Ein Traum von Paris - Mark Read - E-Book

Ein Traum von Paris E-Book

Mark Read

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Beschreibung

Mann liebt Frau. Im Grunde ist es ganz einfach, was Valentin für Clara empfindet. Und doch ist dieses Gefühl schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Was passiert, wenn Liebe aufhört, normal und gesellschaftlich akzeptiert zu sein? Eine Kurzgeschichte über ungesundes Verlangen und späte Einsicht. "Mehrfach schon hatte Valentin daran gedacht, dieses entwürdigende Schauspiel zu beenden. Einmal wäre es sogar fast passiert, dass er Clara die ganze Wahrheit erzählt hätte... Doch er hatte es nicht getan. Hatte sich auf die Zunge gebissen, und dies nicht nur einmal. Er wusste: Die Wahrheit würde alles zerstören und sie ihm endgültig und für alle Zeiten rauben. Nein, es ging nicht, es war unmöglich."

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Seitenzahl: 26

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Mark Read

Ein Traum von Paris

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Ein Traum von Paris

Impressum neobooks

Ein Traum von Paris

Valentin wusste, dass das Leben eines Menschen ein begrenztes Haltbarkeitsdatum hatte, und man tunlichst nicht sinnlos Zeit vergeuden sollte, ehe es ungenießbar wurde. Es war ihm bewusst, dass er ein privilegiertes Leben führte, das er mit sinnvolleren Tätigkeiten ausfüllen sollte als Herumsitzen und Warten. Zumal in seiner Wohnung durchaus dringende Aufgaben auf Erledigung warteten. Etwa seine Masterarbeit, die er in wenigen Wochen abzugeben hatte und für die er mit bisher mit minimalem Aufwand und geringer Motivation erst wenige Seiten geschrieben hatte. All das begriff Valentin, er sah es völlig klar.

Doch er wusste auch, dass Liebe stärker war als rationale Überlegungen. Er kannte das Gefühl, wenn sich das Herz vor Verlangen zusammenzog, nur zu gut. Er wusste, was es bedeutete, jemanden so sehr zu begehren, dass alles andere im Vergleich unwichtig wurde, erst recht die Frage nach dem Dasein oder der eigenen Zukunft. Valentin gab sich keiner Illusion hin. Es war Liebe im Spiel, wenn man an nichts anderes denken konnte als an die eine Person. Und wenn der eigene Tagesablauf im Großen und Ganzen daraus bestand, diese Person aus der Entfernung zu beobachten und jede ihrer Gesten aufzusaugen wie ein Schwamm, mochte die Bewegung auch noch so nebensächlich sein.

Beispielsweise liebte Valentin die Art, wie Clara sich die Haare aus dem Gesicht strich. Sie tat dies nicht, wie so viele andere Frauen, mit raschen und strengen Bewegungen. Nein, Clara hob die Haare sanft an und streichelte sie aus ihrer Stirn hinaus. Es war eine Geste, in der viel von der Zärtlichkeit steckte, die Valentin an ihr so liebte. Als würde sie die Haare freundlich hinauskomplimentieren, dachte er, wenn er ihr dabei zusah. Meistens lächelte sie, wenn sie sich die Haare richtete, und auch dieses Lächeln liebte Valentin, weil Claras Wangen dabei leicht erröteten. Er liebte auch ihre Wangen, die das außerordentlich schöne Gesicht noch liebenswerter machten, ebenso ihre Stupsnase, auch liebte er ihre blassblauen Augen und natürlich die vollen Lippen, deren Schönheit ihn regelmäßig um den Verstand brachte, ganz gleich, ob sie geschminkt waren oder nicht. Claras Hals war ebenfalls von solcher Anmut, dass Valentin ihm in seinem Tagebuch schon ganze Einträge gewidmet hatte.

Er wusste, wie lächerlich das im Grunde war. Doch es ging nicht anders, er musste Worte für Claras Schönheit finden, und er schrieb sie in karierte DINA4-Hefte, die er wie einen Schatz hütete. Diese Hefte waren der einzige Ort, an dem Clara und er zusammen sein konnten, und zudem der einzige Ort, wo er die Worte fand, die er ihr gegenüber nicht zu sagen im Stande war.