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Johanna ist auf sich alleine gestellt und kämpft mit einem immer wieder zurückkehrender Albtraum und gegen falschen Normen in der Gesellschaft. Kann Johanna das Glück trotz alle Widrigkeiten noch finden?
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Veröffentlichungsjahr: 2016
© 2016 Th. Fountains
Lektorat, Korrektorat: M.Schmitt
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN
Paperback
ISBN 978-3-7345-4266-4
Hardcover
ISBN 978-3-7345-4267-1
e-Book
ISBN 978-3-7345-4268-8
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Th. Fountains
Die Wandlungen des Lebens
Es war wieder ein schöner Tag an der Schule vergangen. Johanna war im siebten Monat Schwanger und so fiel ihr jede Bewegung schwerer als sonst, so dass sie sich hingesetzt hatte. Sie erwischte sich dabei in Erinnerungen zu schwelgen. Sie dachte daran, wie sie die Liebe ihres Lebens kennenlernte, an den Umzug ihrer Freundin in ein anderes Land und wie sie zur glücklichste Frau der Welt wurde.
Johanna, wie soll man sie beschreiben? 1,60 cm, schwarze lange Haare, glänzenden braune Augen in denen man versinken kann, ein voller Mund, der zum Küssen einlädt und eine kleine spitze Nase. Eine tolle weibliche Figur, an der sich jeder Mann und so manche Frau verlieren würde. Ihre wohl geformten Brüste haben genau die richtige Größe. Im Großen und Ganzen eine von Gott gesegnete junge Frau, die sich mit ihren 23 Jahren in der Blüte ihres Lebens befand. Sie lacht gerne und steckt damit grundsätzlich die Personen in ihre Umgebung an. Keiner kann wirklich lange ernst sein in Ihre Nähe. Dafür wurde sie schon seit der Kindheit geschätzt. Sie ist für jeden Spaß zu haben, immer spontan und trotzdem sehr verantwortungsbewusst und hilfsbereit.
Gerade diese Vorzüge haben auch Neider hervorgebracht. Ein Stück Weit kann man diese sogar verstehen. Johanna musste sich augenscheinlich nie wirklich anstrengen um irgendetwas zu schaffen. Sie schien ohne jeglichen Probleme glücklich aufzuwachsen.
Die Realität war aber doch ein wenig anders.
Ihre Mutter war berufsbedingt sehr viel unterwegs und nahm regelmäßig Johanna mit. Sie lernte dadurch auch sehr früh Englisch zu sprechen, was ihr wiederum gute Noten in der Schule brachte. Anderseits war sie, immer wenn es Schulzeit war, alleine bzw. mit der Aufsichtsperson zuhause. Eine nette ältere Dame die sich sehr rührend um sie gekümmert hat. Ihr Vater, war ein sehr gefragter Architekt. Er hatte es geschafft eine mittel große Firma mit einigen Mitarbeiter aufzubauen. Im Laufe der Jahre hatte er einen internationalen Kundenstamm aufgebaut, was zu Folge hatte, dass auch er viel um die Welt Reisen müsste. Er gab sich immer sehr viel Mühe, seiner Tochter, so viel Zeit und Liebe wie Möglich zu geben, was sie ihm auch sehr hoch anrechnete, am Ende war sie jedoch oft allein. Somit verbrachte sie die Schulzeit, meist alleine, zuhause. In den Ferien reiste sie, häufig mit der Mutter, um die Welt. Natürlich war es immer spannend und aufregend. Dadurch konnte sie aber nie eine richtige Freundschaft aufbauen. Johanna saß sehr häufig in ihrem Zimmer auf der Fensterbank und weinte. Sie weinte weil sie ihre Eltern vermisste, sie weinte, weil sie wieder mal alleine war, sie weinte und weinte.
Sie wurde älter und lernte, dass der jeweilige Beruf für ihre Eltern sehr wichtig war. Wenn es ihnen gut ging, so brauchte sie sich um nichts zu sorgen. Sie hat sich damit abgefunden und hat sich auf sich selber konzentriert. Sie fing an zum Spielen rauszugehen und sprach auch mal andere Kinder an. So lernte sie Theresa kennen, die mit der Zeit ihre beste Freundin wurde.
Die beiden verbrachten viele Stunden zusammen, spielten, lernten und unterhielten sich über alles. Johanna war mittlerweile tatsächlich Glücklich. Ihr Vater starb als sie 20 Jahre alt war. Ein betrunkener Autofahrer hatte ihn übersehen und somit trat er viel zu früh aus Johannas Leben aus. Johanna hatte dem Fahrer schon verziehen, aber sie war noch traurig darüber, dass sie ihren Vater nicht mehr sagen konnte wie sehr sie ihn liebte.
Seitdem war die Beziehung zu ihrer Mutter noch inniger geworden. Ihr wurde klar wie schnell das Leben vorbei sein kann.
Mit 18 Jahren hatte sie das Abitur geschafft mit einen überragenden Notendurchschnitt von 1.0, wodurch ihr alle Türen der Welt offen standen. Ob Studium, Lehre oder Arbeit, es stand ihr frei ihr weiteren Weg dadurch selbst zu gestalten.
Sie hatte sich für ein Lehramtsstudium entschieden, da sie schon immer kleine Kindern unterrichten wollte. Sie wollte ihnen das geben, was sie von ihrer Mutter bekommen hatte, eine ganz besondere Art das Leben zu betrachten. Eine positive, Lebensbejahende Art, frei von Zweifeln und Zwängen. Es ging immer eine Aura von ihr aus, die die Menschen in ihrer Umgebung in eine optimistische und fröhliche Stimmung versetzte. „Es gibt immer ein Morgen“, pflegte sie zu sagen. In anderen Wörter, heißt das „lass dich nicht von den alltäglichen Widrigkeiten des Lebens unter kriegen, siehe alles als Herausforderung, die dich am Ende nur noch stärker macht.“
Die positive, abenteuerlustige und temperamentvolle Art, die sie von ihre Mutter erbte und erlernte, wollte Johanna als Vorzüge, zusätzlich zu dem trockenen Schulstoff, ebenfalls an die Kinder weiter geben.
Mit ihren 23 Jahren sollte nun ihr Referendariat an einer Grundschule beginnen. Sie hatte die Stelle mit offenen Armen bekommen. Johanna wollte Englisch und Geographie lehren.
Einziger Nachteil war die Lage der Schule. Als Referendarin kann man zwar ein Wunsch äußern, allerdings wird man von einem Gremium dort eingesetzt, wo man gebraucht wird. Der kleiner Ort Erding ist eine altbayerische Herzogstadt. 36 km nordöstlich von Münchens östlicher Stadtgrenze und 36 km südwestlich von Landshut gelegen lag der ca. zwei Autostunden von ihrem momentanem zuhause entfernt, sodass ein Umzug, zumindest für die Dauer des Referendariats, unabdingbar war. Sie sah sich Erding schon davor an und verliebte sich sofort in den ruhigen Ort mit den schönen Turm, der als Glockenturm für die Stadtpfarrkirche dient und der ehemaligen Stadtresidenz der Grafen von Preysing, ein langgestreckten dreigeschossiger Walmdachbau mit Eckerker und prachtvollen Türbekrönungen.
Bis es bis dem Referendariat los gehen sollte, war noch eine Woche Zeit. Den Großteil des Umzugs hatte sie bereits hinter sich, denn sie erhielt die Wohnung recht schnell und konnte somit ihre Sachen aufteilt auf mehrere Fuhren schon dorthin bringen.Sie wartete nur noch auf ihre Mutter und auf Theresa. Beide versprachen zu helfen.
Theresa war eine sehr schöne junge Frau. 1,75 m groß, lange Beine, weibliche Figur, üppige Oberweite, süßes hübsches Gesicht. Sie trug ihre braunen Haare gerne Schulterlang. Da sie ihre Stirn nicht mochte, bedeckte sie es mit einem Pony. Auf der Stupsnase trug sie eine randlose Brille, wodurch ihre großen braunen Augen kleiner wirkten. Eine Frau die jedem Mann kriegen könnte und doch war sie noch Single. Sie war anders aufgewachsen als Johanna. Sie verbrachte die ersten zwei Jahre ihres Lebens im Waisenhaus. Ihre Eltern waren verunglückt und leider gab es keine weitere Familie bei der sie hätte ausgewachsen können.
Somit wurde sie im Alter von zwei Jahren von einen sehr liebenswürdigen Ehepaar adoptiert, welches selber keine eigene Kinder bekommen konnte. Sie hatten nie viel Geld. Es reichte gerade mal für das nötigste und dennoch war Theresa glücklich aufgewachsen. Im Gegensatz zu Johannas Eltern, hatten ihre Eltern oft Zeit. Sie konnten zwar nichts teures kaufen, hatten ihr dafür aber viel Zeit und Liebe gewidmet.
In der Schule war Theresa guter Durchschnitt. Sie hasste Ungerechtigkeiten, daher wurde sie Johanna´s Freundin. Sie mochte es einfach nicht, wenn andere sie mieden, nur weil sie gute Noten hatte. Johanna hatte ihr dies schon immer hoch angerechnet, also öffnete sie ihr ihr Herz und so wurden die beiden im Laufe der Jahre beste Freundinnen.
Als Johanna erfuhr, dass ihr Referendariat in einem weiter entlegenen Ort sein würde, beauftragte sie einen Makler für sie die geeignete Wohnung zu suchen. Nach mehreren Besichtigungen entschied sie sich für eine drei-Zimmer-Wohnung, fast zu groß für eine Person alleine, allerdings wollte sie einen Raum für Nachhilfe einrichten, sodass es von der Größe her perfekt war. Der helle Holzboden mit einer leichten Maserung wurde perfekt zu den dunklen Möbeln passen, welche sie für das Wohnzimmer vorgesehen hatte. Die Bilder, welche sie von früheren Reisen mit ihren Eltern hatte, vervollständigten ihrer Meinung nach das wohlige Gefühl im „Lounge-Bereich“ wie sie ihn geistig schon taufte. Es war eine helle, einladende Wohnung. Über eine Glastür im Wohnzimmer erreichte man noch ein kleinen Garten, den sie noch dekorieren wolle. Sie hatte in Thailand mal einen sehr schönen Garten gesehen, mit Steinwegen und Wasserspiele und genauso wollte sie es einrichten. Sie war voller Vorfreude auf ihr neues Leben, auf das Unabhängig sein. Endlich auf den eigenen Beinen stehen und vor allem, endlich ihr eigenes Geld zu verdienen.
Mit der Schule traf sie die Vereinbarung, Schülern mit Lernschwierigkeiten Nachhilfe außerhalb der regulären Schulzeiten zu geben. So verdiente Sie während des Referendariats ein wenig Geld hinzu, wodurch es ihr möglich war persönliche Ausgaben zu decken.
Sie hatte zwar nie Geldprobleme, weil das Erbe ihres Vaters wirklich sehr hoch war, aber das eigene Geld zu verdienen, erfüllte sie mit Stolz. Trotz allem war sie nervös. Sie fragte sich was sie wohl erwarten würde und wie die Kinder auf sie reagieren würden. Ein wenig hatte sie sich auch Gedanken darüber gemacht, ob sie sich für den richtigen Beruf entschieden hatte.
Sie sah wie ihre Freundin um die Ecke kam. „Thess!!!, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast um mir zu helfen. Ich weiß, dass du viel zu tun hast.“ - begrüßte Johanna ihre beste Freundin.
„Das ist doch selbstverständlich, Anni. Zeige mir doch erst mal deine Wohnung. Danach kannst du mir irgendeine Aufgabe geben.“ - sagte Theresa. Johanna zeigte ihr alle Räume und erklärte ihr, wie es jeweils eines Tages aussehen soll. Die einzelnen Räume waren noch nicht fertig eingerichtet. Als sie fertig waren mit der Besichtigung, bat Johanna sie das Geschirr in der Küche fertig einzuräumen, während sie selbst die restlichen Handtücher im Bad verstaute.
Plötzlich hörte Johanna wie nach ihr gerufen wurde.
„Hey Prinzessin“ - so wurde sie immer von ihrer Mutter genannt. „ Wo bist du den schon wieder mit deinen Gedanken?“
„Mum, ich freue mich dich zu sehen. Hast du es gut her gefunden?“ - fragte sie die Mutter. „ Ja war nicht schwer, der junge Mann hier, hat mir mit den Rest deiner Sachen geholfen.“ - antwortete die Mutter.
Johanna hatte sich so sehr gefreut ihre Mutter zu sehen, dass sie ihn gar nicht bemerkt hatte. Sie betrachtete ihn.
Er war kein schöner Mann im klassischen Sinne, hatte aber ein Wahnsinns Körper, soweit sie es durch dem T-Shirt erkennen konnte.
Er hatte stahlblauen Augen wie Terence Hill gepaart mit ein verschwitztes Lächeln a la Jackie Chan. Er hatte schwarze Haare und war ca. 1,80 cm groß. Johanna war sofort sein Grübchen am Mund aufgefallen. Die tauchte immer auf, wenn er lächelte. Sie schätze ihn so um die 30 Jahre ein. Er kam ihr arrogant vor. Irgendwas an ihm, bewirkte, dass sie weglaufen wollte, gleichzeitig, war sie sich aber sehr sicher, dass sie sich sehr gut in seinen Armen fühlen würde. Sie hatte das Gefühl bei ihm in Sicherheit zu sein.
„Prinzessin, willst du nicht Hallo sagen und auch mal danke?! Ich habe dich anders erzogen!“ - sagte die Mutter entrüstet.
Sie wurde vor Scharm rot und erwiderte: „Oh klar, tut mir leid. Danke dass Sie meiner Mutter geholfen haben. Was schulde ich Ihnen?“ Er schaute sie nur an. Nach ein paar Sekunden, was ihr wie eine halbe Ewigkeit vorkam, sagte er endlich:
„Nichts, war mir eine Freude. Ich bin übrigens Stefan, wir sind wohl ab jetzt Nachbarn!“
„Oh ok, ich bin Johanna! Auf eine gute Nachbarschaft.“ - sagte sie lächelnd.
„Ja, werden wir sehen. Ich muss wieder, die Arbeit ruft. Man sieht sich sicherlich wieder.“ - sagte er versunken in Gedanken und verschwand durch die Tür, ohne ihr Zeit zu geben sich zu verabschieden.
Die Frau hatte ihn irgendwie berührt, auf eine Art und Weise, die ihm Angst machte. Er wusste nicht wieso, aber sie hatte irgendetwas an sich, was ihn anzog. Sie war so wunderschön...diese Augen...mal vom Rest abgesehen. „Die Frau ist einfach heiß.“- Dachte er sich.
In Gedanken verloren, ging er weiterhin seinen Weg in die Arbeit und hinterließ eine völlig verblüffte Johanna zurück.
„Wie unverschämt kann man nur sein?! Hat er nicht gelernt sich zu verabschieden, bevor er geht?!“ - fragte sie.
„Ach Prinzessin, der war einfach im Stress. Mir schien er sehr nett.“ - sagte ihre Mutter. „Wenn du das sagst!“ - sagte Johanna ungläubig. „Komm wir gehen rein.“
„Habe ich da eben eine männliche Stimme gehört?“ - fragte Theresa.
„Ja, Johanna´s neuen Nachbar, der Stefan. Er hat mir geholfen ihre Sachen zu tragen.“ - antwortete Johanna´s Mutter.
„Ja, so schnell geht es also bei dir, Annie.“ - spaßte Theresa.
„Lass das Thess, helft mir lieber...bitte!“ - sagte Johanna.
Sie fingen an die restlichen Möbel aufzubauen. Johanna hatte sich vor allem auf die alte Standuhr ihres Vaters gefreut. Sie war zwar sehr laut, aus dunklem massiven Holz und passte so gar nicht zu dem Rest der Möbel, aber sie musste immer daran denken, wie ihr Vater vor genau dieser Uhr stundenlang Geschichten vorlas oder wie er auf den Sessel saß, die Uhr stundenlang anstarrte und sich dabei in einer ganz eigenen Welt befand. Nach ein paar Stunden waren die drei soweit, dass sie ans dekorieren gehen könnten. Sie waren aber zu müde um weiterzumachen, so entschieden sich das auf den nächsten Tag zu verschieben. „Mum, Thess, vielen Dank für eure Hilfe. Soll ich uns Nudeln machen?! - fragte Johanna. „Oh ja, das hört sich wunderbar an. Hatte gar nicht gemerkt wie hungrig ich bin.“ - antwortete ihre Mutter.
Während sie kochten, unterhielten sie sich über dies und das. Die Stunden vergingen und irgendwann waren sie so müde, dass sie fast im Sitzen eingeschlafen wären. So beschlossen die drei schlafen zu gehen.
Theresa hat dann noch ein wenig Fern gesehen, schlief irgendwann auf dem Sofa ein und träumte. Ihr war plötzlich kalt, alles war dunkel und sie fühlte sich alleine. Und im nächsten Moment saß sie auf einem Feld, alleine, heulend. Im Inneren verspürte sie das Gewicht von tief sitzende klaffende Wunden, die durch viele Enttäuschungen verursacht worden waren. Und wieder war alles dunkel, ohne Aussicht, keine Hoffnung. Was ist überhaupt Hoffnung, das lächerliche Gefühl das alles wieder gut wird? Und was hat man davon? Am Ende wieder Enttäuschungen? Sie fühlte wie ihr Herz und ihre Seele immer mehr durch riesigen Narben schmerzten. Diese drohten sie komplett zu zerreißen. Im Hintergrund eine immer lauter werdende Stimme, die immer wieder die gleiche Frage stellte. Was ist Hoffnung?
Dann sah sie sich wieder als Kind. „Mama, Mama, wollen wir spielen?
„Tut mir leid Prinzessin, ich muss arbeiten.“ Die Stimme war wieder zu hören. „Das ist doch eine kleine Enttäuschung, das hat dich doch nie wirklich verletzt. Es geht um viel tief sitzende Schmerzen.“
„Mama, wer ist das?“
„Das ist ein Freund, er hilft uns ein wenig mit der Farm.“
Nochmal Schmerzen, noch mehr Wunden und dann wieder die Stimme die sagte: „Er war...“ Theresa wachte auf, verwirrt, erschrocken von solch einem Traum. Was hatte das nur zu bedeuten?
Wieso tauchte gerade er in ihrem Traum auf, ja sie fand ihn schon merkwürdig. Als Kind hatte sie ein Schauer über den ganzen Körper als sie ihn zum ersten mal getroffen hat. Aber ihre Mutter sagte, dass das ein Freund sei und das man Leute nicht nach ihrem Aussehen beurteilen sollte, also hat sie ihr eigenes inneres Gefühl ignoriert.
„Ach“- dachte sie sich. „Passt zu dem komischen Traum! Komischer Traum, komischer Mann.“ Sie schlief wieder ein.
Schnell war die Woche vergangen und Johanna machte sich für den ersten Tag an der Schule fertig. Sie war sich unsicher was sie anziehen sollte. Sie kaufte sich zwar extra für den Tag ein dunkelblauer Kostüm, aber jetzt erschien ihr das Kostüm zu streng, herb und irgendwie dachte sie, dass ihre Mutter mal so ein Kostüm anhatte. Sie wollte doch nicht wie eine alte Frau wirken. Ganz im Gegenteil, sie wollte neuen Wind in die Schule bringen.
Und dafür wäre das Kostüm nicht wirklich das Wahre, daher verstaute sie es wieder in den Schrank und nahm eine schwarze Jeans und ein rotes T-Shirt raus, schloss sich die Haare hoch in einen lockeren Pferdeschwanz und betrachtete sich wieder in den Spiegel. Es gefiel ihr um einiges besser.
Mit schrecken stellte sie, bei einem Blick auf die Uhr fest, dass sie schon viel zu spät dran war, daher nahm sie ihre Tasche und rannte aus der Wohnung.
