

„Ja, ganz sicher“, sagt die Gastgeberin und steht auf. Sie schaut den Mann prüfend an und sagt dann zur Frau: „Mach dir mal keine Sorgen.“

Die Kamera fährt in die Totale. Die beiden Frauen gehen in das benachbarte Musikzimmer. Und während man den Mann sieht, wie er in der Veranda am Fenster steht und es in seinem Gesicht arbeitet, hört man Klaviermusik: Die Gastgeberin spielt Clementi.

„Was du für schöne Noten hast, meine Liebe“, hört man die Stimme der Frau.

„Ich hab auch was zu vier Händen.“

„Oh, ich glaube das kann ich nicht.“

„Doch, versuch es mal.“

Sie spielen vierhändig.

„Das ist doch wunderbar. Du spielst gut.“

„Ich hab schon so lange nicht mehr gespielt.“

„Wieso denn nicht?“

„Er mag das nicht, er mag kein Klavier.“

„Das ist ja unmöglich, ich glaube dem muss mal jemand ordentlich die Leviten lesen.“

Die Frauen spielen vierhändig Clementi, jetzt einen langsamen Satz. Der Mann steht am Fenster der Veranda und kaut nervös auf einem Zahnstocher herum.

Abblenden.

Schwarzes Bild, die Musik aus dem Musikzimmer wird langsam leiser. Man hört die Stimme der Frau.

„Du kannst dich so stur stellen wie du willst, du tust jetzt was ich dir gesagt habe, und zwar schnell!“

Man hört das Klatschen von einigen Ohrfeigen.

„Reichen die Ohrfeigen immer noch nicht? Soll ich dir vielleicht vor versammelter Mannschaft die Peitsche geben? Willst du das?

Das Bild wird eingeblendet. Die abendliche Veranda. Draußen ist es schon fast dunkel. Der Tisch ist abgeräumt. Der Mann steht mit gesenktem Kopf vor der Frau. Sein Gesicht glüht rot von den Ohrfeigen. Offensichtlich hat er schon eine ganze Menge Schläge bekommen. Neben ihm ein einfacher Hocker aus Holz. Auf dem Tisch steht eine Waschschüssel, dampfend mit heißem Seifenwasser, daneben einige Leinentücher. Die Gastgeberin sitzt auf dem Sofa an der anderen Seite der Veranda, neben ihr steht die Bedienstete mit einer bodenlangen weißen Schürze aus englischem Wachstuch.

„Willst du die Peitsche?“, wiederholt die Frau ihre Frage. Sie schaut zu der Bediensteten und nickt ihr zu, zum Zeichen, dass sie die Peitsche holen soll.

„Nein“, sagt der Mann jetzt kleinlaut, „ich gehorche.“

„Dann aber schnell“, meint die Frau.

Er stellt sich auf den Hocker. Die Bedienstete kommt, löst den Gürtel, öffnet ihm die Hose und zieht sie ihm bis über die Knie nach unten. Sie löst das Band, das seine Unterhose hält und zieht auch die nach unten. Dann nimmt sie sein Hemd hoch und verknotet die Hemdzipfel kurz über dem Bauchnabel. Sie macht das sehr geübt. Da sitzt jeder Griff.

Sie legt ein Wachstuch zwischen die Beine des Mannes und bedeckt damit die heruntergezogenen Sachen. Dann nimmt sie einen Schwamm und schrubbt dem Mann den Po gründlich mit der heißen Seifenlauge.

„Steh still, nimm die Hände nach oben, hinter den Kopf“, sagt die Frau.

Der Mann bekommt eine Erektion.

„Schau mal wie gut ihm das tut“, sagt die Gastgeberin vom Sofa aus. Sie legt eine Schallplatte auf das Grammophon. Man hört Musik, eine der frühen Symphonien von Mozart.

Die Bedienstete rubbelt dem Mann den Po trocken. Sie tränkt ein Tuch mit Alkohol und reibt Po und Pofalte mit Alkohol ab. Dann werden Unterhose und Hose wieder hochgezogen, aber nur bis zu den Oberschenkeln, nicht über den Po. Die Bedienstete zieht den Gürtel stramm zu. Hinten drückt er sich scharf in die Oberschenkel, knapp unter dem Ansatz des rot geschrubbten Pos, und vorne läuft er direkt über dem Schambein. Man sieht die Bauchdecke und das unrasierte Schamhaar des Mannes, der Penis ist heruntergedrückt in der Hose. Er kann nicht hoch kommen. Der Mann muss sich einmal um die eigene Achse drehen. Die Bedienstete schaut ihn von allen Seiten an. Oben sitzt alles. Sie nickt zufrieden. Dann beugt sie sich nach unten und krempelt die jetzt zu langen Hosenbeine hoch. Sie legt ein rechteckiges Gummilaken auf einen der Stühle und stellt den Stuhl neben der Tür vor die Wand.

„Setzt dich“, sagt die Frau.

Der Mann steigt vom Hocker und setzt sich auf den Stuhl neben der Tür.

„Wir können ihn auch noch anschnallen“, meint die Gastgeberin, „damit er auch wirklich still sitzt.“

„Bitte nicht“, sagt der Mann.

„Du sollst doch den Mund halten“, sagt die Frau und gibt ihm ein paar um die Ohren. Der Mann duckt sich.

„Schnallen Sie ihn an“, meint die Frau dann zur Bediensteten, „und schön fest, damit er nicht mehr so herumzappeln kann.“

Die Bedienstete holt einen Korb mit Riemen und schnallt den Mann sorgfältig am Stuhl fest.

Die Gastgeberin geht durch die Veranda zu einer Kommode, zieht eine Schublade auf und holt daraus einen Knebel.

„Den sollten wir ihm vielleicht auch noch geben“, meint sie zur Frau. Die Frau nickt.

Die Gastgeberin schnallt dem Mann den Knebel um. Sie schaut ihn an und will ihm eine klatschen, senkt dann aber die schon zum Schlag ausgestreckte Hand wieder. Sie nimmt ihm den Knebel ab. Der Mann sagt: „Danke“, aber das hört man kaum. Die Gastgeberin geht zurück zur Kommode und holt aus der Schublade einen anderen Knebel. Der hat Riemen die unten über das Kinn und oben um die Nase herum über die Stirn gehen. Der Mann lässt sich den Knebel umbinden. Die Gastgeberin holt erneut zu einer Ohrfeige aus, berührt dann aber nur seine Wangen mit der Handfläche und nickt: „So, dann kann man ihn auch besser ohrfeigen.“

Sie geht zu der Frau, die auf dem Sofa sitzt und sie interessiert beobachtet hat.

„Ich bewundere dich, wie du das machst. Du hast ein richtiges Händchen für Ihn“, sagt die Frau.

Die beiden Frauen sitzen nebeneinander auf dem Sofa. Rechts, vorne im Bild in der Unschärfe, sieht man den auf dem Stuhl angeschnallten Mann.

„Der ist erst einmal versorgt“, meint die Gastgeberin.

„Ja, meine Liebe, danke. Das war eine gute Idee.“

Die beiden Frauen sitzen eine Weile da.

„Du musst dich einfach entspannen.“

„Ja“, meint die Frau und seufzt.