Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Ein alter, verdreckter und ängstlicher Straßenhund unter einem alten Wohnwagen. Was zunächst wie eine zufällige Begegnung aussieht, entwickelt sich zu einer großen Liebe. Ist es Schicksal oder Vorhersehung? Sechs Monate in Italien, die durch ein unglaubliches Miteinander einer verlorenen Hundeseele und eines einsamen Deutschen geprägt sind. Wird es gelingen, die alte Strassenhündin an einen Menschen zu gewöhnen und sie aus ihrem Elend zu befreien? Ein spannendes Buch über eine unglaubliche Liebesgeschichte zwischen Tier und Mensch.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 267
Veröffentlichungsjahr: 2019
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Warum das Ganze?
Ein dreckiger, Verängstigter Straßenhund
Die ersten Schritte
Erstes vertrauen entsteht
Ich lerne Dazu
Ein hund Zeigt mir die Welt
Soll ich oder soll ich nicht?
Einen Strandhund im a Apartment
Ich gebe auf…
… Doch molla nicht!
Ein licht in der mitte des Tunnels
Ein hund gewöhnt sich ein
Besuche Daheim
Wasser - Ich liebe Wasser
Fregene mit dem auto
Ich mache mir sorgen
Etwas normalität zieht ein
Ich bin zu hause - na und?
Ein müder tag
Wir wachsen zusammen
Jeden tag Fortschritte
Diese Hitze!!!
Immer wieder Begegnungen
Eine trickserin
Schlechte zeiten, Gute zeiten
Neuer tag, Neues glück
Du bist mein Mensch
Auto? Finde ich toll!
Ein schock!
Mann, bin ich Müde!
Hüpf, Hüpf, Hüpf - Ich bin ein Känguru und total gut drauf...
…Und ein windhund bin ich auch…
Welch ein schöner Morgen
Ich habe sie Verloren
Wir treffen freunde
Das leben ist so Schön!
Heute geht es mir Eigentlich ganz gut!
Mein OP -Tag
Neue familienmitglieder
Hab ich jetzt eine Familie? und was Bedeutet das?
Der alltag kehrt ein…
Die nächsten besucher
Ein wunderschöner tag
Abschied!
Ich bin sooo kaputt
Jetzt lass mich doch Endlich in Ruhe - Aber ich mag dich Trotzdem
Freunde und Freude
Ein toller hund, Eine tolle gegend
Und wieder freunde…
… Und familie
Die hoffnung schwindet - Gewissheit zieht ein
Freudentränen
Das war dann wohl zu viel
Meine leine
Zum letzten mal
Es geht Los!
Die fahrt nimmt kein ende
Ein Resümee
Bücher über Tiere und insbesondere Hunde gibt es wie Sand am Meer. Ratgeber über Hundeerziehung, allgemeine Hundeerzählungen und Berichte von Eigentümern über ihre besonderen Tiere sammeln sich zu einem unglaublichen Haufen unzähliger Berichte.
Dabei ist alles mehr oder weniger oft berichtet worden. Eine weitere Erzählung hinzuzufügen ist daher vollkommen überflüssig.
Dieses Buchprojekt ist daher ein vollkommen eigennütziges. Es ist an keinen besonderen Leserstamm gerichtet und soll keinen Rat über Hundeerziehung geben. Ich könnte das auch gar nicht. Ich bin wahrscheinlich der inkonsequenteste und schlechteste Hundeerzieher der Welt.
Ich liebe aber Tiere und ich liebe Hunde. Zu Hause haben wir bereits zwei Hunde und zur Zeit vier Katzen (es waren schon einmal mehr). Was mir mit Molla widerfahren ist, habe ich jedoch bislang ich nie erlebt.
Dieses Buch dient daher rein egoistisch dem Zweck, meine Erlebnisse niederzuschreiben, um sie zu bewahren, um mich an jene Moment, die ich mit diesem unglaublichen und wunderbaren Hund erleben darf, erinnern zu können. Ich möchte mich mit diesem Buch bei Molla bedanken, für die unfassbare Liebe, das unbeschreibliche Vertrauen, die Selbstaufgabe und die Hilfe, die sie mir in den vergangenen Monaten entgegen gebracht hat. Sie hat mein Leben in geradezu unglaublicher Art und Weise bereichert und mir in einer Situation geholfen, in der ich einsam und traurig war. Molla hat diese Eigenschaft, das wurde mir von vielen Menschen bestätigt, die sie zum Teil seit Jahren kennen. Sie sucht sich Menschen und andere Tiere, denen sie helfen kann. Nur wurde ihr diese Hilfe bislang noch nie vergolten. Ich hoffe, dass ich dies für die letzten Jahre oder Monate, die ihr noch verbleiben, tun kann. Während ich dies schreibe, liegt sie neben mir, schlummert und schaut von Zeit zu Zeit zu mir auf. Ich hoffe, dass ich dies noch lange erleben darf.
Dieses Buch ist daher als Dank an nur zwei Lebewesen gerichtet. An Molla und an meine Frau Susanne, die trotz vieler vieler Arbeit, die sie mit unseren anderen Tieren und dem Haus hat und trotz der Bedenken, die sie gegen die Aufnahme eines neuen Tieres hatte, meiner neuen Beziehung zugestimmt hat.
Warum das alles: Nun, Ihr werdet sehen….
07.04.2018: Anfang April 2018 fing alles an. Ich wurde von meinem Arbeitgeber für ein halbes Jahr nach Rom versetzt. Was genau ich dort gemacht habe, ist für die weitere Geschichte ohne Bedeutung. Von daher wird mein beruflicher Hintergrund in diesem Buch völlig ausgeklammert. Schließlich geht es ja um Molla und nicht um mich.
Für ein halbes Jahr nach Rom versetzt zur werden, gab mir eine schöne Gelegenheit, das italienische Wetter, den Wein, das fantastische Essen und die unglaubliche Stadt Rom mit all ihren Sehenswürdigkeiten sowie die tolle Umgebung genießen zu können. Ich kannte Rom schon aus vielen Besuchen mit meinen Eltern und meinem Bruder. Meine Mutter hatte hier vor Jahrzehnten ein Jahr an einer Hotelfachschule verbracht und es zog sie in der Folge immer wieder nach Rom. So kam es, dass wir als Kinder und später als Heranwachsende nicht nur viele tolle Urlaube in den italienischen Alpen sondern auch in Rom verbringen konnten. An meinem ersten Wochenende in Rom zog es mich daher nicht in die Stadt. Vielmehr interessierte es mich, das Umfeld zu erkunden.
Ich habe eine tolle Wohnung in der Kleinstadt Maccarese anmieten dürfen. Die Wohnung liegt in einem alten Kino, welches in Apartments umgebaut worden ist. Der Vermieter vermietet gerne an internationale Mieter, die vermutlich einfach mehr zahlen als Italiener. Zudem kann er die Wohnungen auch langfristiger vermieten als an Feriengäste.
Maccarese liegt im Südosten Roms und grenzt unmittelbar an das Mittelmeer. Die Stadt hat einen eigenen kleinen Strand und eine kleines altes Castell di San Giorgio, welches an eine wunderschöne Altstadtzeile grenzt in der während der Sommermonate Konzerte stattfinden und eine Pizzeria, ein Weinlokal, eine Bar und eine Eisdiele zu finden sind.
Die Stadt selber ist schnell erkundet. Neben der Altstadtzeile gibt es noch einen zentralen Platz mit einem winzigen Park um den sich eine Kaffeebar, zwei Friseure, eine Fleischerei, eine Apotheke, ein Arzt und ein Früchteladen angesiedelt haben.
Also machte ich mich daran, die Umgebung zu erkunden. Der Bahnhof, der die einzige Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt darstellt, war das erste Ziel und schnell gefunden. Daraufhin zog es mich an den Strand.
Zunächst fuhr ich in die benachbarte Stadt Fregene, obwohl Maccarese seinen eigenen Strand hat. Fregene liegt mit dem Auto ca. 7 Minuten von Maccarese entfernt und soll einen der schönsten Strände in der Umgebung haben.
Dort angekommen war ich zunächst einmal eines - verwirrt. Denn ich war zwar offensichtlich an der Strandpromenade angekommen, konnte den Strand aber gar nicht sehen. Der Grund dafür war, dass der gesamte Strand zugebaut wurde. Hier ist es offensichtlich üblich, dass Privatpersonen Baugrundstücke am Strand erwerben dürfen, um hier Gewerbeimmobilien zu errichten. So kommt es, dass der Zugang zum Strand ausschließlich (nicht ganz so ausschließlich, wie ich später noch feststellen sollte) über Clubs möglich ist, die sich vor dem Strand angesiedelt haben und für den Zugang zum Strand und die Dienstleistungen, die sie sonst noch anbieten, Gebühren nehmen. Die Clubs bieten dabei allerlei an. Neben Speisen und Getränken, Musik, abendlichen Tanzveranstaltungen, Sportgelegenheiten wie Tennis- oder Fußballplätzen beispielsweise auch Liegen oder Speisen am Strand.
Da es mir wirklich widerstrebt, für den Eintritt zum Strand Gebühren zu zahlen, machte ich mich auf die Suche nach einem freien Zutritt. Die meisten Clubs waren zu dieser Jahreszeit ohnehin noch geschlossen. Sie sind weitgehend auf das große Sommergeschäft ausgerichtet und daher im April noch gar nicht geöffnet.
Die beste Aussicht auf einen freien Zugang bot sich meiner Einschätzung nach am Nord- oder Südende des Strandes. Angesichts der geschlossen wirkenden Club- und Gebäudefront suchte ich erst gar nicht nach irgendwelchen Gassen, die zwischen den Clubs sein könnten. Am Nordende des Strandes stieß ich auf einen größeren Parkplatz und den ersten freien Zugang zum Strand. Dieser, relativ schmutzig, wurde gerade durch Bagger umgegraben, um ihn für den Sommer zu säubern. Ich machte mich also umgehend auf den 4 km weiten Weg zum Südende des Strandes. Dort traf ich auf einen kleinen Kiesparkplatz und ein verwildertes Szenario. Büsche, ein unter Bäumen aufgebautes Zelt, ein verschmutzter kaputter Wohnwagen, Müll überall in der Umgebung und ein kleiner verdeckter Weg zwischen Büschen zu einem kleinen ebenfalls nicht gerade sauberen aber schönem Sandstrand mit dem hier typischen dunklen Sand. Lange wollte ich mich nicht aufhalten, also machte ich mich auf den Rückweg zum Auto.
Erstmals fiel dort mein Blick auf Molla. Unter dem kaputten Wohnwagen lag tatsächlich ein alter verdreckter Straßenhund. Ich habe einen Blick für solche Tiere. Zu meiner Vergangenheit gehört es, Hunde aus Thailand und Pakistan sowie Katzen aus Kenia und Pakistan importiert zu haben. Ich bin ein total inkonsequenter Tierfreund. Ich esse keine Tiere, weil ich daran glaube, dass sie ebenso wie wir denken und fühlen, engagiere mich aber nicht sonderlich für den Tierschutz, auch wenn meine Frau Susanne und ich darüber nachdenken, eine Tierauffangstation in irgendeinem Land zu gründen in dem das nötig ist, sobald ich pensioniert bin. Ich werde durch einzelne Tiere jedoch auf eine besondere Art und Weise angesprochen. Und bei Molla war das sofort der Fall. Dieser hässliche, verwahrloste Hund erregte mein Interesse.
Dies stieß bei dem Hund jedoch auf keinerlei Gegenliebe. Ich näherte mich ihm, um ihn mir anzuschauen. Von seiner Seite kam überhaupt keine Reaktion, vielmehr vermeinte ich ein kleines Knurren verbunden mit dem Zeigen seiner sehr ordentlich erhaltenen langen und kräftigen Fangzähne zu vernehmen.
Mich dauerte das Wesen jedoch, ich empfand Mitleid. Doch schien das Hündchen trotz seines offenkundig erbärmlichen Zustandes irgend jemandem zu gehören. Der Wohnwagen schien trotz seines Zustandes bewohnt und unter den Bäumen in der Nähe waren Futternäpfe zu sehen. Offenbar wurde der Hund auch gefüttert. Dennoch tat er mir leid, denn er wirkte verängstigt und einsam. Da ich aber an diesem Zustand vermeintlich nichts ändern konnte, machte ich mich zügig auf den Weg, andere Dinge im Umfeld meiner Wohnung zu erkunden.
An den nächsten Tagen hatte ich viel zu tun. Die ersten Tage an meinem neuen Arbeitsplatz waren ausgesprochen geschäftig. Abgesehen von der normalen Arbeitszeit, welche ohnehin relativ lang war, kamen unzählige Probleme auf mich zu. Ich hatte eine unglaublich undankbare Funktion. Eine Leitungsfunktion, ohne in einem multinationalen Umfeld mit den nötigen Kompetenzen ausgestattet zu sein. Bereits während der ersten Tage dämmerte es mir, warum mein Vorgänger mir während der Übergabephase gesagt hatte, dass er froh darüber sei, dass seine Zeit hier nun vorüber wäre.
Die kurzen Abende nach der Arbeit verbrachte ich vor dem Fernseher. Dank AppleTV gab es deutsches Fernsehen über einige TV-Apps und Sport ließ sich auf den Fernseher streamen. Dazu gab es jeden Abend italienischen Wein und Grappa. Die Illusion, gesund zu leben, versuchte ich durch abendliche Salatdiäten aufrecht zu erhalten. Trotz Sport während der zweistündigen Mittagspause (in Italien wohl üblich) merkte ich bald, dass diese Lebensweise nicht dazu beitragen würde, die bereits nach wenigen Wochen beginnende Frustration bei der Arbeit auszugleichen.
Parallel stattete ich dem Hündchen am Strand die ersten Besuche ab. Wenn ich kam, lag es meistens unter auf dem Parkplatz parkenden Autos oder unter dem Wohnwagen. Immer wenn ich kam, schlief es und war allein. Niemals sah ich jemanden am Wohnwagen oder in seiner Umgebung. Einen Clubbesitzer der an einem Abend aus seinem Club kam, als ich gerade den Hund zu füttern wollte, versuchte ich einmal auf den Hund anzusprechen und nach einem möglichen Besitzer zu fragen. Seine Antwort war verächtlich: „Ein alter Hund!“. In der Tat, der Hund schien sehr alt zu sein, eine weiße Schnauze, dickes ungekämmtes Fell, völlig verdreckt und total verängstigt. Ich versuchte ihn zu füttern. Das Futter, welches ich in die Futterschale gab, nahm er gerne an. Versuchte ich, ihm näher zu kommen, wich er mir jedoch verängstigt aus. Ein eingeklemmter Schwanz zeugte von erheblichem Misstrauen. Offenbar hatte das Hündchen von fremden Menschen bislang nicht besonders viel Gutes erfahren.
Mit der Zeit wuchs das Vertrauen aber. Ich kam immer wieder. Erst vielleicht zweimal in der Woche, später fast täglich. Diese Abendgestaltung war für mich die Abwechslung, die ich zur Arbeit brauchte. Die Frustration über die Arbeit war mittlerweile bereits nach wenigen Wochen so groß geworden, dass ich dringend Ablenkung brauchte. Ich nutzte die Abende am Strand nicht nur für die Besuche beim Hündchen. Vielmehr joggte ich entlang des Strandes, um mich fit zu halten. Die Wochenenden verbrachte ich damit, Golf zu spielen oder mir im Umfeld von Rom irgend etwas anzusehen. Niemals jedoch verpasste ich den abendlichen Besuch bei dem Hund. Mittlerweile hatte ich über seine Tagesgewohnheiten etwas herausgefunden. Morgens tauchte er immer erst gegen halb acht an seinem Wohnplatz auf. Woher er kam, wusste ich nicht. Danach schien er den ganzen Tag unter parkenden Autos zu schlafen, bevor er abends den mittlerweile gefüllten Fressnapf leer fraß und anschließend durch ein Loch im Zaun in einen der angrenzenden Clubs verschwand, um dort im hohen Gras zu schlafen.
Obwohl wir uns nun regelmäßig sahen und der Hund merkte, dass ich ihn versorgte, war sein Vertrauen in mich immer noch nicht groß. Zwar klemmte er den Schwanz nicht mehr so ein, doch konnte ich ihm immer noch nicht näher kommen. Das Misstrauen war einfach zu groß.
Immer noch hatte ich keine Menschen in der Nähe des Hundes gesehen. Er schien immer einsam und hatte offenbar niemanden, der sich wirklich um ihn kümmerte. Einmal konnte ich sehen, dass er sich bei einem Regenguss unter das Zelt, welches offenbar für ihn unter den Bäumen am Wohnwagen aufgebaut zu sein schien verkroch, um dem Schauer zu entgehen. Um so mehr tat es mir leid, das ich mich Ende April für einige Tage von ihm verabschieden musste. Wir hatten aufgrund eines Feiertages ein verlängertes Wochenende, welches ich zu Hause in Hoppegarten verbringen wollte.
Am Vorabend meiner Abreise besuchte ich das Hündchen noch einmal. Es sah sehr schlecht aus und hinkte stark. Ich hatte das Gefühl, dass es ihm sehr schlecht ging und versuchte über italienische Kollegen, eine Tierschutzorganisation zu kontaktieren, um den Hund einfangen und versorgen zu lassen. Leider gelang dies nicht. Mir war das Einfangen auch nicht möglich. Versuchte ich ihm näher zu kommen, wich er mir aus und floh. Außerdem beeindruckten mich die langen Zähne, die mir größer vorkamen als bei meinem pakistanischen Hütehund, den wir vor einigen Jahren von dort importiert hatten.
Ich fuhr mit sehr schlechtem Gewissen ab. Ich machte mir Sorgen, weil ich nicht wusste, ob der Hund versorgt werden würde und ob er überhaupt die Tage überleben würde.
Was ich nicht ahnte, war, dass ich offensichtlich wirklich vermisst wurde.
Am Wochenende hatte ich viel an den fremden Hund gedacht. Ich machte mir große Sorgen darum, dass er elendig und allein an seinem Platz verrecken würde, so schlecht hatte er bei meiner Abreise ausgesehen. Mein erster Weg führte mich daher unmittelbar nach der Landung am Flughafen, wohlbestückt mit deutschem Hundefutter und Leckerlies, zum Strand nach Fregene.
Wie erfreut war ich zu sehen, dass es dem Hündchen offenbar nicht nur deutlich besser ging, sondern dass es mich offenbar auch vermisst hatte. Mit einem Schwanzwedeln kam es auf mich zugelaufen. Das hatte dieser bislang so skeptische Hund noch nie gemacht. Er erkannte mich wirklich wieder und freute sich. Ich füllte seinen Fressnapf auf, wechselte sein Trinkwasser (eine Flasche mit Wasser hatte ich hierfür immer im Auto) und warf ihm einige Leckerlies zu, wie ich es immer getan hatte. Erstmals kam der sonst so scheue Hund mir dabei näher. Ich streckte meine Hand mit einem Leckerlie aus, und, zum ersten Mal nahm er mir das Futter direkt aus der Hand. Vorsichtig, mit skeptischem Blick, aber doch ein erstes Entgegenkommen.
Von nun an kam ich jeden Tag an den Strand. Die Arbeit war immer noch schrecklich für mich. Was immer ich entschied, einleitete oder an Entscheidungen umsetzte, wurde durch irgend jemanden kritisiert. Mal kamen die Angriffe aus der einen, mal aus der anderen Seite. Mal offen, mal hinter meinem Rücken. Die Abende verbrachte ich jedoch nicht mehr weintrinkend vor meinem Fernseher, sondern mit meinem Hündchen. Ich hatte mittlerweile festgestellt, dass es eine alte Hundedame war. Ich nannte sie Fregene in Anlehnung an den Ort in dem sie lebte. Ich merkte, dass es mir gut tat, bei ihr zu sein. Nicht nur, dass mein Alkoholverbrauch drastisch sank, ich wurde ausgeglichener und ruhiger. Zwar immer noch skeptisch, brachte mir Fregene immer mehr Vertrauen entgegen. Naschereien gab ich ihr mittlerweile immer mit der Hand, von Zeit zu Zeit ließ sie sich auch von mir streicheln.
Die Streicheleinheiten wurden mit der Zeit mehr. Sie brauchte und suchte offenbar Zärtlichkeiten und Nähe. Ich begann unregelmäßig auch morgens vor der Arbeit bei ihr vorbei zu kommen. Dies vermittelte mir ein wenig Freude, bevor ich dem Horror der Arbeit wieder begegnete. Dort war es nach wie vor schrecklich für mich. Ich arbeite gerne, ich liebe meine Arbeit und habe ein fantastisches Arbeitsumfeld zu Hause. Deswegen war die Situation für mich um so schwerer. Doch „Fregene“ vermittelte mir ein Gefühl, gemocht zu werden. Es schien fast so, als wenn sie meine Situation erfasste und versuchte, für mich da zu sein.
An den Morgenden lag sie nun immer einige hundert Meter vor ihrem Platz am Rande der Mauer eines dortigen Hotels. Ich merkte, dass sie dort auf das Kommen eines Autos wartete, in dem offenbar ein Mitarbeiter des Hotels zur Arbeit kam. An einem Morgen traf ich ihn und fragte ihn nach dem Hund. Obwohl er nur italienisch sprach, verstand ich doch so viel, dass die Hündin sehr alt sei und sie mehrere Menschen füttern würden, so auch die Besitzerin des Hotels. Er bezeichnete sie als Strandhund Fregenes.
Die Abende mit ihr liefen in der Regel immer gleich ab. Wenn ich kam, lief sie auf mich zu. Bald hatte sie das Geräusch meines alten Passat Diesels raus und kam, wenn ich auf den Parkplatz fuhr, auf mich zugelaufen. Dann wurde erst einmal kurz gestreichelt und danach der Fressnapf aufgefüllt. Nachdem sie gefressen hatte, setzte ich mich auf den Bordstein, streichelte sie und gab ihr einige Leckerlies. Auf diese Weise verbrachten wir einige Zeit zusammen. Spätestens gegen 20:30 Uhr, man konnte fast die Uhr danach stellen, verschwand sie jedoch immer auf ihren Schlafplatz durch den Zaun auf den ungemähten Parkplatz des angrenzenden Clubs.
Mit der Zeit begann sie nach der Begrüßung wegzulaufen. Dabei schaute sie sich immer direkt nach mir um. Der Auftrag war klar - folge mir!
Fregene ist eine kleine Stadt, so dachte ich mir zu dieser Zeit. Die Bebauung am Strand ist dicht und die Gassen sind eng. Ich folgte „Fregene“ daher nur mit Widerwillen und nicht weit in die Gassen hinein, da ich dachte, die Anwohner würden mich dort als Störenfried empfinden. Ich kehrte daher bereits nach wenigen hundert Metern um. Sehr zum Unwillen der Hündin, die offenbar andere Ziele hatte. Jedoch folgte sie mir sobald ich umdrehte und lief mit mir an ihren Platz zurück. Während sie in Ruhe den Napf leer fraß, setzte ich mich auf die Bordsteinkante oder die Kante des geöffneten Kofferraums meines Passats und sah ihr dabei zu.
An einem dieser Momente traf ich Stephano. Er sollte der erste von vielen Menschen sein, die Molla, so hieß die Hündin wirklich, seit Jahren kannten und sich, soweit dies für sie möglich war, kümmerten.
Eines Abends Ende Mai saß ich wieder auf meiner Kofferraumkante, als ein kleiner weiser Toyota auf den Parkplatz fuhr. „Fregene“ hörte sofort auf zu essen und lief auf das Auto zu. Ich war gespannt. Das hatte ich in den sechs Wochen, in denen ich sie kannte, noch nicht erlebt. Dem Auto entstiegen ein Mann in meinem Alter sowie ein junger kleiner brauner Hund. „Fregene“ kannte offenbar beide gut, wedelte mit dem Schwanz und lief auf sie zu. Ich sprach den Mann an. Gott sei dank sprach er sehr gut Englisch. Ich berichtete ihm, dass ich die Hündin schon seit Wochen füttern würde und gerne mehr über sie wissen wolle.
Stephano, so sein Name, kannte, wie sich herausstellte „Fregene“ schon seit ihren Jugendjahren. „Fregene“ hieße eigentlich Molla und sei bereits 13 Jahre alt. Mein Hündchen hatte also einen Namen. Und nun kannte ich ihn. Stephano berichtete mir, dass Molla ein ganz unglücklicher Hund sei. Sie lebe seit ihrer Kindheit an dieser Stelle und habe erst ein einziges Mal jemanden gehabt, mit dem sie eine Beziehung eingegangen wäre.
Dieser jemand sei ein Landstreicher gewesen, der sich an der Stelle niedergelassen habe. Damit der nicht offen an der Stelle nächtigte, hätten ihm Anwohner, darunter auch Stephano selber, den alten Wohnwagen gekauft und dort hingestellt. Molla und Rokko, so der Name des Landstreichers, seien ein Herz und eine Seele gewesen. Molla habe ihn überall hin begleitet. Rokko habe an mehreren Stellen im Ort gebettelt und wäre überall mit Molla hingegangen. Jedoch habe dies auch zu Problemen geführt. Einmal habe Molla an einem ca. 3,5 Kilometer entfernten Einkaufsmarkt einen kleinen Jungen gebissen, als dieser versucht habe sie zu streicheln. Molla sei danach eingefangen worden und Rokko wurde verwarnt, dass Molla, sollte dies noch einmal vorkommen, in ein Tierheim kommen werde.
Leider sei Rokko jedoch nach einiger Zeit einfach verschwunden und habe Molla zurück gelassen. Seitdem sei sie ein sehr trauriger Hund, der den ganzen Tag an seinem Platz verbringe ohne sich viel zu bewegen.
Stephano beschrieb, dass Molla seitdem er sie kenne, einen ausgesprochenen Kümmer-Instinkt besitze. Bereits in jungen Jahre habe sie sich um einen alten blinden Hund gekümmert, der in der Nähe am Strand gewohnt habe. Sie sei jeden Tag mit ihm durch die Gegend gelaufen. Beide seien im ganzen Dorf als die „Kleine und der Große“ bekannt gewesen. Nachdem der alte Hund jedoch verstorben sei, wäre Molla in ein Loch gefallen und habe bis auf Rokko niemanden mehr gehabt. Demnach sähe jeder Tag Mollas gleich aus. Sie käme von irgendwo her an ihren Platz, lasse dort die Zeit an sich vorbei laufen, entweder unter dem Wohnwagen oder parkenden Autos und ginge am Abend schlafen, ohne jemals Liebe oder Freude zu erfahren.
Verschiedene Leute in der Nähe würden sich jedoch um sie kümmern. Wobei kümmern hieße, dass sie Fressen erhielte und insbesondere eine Frau, Claudia, sich auch um Mollas Gesundheit bemühe, wenn sie verletzt sei. In der Tat hatte Molla zu dieser Zeit auch eine böse Wunde am Maul, die von einer Futterdose herrührte, die jemand geöffnet hingestellt hatte, damit Molla sie selber ausleckte. Diese Wunde ist bis heute noch nicht völlig verheilt.
Darüber hinaus habe sie in dem bereits von mir identifizierten Hotel am Strand einen Futterplatz. Sie dürfe dort durch den Lieferanteneingang hinein kommen und fressen. Die Besitzerin möge Molla sehr. Jedoch habe sie eines nicht. Ein Zuhause. Dies sei nach Stephans Einschätzung etwas, was Molla mehr als alles andere suchen würde. Niemand habe jedoch den Versuch unternommen, sie zu sich zu nehmen. Er bezweifele auch, dass dies gelingen könne, da sie mittlerweile sehr alt sei und ausschließlich ihr Leben am Strand gewöhnt sei. Wer immer sie zu sich nähme, dürfte daher mir großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Wie sehr er sich doch irrte!
Stephano selber, ein Webdesigner, Fotograf und Filmemacher, war selber sehr tierlieb. Seinen eigenen Hund hatte er er auf eigentümliche Art und Weise zu sich genommen.
Eines Tages unterwegs, beobachtete er, wie ein Auto an einer Kreuzung anhielt und ein kleiner Hund aus dem Auto gestoßen wurde. Stephano pfiff daraufhin und der kleine Hund lief sofort auf ihn zu. Seitdem begleite der Hund ihn quasi überall hin.
Ich folgte beiden an den Strand. Zum ersten Mal sah ich, dass auch Molla folgte. Noch nie hatte ich sie vorher am Strand gesehen. Sie blieb dort auch nicht lange, sondern kehrte bald zurück, nachdem sie kurz mit Stephanos Hund gespielt hatte.
Stephano berichtete mir über die Schwierigkeiten Fregenes, die zunehmende Erosion des Strandes, welche die Einkommensbasis des Ortes bedrohe und die Verschmutzung der Strände durch vor allem partyfeiernde Jugendliche, welche die Strände in einen Müllhaufen verwandeln würden. Er selber versuche über öffentliche Medien Einfluss zu nehmen und Menschen beispielsweise für gemeinsame Säuberungsaktionen des Strandes zu gewinnen.
Wir verabschiedeten uns, wobei er mir seine Visitenkarte hinterließ. Von da an hatte ich einen Ansprechpartner wann immer ich Fragen zu Molla hatte. Schon bald freundeten wir uns an.
Molla und ich trafen uns nun weiter täglich. Jeden Abend besuchte ich sie, so sich das mit dienstlichen Abendaktivitäten, die es auch regelmäßig gab, vereinbaren ließ. Unsere Spaziergänge wurden dabei immer länger. Wenn ich abends kam, wartete Molla schon auf dem Bürgersteig und rannte, sobald sie das Auto hörte, auf mich zu. Nach einer intensiven Begrüßung lief sie davon, immer wieder zurückschauend, um zu kontrollieren, ob ich ihr auch folge.
Auf diese Weise lernte ich Fregene kennen. Anders als ich es aufgrund der engen Bauweise am Strand vermutet hatte, keineswegs ein kleines Dorf, sondern eine hauptsächlich auf den sommerlichen Urlaubstourismus ausgerichtete Stadt. Viele unbewohnte und nur in den Sommermonaten vermietete Apartmentgebäude wechseln sich ab mit den durchaus üppigen Häusern der einheimischen Bewohner. Dazwischen finden sich viele Geschäfte und Restaurants.
Molla kennt alle Gassen, Straßen und Geschäfte. Und während der nächsten Wochen zeigte sie mir alle davon. Teilweise stundenlang liefen wir durch die Straßen. Dabei hatte ich den Eindruck, dass sie die Plätze absuchte, an denen sie in der Vergangenheit mit Rokko gewesen war. Sie suchte nach ihm. Mit der Zeit wich sie aber von den bekannten Routen ab und zeigte mir neue Seiten der Stadt und des Strandes. Sie führte mich von Plätzen, an denen Rocco augenscheinlich gebettelt hatte zu kleinen Fleischereien, an denen sie offenbar in der Vergangenheit versorgt worden war. An einen Platz mussten wir regelmäßig wiederkehren. Eine ältere Dame, Eigentümerin einer Fleischerei, reagierte immer sehr erfreut, wenn sie Molla sah. Molla erhielt daraufhin immer ein paar Leckereien.
Im Verlaufe der Spaziergänge traf ich unzählige Menschen die Molla kannten und mochten. Unendliche Male wurde ich von Leuten angesprochen, die sich darüber wunderten, dass ich mit Molla unterwegs war. Insbesondere diejenigen, die sie längere Zeit kannten, wunderten sich darüber, dass sie mit mir spazieren ging. Leute sagten zu mir, dass sie noch nie von ihrem Platz weg gegangen sei und dass sie mich sehr mögen müsse. Ich traf Claudia, die einzige, die ein solches Vertrauen zu Molla aufgebaut hatte, dass sie sie auf Zecken untersuchen durfte und ihr sogar eine Leine für Arztbesuche anlegen kann. Auch Claudia freute sich für Molla und winkte mir immer wieder zu, wenn sie uns auf Spaziergängen, selber im Auto fahrend, irgendwo erblickte.
Die schönsten Begegnungen hatte ich wiederholt abends mit zwei jungen Frauen, die sich zusammen mit ihren Hunden am Strand trafen. Beide kannten Molla schon seit Jahren und wunderten sich über die Art und Weise, wie Molla nach meinem Ankommen auf mich zulief und mich begrüßte. Sie brachten mich auf die Idee, Molla mitzunehmen. Beide forderten mich auf, sie auf keinen Fall dort zu lassen. Sie sei ein wunderbarer und ganz besonderer Hund, der ein Zuhause verdient habe. Wenn ich sie gern hätte, müsse ich sie mitnehmen. Sie vertraue mir offensichtlich und habe mich gern.
Dies sollte sie mir in den kommenden Wochen in unglaublicher Art und Weise belegen.
Molla zeigte mir derweil weiterhin ihre Welt. Lange Spaziergänge endeten mit Zugängen zum Strand, wo sie sich wie ein junger Hund verhielt. Hunderte von Metern rannte sie neben mir her, zwang mich dazu, selber zu rennen und sprang immer wieder ins Wasser. Es war klar - das ist ihre Welt, die sie liebt und die sie selber jedoch kaum genießen durfte, da sie ohne menschliche Begleitung durch die Strandwächter vom Strand verscheucht wurde. Sie freute sich unfassbar, dass ich bei ihr war und mit ihr ihre Umgebung erkundete und genoss.
Die Beziehung wurde dabei immer stärker. Längst war sie zu meinem Anker geworden, der mich hielt und mir das Leben mit dieser Arbeit erträglich machte. Den ganzen Tag dachte ich nur noch daran, sie abends wiederzusehen und die Spaziergänge mir ihr zu erleben. Traurig war es nur, sie abends immerwieder zu verlassen.
Wie ein Häufchen Elend saß sie nach unseren abendlichen Spaziergängen und Streicheleinheiten da und schaute mir nach, während ich mit dem Auto davon fuhr. Mir taten diese Momente unglaublich weh. Es war klar, ich hatte mich in einen Hund verliebt. Nur - welche Konsequenzen sollte das haben?
Mit der zunehmende Zuneigung die ich zu Molla empfand, stellte sich mir die Frage, ob ich sie wirklich hier zurück lassen könnte und ob ich sie überhaupt mitnehmen dürfte. Mal abgesehen von den rechtlichen Fragen, den notwendigen Impfungen und den anstehenden Arztbesuchen war für mich die Frage vor allem - würde sie das überhaupt wollen?
Schließlich fühlte sie sich hier, wenn sie sich um jemanden kümmern darf und sich derjenige mit ihr auseinandersetzt, wohl. Sie lebte hier ihr ganzes Leben und kannte nichts anderes. Würde sie sich überhaupt irgendwo anders wohl fühlen können?
Ich versuchte den Gedanken zu verdrängen. Gleichzeitig prüfte ich jedoch auf unterschiedliche Arten, ob das Vorhaben, sie zu mir zu nehmen, überhaupt gelingen könnte.
Denn selbst wenn ich mich zu einem Versuch durchringen sollte, sie zu mir in das Apartment zu nehmen, wie sollte ich sie überhaupt dorthin bringen? Das Auto war die naheliegenste Lösung.
Während langer Spaziergänge war es mir wiederholt gelungen, sie auch auf den Arm zu nehmen. Das Geheimnis des Erfolgs war dabei, sie mit beiden Armen zu umfassen und auf keinen Fall unter den Bauch zu greifen, da sie dabei Schmerzen zu empfinden schien.
Gleichzeitig konnte ich sie aber nicht aufnehmen, um sie in mein Auto zu setzen. Versuchte ich dies, natürlich nicht in der tatsächlichen Absicht sie zu entführen, sondern nur um zu prüfen, ob sie es mitmachen würde, roch sie den Braten sofort und wich mir aus.
Zweimal lockte ich sie mit besonderen Leckereien in mein Auto, was sie auch hinnahm. Interessiert schnüffelte sie im Auto herum und stieg dann aber wieder aus.
Die einzige die hier zudringlicher wurde, war eine schwarze Katze, die sich nun auch wiederholt abends einstellte, um das von mir für Molla bereitgestellte Futter zu verzehren.
Auch dabei lernte ich viel über Molla. Sie nahm es sogar hin, dass die Katze mit ihr zusammen aus demselben Napf fraß, allerdings auch nur so lange bis die Katze zu gierig wurde. Dann gab es ein kurzes Knurren und das Problem hatte sich erledigt.
Dies erschien mir ein weiteres Problem zu sein. Molla war nur mir und den anderen bekannten Personen gegenüber zutraulich. Versuchten andere Personen ihr zu nahe zu kommen, knurrte sie sie böse an. Einmal wurde ich auch Zeuge, wie sie einen netten Amerikaner, der sie streicheln wollte beinahe biss. War sie überhaupt integrierbar nach 13 Jahren am Strand? Sie hatte keinerlei Sozialverhalten und ihren Platz in der Gesellschaft und in der Familie nicht erlernt. Würde sie mit unseren Hunden und Katzen zu Hause zurecht kommen?
Und immer wieder die Frage, würde sie es überhaupt wollen? Sie mochte mich und vertraute mir, aber wäre ihre Zuneigung groß genug, um auf dies alles zu verzichten?
Stephano und verschiedene andere Leute bestärkten mich, es zumindest zu versuchen. Molla habe ein Zuhause verdient. Zudem zeige sie deutlich, dass sie mit mir zusammen sein wolle. Aber gerade diese Leute waren auch diejenigen, die Molla über Jahre hinweg versorgt und sich um sie gekümmert hatten. Durfte ich den Engel von Süd-Fregene, so wurde Molla von einigen bezeichnet, überhaupt dort wegnehmen? Würden die Leute sie nicht vermissen? Wäre es nicht auch unfair denjenigen gegenüber die Molla als Gemeindehund ansahen?
Ich hatte meine Zweifel.
27.06.2018: Über mehrere Wochen hatte ich mit mir gerungen. Wie sollte ich es anstellen? Mehrfach hatte ich den Vorsatz gefasst, sie mitzunehmen, mehrfach hatte ich ihn vertagt. Mit dem Auto würde es nicht funktionieren. Was blieb, war es zu Fuß zu versuchen. Doch würde sie die Strecke überhaupt schaffen?
