Eine Schatzkiste fürs Leben - Hubert Jung - E-Book

Eine Schatzkiste fürs Leben E-Book

Hubert Jung

0,0
19,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Ein Leben, das mit Sinn erfüllt ist und zufriedenstellt – wie kann man es führen? Auf diese Frage gibt es unzählige Antworten, und viele davon helfen oft nicht weiter oder sind nicht für jeden anwendbar. In diesem Buch sind die wertvollsten Anregungen und Antworten nach einem ausführlichen Studium der vielfältigen, vertiefenden Literatur zusammengetragen. Das Buch wird zur Schatzkiste für jene, die sich mit einer sinnerfüllten und positiven Gestaltung ihres Lebens beschäftigen wollen. Es lockert mit unterhaltsamen, anekdotenhaften Erzählungen auf und gliedert seine Kostbarkeiten übersichtlich in Teilbereiche. Diese Schatzkiste enthält Philosophie, Weisheit und Rat zur Lebensführung in kompakter und geordneter Form und ist richtungsweisend für die Reise zum Sinn des Lebens!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 326

Veröffentlichungsjahr: 2022

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis

Impressum 3

1 Die Idee und der Weg 4

2 Lebe bewusst in deiner Zeit 8

3 Die Suche nach dem Sinn des Lebens 21

3.1 Anregungen aus der Philosophie 26

3.2 Anregungen aus der Literatur 40

3.3 Anregungen aus der Musik 57

3.4 Anregungen zur Sinnsuche 59

4 Mit Gottvertrauen leben 60

4.1 Gott 61

4.2 Religionen 72

4.3 Vergleich der Religionen 124

4.4 Gottvertrauen – auch ohne Religionen 128

4.5 Anregungen zum Gottvertrauen 130

5 Gesund leben 131

5.1 Kennzeichnung und Systematik der Gesundheit 133

5.2 Gesunde Ernährung 143

5.3 Gesunde Bewegung 169

5.4 Ergänzende Ansätze 201

6 Verhalten gestalten 224

6.1 Lebenskunst 225

6.2 Achtsamkeit 235

6.3 Gelassenheit 240

6.4 Einfachheit 251

6.5 Begeisterungsfähigkeit 259

6.6 Tugendhaftigkeit 264

6.7 Dankbarkeit 266

7 Selbstbestimmung – mein Leben 270

8 Epilog 278

Quellen und weiterführende Literatur 280

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie­.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fern­sehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und ­auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

© 2022Vindobona Verlag

ISBN Printausgabe: 978-3-949263-66-8

ISBN e-book: 978-3-949263-67-5

Umschlagfoto: Shutter999, Frannyanne | Dreamstime.com

Umschlaggestaltung, Layout & Satz: Vindobona Verlag

Innenabbildung: Prof. Dr. Hubert Jung

www.vindobonaverlag.com

1Die Idee und der Weg

Unser Leben ist kurz und begrenzt!

In den letzten Monaten haben wir selbst auch viele Freunde und Menschen, mit denen wir uns besonders verbunden fühlten, durch den Tod verloren. Gerne wollten wir ihnen noch so viel sagen, ihren Worten lauschen und mit ihnen Gedanken austauschen, aber es sollte nicht mehr sein …

Erfreulicherweise weiß kein Mensch, wie viel Zeit ihm noch bleibt. Aber jeder kann die ihm verbleibende Zeit für sich bestmöglich nutzen.

In unserem Leben hat nach der Pensionierung und dem Ruhestand unser beruflicher Sinkflug begonnen. Im Alltag haben wir uns mit einer Vielzahl von Einzelfragen beschäftigt, die vielleicht insgesamt doch nicht alle so ganz wichtig waren. Jetzt haben wir wieder etwas mehr Zeit für das wirklich Wichtige. Aber was ist wirklich wichtig?

Persönliche Gespräche, die Liebe und Freundschaften, die Stille und Weite am Strand oder am Weizenfeld, der Blick über Mittelhessen zum Taufstein an einem lauen Sommerabend, der Blick über den Nevigeser Dom ins Bergische Land, eine schweißtreibende Wanderung auf einen Gipfel mit einem großartigen Ausblick, die Blüte und der Duft einer wunderschönen Rose, das Lächeln eines netten Menschen, der Besuch von Museen, Konzerten oder emotionalen Sportveranstaltungen …???

Gerne möchten wir zusammen eigene Erfahrungen und gewonnene Erkenntnisse für ein sinnerfülltes Leben sammeln. Wenn Ihnen unsere Gedanken und gesammelten Erkenntnisse helfen können, Anregungen für ein sinnerfülltes Leben zu gewinnen, so haben wir etwas Nützliches getan. Dann hat sich unser Einsatz gelohnt.

Mit diesem Ziel begaben wir uns auf die Suche nach hilfreichen Anregungen. Im Vordergrund standen zunächst Erfahrungen aus der langjährigen Lehre an der Hoch­schule, die verschiedenartigen Tätigkeiten in der beruflichen Praxis sowie Erkennt­nisse aus unserem eigenen Leben. Und nicht zuletzt haben wir auch Meinungen von nachdenklichen und geistreichen Menschen in unsere Überlegungen einfließen lassen.

Diese vielfältigen Betrachtungen führen zu varian­tenreichen Anregungen für ein sinn­erfülltes Leben. Die eine oder andere Anregung kann durch eigene Erlebnisse oder das Beschreiben von Empfindungen oder Gefühlen noch spürbarer werden. Dadurch entstand – wie wir meinen – eine Schatzkiste mit hilfreichen Anregungen.

Jeder Mensch muss seinen eigenen Weg finden, der seinen Wünschen, Zielen, Fähig­keiten und Möglichkeiten bestmöglich nahekommt. Es gibt keine allgemeingültige Lösung, die für alle Menschen in gleicher Weise gilt.

Unsere Auswahl wollen wir nicht im Sinne besserwisserischer Ratschläge verstanden wissen. Sie soll lediglich eine kompakte Zusammenstellung von Erkenntnissen und Erfahrungen sein und Denkanstöße geben.

Jeder, der sein Leben bereichern möchte, möge sich diejenigen, die ihn überzeugen, zu eigen machen und in die Praxis umsetzen. Wühlen Sie in derSchatzkisteundbereichernSie ihr Leben durch dieFunde.

Welchen Weg wollen wir bei der Suche nach sinnvollen Anregungen beschreiten?

Den Umgang mit der verbleibendenZeithaben wir an den Anfang gestellt, da dieser Bereich besonders wichtig für die Gestaltung des restlichen Lebens ist. Dabei können auch aus Versäumnissen, die Sterbende am meisten bereut haben, Anregungen gewonnen werden. Wir kommen bei der Suche nach der bestmöglichen Nutzung der Zeit nicht an der Frage vorbei, was uns für unser Leben wichtig ist?

Anregungen zur Gestaltung eines sinnvollen Lebens sind zunächst bestimmt durch die individuelle Antwort auf die grundsätzliche Frage nach demSinn des Lebens. Danach orientieren sich alle anderen Anregungen auf ergänzende Themen.

Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens finden wir in den Bereichen Philosophie, Religionen und individualisierte Lebensberatung. Wir geben einen Überblick über verschiedene Ansätze und zeigen Zusammenhänge auf.

Ein besonderer Themenkomplex ist dasLeben mit Gottvertrauen. Wir betrachten die Funktionen eines Gottes und deren Ausgestaltung in den führenden Weltreligionen. Durch den Vergleich dieser Religionen zeigen wir Unterschiede und Gemeinsam­keiten auf und stellen diese einem religionsunabhängigen Gottvertrauen gegenüber.

Der Mensch besteht aus Seele, Körper und Geist, die sich gegenseitig unterstützen, schaden oder ergänzen. Um sich möglichst gut zu entwickeln, sollte der Menschgesund leben.

Für die Gesundheit sind insbesondere dieErnährungund dieBewegungbesonders wichtig.

ZurErnährungwerden die Wirkungen wichtiger Nahrungsmittel aufgezeigt und Emp­fehlungen zu deren Nutzung entwickelt. Ergänzend sind besondere Ernährungsweisen dargestellt und daraus Anregungen zur Ernährung abgeleitet.

Zur Gestaltung gesunderBewegungwerden Grundregeln zur Bewegung sowie interessante Bewegungsprogramme aufgezeigt. Aus dem sehr vielfältigen Bereich der Bewegungsprogramme sind die Ansätze Yoga, Tai Chi, Qigong, Kneipp, Wandern, Pilates, Liebscher und Bracht sowie der Argentinische Tango betrachtenswert.

Zur Gesundheitspflege dienen die übergreifendenergänzenden AnsätzeAyurveda, Meditation, Gesundheit durch Gedanken, Gesundheit durch Gefühle, Pflege der finanziellen Gesundheit und Hygge.

Für ein sinnerfülltes Leben ist weiterhin die Nutzung vonVerhaltenskonzeptenhilfreich. Die Konzepte derAchtsamkeit, Gelassenheit, Einfachheitund der Freude am Gestalten(Flow)werden zur Gewinnung von Anregungen analysiert.

Schließlich bilden Hinweise zur Bestimmung der eigenen Wünsche und Möglich­keiten die Grundlage, um Erkenntnisse zurSelbstbestimmungzu gewinnen.

Den Abschnitten sind zur Einstimmung oft einige Weise Worte (Aphorismen) vorangestellt. Dann wird das jeweilige Themengebiet inhaltlich betrachtet, veran­schaulicht und analysiert. Abschließend werden die interessantesten Anregungen zusammengefasst.

Die Gewinnung von Anregungen aus den Bereichen Kunst und Natur sowie den zwischenmenschlichen Beziehungen (Freundschaft, Liebe, Familie) bleiben weiteren Betrachtungen vorbehalten. Zur Abrundung sind Hinweise auf verwendete, ergän­zende und vertiefende Literatur angefügt.

Die Auswahl war allein nach unserem Empfinden über die Wichtigkeit bestimmt. Ausgewählt wurden Anregungen, mit denen wir uns uneingeschränkt identifiziert haben. Für Anregungen zur Verbesserung sind wir aber jederzeit dankbar.

Finden und praktizieren Sie die für Sie wichtigen Anregungen!

2Lebe bewusst in deiner Zeit

„Heutzutage rauscht das Leben manchmal unfassbar schnell an uns vorbei. Umso wichtiger ist es daher, unsZeitzur Besinnung zu nehmen und um über unsere Vor­stellungen nachzudenken“ (Stephen: Philosophie, S. 7).

Diese Erkenntnis entwickelte Sokrates rund 400 Jahre vor Christi Geburt. Sie hat heute rund 2000 Jahre nach Christi Geburt eher an Bedeutung gewonnen.

Über die Bedeutung der Zeit und den Umgang mit der Zeit haben etliche weise Menschen kluge Gedanken entwickelt:

Der Mensch besitzt nichts Edleres und Kostbareres als die Zeit.

Ludwig van Beethoven

Zu genießen, wie die Zeit vergeht:

Das ist das Geheimnis des Lebens.

Buddha

Wir haben nicht zu wenig Zeit,

aber wir verschwenden zu viel davon.

Seneca

Kein Schaden ist so groß wie Zeitverschwendung.

Michelangelo

Die Leute, die niemals Zeit haben,

tun am wenigsten.

Georg Christoph Lichtenberg

Immer schnappt das Dringende

dem Wichtigen die Zeit weg.

Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger

Gib jedem Tag die Chance,

der schönste deines Lebens zu werden.

Mark Twain

Machen Sie sich bewusst:

Sei es die beste oder die schlechteste Zeit,

es ist die einzige Zeit, die wir haben.

Genieße den Augenblick,

denn der Augenblick ist dein Leben.

Unsere „moderne“ Zeit ist insbesondere durch die digitale Kommunikation mit mehr Schnelligkeit, Hektik und seelischem Druck geprägt. Früher konnten wir uns bei Briefen die Antwort einige Tage überlegen, später bei den Mails nur Stunden und heute bei Whats Apps nur noch Sekunden. Viele Menschen wollen jederzeit und überall erreichbar sein.

Viele wollen voll im Trend sein; aber sie leben am Leben vorbei.

Viele Menschen leben wie gehetzte Tiere. Sie springen von einem Termin in den nächsten. Auch mein Leben war über etliche Jahre hinweg durch den Terminkalender bestimmt. Dadurch haben wir das Gefühl, keine Zeit mehr zu haben und immer schneller zu drehen.

Die Situation beschreibt eindrucksvoll Stefanie Werger in ihrem Song „Keine Zeit“, der mit Kraft und Ausdrucksstärke von Nora Schmidt interpretiert wird:

Keine Zeit zu verlieren,

keine Zeit zu verschwenden.

Keine Zeit zu verschenken,

Keine Zeit für den Himmel und das Abendrot.

Keine Zeit, um zu lieben,

keine Zeit vor dem Tod.

Keine Zeit zu erkennen,

keine Zeit, um zu denken.

Keine Zeit zu verstehen

Keine Zeit, um zu sehen.

Keine Zeit, um auszuatmen,

keine Zeit, um zu schreien.

Keine Zeit, endlich selbst und wahrhaftig zu sein.

Diese Zeilen verdeutlichen die Unruhe in einer schnelllebigen digitalen Welt. Sie zeigen auf, was wir verpassen, wenn wir uns diesem Rhythmus unterwerfen. Letztlich fordern sie uns auf, Pausen einzulegen, über uns selbst nachzudenken und die Erkenntnisse wahrhaftig in die Praxis umzusetzen.

Die praktische Umsetzung von Anregungen zur Gestaltung der Zeit kann aber nicht nur bei grundlegenden Themen stehenbleiben. Sie muss auch Anregungen für den Alltag geben. Anregungen für die Gestaltung der Zeit im beruflichen Alltag finden wir in dem Bereich des Zeitmanagements.

Für dieGestaltungder Zeit hat der Management-TrainerHeinz-Martin Adlerfolgende Grundregeln entwickelt:

Machen Sie sich Ihre noch verfügbare Lebenszeit deutlich.Schalten Sie die größten „Zeitfresser“ aus.Dokumentieren Sie Vorhaben und Termine in einer Zeitplanung.Verplanen Sie nur 60 % Ihrer Zeit.Legen Sie Fristen für Ihre Tätigkeit fest.Erledigen Sie nicht alle Dinge durcheinander.Reservieren Sie sich mindestens eine Stunde am Tag für ungestörte Arbeit.Finden Sie Ihre individuelle Leistungskurve heraus.Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche.Wichtiges und Dringendes muss sofort erledigt werden.

Auf den grundlegenden Ansatz der verfügbaren Lebenszeit gehen wir später noch ausführlich ein.

Die größten Zeitfresser sind individuell sehr verschieden. Manche Kollegen oder auch Chefs neigen dazu, sehr ausführlich zu telefonieren. Sicherlich ist es wichtig, ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Geschäftspartnern aufzubauen und zu pflegen. Aber zu ausführliche Telefonate kosten auch viel Zeit.

Durch die Corona-Pandemie wurde deutlich, dass durch Videokonferenzen beachtliche Zeitfresser wie Dienstreisen und lange Fahrten zur Arbeitsstätte ausgeschaltet oder zumindest deutlich reduziert werden können. Der Wert eines persönlichen Gespräches soll dabei nicht in Frage gestellt werden. Wenn aber drei Mitarbeiter zu einem Gespräch von Mittelhessen nach München und zurückfahren, ist das Einsparpotential durch eine Videokonferenz schnell erkennbar. Die Mitarbeiter aus Mittelhessen, die täglich auf der Fahrt zu ihrem Büro im Rhein-Main-Gebiet zwei bis drei Stunden auf der Autobahn verbringen, können auch ihren Chefs schnell die Vorteile eines Home-Office, selbst nach der Pandemie, erklären.

In der Praxis werden oft sinnvolle Mittelwege zu suchen und zu finden sein. Aber mit einem klaren kritischen Blick auf das Verhalten, die Bereitschaft und das Vertrauen können große Zeitfresser ausgeschaltet werden.

Die Punkte (3)–(8) beziehen sich auf die persönliche Optimierung von zeitlichen Abläufen. Neben persönlichen Eigenschaften wie individuelle Leistungskurve und Arbeitsgewohnheiten hat die Frage nach der Gestaltung durch „PlanungoderImprovisation“ besondere Bedeutung. Dabei wird die Planung als gedankliche Vorwegnahme künftigen Geschehens betrachtet. Vielfach wird eingewendet: Du kannst planen wie du willst; es kommt ohnehin anders. Aber selbst wenn es anders kommen sollte als vorausgedacht, hilft die Planung, eine flexible und fundierte Entscheidung auf geänderte Bedingungen zu finden. Die Alternative „Alles laufen zu lassen“ ist meist mit wesentlich mehr Risiken verbunden.

Planung ist grundsätzlich zweckmäßig, aber sie sollte auch genügend Freiraum für kreative Gestaltungen belassen. In vielen Großunternehmen werden sich wiederholende Vorgänge (Prozesse) durch organisatorische Regeln vorweg gedacht und geplant. Im Alltag stellt sich jedoch oft heraus, dass sich Sonderfälle und Grenzfälle durch erfahrene Mitarbeiter viel wirkungsvoller lösen lassen.

Eine besondere Herausforderung ist bei geplanten Projekten der Umgang mit Unvorhergesehenem, z. B. ein neuer Auftrag eines Kunden, Krankheit, Unfall, Unwetter oder die Einschätzung eines anderen Menschen.

Großprojekte werden teilweise durch mathematische Modelle der Netzplantechnik geplant und gesteuert. Bei vielen praktischen überschaubaren Projekten sind jedoch einfache Methoden, wie beispielsweise ein Balkendiagramm anschaulicher und einfacher anzuwenden.

Bei meiner Tagesplanung war oft eine einfache Übersicht der anstehenden Projekte mit einer Gewichtung der Dringlichkeit durch Striche am Rand (1–3 Striche je nach Bedeu­tung) sehr hilfreich. Für übergreifende Projekte sind auch Wochen- oder Jahresplanungen nützlich. Am Anfang war es frustrierend, wenn abends auf dem Zettel mehr Projekte standen als morgens. Aber auch daran gewöhnt man sich.

Wird die Zeit fundiert, sorgfältig und flexibel mit Blick auf das Wesentliche organisiert, lassen sich auch plötzlich auftretende Hindernisse überwinden.

Der Schwerpunkt ist die Erkenntnis und die Erledigung desWesentlichen. Das klingt sehr einfach, ist aber in der Praxis unter Zeitdruck eine besondere Herausforderung.

Denn das Wesentliche oder auch Wichtige kann für verschiedene Menschen sehr unterschiedlich sein. Selbst für den gleichen Menschen können in seinem 18., in seinem 40. oder in seinem 64. Lebensjahr gänzlich andere Dinge bedeutsam sein. Auch bei Entscheidungen wie Hauskauf, Autokauf oder Wahl des Urlaubsortes setzen Menschen verschiedene Schwerpunkte. Bei einem Auto ist für manche die Technik und für andere die Farbe entscheidend.

Erfahrungen aus der Vergangenheit sind sowohl bewusst als auch unbewusst hilfreich. Hierzu können die Grundsätze der Gelassenheit und der Vereinfachung helfen.

Eine ausgewogene Balance zwischen Optimismus und Vorsicht ist in vielen Fällen erfolgversprechend. Ein gesundes Selbstbewusstsein bildet eine stabile Stütze, aber es darf sich nicht in Übermut wandeln.

Zwischen Wichtigem und Dringenden besteht der Unterschied, dass bei dem Wichtigen die eigene Meinung im Vordergrund steht, während bei Dringendem oft die Meinung von anderen Menschen bestimmt wird. Jeder hat schon einmal die abweichende Meinung eines Vorgesetzten, eines Geschäftspartners oder auch die eines Familienmitglieds zu spüren bekommen.

Die Vielfalt derZweckebei der Zeitgestaltung und deren Wirkungen verdeutlicht folgendes altes irisches Gedicht:

Nimm dir Zeit zum Arbeiten. - Es ist der Preis des Erfolges.

Nimm dir Zeit zum Denken. - Es ist die Quelle der Kraft.

Nimm dir Zeit zum Spielen. - Es ist das Geheimnis ewiger Jugend.

Nimm dir Zeit zum Lesen. - Es ist der Brunnen der Weisheit.

Nimm dir Zeit, um freundlich zu sein. - Es ist der Weg zum Glück.

Nimm dir Zeit zum Träumen. - Es bringt dich den Sternen näher.

Nimm dir Zeit zum Lachen. - Es ist die Musik der Seele.

Nimm dir Zeit zu lieben und geliebt zu werden. - Es ist der wahre Reichtum des Lebens.

Dieses Gedicht verdeutlicht, dass sich die Zeitgestaltung nicht nur auf das Arbeitsleben bezieht. Die zeitliche Gestaltung bezieht sich auf sehr viele unterschiedliche Bereiche des Lebens. Die Erkenntnis dieser Vielfalt erweitert unser Bewusstsein und deren Anwendung unser Leben.

DieNotwendigkeiteiner bewussten Zeitgestaltung hat der Songwriter Jimi Weissleder in seinem Song „Der Tag, an dem ich sterbe“ (veröffentlicht in dem Album „Faust auf’s Auge“, youtoube, 04.08.2014) sehr nachdrücklich gefordert. Er verdeutlicht, dass der Kalender, alles Materielle, Kritik, Gewissensbisse und der gute Ruf dann ihre Bedeutung verlieren. Er schließt mit den Worten:

Verpasse nicht die Chance,

mit guten Menschen das Leben zu feiern, solange Du noch kannst.

Leicht verpasst Du all das Tageslicht an all den Tagen bis zum Tod.

Lass nicht zu,

dassDein Leben täglich gestohlen wird

von all dem, was Du für unverzichtbar hältst;

denn an dem Tag, an dem Du stirbst,

gilt das für Vieles nicht mehr.

Ja, Du und ich,

wir werden eines Tages sterben

aber bevor es soweit ist,

… lass uns leben … !!!

Die AustralierinBronnie Warehat für sich eine neue sinnerfüllende Aufgabe gefunden: Sie begleitet Menschen in den letzten Wochen ihres Lebens. In ihrem Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ erzählt sie von wunderbaren Begegnungen und berührenden Gesprächen, in denen die Sterbenden auf ihr Leben zurückblicken.

Zusammenfassend findet sie folgende5wichtigeVersäumnisse, die Sterbende am meisten bereuen:

Ich hätte den Mut gehabt,mir selbst treu zu bleiben, statt so zu leben, wie andere es von mir erwarten.Ich hätte nicht so vielgearbeitet.Ich hätte den Mut gehabt, meinenGefühlen Ausdruckzu verleihen.Ich hätte den Kontakt zu meinenFreundengehalten.Ich hätte mir mehrFreudegegönnt.

Die Erfahrungen von Bronnie Ware zeigen uns, dass viele Menschen bereuen, zu wenig selbstbestimmt und zu viel fremdbestimmt gelebt zu haben. Nach der Erkenntnis des Wichtigen für einen selbst sind diese Ziele dann mit den fremdbestimmten Vorgaben zu vergleichen und möglichst in Einklang zu bringen. Dazu nehmen wir uns oft zu wenig Zeit.

Für die folgende Umsetzung der persönlichen Ziele fehlen uns dann oft auch die Kraft, die Durchsetzungsstärke und manchmal auch die Möglichkeiten. Dieses Span­nungsfeld betrachten wir dann ausführlich in Abschnitt 7.

Der amerikanische Psychologe und Berater für LebensstrategienRichard Leiderhat in dem Buch „Lass endlich los und lebe“ (S. 49ff.)vier Hauptängsteder Menschen bestimmt:

Angst davor, ein bedeutungsloses Leben gelebt zu haben.Angst davor, allein zu sein.Angst davor, verloren zu sein.Angst vor dem Tod.

Es überrascht, dass „Angst vor dem Tod“ nicht am Anfang der Liste steht. Aber es hat sich herausgestellt, dass die Menschen nicht so große Angst vor dem Tod haben, wie dies vielleicht zu vermuten wäre. Es wird sogar behauptet, dass die meisten Menschen mehr Angst davor haben, vor einer großen Öffentlichkeit zu reden, als zu sterben.

Die Angst vor einem bedeutungslosen Leben treibt viele Menschen zu intensiver Arbeit und damit verbundenen Verpflichtungen. Eine extreme Ausübung der Arbeit kann dazu führen, dass zu wenig Zeit für das wirkliche Leben bleibt. Glückliche Menschen finden oft eine Tätigkeit, die ihnen Freude macht und aus der sich darüber hinaus allmählich etwas entwickelt. Zur Vertiefung wird auf Abschnitt 6.4 verwiesen.

Die Angst vor der Einsamkeit treibt viele Menschen zur Suche nach Lebenspartnern und Freunden. Die angeborene Angst vor dem Verlorensein bindet viele an einen Ort (Heimat). Doch wer kann wissen, wo er hingehört, wenn er nie diesen Ort verlassen hat?

Die Angst vor dem Tod liegt wahrscheinlich unserem Streben zugrunde, unserem Leben einen Sinn zu geben. Diese Suche wird in dem 3. Abschnitt vertieft.

Über denTodzu reden ist bei uns nicht üblich. Wir verdrängen das ungeliebte Tabuthema. Aber die Endlichkeit unseres Lebens durch den Tod schafft die Grundlage für die Erneuerung und Weiterentwicklung des Lebens. Dadurch macht der Tod auch unser Leben wertvoll.

Wir sollten uns die Endlichkeit unseres Lebens bewusst machen. Unser Leben ist eine Reise ins Ungewisse. Wir wissen nicht, wie unser Leben weitergehen und wann es zu Ende sein wird. Aber unsere Zeit auf der Erde ist begrenzt (Siehe hierzu die beeindruckenden Gedanken des 16 Jahre alten Michael Lutz in Spaß am Leben, S. 171ff.).

Keiner weiß, wie lange wir noch leben dürfen.

Wir haben aber die Möglichkeit, imJetztbewusst zu leben und die noch verfügbare Zeit bestmöglich zu gestalten.

Die Bewältigung vonTodesfällen naher Angehörigerist eine besondere Herausforderung für das Leben. Eindrucksvolle Beispiele sind Ereignisse im Leben des amerikani­schen Präsidenten Joe Biden und des Bostoner Patriarchen Joseph Kennedy senior (vgl. Osnos: Joe Biden, S. 67 ff.).

Der 46. Präsident der Vereinigten Staaten Joe Biden hat mit 29 Jahren seine Frau und seine Tochter bei einem Autounfall verloren. Biden war im Glauben an einen wohlwollenden Gott erzogen worden. Er wollte nichts mehr über einen gütigen Gott hören, kein Gebet, keine Predigt. Er dachte daran, sein Leben ausklingen zu lassen – aber die Verantwortung für seine beiden überlebenden Söhne ließ ihn dann doch seinen Senatssitz annehmen. Er legte den Amtseid neben dem Krankenhausbett seines Sohnes ab, der den gebrochenen Fuß in der Schlinge hatte.

Biden entwickelte Bewältigungsstrategien zur Zähmung seiner Gedanken. Er legte sich Stift und Block neben das Bett und stufte jeden Tag auf einer Skala von 1 bis 10 ein, um Fortschritte zu überprüfen. Er war überzeugt, dass das Schicksal am Ende jedem Menschen ausgeglichene Rationen von Glück und Unglück zuweist. „Je höher die Gipfel, desto tiefer die Täler“. Später übernahm er die Überzeugung von Joseph Kennedy.

Joseph Kennedy hatte 4 seiner Kinder begraben müssen. In einem Brief an einen Freund schrieb er:„Wenn ein geliebter Mensch aus deinem Leben verschwindet, fragst du dich, was er noch hätte tun können, hätte er ein paar Jahre mehr gehabt. …Und du fragst dich, was du mit deinen restlichen Jahren tun wirst. Aber da ist eine Welt, in der gelebt werden muss, und eines Tages stellst du fest, dass du ein Teil von ihr bist und versuchst, etwas zu leisten – etwas, wofür dieser Mensch nicht genug Zeit hatte. Und vielleicht ist das der Grund von allem.“

Einen stilvollen Abgang vom Leben inszenieren Jack Nicholson als Milliardär und Morgan Freemann als Automechaniker in dem wunderbaren Film „Das Beste kommt zum Schluss“mit Herz und Humor.

Das von Anita entdeckte, sehr eindrucksvolle Gedicht „Meine Seele hat es eilig“ fasst die Aspekte des Vermeidens und des Gestaltens in sehr gelungenen Worten anschaulich zusammen. In verschiedenen Quellen werden sowohl der Dichter, Schriftsteller, Essayist und Musikwissenschaftler Mario de Andrade (São Paulo 1893-1945) als auch der brasilianische Schriftsteller Ricardo Gondim als Autoren genannt. Dieses Gedicht erfasst unsere Gedanken und Empfindungen in Worten, die wir nicht besser formulieren können:

Meine Seele hat es eilig.

Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt,

dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe.

Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat:

Die ersten aß es mit Vergnügen, aber als es merkt, dass nur noch wenige übrig waren, begann es, sie wirklich zu genießen.

Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts erreicht wird.

Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen, die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.

Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeit zu kämpfen.

Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene Egos aufmarschieren.

Meine Zeit ist zu kurz, um Überschriften zu diskutieren.

Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile. Ohne viele Süßigkeiten in der Packung.

Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind.

Menschen, die über ihre Fehler lachen können,

die sich nichts auf ihre Erfolge einbilden,

die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen, die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten.

Es ist das, was das Leben lebenswert macht.

Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, die Herzen anderer zu berühren. Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten, durch sanfte Berührungen der Seele zu wachsen.

Ja, ich habe es eilig,

ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.

Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben, zu verschwenden.

Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden als die, die ich bereits gegessen habe.

Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen,

in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen.

Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt,

wenn Du erkennst, dass du nur eins hast.

80 Jahre ihres Lebens hat Helga Schubert in dem wunderbaren und ermutigenden Buch „Vom Aufstehen“ in 29 einfühlsamen Erzählungen beschrieben. In kurzen Episoden erzählt sie ein deutsches Jahrhundertleben von unbeschwerten Sommern bei der Großmutter in Vorpommern, von Absurditäten des DDR-Alltags und von den schönen und schwierigen Freiheiten in einem vereinten Land.

Für uns Menschen ist es meist beruhigend, dass wir nicht wissen, was die Zukunft für uns bringt. Bei aller Neugier über die künftige Zeit müssen wir einfach erkennen, das wir Vieles nur begrenzt gestalten können.

Unser begrenztes Wissen über die künftige Zeit hat Bob Dylan 1963 in sehr nachdenkliche und treffende Worte gefasst:

Wie viele Straßen muss einer gehen

bis ihr ihn einen Mann nennt?

Über wie viele Meere muss eine weiße Taube schweben

bis sie im Sand schlafen kann?

Wie oft kann einer den Kopf abwenden

und so tun, als ob er nichts sähe?

Die Antwort, mein Freund, die Antwort weht im Wind.

Die Antwort weht im Wind.

Wie oft muss einer aufblicken

bis er den Himmel sieht?

Wie viele Ohren muss einer haben

Bis er Menschen weinen hört?

Wie viele Tode sind nötig, bis er weiß,

dass zu viele Menschen gestorben sind?

Die Antwort, mein Freund, die Antwort weht im Wind.

The answer is blowin‘ in the wind.

Letztlich sind insbesondere folgende Anregungen zur Zeitgestaltung besonders interessant:

Wir müssen uns bewusst werden, dass unsere verfügbare Lebenszeit endlich ist.Der Lektor und Nachbar Werner Neukel ist nach der Durchsicht der ersten beiden Kapitel von uns gegangen. Er war ein wunderbarer Mensch!Wir sollten diese verbleibende Zeit bestmöglich gestalten.Lassen Sie uns Versäumnisse vermeiden, die Sterbende bereut haben.Beginnen Sie zu erkennen, was für uns bedeutsam ist.In der Schnelligkeit des Alltags sollten wir uns genügend Zeit für das wirklichWichtige nehmen.Erkennen Sie das wirklich Wichtige für Sie!Für die zeitliche Optimierung im Berufsleben wurden hilfreiche Anregungen aus dem Zeitmanagement aufgezeigt.Die zeitliche Gestaltung geht aber weit über das Berufsleben in andere vielfältigeLebensbereiche hinaus.Bei der Suche nach dem „wirklich Wichtigen“ können Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens hilfreich sein.

3Die Suche nach dem Sinn des Lebens

„Nach dem Sinn des Lebens

suchten Götter selbst vergebens.“

Trotz dieser Feststellung von Prof. Dr. Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger sei es gewagt!

Die Frage nach dem „Sinn“ des Lebens („Sinnfrage“) ist die grundlegende Schlüsselfrage für die Gestaltung des Lebens jedes Menschen. Albert Camus sieht sie als die „dringlichste aller Fragen“. 99 % der Menschen auf diesem Planeten beschäftigen sich mit dieser Frage, jeder auf seine Art. Einige wenige lassen diese Frage offen und leben nur für den Augenblick.

Für jeden Menschen ist es notwendig, seinem Leben einen Sinn zu geben. Der Sinn des Lebens ist die volle Entfaltung des Lebens. Jeder Einzelne bestimmt dadurch, was er mit seinem Leben macht. Mit einer bewussten Lebensführung gestaltet er sein Leben. Der Sinn gibt uns eine Orientierung für die Erfüllung der „Aufgaben, die jedem Einzelnen das Leben stellt“. Siehe hierzu mit weiteren Literaturhinweisen Schmid: Dem Leben Sinn geben, S. 382ff.

Manche sind verzweifelt und verbringen ihr ganzes Leben mit der Suche nach dem Sinn für ihr Leben. Sie setzen hierfür sehr viel Lebensenergie ein. Viele denken, die Antwort in ihrer Religion oder im Besitz von materiellen Dingen zu finden.

Oft wird diese Frage allerdings von vielen Menschen im Alltag verdrängt oder nicht angemessen beachtet.

Manche Menschen nennen auch einfache Antworten auf diese sehr schwierige, abstrakte Frage. Eine alleinstehende, geistreiche Frau beantwortete die Frage spontan mit einem Wort:

„Fortpflanzung!“

In der Bibel klingt diese biologische Antwort etwas blumiger:

„Wachset und mehret Euch!“

Aber was ist mit den Menschen, die keine Kinder oder Enkel haben?

Ist deren Leben dann sinnlos?

Das kann doch wohl nicht sein.

Deshalb wird diese Antwort auch umgangssprachlich oft noch etwas mehr ausge­schmückt:

„Ein Mann soll einen Sohn (Kind) zeugen, ein Haus bauen und einen Baum pflanzen!“

Manche ersetzen das Pflanzen des Baumes auch durch das „Schreiben eines Buches“.

In einigen Quellen wird dieser Satz auf Martin Luther zurückgeführt; es ist jedoch eher wahrscheinlich, dass dieser Satz aus dem um viele hunderte Jahre älteren Babylonischen Talmud stammt.

Dieser Satz ist bereits eine sehr weise Antwort, dennoch gibt es vielfältige weitere Ant­worten. Einige interessante kurze Aphorismen sind:

Wie lange ich lebe, liegt nicht in meiner Macht,

dass ich aber, solange ich lebe,

wirklich lebe,

das hängt von mir ab.

Lucius Annaeus Senecca

Der Sinn des Lebens ist,

deine Begabung zu finden.

Das Ziel des Lebens ist,

diese zu teilen.

Pablo Picasso

Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst.

Johann Wolfgang von Goethe

Das eigene Leben für andere zu leben

ist das einzig lohnenswerte Leben.

Albert Einstein

Religionen sind zwar sinnstiftend,

haben aber keine Erklärungskompetenz für die Welt.

Das Leben ist ein Versuch der Natur,

etwas Besonderes hervorzubringen.

Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger

Die wahre Freude im Leben

ist die Freude am Anderen.

Antoine de Saint-Exupéry

Die Freude und das Lächeln

sind der Sommer des Lebens.

Jean Paul

Wo Leben ist, ist Hoffnung.

Stephen Hawking

Du musst das Leben nicht verstehen,

dann wird es werden wie ein Fest.

Und lass dir jeden Tag geschehen,

so wie ein Kind im Weitergehen

von jedem Wehen

sich viele Blüten schenken lässt.

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge ziehn.

Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn.

Rainer Maria Rilke

Leben ist anstrengend und beglückend,

manchmal kraftlos, manchmal überschäumend,

durch eisige Zeiten und hitzige Momente,

Wintersturm und Sommerwind.

Thomas Leimbach

Nimm Dir Zeit für die schönen Seiten des Lebens

und genieße jeden Tag,

als wäre er ein kleines Wunder.

Sei es die beste oder die schlechteste Zeit.

Es ist die Einzige, die wir haben.

Unbekannt

Es sieht so aus, als sei es der Sinn unseres Lebens nach Glück zu streben. Auch viele abendländische Gelehrte von Aristoteles bis zu William James vertreten diese Ansicht (vgl. Bucay, Glücklichsein, S. 125).

Manche Menschen glauben, Glück hängt von Erfolg, Gesundheit, der Liebe für ein ganzes Leben, von Kindern, von Enkeln, von Reichtum oder Berühmtheit ab. Andere Menschen glauben überhaupt nicht an das Glück oder gehen davon aus, dass es sich im Leben entweder von selbst einstellt oder gar nicht, so wie es eben Glückspilze oder Pechvögel gibt.

Nach einer amerikanischen Studie aus 1996 (vgl. Niven: 100 Geheimnisse, S.21) fühlen sich rd. 70 % der Menschen glücklicher, wenn sie sagen können, dass ihr Leben einen Sinn hat und zu etwas nütze ist.

Manche Menschen wollen ein „Licht für Andere“ sein. Sie wollen

ein Vorbild für andere Menschen sein,die Aufgabe ihres Lebens gut gestalten,mit Ausstrahlung andere Menschen bereichern oderdie Schönheit entdecken und gestalten.

Wir laden ein, die vielfältigen Antworten, die weltweit große Denker seit mehr als 2.500 Jahren zu dieser Frage entwickelt haben zu betrachten.

Mögliche Anregungen finden wir insbesondere in den Bereichen

Philosophie,Literatur undMusik.

Anregungen aus dem Bereich der Religionen werden in dem Gesamtzusammenhang mit dem Gottvertrauen in Abschnitt 4. betrachtet.

3.1 Anregungen aus der Philosophie

Die Philosophie beschäftigt sich mit der Suche auf Antworten zu Grundfragen des Lebens.

Die „großen Denker“ der Philosophie von Zarathustra, Laotse und Konfuzius über Sokrates und Aristoteles bis hin zu Kierkegaard oder Precht haben vielfältige Gedanken und Lösungsansätze entwickelt.

Wichtige Philosophen sind:

Persischer Philosoph:

Zarathustra (manche 1768–?; andere 630–553 v. Chr.)

Chinesische Philosophen:

Laotse (ca. 600 v. Chr.) Tao Te-King als Basis des TaoismusKonfuzius (551–479 v. Chr.) Analekten, KonfuzianismusMenzius (370–290 v. Chr.)Zhuangzi (365–290 v. Chr.)

Indische Philosophen:

Ayurveda (ca. 500 v. Chr.)Patanjali (ca. 400 v. Chr.) Philosophie des Yoga: Yoga SutraBuddha (563–483 v. Chr.) Begründer des BuddhismusShankara (788–820 n. Chr.) Interpret der Veden

Griechische Philosophen:

Thales von Milet (624–546 v. Chr.)Pythagoras (570–500 v. Chr.), lebte in UnteritalienSokrates (470–399 v. Chr.)Platon (427–347 v. Chr.)Aristoteles (384–347 v. Chr.)

Italienische Philosophen:

Cicero (106–43 v. Chr.)Senecca (4 v. Chr.–65 n. Chr.)Mark Aurel (121–180 n. Chr.)Thomas von Aquin (1224–1274 n. Chr.)

Englische Philosophen:

Anselm von Canterbury (1033–1109)Thomas Hobbes (1588–1679)John Locke (1632–1704)David Hume (1711–1776)Bertrand Russell (1872–1970)Karl Popper (1902–1994)

Französische Philosophen:

René Descartes (1596–1650)Blaise Pascal (1623–1662)Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)Jean-Paul Sartre (1905–1980)

Deutsche Philosophen:

Immanuel Kant (1724–1804)Georg W. Friedrich Hegel (1779–1831)Arthur Schopenhauer (1788–1860)Karl Marx (1818–1883)Friedrich Nietzsche (1844–1900)Ludwig Wittgenstein (1889–1951)Martin Heidegger (1889–1976)Wilhelm Schmid, geb. 1953: Philosophie der Lebenskunst (1998); Glück (2007); Dem Leben Sinn geben (2013); Gelassenheit (2014); Selbstfreundschaft (2018); Heimat finden (2021).Richard David Precht, geb. 1964: Wer bin ich? (2007) u. a.

Dänische Philosophen:

Søren Kierkegaard (1813–1855)

Amerikanische Philosophen und Psychologen

Dale Carnegie, USA, (1888–1955)Abraham Maslow, USA (1908–1970)Mihaly Csikszentmihalyi, USA, geb. 1934

Die ersten Philosophen im antiken Griechenland und im alten China waren Denker, denen Erklärungen, wie sie Religion und Tradition lieferten, nicht länger genügten: Sie wollten Antworten, die rational gerechtfertigt waren. Siehe hierzu mit weiteren Hinweisen Buckingham u. a.: Das Philosophie-Buch, S. 20ff.

Verbindungen zwischen Griechenland und China wurden über die Seidenstraße gepflegt. Über diese Handelsstraße wurden nicht nur Güter, sondern auch Gedanken ausgetauscht.

In Asien wurden Grundkonzepte über den Sinn des Lebens entwickelt. Über die Handelswege der Seidenstraßen gelangten diese Gedanken auch nach Europa. Von ca. 600 bis 200 v. Chr. wurden in Asien viele Ideen aus Griechenland aufgegriffen und umgekehrt. Deshalb bezeichnet der Harvard-Professor Michael Puett diese Zeit als „Achsenzeit“ (Das Wichtigste, S. 25).

Laotse („Alter Meister“) arbeitete als Archivar am kaiserlichen Hof, der damals in Loyang in der heutigen Provinz Honan war. Er verfasste den Tao Te-King (Dao De Ging), das „klassische Buch von Sinn und Leben“. Der Tao Te-King ist eine Aphorismen-Sammlung, welche in die zwei Hauptteile „Sinn“ (Dao) und „Leben“ (De) gegliedert ist. Eine deutsche Übersetzung von Richard Wilhelm ist erstmals 1921 in Jena erschienen. Ein neugesetzter, unveränderter Nachdruck ist im Marixverlag Wiesbaden als 4. Auflage 2010 erschienen.

Nach den Vorstellungen von Laotse ist das Leben ein „fließender Fluss“. Doch Ideologien, Ehrgeiz und Begehren rufen Konflikte hervor und halten das natürliche Fließen des Flusses auf. Wenn wir jedoch die Tugenden der Bescheidenheit und Einfachheit verkörpern und Meditation ausüben, dann fließt der ewige Fluss um diese selbst errichteten Hindernisse herum (nach Stephen, Philosophie, S.29f).

Wichtige Aphorismen von Laotse sind:

„Wenn Du bedrückt bist, lebst Du in der Vergangenheit,

wenn Du ängstlich bist, lebst Du in der Zukunft,

wenn Du im Reinen mit Dir bist, lebst Du in der Gegenwart.“

„Wer Andere kennt ist klug, wer sich selber kennt, ist weise.“

Laotses Aphorismen sind oft vieldeutig auslegbar. Deshalb gibt es etliche Kommentare, die vielfältige Interpretationen auf­zeigen.

Der alte Meister Laotse soll zu „mehr Erfolg“ verhelfen (Puett, Das Wichtigste).

Laotse und der jüngere Konfuzius sind sich begegnet und haben ihre Gedanken diskutiert.

Konfuzius lebte mehr in der Wirklichkeit. Deshalb enthalten seine „Gespräche“ Darstellungen von historischen Persönlichkeiten der Gegenwart und der Geschichte und Anregungen zum Verhalten. Er ist die beste Zeit seines Lebens rastlos und erfolglos umhergewandert, um einen Fürsten zu finden, der seine Lehren anwendet. Schließlich hat er im Kreis seiner Jünger und durch literarische Tätigkeit seine Gedanken überliefert.

Die Analekten („Gespräche“), eine Sammlung von Gesprächen zwischen Konfuzius und seinen Jüngern, bilden das Zentrum des Konfuzianismus. Letztlich handelt es sich auch hier um eine Sammlung von Aphorismen.

Seine Beschreibung des Glücks lautet:

„Je mehr der Mensch über gute Gedanken meditiert,

umso besser werden seine Welt und die Welt im Allgemeinen sein.“

Die Lehre von Konfuzius soll zu einer „glücklicheren Partnerschaft“ beitragen.

Die Weisheiten der großen chinesischen Philosophen und deren mögliche Wirkungen auf unser Leben erklärt der Harvard-Professor Michael Puett verständlich und praktisch anwendbar in seinem 2016 erschienenen Buch „Das Wichtigste von Allem“.

Ein früher indischer Ansatz der Philosophie, die mit Erfahrungen aus der indischen Heilkunst kombiniert wird, ist der Ansatz des Ayurveda. Ayurveda bedeutet so viel wie „Wissen vom Leben“. „Veda“ bedeutet Wissen und „Ayus“ bedeutet Leben.

Der Ansatz des Ayurveda ist ein ganzheitliches System der Alternativmedizin, das in Indien, Nepal und Sri Lanka angewendet wird.

Erste Ansätze hierzu gibt es in den altindischen Schriften der Veden ab 2000 vor Christi. Ab 500 vor Christi wurde der Ansatz zu einem medizinischen System weiterentwickelt. Ayurveda enthält neben Regeln zur Heilkunst auch Regeln zur Ernährung. Teilaspekte des Ayurveda wurden auch später von Buddha und Platon übernommen.

Patanjali (ausgesprochen „Patanschali“) war einer der Weisen Indiens, der vermutlich 400 Jahre v. Chr. gelebt hat. Patanjali war ein in der altindischen Sprache Sanskrit bewanderter geistiger Gelehrter, der sich durch intensives Studium und Kenntnis der alten philosophischen Schriften Indiens (Vedische Schriften, Upanishaden und andere) auszeichnete. Er verfasste das „Yoga Sutra“ (Yoga Leitfaden).

Dieses Werk ist eine Sammlung weiser Aphorismen mit echten Lebensratschlägen, die eine Anleitung für eine sichere und glückliche Reise durchs Leben geben sollen.

Yoga beschäftigt sich mit dem Menschen in seiner Gesamtheit. Das Ziel des Yoga ist es, dass Menschen selbstbestimmt und handlungsfähig werden und damit ihre Lebensqualität entscheidend verbessern.

Yoga gilt als Übungsweg, der zu Selbstverwirklichung führt. Die Körper- und Atemübungen, die Techniken der Entspannung und Meditation dienen dazu, uns über unsere Gedanken und Gefühle bewusst zu werden und sich damit auf unsere geistigen Werte zu besinnen. Dazu dienen auch achtsam ausgeführte, ausgefeilte Körperübungen, die zur Entspannung führen und nebenbei noch eine „straffe Figur“ versprechen.

In dem Yoga Sutra entwickelt Patanjali eine moderne „Yoga“-Lebensphilosophie. Er zeigt die acht integrativen Disziplinen des Yogas auf, um über den „königlichen Weg zur Erleuchtung“, letztlich zu einem sinnerfüllten, glücklichen Leben zu gelangen:

Bewusstes Handeln im persönlichen Umfeld (Yama)Bewusster Umgang mit sich selbst (NiYama)Tägliche Praxis von Körperpositionen (Asanas)Lenkung der Lebensenergie durch Atemübungen (Pranayama)Nach Innen Wenden der Sinne (Pratyahara)Ein-Punkt-Konzentration (Dharana)Versenkung durch Meditation (Dhyana)Reines kosmisches Bewusstsein (Samadhi)

Aus den ersten beiden Fähigkeiten entwickelt Patanjali 10 Lebensratschläge (nach Carrasco, Patanjalis 10 Gebote, S. 18ff.):

a) Gebote für ein besseres Zusammenleben mit Menschen im Umfeld

Sanftmütig handeln und Liebe empfangen (Ahimsa)Aufrichtig sein und Wahrheit finden (Satya)Nicht begehren und Vertrauen gewinnen (Asteya)Besonnen leben und Fülle entdecken (Brahmacarya)Sich nichts zu eigen machen und viel erhalten (Aparigrapha)

b) Gebote für einen selbstbewussteren und achtsameren Umgang mit sich selbst

Reinheit anstreben und Klarheit erzielen (Shauca)Beständigkeit suchen und Frieden finden (Samtosha)Blockaden überwinden und neue Kräfte gewinnen (Tapas)Sich selbst studieren und Weisheit erlangen (Svadhyaya)Vertrauen entwickeln und Freiheit finden (Ishvara-Pranidhana)

Siddharta Gautama (Buddha) war ein spiritueller Führer und Philosoph aus dem öst­lichen Teil des alten Indiens (des heutigen Nepal), der um 500 v. Chr. lebte.

Die Lehren des Buddha bilden die Grundlage des Buddhismus. Deshalb werden Einzelheiten seines Lebens und Wirkens in Abschnitt 42.2 dargestellt.

Er strebt ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Sinnesfreuden und Askese an.

„Es gibt keinen Weg zum Glück; der Weg ist das Glück!“

Genieße den Weg und den Augenblick und finde darin Erfüllung, strebe nicht nach einem idealisierten Ziel.

Die indische Philosophie hat über das Handelswegenetz der Seidenstraßen die griechischen Philosophen beeinflusst („Achsenzeit“).

Als Begründer der abendländischen Philosophie gilt Sokrates, der von 469 bis 399 vor Chr. in Athen lebte.

Auch wenn Sokrates seine Ideen nicht niederschrieb, so hatte er über seinen Schüler Platon und dessen Schüler Aristoteles einen enormen Einfluss auf die Entwicklung der europäischen Philosophie (vgl. Stephen, Philosophie, S. 18ff.).

Sokrates konfrontierte seine Zeitgenossen mit Fragen nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Er folgte insbesondere zwei wesentlichen Grundsätzen:

Ein unerforschtes Leben ist nicht lebenswert.Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Glück kann nach seiner Einschätzung dadurch erreicht werden, dass Menschen sich bemühen, sorgfältig über die Kräfte nachzudenken, die das Leben der Menschen beeinflussen. Der Mensch soll seine eigenen Begehren in den Griff bekommen und dadurch Harmonie in seiner Seele erzeugen, um schließlich einen göttlichen Zustand innerer Ruhe zu erreichen. Der Schlüssel zum Glück ist somit die Verlagerung des Schwerpunktes weg von den Freuden des Körpers und weltlichen, materiellen Anliegen hin zu einer Konzentration auf die Seele.

Da Sokrates die anerkannte Weisheit und weit verbreitete Überzeugungen ständig in Frage stellte, geriet er in Konflikt mit den Athener Behörden. Er wurde vor einem (Schein-) Gericht wegen des „Verderbens der Jugend“ und der „Leugnung der Götter“ angeklagt. Sokrates wurde schuldig gesprochen. Man ließ ihm die Wahl zwischen einem Leben im Exil oder der Todesstrafe. Er blieb seinen Überzeugungen treu und entschied sich für den Tod. Er starb an einem „Schierlingstrunk“ (aus einem Giftbecher) und soll seine Philosophie bis zu seinem Ende in heiterer Stimmung vertreten haben.

Sein Schüler Platon