Ein Gerhard kommt immer allein - Gerhard Hartig - E-Book

Ein Gerhard kommt immer allein E-Book

Gerhard Hartig

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Beschreibung

„Das beste Buch seit es Gerhards gibt!“ (Dominik Heißler, Slam Poet)

Der Poetry Slammer und Satiriker Gerhard Hartig lädt ein auf eine skurrile Reise durch seine 16 besten Texte: Angefangen bei seiner chaotischen Geburt mit unvorteilhafter Namensnennung, über eine Fahrt auf einer Überdosis Globuli im Schlafent-Zug, bis hin zu einem Konzert mit seiner Heavy Metal-Band „Der letzte Schrei“. Unter dem Bühnennamen Der letzte Gerhard erzählt er von seinen Plänen zur Weltherrschaft, berichtet vom verkorksten Kindergeburtstag seiner Nichte Miriam und deckt auf, was eigentlich mit allen anderen Gerhards geschehen ist – immer unterhaltsam, absolut seriös und überhaupt nicht übertrieben.

„Mit dem Kauf dieses fantastischen und aberwitzigen Buches übernehmen Sie gleichzeitig die Patenschaft für ein Tyrannosaurus-Baby, das dereinst Ihren Chef fressen wird!“ (Gregor Biberacher, Comedian)

„Witzig sind in diesem Buch eigentlich nur die Geschichten, in denen ich vorkomme. Alles weitere lässt sich getrost überspringen.“ (Das letzte Einhorn, Protagonistin)

„Lachen ist der beste Immunbooster – und Der letzte Gerhard liefert garantiert! Da bleibt kein Auge trocken.“ (Ansgar Hufnagel, Kulturschaffender)

Über den Autor:

Gerhard Hartig hat mehr Unsinn im Kopf als eine ganze Grundschulklasse. Den packt er in seine Texte und liefert ihn unter seinem Bühnennamen Der letzte Gerhard fachgerecht auf Poetry Slam-Bühnen ab. Geboren wurde er in Ulm, doch sein Studium zog ihn nach Freiburg, wo er bisher fröhlich Germanistik und Erziehungswissenschaften vor sich hin studiert. Geschrieben hat er seit seiner Kindheit, erst Gedichte, dann Fantasybücher. Um einen Fuß in die Autor*innen-Szene zu bekommen, ging er zum Poetry Slam, wo er prompt hängen blieb. Seitdem zieht er über die Bühnen ganz Süddeutschlands und der Schweiz in der verzweifelten Hoffnung, auf einen weiteren Gerhard zu stoßen.

Inhaltsverzeichnis:

• Bis die Blase platzt /

• Der letzte Gerhard /

• Der Schlafent-Zug /

• Ich würde gern die Weltherrschaft an mich reißen /

• Großvater David /

• Zu spät /

• Was kann ich fürs Klima tun? /

• Björn /

• Nachhilfestunde /

• An der Kasse /

• Der letzte Donut /

• Flirtversuche /

• Ein gewöhnlicher Samstag /

• Wo kommen die Babys her? /

• Biber /

• Besinnliche Weihnachten oder so /

Über den Verlag:

Beim Dichterwettstreit deluxe dreht sich alles rund um Poetry Slam: hier haben einige der renommiertesten Bühnenpoet*innen des deutschsprachigen Raumes ihr literarisches Zuhause. Vom Poetry Slam Buch über Gedichtsammlungen bis hin zu diversen Anthologien voller Poetry Slam Texte ist der Dichterwettstreit deluxe leidenschaftlicher Poetry Slam Verlag aus der Szene. Entdecke in unserem Programm spannende Poetry Slam Bücher aus Liebe zur Literatur - überall zu finden, wo es Bücher gibt, oder unter www.dichterwettstreit-deluxe.de

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 79

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

Herausgeber

Über den Autor

Das Vorwort

Vorrede

Bis die Blase platzt

Der letzte Gerhard

Der Schlafent-Zug

Ich würde gern die Weltherrschaft an mich reißen

Großvater David

Zu spät

Was kann ich fürs Klima tun?

Björn

Nachhilfestunde

An der Kasse

Der letzte Donut

Flirtversuche

Ein gewöhnlicher Samstag

Wo kommen die Babys her?

Biber

Besinnliche Weihnachten oder so

Dichterwettstreit deluxe Buchempfehlungen

Herausgeber

© 2025 Dichterwettstreit deluxe, Villingen-Schwenningen/Tübingen

www.dichterwettstreit-deluxe.de/impressum

Satz & Lektorat: Elias Raatz & Annika Siewert

Design: Hubert Baumann, T-Sign Werbeagentur

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

100 % Mensch: Bei diesem Buch wurde während des gesamten Herstellungsprozesses keine generative KI verwendet.

ISBN Druckausgabe: 978-3-98809-040-9ISBN E-Book: 978-3-98809-041-6

www.dichterwettstreit-deluxe.de

Autor Gerhard Hartig - Der letzte Gerhard

Gerhard Hartig hat mehr Unsinn im Kopf als eine ganze Grundschulklasse. Den packt er in seine Texte und liefert ihn unter seinem Bühnennamen Der letzte Gerhard fachgerecht auf Poetry Slam-Bühnen ab. Geboren wurde er in Ulm, doch sein Studium zog ihn nach Freiburg, wo er bisher fröhlich Germanistik und Erziehungswissenschaften vor sich hin studiert.

Geschrieben hat er seit seiner Kindheit, erst Gedichte, dann Fantasybücher. Um einen Fuß in die Autor*innen-Szene zu bekommen, ging er zum Poetry Slam, wo er prompt hängen blieb. Seitdem zieht er über die Bühnen ganz Süddeutschlands und der Schweiz in der verzweifelten Hoffnung, auf einen weiteren Gerhard zu stoßen.

Mehr unter @derletztegerhard auf Instagram.

Das Vorwort:

Einhorngedärme

Vorrede

Zu Beginn jedes Poetry Slam-Auftritts wende ich mich mit der verzweifelten Frage an das Publikum, ob noch ein anderer Gerhard im Raum ist. So gut wie immer umfängt mich dann betretenes Schweigen. Ich bin es nicht anders gewohnt.

Hin und wieder kommt nach dem Slam ein Zuschauer auf mich zu und versichert mir, er habe einen Gerhard in seinem Bekanntenkreis.

„Mein Opa heißt Gerhard“, „Mein Hamster heißt Gerhard“, heißt es dann. „Und was ist mit Gerhard Schröder? Der lebt ja auch noch.“

Und das ist vollkommen richtig.

Ich bin auch nicht der letzte Gerhard, sondern ich bin „Der letzte Gerhard“.

Mein Künstlername ist dennoch dreist gelogen oder zumindest völlig überspitzt. Man sollte ihn und mich genauso wenig ernst nehmen wie die Texte in diesem Buch. Alles darin ist komplett überzeichnet und ergibt so viel Sinn wie eine Scheibe Leberwurst.

Ich nehme mich selbst nicht ernst; generell bin ich der Meinung, dass wir als Gesellschaft viel zu viele Dinge viel zu ernst nehmen.

Dieses Buch enthält 16 Texte, die ich in den letzten anderthalb Jahren über die Bühnen geschleift habe. Wenn ich es geschafft habe, Menschen damit zum Lachen zu bringen, war das ein guter Abend. Ich habe dabei so viele liebe Menschen kennengelernt und konnte so viele Ideen sammeln, denn kein Poetry Slam ist gleich.

Vielleicht konnte ich sogar dich zum Lachen bringen und du hast dir deswegen dieses Buch geholt – oder du hast es in der Papiertonne gefunden. Oder in einem Buchladen. Oder diesem Internet.

Wie dem auch sei, die Anweisung für die folgenden Seiten lautet, die noch verbliebenen Gehirnzellen auszuschalten und einfach Spaß zu haben.

Ich wünsche gute Unterhaltung!

Gerhard Hartig,

Sommer 2025

Bis die Blase platzt

Vorbemerkung:

Der nun folgende erste Text ist schon sehr alt. Es ist tatsächlich mein ältester Text, denn ich habe ihn bereits im Mutterleib geschrieben. Ich schreibe nämlich, seitdem ich Finger habe. Jetzt denkst du sicher, das sei unrealistisch, aber dafür gibt es eine ganz logische Erklärung. Meine Mutter hatte sich gut auf meine Geburt vorbereitet, deswegen lagen Stifte, Papier und – als subtile Aufforderung – auch Wachsmalstifte im Uterus.

Liebes Tagebuch,

nun, da sich endlich meine Finger gebildet haben, ist es an der Zeit, mit dem Schreiben anzufangen. Denn all die Fragen, die mir seit Tagen unter meinen noch nicht vorhandenen Nägeln brennen, müssen zu Papier gebracht werden, bevor sie im Fruchtwasser versickern.

Alles ist noch so neu und unvertraut. Tausend Fragen schwirren mir durch den Schädel. Zuallererst: Wie wird meine Steueridentifikationsnummer lauten? In nur wenigen Wochen werde ich es wissen. Hoffentlich ist es eine Primzahl und keine von diesen Kacknummern, die auf eine Zwei endet.

Auch wenn ich an mir herabblicke, tun sich Fragen auf. Wofür sind meine einzelnen Körperteile gut? Natürlich, die Hände sind zum Schreiben da, doch wozu dienen die Füße? Die müssen doch noch zu etwas anderem taugen, als Mama zu treten.

Die Nabelschnur liefert Nahrung und mit dem Mund lässt sich lauthals unter der Dusche Britney Spears grölen. Jaja, Mama, ich höre alles und ehrlich gesagt verstehe ich dich nicht. Zum einen beschwerst du dich, wenn ich dich trete, zum anderen singst du beim Duschen lauthals „Hit me baby one more time“.

Und ich frage mich, wie es wohl sein wird, am Anfang meines Lebens, wenn ich endlich das Licht am Ende des Tunnels sehe. In was für eine Welt werde ich geboren? Bestimmt leben dort auch alle in ihrer eigenen Blase. Aber statt Fruchtwasser saufen sie jeden Abend Schnaps, so wie Mama das immer macht. Beim Fernsehen trinkt sie immer Korn, das sogenannte Mutterkorn. Und danach isst sie saure Gurken mit Nutella.

Wie sie wohl so drauf ist? Ob sie auch nach meiner Geburt noch innere Werte hat? Und was für einen Namen sie mir wohl geben wird? Bestimmt etwas Aktuelles am Puls der Zeit. Ein eleganter Name, der leicht von der Zunge geht. Etwas wie Joshua oder Marius. Dann könnten meine ersten Worte lauten: „Jetzt bin ich da, der Joshua“ oder „Hier ist der Marius, frisch aus dem Uterus“.

Das ist generell die Frage, wie meine ersten Worte lauten sollen. Das sind ja neben den letzten Worten die bedeutendsten Worte des Lebens. Sowas wie „Mama“ oder „Papa“?

Oder irgendwas Hochgestochenes wie Polynomdivision? Dann bekomme ich nach der Geburt gleich mein Abiturzeugnis ausgestellt, zumindest wenn ich in Berlin geboren werden sollte.

Vielleicht auch etwas Klassisches, ich könnte Goethe zitieren: „Hier bin ich Mensch, hier kann ich sein.“ Oder alternativ Nietzsche: „Gott ist tot … aber jetzt bin ich ja da!“

Das schiene mir ein geeigneter Start zu sein. Nun aber heißt es Däumchen drehen und warten. Mein neues Leben kann beginnen.

Nachtrag:

Liebes Tagebuch,

die Geburt verlief chaotischer als geplant. Zumindest war ich so krass, dass ich für meine Leistung eine Urkunde bekommen habe. Ich stand von Anfang an unter enormem Druck – kein gutes Omen für einen Start ins neue Leben.

Doch ich kämpfte mich tapfer voran. Ich war schon mit dem Kopf draußen, als ein Gong ertönte.

„Feeeiiierabend“, flötete die Hebamme glücklich und packte ihre Sachen. Auf die wilden Beleidigungen meiner Mutter murmelte sie nur etwas von fairen Arbeitsbedingungen und sagte: „Lass stecken, ich komm’ morgen wieder.“

„So ’ne Kamelscheiße!“, fluchte meine Mutter.

Kamelscheiße? Das fing ja gut an. Ich war noch nicht mal draußen und habe schon mein erstes Schimpfwort gelernt.

Als die Hebamme weg war, machten wir notgedrungen allein weiter. Und was soll ich sagen, nach stundenlanger Arbeit haben wir es doch irgendwie geschafft. Ich lag mit den Nerven am Ende in den Armen meiner Mutter und war bereit, meine ersten Worte zu sprechen. Doch meine Mutter kam mir dabei leider zuvor.

„Mein kleiner Gerhard“, flüsterte sie liebevoll.

GERHARD? Ernsthaft? Gerhard? Meine Zeit vor der Geburt war angenehm, es war warm, es war ruhig und ständig gab es Kuchen. Nun aber war es kalt, die Geburt war eine Tortur und – was am schlimmsten ist – ich heiße Gerhard.

Ich öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Goethe schien mir nicht angebracht. Die Blase war geplatzt. Irgendwie versuchte ich meine Enttäuschung zum Ausdruck zu bringen, und dabei kamen mir nur die Worte in den Sinn, die meine Mutter mich soeben gelehrt hatte: „So ’ne Kamelscheiße!“

Mama schrie auf – und ließ mich fallen. Da ich noch nicht wusste, wie man Arme und Beine gebraucht, purzelte ich vom Bett und stürzte zu Boden. Nur Millimeter vor den Steinfliesen wurde mein Fall schlagartig abgebremst. Ich hing noch an der Nabelschnur, mein Leben hing quasi am fleischigen Faden.

„Erst nennst du mich Gerhard, dann lässt du mich fallen“, beschwere ich mich. „Wie ist denn mein Zweitname?“

„Gotthard“, antwortet meine Mutter.

„Gotthard? Ich heiße Gerhard Gotthard?“

„Jap.“

„Ich will wieder zurück!“ Ich beginne damit, mich an der Schnur nach oben zu ziehen.

„Nichts da“, sagt meine Mutter und kappt die Schnur. Der Fall war nicht tief, aber er war hart.

Ich fiel aus allen Wolken, aus meinen geplatzten Träumen, direkt auf den Krankenhausboden der Tatsachen. Ein Gerhard ward geboren.

Der letzte Gerhard

Ich werde des Öfteren auf der Straße von wildfremden Leuten angesprochen, die mich fragen: „Der letzte Gerhard, du Licht meines Lebens, wie fühlt es sich an, der Letzte seiner Art zu sein?“

Keine Ahnung. Ich bin ein Gerhard. Wir fühlen nichts. Die drei Gefühle eines Gerhards sind Hunger, Durst und Stein. Wobei ich beim letzten nicht mal sicher bin, ob das überhaupt ein Gefühl ist.

„Aber, Der letzte Gerhard, du Einstein in Adonisgestalt“, fragen mich dann die Leute, „wie kommt es, dass die Gerhards aussterben, wo es ihnen doch augenscheinlich weder an gutem Aussehen noch an Intelligenz mangelt?“

Gute Frage. Früher gab es uns ja an jeder Straßenecke. Da konnte man keine zwei Meter laufen, ohne über einen Gerhard zu stolpern. Aber das ist vorbei. Wir Gerhards sind leider hoch allergisch gegen Dummheit. Und die ist in den letzten Jahren allgegenwärtig rapide angestiegen.