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Hier, in einer anderen Stadt, soll alles besser werden. Diesen Typen braucht sie nicht mehr, um Geld mit den Gelüsten von Männern zu verdienen. Eine kleine Wohnung hat sie schon gefunden, und den Vermieter stört ihr Treiben nicht. Er gewährt ihr sogar einen Rabatt. Was aber dann passiert ...
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Seitenzahl: 45
Veröffentlichungsjahr: 2022
Hier, in einer anderen Stadt, soll alles besser werden. Diesen Typen braucht sie nicht mehr, um Geld mit den Gelüsten von Männern zu verdienen. Eine kleine Wohnung hat sie schon gefunden, und den Vermieter stört ihr Treiben nicht. Er gewährt ihr sogar einen Rabatt. Was aber dann passiert …
Mit einem kräftigen Ruck blieb der Zug stehen, und Rebecca öffnete die Tür und betrat den Bahnsteig. Ein kühler Wind wehte ihr entgegen, ein wenig zu luftig für ihr Kleid. Da war eine Sitzbank, und sie stellte ihre Sachen ab und sah noch einmal nach. Ein Bad gab es dort, das hatte er ihr noch bestätigt. Aber war das nun eine Wohnung oder nur ein Zimmer? Oh, toll … und sie hatte nur noch eine halbe Stunde, um zu diesem Treffpunkt zu gelangen. Hatte sie überhaupt alle ihre „Spielzeuge“ eingepackt? Da konnte sie später nachsehen … und wahrscheinlich geilte er sich gerade daran auf. Sie suchte nach einem Wegweiser zum Ausgang.
Es war an der nächsten Haltestelle, oder? Wenigstens hatte ihre Karte vorhin bei diesem Automaten funktioniert. Das Guthaben auf ihrem Bankkonto musste noch eine Weile reichen, und er hatte das Geld immer nur in bar haben wollen. An diesem Vormittag war Rebecca so früh wie schon lange nicht aufgestanden. Endlich hatte sie es getan! Ihre Telefonnummer war nun natürlich eine andere.
Die Adresse musste ganz in der Nähe sein, wahrscheinlich dort um die Ecke. Sie hätte sich eine Gegend mit großen Wohnblocks erwartet, deren Fassaden seit Jahrzehnten auf eine Renovierung warteten. Aber hier waren die Häuser eher niedriger, und manche davon hatten einen Garten. Neben großen Bäumen erstreckte sich ein Gehweg. Sollte sie diesen Mann noch einmal anrufen oder einfach warten, ob er am Treffpunkt auftauchte? Es waren noch zwei Minuten.
Warum gerieten ihre Hände ins Schwitzen? Was, wenn es einfach ein Kunde wäre? Hier konnte sie wahrscheinlich weniger auf der Straße herumstehen, was sie sonst auch kaum machte. Nur vor ein paar Monaten, als sie gerade 22 geworden und von ihm angesprochen worden war. Für einen Moment schloss sie die Augen und schob alles weit weg, wieder einmal. Wahrscheinlich war das Angebot hier so günstig gewesen, weil der Tourismus gerade nicht wirklich stark war. Und ihr Vermieter … einen Moment, war er das?
Ein eher kräftiger Mann kam auf sie zu, musste sie gerade bemerkt haben. Hielt er da schon einen Schlüsselbund in der Hand? Er trug eine dünne, offene Jacke. Vielleicht einer von denen, die sich eher mit Computern als mit Frauen auskannten. Aber dafür schritt er viel zu entschlossen auf sie zu.
„Hallo!“, begrüßte er sie und deutete mit zappelnden Fingern einen Händedruck an, bevor er die Hand wegzog und mit der anderen den Schlüssel in die Höhe hielt. „Es geht um die Wohnung?“
„Ja“, erhob Rebecca ihre Stimme. „Also wie gesagt, erst einmal ein Monat und dann möchte ich vielleicht verlängern.“
„Ja, kein Problem. Dann kommen Sie einmal mit. Oder … komm mit.“
Sie sagte nichts und folgte ihm, als er ziemlich schnell wieder in die andere Richtung ging. Ein Stück weiter, auf der anderen Straßenseite, gab es einen Durchgang in einem zweistöckigen Gebäude. Dieser Mann folgte einem kurzen Gang, bis er schließlich eine Tür aufsperrte. Er ließ den Schlüsselbund stecken und trat ein. Wohl von einem Innenhof her drang ein wenig Licht in den Raum, und ein Fenster stand offen. Hatte der Typ gerade auf das große Bett und dann auf Rebecca geblickt? Mit einem Augenzwinkern? Ach, sie dachte schon wieder zu viel nach.
„Dort hinten ist dann das Badezimmer und ja …“
Viel gab es wahrscheinlich nicht mehr zu erklären – und nun stand er wie jemand da, der ganz gerne ein Trinkgeld hätte.
„Ja, also ein Monat im Voraus war ausgemacht. Einen Moment …“
Sie stellte ihre Sachen ab und kramte nach ihrem Geld, legte die Scheine auf den Tisch und blickte hin. Ihr Vermieter warf ihr ein sehr kurzes Lächeln zu und steckte alles ein, hielt sich nur eine Sekunde mit dem Zählen auf.
„Ach ja, und …“, sprach er sie nochmals an, als er schon zum Gehen angesetzt hatte.
„Ja?“
Wieder schwitzten ihre Hände – und diesmal stieg auch ihr Puls in die Höhe. Fast so wie an diesem Morgen, wo sich erst während der Bahnfahrt alles gelegt hatte.
„Ich weiß schon, wie … das bei dir läuft, oder ich kann es mir vorstellen.“
„Ja, und …“
„Aber keine Angst …“, klang sein Tonfall wieder anders, „… hat sich noch niemand beschwert, dass es zu laut ist. Jemand muss halt hier die Spesen bezahlen und …“
„Oh, ja, also …“
Rebecca lachte kurz, während er sich nochmals umdrehte und diesmal hinausging. Sie eilte zur Tür, zog den Schlüssel ab und schloss die Tür nur so. Dass sie einen richtigen Mietvertrag bekam, hatte sie nicht erwartet. Aber gerade vorhin … vielleicht ein Angebot, das nicht gemacht worden war. Hätte es von ihr ausgehen sollen? Was hatte er genau gemeint? War er vielleicht auch ein …? Nein, es konnten doch nicht alle Männer so sein. Der vermietete ihr ein Zimmer, wollte auch von etwas leben, und das war es. Vielleicht sollte sie einmal die Dusche ausprobieren und sich dann noch in der Stadt umsehen. Nach einem Sex-Shop, wo sie diese Sachen nachkaufen konnte.
Als sie dieses Kleid gerade ablegen wollte, zuckte sie zusammen. Es klopfte an der Tür. Was wollte der denn noch?
„Ja, ist noch was?“, fragte sie ihren Vermieter, nachdem sie die Tür einen Spalt weit geöffnet hatte.
„Wegen vorhin … und wie es so läuft … also falls du einmal willst …“
„Ja, also …“
