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Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt. Auf sehr spezielle, romantische Weise findet Toni, der Hüttenwirt seine große Liebe in einer bezaubernden Frau, die aus einer völlig anderen Umgebung stammt als der markante Mann der Berge. Sie lernt durch ihn Schönheit und Idylle seiner Heimat kennen und lieben. Gemeinsam eröffnen die beiden allen Besuchern die Werte und Besonderheiten ihres Lebens auf der Alm. Romantik, Beschaulichkeit, dramatische Spannung und feinsinnige Gespräche: Das ist die Welt von Toni, dem Hüttenwirt, der sich niemand entziehen kann. Toni, Anna, Alois und Addi saßen auf der Terrasse der Berghütte und tranken einen Becher Kaffee. Addi war von der Ziegenalm heraufgekommen. Sie wollte Alois später beim Schnapsbrennen helfen. Jetzt am späten Nachmittag saßen nur wenige Hüttengäste etwas abseits auf der Terrasse. »Schau mal, da kommt Wendy!«, rief Anna begeistert aus. Sie stand auf und lief ihr entgegen. Dabei wurde sie von Bello überholt. Der Neufundländerrüde sprang an Wendy hoch, als hätte er sie ewig nicht gesehen. Wendy lachte. »Benno, was machst du denn? Mei, wie du dich freust! Du hast ja recht, ich war seit Wochen nicht mehr hier. Das ist eben so, wenn man viel zu tun hat. Die Ziegen machen Arbeit. Die Kaschmirwolle muss ausgekämmt und aufbereitet werden und vieles mehr.« Sie streichelte Bello ausgiebig. Dann umarmte sie Anna. Anna schob ihren Arm unter Wendys Arm. »Ich wundere mich auch, Wendy.
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Seitenzahl: 128
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Toni, Anna, Alois und Addi saßen auf der Terrasse der Berghütte und tranken einen Becher Kaffee. Addi war von der Ziegenalm heraufgekommen. Sie wollte Alois später beim Schnapsbrennen helfen.
Jetzt am späten Nachmittag saßen nur wenige Hüttengäste etwas abseits auf der Terrasse.
»Schau mal, da kommt Wendy!«, rief Anna begeistert aus. Sie stand auf und lief ihr entgegen. Dabei wurde sie von Bello überholt.
Der Neufundländerrüde sprang an Wendy hoch, als hätte er sie ewig nicht gesehen.
Wendy lachte. »Benno, was machst du denn? Mei, wie du dich freust! Du hast ja recht, ich war seit Wochen nicht mehr hier. Das ist eben so, wenn man viel zu tun hat. Die Ziegen machen Arbeit. Die Kaschmirwolle muss ausgekämmt und aufbereitet werden und vieles mehr.«
Sie streichelte Bello ausgiebig. Dann umarmte sie Anna.
Anna schob ihren Arm unter Wendys Arm. »Ich wundere mich auch, Wendy. Gibt es einen besonderen Grund? Außerdem, warum bist du allein gekommen und hast die Kinder nicht mitgebracht?«
»Die Zwillinge sind beschäftigt. Die Katze hat Junge bekommen, und die Kinder weichen nicht mehr vom Körbchen.«
Arm in Arm gingen sie auf die Terrasse.
Toni schloss seine große Tochter fest in die Arme.
Anna holte ihr einen Becher Kaffee.
Wendy setzte sich an den Tisch.
»Also, Madl, was gibt es?«, fragte Toni, als er sich neben sie setzte.
Wendy schmunzelte. Sie griff in ihre Umhängetasche. »Wir haben eine Einladung von Sebastian und Sophie nach München bekommen. Ich habe euch eure Post mit heraufgebracht. So wie ich es sehe, habt ihr auch einen Brief von ihnen bekommen. Aber ich kann mir keinen Reim darauf machen. Ich will nicht vorgreifen, lest erst mal selbst«, sagte Wendy.
Toni nahm den Stapel Briefe entgegen. Er fischte den Brief mit Sebastians und Sophies Absender heraus.
Anna schaute ihm über die Schulter. Sie lasen die Einladung.
Da stand:
›Liebe Anna, lieber Toni,
wir geben hier im Hotel eine große Party. Es gibt eine Veränderung zu feiern. Wir haben uns überlegt, dass es praktischer ist, hier zu feiern, als in Waldkogel. Solche Feiern dauern bekanntlich bis tief in die Nacht. Deshalb haben wir für euch Zimmer im Hotel reserviert. Wir wissen, dass es schwierig werden könnte, Vertretung für die Berghütte zu bekommen. Deshalb haben wir uns umgehört. Ella Waldner und Zenzi werden euch vertreten. Das haben sie uns versprochen. Zenzi wird einige Hauswirtschaftsschülerinnen der Villa Lohe mitbringen. Sie werden ein Praktikum auf der Berghütte absolvieren. Wir sind sicher, dass sie euch gut vertreten. Dies zu organisieren war notwendig, weil wir Wendy, Henk, Alois und Addi auch eingeladen haben. Franziska und Lukas kommen ebenfalls, ebenso Meta und Xaver. Außerdem haben wir Freunde aus Waldkogel eingeladen.
Es wird bestimmt ein sehr fröhliches Fest werden. Wir denken, es müssen nicht immer hohe Feiertage, runde Geburtstage, Verlobungen, Hochzeiten oder Taufen sein, an denen man Familie und Freunde um sich schart.
Wir freuen uns, euch zu sehen.
Liebe Grüße und viele Umarmungen
Sebastian und Sophie
PS: Hört auf, zu rätseln, was uns auf die Idee gebracht haben könnte! Wir werde es euch sagen, wenn ihr hier seid.‹
Toni und Anna waren auch verwundert. Sehr sogar!
»Kannst du dir einen Reim darauf machen, Anna?«, fragte Toni.
»Nein, aber sie werden schon einen Grund haben. Wir geben regelmäßig Hüttenabende. Vielleicht ist es etwas Ähnliches.«
Toni schaute Alois an. »Alois, weißt du etwas?«
Alois schmunzelte. »Toni, ich will es so sagen: Sebastian und Sophie haben mich in die Planung einbezogen.«
»So, so, und was ist nun der Anlass für diese rätselhafte Einladung?«, fragte Toni.
»Mei«, sagte Alois, »die jungen Leute wollen ein bisserl feiern. Sie sind glücklich verheiratet. Anfangs war Sebastian gelegentlich unsicher, als er Hoteleigentümer wurde. Das hat er jetzt überwunden. Sie sind nach Waldkogel umgezogen und pendeln. Ihr Leben hat sich inzwischen gut eingespielt. Sie wollen eben feiern und einmal alle Verwandten und Freunde zusammen haben. Ich finde es schön. Also, Addi und ich fahren hin. Wendy, – du und Henk, ihr nehmt die Kinder mit! Wenn ihr tanzen wollt, passen wir auf die beiden auf.«
Adele legte ihre Hand kurz auf Alois‘ Hand. »Genauso machen wir es. Und wenn die Kinder müde sind, fahren wir mit ihnen zu mir in die Villa. Ihr könnt dann später nachkommen. In der Villa ist es schöner, als im Hotel.«
»Aber ich verstehe es nicht …«, murmelte Toni verwundert und schüttelte den Kopf. »Alois, einfach so ein Fest zu geben und allen Gästen Zimmer zur Verfügung zu stellen, das ist ein ziemlich großer Aufwand. Das macht man nicht einfach so, nur weil man mal alle Freunde und Verwandten zusammen haben will. Was ist der Anlass? Es muss einen triftigen Grund geben. Davon bin ich fest überzeugt.«
Alois zuckte mit den Schultern. Es war ihm anzusehen, dass er sich in die Enge getrieben fühlte. »Mei, Toni, so schwer ist das doch nicht zu verstehen«, sagte er. »Du musst den Brief noch einmal lesen. Die beiden sind glücklich. Es ist doch normal, dass junge Leute feiern. Ich finde es schön, dass sie alle einladen und nicht nur eine Party für Leute in ihrem Alter machen. Es wäre zu überlegen, ob es nicht schön wäre, einmal im Jahr überhaupt ein großes Fest zu machen. Mir gefällt die Idee.«
Adele pflichtete ihm bei.
»Alois, versuche nicht abzulenken!«, schimpfte Toni. »Heraus damit! Was ist der wirkliche Grund?«
Alois schüttelte zuerst den Kopf. Dann schaute er Toni streng an. »Toni, jetzt hörst du auf mich zu löchern, sonst werde ich ärgerlich. Ja, ich kenne den Grund. Aber von mir wirst du nichts erfahren. Ich habe Sophie und Sebastian mein Wort gegeben. Du solltest mich, – nach den vielen Jahrzehnten – , besser kennen. Für mich ist ein Wort ein Wort, ein Versprechen ist ein Versprechen.«
»Aber wir stehen uns doch nahe. Sebastian ist hier wie dein Enkel aufgewachsen. Und jetzt ist er mit deiner Enkelin Sophie verheiratet. Da wirst du doch eine Ausnahme machen – innerhalb der Familie«, drängte Toni weiter.
Alois schlug mit der Faust auf den Tisch. »Toni, nein! Jetzt ist aber genug! Basta!«
Toni runzelte die Stirn. Er griff nach seinem Handy. Er wollte Sebastian anrufen. »Ich will jetzt wissen, was los ist«, sagte er.
Anna hielt ihn zurück. Sie nahm Toni das Handy aus der Hand. »Toni, lass mich das machen«, sagte sie.
Anna schickte Sebastian eine SMS.
»Was hast du geschrieben?«, fragte Toni.
Anna gab ihm die Nachricht zu lesen.
Sie lautete:
›Lieber Sebastian,
vielen Dank für die Einladung. Wir freuen uns und werden kommen.
Grüße Sophie von uns.
Anna und Toni‹
»So, das ist erledigt, Toni. Bis zum Wochenende ist es nicht mehr lange. Das wirst du wohl noch aushalten«, ermahnte ihn Anna.
»Aber sonderbar ist die Einladung schon. Das musst du zugeben, Anna«, widersprach ihr Toni.
Anna schmunzelte. »Ich nenne sie ungewöhnlich, Toni. Du weißt doch, wie glücklich die beiden sind. Sie wollen ihre Fröhlichkeit mit allen Freunden und Verwandten teilen, denke ich mir. Außerdem hatte Sebastian noch weitere Pläne – im Zusammenhang mit dem Hotel. Vielleicht sind sie unter Dach und Fach? Möglich, dass er das feiern will. Es ist auch viel praktischer, es der ganzen Familie und den Freunden zu erzählen, als jedem einzeln. Aber jetzt reden wir nicht mehr davon. Ich muss noch Wäsche aufhängen. Du hattest doch auch etwas vor, richtig?«
»Ja, ich wollte runter ins Dorf«, brummte Toni. »Ich bin mit Bürgermeister Fellbacher verabredet. Vorgestern Abend, nach der Gemeinderatsitzung, hat er noch angerufen. Mei, war er wütend. Ich konnte ihn erst einmal beruhigen. Zum Glück konnte er die Abstimmung verhindern. Jetzt muss eine Idee her.«
»Um was geht es?«, fragte Wendy.
»Ruppert Schwarzer macht mal wieder Ärger. Wendy, du weißt, es gibt einen landesweiten gemeinnützigen Verein zur Erhaltung der Schutzhütten.«
Wendy nickte.
»Jetzt hat Ruppert Schwarzer dem Vereins-Vorstand eine beträchtliche Spende versprochen, für den Bau vieler neuer Schutzhütten. Die Sache ist nur die, dass er die Spende davon abhängig macht, dass sie hier in Waldkogel errichtet werden. Franz Huber, Ruppert Schwarzers Handlanger, der Mitglied im Gemeinderat ist, hat eine Vorlage eingebracht und auf sofortige Abstimmung gedrängt. Er legte Fotos vor über den Zustand der bestehenden Schutzhütten. Da gibt es einiges zu tun. Fellbacher hat die Weißgerbers schon vor Monaten mit den Reparaturen beauftragt. Die Hütten werden viel mehr genutzt, seit Jahren kommen immer mehr Touristen. Deshalb fallen mehr Reparaturen an. Huber argumentierte, dass noch mehr Schutzhütten gebraucht werden. Diese sollten auch moderner ausgestattet werden. Als Fellbacher ihn fragte, wer das bezahlen soll, hat sich Huber versprochen. Er sprach von einem großzügigen Spender. Fellbacher sagte, dass wohl Schwarzer dahinterstecke. Er trieb ihn in die Enge und Huber musste auspacken. Jede der Schutzhütten sollte doppelt so viele Etagenbetten erhalten, damit auch große Gruppen unentgeltlich dort gemeinsam übernachten könnten. Fellbacher erkannte sofort, dass Schwarzer damit die Belegung unserer Berghütte hintertreiben will. Zum Glück ist es so, dass die Gemeinde Waldkogel einverstanden sein muss. Das heißt, sie kann die Errichtung weiterer Schutzhütten nur aus triftigen Gründen ablehnen. Aber es fällt schwer, Argumente dagegen zu finden. Fellbacher fürchtet die Folgen. Er ist überzeugt, dass zum Beispiel viel Müll zurückgelassen werden wird. Außerdem könnte durch grölende Gruppen angeheiterter Burschen die Nachtruhe gestört werden. Es ist ein Unterschied, ob drei oder vier Wanderer dort nächtigen oder zwanzig. Fellbacher ist überzeugt, dass solche Schutzhütten die Belegung der Berghütte schmälern würden.«
»Zwanzig pro Schutzhütte?«, fragte Wendy mit weit aufgerissenen Augen.
»Du hast genau gehört, Wendy. Und es soll mehrere neue Schutzhütten geben«, antwortete Toni. »Wenn alle genutzt werden, werden mehr als hundert Gäste dort nächtigen. Jetzt suchen wir nach einem Ausweg.«
Für einen Augenblick war es ganz still am Tisch.
Wendy schüttelte den Kopf. »Wolltest du jetzt gleich ins Tal gehen?«, fragte sie.
»Ja, das war mein Plan. Ich wollte zu Mittag wieder hier sein.«
»Okay, dann lass uns sofort aufbrechen, Toni. Ich habe eine Idee, wie wir Ruppert Schwarzer die Suppe versalzen können. Ich sage dir schon jetzt, da wird es keine weiteren Schutzhütten geben! Der Naturschutz lässt das nicht zu.«
»Was willst du damit sagen?«, fragte Toni.
»Nun, es gibt eine Menge Getier, das unter strengem Naturschutz steht, seltene Käferarten, Eidechsen, Vögel und so weiter. Neulich hat uns Carl aufgesucht. Einer Ziege schien es nicht gut zu gehen. Aber sie hat sich schnell erholt. Dabei hat Carl erzählt, dass er eine Liste der bedrohten Tierarten in und um Waldkogel erstellen will. Henk hat sofort zugesagt, sich an der Auflistung zu beteiligen. In den letzten Wochen durchstreiften sie gemeinsam mehrmals Wald und Flur. Sie besuchten auch Ella Waldner, in ihrer Kate mitten im Wald. Ella ist fast jeden Tag in der Natur unterwegs, auf der Suche nach ihren Kräutern, Beeren und Kräutern. Sie hat eine exzellente Beobachtungsgabe. Sie konnte Henk und Carl genau sagen, wo sie bedrohte Arten finden können. Los, wir gehen bei uns vorbei! Vielleicht kann dir Henk schon eine Liste geben.«
»Mei Madl, was für ein kluges Kindl du bist«, rief Toni begeistert aus. »Naturschutz steht hoch im Kurs. Dagegen kommt auch ein Ruppert Schwarzer nicht an. Und der Verein wird lieber auf die großzügige Spende verzichten, als bewusst gegen den Naturschutz zu verstoßen. Gehen wir.«
Wendy griff zum Handy und rief ihren Mann auf der Ziegenalm an. Sie erzählte ihm von Ruppert Schwarzers neuer hinterlistiger Idee.
Henk lachte laut und sagte: »Schwarzer hat sich mal wieder als Wolf in einem Schafspelz versteckt. Wir haben schon etliche bedrohte Arten auf unserer Liste. Carl hat die Liste. Er hat auch Fotos gemacht. Sage Fellbacher, es wäre das Beste, wenn Carl und ich uns mit ihm zusammensetzten. Er soll sich mit Carl in Verbindung setzen. Soviel ich weiß, ist in der Praxis im Augenblick viel zu tun. Aber Carl wird sicherlich trotzdem einen Termin finden.«
»Ich werde es Toni ausrichten. Wir machen uns gleich auf den Weg. Was machen die Kinder. Sind sie brav?«
Henk lachte. »Sie liegen immer noch neben dem Katzenkorb. Bessere Kindermädchen, als diese jungen Kätzchen, gibt es nicht. Ich habe ein paar Mal nach ihnen geschaut und wurde ausgeschimpft. Ich würde zu laut sprechen und die Katzenbabys erschrecken. Recht hatten sie, die Katze fauchte mich ärgerlich an.«
Wendy lachte. »Nun ja, mich wundert es nicht. Sie haben die Liebe zu den Tieren von dir geerbt. Sicher werden sie beide später Tiermedizin studieren.«
»Sie sollen das lernen, was ihnen Freude macht, Wendy«, antwortete Henk. »Sie haben noch mehr als zehn Jahre Zeit, bis sie sich entscheiden müssen.«
Henk und Wendy verabschiedeten sich und legten auf.
Toni und Wendy tranken ihren Kaffee aus und machten sich auf den Weg ins Tal. Toni nahm Bello mit. Er konnte auf der Ziegenalm warten und mit Bella spielen.
Toni hielt sich nicht lange auf der Ziegenalm auf. Er ging zurück zum Parkplatz auf der Wiese hinter der Almhütte der Kuhalm und fuhr ins Tal.
Bürgermeister Fellbacher wartete schon auf ihn. Der Tisch im Amtszimmer war gedeckt.
»Grüß Gott, Toni, setz dich! Ich dachte, bei Kaffee und Kuchen redet es sich besser.«
»Das stimmt, aber ich will nicht lange bleiben. Ich habe eine gute Nachricht für dich. Von Wendy weiß ich, dass Carl und Henk eine Liste der bedrohten Tierarten in und um Waldkogel anlegen und alles mit Fotos dokumentieren. Setz dich mit Carl in Verbindung und dann beredet ihr das zu dritt, du, Carl und Henk.«
Bürgermeister Fritz Fellbacher klatschte in die Hände. »Mei, das ist ja mal eine gute Nachricht. Und wenn keine passende Spezies dabei ist, wissen die beiden vielleicht auch einen Weg, sie hier anzusiedeln. Dann kann nicht gebaut werden, nicht einmal eine einzige neue Schutzhütte. Deine Wendy ist ein kluges Madl.«
Toni strahlte. »Klar, das ist sie. Sie ist meine Tochter. Sie ist eine Waldkogelerin, als wäre sie hier geboren.«
»Mei, okay, Wendy ist in Norwegen geboren und aufgewachsen. Aber sie hat Waldkogel zu ihrer Heimat gemacht und hier geheiratet. Sie lebt mit ihrem Mann und den Kindern hier. Sie spricht inzwischen genau wie die Alteingesessenen. Und im Dirndl hält sie jeder für eine echte Waldkogelerin«, sagte Fellbacher. »Grüße sie von mir!«
»Das mache ich, Fellbacher. Ich muss auf dem Rückweg ohnehin noch auf der Ziegenalm vorbeischauen«, antwortete Toni.
Fritz Fellbacher und Toni verließen gemeinsam das Rathaus. Fritz Fellbacher ging die kurze Strecke bis zur Tierarztpraxis von Beate und Carl Brand zu Fuß.
Toni stieg in seinen Geländewagen. Er fuhr zu seinen Eltern.
*
Die Gastwirtschaft ›Zum Baumberger‹ hatte wenige Pensionszimmer und öffnete nur am späten Nachmittag und am Abend. Deshalb nahm Toni den Weg durch den Garten und über die Terrasse. Er betrat die Küche durch die Hintertür, die offen stand.
Seine Mutter, Meta Baumberger, saß am Küchentisch und schälte Kartoffeln. Rösti – in allen Varaitionen – standen jeden Tag auf der Speisekarte.
»Mei, Toni, grüß Gott, was für eine Überraschung!«, rief Meta aus.
Xaver kam aus dem Wirtsraum herein. »Spiel nicht die Überraschte, Meta!«, lachte Xaver. Er begrüßte Toni herzlich und sagte: »Deine Mutter wollte wetten, dass du heute vorbeikommst. Sicher hast du auch eine Einladung zu dem Fest von Sebastian und Sophie bekommen. Was sagst du dazu?«
»So ist es. Wendy hat die Post vorhin auf die Berghütte gebracht. Xaver, ich gebe zu, ich kann mir keinen Reim darauf machen. In unserer Familie gibt es die Tradition eines jährlichen Familienfestes nicht. Man sieht sich zu Ostern, Weihnachten, Geburtstagen, Namenstagen, zu solchen Terminen. Da muss etwas dahinterstecken. Alois weiß es, aber er schweigt. Kein Wort ist aus ihm herauszubringen.«
