1,99 €
„Ein Wort in Worte gefasst“ ist ein Gedichtband, der sich mit dem Zusammenleben von Menschen auseinandersetzt. Die Texte kreisen um Themen wie Wahrnehmung und Erkenntnis, Ich und Gemeinschaft, Liebe und Freundschaft, Macht und Verantwortung, Leben, Tod und Zukunft. Die Gedichte sind in thematische Abschnitte gegliedert und laden dazu ein, über eigene Haltungen, Werte und Sichtweisen nachzudenken. Sie verstehen sich nicht als Belehrung, sondern als Denkanstöße, Fragen und persönliche Perspektiven. Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich Zeit nehmen möchten für Sprache, Reflexion und eine bewusste Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und menschlichen Fragen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2026
Wenn ein Wort eine Pflanze ist
und Sprechen gärtnern,
dann können wir
wunderschöne Gärten gestalten.
das gesprochene Wort ist leicht gewählt, für den Moment gedacht, und erst der Ton verleiht ihm seine Kraft. Das geschriebene Wort hingegen ist das erdachte, gedachte und nachgedachte Wort. Es trägt Inhalt in sich und bietet dem Leser Sinn, Klang und Betonung an.
Geschriebene Worte laden zum Gleichklang oder zum Widerspruch ein. Sie verlangen Auseinandersetzung, Aufmerksamkeit und eigenes Nachdenken. Wer liest, bleibt nicht unbeteiligt.
Mit meinen Worten habe ich mich auf die Suche nach meinen Vorstellungen von Liebe, Freundschaft, Harmonie, Vielfalt, Gemeinschaft und Zusammenleben gemacht.
Nicht alles, was ich in Worte gefasst habe, ist richtig, und nicht alles ist falsch. Es sind Gedanken, Fragen und Positionen, die aus meiner Perspektive entstanden sind.
Vielleicht hast du Lust, beim Lesen herauszufinden, wo du mir zustimmen kannst und wo du widersprechen möchtest. Beides ist willkommen.
Ich wünsche dir Offenheit und Freude bei deiner Auseinandersetzung mit meinen Worten.
Jens
Inhalt
Liebe Leserin, lieber Leser,
Sehen
Blind
Lichtblick
Quelle
Licht
Sehen
Sinn
Vorteilswissen
Wissen
Wahrheit
Ich
Ich
Groß
Mut
Verstand
Standpunkt
Einsicht
Dummheit
Intelligenz
Weitsicht
Du
Gemeinsam
Freundschaft
Lieben
Liebe: ist
Liebe: war
Kind
Freiheit
Hände
Lachen
Freude
Glück
Wir
Zusammenleben
Wünsche
Haben – Sein
Wunsch
Denken
Sprechen
Man
Abhängig
Prägen
Geprüft
Leben
Leben
Zeit
Gekommen
Vergangenheit
Gegeben
Tod
Macht
Macht
Machtergreifung
Kapitalist
Geld
Gier
Reichtum
Armut
Bezahlen
Gerecht
Kompromiss
Krieg
Neutralität
Glaube
Verteidigung
Völkerrecht
Problem
Mann
Zukunft
Wege
Zeitgeist
Demokratie
Können
Zukunft
Nicht
Lebenswünsche
Enkelkinder
Meinen und Wissen
Impressum
Ich bin blind
und kann doch sehen.
Wäre ich nicht blind,
müsste ich sehen,
welches Elend
um mich ist,
wie viel Elend
ich mit meinem Konsum kaufe.
Meine Blindheit
lässt es mich nicht sehen.
Denn würde ich
das gekaufte Elend sehen,
würde ich es
nie mehr kaufen wollen.
Wenn ich Neues sehe
und es schlüssig ist,
dann sehe ich
mit dem Neuen weiter
und lege
die alte Sicht
beiseite.
In der Quelle
ist alles noch sauber
und rein.
Den Fluss
verschmutzt das Leben.
Und das Meer?
Fast unendlich groß –
und es kann
schon fast
nicht mehr.
Wenn am Morgen
das Licht die Welt erhellt,
erstrahlt das Leben
in voller Pracht.
Das Gute
wirft im Höchstfall Schatten,
das Böse
Dunkelheit,
wenn nicht gar Finsternis.
Im Licht von vorn
erscheint beides hell –
darum lass dich nicht
von der Strahlkraft
blenden.
Du siehst dich
und ich sehe mich.
Wir sehen uns
aus unserer Sicht,
und andere sehen uns
als Ihr, Sie und Euch.
Wichtig ist:
Es wird niemand übersehen.
Doch die anderen
sehen nicht Ihr, Sie oder Euch –
nein,
sie sehen uns,
wie wir uns.
Du siehst mich
und ich sehe dich,
wie wir uns wirklich sehen,
denn nur so können wir
uns auch verstehen.
Sinn ist die Kehrseite
von Unsinn.
Sinnvoll
soll ein Leben sein –
aber wie kann es das sein,
wenn Sinn und Unsinn
unzertrennlich sind?
Wo wird aus Unsinn
Sinn,
wenn selbst der Sinn
schon Unsinn ist?
Macht Bildung
wirklich Sinn,
wenn das Resultat
Macht und Unterdrückung ist?
Wenn Arbeit
der Grundstein für Reichtum ist
und das
der Grund für Zerstören?
Wie sinnvoll
kann Haben sein,
wenn es kein Haben
ohne Nehmen gibt?
Wer kennt
den genauen Unterschied –
und hätten wir
ohne Sinn
gar keinen Unsinn?
Darf ich wissen
oder muss ich gar wissen?
Wissen kann ich vieles
und vieles will ich wissen,
auch ein Gewissen habe ich.
Es ist geprägt
von meinem Wissen.
Drum gebe ich gut acht,
mit welchem Wissen
ich mein Gewissen präge.
Wissen stellt auch Fragen:
Warum weiß ich es oder nicht?
Hätte ich es wissen können
oder müssen?
Wenn viele viel wissen,
sagt das nichts
über das Wissen aus.
Es kann wahres,
aber eben auch viel unwahres Wissen sein.
Wenn ich weiß,
warum du mit mir
dein Wissen teilst,
kann ich oft erkennen,
was der Grund
für dieses Wissenteilen ist.
Wahres Wissen
trägt zum Wohle aller bei.
Vorteilswissen dagegen
will nie
zum Vorteil aller sein.
Die Wahrheit
wissen
will kaum jemand,
denn Wissen
verlangt
nach Entscheidungen.
Wer sie nicht trifft,
macht sich schuldig.
Unwissen
schützt vor Strafe nicht.
Drum treffe ich lieber
wissend
die richtige Entscheidung.
Wahrheit weht nicht
wie eine Fahne im Wind.
Wahrheit ist
das einzig richtig Wichtige,
es geht stets
um die Wahrheit,
die nichts verschweigt
und auch nichts schönt.
Die Wahrheit
ist nicht immer leicht zu sehen.
Sie kann schmerzhaft sein
und macht der Falschheit
keinen Platz.
Ich darf die Wahrheit
auch umschreiben
oder aus gutem Grund
zu ihr schweigen,
aber verschweigen
darf ich sie nicht.
Wer bin ich –
und wer wäre ich gern?
Was kann ich
und was nicht?
Bin ich der,
der ich gern wäre?
Es kostet Mut,
sich selbst zu stellen.
Doch ohne zu wissen,
wer ich bin,
kann ich nur tun,
als wäre ich es.
Nur wenn ich
mit mir im Reinen bin,
bin ich
der,
der ich bin.
Ich bin nicht groß
und auch nicht klein.
Andere schätzen
meine Größe ein.
Doch kennen
und erkennen
kann ich meine Größe
nur allein.
Ich möchte eine Größe sein,
aber nie
der Größte
und Dominanteste.
Mut ist gut.
Demut ist Anerkennung.
Demütigung ist Erniedrigung.
Mut
haben sollst du.
Demut
haben kannst du.
Aber demütigen –
demütigen darfst du
niemanden.
Die Geburt
ist der Anfang
unseres Lebens.
Noch ohne Verstand
machen wir die Augen auf.
Es folgt die Zeit,
in der wir meinen,
zu verstehen.
Dann haben wir Verstand –
aber verstanden
haben wir noch nichts.
Denn würden wir verstehen,
würden wir nichts zerstören,
sondern alles
schützen wollen.
Was kann,
was soll ich tun,
um wirklich zu verstehen?
Positiv denken
und nachdenken.
Sich als Teil sehen –
nicht als Universum.
Teilhaben
und teilhaben lassen:
das ist die Kunst
des Verstehens.
Dann hätten wir
Verstand mit Verstehen
und würden alles
Schützenswerte sehen.
Der Standpunkt
steht auf wahrem Grund.
Er steht fest
und ist doch
nach allen Seiten offen.
Offen für Neues,
für neue Argumente,
neue Inhalte,
Klarheit,
Wahrheit
oder Richtung.
Nur so
kann ich meinen Standpunkt
weiter
klar vertreten.
Einsicht
ist mein Weg,
der mich ändert.
Leben
ist Veränderung,
ist laut,
nie still.
Jeder Morgen
wartet mit Neuem auf.
Nichts bleibt,
wie es ist,
nichts kommt
je zurück.
Ich möchte erleben –
nicht nur leben.
In der Stille
liegt der Tod.
Er bringt auch mein Erleben
zum Erliegen.
Dummheit
kennt und erkennt
keine Dummheit.
Dummheit endet dort,
wo Wissen anfängt.
Eine Dummheit
wird erst vom Wissen erkannt.
Leider erkennt Intelligenz
die eigene Dummheit
trotz Wissen nicht.
Wo Geld der Antrieb ist,
ist viel Platz
für dumme Intelligenz.
Es ist die Intelligenzdummheit,
die nur begeht,
wer Wissen hat
und es auf Kosten anderer nutzt.
Es ist die Dummheit,
die keinen Anderen,
keine Natur,
keine Umwelt kennt,
sondern nur
den eigenen Wohlstand.
Es ist die Dummheit,
die anderen Leid zufügt,
nur um Macht
zu erhalten.
Das sind alles Dummheiten,
die kein Dummer erkennt.
Intelligenz
schafft Reichtum,
gibt Macht,
produziert Fortschritt.
Intelligenz
ist die Unschuld,
die sich selbst
schuldlos spricht.
Intelligenz –
das Perpetuum mobile,
das sich selbst erhält.
Intelligenz,
die sich in Bildung sonnt.
Intelligenz,
die den Gebildeten
für sich arbeiten lässt.
Intelligenz,
die den weniger Gebildeten
zum Ausbeuten benutzt.
Intelligenz,
die für die Dummheit verächtlich ist –
verächtlich,
weil Dummheit
keinen Reichtum schafft,
machtlos macht
und keinen Fortschritt kennt.
Weitsicht
setzt Einsicht voraus.
Die Einsicht
in Zusammenhänge
erzeugt Weitsicht.
Ohne Einsicht
mit Weitsicht
gibt es Köpfe
ohne Bäume.
Die Osterinsel
hat Köpfe,
aber keine Bäume.
Produzieren können wir
nur um des Produzierens willen –
und am Ende
haben wir
keine Bäume,
aber Köpfe.
Lachen und Zärtlichkeiten
haben vieles gemeinsam.
Schon der Gedanke daran
tut gut.
