Ein Topf der Gefühle - Thomas Dülberg - E-Book

Ein Topf der Gefühle E-Book

Thomas Dülberg

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Beschreibung

Stellt euch vor, Küchen könnten Geschichten erzählen. Genau das passiert in diesem Lese-Kochbuch. Es erzählt von Gespräche, Anekdoten und Begegnungen am Küchentisch – voller Lebenslust, Lachen und Genuss. Eine Liebeserklärung an die Küche und vor allem an all die Menschen, denen Thomas Dülberg bisher dort in Düsseldorf, Flandern, Wien und im Sauerland begegnet ist. Profikoch Steven Droste aus Hamburg hat die Rezepte für Hobbyköche adaptiert, damit das mit dem Nachmachen auch gut klappt. Entstanden ist ein buchstäblich leckeres Lesevergnügen über Essen und Trinken, Länder und Leute. Und es beantwortet die wirklich wichtige Frage, warum Männer am Herd die Haudegen der Moderne sind. Denn Männer am Herd und ihre Gäste – das ist ein hoch erhitzbares Gemisch komplexer Charakterzutaten. Da kann die Seele schon mal überkochen angesichts einer bunten Gästeschar die von der stets mäkelnde Schwiegermutter und mitgebrachten Kindern in der Bockig-Phase bis zum Chef und den Freizeitkollegen aus Sport, Raiki-Kurs und Stammtisch reicht. Ein Buch voller eigenwilliger Charaktere und ihren kulinarischen Vorlieben. Ein charmantes und wahrhaft vergnügliches Leseerlebnis. Ideal nicht nur zur Lektüre am Küchentisch, sondern auch für die kleine Gute-Nacht-Geschichte abends auf der Bettkante.

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Seitenzahl: 104

Veröffentlichungsjahr: 2022

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THOMAS DÜLBERG

EIN TOPF DER GEFÜHLE

Das Lese-Kochbuch mit Rezepten von STEVEN DROSTE

© 2022 Thomas Dülberg

ISBN Hardcover: 978-3-347-71543-1

ISBN E-Book: 978-3-347-71548-6

Druck und Distribution im Auftrag des Autors:

tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg,

Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung „Impressumservice“, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland.

Für Freunde

Küchenklatsch auf Rezept

Männer am Herd. Die Haudegen der Moderne

DÜSSELDORF

Das Weltdorf

Bantuvolk i. Natal/Mz.

Bou-fer: Krise am Knusperteig

Sekt zur Mittagszeit

Paarkochen: so amazing

Welche Farbe hat Currysauce?

Ohne Pampe: Königsberger Klopse

In Altbiersauce: Schweinefilet

Niemals ohne Rübenkraut: Pillekoche

Mit Birne? Ab und zu. Rumpsteak

Grün nicht wegwerfen: Kartoffel-Kohlrabi-Eintopf

Bitte aufwärmen: Möhren-durch-Gemüse

Düsseldorf like: Gulaschsuppe

FLANDERN

Lecker zugebaut

Verhindert Küchenstress

Dank an die Freundin-Freundin

Leben und leben lassen

Horizont-Erweiterung

Brioche Burgerbuns

Selfmade Burger

Met een drepke: Limburger Karbonade

Am Knochen: Hähnchenkeulen mit Noilly Prat

Pastis für den Koch: Paprika-Pute-Eintopf

Am Strand mit Rotwein: Gemüse aus dem Ofen

Wie mit dem Urlaubswein: Waterzooi (Fischsuppe)

Alles easy im Ofen: Dorade mit Fenchel

Sag mal „papp“: Flämischer Spargel

Wiederentdeckung: Kalbsfilet-Tranchen mit Scampi

SAUERLAND

Grenzenlos ohne viel Federlesen

Familiensache Heiligabend

Faule Butter statt Metropole

Die Petersilien-Krise

Mönch im Partymodus

Am Ende der Welt

Küchenklatsch

„Die Küche ist zum Tanzen da!“

Quelle: unbekannt.

Spanier auf der Holzbank

Scotland Yard in Herdringen

Der Gassenhauer: Potthucke

Ohne Blut: Schweinepfeffer

Nostalgie schmeckt mit: Sonntagsbraten

Hipp und urban: Falscher Hase

Maria ihre Möhrensuppe

Himmlisch: Himmel und Erde

Willst abnehmen? Iss Kohlrabi

WIEN

Jetzt komm mir nicht mit Sisi

Pratertag

Herr Walter im Beisl

Kochen kann heilen

Gerne Fleisch

Ohne Pferd: Fiakergulasch

Odyssee: Blunzengröstl

Wiener Italiener: Eier in Tomatensauce

Niemals in Streifen: Wurstsalat

Fragezeichen im Gesicht: Schweinslungenbraten

Sardelle ist Show: Wiener Schnitzel

UNTERWEGS

Aus dem Koffer gelebt

Wenn der Wirt hüpft

Caponta und Montalbano

Käpt’n Klauke und das Meer

Colder than Ice

Alltagsküche, so lecker: Soljanka

Gesund und spannend: Rote-Bete-Salat

Nix Bolognese: Ragù

Dann halt zwei Ouzo: Stifado

Mmmhhh Klassiker: Boeuf Stroganoff

NOTABENE

Anna… und das Nudel-Leid

Anna… kocht Lachstatar

Etc. pp.

Cross-Over aus vier Küchen

Ich atme tief ein. Durchs geöffnete Fenster inhaliere ich das typische Sauerland-Bouquet. Es riecht nach Kamin, Kuh und Grill. Diese Region ist mein Lebens-Ausgangs- und (jetzt wieder) -Mittelpunkt. Die superben Jahre zwischendurch in Düsseldorf, Flandern und Wien habe ich nichtsdestotrotz genossen – kulinarisch sowieso. Die Rezepte in diesem Lese-Kochbuch sind folglich eine Mischung aus einem Regionen-Quartett: mein Cross-Over aus vier Küchen.

Apropos Küche: Sie ist zu Hause. Egal, ob groß oder klein, stylisch oder zusammengewürfelt, alt oder neu – hier kochen, essen, reden, schluchzen und lachen wir mit Freunden, Familie, erwarteten und unerwarteten Gästen.

Stellt euch vor, Küchen könnten Geschichten erzählen.

Genau das passiert in diesem Lese-Kochbuch. Es illustriert Gespräche, Anekdoten und Begegnungen am Küchentisch – voller Lebenslust, Lachen und Genuss. Eine formidable Liebeserklärung an die Küche und an all die Menschen, denen ich dort bisher begegnet bin. Mit ihnen ließ sich bei einer Flasche Wein (mindestens) und einem guten Essen wunderbar schnacken. Seemannsgarn war manchmal nichts dagegen. Siehe die kurzen großen Texte und die kurzen kleinen (die vor den Rezepten).

Alle Begegnungen am Küchentisch, alle Orte, alle Rezepte sind selbstverständlich höchst subjektiv ausgewählt. Daten und Fakten akribisch recherchiert. Trotzdem: ohne Gewähr. Kann also sein, dass ein Berg etwas höher oder flacher ist, ein Gericht zu Bärlauch-lastig oder zu gepfeffert. Sollte das der Fall sein – habt Nachsicht!

Bei den Rezepten bin ich mehr oder weniger raus. Kochprofi und Küchenmeister Steven Droste hat sie für Hobbyköche (wie mich) adaptiert, damit das mit dem Nachmachen auch gut klappt. Tut es. Glaubt mir. Ich hab‘s ausprobiert. Lecker!

Die Gerichte sind den Regionen, in denen ich gelebt habe, zugeordnet. Es sind aber keine Herkunftsbezeichnungen der ursprünglichen Rezepte. Gulasch, mit welchen Zutaten auch immer, gibt es schließlich überall. In Griechenland nennen sie Gulasch Stifado.

Sämtliche Namen der Personen, die in diesem Buch erscheinen, habe ich gewissenhaft geändert. Nicht dass sich da Jemand inmitten der eigenwilligen Charaktere und ihren geschmacklichen Vorlieben wiederfindet.

Viel Spaß bei einem (hoffentlich) vergnüglichen Leseerlebnis, beim Kochen, Essen und natürlich: beim eigenen Küchenklatsch am Küchentisch.

Kocht für Freunde!

Thomas Dülberg, Herbst 2022

Männer am Herd. Die Haudegen der Moderne

Ich esse nun mal gerne. Seit Kinderzeiten schon. Ich erinnere mich an den Moment, als meine Leidenschaft hoch kochte. Da saß ich als 10-Jähriger in kurzer Lederhose auf der Küchen-Holzklappbank, eine mit rotem Kunstlederbezug. Ende der 1960er Jahre. Freitagabend. 18 Uhr herum. In etwa. Oma hatte ein sehr großes, frisches, helles Röstbrot vom Bäcker aus der Stadt mitgebracht und reichlich Aufschnitt, Schinken und Käse. Dazu ein Glas Gurken. KingSize-Format. Das war mengenmäßig ok, denn wir waren alle da: Opa, Mama, Papa, zwei Schwestern, Cocker SpanielRüde unterm Küchentisch.

Wisst ihr, wie wunderbar lecker frisches Brot schmeckt? Und wie viele Schnitten man davon essen kann…?

Es war ein herrlicher, ein unterhaltsamer Abend. Es war ein Abend mit viel Seelensalbe. Wir redeten, lärmten, lachten, schwiegen und blieben sehr lange am Küchentisch sitzen.

Und genau das ist es: Essen bedeutet nicht nur satt werden.

Essen macht Spaß. Essen ist Kommunikation. Lebensfreude. Kein Wunder, dass es in meinem Freundeskreis nur Menschen gibt, die diese Lust teilen. Mit anderen könnte ich auch gar nicht. Da würde ich glatt Fersengeld geben.

Irgendwann begann ich selbst zu kochen. Seit 35 Jahren brutzle, schmore und dünste ich nun schon vor mich hin. Es ist meine perfekte Methode zur Stressreduktion. Ich bin glücklich dabei und am liebsten auch danach: wenn gegessen wird. Das wiederum ist zu einem nicht unerheblichen Anteil von den Gästen abhängig. Es gibt Menschen, für die kochst du echt gern. Wie für Christian beispielsweise. Christian stammt aus Wien und dort nennen sie Sauce Saft, weil sie kaum angedickt wird. Die Freude aufs Wiedersehen, über Christians Bestellung via Skype („Schieb auf jeden Fall einen Schweinsbraten ins Rohr!“) und die Präzisierung seiner Bestellung („Den mit Saft.“) – in mir frohlockte tiefe Zufriedenheit: über die Aussicht auf Schweinsbraten und Christian, den alten Buddy. Hach, es gibt halt Menschen, für die kochst du richtig gern. Du freust dich wie Bolle aufs Zusammensein, aufs Miteinanderreden, auf die Stille, wenn der erste Bissen im Mund verschwunden ist – und auf zufriedene Gesichter. Leere Teller schütten bei jedem Hobbykoch ja bekanntlich GlückshormonSchwärme aus.

Es gibt allerdings auch Menschen, für die kochst du GAR NICHT GERN, musst du aber ab und wann. Beispielsweise für Schwiegermama mit Tante Otti im Schlepptau zu Ostern. Allein bei der Besuchsankündigung rumort es im Magen. Du fühlst dich im Nu wie gerädert. Die Kombination Schwiegermama/Tante Otti bedeutet: herumquengeln. Über das Fleisch, über die Sauce, über die Beilagen. Und: Oma Margret – der liebe Gott hat sie seit Jahren hautnah unter seinen Fittichen – kochte eh immer alles besser. Oder Sabine. Sabine ist Freundin. Gute Freundin. Sonst wäre sie längst auf der Gäste-Streichliste. Es gibt kein Gericht, über das Sabine nicht klugscheißert: „Du, muss DA nicht noch eine Prise Safran dran…“.

Super auch: „Damals im Ach-ich-weiß-nicht-mehr-wie’shieß war noch ein Hauch Kümmel zu spüren, meine ich.“ Geht’s noch? Ruhig durchatmen!

Vergessen wir Christian, Schwiegermama, Tante Otti und Sabine – kommen wir zur Beantwortung der Frage: Für wen kochen Männer überhaupt?

Es gibt vier Kernzielgruppen:

Ehefrau/-mann, Partner/-in, Töchter, Söhne, Freunde, die auch bei Bratkartoffeln und halben Hähnchen fröhlich schwatzen, weil sie sich wie ein Honigkuchenpferd übers Wiedersehen freuen. Kochen hat da Verbindendes. Zugegeben, auch in diesem Kreis ist es nicht immer einfach, appetitlich auf einen Nenner zu kommen, aber tolerabel.

Menschen, für die du nichts kannst. Das sind die, die durch Ehefrau/-mann, Partner/-in, Töchter, Söhne, Freunde an deinem Tisch platziert werden, ob du es willst oder nicht. Schwiegersöhne in spe etwa. Wenn die Fettphobiker, Trennkost-Enthusiasten, Frutarier oder gar Fast-Food-Fans ohne Leidenschaft für genussvolles Essen sind, schrumpft die Auswahl aus deiner üppigen Kochkladde auf das Format von ein paar Oktavheftseiten. Klasse für jeden Hobbykoch sind auch Klein-Kinder in der Bockig-Phase vor einer Schüssel Pesto: „Das Grüne esse ich nicht!“

Gruppe drei ist eine Mixed Zone – auch für die kannst du meistens nichts. Da gibt es Frauen wie die gute Freundin der Dame deines Herzens, die mit ihrem jugendlichen Lover erscheint; das halboffizielle Geschäftsessen mit einem wichtigen Kunden, inkl. Haus- und Besitzstanddemonstration; und die Freizeitkollegen aus Frauengemeinschaft, Laienschauspielgruppe und Schützen- oder Karnevalsverein (manchmal Beides).

Als Clou mischen sich noch die Sich-gerne-Selbsteinlader unter die Kernzielgruppen. Die appen dich unbekümmertfröhlich an, Uhrzeit piepegal und chatten, ob es gebongt ist, wenn sie Sonntag zum Essen kommen. Ihre Motive differieren. Sie reichen von „Ebbe in der Kasse“, „keine Lust einzukaufen“ bis zur „Suche nach Seelentrost in misslicher Lebenslage“.

Andererseits sind aber auch höchst unterschiedliche Hobbyköche am Werk:

⊚Der Unterstützer: Ich mach schon mal das Dingsda.

⊚Der Besserwisser: Bäckchen? Nur vom Limousin.

⊚Der Anfänger: Spaghetti aglio e olio zum Zweiten.

⊚Der Könner: Carabinero-Garnele mit Birne, Bohne, Speck.

⊚Der Selbstzweifler: Stress beim Apfel-Sellerie-Schaum.

⊚Der Verwüster: Aufräumen? Putzen? Oder renovieren?

Erahnt ihr jetzt, warum Männer am Herd, die Haudegen der Moderne sind?

DÜSSELDORF

Das Weltdorf

Der Düsseldorfer lebt seine frankophile Passion. Das hat Geschichte. Zwischen 1795 und 1801 war die Stadt von französischen Soldaten besetzt wie schon einmal zuvor 1757 im Siebenjährigen Krieg. 1806 wurde das Herzogtum Berg, zu dem Düsseldorf zählte, von einem Schwager Napoleons erneut einkassiert. Napoleon selbst kam 1811 zur Inspektionsreise nach Düsseldorf, residierte im schmucken Schloss Jägerhof, verfasste etliche Dekrete, ließ die „Neue Alle“ pflanzen – das ist die heutige Königsallee – und kümmerte sich sogar um die Qualität von Speisen und Getränken in der Gastronomie.

Die Zahl der Gastronomiebetriebe war signifikant angewachsen, weil die stationierten französischen Soldaten nach Feierabend ihren Hunger und Durst besiegen mussten. Düsseldorf entwickelte sich also bereits Anfang des 19. Jahrhunderts zu einer Art Unterhaltungsmetropole. Das „Savor vivre“ hielt Einzug. Ein Düsseldorfer, der nicht mindestens ein paar Brocken französisch sprach, hatte es höchstwahrscheinlich schwer in diesen Zeiten.

Zurück zu Napoleon. Der stand eines Tages oben auf einem Hügel im Hofgarten und soll selig geseufzt haben „Das ist Klein-Paris“.

Napoleon ging – die französischen Spuren blieben. So hieß etwa der Gründer der Schlösser-Brauerei mit Vornamen Jean. Es gibt die Brend’amour-Straße und das Institut Francais. Jedes Jahr Anfang Juli findet das große Frankreichfest statt: La grande fête francais. Und anstelle von „Bürgersteig“ sagt mancher Düsseldorfer immer noch gern „Trottoir“.

Düsseldorf musst du mögen. JA oder NEIN! Die Stadt hat Gegensätzliches und lässt sich wegen ihrer Vielfalt nicht unter eine Begrifflichkeit packen. Modestadt? Messestadt? Kulturstadt? Kunststadt? Weltstadt? Handelsstadt? Gar Sportstadt? Vor allem Kö?

Ja, ich gebe es zu: Ich hab’s mit der Königsallee. Von meinem ersten Düsseldorf-Tag an. Da bin ich an einem Samstag spätnachmittags über diesen schicken Boulevard gestiefelt (war kalt und ich hatte dicke Stiefel an) und anschließend in eine riesige Gaststätte spaziert. Die hätte auch auf dem Land als Gasthof bestehen können – bis aufs Altbier und den einen oder anderen modisch-extravagant gestylte Gast. Jedenfalls bestellte ich damals Kartoffeln, Frikadelle, Kohlrabi und fühlte mich zuhause. Richtig! Mitten auf der Kö im Benrather Hof, so hieß die ehrwürdige Wirtschaft, deren Inhaberehepaar persönlich das Wohl ihrer Gäste sicherstellte.

Das ist Vergessenheit. Abgerissen. Ein Stück Düsseldorf weniger auf der Kö. Jetzt sind dort in neuen coolen Gebäuden Langchamp und Gucci mit ihren Flagship-Stores adressiert. Inzwischen unterscheidet sich die Kö, abgesehen vom Imageglanz früherer Jahre, in nichts von den Shopping-Straßen anderer Metropolen: mit denselben Stores, Marken und Angeboten. Es haben nur sehr wenige Düsseldorfer Geschäfte den Zeitenwandel geschafft. Dafür gibt es heute an der Kö Aldi, wenn auch am etwas tristeren südlichen Ende.

Was unverändert ist? Mitten auf der einstigen Prachtmeile sitzen – also nicht vorm Aldi, sondern möglichst nördlich in der ersten Reihe eines Straßencafés – und hinter Sonnenbrillengläsern versteckt die flanierenden Menschen beäugen. Herrlich. Ein Laufsteg. Ein Schauspiel. Ein geschätzter Kollege (Danke SH) hat das so formuliert:

„Sommers dasitzen und gucken ist großes Kino. Junge Frauen, ältere Frauen und solche, die sich noch nicht entschieden haben, laufen an Ihnen vorbei. Viele atemberaubend schön, manche atemberaubend schön gekleidet, und hier und da ein paar, die atemberaubend danebengegriffen haben. Winters kommen hier Nerzchen und Zobelchen an die frische Luft. Ist es wärmer, werden Sie Dinge sehen, für die in Neheim-Hüsten das Ordnungsamt gerufen würde“.