Egon und das achte Weltwunder - Joachim Wohlgemuth - E-Book

Egon und das achte Weltwunder E-Book

Joachim Wohlgemuth

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Beschreibung

'Ein Knacki, eine Einser-Abiturientin, Amor und Chaos pur …' Ein wahrlich ungleiches Paar gerät in eine spannende Liebesgeschichte. Egon, wegen Körperverletzung gerade aus dem Knast entlassen, lernt Christine kennen, genannt das 'achte Weltwunder'. Ihren Beinamen verdankt die gutaussehende und gebildete Abiturientin der Tatsache, ganz ohne Männerbegleitung auszukommen. Doch da ist Egon, der sich wie Christine in einem Jugendprojekt bewähren soll. Egon aber ist gefangen in seiner alten Clique, liebt Rock’n Roll und Fusel. Das Happy End lässt auf sich warten, denn Egons Kumpel haben Überraschungen für den Romeo parat. Mit Lügen und Ausreden verstrickt der sich tief in ein Netz, aus dem es beinah kein Entkommen mehr gibt …

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EPUB
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Seitenzahl: 496

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Joachim Wohlgemuth

Egon und das achte Weltwunder

edition ferderchen

Impressum

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

1. Auflage 2013 (entspricht der 1. gedruckten Auflage von 2011) © edition federchen im Steffen Verlag/Steffen GmbH Erich-Weinert-Straße 138, 10409 Berlin, Tel.: (030) 41935008www.steffen-verlag.de, [email protected]

Umschlagfoto: Doreen Salcher, www.fotolia.de

1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2013

ISBN 978-3-941683-31-0

Inhaltsverzeichnis

Cover
Titel
Impressum
Der Borkenheider Musical-Club
Die Heimkehr
Beim Fest der Abiturienten
Die Verpflichtung
Talent zum Schauspieler
Das letzte Konzert
Lange, lange Nacht
Ankunft in der Jungen Welt
Eine Abiturientin nach dem Abitur
Sonderfahrt
Tun oder Nichttun – das ist die Frage
Das Grab der Königin
Normen, Namen, Narben
Nächtlicher Auftrag
Der Held des Tages
Fünfzig Schachbretter
Der zweite Tanz
Wahre Freundschaft
Privatinitiative
Zwischenbilanz
Die Schau
Der große Betrug
Die Nacht im Moor
Das Geständnis
Was nicht auf dem Papier steht
Auf der Birkeninsel
Im »Goldenen Hirsch«
Auf dem Weg zurück
Die Rede
Ein unabgeschlossenes Kapitel
Nachwort
Von einer Gegend, die bisher zu nichts taugte …

Der Borkenheider Musical-Club

Die Heimkehr

Nun war er doch noch eingenickt; kein Wunder, er hatte eine schlaflose Nacht hinter sich und elf Stunden Bahnfahrt, außerdem war es im Abteil einschläfernd warm, und er war der einzige Fahrgast.

Eben hatte der Zug den Wald erreicht. Ein Kahlschlag mit herausgerissenen Stubben war vorbeigewandert, Holzstapel, die in der prallen Junisonne Kiengeruch schwitzten, uralte Tannen mit schweren Ästen, und das schattige Moos war das letzte, was Egon sah, bevor er in einen schönen Traum hinüberdämmerte.

Er sah sich schon in Borkenheide, alt und jung stand auf den Bürgersteigen und jubelte ihm zu, als er im offenen Wagen durch die Breite Straße fuhr. Polizisten säumten den Straßenrand und hielten die Autogrammjäger zurück, und viele Teenager, die mit Lippenstiften seinen weißen Straßenkreuzer bemalen wollten, und die Polizisten winkten freundlich; wenn man ein berühmter Filmschauspieler geworden ist, sehen die Leute über so manches hinweg, lässig hob er die linke Hand, hallo, Jungs, vergessen wir, was gewesen ist. Die berühmte Schlagersängerin zu seiner Rechten, es war seine Verlobte, schwärmte immerfort von einem Traumschiff, womit sie seinen Wagen meinte, und wenn er sich umschaute, erblickte er seine Mutter, die mit dem Vater in den hinteren Polstern ruhte. Ja, sogar sein Vater war mit von der Partie, der Zimmermann Gustav Brümmer, den Egon nur vom Foto kannte, denn der war einundvierzig in Russland gefallen, drei Monate bevor der Junge auf die Welt kam.

Der Pfiff der Lokomotive holte Egon ins rüttelnde Abteil zurück. Ärgerlich hielt er sich die Ohren zu. Der schöne Traum kam nicht wieder. Er nahm die Füße von der gegenüberliegenden Bank und zog die ausgetretenen Boogielatschen an. Den Wintermantel, der schuld daran war, dass er sich jedes Mal ein leeres Abteil ausgesucht hatte, langte er vom Haken und rollte ihn zusammen. Draußen flitzte das Bahnwärterhäuschen vorbei, langsam fiel die Böschung ab und zog die Telegrafendrähte herunter, eine Schranke vor einem staubigen Weg, und dann kam ein hügliges Meer bläulich schimmernden Roggens. Schnee hatte hier gelegen, als sich Egon von Borkenheide verabschiedete. Aufgeregt kämmte er sich. Er stützte den Arm auf das heruntergelassene Fenster und, schaute hinaus. Seine Heimat!

Am Horizont glitzerte der Borkenheider See. In einer weiten Senke lag das Städtchen. Egon sah die weißen Spielzeughäuschen der Südsiedlung, die Innenstadt mit dem klobigen Rathausturm, die braun-rote Dachlandschaft. Am Brauereischornstein hing eine müde Qualmfahne.

Er bog sich zurück, drehte aufgeregt den Hals aus dem Kragen und klemmte das Bündel Wintermantel unter den Arm. Die Kleingärten wanderten vorbei mit ihren hemdsärmligen Familienvätern, bereitstehenden Liegestühlen und frisch gestrichenen Lauben. Graue, fensterlose Hauswände, eine Grünanlage mit weißen Bänken, Spaziergänger, es war Sonnabend, der 10. Juni 1961.

Allmählich begannen die Bremsen zu singen. Gleich musste der Bahnübergang kommen. Das Stellwerk… die Schranken, hinter den Schranken eine Autokette, abgestiegene Radfahrer, eilige Hausfrauen. Aha, unsere Oberschule hat sich einen neuen Putz zugelegt, knallgelb! Und daneben? Das Haus hätten sie gleich mitputzen sollen. Dass sich Mauerwerk nicht schämt, wenn es so nackend ist. Immerhin, Arbeit war also da. Der Kreisbau würde ihn wieder einstellen. Am Montag würde er hingehen, sich Arbeit verpassen lassen. Irgendeine. Die menschliche Gesellschaft war verpflichtet, ihn wieder als gleichberechtigten Bürger aufzunehmen. Dafür gab es Gesetze. Und wenn sie ihn in die schlechteste Brigade steckten, er würde keinen Mucks sagen.

Ein Ruck noch, der Zug stand. Türen klappten. Egon stieg nicht aus. Das erwartungsvolle Lächeln eines Menschen, der nach langer, langer Zeit in seine Heimat zurückkehrt, war weg. Seine Hand umklammerte die Türklinke. Er starrte zur Sperre.

Sie standen in einer Reihe, rechts und links eine Latte, zwischen den Latten eine Stoffbahn: »Wir begrüßen Euch!«

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