Echt, was mache ich? - Robert Göhring - E-Book

Echt, was mache ich? E-Book

Robert Göhring

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Beschreibung

Der Autor schildert seine Erlebnisse bei zahlreicher Radtouren rund um Berlin während der Pandemiezeit

Das E-Book Echt, was mache ich? wird angeboten von Books on Demand und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:
Radtour, Berlin, Fahrrad, Reisen, Biografie

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Seitenzahl: 200

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhalt

Vorwort

Drei Freunde

Mein neuer Kopplungsträger

Altlandsberg

Müritz im April

Ohne Elektrik, auf holprigen Wegen

Woltersdorfer Schleuse

Rückhalt in Vaihingen

Hoffnung und Ziele

Regattastraße zum Müggelsee

Zum Oberbruch im Spätherbst

Pandemie zum neuen Pedelec

Eine Runde mit dem Neuen

Durcheinander

Rundweg im Plänterwald

Planschen

Ausrutscher

Krankenhaus

Überlegung

Morgenröte

Um den Kauler

Köpenick

Nordic Walking

Winter im Schnee

Fieber mit dem nordischen Gehen

Beim Betriebsbahnhof

Tierpark während der Corona-Krise

Pedelec erneut

Müde Mark

Ausgedehnte Fahrt ins Blaue

Wolkenhain zu den Püttbergen

Pfeffer und Salz

Seddinsee

Impfen & Haarkünstlerin

Vor meiner Pandemie-Reise

Nord-Ostsee-Kanal

Vorwort

Ich wusste, die Sache mit dem Fahrrad musste wieder aufgeschrieben werden. Oft war der Lenker fest in meinen Händen, und so spielte das Ross im Leben für mich immer eine große Rolle. Durch die Fahrten hatte ich mich permanent gezeigt. Manchmal knirschte es in meinem Kopf, wenn die Wege mich durch verschiedene Orte führten. Dabei war ich ganz einsichtig und pushte mich aber auf, weil ich mein Gefährt liebte.

Ich hoffte klammheimlich, gegen diese Wahrnehmung könnte man ankämpfen, sonst würde ich mich nicht beherrschen. Mit jedem Schluck Wasser beruhigte ich mich dabei, bezweifelte dennoch nicht, dass an dieser Geschichte auch etwas dran war und ließ die Gedankenströme fließen. Mehrmals nahm ich meinen Schnutenpulli, blickte auf meinen „altes“ Stahlross und schwieg. So entstand eine andere präzise Beziehung zwischen mir und die Maschine.

Aber ein Schmerz zuckte in meinem Körper auf. Er kam mir sinnlos vor, und ich konnte mir deshalb keinen Reim darauf machen. Eine verdrossene Laune schlug mir schließlich entgegen, der Atem roch nach irgendwas, ich musste raus in einen Wald, um meine Sinne nochmals zu wandeln.

Mein linkes Knie blutende häufig, trotzdem legte mein ganzes Gewicht hinein und trat in die Pedalen. Das war doch zu packen, bevor ich erneut ins Schloss meiner Gedanken fallen würde. Dann lächelte ich zuversichtlich und kettete das Rad wieder los.

Drei Freunde

Die Küstenlandschaft auf dem Darß hatte sich doch in meinen Kopf festgesetzt. Deshalb wurde am sechsten April eine Autotour mit einem ausgeliehenen Fahrradträger gestartet. Während der Hinfahrt steckte ich dann ein Bonbon in den Mund und packte die Dose wieder ins Handschuhfach. Der Darß ist eine Halbinsel, Fischland-Darß-Zingst, die an der südlichen Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern liegt. Die Aufgaben waren vorher gestellt, und im Auto blickte ich durchs Seitenfenster auf die Küste, wo ich die Vorhaben testen werde.

Ich hielt, stand auf und blickte auf die schlaue Uhr. Die Ostseeluft war erfrischend und außer dem Rauschen der Wellen war es seelenruhig. Ich war im mittleren Lebensalter und voller Neugierde.

Im Ostseehotel Wustrow war ich gelandet und in der Rezeption wurden nötige Worte gewechselt. Jeden Ausflug verwendete ich auf meine Weise. Erstmal bezog ich die Unterkunft, wenn ich dort genug hatte, stieg ich erneut auf das Fahrrad und besichtigte die Landschaft. Die hohen Wellen stürzten sich auf die Strände und das Meer sah aber kalt und wild aus. Indes ging die Sonne unter.

Doch die Fluren zu den Gästezimmern sind lang wie eine schmale Straße, die Türen waren auf der linken Seite angeordnet. Einige Hotels hatten auch unzählige Zimmer, so dass sie jeden Augenblick die Teilnehmer einer Tagung einquartieren könnten.

Wenn ich Rad fuhr, war es möglich, dass sich an dem glattrasierten Gesicht die Wangen röteten.

Der Schlaf und die gänzlich aufgegessenen Brötchen waren doch mein Eigentum vor der Fahrt. Immerhin fühlte sich der Magen nicht betrogen, sondern gesättigt. Aber mein Stahlross war schon hierher verfrachtet. Ich dachte, „Was für ein Wetter!“. Natürlich eiferte ich so um den Preis, die besten Radtouren aufzuschlagen. Mein inneres Geräusch verstärkte sich, umso mehr ich mich anstrengte, allerdings bekam ich dabei Fältchen auf mein Gesicht. Das wäre alles ganz einfach; ich rollte mit den Augen, damit mir der Mut erwächst. Der erste Abstecher war endlich geschafft. Alles wäre in Ordnung. Ich stellte das Rad ab und schloss es an. Anschließend wischte ich mir mit dem Finger den Mund ab und war dann im Apartment. Ich zog die Jacke aus, hängte mein Fahrradhelm auf einer Garderobe im Flur und letztlich schaltete die Musikanlage ein. Schließlich ließ ich den Dingen ihren Lauf.

Der Göhring hatte gut geschlafen, das war bisher ein guter Zug. Als die Morgendämmerung kam, beendete ich meinen Schlaf, stand auf und wollte essen. Ich zog hier Unterhose, Hemd und Hose an, schob die Gürteltasche an der Hose, dass ich das Handy griffbereit hatte, und machte ungleiche Bewegungen, um mich zu vergewissern, dass dieses Gerät für mich nicht untauglich war. Natürlich trug ich zuletzt die geliebte Weste wie einer in einem Casino.

Ich frühstückte auf dem Balkon, hob unbewusst stets den Löffel zum Mund. Vorher schaltete ich die Kaffeeaufbereiter an, nahm schließlich den Kaffee und die geschäumte Milch. Dabei verzichte ich auf Zucker und träufelte eine Menge Milch über den Rand meines Glases.

Beiläufig dachte ich über Kaffeearomen nach, die so einen Duft wiedergeben. Doch die zerkleinerten Kaffeebohnen aus dem Mahlwerk werden eingeschlossen und verdichtet.

Ich nahm einen Schluck. Mein Milchkaffee ist mild, das Röstaroma tritt aber vor. Bin ich nun der Erste? Okay, wohlwollend ist mir doch alles angenehm und verheißt mir nur Glück. Ich fasste den Deckel des Marmeladenglases und musterte die Farbe. hm… Ich aß und leckte mit großem Genuss den Löffel mit der süßen Milch ab. Dann schrieb ich meine kargen Notizen.

Die Wetterlage war immer noch super, die Aussicht war toll und ich werde nach dem Frühstück eine Fahrradtour machen. Die Seebrücke, die Ortschaften Nienhagen, Althagen und Ahrenshoop wären optimal. Ich verstand nur, dass ich Radwege fahren sollte, und auf dem Stahlross erschien eine menschliche Kreatur. Zwar hatte ich das bestimmte Etwas, dass ich schnell und flink hinter dem Lenker steuern konnte!

Ich war guter Dinge und werde eine Tour wagen. Ein leichter Wind pustete und die Richtung machte mir zum Lenken keine Mühe, weil der Fahrradhirsch gegen den Wind vorankam.

Dabei machte ich die Rollbewegungen mit den Beinen, stieß ein inneren Schrei aus und ließ das Bike laufen. Weil, man konnte mit den Rössern auf den asphaltierten Dünen-Wegen gut fahren. Jetzt schien ohne Wolken die Sonne, ich musste die Augen schließen, da viel Licht für mich hinderlich war.

Ich musste mich erstmal durchlüften, als ich mich auf den Weg machte, nach einem ruhigen Fleckchen zu suchen, bevor sich der Fahrwind an allen meinen Empfindungen erbarmen würde. Kaum hatte ich eine alte Melodie gesummt, da begannen schon die erleichterten Augen zu glänzen. Dieselbe Melodie wäre mir so ganz reizend für anderes Drumherum.

Mit Wohlbehagen sah ich nun, dass ich immer robuster wurde. Dieses Gespür sagte mir, dass ich immer Rad fahren sollte, wie ich mich vom ersten Anfang an bemühte. Dazu klatschte ich mir auf das linke Knie. Dann hatte ich meine Hand auf den Lenker gelegt und ein Lächeln hatte sich auf mein Antlitz eingestellt. Jedoch die Beine drehten sich trotzdem weiter, ich konzentrierte mich ja darauf, bis ich das Gleichgewicht verlor und mit dem Gesicht auf der Erde landete. Schließlich wurde es nur ein kurzer innerer Wettstreit.

Abends blieb ich im Hotel. Im Bad gab es nur ein Päckchen Duschgel. Ich duschte mich und die Klimaanlage ließ sich problemlos abschalten. Jetzt war ich bereit. Zuletzt stand unten im Gasthof des Hotels auf dem Esstisch ein Schild „Reserviert“. Bald saß ich mit Freunden auf ein Glas Hopfentee und wartete, dass mein Anteil anerkannt würde.

Die zweite Radtour war nach Dierhagen, Neuhaus, Graal Müritz und zurück. Schon längst hatte ich auf der Zunge zu sagen, dass ich meinen Schlag wieder verwunden hatte, und ich der Ansicht war, für eine lange Zeit wieder große Touren leisten würde.

Der erhoffte dritte Tag war ab hier gekommen. „Oh je“, flüsterte ich, ohne nur zu wissen, was ich meinte. Als einsamer Reiter, der sich bloß um die Orientierung zu kümmern bräuchte, wurde ich durch den Bann der Natur erleichtert. Ich scherzte leicht in Gedanken und rieb mir mit der Hand das glatte Kinn. Der Fahrwind hatte mir aber gewaltig beschert, dass der scheinbare junge Greis sich erstmal mit Aufwand die Nase putzte. Als dieser Fahrradtyp bald eine fremde Spur gefunden hatte, war der schöne Zweifel augenscheinlich zur Gewissheit wach geworden.

Nun gings zurück und der Abschiedsgruß hieß: „Gute Fahrt“. Um zehn Uhr fuhren wir mit dem Auto nach Berlin. Auf dem Darß lachte mich wieder die Sonne an. Aber wie ist das Wetter in unserer Heimat?

Mein neuer Kopplungsträger

Etwas fehlte mir, rief ich und meiner Hand erfasste die Stirn. Mein Gott! Wie war ich durchrüttelt worden. Mir war endlich klar geworden, dass noch was fehlte. Wenn ich in den eigenen Wagen stieg, waren selbst die Augen beinahe in einem Netz gefangen und die Stimmen nach anderen Dingen klangen ab.

Zwischen mir und dem Stahlross entstand wohl eine mitreißende Verbindung, die auf mehreren Perspektiven beruhte. Indessen hoffte ich, ich brauche mich für meinen guten Willen danach nicht zu entschuldigen, wenn es zu spät wäre! Wo muss dieser Typ sein Schlupfwinkel finden.

Von meiner Geschichte benötigte ich aber eine solche Vorarbeit. Davon träumte ich und musste meinen aktuellen Wendepunkt finden. Aber wieder stand eine beißende Macht auf dem Hügel. Eine Lösung blieb mir im Halse stecken und ich schaute zum Auto, dass mir viele Perspektiven momentan verglühen. Doch würde ich die Münzen schon rasch loswerden.

Sowie ich die Luft atmete, sollte sich endlich dieses Ross in Bewegung setzen. Doch, ich hatte ein Fahrzeug, ein kleines mit Automatik und Metallic-Lackierung. „Ganz und gar bin ich bei Sinnen“, murmelte ich. Die Arme verschränkte ich wohl vor meiner Rübe, um Luft zum Atmen zu haben, wenn dieser Fahrradträger über mich zusammenschlug! Ich dachte, ich muss etwas sagen. Und schließlich zog ich aus der Hosentasche ein Taschentuch heraus und putschte mir damit die Nase. Okay, somit hatte ich einige Lösungen für mein Projekt. Ich hielt den Atem an und ging zur Sicherheit noch einmal die Gedanken durch. Der geeignete Träger hatte zwei Radschienen und trug schwere Lasten an meinem Auto. Mit gewissen Fähigkeiten wird es funktionieren, formulierte ich gleich. In Ordnung, ich wollte nun dieses Gerät kaufen.

Doch der Teufel im Detail trieb mich um, dauerte kurz paar Minuten an, und ging durch meinen Kopf. Der Schweiß stand mir in winzigen Tropfen auf der Stirn. Ich hatte mich deshalb zu einer kleinen Pause hingehockt, wie man es mir beigebracht hatte. Mehrmals atmete ich tief ein und aus. Bei einer ruckartigen Bewegung erbleichte ich wieder, als meine Blicke auf mein Fahrrad gerichtet waren.

Mein Auge schaute kaum, das Lid schreckte hoch, die Pupille zog sich geblendet zusammen, war aber frei. Besorgt schüttelte ich die Arme und ich dachte, die Viren der Pandemie hatte ich mir schon einverleibt.

Eine Panik schlängelte die Brust hoch, jetzt kämpfte ich mit mir, wie mit einem Heer aus Ameisen und war nicht mehr zu stoppen.

Mein Gesicht könnte schon mal zugeschwollen sein, dass ich kaum meine Augen zu öffnen bekam. Aber ich tröstete mich bereits, da ich nun fahren konnte und voller Energie die Gedanken wieder abgeben konnte.

Okay! Es gibt manchmal ein lautes Wort, das beruhig, wenn man sich irrt. Diese Tatsache kam mir jetzt zugute. Schließlich hatte ich den Blick vom Rad abgewandt, dass zeigte wie durchtrieben ich war.

Mein Anfang könnte jetzt klar werden und dann wären alle Mühen und Kosten nicht umsonst.

Endlich erschien die Lösung für dieses ausgesuchte Geheimnis. Mein Fahrradträger wird sich durch eine Anhängerkupplung bewähren. Nachdem alles montiert war, bin ich zur ersten Tour abgedüst.

Nunmehr war die Etappe getan; ich war total beglückt und es sollte über ganz Europa widerhallen. Vermutlich entstand nun wohl meine unverwüstliche Fahrweise. Nochmal bewegte ich meine Arme. Ich bestieg dieses Fahrrad, ließ mich durch den Radweg treiben, um auf keinen Fall gleich wieder zu zweifeln.

Als ich all das hier im Landstrich erprobt hatte, blieb doch der Erfolg für die anderen im Dunkeln. Ihre Blicke brannten ohne Staub aufzuwirbeln. Es war keinesfalls mehr als nur eine Minute.

Dennoch gab es einen dumpfen Schlag gegen meinen Leib, das Rad entglitt mir, etwas Schweres warf mich zu Boden und begrub das Fahrrad unter mir. Liegend auf meiner Seite, überlegte ich nun giftig und wurde wieder unruhig. Nachdem schwankte ich als Radfahrer wie blind durch die Gassen über Stolpersteine. Damit das gute Gefährt nicht zu Schaden kam, war ich trotzdem vorsichtig. Beherzt mit einem ein Nicken des Kopfes wollte ich mich vor einem klirrenden Geräusch hüten.

Nebenbei schaute ich wie eine Dame mit langen, blonden Haaren und dem Handy am Ohr plauderte. Aber ich klopfte mit meinen groben Händen auf dem Drahtesel, „Es wäre geschafft“. Dieser Ritt machte indes so einen ganz glücklichen Eindruck.

Altlandsberg

Im Garten drehte ich den Wasserhahn auf, quetschte mir dabei meine Füße und zögerte dann. Ich stand mit bloßen Füßen und erinnerte mich daran, dass ich gleich fallen könnte. Ich tat so, als ob es unbemerkt wäre, und goss das kalte Wasser über meine käseweißen Beine. Der Kopf hob sich und meine Zähne klapperten nun. Daher versuchte ich momentan, die Kiefer geschossen zu halten und bis die Zähne zusammen. Schließlich bewegte ich mich zur Terrasse, warf einen Blick auf den Tisch und sah mein Kaffeeglas und Gebäck. Vor Freude bekam ich eine Gänsehaut und mein Atem setzte für einen Moment aus. Das berührte nun meinen Puls. Meine Güte, ich spürte aber schon wieder ein leichtes Unbehagen.

Auf jedem Fall sollte sich die Lage nicht verfinstern, noch stierte ich ins Leere, nickte still und überlegte, was zu tun wäre. Einen Adrenalinstoß musste nun kommen, das Herz pulsierte und ließ das Blut durch meinen Körper strömen. Er kam.

In diesen Moment warf ich einen erneuten Blick auf alles, was mein Leben mit dem Rad so froh gemacht hatte.

Mit leiser Stimme kamen so die Erinnerungen erneut auf. Immerhin ein bisschen zwang ich mich schon damals, mich nicht versteckten zu wollen und kam vielleicht dadurch zu meiner scheinbaren Lösung, dem Auto.

Wie reizend, dass jetzt ans Verreisen mit dem Stahlross gedacht werden konnte. Jetzt hatte ich Zeit, sehr viel Zeit.

„Was ist für mich Heimat?“, dachte ich. Viele Ecken gab es, an denen man auch Radfahren konnte, das empfand ich nun mit Wohlbefinden. Vor Freude hatte ich geballte Finger und hätte mit den Händen gern gleich das Rad ergriffen.

Es war halb drei Uhr nachmittags. Meine Gesichtszüge wurden immer heller, wenn einmal der Blick auf mein Fahrzeug fiel. Gefasst sah ich dann in eine Richtung, in die mein nächster wilder Zug gehen sollte.

Meine Geschichte handelte dadurch von interessanten Abstechern in eine Welt, die in mir ein natürliches Interesse hervorrief.

Aus diesem Grund rollte das Ross jetzt auch auf harten Wegen. Inzwischen könnte ich mal frische Luft in meine Lunge lassen, bis sich die Brust hob. Es wurde allerlei zum Spaß, in dem sich ein Funken Vernunft versteckte. Dazu hob ich den Finger: „Gib acht!“.

Einen falschen Weg hätte ich allerdings auch verfolgen können.

Vor gar nicht langer Zeit spürte ich dann die Tränendrüsen und errötete leicht. Das Wetter war jetzt durchaus toll.

Wenn die Dinge nur so blieben, wäre das Leben spürbar tauglicher. hm…

Ein anderer Tag kam. Mit einem Bekannten fuhren wir im einigen Auto nach Hönow. Der Wind schien nützlich für eine Spritztour zu stehen. Obwohl wir schnell drauflosfuhren, hielt der Träger das Ross, bis wir zum Stehen kamen, wo die Dorfstraße zu sehen war.

Der erste Teil meiner Strecke war geschafft. Die vor mir liegende Perspektive erregte mich wohl. Ich hatte eine Mission zu erfüllen, auch wenn der Wind durch die luftgefederten Reifen des Fahrrades pfiff. Also hockte ich mich nicht erstmal hier hin und war verschnupft. Es wäre nun meine Leistung, wenn der Organismus reibungslos abläuft.

Doch es wird mich beruhigen, das Material des Rades wieder zu spüren. Ich fühlte mich stark, denn ich hielt mein Fieber für Eifer. Falls sich mein Stahlross mit mir zufriedengeben würde, wäre der Entschluss eine verdauliche Sache.

Doch wie lief der Hase wirklich? Dann fiel mein Blick auf die Route am oberen Rand des Berliner Rings bis Altlandsberg.

Schließlich gelang mir ein guter Antritt und ich kurvte immer weiter. Endlich gelangte ich zu der Einsicht, dass ich es wohl schaffen werde. Wenn ich fuhr, sah ich alles wie beim ersten Mal und versuchte gleich weiterzufahren.

Schaff geschnitten, war jedenfalls mein Tun in jeder Kurve, auch wenn meine Finger bebten. Immerhin fuhren wir mit den Rädern bis nach Altlandsberg. Matt war ich auch noch nicht und die Augen waren nicht welk.

Am liebsten wäre ich gleich andere Wege geradelt, das würde noch mehr neue Spuren geben. In dieser Minute sah ich grad ein Fahrradgespann, dessen Fahrer qualmte eine kurze Zigarre, einen Stumpen. Dabei schaute ich mit einem unguten Gefühl auf den Fremden und erst, als der völlig verschwunden waren, wandte ich so meine Blicke wieder auf die richtige Spur. Wenn ich jetzt diesen Pedalritter wieder einholte?

Letztendlich war ich in mich versunken, was sollte ich auch normalerweise sagen und kein Blech reden. Die Mundwinkel hatten sich durch den geringen Anlass schwach eingekerbt. Zweifellos war ich erregt und zeigte meine lachenden Zähne, die alle dahinter versteckt waren. Aber beherrschte ich auch mein Inneres? Es schien ein Atemzug wohl zu genügen, um die Gesichtsfarbe erneut herzustellen.

Ich zog den Rest des Gesichtes nach unten und glücklicherweise verfügte ich jetzt über eine neue Erinnerung.

Müritz im April

Wenn ich wieder einmal tiefschlafen könnte, und nicht nur an jeden Morgen unerwartet aufwachen würde, wäre ich zufrieden.

Mehrmals wurde ich jedoch von einem Geräusch geweckt und sah gleich den alten Mond. Wenn ich deshalb die Augen im Kreis bewegte, stand ich gleich auf und wanderte daraufhin kurz im Garten. Es fiel mir dann nicht schwer, die Wirklichkeit zu begreifen.

Dazu fiel mir auf, dass oft in mir eine neue Idee herausplatzte und zu einem festen Gedanken wurde.

Erstmal hatte ich indessen dafür einen neuen soliden Fahrradträger, der einen großen Einschnitt in meine Euros, hervorgerufen hatte. Das war zunächst hart und grausam gegen mich, aber nicht anders zu erwarten. Nun sollte ich ihn voll ausnutzen.

Ich musste die Lampe zum Schuppen anmachen, öffnete irgendeine Tasche und kramte darin herum. Ich wollte etwas vorbereiten. Mit meinen Augen sah ich das Werkzeug, ohne mit der Wimper zu zucken, fand ich es wohl geeignet.

Noch am gleichen Abend checkte ich am Rechner verschiedene Hotels ab und bestellte ein Zimmer. Doch wie wäre früher ohne gewesen? hm… Dann guckte ich erstmal hoch in den Sternenhimmel.

Der nächste Morgen war vielmehr sonnig blau und klar. Wie von einem eisernen Ring fühlte ich mich in diesem Moment benebelt und drückte deswegen die Fingerspitzen leicht an die Schläfen. Danach nahm ich eine lauwarme Dusche und hielt mich hierbei mit der Hand von der Wand ab. Mir ging es besser. Ich frühstückte und werde irgendetwas mit Keulen machen. Als ich in meinem Zimmer rhythmische Übungen versuchte, stand mir der bohrende Schmerz bis zum Hals. Geduld, sagte ich mir mit leiser Stimme.

Wenn ich doch einmal etwas Unerträgliches im Leib hatte, fuhr ich mit meinem Ross auf dem Volvo in die Ferne. Damit in diesen Augenblick die zweifellose Unruhe nicht zunahm, verfolgte ich Denkweisen, die geeignet waren, einen Reisenden flink zu erfüllen.

Ich konnte mich mit dem Gefährt abermals ablenken, ohne weitere vergebliche Maßnahmen. Ein wenig lockerte ich mein Griff am Lenkrad und ich atmete wieder regelmäßig.

Dadurch ließ ich mich gern bewegen und konnte es gar nicht fassen, dass all der klebrige Schmutz sich in Windeseile auflöste.

Ich stieg auf das Fahrrad. Bald tröpfelte es draußen sehr. Der Regen war einfach da und schlug bitter als ein kurzer Schauer auf meinen Körper. Doch erstmal musste ich eine kleine Schleife machen. Dabei hinterließen wohl die Wassertropfen hinter dem Rad auf dem Straßenpflaster echte Rinnsale.

Dazu registrierte ich, wie schon auf der Nase kleine Perlen standen. Gleich murmelte ich mir entgegenkommend: „Alles findet sich und meine Erschöpfung könnte sich wohl in mir vergessen lassen“.

Jedoch ein paar Wortfetzen, die das Ohr trotz eines Rauschens aufnimmt, sind schließlich da und augenblicklich übriggeblieben. Es war keineswegs makellos, sondern durch die Haltung des Fahrradtypens ermöglicht. Die bereits fast gewonnene Fahrt ging gut weiter. Nach dieser Probe war ich doch bald zuhause.

Jetzt konnte ich das Hotel entdecken. Wir, eine Begleiterin und ich, sind über Neuruppin auf der Autobahn gefahren. Der Mensch ist wohl geschaffen, so glücklich zu werden, ging mir in ein paar Sätzen durch den Kopf. Da ich einen Weg mit prinzipieller Sicherheit so gut, wie es möglich war, erwischt hatte, lief alles Bestens. Aber das war vielleicht unbeständig wie das Meer.

In der nächsten Ortschaft gingen schon die Laternen an. Wir waren im Hotel angekommen und wollten schlafen gehen. Was werden wir dann träumen? Dicht stand ich neben der jungen Dame, meine Brust berührte leicht gegen ihre weiblichen Reize und meine Nase befand sich dabei über ihrem Ohr. Unser Atem roch nach Zahnpasta.

Als ich mich später unter den Stichen der Mücken, die sich über Hals, Gesicht und meinen schmucklosen Körper bewegten, ärgerte ich mich und bedeckte achtsam meinen Leib. Indes schlief ich bereits ein.

Doch beim Aufwachen spürte ich verzweifelt wieder, dass die verdammten Mücken meinen Pyjama bis in die Haut durchgelöchert hatten.

Die Sonne geht schließlich auf und im Speiseraum wurde Kaffee gebracht. Es gab ein reichliches Frühstück, ohne Zerwürfnis war es auch optimistischer. Ich berührte Ihre Hand mit meiner, um sie keinesfalls zu verlieren. Im Moment war ich erleichtert und trank einen kräftigen Schluck. „Die kommende Fahrt mit dem Fahrrad kann mir munter vorstellen!“, sagte ich. Von hier aus hatte ich erstmal gute Sicht. Aus den schnörkellosen Ärmeln fallen gerade paar Halbfinger-Handschuhe zu Boden. Das war der Ruf, der vom Rand der Müritz zu den beiden Fahrradfahrern drang, die sich dort bald mit den Beinen bewegend, aufhalten werden. Dabei streifte mein Auge die Küste entlang und bis zum anziehenden Wasser.

Ein Wunsch war vor allem die Stadt Waren zu sehen. Als wir an der Strandstraße ankamen, sah ich auf dem Holztisch die Heringe und war mein optimales Ding. Ich holte bei der dicken Fischfrau zwei belegte Brötchen. Sie, die Fischfrau, geriet aber fast außer Atem. Wir Beide essen im nächsten Augenblick am Hafen. Eigentlich müsste ich jetzt diese Hose wechseln, den prompt hatte ich geklettert. Okay, sie strich mir leicht über die Igelfrisur, ein Lächeln sauste über mein Gesicht und ich war nun glücklich.

Schließlich wollten wir faulenzen und so ruhten wir aus. Doch, mein Hals wäre steif geworden, weil ich nur noch saß und in die Ecke guckte. Außerdem wollten wir am Feisnecksee radeln und zum Müritzeum zurück. Jederzeit waren diese Bereiche in den Weiten der Mecklenburgischen Seenplatte sehr erholsam.

Vom natürlichen Element, das aus der Müritz entsprang, hatte ich mich schon erfreut. Ich hatte es gesehen und in der Nase war noch lange roch. Ich fühlte also diese Droge jetzt stets bei mir. Wenn es auch manchmal anstrengend wird, lass ich mich immer wieder zu solchen Touren lenken.

Oh, es dämmerte schon. So aussichtsreich mir die Fahrt erschien, entstand nun die Lust auf was Neues. Ich bekam wieder Appetit! Wenn ich jetzt in ein italienisches Restaurant marschieren könnte, wünschte ich Spaghetti mit Tomatensoße. Doch, ich hatte auch schöne Äpfel.

Eine Schar von Rädern fuhr vorüber. Ich musste Licht anmachen. Unerwartet hatte ich das Gefühl, dass es eine gute Idee wäre, wenn von den Eindrücken tolle Fotos blieben.

Ich machte mir diesen Gedanken zu eigen, da er mir für ein Leben mehr gab. Da spürte ich, dass der Luftdruck vom vorderen Schlauch des Rades zu gering war, außerdem zitterte das Lampenlicht. Schließlich schloss ich die Augen, meine Pumpe war im Wagen und ich konnte auf das Vehikel keinesfalls verzichten. Okay, wie es aussieht, es wird dennoch gehen.

Ohne Elektrik, auf holprigen Wegen

Wie ein Halunke, der sich bequem aufs Himmelbett legen wollte, kam ich mir doch vor.

Am Kopfende befand sich ein Nachttisch, meine Uhr, die Ladestation für mein Handy und mein E-Book-Reader. Ich wunderte mich wirklich über meine Kopfschmerzen, schwieg auf rätselhafter Weise und schlich zu meinem Dachfenster.