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Lutz Flörke & Vera Rosenbusch präsentieren ihr drittes Jahrbuch mit neuen eigensinnigen Geschichten. Sie scheiben einzeln und kollektiv = zwei AutorInnen mit (mindestens) drei Schreibweisen -- ernsthaft, unterhaltsam, unbeirrt und stets mit frischen Fragen für die Gegenwart. Ihre LieblingsleserInnen haben Lust am Denken und Spaß am Spiel mit Figuren, Perspektiven und Sprache. Sie schreiben für alle, die ebenso offen sind für Populär- wie für Hochkultur, aber beidem misstrauen. -- Geschichten, die oft unvermutet den erwarteten Weg verlassen, die neugierig machen und die man mit großem Vergnügen, von ernst-nachdenklich bis belustigt schmunzelnd, liest. (Circlestones Books Blog)
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Seitenzahl: 119
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Einst waren die Menschen kugelförmig, erzählt Platon im Gastmahl. Sie hatten vier Arme, vier Beine, zwei Köpfe und zwei Geschlechtsteile, männliche und weibliche. Aus Angst, die Menschen könnten zu mächtig werden, beschlossen die Götter, sie in zwei Hälften zu zerschneiden. Seitdem irren wir durch die Welt und suchen unsere andere Hälfte. So ist die Liebe entstanden.
Januar
Die Wohnung
Lutz Flörke
Februar
Die Milch und das Zitronenbäumchen
Vera Rosenbusch
März
Mond + Mund
Kollektivtext
März
Frühling für Kurzsichtige
Lutz Flörke
April
Corvin + Kater
Kollektivtext
Mai
Bsirbich Goethe
Lutz Flörke
Juni
Schreibort Theater
Vera Rosenbusch
Das eigentliche Griechenland
Vera Rosenbusch
Juli
Paris, mon amour
Kollektivtext
Lutz füttert Enten an der Keizersgracht
Vera Rosenbusch
August
Bräute in Wörlitz
Lutz Flörke
3 x SEV
Vera Rosenbusch
Nachher ist alles wie vorher, nur anders
Lutz Flörke
September
Die große Göttin
Kollektivtext
Lüneberg, Lüneburg
Lutz Flörke
November
Helga Helgoland
Vera Rosenbusch
Zonis auf der Reeperbahn
Kollektivtext
Dezember
Giersch
Vera Rosenbusch
Nach uns der Nächste bitte
Vera Rosenbusch
Wie alles anfing
Kollektives Nachwort
Wir bedanken uns bei Anna-Maria Schlemmer für den Scherenschnitt von Platons Kugelmenschen und bei Frank Keil, der uns gestattet hat, das gemeinsam geschriebene Zonis auf der Reeperbahn abzudrucken.
Die Wohnung
Januar
Denk dir einfach eine Geschichte aus! Die Einwände kannst du später berücksichtigen. Schreib!
Und tatsächlich:
Hamburg, nachts in einer Eckkneipe, von denen es früher mehr gab. Winterstimmung, Nostalgie, kalter Regen in Strich und Faden.
Als ich gerade denke, das war’s für heute, schade, dann werde ich mir eben im Bett ein paar einsame Whiskys reinpfeifen, öffnet sich die Tür. Eine große Frau im Trench tritt aus dem Schneeregen herein.
Stellt sich neben mich an die Theke. Ich sitze, sie steht. Nun bin ich aber mal gespannt, ob’s noch Getränke gibt, da fordert sie schon:
– Whisky, malt, pur. Für ihn auch.
Sie zeigt mit zwei Fingern auf mich wie Bogart in seinen besten Zeiten. Mit einem unfreundlichen Blick bekommen wir unsere Getränke rübergeschoben – Letzte Runde! – prosten uns zu, kippen runter.
Ich überlege, was ich sagen kann, da sagt sie:
– Der Soundso, schade, der sollte doch den Tschechow im Schauspielhaus spielen. Jetzt ist er von der Bühne gestürzt.
– Ach.
– Aber im Grunde ist es mir egal. Nehmen wir noch einen?
– Ich glaube, hier kriegen wir nichts mehr.
Die Wirtsleute nicken, dann schütteln sie sicherheitshalber den Kopf.
Wir stolpern aus dem Lokal in die nasse Nacht.
Bevor ich etwas sagen kann, sagt sie:
– Ich würde dir gern meine neue Wohnung zeigen, wenn’s dir nichts ausmacht.
Warum nicht, ich bin dabei. Wie schreibt Johann Wolfgang: Uns ergötzen die Freuden des echten
nacketen Amors Und des geschaukelten Betts
lieblicher knarrender Ton.
Ich nehme ihren Arm. Das Wetter kann sich noch immer nicht entscheiden zwischen Schnee oder Regen.
– Ich möchte in der ersten Nacht nicht allein in der leeren Wohnung sein.
– Verstehe.
Es handelt sich um so einen kastenförmigen Neubau, fünf Stockwerke, klare glatte weiße Fassade, grau abgesetzte Fenster, bestimmt unbezahlbare Eigentumswohnungen.
Vor der Tür ein Sandhaufen, Steine, ein kleiner Schaufelbagger. Soll mal ein Vorgarten werden. Auf einer Pfütze bildet sich Eis.
– Erstbezug, sagt sie. Wasser und Strom sind vorhanden, ansonsten nicht viel … Was soll ich machen?
Ja, was soll sie machen? Keine Ahnung. Ich war noch nie Erstbezieher.
– Um hier zu wohnen, braucht man Geld, sage ich.
Was arbeitest du?
– Ja, ich arbeite. Und Geld ist nicht mein Problem.
Komm!
Was wird das hier? Krimi, Schwarze Serie oder was?
Falsche Frage, zu frühe Frage. Weiter im Text!
Ich mag Frauen, die mir Obdach gewähren, denke ich. Ich mag es, mich in ein komplett fremdes Leben hineinzubegeben mit Bett, Bad, frischen Laken und Frühstück am Küchentisch, mit Büchern und allem, was dazugehört. Schon als Student hatte mich fasziniert, wie einfach es war, Wohnungs- und Körpergrenzen zu überschreiten.
Hoffentlich liegt keine Leiche im Wohnzimmer, und sie hat mich nur als Zeugen aufgerissen.
Der Fahrstuhl trägt uns sanft empor. Hinauf! Hinauf strebt's. Es schweben die Wolken … Neigen sich der sehnenden Liebe. In deinem Schoße Aufwärts!
Umfangend umfangen! Aufwärts an deinem Busen … Da sind wir oben.
Sie schließt auf, Farbgeruch umfängt uns. Nackte Glühbirnen unter der Decke. Im Flur stehen zwei gepackte Trolleys.
– Schau dich ruhig um.
120 Quadratmeter, eine Stehleiter, leere weiße Wände, alles weiß. Nur der Teppichboden ist schwarz.
– Schön, sage ich.
An einer Wand hängt ein Porträt, signiert seltsamerweise mit Philipp Otto Runge, gemalt jedoch im Stil von Magritte. Der dem Betrachter zugewandte Kopf eines Mannes, dessen Gesicht von einem Buch verdeckt ist. Die Haartracht stammt aus dem frühen -19. Jahrhundert, auf dem Buch steht: Dies ist kein
Buch.
– Verwandter von mir, sagt sie.
– Der Maler?
– Der Typ auf dem Bild.
Sie öffnet den Kühlschrank.
– Möbel kommen nächste Woche, nur die Einbauküche ist schon eingebaut.
Eine Flasche Whisky, ein paar Schnapsgläser und ein Salzstreuer in Form einer Goethe-Büste aus dem Weimarer Ginkgo-Museum. Wir lassen die Büste, wo sie ist.
Es ist eiskalt im Raum. Während wir trinken, denke ich, vor den Fenstern hängen immerhin Vorhänge.
– Der Heizungsmensch kommt morgen.
– Hast du kein Bett?
– Wir können auf dem Teppichboden schlafen.
Das klingt wenig nach Liebeslust. Trotzdem …, denke ich und … Und?
– Hast du eigentlich einen Namen?
– Klar hab ich einen.
Aber sie verrät ihn nicht, öffnet einen Trolley, wirft in einer Ecke Pullover, Bademantel und ein paar Handtücher auf den Boden, breitet ihren Mantel darüber. Unser Nachtlager – Ohne das seidne Gehäng und ohne gestickte Matratzen Stehet es, zweien bequem, frei in dem weiten Gemach.
– Ich brauche jetzt ganz viel Hautkontakt, sagt sie und dreht das Gemälde zur Wand. Auf der Rückseite steht Avantgarde für alle!
Ich nehme rasch ein paar Vorhänge ab.
– Du bist so dünn, sage ich, als wir darunter liegen.
– Meint mein Arzt auch.
Sie kuschelt sich an.
– Ich brauche nicht eigentlich Sex, ich brauche nur Hautkontakt, verstehst du, Hautkontakt, soviel wie’s geht.
Verstehe, Hautkontakt ist Hauptkontakt. Den haben wir dann auch, mit gewöhnlichem Höhepunkt, lässt sich nicht vermeiden.
Morgens ist sie verschwunden. Das Porträt an der Wand schaut wieder ins Zimmer. Ich nehme einen Whisky, hänge die zerknitterten Vorhänge wieder auf, hinterlasse eine Visitenkarte und gehe.
Als ich eine Woche später vorbeikomme, schleppt ein junges Paar Umzugskisten in die Wohnung. Ich beschreibe die dünne Unbekannte.
– Ach, sagen die beiden, das ist die Immobilienmaklerin.
Immerhin ein Anfang.
Die Milch und das Zitronenbäumchen
Februar
Die Milch: Mich mag sie nicht.
Das Zitronenbäumchen: Mich gießt sie nicht.
Die Milch: Ich langweile mich im Kühlschrank und werde sauer.
Das Zitronenbäumchen: Meine Früchte lässt sie vergammeln, weil Säure ihr auf den Magen geht.
Die Milch: Rotwein geht ihr auch auf den Magen, doch den trinkt sie trotzdem.
Das Zitronenbäumchen: Keine Zeit, keine Zeit, sagt sie. Dabei sitzt sie den ganzen Tag vor dem Computer und spielt Bean Chomper.
Das Zitronenbäumchen: Ich bin zwar immer durstig, habe es aber doch besser als du. In ihrem Fenster bekomme ich viel Licht.
Beide: Psst. Sie hört uns.
Mond + Mund2
März
– Das Mündliche ist der Kern der neuen Literatur, sagt Karola. Literatur ist wie ein Kuss. Damit geht's los. Auf auf! Sag mal was, ich schreib`s, schon haben wir den ersten Wettbewerbssieg in der Tasche.
Da bellt der Hund. Niemand weiß, was es da zu bellen gibt. Mal abgesehen vom Hund. Ob der was weiß?
– So kann ich nicht arbeiten, sagt Karola, ich geh auf den Balkon.
Sagt der Hund:
– Man wird ja wohl noch wuffen dürfen. Literaturwettbewerbe haben nichts mit Küssen zu tun, wuff wuff. Wie Carolin Amlinger formuliert, generieren Literaturpreise eine diskursive Aufmerksamsökonomie, die wesentlich auf Ausschluss derjenigen Buchtitel basiert, die jenseits der Diskursgrenzen situiert sind. Wuff.
– Was bellt der Hund denn da?, ruft Karola vom Balkon.
– Literaturpreise, wuff, wuff, befördern Deutungsmuster, die eine Verschiebung von der Leistung zum
Erfolg propagieren.
– Karola, rufe ich, der Hund spricht.
– Unsinn, ruft Karola zurück, Hunde sprechen nicht.
– Siehst du, entgegnet der Hund.
– Wir sollten einen anderen Literaturwettbewerb auflegen, schlage ich vor. Wir nehmen alles in den Mund, Zeile für Zeile, Wort für Wort, Kuss für Kuss.
– Alles klar, wuff, wuff. Der Hund wendet sich direkt an Karola, die ihn plötzlich doch versteht. Statt der performativen Inszenierung von Autorschaft im Akt des Schreibens pflegen wir den Akt des Wuffens.
Aber was hat das mit dem Mond zu tun?
– Warum fragst du mich das, ruft Karola vom Balkon, du bellst ihn doch immer an.
– Es war, als hätt der Himmel die Erde still geküßt, wuff, wuff. Sag ich doch, los geht`s! Auf auf!
1Anmerkung
Mond + Mund haben wir im Jahrbuch 2 schon einmal abgedruckt. Selbstverständlich veröffentlichen wir Texte erst, wenn wir denken, dass wir ihre poetischen Möglichkeiten ausgeschöpft haben. Manchmal allerdings entdecken wir beim Vorlesen, laut und mit verteilten Rollen, neue Aspekte. Als wir Mond + Mund aufnahmen, ergab sich ein witziger Kontrast zwischen den Zitaten von Carolin Amlinger und dem Wuffen. Uns machte das gute Laune. Deshalb bringen wir die kleine Erzählung in veränderter Fassung noch einmal.
(2 Kollektivtext von Lutz Flörke & Vera Rosenbusch)
Frühling für Kurzsichtige
März
Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Wieso wurde ich die Verse nicht los?
Veronika der Spargel wächst , ist ja immerhin ein bisschen obszön und lustig. Aber mir war gar nicht nach Frühling zumute. Genau genommen fragte ich mich:
Frühling, was soll das sein?
Als Kind musste ich im Frühling spazieren gehen. Man wollte mir Frühlingsgefühle einreden und in der Schule lasen wir Frühlingserwachen und schrieben Aufsätze über Sexualität im Wandel der Jahreszeiten.
Nein, das erfinde ich.
Schon seit dem Frühstück hatte ich schlechte Laune.
Ilona hatte gute Laune.
– Es ist Frühling, begrüßte sie mich am Tisch, da sprudeln die Einfälle nur so.
– Meine Einfälle sprudeln nicht. Mir fällt nichts ein, mir fällt höchstens was zu. Und auch das nicht.
Frühling ist, wenn man die Heizung runterdrehen kann, das ist alles.
– Wie öde.
– Im Frühling sind alle Katzen schwarz.
– Wie blöde.
Da gehe ich doch lieber einkaufen. Kein Duft in der Luft, jedenfalls kein besonderer. Ilona hat gut reden, die hat ihren Text für die neue Anthologie längst geschrieben. Ich jedoch … Vor dem Schaufenster des Eppendorfer Brillenstudios bleibe ich stehen. Im Frühling könnte man sich eine neue Brille kaufen. Um für den Rest des Jahres einen besseren Durchblick zu haben.
Nanu? Meint die mich? Von drinnen winkt mir eine Frau zu. Steht vor einem Regal mit Damenbrillen und winkt, als ob wir uns kennen. Naja, denke ich, Frühling.
Ob ich einen Moment Zeit hätte, um mit ihr ein Brillengestell auszusuchen. Sie kann sich nicht entscheiden. Ist ja Frühling, denke ich und sage ja.
Sie bittet eine Verkäuferin oder Optikerin, die Vitrine mit den teuren Gestellen aufzuschließen, mit den richtig teuren. Aha, denke ich, so eine. Eppendorf, Eigentumswohnung, Einkommen überdurchschnittlich. Könnte sich daraus eine Frühlings-Geschichte ergeben? Frühling für Kurzsichtige?
Sie probiert die erste Brille, die zweite, die vierte, die teuerste. Steht ihr nicht übel.
– Und?
– Phantastisch, sage ich.
– Passt zu Ihrem Typ, behauptet die Verkäuferin und korrigiert den Sitz.
– Wie die Farbe wohl bei Sonnenlicht wirkt?, fragt die Frau und schaut mich an.
– Treten Sie gern vor die Tür, rät die Optikerin und reicht ihr einen Spiegel.
– Bin sofort zurück.
Macht mit dem Brillengestell auf der Nase ein paar Schritte vor die Tür – und rennt los.
– Wo will Ihre Freundin denn hin?
– Keine Ahnung, ich kenne die Frau nicht.
– Wer soll die Brille bezahlen? Sie?
– Na, Sie werden doch die Daten aufgenommen haben.
– Dazu bin ich noch nicht gekommen.
Die Optikerin ist baff.
– Liegt vielleicht am Frühling, sage ich und gehe nach Hause.
– Na?, fragt Ilona. Erfolg gehabt?
Corvin + Kater
April
Man kann nicht immer nur spazieren gehen. Man muss auch mal Schornsteinfeger angucken. Oder zwei Fahrradfahrer, die sich um die Vorfahrt streiten.
Man kann sogar mal wieder ins Herdfeuer der Hexenküche gucken, das im Schaufenster gegenüber aufgebaut ist. Das leuchtet, sprüht und zischt und brennt! Ein wahres Hexenelement!, dank zuckender LED-Lämpchen.
Seit der Laden sich zwischen den orientalischen Imbiss und den Schlüsseldienst gequetscht hatte, war es unübersehbar: in Winterhude glaubten Menschen an Übersinnliches.
Hexen For Future stand im Schaufenster. Corvin trat ein.
Aha, ein schwarzer Kater mit weißen Stiefeln saß auf dem Tresen:
– Womit kann ich dienen? Kopfnuss mit Rosinen?
Oder ist Ihnen nicht zu helfen?
– Danke, sagte Corvin, ich wollte mal eine echte Hexe sehen, nicht ihren Cousin Germain.
– Bitte?
– Na, ihren Cousin schwiegermütterlicherseits.
– Versteh ich nicht.
– Auch gut.
Ob der Kater der Liebhaber dieser Hexe war?
– In jedem Fall ist Hexenküche ein zauberhaftes Wort, erklärte Corvin, wohlklingend und wunderwunderschön.
Wortgeklimper nannte der weiß gestiefelte Kater das Gestammel der Kunden, so etwas konnte er unmöglich ernst nehmen. Diesmal jedoch sagte er:
– Ich bin Ihnen nicht böse. Wer hier eintritt, erwartet Hexerei und sprechende Kater, ist dann aber doch überrascht, wenn er beides tatsächlich erlebt.
– Es gibt keine Hexerei, sagte Corvin. Da bin ich sicher.
– Ich auch, entgegnete der Kater, aber was soll ich machen, irgendwie bin ich in diese Geschichte hineingeraten und Sie jetzt auch. Ich glaube nicht, dass wir so einfach raus können. Also nicht, weil wir unter einem Bann stünden oder sowas, nein, einfach, weil Sie eingetreten sind. Damit bin ich in Ihr Leben getreten, und selbst wenn Sie den Laden verlassen, werden Sie diese Geschichte nie, nie wieder los.
– Is ja doll, sagte Corvin.
– Das ist die magische Macht des Erzählens, antwortete der Kater. Eben noch waren Sie ein gelangweilter Winterhuder Wichtigtuer, jetzt treffen Sie eine Hexe.
Aus dem Hinterzimmer schlurfte eine altjunge Frau herein.
– Mal alt, mal jung, mal rundherum, trällerte sie.
Was bedeutete das?
– Das bedeutet, erklärte der Kater, dass Sie das Land der Fiktionen betreten haben.
– Gibt es auch etwas zu trinken?, fragte Corvin. Das muss doch begossen werden.
– Klar!
Der Kater zauberte drei Flaschen ohne Etikett hervor.
– Die Elixiere des Teufels. Nach dem Genuss kann man die Steine reden hören.
