Ein Fest für Eric M. Engler - Friederike von Buchner - E-Book

Ein Fest für Eric M. Engler E-Book

Friederike von Buchner

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Beschreibung

Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt. Auf sehr spezielle, romantische Weise findet Toni, der Hüttenwirt seine große Liebe in einer bezaubernden Frau, die aus einer völlig anderen Umgebung stammt als der markante Mann der Berge. Sie lernt durch ihn Schönheit und Idylle seiner Heimat kennen und lieben. Gemeinsam eröffnen die beiden allen Besuchern die Werte und Besonderheiten ihres Lebens auf der Alm. Romantik, Beschaulichkeit, dramatische Spannung und feinsinnige Gespräche: Das ist die Welt von Toni, dem Hüttenwirt, der sich niemand entziehen kann. Eric stellte das Fahrrad auf dem Marktplatz unter einen Baum. Er schloss es mit der langen Gliederkette ab. Dann ordnete er sein Haar und betrachtete sich im Seitenspiegel eines parkenden Autos. Den großen Blumenstrauß in den Armen, betrat er das Trachten- und Andenkengeschäft Boller. Franz Boller kassierte die Kunden an der Theke ab. »Grüß Gott!«, rief Eric, so laut er konnte. Franz sah auf. »Grüß Gott! Einen Augenblick, Eric, ich bin gleich fertig«, antwortete Franz. »Lass dir Zeit! Ich will zu Veronika. Ich sehe sie nicht. Ist sie nicht da?« »Veronika ist hinten im Lager. Sie zeichnet Ware aus. Lauf ruhig, du kennst dich ja aus bei uns.« Eric lächelte Franz zu und lief ins Lager, das hinter dem Laden lag. Es war sehr groß und umfasste mehrere Räume.

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Seitenzahl: 125

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Toni der Hüttenwirt Extra – 79 –Ein Fest für Eric M. Engler

Endlich ist alles auf einem guten Weg!

Friederike von Buchner

Eric stellte das Fahrrad auf dem Marktplatz unter einen Baum. Er schloss es mit der langen Gliederkette ab. Dann ordnete er sein Haar und betrachtete sich im Seitenspiegel eines parkenden Autos.

Den großen Blumenstrauß in den Armen, betrat er das Trachten- und Andenkengeschäft Boller.

Franz Boller kassierte die Kunden an der Theke ab.

»Grüß Gott!«, rief Eric, so laut er konnte.

Franz sah auf.

»Grüß Gott! Einen Augenblick, Eric, ich bin gleich fertig«, antwortete Franz.

»Lass dir Zeit! Ich will zu Veronika. Ich sehe sie nicht. Ist sie nicht da?«

»Veronika ist hinten im Lager. Sie zeichnet Ware aus. Lauf ruhig, du kennst dich ja aus bei uns.«

Eric lächelte Franz zu und lief ins Lager, das hinter dem Laden lag. Es war sehr groß und umfasste mehrere Räume.

Deckenhohe Regale trennten die verschiedenen Warensorten.

»Hallo, ich bin’s, der Eric! Veronika, wo bist du?«

»Ich komme«, schallte es zurück.

Veronika stieg von der Leiter.

»Grüß Gott, Eric! Schön, dass du dich wieder erholt hast.«

»Mmm, ich war nur ein bisserl durchgefroren. Die Kratzer heilen bald ab.«

»Du bist ein tapferer Bub«, lobte ihn Veronika.

Eric hielt ihr mit beiden Händen den Blumenstrauß hin.

»Bitte schön! Die Blumen sind für dich«, sagte Eric.

»Mei, das ist eine Überraschung. Danke! Das ist ein sehr schöner Strauß.«

»Ich habe die Blumen im Garten der Englers selbst geschnitten.«

»Du hast wohl alle abgeschnitten, wie?«

»Nein, es sind noch genug da. Walli hat so viele Blumen gepflanzt.«

Eric räusperte sich und sagte: »Also, der Blumenstrauß ist ein Dankeschön, dass du mich unter der Bank rausgeholt und zu den Englers gebracht hast. Die Blumen sind auch für Franz.«

»Franz wird sich genauso darüber freuen wie ich. Setz dich! Im Kühlschrank ist Saft. Die Gläser stehen dort im Schrank. Greif zu! Ich hole eine große Vase. Die Blumen müssen ins Wasser.«

Eric nickte eifrig.

Es dauerte etwas, bis Veronika mit einer Blumenvase mit breitem Hals kam.

»So einen großen Blumenstrauß habe ich selten bekommen. Ich musste erst eine Vase suchen«, sagte sie.

Mit einem Lächeln stellte sie die Blumen ins Wasser und ordnete sie.

»Die sind wirklich schön. Du hast Talent für Blumensträuße. Du könntest später ein Blumengeschäft aufmachen.«

»Nein, ich werde Arzt, genau wie Martin«, sagte Eric.

Dabei schaute er Veronika ernst an.

»Du kannst alles werden, was du willst, Eric«, sagte Veronika.

»Ich werde Medizin studieren und Arzt werden wie Martin. Und später übernehme ich Martins Praxis!«, betonte er mit Nachdruck.

»Du wirst bestimmt ein sehr guter Arzt werden«, sagte Veronika.

Sie lächelte Eric dabei an.

»Ob ich so sein guter Arzt werde wie Martin, das weiß ich nicht. Aber ich werde es versuchen.«

»Du schaffst das«, sagte Veronika.

Eric nippte an seinem Saft.

»Ich habe damals einen Schuh verloren. Ich wollte ihn suchen. Katja meinte, der Schuh wäre nicht mehr zu gebrauchen.«

»Da hat sie vollkommen recht.«

Eric nickte.

»Es waren schöne Schuhe. Hast du noch so ein Paar? Ich will dieselben. Katja sagte, ich soll mir neue Schuhe aussuchen. Sie kommt später und bezahlt. Das waren die schwarzen Haferlschuhe mit dem grünen Rand.«

»Ich erinnere mich. Einen Augenblick, ich hole dir ein Paar. Ich denke, ich habe noch ein Paar in deiner Größe am Lager.«

»Sie können auch größer sein. Man kann eine Sohle reintun und dicke Socken anziehen. Ich wachse schnell. Walli sagt, ich sei ein Stück gewachsen, seit ich in Waldkogel bin.«

»Das bist du sicher. Das macht die gute Luft und das gute Essen.«

»Katja und Walli kochen gut. Walli macht mir fast jeden Tag Wackelpudding mit Schlagsahne drauf.«

»Das schmeckt sehr gut«, sagte Veronika.

Veronika ging ins Lager und brachte Eric Schuhe in zwei Größen, dazu Einlegesohlen und mehrere Paare dicke Socken aus reiner Wolle.

Eric probierte die Schuhe an. Veronika schaute ihm zu.

»Ich behalte sie gleich an zum Einlaufen«, sagte er. »Kannst du mir bitte eine Tüte geben für meine alten Schuhe und die Socken?«

»Ich packe sie in den Karton und gebe dir draußen eine Tüte.«

»Danke!«

»Gern geschehen«, antwortete Veronika.

»Ich will die Schuhe gleich einlaufen. Ich werde zur Berghütte wandern und Coco mitnehmen. Dann kann sie mit Benno spielen. Aber ich mache einen Umweg. Ich gehe zum Kloster. Ich möchte Oberin Justina etwas erzählen.«

»Das ist eine weite Strecke. Falls du Druckstellen oder Blasen bekommst, nimm dir etwas von Ella Waldners Kräuterbalsam mit.«

»Klar, ich weiß Bescheid. Walli hat mir heute Morgen von dem Balsam auf die Kratzer gemacht«, erzählte Eric. »Ich fahre mit dem Fahrrad zum Kloster und anschließend hinauf zur Kuhalm. Coco mag es, wenn sie neben dem Fahrrad herspurten kann.«

Eric legt den Kopf schief.

»Veronika, ich will dir etwas verraten.«

»So, was denn?«

»Ich bleibe für immer bei Katja und Martin. Walli gehört auch dazu. Katja und Martin nehmen mich als Pflegekind auf.«

»Wirklich? Das ist eine wunderbare Neuigkeit, Eric. Glückwunsch!«

Veronika stand auf und schloss ihn in ihre Arme.

»Mei, ich freue mich so für dich!«

»Katja und Martin sind mir die Liebsten, natürlich gehört Walli dazu. Walli ist wie eine richtige Großmutter.«

»So, ist sie das?«

»Ja, das ist sie«, strahlte Eric.

Er seufzte leise.

»Veronika, ich bin froh, dass ich bei Katja und Martin bleiben darf. Das ist besser aus bei den Kornmayers. Okay, Susis Eltern und Großeltern sind nett. Aber sie sind eben nur nett. Katja und Martin sind anders.«

»Du hast die Englers lieb?«

»Ja und ich weiß, dass sie mich gernhaben«, sagte Eric leise.

»Seit wann weißt du es?«

»Sie haben es mir vorhin gesagt. Du bist die Erste, der ich es erzähle.«

»Ich fühle mich geehrt, Eric, dass du gleich zu mir gekommen bist.«

»Ist doch klar. Wir sind doch Freude, nicht wahr?«

»Ja, das stimmt. Wir sind richtig dicke Freunde«, sagte Veronika.

Sie war so gerührt, dass sie befürchtete, sie würde vor Glück über die gute Nachricht feuchte Augen bekommen.

»Eric, das muss gefeiert werden«, sagte Veronika. »Ich werde dir ein Fest ausrichten mit vielen bunten Luftballons und Fahnen. Walli kann Wackelpudding machen. Ich fahre später zu deinen Pflegeeltern und spreche mit ihnen. Würde dir ein Fest gefallen?«

Eric überlegte.

»Feste sind immer schön, besonders echt bairische Feste, mit Weißwurst aus dem Kessel und später Brezeln«, antwortete Eric.

Veronika schlug sanft mit der flachen Hand auf den Tisch.

»Du sollst dein blau-weißes Fest bekommen, Eric«, sagte sie.

»Danke«, sagte Eric. »Ich freue mich.«

»Ich freue mich für dich, Eric.«

Eric trank sein Glas aus.

»Komm, wir gehen nach vorn zu Franz und erzählen es ihm«, sagte Veronika.

Eric nickte und ging voraus.

Eine Kundin verließ gerade den Laden. Veronika schloss schnell hinter ihr die Tür und drehte den Schlüssel um.

»Veronika, was hat das zu bedeuten?«, fragte Franz.

Veronika stellte sich hinter Eric und legte ihm beide Hände auf die Schultern.

»Franz es gibt Neuigkeiten. Eric hat mir eben gesagt, dass Katja und Martin Eric dauerhaft als Pflegekind aufnehmen.«

Franz schlug die Hände zusammen. Er war mehr der ruhige Typ, der selten Gefühle in der Öffentlichkeit zeigte. Aber dieses Mal konnte er sie nicht zurückhalten.

»Mei, das ist eine wunderbare Nachricht!«

Er ging auf Eric zu, fasste ihn unter den Armen und wirbelte ihn herum.

»Franz, lass mich runter! Ich bin kein Kleinkind mehr«, sagte Eric.

Franz wurde rot und stellte ihn wieder auf den Boden.

»Entschuldigung, Eric! Du hast vollkommen recht. Die Begeisterung hat mich einfach mitgerissen. Das ist eine großartige Nachricht. Katja und Martin werden dir ein wunderschönes Heim geben.«

»Das machen sie doch schon, seit ich als Ferienkind zu ihnen gekommen bin. Es wird alles so weitergehen, nur dass ich jetzt kein Ferienkind mehr bin, sondern ihr Pflegebub«, erklärte Eric.

Veronika erzählte ihrem Mann, dass sie für Eric ein Fest ausrichten wolle. »Das ist eine gute Idee«, sagte Franz. »Ich bin dabei.«

»Ich will später hinfahren und die Einzelheiten mit Katja und Martin bereden«, sagte Veronika. »Wir machen das Fest auf ihren Hof.«

»Katja und Martin haben heute wenig Zeit«, erklärte Eric. »Es ist besser, du wartest bis zum Abend. Sie müssen viele Papiere ausfüllen und Magnus Unterlagen geben, damit das noch klappt, bevor die Ferien zu Ende sind.«

»Stimmt!«, sagte Veronika. »Die Übernahme einer Pflegschaft ist bestimmt eine Papierschlacht.«

Eric winkte ab und sagte:

»Magnus bekommt das hin. Da bin ich mir ganz sicher. Und jetzt muss ich gehen. Pfüat di, Veronika, pfüat di, Franz!«

»Pfüat di, Eric!«, sagte Franz.

Veronika fuhr Eric über das Haar. Dann reichte sie ihm die Tüte mit seinen alten Schuhen.

»Veronika, ich habe noch eine Frage.«

»Ja, Eric, frage ruhig.«

»Du kennst Katja und Martin viel besser als ich. Ich möchte mich bei ihnen bedanken. Was könnte ich ihnen schenken?«

Veronika wurde es warm ums Herz.

»Eric, das musst du nicht. Du schenkst ihnen doch schon deine ganze Liebe. Und etwas Wertvolleres als dein Herz mit aller Zuneigung und aller Liebe gibt es nicht«, antwortete Veronika.

Eric schwieg einen Augenblick. Dann nickte er wortlos.

Veronika schloss die Ladentür auf und ließ ihn hinaus.

Eric stieg auf sein Fahrrad und radelte zurück zu den Englers.

Walli war allein in der großen Wohnküche.

»Wo sind Martin und Katja?«, fragte Eric.

»Sie sind auf dem Rathaus bei Bürgermeister Fellbacher, zusammen mit Magnus. Alle bemühen sich, dass die Papiere schnell ausgestellt werden.«

»Das ist gut«, murmelte Eric.

»Außerdem hat Sebastian angerufen. Er lässt fragen, ob du mit ihm wandern gehen möchtest. Sophie ist mit Anna nach Kirchwalden gefahren. um noch Sachen für das Kindl einzukaufen. Deshalb hat Sebastian Zeit.«

»Super!«, brach es aus Eric hervor.

Walli schmunzelte.

»Dass dir das gefällt, dachte ich mir schon. In der Speisekammer steht schon dein Rucksack mit Proviant.«

»Walli, du bist Spitze«, brach es aus Eric hervor.

Er umarmte sie.

»Das bist du auch, Eric«, flüsterte Walli.

Sie fühlte für einen Augenblick ein Kloß im Hals, fasste sich aber gleich wieder.

»Zieh aber deine eingelaufenen Wanderschuhe an!«, sagte sie.

»Mm, das ist vielleicht besser«, murmelte Eric.

Er tauschte die Schuhe.

Dann holte er seinen Rucksack.

Sebastian hielt draußen auf dem Hof.

»Sebastian, ich komme«, rief Eric.

Er rannte hinaus, schneller als Walli ihm folgen konnte.

»Sebastian, weißt du es schon?«

Sebastian schmunzelte.

»Wenn du meinst, dass Katja und Martin deine Pflegeeltern werden, das weiß ich. Glückwunsch!«

»Danke! Laufen wir oder fahren wir ein Stück mit dem Auto?«, fragte Eric.

»Ich denke, wir fahren ein Stück mit dem Auto.«

Eric nickte. Er winkte Walli zu und stieg ins Auto.

Walli blieb auf dem Hof stehen und schaute dem Auto nach.

*

Sebastian nahm dem Waldweg bis zum Forsthaus. Dort stellte er das Auto ab. Sie schulterten die Rucksäcke und wanderten los.

Sebastian schlug nicht den Weg ein, der hinauf zum Pilgerpfad führte. Er zeigte Eric einen kleinen Pfad, der sich zwischen den Bäumen durch den Wald schlängelte.

»Hier war ich noch nie«, bemerkte Eric.

»Nun, ich dachte, ich zeige dir schöne Lichtungen, abseits der Wege, die die Touristen bevölkern«, antwortete Sebastian.

Eric nickte.

»Im Gegensatz zu dir bin ich hier in Waldkogel aufgewachsen. Deshalb kenne ich alle Schleichwege durch den Wald. Ich dachte mir, da du nun in Waldkogel bleibst, zeige ich sie dir.«

»Das ist sehr gut«, sagte Eric. »Ich will ein echter Waldkogeler werden. Meinst du, das gelingt mir?«

»Sicher, zweifelst du?«

Eric zuckte mit den Schultern.

»Ich weiß nicht recht.«

Sie gingen weiter.

Nach ungefähr einer halben Stunde kamen sie zum Gebirgsbach. Entlang des Ufers gab es einige breite, wenig bewachsene Lichtungen.

»Schön hier«, murmelte Eric.

»Ja, aber weiter hinten gibt es noch eine schönere Stelle. Die erreicht man nur, wenn man eine kleine Strecke durch den Bach watet oder einen großen Umweg macht. Das Wasser ist sehr kalt. Willst du?«

»Klar, einem Waldkogeler Bub macht das kalte Wasser nichts aus«, erwiderte Eric.

»Du bist mir vielleicht einer«, lachte Sebastian. »Recht hast du!«

Sie zogen Schuhe und Strümpfe aus. Dann stopften sie die Socken in die Wanderstiefel und banden die Schnürbänder zusammen, damit sie sie um den Hals hängen konnten.

Sebastian forderte Eric auf, dicht hinter ihm zu bleiben. Sie gingen los.

Sebastian blieb oft stehen und schaute sich nach Eric um.

»Geht es noch?«, fragte Sebastian.

»Am Anfang war das Wasser sehr kalt. Aber man gewöhnt sich daran.«

»Es ist nicht mehr weit«, sagte Sebastian.

Der Gebirgsbach schlängelte sich um einige Felsen herum, die der Bach umspülte.

Bevor sie zu der Stelle kamen, bog Sebastian einige Äste zur Seite, die von den Uferbäumen weit über das Wasser reichten.

»So, hier sind wir!«, sagte Sebastian.

Er watete aus dem Wasser. Dann warf er seine Schuhe auf den Boden und setzte den Rucksack ab.

Eric machte es ihm nach.

»Schön hier«, murmelte Eric.

Er sah sich um.

Die halbrunde Lichtung war von hohen Tannen umgeben.

In der Mitte der Lichtung war aus Steinen ein niederer Kreis aufgeschichtet. Er war groß. Im Kreisinneren gab es eine Vertiefung.

»Setz dich!«, sagte Sebastian und fing an, seinen Rucksack auszupacken.

»Was ist das für ein Ding?«, fragte Eric und zeigte auf den Gegenstand, den Sebastian in der Hand hielt.

»Oh, das ist ein kleiner Wildnis-Ofen. Ich habe ihn vor vielen Jahren selbst gebaut.«

Sebastian zeigte Eric die große Blechdose.

Sie hatte an einer Seite eine halbrunde Öffnung. Oben steckten zwei lange Schrauben, die rechts und links von Gegenmuttern gehalten wurden. So boten sie die Möglichkeit, einen Topf abzustellen. Sebastian holte einen kleinen dünnwandigen Aluminiumtopf mit einem Stiel aus dem Rucksack.

Er füllte aus dem Gebirgsbach Wasser ein und stellte es auf den Wildnis-Ofen. Dann entzündete er einen großen Karbidwürfel.

»Im Sommer ist es sicherer, Karbid zu nehmen. Damit gibt es keinen Funkenflug. Okay, das ist nicht so urig wie Feuer aus Holz. Das machen wir im Herbst oder im Winter.«

Sebastian forderte Eric auf, den Rucksack zu leeren.

Darin waren Würstchen, Brot und Senf, neben Süßigkeiten.

»Ist das Wasser für die Würstchen?«, fragte Eric.

»Nein, wir machen uns einen süßen Malzkaffee«, antwortete Sebastian.

Aus dem Rucksack förderte er aus kleinen Verschlussgläsern gemahlenen Getreidekaffee, Milch und Zucker, sowie zwei Löffel.

»Du passt auf, Eric. Ich bin gleich wieder zurück«, sagte Sebastian.

Er verschwand kurz im Wald. Dann kam er mit zwei Stöcken zurück.

Als das Wasser kochte, nahm Sebastian es herunter und fügte das Kaffeepulver hinzu. Dann steckte er jeweils ein Würstchen auf einen der Stöcke.

»Hier, halte es über die Flamme!«, sagte Sebastian.

Es dauerte, bis die Würstchen gebraten waren. Währenddessen verteilte Sebastian den Malzkaffee in zwei Bechern, gab Milch und Zucker dazu.

Die Würstchen waren ein einigen Stellen schwarz geworden. Aber sie schmeckten köstlich. Sie aßen das Brot dazu.

Als Nachtisch gönnten sie sich Schokolade.

»Bist du satt?«, fragte Sebastian.

Eric bejahte.

»Ich habe heute Morgen nur ein Kaffeestückchen gegessen, das ich mir im Café Jacob geholt hatte.«

»Dann musst du richtig hungrig gewesen sein.«

»Eigentlich nicht, Sebastian. Ich habe nicht bemerkt, dass ich hungrig war.«

»Es war auch ein sehr aufregender Tag für dich.«

»Das stimmt«, murmelte Eric.

»Du hast dir gewünscht, bei Katja und Martin bleiben zu können. Gib es zu!«

Eric wurde verlegen.