Ein Wort in Worte gefasst - Jens Sievers - E-Book

Ein Wort in Worte gefasst E-Book

Jens Sievers

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Beschreibung

„Ein Wort in Worte gefasst“ ist ein Gedichtband, der sich mit dem Zusammenleben von Menschen auseinandersetzt. Die Texte kreisen um Themen wie Wahrnehmung und Erkenntnis, Ich und Gemeinschaft, Liebe und Freundschaft, Macht und Verantwortung, Leben, Tod und Zukunft. Die Gedichte sind in thematische Abschnitte gegliedert und laden dazu ein, über eigene Haltungen, Werte und Sichtweisen nachzudenken. Sie verstehen sich nicht als Belehrung, sondern als Denkanstöße, Fragen und persönliche Perspektiven. Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich Zeit nehmen möchten für Sprache, Reflexion und eine bewusste Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und menschlichen Fragen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Wenn ein Wort eine Pflanze ist

und Sprechen gärtnern,

dann können wir

wunderschöne Gärten gestalten.

Liebe Leserin, lieber Leser,

das gesprochene Wort ist leicht gewählt, für den Moment gedacht, und erst der Ton verleiht ihm seine Kraft. Das geschriebene Wort hingegen ist das erdachte, gedachte und nachgedachte Wort. Es trägt Inhalt in sich und bietet dem Leser Sinn, Klang und Betonung an.

Geschriebene Worte laden zum Gleichklang oder zum Widerspruch ein. Sie verlangen Auseinandersetzung, Aufmerksamkeit und eigenes Nachdenken. Wer liest, bleibt nicht unbeteiligt.

Mit meinen Worten habe ich mich auf die Suche nach meinen Vorstellungen von Liebe, Freundschaft, Harmonie, Vielfalt, Gemeinschaft und Zusammenleben gemacht.

Nicht alles, was ich in Worte gefasst habe, ist richtig, und nicht alles ist falsch. Es sind Gedanken, Fragen und Positionen, die aus meiner Perspektive entstanden sind.

Vielleicht hast du Lust, beim Lesen herauszufinden, wo du mir zustimmen kannst und wo du widersprechen möchtest. Beides ist willkommen.

Ich wünsche dir Offenheit und Freude bei deiner Auseinandersetzung mit meinen Worten.

Jens

Inhalt

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sehen

Blind

Lichtblick

Quelle

Licht

Sehen

Sinn

Vorteilswissen

Wissen

Wahrheit

Ich

Ich

Groß

Mut

Verstand

Standpunkt

Einsicht

Dummheit

Intelligenz

Weitsicht

Du

Gemeinsam

Freundschaft

Lieben

Liebe: ist

Liebe: war

Kind

Freiheit

Hände

Lachen

Freude

Glück

Wir

Zusammenleben

Wünsche

Haben – Sein

Wunsch

Denken

Sprechen

Man

Abhängig

Prägen

Geprüft

Leben

Leben

Zeit

Gekommen

Vergangenheit

Gegeben

Tod

Macht

Macht

Machtergreifung

Kapitalist

Geld

Gier

Reichtum

Armut

Bezahlen

Gerecht

Kompromiss

Krieg

Neutralität

Glaube

Verteidigung

Völkerrecht

Problem

Mann

Zukunft

Wege

Zeitgeist

Demokratie

Können

Zukunft

Nicht

Lebenswünsche

Enkelkinder

Meinen und Wissen

Impressum

Sehen

Blind

Ich bin blind

und kann doch sehen.

Wäre ich nicht blind,

müsste ich sehen,

welches Elend

um mich ist,

wie viel Elend

ich mit meinem Konsum kaufe.

Meine Blindheit

lässt es mich nicht sehen.

Denn würde ich

das gekaufte Elend sehen,

würde ich es

nie mehr kaufen wollen.

Lichtblick

Wenn ich Neues sehe

und es schlüssig ist,

dann sehe ich

mit dem Neuen weiter

und lege

die alte Sicht

beiseite.

Quelle

In der Quelle

ist alles noch sauber

und rein.

Den Fluss

verschmutzt das Leben.

Und das Meer?

Fast unendlich groß –

und es kann

schon fast

nicht mehr.

Licht

Wenn am Morgen

das Licht die Welt erhellt,

erstrahlt das Leben

in voller Pracht.

Das Gute

wirft im Höchstfall Schatten,

das Böse

Dunkelheit,

wenn nicht gar Finsternis.

Im Licht von vorn

erscheint beides hell –

darum lass dich nicht

von der Strahlkraft

blenden.

Sehen

Du siehst dich

und ich sehe mich.

Wir sehen uns

aus unserer Sicht,

und andere sehen uns

als Ihr, Sie und Euch.

Wichtig ist:

Es wird niemand übersehen.

Doch die anderen

sehen nicht Ihr, Sie oder Euch –

nein,

sie sehen uns,

wie wir uns.

Du siehst mich

und ich sehe dich,

wie wir uns wirklich sehen,

denn nur so können wir

uns auch verstehen.

Sinn

Sinn ist die Kehrseite

von Unsinn.

Sinnvoll

soll ein Leben sein –

aber wie kann es das sein,

wenn Sinn und Unsinn

unzertrennlich sind?

Wo wird aus Unsinn

Sinn,

wenn selbst der Sinn

schon Unsinn ist?

Macht Bildung

wirklich Sinn,

wenn das Resultat

Macht und Unterdrückung ist?

Wenn Arbeit

der Grundstein für Reichtum ist

und das

der Grund für Zerstören?

Wie sinnvoll

kann Haben sein,

wenn es kein Haben

ohne Nehmen gibt?

Wer kennt

den genauen Unterschied –

und hätten wir

ohne Sinn

gar keinen Unsinn?

Vorteilswissen

Darf ich wissen

oder muss ich gar wissen?

Wissen kann ich vieles

und vieles will ich wissen,

auch ein Gewissen habe ich.

Es ist geprägt

von meinem Wissen.

Drum gebe ich gut acht,

mit welchem Wissen

ich mein Gewissen präge.

Wissen stellt auch Fragen:

Warum weiß ich es oder nicht?

Hätte ich es wissen können

oder müssen?

Wenn viele viel wissen,

sagt das nichts

über das Wissen aus.

Es kann wahres,

aber eben auch viel unwahres Wissen sein.

Wenn ich weiß,

warum du mit mir

dein Wissen teilst,

kann ich oft erkennen,

was der Grund

für dieses Wissenteilen ist.

Wahres Wissen

trägt zum Wohle aller bei.

Vorteilswissen dagegen

will nie

zum Vorteil aller sein.

Wissen

Die Wahrheit

wissen

will kaum jemand,

denn Wissen

verlangt

nach Entscheidungen.

Wer sie nicht trifft,

macht sich schuldig.

Unwissen

schützt vor Strafe nicht.

Drum treffe ich lieber

wissend

die richtige Entscheidung.

Wahrheit

Wahrheit weht nicht

wie eine Fahne im Wind.

Wahrheit ist

das einzig richtig Wichtige,

es geht stets

um die Wahrheit,

die nichts verschweigt

und auch nichts schönt.

Die Wahrheit

ist nicht immer leicht zu sehen.

Sie kann schmerzhaft sein

und macht der Falschheit

keinen Platz.

Ich darf die Wahrheit

auch umschreiben

oder aus gutem Grund

zu ihr schweigen,

aber verschweigen

darf ich sie nicht.

Ich

Ich

Wer bin ich –

und wer wäre ich gern?

Was kann ich

und was nicht?

Bin ich der,

der ich gern wäre?

Es kostet Mut,

sich selbst zu stellen.

Doch ohne zu wissen,

wer ich bin,

kann ich nur tun,

als wäre ich es.

Nur wenn ich

mit mir im Reinen bin,

bin ich

der,

der ich bin.

Groß

Ich bin nicht groß

und auch nicht klein.

Andere schätzen

meine Größe ein.

Doch kennen

und erkennen

kann ich meine Größe

nur allein.

Ich möchte eine Größe sein,

aber nie

der Größte

und Dominanteste.

Mut

Mut ist gut.

Demut ist Anerkennung.

Demütigung ist Erniedrigung.

Mut

haben sollst du.

Demut

haben kannst du.

Aber demütigen –

demütigen darfst du

niemanden.

Verstand

Die Geburt

ist der Anfang

unseres Lebens.

Noch ohne Verstand

machen wir die Augen auf.

Es folgt die Zeit,

in der wir meinen,

zu verstehen.

Dann haben wir Verstand –

aber verstanden

haben wir noch nichts.

Denn würden wir verstehen,

würden wir nichts zerstören,

sondern alles

schützen wollen.

Was kann,

was soll ich tun,

um wirklich zu verstehen?

Positiv denken

und nachdenken.

Sich als Teil sehen –

nicht als Universum.

Teilhaben

und teilhaben lassen:

das ist die Kunst

des Verstehens.

Dann hätten wir

Verstand mit Verstehen

und würden alles

Schützenswerte sehen.

Standpunkt

Der Standpunkt

steht auf wahrem Grund.

Er steht fest

und ist doch

nach allen Seiten offen.

Offen für Neues,

für neue Argumente,

neue Inhalte,

Klarheit,

Wahrheit

oder Richtung.

Nur so

kann ich meinen Standpunkt

weiter

klar vertreten.

Einsicht

Einsicht

ist mein Weg,

der mich ändert.

Leben

ist Veränderung,

ist laut,

nie still.

Jeder Morgen

wartet mit Neuem auf.

Nichts bleibt,

wie es ist,

nichts kommt

je zurück.

Ich möchte erleben –

nicht nur leben.

In der Stille

liegt der Tod.

Er bringt auch mein Erleben

zum Erliegen.

Dummheit

Dummheit

kennt und erkennt

keine Dummheit.

Dummheit endet dort,

wo Wissen anfängt.

Eine Dummheit

wird erst vom Wissen erkannt.

Leider erkennt Intelligenz

die eigene Dummheit

trotz Wissen nicht.

Wo Geld der Antrieb ist,

ist viel Platz

für dumme Intelligenz.

Es ist die Intelligenzdummheit,

die nur begeht,

wer Wissen hat

und es auf Kosten anderer nutzt.

Es ist die Dummheit,

die keinen Anderen,

keine Natur,

keine Umwelt kennt,

sondern nur

den eigenen Wohlstand.

Es ist die Dummheit,

die anderen Leid zufügt,

nur um Macht

zu erhalten.

Das sind alles Dummheiten,

die kein Dummer erkennt.

Intelligenz

Intelligenz

schafft Reichtum,

gibt Macht,

produziert Fortschritt.

Intelligenz

ist die Unschuld,

die sich selbst

schuldlos spricht.

Intelligenz –

das Perpetuum mobile,

das sich selbst erhält.

Intelligenz,

die sich in Bildung sonnt.

Intelligenz,

die den Gebildeten

für sich arbeiten lässt.

Intelligenz,

die den weniger Gebildeten

zum Ausbeuten benutzt.

Intelligenz,

die für die Dummheit verächtlich ist –

verächtlich,

weil Dummheit

keinen Reichtum schafft,

machtlos macht

und keinen Fortschritt kennt.

Weitsicht

Weitsicht

setzt Einsicht voraus.

Die Einsicht

in Zusammenhänge

erzeugt Weitsicht.

Ohne Einsicht

mit Weitsicht

gibt es Köpfe

ohne Bäume.

Die Osterinsel

hat Köpfe,

aber keine Bäume.

Produzieren können wir

nur um des Produzierens willen –

und am Ende

haben wir

keine Bäume,

aber Köpfe.

Du

Gemeinsam

Lachen und Zärtlichkeiten

haben vieles gemeinsam.

Schon der Gedanke daran

tut gut.

Freundschaft

---ENDE DER LESEPROBE---