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Die Boudreaux-Serie: sexy, charmant und mit viel Südstaaten-Flair
Simon Danbury ist attraktiv und erfolgreich. Der Motivationstrainer verdient sein Geld damit, Menschen auf die Erfolgsspur zurückzubringen. Hinter dieser Fassade verbirgt er jedoch, dass sein Leben eine einzige Katastrophe ist. Geschieden und desillusioniert glaubt er nicht mehr an die Liebe - bis er Charly Boudreaux auf einem seiner Seminare trifft. Die junge Frau hinterfragt seine Methoden, widerspricht seinen Thesen und fordert ihn permanent heraus, eigentlich müsste er sie hassen. Und doch fühlt er sich das erste Mal seit langer Zeit wieder lebendig. Wenn nur sein Grundsatz, niemals etwas mit einer Klientin anzufangen, nicht wäre!
"Dieser Roman rockt!" Goodreads
Band 4 der Easy-Love-Reihe von NEW-YORK-TIMES- und USA-TODAY-Bestseller-Autorin Kristen Proby
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Seitenzahl: 373
Veröffentlichungsjahr: 2017
KRISTEN PROBY
Easy Love
Ein Kuss von dir
Roman
Ins Deutsche übertragen von Stephanie Pannen
Simon Danbury ist attraktiv und erfolgreich. Der Motivationstrainer aus London verdient sein Geld damit, Menschen auf die Erfolgsspur zurückzubringen. Hinter dieser Fassade verbirgt er jedoch, dass sein Leben eine einzige Katastrophe ist. Geschieden und desillusioniert glaubt er nicht mehr an die Liebe – bis er Charly Boudreaux auf einem seiner Seminare trifft. Die junge Frau zieht ihn gleich in seinen Bann, und auch Charly fühlt sich zu dem smarten Briten mit dem sexy Akzent unwiderstehlich hingezogen. Wenn nur Simons Grundsatz, niemals etwas mit einer Klientin anzufangen, nicht wäre!
Das hier ist für Holly Pierce.
~Charly~
»Ich bin so ein Schwächling.« Ich folge meinem Bruder Beau aus dem Schlafzimmer, der meinen Koffer hinter sich herzieht und unter dem Gewicht stöhnt.
»Du bist vieles, Charly, aber ein Schwächling bist du nicht.« Er grinst und dehnt seine Schultern. Dann sieht er mich argwöhnisch an. »Das ist über dem erlaubten Höchstgewicht.«
»Ich wollte keine zwei Koffer mitnehmen«, erwidere ich achselzuckend. »Also habe ich alles in einen gestopft.«
»Man wird dich zwingen, die Hälfte rauszunehmen.«
Ich lache und schüttle den Kopf. »Ich nehme den Firmenjet.«
Beau zieht eine Augenbraue hoch und lehnt sich gegen die Rückenlehne meines Sofas. »Dann werde ich dich zwingen, die Hälfte rauszunehmen.«
»Das wirst du nicht tun.« Ich gebe ihm einen Kuss auf die Wange und tätschle sie etwas fester als nötig. Als er böse guckt, lache ich. »Dafür hast du mich zu lieb.«
»Ich freue mich schon, dich ein paar Wochen lang nicht zu sehen«, erwidert er und reibt sich die Wange. »Du bist gemein.«
»Ich kann nicht glauben, dass mich Savannah dazu überredet hat«, erwidere ich und verdrehe die Augen. »Ich brauche kein Seminar mit einem Haufen verzweifelter Frauen, das mir sagt, was ich wert bin.«
»Van sagt, der Typ ist attraktiv.«
»Attraktive Typen kann ich mir auch im Fitnessstudio ansehen. Dafür muss ich nicht an irgendeinen Ort in der Pampa fliegen.«
»Warum fliegst du dann?« Ich höre auf herumzulaufen, stemme die Hände in die Hüften und baue mich vor meinem Bruder auf.
»Weil ich ein Schwächling bin.«
Seine Lippen zucken.
»Weil ich Van lieb habe.«
»Und weil du dir nie etwas gönnst«, fügt er hinzu.
»Ich gönne mir meine Boutique«, erwidere ich. »Mein Haus. Meinen Wagen. Das alles gönne ich mir.«
»Aber du nimmst dir nie Urlaub, Charly. Ich weiß nicht mal, warum du dieses Haus überhaupt gekauft hast. Du arbeitest doch praktisch rund um die Uhr in der Boutique.«
»Ein Esel schimpft den anderen Langohr.« Ich schüttle den Kopf und begleite Beau zur Haustür. »Danke, dass du meine Pflanzen gießt und Zeug für mich erledigst.«
»Nimm dir die zwei Wochen, um dich zu entspannen. Und man weiß ja nie, vielleicht erfährst du doch etwas Neues über dich.«
Beau verstaut mein Gepäck im Kofferraum meines Wagens und sieht mich skeptisch an. »Bist du sicher, dass ich dich nicht hinfahren soll? Ich habe wirklich keine Ahnung, wie du dieses Ding da wieder herausbekommen willst.«
»Das schaffe ich schon.« Ich grinse und küsse ihn wieder auf die Wange. »Danke fürs Koffertragen und für das Gespräch.«
»Schreib mir, damit ich weiß, dass alles okay ist«, sagt er. Er kann einfach nicht aufhören, den großen Bruder heraushängen zu lassen.
»Ja, Sir.« Ich salutiere scherzhaft, bevor ich in meinen neuen Lexus steige und davonfahre.
Ich liebe meinen Wagen, wie eine Mutter ihr Neugeborenes liebt. Ich habe mir für ihn und alles andere, was ich besitze, den Hintern abgearbeitet. Mein Schuhladen Head Over Heels läuft gut und verschafft mir ein fabelhaftes Shoppingbudget, mit dem ich mir schöne Dinge leisten kann.
Das Geld meiner Familie bleibt komplett unangetastet.
Okay, dann nehme ich eben den Jet unserer Firma Bayou Enterprises nach Montana, aber das zählt ja wohl nicht.
Ich habe vor meinem Flug noch genug Zeit, um bei Ryan vorbeizufahren und mich zu verabschieden. Ryan und ich haben eine lange Vorgeschichte. Eigentlich ist es recht simpel. Wir waren niemals ineinander verliebt, sondern haben uns nur gegenseitig für Sex benutzt. Und Sex ist der Grund dafür, dass wir uns immer wieder treffen.
Wir haben seit ein paar Monaten nicht mehr miteinander geschlafen, aber er ist mein Freund und macht nach dem Tod seiner Mutter gerade eine harte Zeit durch. Vor meiner Abreise will ich noch mal hören, wie es ihm geht.
Ich parke den Wagen und gehe zu seiner Haustür, doch bevor ich klopfen kann, vernehme ich Stimmen aus einem offenen Fenster im Obergeschoss. Ich will etwas rufen, um Ryan wissen zu lassen, dass ich hier bin, doch da höre ich seine Stimme sagen: »Pamela, ich schwöre, dass ich seit Wochen nicht mehr mit Charly geschlafen habe.«
Wer zum Teufel ist Pamela?
»Ist mir egal«, sagte eine weibliche, eindeutig wütende Stimme. »Ich will, dass sie verschwindet. Ich kenne deine Vergangenheit und weiß, dass du mit ihr schlafen wirst, solange sie in deinem Leben ist.«
»Das stimmt nicht.«
Oh doch, das stimmt. Ich grinse und nicke, denn die wütende Pamela hat absolut recht. Die sexuelle Anziehungskraft zwischen uns ist unbestreitbar.
»Du hast es selbst gesagt«, ätzt sie. »Du magst sie nicht, aber du liebst es, mit ihr zu vögeln.«
Mir klappt der Kiefer herunter.
»Ich wollte sie sowieso anrufen«, sagt Ryan. »Ich werde ihr sagen, dass es vorbei ist. Für immer. Ich brauche sie nicht mehr in meinem Leben. Du bist diejenige, die ich will, Pam.«
Ich wirble herum und eile zu meinem Wagen. Mehr muss ich nicht hören.
Himmel, ich weiß, dass die Sache mit uns seit Jahren komplizierter als nötig ist, aber ich dachte, dass wir uns doch zumindest grundlegend respektieren.
Vielleicht kommt diese Reise doch genau zum richtigen Zeitpunkt.
~Charly~
»Okay, hört jetzt mal alle zu!«, sagt Simon Danbury am Ende des ersten Tages des Seminars. »Ich weiß, dass ihr erschöpft seid und wahrscheinlich nur noch auf eure Zimmer wollt, um zu schlafen. Das verstehe ich. Aber ich empfehle euch nachdrücklich, zum Abendessen wieder herunterzukommen. Oder mit ein paar anderen Mädels auszugehen.« Sein britischer Akzent ist sexy, das gebe ich zu. Den kann man sich problemlos den ganzen Tag anhören. »Redet miteinander. Glaubt mir, wenn ich sage, dass ihr die Freundschaften, die ihr in den zwei Wochen hier schließt, mit nach Hause nehmen werdet. Habt einen schönen Abend.«
»Gott, bin ich fertig«, sagt eine Frau namens Heidi, als wir unsere Sachen zusammenpacken, den Konferenzraum verlassen und zu den Aufzügen schlendern. Ich habe mich für ein Einzelzimmer entschieden, aber einige der anderen Frauen teilen sich Zimmer, um Kosten zu sparen.
Alles, was ich jetzt gerade will, ist mein ruhiges Zimmer, eine Flasche Wein und eine Ibuprofen.
In der Reihenfolge.
Heidi muss ins selbe Stockwerk wie ich, und überrascht stelle ich fest, dass sie meine Nachbarin ist. »Ich bin so froh, dass ich ein Einzelzimmer genommen habe«, sagt sie und spiegelt damit meine Gedanken.
»Ich auch.«
»Gehen Sie zum Essen wieder runter?«, fragt sie und kaut dabei auf ihrer Lippe herum. Sie ist eine hübsche Frau Mitte vierzig. Sie sieht sportlich und lustig aus.
»Eigentlich wollte ich mir was beim Zimmerservice bestellen«, erwidere ich mit einem erschöpften Lächeln. »Wer hätte gedacht, dass es so anstrengend ist, jemandem den ganzen Tag zuzuhören?«
»Na ja, wir mussten auch tanzen«, erinnert sie mich. »Ich habe seit Jahren nicht mehr getanzt.«
Ich nicke und lächle sie an, als ich meine Tür erreiche. »Er sieht gut aus, aber gut tanzen kann er nicht. Noch einen schönen Abend.«
»Ihnen auch!«
Mein Zimmer ist herrlich still. Ich öffne die Vorhänge, und die Aussicht entlockt mir ein Seufzen. Vor mir liegt ein blauer See, der von riesigen Bergen eingerahmt wird. Obwohl es schon Anfang Juni ist, liegt noch Schnee auf den Bergspitzen.
Ich kann einfach nicht fassen, wie lange es hier hell ist. Es ist früher Abend, aber die Sonne steht noch hoch oben am Himmel. Während ich aus dem Fenster blicke, sehe ich, wie ein paar Frauen das Gelände verlassen und zum Dock hinuntergehen, wo ein Ausflugsboot wartet.
Ich wette, der Ausblick vom See aus ist himmlisch.
Ich seufze und schlüpfe aus meinen Schuhen. Dann strecke ich meine Füße auf dem Teppichboden aus und schreibe meiner Schwester Van.
Der erste Tag ist durch.
Sie antwortet sofort. Wie war es?
Lang. Jede Menge Gelaber und Informationen.
Tut mir leid, wenn du es schrecklich findest. Statt eine Antwort zu formulieren, wähle ich ihre Nummer.
»Sag mir, dass du es nicht schrecklich findest.«
»Ich finde es nicht schrecklich«, erwidere ich aufrichtig. »Da waren schon ein paar ganz gute Informationen dabei.«
»Und Simon sieht auch nicht gerade schlecht aus«, fügt Van mit einem Lächeln in der Stimme hinzu.
Das ist nicht gelogen. »Nein, schlecht sieht er nicht aus.«
»Ach, hör doch auf.« Ich kann praktisch hören, wie sie die Augen verdreht. »Er ist total scharf, und das weißt du selbst.«
»Nur weil der Kerl wie Henry Cavill aussieht, bedeutet das nicht, dass ich ihn scharf finde.«
»Lügnerin«, erwidert Van kichernd. »Zumindest kannst du dir den ganzen Tag lang dieses Sahneschnittchen ansehen.«
»Ich sollte arbeiten«, entgegne ich, ohne darüber nachzudenken.
»Der Laden steht noch«, sagt sie. »Er ist in guten Händen, und du hast dir eine kleine Auszeit verdient. Genieße sie. Und halte mich auf dem Laufenden.«
»Okay. Hab dich lieb, Süße.«
»Ich dich auch«, sagt sie und legt auf. Ich sitze erschöpft auf meinem Bett und sehe mich in meinem Zimmer um. Es ist im Blockhüttenstil eingerichtet, was so gar nicht meinem Geschmack entspricht, aber zu Montana passt. Es gibt einen Gaskamin, eingerahmt von Holzklötzen und Steinen, und auf meinem Bett sitzt sogar ein Teddybär.
Eine süße Idee.
Meiner anderen Schwester Gabby würde es hier sehr gefallen. Als Besitzerin einer Pension ist sie immer von anderen Unterkünften fasziniert. Ich werde es ihr gegenüber erwähnen und empfehlen, dass sie mit ihrem frischgebackenen Mann Rhys mal herkommt.
Ich bin am Verhungern. Ich könnte mir etwas beim Zimmerservice bestellen, mir eine bequeme Yogahose anziehen und den Rest des Abends entspannen.
Oder ich könnte, wenn ich schon mal hier bin, nach unten gehen und ein paar Kontakte knüpfen.
Ich bin gut darin, Kontakte zu knüpfen. Es wurde mir von klein auf anerzogen. Ich kann mit jedem reden und ihm Schuhe verkaufen.
»Reiß dich zusammen, Charlotte, und tu das, weswegen du hergekommen bist.« Ich nicke, ziehe meine Schuhe wieder an, nehme meine Handtasche und den Zimmerschlüssel, kontrolliere, ob ich noch mein Namensschild trage, und mache mich zum Restaurant auf.
Unten in der Lobby treffe ich wieder auf Heidi.
»Sie sind ja doch noch mal runtergekommen«, sagt sie freundlich lächelnd.
»Genau wie Sie.«
»Na ja, ich habe schließlich bezahlt, um hier zu sein«, sagt sie seufzend. »Dann sollte ich auch alles mitmachen.«
»Genau das habe ich auch gedacht«, erwidere ich. »Haben Sie Lust, sich mir zum Essen anzuschließen?«
»Sehr gern«, sagt sie und gemeinsam betreten wir das Restaurant. Das Blockhüttenthema setzt sich auch hier fort. Am Eingang des Restaurants stehen ein ausgestopfter Bär und ein Elch.
»Für zwei?«, fragt die Bedienung.
»Ja, bitte«, antworte ich.
»Hier entlang.« Sie führt uns durch das Restaurant zu einem Tisch. Ich werfe einen flüchtigen Blick nach links und sehe an einem Tisch am Fenster Simon sitzen. Er ist in Gesellschaft seines Assistenten Todd und einer blonden Frau namens Shelly, die ich heute Morgen kennengelernt habe.
Simon sieht mich und steht auf. »Wir haben hier zwei Plätze frei. Möchten sich die Damen uns anschließen?«
Heidi und ich sehen uns an und zucken mit den Schultern. »Warum nicht?«
Wir nehmen Simon gegenüber Platz. Hinter ihm sind der See und die Berge, und ich kann nicht anders, als angesichts der Aussicht zu seufzen. Sowohl der Mann als auch die Natur hinter ihm sind atemberaubend.
»Erschöpft?«, fragt Simon mit einem wissenden Lächeln.
»Ein bisschen«, erwidere ich nickend. »Und die Aussicht ist unglaublich.«
»Allerdings«, sagt Shelly mit einem unangenehmen Kichern, und mir wird klar, dass sie denkt, ich hätte Simon gemeint.
Also bitte.
»Eigentlich habe ich über die Berge gesprochen«, füge ich hinzu und muss ein Lachen unterdrücken, als mich Heidi unter dem Tisch mit ihrem Knie anstößt.
»Die Aussicht ist schon unwirklich. Als ich gesehen habe, dass das Seminar in Montana stattfindet, dachte ich, wir wären irgendwo in der Pampa, auf einer Ranch ohne WLAN oder so etwas in der Art, wo wir unser Essen selbst erlegen müssen. Ich hatte keine Ahnung, dass so etwas wie das hier existiert.«
»Es ist einer meiner absoluten Lieblingsorte«, erwidert Simon mit seinem typischen charmanten Lächeln. Ernsthaft, wenn er lächelt, geht die Sonne auf. Er trägt jetzt ein blaues T-Shirt, das sich an seine Schultern schmiegt. Die kurzen Ärmel bringen auf seinem linken Arm ein Tattoo zum Vorschein. Bei seinen öffentlichen Auftritten trägt er immer langärmelige Hemden, die das Motiv verbergen. Das Tattoo ist wahnsinnig sexy, ganz zu schweigen von seinem Bizeps. Seine dunklen Haare sind ganz durcheinander, weil er den ganzen Tag mit den Fingern hindurchgefahren ist, und seine Augen wirken auch ein wenig erschöpft. »Woher stammen Sie, Charly? Ist das der Süden, den ich da in Ihrer Stimme höre?«
Ich grinse. »Louisiana«, bestätige ich. »Ich komme aus New Orleans.«
»Noch einer meiner Lieblingsorte«, erwidert er mit einem Augenzwinkern.
»Oh, ich liebe die Stadt auch«, sagt Shelly. »Was tun Sie da?«
»Mir gehört dort ein Schuhladen.« Ich lächle die Kellnerin an, die mein Wasserglas auffüllt.
»Oh, man kann es schlechter treffen«, sagt Heidi und sieht auf meine Füße. »Ich habe schon den ganzen Tag Ihre Schuhe bewundert.«
»Vielen Dank.«
»Wie lange machen Sie das schon?«, fragt Simon und lauscht konzentriert meiner Antwort.
»Seit sechs Jahren«, entgegne ich. »Aber ich wohne dort schon mein ganzes Leben lang.«
Er nickt, und ich kann in seinen Augen sehen, dass er Fragen hat, aber zu meiner Erleichterung lenkt er die Aufmerksamkeit auf jemand anders.
»Und woher stammen Sie, Heidi?«
»Arizona«, erwidert sie und beginnt, uns davon erzählen, dass sie Assistenzhunde ausbildet. Sie holt ihr Handy heraus, um uns Fotos zu zeigen, und ich schmelze dahin.
»Oh, was für ein süßes Baby«, gurre ich, als sie mir den Labradorwelpen zeigt, mit dem sie gerade arbeitet. »Welpen sind das Größte.«
»Finde ich auch«, sagt Heidi. Das Abendessen ist überraschenderweise ziemlich amüsant. Wir verbringen die nächste Stunde damit, uns darüber zu unterhalten, wo wir herkommen, was wir tun und welche Dinge uns interessieren. Simon ist unterhaltsam und charmant und wehrt Shellys unverhohlene Flirtversuche gekonnt ab.
Er ist ein Profi. Ich nehme an, dass er jeden Tag mit einer anderen Gruppe Seminarteilnehmerinnen zu Abend isst. Es ist eine nette Geste.
Ich frage mich, mit wie vielen er schläft.
Schnell beiße ich mir auf die Lippe, um nicht laut auflachen zu müssen, und schelte mich selbst. Warum bin ich immer so pessimistisch? Vielleicht ist er ja einfach nur ein netter Kerl, der gern Frauen hilft.
Das wäre möglich.
Ich sehe auf und bemerke, dass Simon mich beobachtet. In seinen tiefblauen Augen tanzt Belustigung und, wenn ich mich nicht irre, Lust.
Doch plötzlich räuspert er sich, und der Ausdruck ist verschwunden.
Ich unterschreibe meine Rechnung, wische mir den Mund ab und stehe auf.
»Danke, dass wir uns Ihnen anschließen durften«, sage ich mit einem Nicken. »Ich werde jetzt mal schlafen gehen.«
»Ich gehe jetzt auch hoch«, sagt Heidi und gesellt sich zu mir. »Einen schönen Abend noch.«
Wir winken und gehen zu den Aufzügen.
»Ich glaube, ich weiß jetzt ziemlich genau, warum Shelly hier ist«, meint Heidi. »Tut mir leid, aber sie sollte echt mal einen Gang runterschalten, was das Flirten angeht.«
»Stimmt«, entgegne ich lachend. »Er ist schließlich auch nur ein Mann.«
»Genau«, sagt sie. »Wenn sie nur hergekommen ist, um den ganzen Tag lang Simon anzustarren, hätte sie einen Haufen Geld sparen und sich einfach in einem Fitnessstudio anmelden können.«
Ich lache und habe bereits das Gefühl, dass Heidi und ich gute Freundinnen werden könnten.
»Er kommt zwar in einer schönen Verpackung daher«, füge ich hinzu. »Aber er kocht auch nur mit Wasser. Ich bin sicher, dass es da draußen jemanden gibt, der ihn für eine Nervensäge hält.«
»Oh, ich mag Sie«, sagt Heidi.
»Ich Sie auch«, erwidere ich, als wir unsere Zimmer erreichen. »Gute Nacht.«
Ehrlich, würde ich New Orleans nicht so lieben, würde ich hierherziehen. Die Morgenluft ist so köstlich, als ich dem Pfad um den See folge. Die Frau am Empfang hat mir gesagt, dass der Weg ganz herumgeht, aber so weit werde ich es nicht schaffen.
Zumindest heute nicht.
Aber ich werde ihn an meinem freien Tag am Wochenende erkunden. Heute Morgen jogge ich nur etwa anderthalb Kilometer weit und wieder zurück. Die kalte Luft fühlt sich in meiner Lunge unglaublich gut an, und die Aussicht überwältigt mich immer wieder aufs Neue.
Wer hätte gedacht, dass ich ein Bergmädchen bin?
Unglaublich.
Ich komme an eine Lichtung, an der ein kleiner Strand zum Wasser führt. Ich mache eine Pause und gehe über den grobkörnigen Sand. Es ist flach genug, um dort zu stehen und ein paar Yogaposen zu machen, also tue ich das. Der Himmel ist so weit und blau, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe, und im Wasser spiegeln sich die Berge.
Noch nie in meinem Leben habe ich mich so friedlich gefühlt.
Es ist eine verdammte Schande, dass ich den ganzen Weg bis nach Montana zurücklegen musste, um das zu finden.
Ich atme ein paarmal tief durch, aber als ich hinter mir etwas höre, drehe ich mich um, die Hand am Bärenabwehrspray, das ich am Hosenbund trage.
Aber es ist Simon.
Kein Bär oder Puma.
Also drehe ich mich wortlos wieder um und atme erneut tief ein.
»Wunderschön, oder?«, murmelt er, als er sich neben mich stellt. Er ist groß, wahrscheinlich so groß wie meine Brüder mit ihren eins fünfundneunzig. Und ohne meine hohen Absätze fühle ich mich neben ihm wahnsinnig klein.
Ich blicke kurz zu ihm auf und nicke. »Ich liebe es.«
»Glacier-Nationalpark ist ganz in der Nähe«, sagt er mit seinem britischen Akzent, und plötzlich habe ich Schmetterlinge im Bauch. Seine Stimme klingt wie geschmolzene Butter. Zum Glück lächelt er mich gerade nicht an. Die Kombination könnte tödlich sein. »Ich bin dort schon oft gewandert.«
»Seit wann kommen Sie denn her?«, frage ich und hebe den Kopf, um ihn ansehen zu können. Seine Augen, die die gleiche Farbe wie der Himmel haben, sind auf die Berge gerichtet.
»Seit etwa drei Jahren«, erwidert er. Er sieht aus, als würde er noch mehr sagen wollen, tut es aber nicht. Er schaut zu mir herunter und lächelt, und die Schmetterlinge in meinem Bauch rebellieren.
Gott, dieses Lächeln könnte Kriege beenden.
»Wenn Sie die Zeit haben sollten, empfehle ich Ihnen, sich den Park mal anzusehen. Wenn Sie das hier schon schön finden, wird der Sie umhauen.«
»Ist vorgemerkt.«
Er nickt, scharrt mit den Füßen und verschränkt die Arme vor der Brust, und so stehen wir eine Weile schweigend da und genießen die Aussicht. Ein Weißkopfseeadler schießt aus den Bäumen übers Wasser und stürzt plötzlich mit ausgestreckten Klauen Richtung Oberfläche, um sich einen Fisch zu schnappen. Dann dreht er eine Runde und kehrt zu seinem Baum zurück.
»Ist das gerade wirklich passiert?«, flüstere ich ehrfürchtig.
»Oh ja«, antwortet er leise. Dann flüstert er, ohne mich anzusehen: »Warum sind Sie hier, Charly?«
»Weil mich meine Schwester dazu gezwungen hat«, erwidere ich sofort und grinse. »Albern, ich weiß.«
»Sie hat Sie gezwungen?« Er sieht mich mit hochgezogener Augenbraue an. »Was wäre denn die Bestrafung gewesen, wenn Sie sich geweigert hätten?«
»Sich zu weigern, war überhaupt keine Option«, sage ich, ohne nachzudenken. »Und Van ist nicht der Typ für Bestrafungen.«
Nein, denn sie hat selbst viel zu lange Bestrafungen erleiden müssen, um sie auszuteilen.
Wieder stehen wir schweigend da. Dass ich wegen Van hier bin, stimmt, aber ich bin auch meinetwegen hier. Ich bin Frau genug, das zuzugeben.
Ich brauchte eine Pause. Und vielleicht musste ich auch mal einen Schritt zurücktreten und Bilanz ziehen.
»Ich weiß nicht, was ich brauche«, sage ich und überrasche uns beide damit. »Aber ich weiß, dass ich hier bin, weil meine Schwester nicht stark genug ist, um selbst herzukommen.«
Ich schaue in die blausten Augen, die ich jemals gesehen habe, und in ein Meer von Fragen. Bevor er nachhaken kann, lächle ich und gehe davon.
»Wenn ich es zum Seminar in einer Stunde schaffen soll, muss ich langsam zurück, damit ich noch duschen und mich fertig machen kann.«
»Sie sehen sehr hübsch aus«, erwidert er, und ich glaube, er meint es auch so. Ich rümpfe die Nase.
»Ich war joggen«, erinnere ich ihn. »Bis später.«
Und damit laufe ich davon, fort von dem sexy Mann, der am Rand des Sees steht, und von den beunruhigenden Gedanken, die er in mir geweckt hat.
Dieser Mistkerl.
~Simon~
»Okay, jetzt atmet mal alle tief durch.« Ich sitze am Bühnenrand und betrachte die Frauen im Raum. Einige sitzen mit gesenkten Köpfen an ihren Tischen. Andere liegen auf dem Boden.
Es herrscht Stille, die nur gelegentlich von Schniefen und leisem Schluchzen unterbrochen wird.
Die heutige Übung ist schwer – für sie und für mich.
»Ihr seid umwerfende Frauen«, sage ich sanft. »Ihr seid kostbar, genau wie das Baby im Körbchen. Ihr würdet das Baby nicht verletzen. Ihr würdet es trösten. Es sanft halten. Ihm liebevolle Worte sagen.
Warum dann behandelt ihr euch als Erwachsene so schlecht? Ich möchte, dass ihr tief durchatmet und euch dann langsam aufsetzt. Heute war ein emotionaler Tag. Ich habe nie behauptet, dass diese Reise leicht sein wird.«
Ich lächle, als sich die Frauen im Raum aufsetzen, die Augen öffnen und zu mir sehen. Einige dieser Augenpaare sind voller Schmerz, und der Anblick versetzt mir einen Stich. Dies ist der härteste Tag der ersten Woche, und ich habe ihn mir bis zum Schluss aufgehoben. Es gibt eine Menge zu verarbeiten und es ist ziemlich emotional. Morgen haben wir noch eine kurze Lektion, und dann haben sie das ganze Wochenende, um zu reflektieren und etwas Zeit für sich zu genießen.
Mein Blick wandert zu Charly, wie so oft in den letzten fünf Tagen. Sie ist gut darin, ihre Gefühle hinter ihren fröhlichen goldbraunen Augen und dem selbstzufriedenen Lächeln zu verbergen, aber jetzt gerade wirkt sie ein bisschen gequält, und es ist meine Schuld.
»Ich möchte, dass ihr euch den restlichen Abend Zeit für euch nehmt. Normalerweise fordere ich euch dazu auf, zusammen zu Abend zu essen und über den Tag zu sprechen, und wenn euch danach ist, tut es. Aber wenn ihr euch lieber in eure Zimmer zurückzieht, um zu meditieren, eure Erlebnisse in eure Tagebücher zu schreiben oder einfach nur still zu sein, ermutige ich euch dazu.
Ihr habt das heute großartig gemacht, und ich verspreche euch, dass der Schmerz, den ihr heute fühlt, nur eine Zwischenstation auf dem Weg dorthin ist, wo ihr in einer Woche oder sogar in einem Jahr sein werdet. Danke, dass ihr so tapfer wart und dass ihr diese Reise mit mir wagt. Habt einen wunderschönen Abend.«
Normalerweise brechen die Teilnehmerinnen in Plaudereien und Gelächter aus, wenn sie am Ende des Tages ihre Sachen zusammensammeln und zum Abendessen gehen, aber heute bleiben sie still. Ich stehe auf und halte mich bereit, falls jemand mit mir sprechen will, eine Umarmung braucht oder eine Frage hat. Doch kurz darauf ist der Raum leer. Todd kommt und nimmt mir das Mikro vom Ohr.
»Das war ganz schön intensiv heute«, sagt er leise.
Ich nicke. »Das ist es immer.« Ich weiß nicht, wie oft ich die gleichen Techniken bei meiner Exfrau angewandt habe, um ihr zu helfen und zu ihr durchzudringen. Aber ich konnte es nicht, und das führte schließlich zu unserer Scheidung.
Wenn es also nur einer Person bei diesen Seminaren hilft, ist es jeden schwierigen Moment wert.
»Ich werde mich niemals daran gewöhnen«, erwidert er und verstaut die Ausrüstung für die Nacht. »Du weißt, dass du ihr Leben änderst.«
»Nein, mein Freund, sie ändern es selbst. Ich gebe ihnen nur das nötige Werkzeug.« Ich klopfe ihm auf die Schulter. »Ich gehe heute nicht zum Essen, sondern werde ein bisschen Zeit allein verbringen.«
»Dachte ich mir«, entgegnet er nickend. Todd ist seit unserer Kindheit mein bester Freund und von Anfang an Teil des Teams gewesen. Er kennt mich wahrscheinlich besser als irgendjemand sonst.
»Einen schönen Abend noch.«
»Dir auch«, sagt er, als ich weggehe. In meinem Zimmer sortiere ich meine Notizen und hole den Ordner für morgen heraus. Ich lege ihn auf den Tisch und ziehe mir auf dem Weg zur Dusche das Hemd über den Kopf.
Anstatt über Amy und unsere schreckliche Vergangenheit nachzudenken, lasse ich meine Gedanken zu einer wunderschönen Brünetten wandern.
Charly fasziniert mich. Ja, sie ist unglaublich hübsch, aber da ist noch etwas anderes, das mich anzieht. Ihre goldbraunen Augen bergen viele Geheimnisse, denke ich.
Andererseits bin ich vielleicht auch nur ein Idiot, und da ist nichts außer einer schönen Frau und meinem Wunschdenken. Auch wenn ich gar nicht weiß, was ich mir wünsche, denn sie ist eine Kundin, und ich bin nicht an Beziehungen interessiert, also wäre es wohl besser für mich, sie gleich wieder zu vergessen.
Die ganze Sache überrascht mich hauptsächlich deswegen, weil mich seit Jahren keine Frau mehr so sehr interessiert hat. Nicht auf diese Weise. Ich hatte Momente mit hübschen Mädchen, die für uns beide gleichermaßen zufriedenstellend endeten, aber ich wollte sie nie näher kennenlernen. Ja, ich weiß, dass mich das wie ein Riesenarschloch wirken lässt, aber es ist einfach die Wahrheit.
Dennoch will ich Charly wider besseres Wissen kennenlernen, nicht nur in beruflicher Hinsicht, und das ist alarmierend. Ich habe Tausende von Frauen beraten und kann ehrlich sagen, dass dies das erste Mal ist, dass ich eine von ihnen so sehr küssen möchte, dass ich ins Schwitzen komme.
Ich streiche mit den Händen über mein Gesicht, ziehe mich an und gehe dann zum Fenster, um auf den See hinauszublicken. Es ist immer noch hell genug, um für eine kurze Runde das Boot zu nehmen. Ich könnte die frische Luft gebrauchen.
Also schnappe ich mir ein Sweatshirt und gehe zum Dock hinunter. Als ich in das Boot steige, das ich während meiner Zeit hier gemietet habe, und mich vom Steg abstoße, winke ich einem der Dockarbeiter zu.
Die Luft ist auf dem See ein wenig frischer. Ich atme tief ein und sehe nach rechts. Überrascht stelle ich fest, dass Charly auf einem Steg sitzt. Sie lässt die Füße baumeln, hat das Gesicht der Sonne zugewandt und die Augen geschlossen. Sie sieht einfach wunderschön aus.
Sie ist winzig, viel kleiner als meine eins neunzig. Sie wirkt, als könnte ich sie mit einer Hand hochheben. Ihr dunkles Haar ist lang und glatt und rahmt ihr umwerfendes Gesicht ein.
Ohne groß darüber nachzudenken, stelle ich den Motor ab und steuere das Boot zum Steg. Charly öffnet die Augen und sieht zu, wie ich näher komme.
»Sie haben ein Boot?«, fragt sie zur Begrüßung.
»Ich habe es gemietet, solange ich hier bin«, erwidere ich mit einem Lächeln. »Mögen Sie Boote?«
Sie grinst. »Ich bin praktisch auf Booten aufgewachsen.«
Interessant. »Hüpfen Sie an Bord. Ich zeige Ihnen die andere Seite des Sees.«
Sie scheint einen Moment lang zu zögern, doch dann kommt sie an Bord. Ich stoße uns vom Steg ab und starte den Motor und wir gleiten über den See. Sie sitzt im Bug, hält das Gesicht in den Wind und hat die Augen wieder geschlossen. Ihre Haare fliegen umher, und sie scheint die Fahrt zu genießen. Wir sind nicht besonders schnell, aber schnell genug, dass wir brüllen müssten, um uns zu unterhalten, und ich glaube, dafür sind wir beide zu erschöpft.
Als ich langsamer werde und den Motor abstelle, schaut sie zu mir und grinst. »Das war schön.«
»Freut mich, dass es Ihnen gefallen hat«, erwidere ich und setze mich ihr gegenüber in den Bug. »Wie geht es Ihnen nach dem heutigen Tag?«
»Gut«, antwortet sie sofort und verschränkt die Arme, aber mich kann sie nicht hinters Licht führen. Ihre Augen sind traurig.
Ich lehne mich vor und lege die Unterarme auf meine Knie. »Wirklich?«
Sie schaut auf das Wasser und muss schlucken. »Es hat mich überrascht.«
Na also.
»Inwiefern?«
»Ich hatte nicht erwartet, dass es so persönlich sein würde.« Sie zuckt mit den Schultern und sieht mich wieder an. Sie lässt den Blick über mein Gesicht wandern, und ich will sie in den Arm nehmen, aber ich bleibe, wo ich bin.
»Was hatten Sie denn erwartet?«
»Das wollen Sie nicht wissen«, erwidert sie lachend und schüttelt den Kopf.
»Versuchen Sie es mal«, sage ich.
»Okay«, sagt sie und schlägt die Beine übereinander. »Ich dachte, es wäre ein Haufen ›Du-kannst-es-schaffen‹-Humbug. Ich weiß nicht, aber irgendwie habe ich nicht erwartet, dass es so tiefgründig ist.«
»Mit Humbug habe ich nichts am Hut, Liebes«, sage ich schmunzelnd.
»Na ja, eins steht schon mal fest: Savannah wäre für das hier noch nicht bereit. Ich glaube nicht, dass sie den heutigen Tag überlebt hätte. Sie ist eine starke Frau, und alle denken, dass sie sich tapfer schlägt, aber es geht ihr schlecht.«
»Ist das die Schwester, die Sie schon mal erwähnt haben?«, frage ich und genieße den Klang der Südstaaten in ihrer Stimme.
»Ja.«
»Was ist mit ihr passiert?«
Charly zuckt mit den Schultern und seufzt. »Sagen wir einfach, dass das Böse viele Formen annimmt und sich manchmal seinen Weg in die Familie erschleicht.«
Ein Mann.
»Haben Sie noch mehr Geschwister?«
»Oh ja.« Meine Haut kribbelt, als sie auflacht. »Wir sind insgesamt sechs. Drei Brüder, drei Schwestern.«
»Eine ziemlich große Familie.«
»Was Sie nicht sagen«, entgegnet sie grinsend. »Aber ich liebe es. Wir stehen uns alle sehr nah.«
»Leben Sie alle in New Orleans?«
»So ist es«, bestätigt sie mit einem Nicken. »Mein Vater baute Schiffe, genau wie sein Vater vor ihm und so weiter. Meine Brüder Eli und Beau und meine Schwester Savannah haben das Geschäft inzwischen übernommen.«
»Sie bauen Schiffe?« Je länger ich mich mit ihr unterhalte, desto faszinierender wird sie.
»Nicht mit ihren eigenen Händen«, sagt sie. »Aber sie leiten die Firma.«
»Das ist ja unglaublich.«
»Das sind sie«, sagt sie lächelnd. »Meinem Daddy hätte es hier gefallen.« Sie blickt über den See hinweg zu den Bergen. »Er liebte einfach jeden Ort am Wasser, aber hier hätte er sich mit mir hingesetzt und etwas Tiefgründiges gesagt. Und ich hätte dann erst mal die Augen verdreht, aber später hätte ich es zu schätzen gewusst.«
»Er ist verstorben?«
»Vor drei Jahren«, sagt sie. »Es tut immer noch weh.«
Sie muss schlucken, und in ihren Augen schimmern Tränen, die jedoch nicht herunterrollen.
»Das tut mir leid, Charly.«
»Mir auch«, sagt sie und lächelt schwach. »Es ist leichter, sich mit Ihnen zu unterhalten, als ich gedacht hätte. Ich sage mehr als normalerweise.«
»Und ich habe das Gefühl, dass wir nur an der Oberfläche gekratzt haben.«
»Dennoch, die Oberfläche ist angekratzt, und das passiert nicht besonders oft«, sagt sie. Dabei fährt sie mit den Fingern durch ihr Haar und sieht mich an. »Was ist mit Ihnen?«
»Was soll mit mir sein?«
»Erzählen Sie mir von Ihrer Familie.«
»Ah.« Ich lehne mich zurück und streiche mir über den Mund. »Ich bin ein Einzelkind.«
»Wo haben Sie studiert?«, fragt sie, ohne den Blick von mir zu nehmen. Mir gefällt, dass sie während unserer Unterhaltung Augenkontakt hält.
»Oxford.«
»Dachte ich mir«, sagt sie und lehnt sich zufrieden zurück.
»Ach ja?«
»Ich habe direkt auf Eliteuni getippt.«
»Wo haben Sie denn studiert?«, kontere ich.
»An der Duke«, erwidert sie lächelnd. »Gleich und gleich gesellt sich gern.«
»Was war Ihr Hauptfach?«
»Philosophie«, antwortet sie lachend. »Und jetzt verkaufe ich Schuhe.«
»Ich wette, da steckt doch noch ein bisschen mehr dahinter«, erwidere ich. Dieses Gespräch macht mir Freude. »Was sind Ihre allerliebsten Schuhe auf der Welt?«
»Meine pinkfarbenen Stilettos. Das sind Louboutins. Ich habe sie seit fünf Jahren, und wenn jemals der Absatz abbrechen sollte, werde ich eine Woche lang weinen.«
»Das klingt ja ernst.«
»Was Schuhe angeht, ist es bei mir immer ernst«, sagt sie. »Was mögen Sie am liebsten?«
Das lässt mich innehalten, und ich streiche nachdenklich mit einem Finger über meine Lippen. »Ich glaube, es gibt gar nichts, was ich am liebsten mag.«
»Ach, kommen Sie schon«, sagt sie und verdreht die Augen. »Irgendetwas muss es doch geben.«
Das hier. Mit Ihnen.
»Ich mag mein Auto ziemlich gern.«
»Was für ein Auto haben Sie denn?«, fragt sie mit hochgezogener Augenbraue.
»Eins von der schnellen Sorte«, entgegne ich grinsend.
»Ich habe mir auch gerade einen neuen Wagen geholt«, sagt sie. »Er gehört ebenfalls zu den Dingen, die ich am liebsten mag.«
Bevor ich etwas erwidern kann, schüttelt sie sich leicht, und ich bemerke, dass die Sonne gerade hinter den Bergen verschwunden ist und die Luft kühler wird. Ich hole eine Decke unter dem Sitz hervor und lege sie ihr über die Schultern. Mein Gesicht ist nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt. Ich müsste nur meinen Kopf drehen, dann wären meine Lippen auf ihren.
Stattdessen streiche ich mit meinen Fingerknöcheln über ihre Wange und streiche ihr eine Strähne hinters Ohr.
»Das ist das erste Mal, dass meine Professionalität auf die Probe gestellt wird«, sage ich und bin überrascht, dass ich es laut ausspreche.
»Was meinen Sie damit?« Sie leckt sich die Lippen und starrt dabei auf meine, und ich spüre, wie mein ganzes Blut direkt in meinen Schwanz fließt.
Na großartig.
»Wir sollten zurück.« Bevor ich mich bewegen kann, hält sie meinen Unterarm fest.
»Was meinen Sie damit?«, wiederholt sie.
Ich schüttle den Kopf, doch es wäre unhöflich, ihr nicht zu antworten. Also räuspere ich mich und lege meine Hand auf ihre Wange, während ich ihr in die Augen schaue.
»Sie sind etwas Besonderes, Charly, und ich fühle mich sehr zu Ihnen hingezogen. Aber Sie sind eine Teilnehmerin meines Seminars. Also muss ich es zwischen uns rein geschäftlich halten.«
Sie kneift die Augen zusammen. »Wollen Sie mir sagen, dass Sie dauernd Frauen allein mit auf Ihr Boot nehmen und es geschäftlich halten?«
»Nein«, erwidere ich und seufze. »Ich bin nie allein mit Teilnehmerinnen.«
»Sie brechen also Ihre Regeln«, sagt sie in diesem gedehnten Südstaatenakzent, der in mir das Verlangen weckt, sie bis zur Besinnungslosigkeit zu küssen. »Dann sollte ich Sie vielleicht daran erinnern, dass ich niemals behauptet habe, auch an Ihnen interessiert zu sein.«
Ich mache mir nicht die Mühe, etwas zu erwidern. Ich lächle nur, starte den Motor und bringe uns zum Dock zurück.
»Wir müssen ein paar Punkte durchgehen«, sagt Todd am nächsten Morgen, als ich ihm die Tür öffne.
»Dann musst du eine Runde mit mir laufen gehen«, erwidere ich kurz angebunden. Ich habe richtig mies geschlafen. Zuerst lag ich lange wach, weil ich Charly einfach nicht aus dem Kopf bekommen konnte. Und als ich dann endlich eingeschlafen war, tauchte sie in meinen Träumen auf.
Nackt.
Verdammt, vielleicht muss ich nur mal wieder Sex haben.
»Wir haben keine Zeit zum Joggen«, sagt Todd mit finsterem Blick.
»Du hast bloß keine Lust dazu«, erwidere ich und binde mir die Laufschuhe zu. »Ich brauche das jetzt einfach.«
Irgendwie muss ich diese sexuelle Anspannung loswerden.
»Also gut.« Todd seufzt resigniert.
»Dann los.«
Wir durchqueren die Lobby und gehen durch die hintere Tür hinaus zum Pfad, der um den ganzen See führt. Ich fange an, langsam zu joggen.
Als wir um eine Ecke kommen, sehe ich Charly auf die Lichtung zugehen, auf der ich sie letztens getroffen habe. Sofort wechsle ich die Richtung.
»Lass uns hier lang laufen.«
Todd folgt mir, schaut aber über seine Schulter zu Charly.
»Diese Brünette da, diese Charly, ist ein hübsches Mädchen.«
»Ach ja?«, frage ich. Sie ist nicht hübsch, sie ist verdammt noch mal wunderschön.
»Jetzt tu doch nicht so, als wäre dir das nicht aufgefallen«, sagt Todd. Er schnauft bereits ziemlich heftig und wir haben gerade erst losgelegt.
»Du musst öfter joggen«, informiere ich ihn und hoffe, damit das Thema zu beenden, aber leider gelingt mir das nicht.
»Habe ich dich nicht gestern mit Charly vom See kommen sehen?«, fragt Todd.
»Na und?«
»Ich meine ja nur, dass du durchaus bemerkt hast, wie hübsch sie ist.«
»Worauf willst du hinaus, Todd?«
»Okay, ich werde einfach direkt sein, weil ich nicht mehr atmen kann und mir die Lungenkapazität fehlt, um drum herumzureden.«
»Fantastisch.«
»Du hast noch nie jemanden so angesehen wie sie. Nicht einmal Amy.«
»Wir wollten ihren Namen doch nicht erwähnen«, erinnere ich ihn und frage mich, wie genau ich sie denn ansehe.
»Aber es ist wahr«, redet er weiter. »Und Charly ist eine bildhübsche Frau, Simon. Sie sollte dir auffallen. Ich würde mir Sorgen machen, wenn es nicht so wäre.«
»Ich bin so froh, dass du dir keine Sorgen machst.«
»Du solltest mal mit ihr ausgehen oder so.«
»Sie ist eine Teilnehmerin meines Seminars«, erinnere ich ihn. »Es ist Arbeit.«
»Komm schon, Simon, du bist auch nur ein Mensch. Wenn du mit einem solchen Hingucker anbändeln würdest, könnte man dir das nicht vorwerfen.«
So langsam geht mir Todds ständiges Gerede von ihrer Schönheit auf die Nerven. Nicht weil es nicht stimmt, sondern weil er sie offenbar nicht nur flüchtig betrachtet hat.
»Doch, das könnte man«, rufe ich ihm ins Gedächtnis. »Ich bin eine öffentliche Person. Die Leute schauen mir genau auf die Finger. Diese Seminare sind erfolgreich, weil wir professionell bleiben. Dies ist ein sicherer Ort für die Frauen, die daran teilnehmen. Das setze ich nicht aufs Spiel, und sollte ich jemals herausfinden, dass du es tust, schmeiße ich dich in hohem Bogen raus.«
»Ich hab’s verstanden«, sagt Todd und hebt kapitulierend die Hände. »Aber es spricht nichts dagegen, dass du sie nach dem Seminar anrufst.«
Er lächelt triumphierend, und ich boxe ihm gegen die Schulter, einfach nur so.
»Autsch! Was soll das?«
»Können wir darüber reden, warum wir jetzt hier sind?«
»Meinetwegen.«
Todd beginnt, mir etwas von einer Sitzordnung und Vorbereitungen für den Cocktailabend am Ende des Seminars zu erzählen. Ich höre nur mit einem Ohr hin.
Etwas mit Charly anzufangen – rein körperlich oder darüber hinaus –, ist unmöglich, ganz egal, wie sehr ich mich zu ihr hingezogen fühle. Das wäre beruflicher Selbstmord. Und wie kann ich die anderen Frauen hier bitten, mir zu vertrauen und auf mich zu hören, wenn ich mich mit einer von ihnen vergnüge?
Ich soll sie hier unterrichten. Sie führen. Ihnen helfen.
Und nicht mit ihnen schlafen.
Was genau das ist, was ich mit Charly, und zwar nur mit Charly, machen will.
»Hörst du mir eigentlich zu?«, fragt Todd, als wir auf das Hotel zugehen.
»Nein«, antworte ich aufrichtig. »Ich geh jetzt duschen. Wir sehen uns in einer Stunde.«
»Manchmal gehst du mir tierisch auf die Eier!«, ruft er mir nach, doch ich ignoriere ihn und gehe schnurstracks zum Aufzug.
Und da steht sie und wartet. Das Universum bringt uns immer wieder zusammen, und ich beschwere mich nicht im Geringsten.
»Guten Morgen«, sage ich leicht außer Atem vom Joggen. Mein Oberteil ist schweißnass, und ich mag mir gar nicht vorstellen, wie ich riechen muss.
»Guten Morgen«, erwidert sie lächelnd. »Gute Runde gehabt?«
»Nein.« Ich lache auf. »Todd wollte unbedingt mitkommen und hat die ganze Zeit geredet.«
Charly lacht ebenfalls und betritt den Aufzug als Erste, als er kommt. »Welcher Stock?«
»Vierter.«
»Ich auch«, sagt sie und drückt auf den Knopf. »Noch mal danke für die Bootsfahrt gestern. Das war schön.«
Es war verdammt noch mal unglaublich.
»Gern geschehen«, erwidere ich und lehne mich ihr gegenüber an die Wand. Ich muss mich regelrecht zwingen, meine Hände bei mir zu lassen.
»Wird es wieder ein langer Tag?«, fragt sie, während sie meine Pose spiegelt.
»Nein. Wir sind am frühen Nachmittag durch.«
»Oh, toll.« Sie grinst. »Ich habe Savannah alles von gestern erzählt.«
»Wirklich? Hat sie Ihnen geraten, Ihre Sachen zu packen und so schnell wie möglich von hier zu verschwinden?«
»Nein. Sie sagte, dass es gut für mich sei, aber sie war froh, dass sie nicht selbst hier ist. So viel zu schwesterlicher Liebe.«
Ich lächle und fluche innerlich. Als sich die Türen öffnen, warten drei Frauen auf den Aufzug. Sobald sie mich sehen, reißen sie die Augen auf, und ich würde meine am liebsten verdrehen.
Viele Frauen sind nicht gerade zurückhaltend, wenn sie einen Mann sehen, den sie attraktiv finden. Darüber werden wir nächste Woche sprechen.
Als sie im Aufzug sind und sich die Türen wieder geschlossen haben, sehe ich zu Charly und lächle. »Haben Sie kurz Zeit, damit ich Ihnen etwas zeigen kann?«
»Wir müssen in einer Stunde im Konferenzraum sein«, erwidert sie, aber ich kann die Neugier in ihren Augen sehen.
»Es geht ganz schnell. Es ist die perfekte Tageszeit dafür.«
»Okay.«
Ich führe sie in mein Zimmer am Ende des Gangs.
»Hey, wenn Sie denken, dass Sie mich einfach so in Ihr Zimmer locken können …«
Ich drehe mich zu ihr um und schneide ihr das Wort ab. »Ich sagte doch, dass es ganz schnell geht, Liebes. Glauben Sie mir, wenn ich Sie verführen wollte, ginge es nicht schnell. Ich würde Sie den ganzen Tag und die ganze Nacht lang erkunden.«
Sie wirkt überhaupt nicht geschockt, sondern zieht lediglich eine Augenbraue hoch und grinst, genau wie am ersten Tag des Seminars. Ohne es auszusprechen, sagt sie: »Na klar. Das kaufe ich Ihnen nicht ab.«
Also lehne ich mich zu ihr hinüber und presse meine Lippen an ihr Ohr. »Fordern Sie mich nicht heraus, Liebes, sonst beweise ich es Ihnen noch.«
Als ich mich wieder zurücklehne, ist das Schmunzeln verschwunden, aber ihre Augen funkeln immer noch amüsiert. Unweigerlich frage ich mich, was ich tun muss, um sie zu überraschen.
Ich öffne die Tür und führe sie in mein Zimmer. Dann nehme ich das Fernglas, das auf einer Kommode liegt, und trete auf den Balkon hinaus. »Ich habe sie gestern erst entdeckt.«
»Wen?«
»Sehen Sie selbst.« Ich reiche ihr das Fernglas. »Schauen Sie dort durch die Bäume, wo wir letztens den Weißkopfseeadler gesehen haben.«
Sie hebt das Fernglas an die Augen und sucht schweigend die Umgebung ab. Dann schnappt sie nach Luft.
»Oh mein Gott! Da ist ja ein Nest!«
Ich grinse. »Recken die Küken die Köpfe?«
»Ja, das tun sie. Meine Güte, sind die winzig.«
»Und flauschig«, erwidere ich und stelle erstaunt fest, dass sie mich mit großen Augen glücklich ansieht.
Damit konnte ich sie überraschen? Nicht mit sexuellen Anspielungen, sondern mit Babyadlern.
»Dieser Ort ist so cool.«
»Ich bin froh, dass er Ihnen gefällt«, sage ich und nehme das Fernglas entgegen, als sie es mir gibt.
»Ich muss jetzt duschen und mich für das Seminar fertig machen.«
»Warten Sie.« Ich habe absolut keine Ahnung, warum ich nicht will, dass sie geht. Sie muss gehen. Ich hätte sie gar nicht herbringen sollen.
»Was denn?«
Ich seufze und stecke die Hände in die Hosentaschen, bevor ich etwas unglaublich Dummes tue. Sie berühren zum Beispiel.
Sobald ich damit anfange, werde ich nicht mehr aufhören wollen.
»Nichts«, entgegne ich und schüttle den Kopf. »Danke, dass ich Ihnen das zeigen konnte.«
Sie sieht mich einen Moment lang an. Schließlich zuckt sie mit den Schultern und geht zur Tür. »Dann bis gleich.«
»Bis gleich.«
~Charly~
»Ich glaube, so etwas wie das hier habe ich noch nie gesehen«, sagt Heidi neben mir auf dem Rücksitz des Toyota 4Runner, als wir am nächsten Tag in den Glacier-Nationalpark hinauffahren. Ich sitze in der Mitte, zwischen Heidi, mit der ich mich mittlerweile angefreundet habe, und Violet, einem weiteren Mitglied von Simons Team. Simon hatte Heidi und mich gestern Abend nach dem Seminar gefragt, ob wir uns ihnen anschließen wollten, und ich konnte nicht widerstehen, mehr von der Gegend zu sehen.
Simon fährt, und Todd schaltet schließlich das Radio ab, nachdem aus den Lautsprechern nur noch Rauschen dringt.
»Das bedeutet wohl, dass es für die Bären kein Radio gibt«, sagt er achselzuckend.
»Wie groß ist der Park denn eigentlich?«, frage ich.
»Über viertausend Quadratkilometer«, antwortet Simon. »Wir machen heute aber nur eine Tagestour und fahren abends zum Hotel zurück.«
»Klasse«, sagt Heidi grinsend. »Ich gehe in Arizona viel wandern. Ich bin ein ziemlicher Outdoortyp.«
»Ich auch«, entgegne ich nickend.
»Du musstest dir ein Paar Wanderschuhe von mir leihen«, erinnert mich Heidi grinsend. »Man kann nicht mit hohen Absätzen wandern.«
»Ich bin der Outdoortyp, der gerne auf der Veranda sitzt und etwas trinkt«, entgegne ich, und alle lachen. Simon betrachtet mich im Rückspiegel und lächelt. »Außerdem hätte ich zur Not noch meine Laufschuhe gehabt.«
»Es wird Ihnen gefallen.« Simon zwinkert mir zu, und plötzlich habe ich wieder Schmetterlinge im Bauch. Es ist, als würde er das mit Absicht machen. Und wenn er mich berührt, heiliger Strohsack, dann ist es erst richtig intensiv.
Schließlich halten wir auf einem Parkplatz, der nur halb voll ist.
»Sind all diese Leute hier, um den Pfad entlangzuwandern?«, fragt Violet.
»Ja, und es werden noch mehr kommen«, antwortet Todd. »Das hier ist eine beliebte Tour. Gut, dass wir früh dran sind. Die meisten kommen nachmittags.«
