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Ein Ratgeber ohne Anspruch auf Doktrin zur Unterstützung und kurzweiligen Aufklärung zu den Themen Übergewicht, bariatrische Operationen und deren Konsequenzen. Die persönliche Erfahrung des Autors als unmittelbar Beteiligter wird in unterhaltsamer Art und Weise erzählt. Durch die persönliche Ansprache des Lesers wird sowohl bei selbst am Thema Beteiligten als auch bei anderen Interessierten ein Gesprächsmodus erzeugt, der in lustiger Form das Herangehen an ein schwieriges und sehr persönliches Thema erleichtert.
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Seitenzahl: 71
Veröffentlichungsjahr: 2020
Jörg Daniel Feist
Eine Reise in die Normalität
Mein Weg in ein gesundes Leben
© 2020 Jörg Daniel Feist
Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN
Paperback:
978-3-7497-8540-7
Hardcover:
978-3-7497-8541-4
e-Book:
978-3-7497-8542-1
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Inhalt
Kapitel 1 - Einführung
Wer bin ich?
Kapitel 2 - Die Situation
Übergewicht
Lösungsstrategien
Kapitel 3 - Der falsche Weg
Klassische Ansätze
Ausgangssituation
Adipositas Chirurgie
Ziele
Kapitel 4 - Mein Weg - Teil 1
Die Vorbereitung
Operation, die erste!
Immer in Bewegung
Alles für die Schönheit
Kapitel 5 - Mein Weg - Teil 2
Bypass
Das „neue Ich“
Kapitel 6 - Die vier Thesen des J
These 1
These 2
These 3
These 4
Kapitel 7 - Mein Weg - Teil 3
Was denn jetzt noch?
Kapitel 8 - und dann war da noch
ENDE !
Kapitel 1 - Einführung
Wer bin ich?
Mehr oder weniger kurz nach der 40, 178cm, 85 kg, blond (wenn auch nur noch am Körper da Glatze), eigentlich ganz normal aber irgendwie auch anders!
Das klingt zwar wie der Anfang einer Kontaktanzeige, ist es aber nicht. Es ist der Versuch, für ein schwieriges Vorhaben einen Anfang zu finden.
Welches Vorhaben? Das wiederum ist einfach: Ich möchte aufschreiben, was mir im Zusammenhang mit meinem Gewicht und allen dazugehörigen Faktoren widerfahren ist und was ich daraus gelernt habe.
Das klingt nach einem echten Klugscheißer? Aber sowas von!
Ich bin nun mal ein Schlauschwätzer und auch verdammt stolz darauf. Es gibt wenig, was mir mehr Freude bereitet, als etwas zu wissen oder noch besser: Besser zu wissen!
Aber neben dieser Leidenschaft geht es mir auch darum, ein vollständigeres Bild auf ein Thema zu zeigen, dass so viele von uns beschäftigt.
Kapitel 2 - Die Situation
Übergewicht
Adipositas
Bei der Adipositas (lat. adeps ‚Fett‘), Fettleibigkeit oder Obesitas (selten Obesität; engl. aber fast nur obesity), umgangssprachlich auch Fettsucht, handelt es sich um eine Ernährungs- und Stoffwechsel-krankheit mit starkem Übergewicht, die durch eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes mit krankhaften Auswirkungen gekennzeichnet ist. Nach der WHO-Definition liegt eine Adipositas ab einem Körpermasseindex (BMI) von 30 kg/m2[1] vor.
Dabei wird in drei über den BMI voneinander abgegrenzte Schweregrade unterschieden.
Doch wo genau fängt man an, wenn man über ein Thema wie Übergewicht sprechen möchte? In der Kindheit?
Ja, so richtig schlank war ich noch nie. Es war in den frühen Kinderjahren nie extrem, aber eben auch nicht normal. Nach dem Babyspeck war ich stabil, dann eher kräftig, daraus wurde irgendwann ein wenig pummelig. Natürlich gab es auch einige (leider nur wenige) Phasen, in denen das schnellere Längenwachstum für den Eindruck sorgte, ich würde dünner, das war aber meist auch schnell wieder vorbei.
Ich denke es ist am einfachsten, die ganzen „hin‘s und her‘s“ mal am Rande liegen zu lassen. Andernfalls müsste ich erst einmal ein Psychologie-Studium absolvieren, um mir sinnvolle Gedanken zu machen, was Erfahrung ist, was Erziehung und was durch die Gene kommt und was anderen Einflüssen folgt.
Ganz ehrlich: Habe ich gar keinen Bock drauf und vertrau mir: Du auch nicht!
Also: Zeitsprung in die 20er…. irgendwann war ich dann also dabei, mein eigenes Leben aufzubauen, mit allen Macken, guten und schlechten Erfahrungen, die man mit Anfang 20 schon gemacht hat (ok, bei mir waren es vielleicht ein paar mehr ;-) und steckte in meiner Berufsausbildung.
Ja Du hast Recht, das ist in dem Alter etwas spät, aber bei mir war es nun mal so.
Rein gewichtsmäßig hat es einfach nicht funktioniert und ich hatte die Sorge, dass es immer mehr wird. Ich hatte also (mal wieder) das Gefühl, ich müsste etwas dagegen tun und bekam von meiner Hausärztin einen super Tipp: Halten Sie sich doch einfach mal an die Diät, die man während der Einnahme von Xenical machen soll, ohne das Medikament einzunehmen!
Einfach ausgedrückt: Lass doch mal das ganze Fett weg! Eines vorweg: Das klappt super! Man isst irgendwie nicht mehr als 60g Fett pro Tag und die Pfunde purzeln ohne Ende; wenigstens erst einmal. Natürlich ist alles, was schnell geht und dazu auch noch lecker schmeckt, tabu. Fast Food? Never…. Schokolade, Süßkram, Kuchen? Auf gar keinen Fall! Witziger Weise reduziert man automatisch auch den Zucker, da die beiden Bösen - also Fett und Zucker - einfach unheimlich oft zusammen als Duo auftreten. Also lief alles super, allerdings wie das mit diesen Diäten nun einmal so ist: Man muss sie für den Rest seines Lebens durchhalten. Und mit Anfang 20 ist der Rest des Lebens einfach dafür zu lange. Es kam daher, wie es kommen musste, die Selbstkontrolle wurde weicher, die Ausnahmen immer mehr und nach nur sehr kurzem Stillstand ging es rapide wieder bergauf - also mit dem Gewicht. Im Grunde war ich sehr verständnisvoll, vor allem meinem inneren Schweinehund gegenüber.
Ich konnte gar nicht so schnell zuschauen, wie die Kilos wieder zurückkamen. Ich glaube ja bis heute, dass die einfach gar nicht weg waren. Die sind nur zur Türe raus und haben an der nächsten Ecke gewartet, bis sie ganz schnell wiederkommen konnten.
Und schwupps, die 140kg Marke war geknackt. Stopp! Nicht zurückblättern! Ich sagte eingangs, ich bin 178cm groß also war ich mit 140kg richtig dick. Der Frust stieg, das Gefühl, das Gewicht niemals in den Griff zu kriegen klopfte so langsam an der Tür und ich dacht immer öfter daran, diesem Gefühl die Tür zu öffnen.
In diesem Zusammenhang mal ein kleiner Tipp am Rande: Während man vor der Vordertür steht (von innen) und sich überlegt, dem Gefühl die Tür zu öffnen, vergisst man etwas Wichtiges: Die Hintertür ist gar nicht verschlossen und - ohne es zu wissen - ist das Gefühl längst drin! Also nichts vormachen: Wenn wir es merken, dass sich das Gefühl meldet, ist es längst drin!
Daher tat ich das einzig denkbare: Verdrängen! Irgendwie versuchte ich dafür zu sorgen, dass das Gewicht nicht schlimmer wurde und fertig.
Toller Plan, hat leider auch nicht funktioniert. Ständiges hoch und runter vom Gewicht, nie viel aber mit einer klaren Tendenz: es ging einfach immer weiter nach oben! Und wie gesagt, anders als beim Gehen ist beim Gewicht der Weg nach oben einfach viel, viel leichter als der Weg nach unten.
Lösungsstrategien
Problem lösen
Unter Problemlösen versteht man die Überführung eines Ist-Zustandes gegen Widerstände in einen Sollzustand durch intelligentes Handeln, meist durch bewusste Denkprozesse. G.H. Wheatley gab die launige Definition „Problemlösen ist das, was man tut, wenn man nicht weiß, was man tun soll“.[1] Unzufriedenheit gilt als eine Befindlichkeit, die jemanden dazu veranlassen kann, einen Ist-Zustand als Problem aufzufassen. Die Abfolge unterschiedlicher Teiltätigkeiten im Rahmen eines solchen Vorganges bezeichnet man auch als Problemlösungsprozess. Erforscht werden die Grundlagen des Problemlösens von der Denkpsychologie, der Kognitionswissenschaft und der Entscheidungstheorie.
Also waren es dann irgendwann 150kg. Das war für mich scheinbar eine magische Grenze. Plötzlich hatte das Gefühl, gegen das Übergewicht nichts tun zu können, gewonnen. Ich habe ihm geglaubt, war überrascht und sehr froh, als ich trotzdem einen Partner fand und fing an so Einiges umzustellen.
Leider handelte es sich bei diesen Änderungen um nichts Positives. Wenn ich vorher versuchte, mich noch irgendwie in XXL-Klamotten hinein zu schießen (sorry, aber anziehen konnte man das bei bestem Willen nicht mehr nennen) fing ich an, einfach immer größer zu kaufen. Es gibt schließlich auch 3XL. Das Shirt in 3XL ist etwas eng im Sitzen? Kein Thema, dann halt 4X1 und immer so weiter.
Das alles brachte mich an einen Punkt, den man bei einem Drogensüchtigen wohl „Tiefpunkt“ nennen würde: 6-7XL, 172,4kg und dazu einen bunten Strauß an Problemen:
• Diabetes, der mit Tabletten kaum einzustellen war
• Bluthochdruck
• Schlafapnoe
• völlig gestörter Fettstoffwechsel
• Rückenprobleme ohne Ende
• Schweißausbrüche schon beim Nachdenken über Bewegung
Ich denke, die Liste kennt bis hier her jeder, aber da ist noch so viel mehr:
Man hat zu jeder Sekunde seines Lebens einen Teil seiner Aufmerksamkeit auf sein Aussehen:
Spannt das Shirt am Bauch?
Wirke ich noch fetter, wenn ich nicht seitlich stehe?
Was denken die Anderen, wenn ich soviel esse, wie ich möchte? Ach nein, für mich nur einen kleinen Salat, vielen Dank!
Als ob irgendeiner glauben würde, dass ich von kleinen Salaten so dick geworden wäre!
