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Zweisprachige Ausgabe / Edition bilingue; Ins Französische übersetzt von / Traduit en français par Catherine Hertzog-Frese --- Barbara Ortwein führt den Leser in die bedrückende Zeit der deutschen Besatzung in der ländlich geprägten Bretagne am Golf von Morbihan. Sie verknüpft dabei die Geschichte ihrer eigenen Familie aus Westfalen mit den Geschichten ihrer Freunde in der Südbretagne, die unter der erbitterten Feindschaft ihrer beiden Nationen gelitten haben. Wie im Falle der Städte Medebach und Locminé der gegenseitige Hass und das tief verwurzelte Misstrauen in Sympathie und Freundschaft umschlagen konnten, wird in einer sehr persönlichen Geschichte erzählt, die ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt. Ein Buch, das Hoffnung auf mehr Europa macht. --- Barbara Ortwein emmène le lecteur dans la Bretagne rurale du Golfe du Morbihan pendant la période sombre de l'occupation allemande. Elle y fait se rejoindre l'histoire de sa propre famille de Westphalie et celle de ses amis du sud de la Bretagne, eux qui ont souffert de l'acharnement hostile de leurs nations ennemies. Comment les villes de Medebach et de Locminé ont-elles réussi à transformer une haine réciproque et une méfiance profondément enracinée en sympathie voire amitié, c'est ce qui est évoqué par le biais d'un récit très personnel où présent et passé s'y entremêlent étroitement. Un livre qui donne espoir en l'avenir pour l'Europe...
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Seitenzahl: 271
Veröffentlichungsjahr: 2019
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„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“
« Le bien n'existe que si on le fait! »
Erich Kästner
Ich widme dieses Buch meiner Freundin und den Mitgliedern der Städtepartnerschafts komitees von Locminé und Medebach, die sich unermüdlich für die deutsch-französische Freundschaft engagieren und viele Menschen mit ihrem Beispiel inspirieren.
Je dédie ce livre à mon amie et aux membres des Comités de Jumelage de Medebach et de Locminé qui se dévouent sans compter pour l'amitié franco-allemande et dont l'engagement inspire beaucoup de gens.
Denise Moizan
Navarin
Andeutungen | Allusions
Die Ausstellung in Kermaria | L'exposition de Kermaria
Die Straße der Befreiung | La Voie de la Libération
Der Ausflug nach Étel | L'excursion à Étel
Die Bedeutung von Frankreich in meiner Familie | L'importance de la France pour ma famille
Eine Liebe zwischen Feinden | Un amour entre ennemis
Die Suche in Nantes | La recherche à Nantes
Die Enthüllung | La révélation
Navarin während der Besatzung Navarin pendant l'occupation
Der Soldat und das Kind | Le soldat et l'enfant
Die Résistance | La Résistance
Ein Traum wird wahr | Un rêve devient réalité
Quellennachweis | Sources
Landkarten | Cartes géographiques
Impressionen | Impressions
Die Autorin | L’auteure
Tipps für die Zeit nach diesem Buch
„Ich kann gar nichts erkennen!“
Ratlos ließ ich meinen Blick über die Wand aus ineinander verflochtenen Ästen, mannshohen, dichtbelaubten Büschen, einem Gewirr aus Dornen von Brombeersträuchern und den sie überragenden, uralten, vom Sturm zerfetzten und verbogenen Pinien schweifen.
„Ich kann gar nichts erkennen!“, wiederholte ich noch einmal. „Wo soll denn hier ein Haus sein?“
Meine bretonische Freundin Denise lachte nur und meinte: „Folge mir, du wirst es bald sehen!“
Gehorsam machte ich mich mit ihr auf den Weg. Zunächst gingen wir an der grünen, undurchdringlichen Wand entlang, die auf der rechten Seite von einer schmalen Straße gesäumt wurde, auf der gerade einige Bauarbeiter dabei waren, den alten, holprigen Weg mit seinen vielen Schlaglöchern zu erneuern, zu verbreitern und ihn durch Trottoirs an den Seiten zu ergänzen.
„Dass wir überhaupt zu dem Haus vordringen können, ist nur diesen Bauarbeiten zu verdanken!“, erklärte Denise. „Um den Bürgersteig auf dieser Seite und den Kreisel davor anlegen zu können, mussten die Bauarbeiter in den letzten Tagen viele Äste der Büsche abtrennen, ja, ganze Bäume fällen. Sie haben sogar eine Bresche in die Hecke geschlagen, durch die wir bequem auf das Grundstück gelangen können. Jetzt kannst du dir gar nicht mehr vorstellen, wie schwierig es für Maria und mich sonst war, einmal im Monat zu dem Haus vorzudringen, um dort nach dem Rechten zu sehen! Wir kamen uns dann immer vor, als ob wir in das Märchen von Dornröschen hineinversetzt worden waren, in dem der Prinz die verwunschene Dornenhecke überwinden muss!“
Nach dreißig Metern gelangten wir tatsächlich an eine Lücke in der grünen Wand, vor der die Bauarbeiter eine Absperrung gestellt hatten. Denise schob das halbhohe Gerüst kurzerhand zur Seite, so dass sich ein Spalt öffnete, durch den wir hindurchschlüpfen konnten.
Nach wenigen Schritten gelangten wir auf eine überwucherte Wiese, auf der uns das Gras bis an die Knie reichte. Sie war mit Apfel-, Quitten- und Kastanienbäumen bewachsen, deren knorrige Stämme von ihrem hohen Alter zeugten. Ihre Früchte hingen trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit jetzt Anfang November immer noch an den Bäumen oder lagen verfaulend im Gras – niemand hatte sie hier seit Langem geerntet.
Auf der Wiese waren Spuren eines längst überwachsenen Weges zu finden, dem Denise und ich folgten. Er führte uns geradewegs auf graue, mit Efeu und wildem Wein bewachsenen Mauern zu, die dicht von riesigen Bäumen und Büschen umgeben waren. Sie bildeten eine Art undurchdringliche Hülle um ein Gebäude, von dem nur die Fenster nicht überwachsen waren, sondern mit ihren geschlossenen, weißgrauen Läden einen Kontrast zum mit Grün bedecktem grauen Granit bildeten. Das war das Haus!
„Siehst du, Barbara, das ist Navarin! Hier haben meine Pariser Verwandten und meine Familie in der Bretagne unvergessliche Sommerferien verbracht! Hier war einst das Paradies für mich und für meine Schwestern!“, rief Denise enthusiastisch.
„Aber – warum ist das Haus jetzt so verfallen? Warum wohnt hier keiner mehr?“, fragte ich entgeistert. „Gehört es jetzt niemanden mehr? Was ist mit dem Haus passiert?“
„Das Haus gehört meiner Cousine Yvonne. Sie ist 90 Jahre alt und hat aufgehört, die Bretagne zu besuchen. Wenn wir sie treffen wollen, müssen wir zu ihr nach Paris fahren. Als sie vor 17 Jahren Navarin verließ und meiner Schwester Maria und mir den Schlüssel übergab, sagte sie zu uns: „Navarin n’est pas à vendre!“ („Navarin steht nicht zum Verkauf!“) Seitdem haben viele Leute Interesse an diesem Objekt und an dem Grundstück gehabt, doch Yvonne würde es nie verkaufen! Sie glaubt immer noch, dass Navarin so schön sei, wie es damals war, als sie es erbte“, erklärte Denise.
„Das Haus steht also seit 17 Jahren leer?“, fragte ich.
„Nein, es steht überhaupt nicht leer! Es ist vollständig möbliert, so wie Yvonne und unsere Pariser Verwandten es vor 17 Jahren verlassen haben. Alle die Möbel, die du in meinem Familienbuch gesehen hast, sind noch vorhanden. Es gibt darin nur keinen elektrischen Strom mehr und wenn Maria und ich hin und wieder nach dem Rechten sehen, müssen wir immer Taschenlampen mitnehmen, damit wir uns in den dunklen Räumen zurechtfinden und nicht ständig gegen irgendwelche Gegenstände und Möbel stoßen. Schade, dass ich die Schlüssel nicht bei mir habe, sonst könnten wir das Haus besuchen.“
„Ja, sehr schade!“, bedauerte ich. „Das wäre ein echtes Abenteuer geworden. Doch wo ist die Haustür? Von hier aus kann ich nur Fenster erkennen!“
„Wir müssen an dem Baum da drüben vorbei!“, erwiderte Denise. „Den haben die Bauarbeiter schon vor ein paar Tagen gefällt. Wenn wir uns links halten, werden wir zuerst zu der Stelle kommen, wo der alte Steintisch steht, an dem wir früher gegessen haben!“
Denise bewegte sich links auf ein weiteres Stück dieses Dschungels zu und ich trottete hinter ihr her. Dann gelangten wir zu einer Eiche, unter deren dichtem Blätterdach sich tatsächlich
die Umrisse eines pilzähnlichen Steintisches erhoben, von dem nur noch die kreisrunde Tischplatte aus dem hohen Gras herausragte. Dieser Tisch war reich gedeckt: mit den Eicheln, die vom Baum auf die Tischplatte gefallen waren!
„Das ist ja zauberhaft!“, rief ich entzückt aus. „Was für ein verwunschener Ort!“
Denise nickte lächelnd.
„Kannst du dich an die zahlreichen Bilder erinnern, die uns hier um den Tisch versammelt zeigen? An unsere Tanten, die strickten und lasen, an uns Kinder, die wir hier unsere Spiele gespielt haben und vor allem an die zahlreichen Mahlzeiten, die auf dem Tisch serviert wurden? Deshalb habe ich unserem Familienbuch auch den Titel „A la Table de Navarin“ („Zu Tisch in Navarin“) gegeben. Weil mit diesem Tisch in Navarin Geselligkeit und Freude verbunden war und der Zusammenhalt unserer Familie dokumentiert wurde. Außerdem hatten wir so viele hervorragende Köchinnen in unserer Familie, die als Hauswirtschafterinnen in den vornehmen Pariser Familien arbeiteten, dass unsere Tanten und Großtanten hier wahre Wunderwerke der französischen Kochkunst auf diesen Tisch brachten. Schon bei der Erwähnung von Navarin floss uns Kindern damals das Wasser im Munde zusammen, so leckeres Essen gab es hier!“
„Ja, das kann ich mir lebhaft vorstellen!“, sagte ich und dachte an die vergangenen Tage, die jeden Abend mit einem Festessen endeten, und an meine vorherigen Aufenthalte bei Denise, die mir immer gezeigt hatten, wieviel Wert man in der Familie von Denise auf gutes Essen legt.
„Lass uns weitergehen!“, rief Denise und ging auf die Baumkrone des gefällten Baumes zu, die uns den Weg zum Eingang des Hauses versperrte. Wir zwängten uns an den ausladenden Ästen vorbei und standen schließlich an der Längsseite des von Efeu überwucherten Hauses, die nicht nur mehrere verschlossene Fenster, sondern auch eine Holztür aus Eiche aufwies. Zwei zerbrochene Laternen umrahmten die Eingangstür von Navarin, Laternen, wie ich sie mehrmals auf den alten Bildern des Hauseingangs gesehen hatte.
„Mein Vater war Schreiner“, erklärte Denise. „Er hat die Haustür aus massiver Eiche gearbeitet und einige der Möbel im Haus stammen auch von ihm.“
An dieser Seite des Hauses sah man besonders deutlich, wie sich das dichte Geflecht des Efeus und des wilden Weins um das Haus gewunden hatte, ja, es förmlich in seinem Griff zu haben schien. Jetzt Anfang November begannen sich auch in der Bretagne die Blätter zu färben oder abzufallen, so dass von dem wilden Wein nur das kahle Gerippe der Äste und Wurzeln übrigblieb, dass die Fassade des alten Granithauses mit einem fantastischen Muster überzog. Ich konnte mich an diesen archaischen Mustern nicht sattsehen!
„Du hast mir nicht zu viel versprochen, Denise! Navarin ist wirklich ein besonderer, ein verwunschener Ort. Doch warum heißt das Haus so? Und warum heißt der neue Stadtteil von Locminé so?“, wollte ich wissen, als Denise und ich auf dem gleichen Weg, auf dem wir gekommen waren, das Grundstück wieder verlassen hatten.
Die Fragen waren berechtigt, denn nun standen wir am Auto, das Denise vor dem Ortsschild dieses neuen Stadtteils geparkt hatte, auf dem die Worte „Navarin“ prangte.
„Ach, weißt du, Barbara, die Leute hier in Locminé glauben, dass es sich bei ‚Navarin‘ um ein Wort aus einem romantischen Gedicht oder einer romantischen Geschichte handelt. Doch mein Großonkel aus Paris, der vor dem Zweiten Weltkrieg das Haus bauen ließ, gab ihm den Namen jenes Ortes, an dem er eine der blutigsten Schlachten des Ersten Weltkrieges überlebt hatte. Damals im Herbst 1915 wurde mein Großonkel beim Angriff der Deutschen auf seine Einheit bei dem Bauernhof Navarin verletzt und musste hinter der Front in ein Krankenhaus gebracht werden. Während er dort behandelt wurde, kämpften seine Kameraden um ihr Leben. Fast 170.000 Soldaten – Franzosen und Deutsche – starben bei Navarin. Dass mein Großonkel überlebte, betrachtete er stets als ein Wunder. Und zur Erinnerung an dieses Wunder nannte er sein Haus hier in der Bretagne ‚Navarin‘.“
„Ach, so ist das!“, meinte ich nachdenklich, als ich in das Auto stieg. Anschließend fuhren Denise und ich durch den neuen Stadtteil, einen Stadtteil mit prächtigen, fast schlossähnlichen Häusern in jenem Stil, der für die Bretagne so typisch und den alten Bauernhäusern nachempfunden ist: Über ein meistens rechteckiges Kellergeschoss erhebt sich ein zweistöckiges, weißgestrichenes Haus mit schiefergedecktem Spitzdach und mit Granitsteinen umrandeten Fenster- und Türöffnungen, zu dem gewöhnlich eine schwungvolle Außentreppe führt. Eingerahmt von Gärten mit Hortensien in vielen Farben und mediterranen Pinien sowie Yucca-Palmen als Hausbäumen bzw. Hausgewächsen bieten diese Häuser gewöhnlich bis spät in den Herbst den Eindruck von mediterraner Heiterkeit, die sich mit der Standfestigkeit der Bretagne verbunden hat.
„Das alles gehörte einst meiner Pariser Familie und war ein Teil von Navarin. Das Haus war von 15.000 Quadratmetern Land umgeben, Land, auf dem wir spielten, auf dem man Gemüse anbaute, das uns ernährte, Land, auf dem meine Familie einen Park angelegt hatte. Als meine Pariser Familie nicht mehr nach Navarin kam, erhielten meine Schwestern, meine Mutter und ich einen Teil des Landes, den wir vor einiger Zeit verkauft haben und auf dem jetzt die neuen Häuser stehen. Nur das Haus mit dem Grundstück, das ich dir gezeigt habe, das soll nie verkauft werden. Wie Yvonne kategorisch bestimmt hat: „Navarin n’est pas à vendre! – Navarin steht nicht zum Verkauf!“
« Mais je ne vois rien! »
Perplexe, je fais glisser mon regard le long d'une muraille de branches entremêlées, d'arbustes au feuillage épais à l’hauteur d'homme, de ronces en fouillis, et de hauts pins centenaires courbés et déchirés par la tempête.
« Non, je ne vois rien du tout! » dis-je encore une fois. « Vraiment, qu'une maison doit se trouver? »
Denise, mon amie de Bretagne, se met à rire et me dit :« Suis-moi, et tu vas la voir! »
Docile, je me mets en route avec elle. Nous marchons d'abord le long de la muraille de verdure infranchissable, que longe une route étroite du côté droit. Quelques ouvriers de la voirie sont en train d'en refaire la chaussée défoncée et pleine de nids de poule, de l'élargir et d'y installer des trottoirs de chaque côté.
« C'est seulement grâce à ces travaux qu’on a la chance de pouvoir pénétrer jusqu'à la maison! » explique Denise. « Pour pouvoir poser le trottoir de ce côté-là, et pour installer le rond-point qui le précède, il a fallu que les ouvriers scient les branches de nombreux arbustes ces derniers jours, ils ont même dû abattre des arbres entiers. Ils ont aussi taillé une brèche dans la haie, ce qui nous permet d'accéder facilement au terrain. Maintenant il n'est plus possible de se représenter combien c'était difficile avant, pour Maria et moi, de se frayer un chemin jusqu'à la maison, pour vérifier une fois par mois que tout allait bien! On avait toujours l'impression de se retrouver au milieu du conte de la Belle au bois dormant, au moment où le prince doit se battre contre une haie d'épines enchantée! »
Au bout d'environ trente mètres nous atteignons en effet la brèche du mur de verdure, devant laquelle les ouvriers de la voirie ont installé une barrière. Sans hésiter, Denise repousse de côté cette barrière à mi-hauteur, et nous pouvons nous faufiler par l'entrebâillement.
Après quelques pas nous trouvons une prairie envahie d'herbes folles qui nous arrivent jusqu'au genou. Elle est remplie de pommiers, de cognassiers et de châtaigniers, dont les troncs noueux révèlent le grand âge. Bien qu'on soit maintenant début novembre et que la saison soit déjà bien avancée, les fruits pendent encore aux arbres, ou sont en train de pourrir dans l'herbe – car cela fait longtemps que personne n'est venu les cueillir.
On devine les traces d'un chemin que les herbes ont recouvert depuis longtemps. Denise et moi nous le suivons. Il nous mène directement à des murs gris couverts de lierre, assiégés par des arbres géants et des taillis formant une sorte d'écrin impénétrable à ce bâtiment, dont seules les fenêtres ne sont pas recouvertes de végétation –le gris clair de leurs volets clos contraste avec la verdure qui dissimule le gris foncé du granit. Voilà la maison!
« Tu vois, Barbara, c'est Navarin! C'est ici que ma famille de Paris a passé des vacances d'été inoubliables avec celle de Bretagne! Ici, pour mes soeurs et pour moi, c'était alors le paradis! » s'écrie Denise avec enthousiasme.
Interloquée, je lui demande : « Mais pourquoi la maison est-elle si délabrée maintenant? Pourquoi plus personne n'y habite-t-il? Est-ce qu'elle n'appartient plus à personne? Qu'est-ce qui s'est passé avec cette maison? »
« La maison appartient à ma cousine Yvonne. Elle a maintenant 90 ans, et elle a cessé de venir en Bretagne. Si on veut la voir, il faut aller chez elle à Paris. Quand elle a quitté Navarin il y a 17 ans, elle nous a donné la clé, à ma soeur Maria et à moi, en nous disant : « Navarin n'est pas à vendre! » Depuis ce temps-là beau-coup de gens se sont montrés intéressés par ce bâtiment et ce terrain, mais Yvonne n'a jamais voulu vendre! Elle est toujours persuadée que la proprieté de Navarin est restée aussi belle qu'elle l'était autrefois, quand elle en a hérité », m'explique Denise.
Je lui demande alors : « Ça fait donc 17 ans que la maison est vide? »
« Mais non, elle n'est pas vide! Elle est entièrement meublée, exactement comme Yvonne et nos proches de Paris l'ont laissée il y 17 ans. Tous les meubles que tu as vus en photo dans ma chronique familiale s'y trouvent encore. Seulement il n'y a plus de courant, et quand on y vient de temps en temps, Maria et moi, pour vérifier si tout va bien, il ne faut pas qu'on oublie nos lampes de poche pour pouvoir nous y retrouver dans ces pièces obscures et ne pas nous cogner sans arrêt dans un meuble ou un objet quel-conque. Dommage que je n'ai pas pris la clé, sinon on aurait pu visiter la maison. »
Déçue, je lui dis : « Oui, c'est bien dommage! Ça aurait été une vraie aventure. Mais où est la porte d’entrée? D'ici je ne peux voir que des fenêtres! »
« Il faut qu'on passe à côté de cet arbre là-bas », me répond Denise. « Ça fait déjà quelques jours que les ouvriers l'ont abattu. Si on reste sur notre gauche, on arrive d'abord à l'endroit où se trouve la vieille table en pierre qui à l'époque nous servait pour les repas! »
Denise se dirige vers une autre partie de cette jungle sur sa gauche, et je la suis à petites enjambées. Nous atteignons ensuite un chêne, et en effet sous un toit de feuillage épais on devine les contours d'une table en pierre, en forme de champignon, dont seul le haut émerge des hautes herbes. Cette table est abondamment servie : les glands du chêne sont tombés directement sur le plateau!
Ravie, je m'exclame : « Mais c'est féerique! Quel endroit enchanteur! »
Denise approuve de la tête en souriant.
« Est-ce-que tu te souviens de toutes ces photos qui nous montrent rassemblés autour de cette table? De nos tantes en train de tricoter et de lire, de nous autres les enfants absorbés par nos jeux, et surtout des nombreux repas qui ont été servis sur cette table? C'est pour ça que j'ai donné comme titre à notre chronique familiale « À la Table de Navarin ». Parce que joie de vivre et convivialité sont liées à cette table de Navarin, et qu'elle témoigne d'une famille unie. En plus, dans notre famille, il y avait d'excellentes cuisinières, qui exerçaient leur métier dans des familles aisées à Paris, et nos tantes et grands-tantes nous servaient à cette table de vrais chefs-d’oeuvre de gastronomie française. Le nom seul de Navarin suffisait à nous mettre l'eau à la bouche à nous autres les enfants, tant les repas y étaient délicieux! »
« Oh oui, je vois ça comme si j'y étais! » dis-je en repensant à ces derniers jours, qui tous sans exception se sont terminés par un vrai festin, et à mes précédents séjours chez Denise, qui à chaque fois m'ont donné l'occasion de voir à quel point la famille de Denise attache de la valeur à un bon repas.
« Allez, on continue! » s'écrie Denise, en se dirigeant vers l'arbre abattu dont la couronne nous barre le chemin de l'entrée de la maison. Nous nous frayons un passage le long des branches majestueuses, et nous nous trouvons enfin sur le côté de la maison dissimulée sous le lierre, où nous découvrons non seulement quelques fenêtres aux volets clos mais aussi une porte en bois de chêne. Deux lanternes brisées encadrent la porte d'entrée de Navarin, ces lampes mêmes que j'ai vues à plusieurs reprises sur les vieilles photos montrant l'entrée de la maison.
« Mon père était ébéniste » me déclare Denise. « C'est lui qui a fait cette porte en chêne massif, et aussi quelques-uns des meubles à l’intérieur. »
De ce côté-là du bâtiment on voit particulièrement bien comment les branches de lierre et de vigne vierge se sont enroulées tout autour de la maison, formant un réseau dense, comme si elles voulaient l'emprisonner dans leurs filets. En ce début de novembre, les feuilles commencent à changer de couleur et à tomber ici aussi en Bretagne, et il ne reste de la vigne vierge qu'un réseau nu de branches et de racines qui recouvre la façade de la vieille maison de granit d'un motif fantastique. Je n'arrive pas à m'arracher à la contemplation de ce motif archaïque!
« Tu ne m'en avait pas trop promis, Denise! C'est vraiment un endroit très particulier, Navarin, un endroit enchanteur. Mais pourquoi a-t-on donné ce nom-là à la maison? Et pour-quoi le nouveau quartier de Locminé s'appelle comme ça lui
„Und wem gehörte einst dieser Grund und Boden, auf dem jetzt die neuen Häuser stehen?“, wollte ich wissen.
aussi? », dis-je avec curiosité, alors que Denise et moi nous venons de quitter la propriété en reprenant le même chemin qu'à l'aller.
Ma question est légitime, car nous nous retrouvons maintenant à la voiture, que Denise a garée juste devant le panneau d'entrée de ce nouveau quartier, panneau qui arbore le nom de « Navarin ».
« Oh tu sais, Barbara, les gens d'ici, de Locminé, sont persuadés que « Navarin » c'est un nom qui provient d'un poème ou d'une nouvelle romantique. Mais c'est mon grand-oncle de Paris, celui qui a fait construire la maison avant la Deuxième guerre mondiale, qui lui a donné le nom de l'endroit où a eu lieu l'un des massacres les plus sanglants de la Première guerre mondiale et auquel il a survécu. À cette époque-là, en automne 1915, mon grand-oncle a été blessé près de la ferme de Navarin quand son unité a été prise d'assaut par les Allemands, et il a dû être transporté dans un hôpital à l'arrière du front. Pendant qu'on l'y soignait, ses camarades se battaient contre la mort. Près de 170 000 soldats français et allemands ont été tués près de Navarin. Mon grand-oncle a toujours considéré que c'est par miracle qu'il était resté en vie, et c'est en souvenir de ce miracle qu'il a donné le nom de « Navarin » à cette maison, ici en Bretagne ».
« Ah bon, c'est pour ça! » Pensive, je remonte dans la voiture. Et nous traversons, Denise et moi, ce nouveau quartier, un quartier aux maisons imposantes, pareilles à des châteaux, bâties dans ce style si typique de la Bretagne, calqué sur celui des fermes anciennes : sur des fondations généralement rectangulaires s'élève un bâtiment à deux étages, recouvert de crépi blanc, surmonté d'un toit pointu en ardoises, avec des encadrements de fenêtre et de porte en granit, et auquel on accède en général par un escalier à haute volée. Entourées de jardins fleuris avec des hortensias de toutes les couleurs, avec des pins parasols et des yuccas comme végétation locale, ces maisons évoquent, et souvent jusqu'à la fin de l'automne, une légèreté méditerranéenne mêlée à la solidité de la Bretagne.
La curiosité me pousse à demander : « Et à qui appartenait avant le terrain sur lequel se trouvent ces nouvelles maisons? »
« Tout ça appartenait alors à ma famille de Paris et faisait partie du domaine de Navarin. La maison était entourée de 15 000 mètres carrés de terres, des terres qui nous servaient de terrain de jeu et de potager dont nous récoltions les légumes, des terres sur lesquelles ma famille a aussi aménagé un parc. Quand ma famille de Paris a cessé de venir à Navarin, elle nous a cédé, à ma mère, à mes soeurs et à moi, une partie de ses terres, que nous avons vendues il y a déjà quelque temps, et sur lesquelles se trouvent maintenant ces nouvelles maisons. Seule la maison que je t'ai montrée, avec son terrain, n'a pas le droit d'être mise en vente. Yvonne a été catégorique : « Navarin n'est pas à vendre! »
Ich habe nicht gezählt, wie oft ich schon in der Bretagne gewesen bin. Ich weiß nur noch, dass ich Denise vor 27 Jahren kennen lernte. Dieses Ereignis verdanke ich einem gemischten Chor in unserer 3.000 Seelen zählenden Nachbarstadt Medebach im abgeschiedenem Sauerland, in dem ich seit meinem Umzug nach Winterberg vor mehreren Jahren im Sopran sang.
Eines Tages sprach mich Wilfried Lensing, der Chorleiter, an und erzählte mir, dass Medebach bald eine französische Partnerstadt namens Locminé haben werde. Der Bürgermeister von Medebach werbe jetzt um die Teilnahme von außerschulischen Gruppen an dem zukünftigen Partnerschaftsprogramm und habe ihn angesprochen, ob nicht sein ausgezeichneter Chor an einem solchen Programm teilnehmen könnte. Er denke da an Konzerte in Locminé und Umgebung. Doch um eine solche Konzertreise in die Partnerstadt zu planen, brauche er eine Person, die in der Lage und bereit dazu sei, mit den Mitgliedern des dortigen Partnerschaftskomitees Kontakt aufzunehmen.
Dann überreichte er mir die Adresse von einer gewissen Denise Moizan und verfügte, dass ich die richtige Person sei, eine solche Aufgabe zu erfüllen. Schließlich sei ich der französischen Sprache mächtig, hätte als Lehrerin genügend lange Sommerferien und weder Mann noch Kinder, auf die ich bei meiner Ferienplanung Rücksicht nehmen müsste.
Ich ließ mich zu dieser Reise überreden und traf nach einer langen Fahrt aus dem Sauerland im tiefsten Westen von Frankreich bei Denise ein. Sogleich merkte ich, dass Denise und ich eine Wellenlänge hatten: Beide waren und sind wir Idealistinnen, die ihre überschüssige Energie für gemeinnützige Ziele einsetzen. Es dauerte nicht lange und wir hatten jede Menge Pläne geschmiedet, die sich nicht nur auf die kommende Konzertreise, sondern auch auf andere Projekte in der Zukunft bezogen.
Fortan gab es für mich keinen Aufenthalt in der Bretagne, der nicht neue Aspekte mit sich brachte: Mal war mein Aufenthalt von der Erforschung der Megalithen am Golf von Morbihan bestimmt, mal von der Erforschung und Praxis der bretonischen Musik, mal die Beschäftigung mit dem armen Haiti, für das sich sowohl Denise als auch viele ihrer Freunde in der Bretagne engagierten und sicher auch weiterhin engagieren; ein anderes Mal standen die Sagen von König Artus und ihre bretonischen Schauplätze im Mittelpunkt unseres gemeinsamen Interesses – und wieder ein paar Jahre später begaben wir uns gemeinsam auf die Suche nach den keltischen Heiligen aus Wales und Irland, die in der Bretagne einst das Christentum verbreitet hatten.
Auf diese Art und Weise lernte ich dank Denise und ihren Freunden, die bald auch die meinen wurden, große Teile der Bretagne kennen: bretonische Eigenheiten, die Geschichte dieser für Frankreich so untypischen Region, die teils aus grauer Vorzeit stammenden bretonischen Gebräuche sowie Sitten – und natürlich viele Menschen, die hier lebten.
Doch obwohl ich von den Bretonen „avec les bras ouverts“ (mit ausgebreiteten Armen) empfangen wurde und sie mich bei meinen Besuchen mit Wohltaten überschütteten, meinte ich stets zu spüren, dass es da einen Punkt gab, bei dem ich außen vor blieb.
Trotz unserer 27-jährigen Bekanntschaft und Freundschaft vermieden Denise und meine anderen bretonischen Freunde es weitgehend, mit mir über die Erfahrungen ihrer Familien mit meinen deutschen Landsleuten während des Krieges zu sprechen, ja, ich hatte sogar das Gefühl, dass sie auf gar keinen Fall über dieses Thema mit mir sprechen wollten.
Gewiss: In froher Runde, wenn zu viel des Weines und des Cidres geflossen waren, stimmte der eine oder andere unserer männlichen Gäste – wie ich damals annahm, um mich zu necken – das Lied „Rappelle-toi, Barbara“ („Erinnere dich, Barbara!“) an. Erst als ich mich mit dem Text dieses Liedes genauer beschäftigte, fiel mir auf, dass er auf die Zeit der Besetzung der Bretagne durch die Nazis anspielt.
In diesem Gedicht von Jacques Prévert, das in seiner Liedfassung jeder Franzose kennt, weil es der Chansonnier Yves Montand in unnachahmlicher Weise interpretierte, geht es um eine junge Frau namens Barbara, in die sich das lyrische Ich auf den ersten Blick verliebt hat. Es beschreibt seine Begegnung mit Barbara an jenem Tag in Brest, als es unaufhörlich regnete: „Il pleuvait sans cesse sur Brest ce jour-là“! Trotz dieser Witterungsbeeinträchtigung verläuft die Begegnung zwischen Barbara und dem jungen Mann positiv: Als sich ihre Wege auf der Rue de Siam kreuzen, lächelt sie ihn an – und er lächelt zurück. Wenig später sucht ein anderer Mann Schutz vor dem Regen unter dem Portal eines Hauses und ruft den Namen Barbara. Dasselbe Mädchen, das dem lyrischen Ich vorher zugelächelt hatte und mit dem es sich schon so vertraut fühlte, verlässt daraufhin das Haus und wirft sich diesem Mann in die Arme. Das lyrische Ich beobachtet, wie die beiden Liebenden bei ihrem Zusammensein den unaufhörlich auf sie niederprasselnden Regen nicht mehr wahrnehmen, denn Barbara sieht glücklich aus und mit ihrem Lächeln verwandelt sie Brest in diesem Regen in eine Stadt des Glücks ...
Doch dann folgt eine Art Klage des lyrischen Ichs darüber, was wohl aus Barbara, ihrem Liebhaber und aus ihrem Glück geworden sein mag, in jenem Bombenregen, der am Ende des Zweiten Weltkriegs die Stadt Brest völlig zerstört und einer Vielzahl von Bewohnern das Leben gekostet hatte. Und das lyrische Ich fragt sich, ob auch der Liebhaber von Barbara bei dem schrecklichen Angriff der Deutschen auf Brest getötet worden ist und sich der unaufhörliche Regen in die unaufhörlichen Tränen von Barbara verwandelt haben mag, in jener Stadt ihrer Liebe, von der nichts mehr übrigblieb ...
Ich weiß nicht mehr, wie ich damals reagierte, als ich das erste Mal mit diesem Lied konfrontiert wurde. Doch heute glaube ich zu wissen, dass dieses Lied auch als eine dezente Anklage an mich gedacht sein mochte: als Angehörige jenes Volkes, das in diesem Teil Frankreichs für so viel Zerstörung von Schönem und Wertvollem verantwortlich war.
Ich erinnere mich auch an andere Gelegenheiten, in dem das schwierige Verhältnis von Deutschen und Franzosen kurz erwähnt wurde, um das Thema schnell wieder zu verlassen und sich dem erfreulicheren der deutsch-französischen Freundschaft nach dem Krieg zu widmen.
Die Mutter von Denise erzählte mir wie beiläufig von dem ersten Besuch der neuen Freunde ihrer Tochter Denise aus unserer Nachbarstadt Medebach, bei dem sie zugegen war. „Das war eigentlich eine ganz alltägliche Situation. Nachdem die Medebacher Gäste an diesem Tag mit Denise einen Ausflug an den Golf von Morbihan gemacht hatten, lud ich sie zum Abendessen bei mir ein. Während des Apéritifs und der Vorspeise wurde vorwiegend Französisch gesprochen, nur hin und wieder übersetzten Georg Nottelmann und Pfarrer Heitz1 für die anderen deutschen Gäste kurze Ausschnitte des Gesprächs.
Als ich den Hauptgang servierte, wurde die Diskussion auf Deutsch weitergeführt. Da überkam mich plötzlich eine unbeschreibliche Furcht, als ich nach so langer Zeit plötzlich wieder die harten, gutturalen Laute der Männer vernahm. Sofort erinnerte ich mich wieder an die harschen Befehle der deutschen Soldaten, als sie uns während der Besatzung herumkommandierten. Sie riefen: „Raus! Raus!“ und dann mussten alle Bewohner das Haus verlassen, damit die Soldaten überprüfen konnten, ob sich niemand von der Résistance bei uns versteckt hielt. Am ganzen Leibe zitternd kehrte ich schnell wieder in meine Küche zurück. Denise, die meine Tränen bemerkt hatte, folgte mir, nahm mich in den Arm und tröstete mich mit den Worten: „Das ist doch ganz normal, dass du von deinen Gefühlen überwältigt bist!“ Ich blieb noch eine Weile in der Küche, während Denise es übernahm, den Käse zu servieren. Doch dann überwand ich meine Furcht und kehrte mit dem Dessert in das Esszimmer zurück. Mit liebenswürdigen Komplimenten für das wunderbare Essen verabschiedeten sich die neuen Freunde von Denise bei mir.
Danach wusste ich, dass ihre Freunde auch die meinen werden konnten und es mir möglich sein würde, über diese Aversionen, die ich mein Leben lang gegen die Deutschen gehabt hatte, hinwegzukommen, ja, in diesen Leuten aus Deutschland gute Menschen zu sehen, die nichts mehr mit den schrecklichen Soldaten von damals gemein hatten.“
Ein anderes Mal erfuhr ich ebenfalls eher beiläufig, dass die Bewohner der Maillette2 gute Gründe hatten, allem, was Deutsch war und aus Deutschland kam, zu misstrauen. Hier in dieser ländlichen Umgebung im Inneren der Bretagne hatten sich offensichtlich während der Okkupation Dramen abgespielt, die ich eher an der Küste, in den großen Hafenstädten wie Brest, Lorient oder noch weiter östlich in Saint-Nazaire vermutet hätte.
Das wurde mir bewusst, als ich zufällig von dem Denkmal an der Place des Martyrs-de-la-Résistance (Platz der Märtyrer des Widerstandes) erfuhr, von dem mich meine Freunde aus Rücksichtnahme für meine Gefühle ferngehalten hatten, bis ich dann wissen wollte, warum der Platz so heißt und was der große Menhir darauf für eine Bedeutung hat.
Denise erzählte mir, dass dieser Menhir 3500 Jahre lang im nahegelegenen Moustoir-Ac gestanden hatte, bevor er im Jahre 1966 hierher auf den Platz geschafft worden sei. Er solle nun an die Opfer der Nazidiktatur erinnern, die aus Locminé und seiner Umgebung stammten.
Als ich die Steinplatte an dem Menhir in Augenschein nahm, erfuhr ich, dass 25 Widerstandskämpfer und französische Soldaten in der nahegelegenen Festung Fort Penthièvre an der Küste des Golfs von Morbihan von den Nazis exekutiert worden waren. Und ich erschrak, als ich ihre Namen las: Den einen oder anderen Namen der Toten tragen meine jetzigen bretonischen Freunde ...
Doch bereits am Anfang meines letzten Aufenthalts in der Bretagne wurde ich ganz überraschend mit diesem Thema konfrontiert, das mich in den folgenden zwei Wochen immer wieder beschäftigten sollte.
