Einsam mit Dir - Jennifer Kämmer - E-Book

Einsam mit Dir E-Book

Jennifer Kämmer

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Beschreibung

Sabrina hat es nach etlichen Jahren endlich geschafft, das Herz ihrer großen Liebe zu erobern. Doch Alexander geht diese Beziehung nur unter einer Bedingung ein : Sie muss geheim sein! Schweren Herzens, aber blind vor Liebe, willigt Sabrina ein und durchlebt eine Achterbahn der Gefühle. Als sie versucht ihr kompliziertes Leben wieder in den Griff zu bekommen, wird sie von einem unerwarteten Schicksalsschlag auf die Probe gestellt.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Jennifer Kämmer, geboren 1986 in Gießen, ist in der Provinz Málaga von Spanien aufgewachsen, wo sie an der Deutschen Schule 2004 ihr Abitur abgelegt hat. Inzwischen arbeitet sie als Angestellte bei einem Steuerberater und lebt für ihren Verein, der sich mit Herz und Seele für hilflose Straßenkatzen engagiert.

„Allein mit Dir – Liebe hinter verschlossener Tür“ ist ihr erster Roman, in dem sie mit sechzehn Jahren, unter anderem eigene Erfahrungen verarbeitet hat. Da ein Ausschnitt ihres Werkes bereits auf ein interessiertes Publikum getroffen ist, hat sie sich schließlich achtzehn Jahre später entschieden, es zu vollenden und vollständig zu veröffentlichen.

JENNIFER KÄMMER

Einsam mit Dir

Liebe hinter verschlossener Tür

ROMAN

www.tredition.de

© 2016 Jennifer Kämmer

Lektorat, Korrektorat: Detlev Devantié

Umschlag, Illustration: Fotolia © Oksana Churakova

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Paperback:

978-3-7345-2459-2

Hardcover:

978-3-7345-2460-8

e-Book:

978-3-7345-2461-5

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und der Autorin unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Für Carmen

Für die Welt Bist du eine Mutter Für mich

KAPITEL I

Sabrina knallte laut die Zimmertür hinter sich zu und ließ sich auf ihr Bett fallen. Sie kam gerade von der Schule und war sehr genervt. Es war nichts Neues, sie so zu sehen. Sie drehte sich zur Seite und schloss die Augen, um sich etwas zu beruhigen, dann atmete sie mehrmals ganz tief ein und wieder aus. Die letzten Tage waren wahnsinnig hart für sie gewesen. Nicht nur wegen der vielen Klassenarbeiten die sie innerhalb kürzester Zeit hatte schreiben müssen, sondern auch, weil ihr Freund ihr das Leben immer schwerer machte.

Es war nicht leicht, mit den Bedingungen ihrer Beziehung umzugehen, es war wirklich schwierig, denn es gab immer wieder Streit, da sie mit ihrer Situation einfach nicht glücklich war. Sabrina liebte Alexander über alles. Er war ihre erste große Liebe und es gab niemanden auf der Welt, der ihr dies ausreden konnte. Als sie damals zusammengekommen waren, hatte sie sich im siebten Himmel gefühlt, denn sie hatte sich schon so lange gewünscht, er würde ihre Gefühle erwidern. Zwei Jahre lang war sie wie ein wildes Tier hinter ihm her gewesen, zwar ohne Erfolg, aber sie hatte nie aufgegeben.

Selbst wenn er sich eine neue Freundin angelacht hatte, hatte ihr das zwar wehgetan, aber für Sabrina war dies noch lange kein Grund gewesen, das Handtuch zu schmeißen. Im Gegenteil, sie hatte ihm, so gut es ging, geholfen, ihm mit Rat und Tat zur Seite gestanden und einfach versucht, eine gute Freundin für ihn zu sein…Hauptsache sie konnte Zeit mit ihm verbringen, um ihn so noch besser kennenzulernen und eventuell, irgendwann Stück für Stück sein Herz zu erobern.

Tja, nun hatte sie ihn, ihren Traumtyp. Es war ihre erste richtige ernsthafte Beziehung, wenn man das unter diesen Umständen denn so nennen konnte. Doch mit Alex verging die Zeit so unglaublich schnell und das Kribbeln im Bauch bestand noch immer, bei jeder Berührung, jedem Lächeln und jedem Kuss.

Vorsichtig richtete Sabrina sich auf, streckte sich einmal ganz ausgiebig und öffnete die Augen. Ihr Blick traf wie gewöhnlich sofort das Foto von Alex. Es war ihr Lieblingsbild von ihm, eines, wo er lächelnd auf ihrem Bett saß und ein rotes Herzkissen umfasst hielt.

Verdammt - dachte sie. Warum muss das Ganze nur so kompliziert sein? Warum macht man es sich so schwer, wenn es doch so einfach sein könnte? - murmelte sie in sich hinein.

Sie schaute zu Boden und schüttelte nachdenklich den Kopf.

Mein Gott, Liebe macht wirklich blind, wie konnte ich nur ‚ja‘ sagen, als Alex mich bat, die Beziehung vor unseren Freunden und seiner Familie geheim zu halten? Warum war mir nicht sofort klar, dass ich damit nicht umgehen kann ? - ging es ihr durch den Kopf.

Über zwei Jahre war Sabrina nun mit ihrem heiß geliebten Alex zusammen, aber ihre Beziehung war alles andere als normal, denn es war eine geheime Beziehung. Als er sie damals fragte ob sie mit ihm gehen möchte, bat er sie zugleich darum, es erst einmal niemandem zu erzählen. Doch aus diesem „erst einmal“ waren nun schon über zwei Jahre geworden. Zwei Jahre voll gemischter Gefühle. Warum keiner von ihrer Liebe erfahren sollte, das konnte sie sich noch immer nicht erklären. Damals, als sie sich so sehr gewünscht hatte, Alex würde sich ebenfalls in sie verlieben, hatte sie ihm immer versichert, sie würde alles tun, um mit ihm zusammen zu kommen, sie würde sich auf alles einlassen, denn sie wolle nur ihn. Und was hatte sie davon? Eine geheime Beziehung. Eine Beziehung, die eigentlich nur im geschlossenen Raum richtig stattfand und im Geheimen!.

Sabrina zwang sich schnell, ihre negativen Gedanken zu verdrängen und machte sich auf den Weg ins Badezimmer. Wie immer stellte sie sich vor ihren großen Spiegel und beschäftigte sich mit ihrem Spiegelbild.

Bin ich denn so hässlich, dass man mich verstecken muss? - fragte sie sich traurig.

Sabrina war nach ihrer Mutter gekommen, sie war groß und sehr schlank, hatte lange blonde Haare und ganz dunkle braune Augen. Um ihre Haare kümmerte sie sich besonders gut, sie sollten immer glatt sein. Sabrina hatte von Natur aus leichte Wellen im Haar, was ihr Aussehen ihrer Meinung nach um einiges verschlechterte. Manchmal schien es so, als hätte sie den Drang perfekt zu sein. Stundenlang stand sie im Badezimmer um sich zu schminken und ihre Haare zu glätten, erst mit dem Föhn, dann mit einem Glätteisen, immer und immer wieder. Und das tat sie jeden Morgen und jedes Mal, wenn sie aus dem Haus ging. Ihre Augen waren immer ausdrucksvoll geschminkt, denn dies war die einzige Möglichkeit, die ihrer Meinung nach zu kleinen Augen zu betonen. Die Wimpern liebte sie ganz schwarz und lang und der schwarze Eyeliner durfte auch nicht fehlen.

Schnell schaute sie auf die Uhr und erschrak. Es war schon 17 Uhr und sie hatte nur noch eine halbe Stunde Zeit, um sich auf das Treffen mit Alex vorzubereiten. Mit rasendem Herzen rannte sie zurück in ihr Zimmer und durchwühlte ihren Kleiderschrank. Wenn ihre Mutter ihr dabei zusah, wie sie wie wild in ihren Sachen nach dem passendem Outfit suchte, konnte diese nur noch den Kopf schütteln. Maria war der Meinung, dass ihre Tochter sich viel zu viel Mühe mit ihrem Aussehen gab, vor allem, wenn es um ihren undankbaren Freund ging, der sie ihrer Meinung nach gar nicht verdient hatte. Ständig brauchte Sabrina neue Klamotten und wollte immer auffallen, besonders wenn ein Treffen mit Alex anstand, da war sie nicht mehr zu bremsen.

Wahrscheinlich war es ihr so wichtig, besonders gut auszusehen, weil sie sich somit erhoffte, Alex könnte irgendwann so extrem stolz auf sie sein, dass er am liebsten in die ganze Welt schreien würde, wie sehr er sie liebe. Sie wollte einzigartig für ihn sein. Sie wollte, dass er immer an sie denken müsse, selbst wenn es irgendwann wieder zu einer Trennung käme. Ihr größter Wunsch war es, dass Alex irgendwann nie genug von ihr bekommen könne, dass er sie vergöttere, sie anhimmele und auf Händen trage. Er sollte stolz auf sie sein und mit ihr angeben wollen, statt sie vor allen anderen zu verstecken.

Doch sie konnte sich noch so sehr herausputzen, an ihrem Aussehen lag es wohl nicht, denn noch mehr hätte sie an ihrer Ausstrahlung nicht ändern können und laut ihren Eltern war der Aufwand wegen Alex sowieso viel zu groß, da sie es nicht nötig hatte, den ganzen Tag vor dem Spiegel zu stehen.

Schnell rannte Sabrina die Treppen hoch in das Zimmer ihrer Eltern.

«Sehe ich gut aus?» fragte sie, noch immer ganz aus der Puste.

«Klar so kannst du ruhig gehen.» antwortete ihre Mutter, wie sie es eigentlich immer tat. Das, was Maria meist am Outfit ihrer Tochter zu bemängeln hatte war, dass es zu kalt werden könnte.

«Kind, nimm dir doch eine Jacke mit!»

Diesen Satz musste sich Sabrina jeden Tag aufs Neue anhören.

Im Einkaufszentrum stand Sabrina wie immer an eine Säule gelehnt und wartete auf Alex. Er kam jedes Mal zu spät. Unpünktlichkeit war eine Eigenschaft, welche Sabrina und ihre Eltern absolut nicht leiden konnten, doch wenn Alex dann mit seiner absolut absurden Ausrede kam, aber dabei so unwiderstehlich lächelte, hätte sie noch so lange warten können, sie konnte ihm gar nicht böse sein.

Nach genau zehn Minuten kam Alex dann auch wirklich mit seinem roten Roller angefahren. Wie sie diese Dinger hasste, viel zu unsicher und gefährlich. Sie wollte auch nie bei ihm mitfahren, davor hatte sie viel zu große Angst.

Sabrina war froh, dass es dieses Mal nur zehn Minuten Verspätung waren, denn wenn sie ihn zu Hause zur Nachhilfe erwartete, konnte sie meistens mit einer halben Stunde Verspätung rechnen. Alex gab ihr nun schon seit einiger Zeit Nachhilfe in Mathe. Damals, als sie damit angefangen hatten, waren sie noch nicht zusammen gewesen, sondern einfach nur gut befreundet, doch hatte Alex sich schon immer ganz besonders um Sabrina gekümmert, wenn es um ihre Noten ging. Man hatte sie in der Schule oft weinen sehen, wenn es mal wieder eine fünf in Mathe gegeben hatte und irgendwann war auch ihr klar geworden, dass es so nicht weitergehen konnte, also war sie auf die Idee gekommen, Alex um Hilfe zu bitten.

Er war so unglaublich intelligent! Ja, das war es, was sie so an ihm liebte, sie konnte an ihm heraufschauen, wie sie immer so schön sagte. Also war es natürlich ein klarer Vorteil, den Jungen um Hilfe zu bitten, den sie nicht nur anhimmelte, sondern auch wegen seines Allgemeinwissens bewunderte. Alex willigte zu ihrer Freude sofort ein und gab ihr schon in den Ferien Nachhilfe.

Der Erfolg dieser Nachhilfestunden war atemberaubend: Sabrina schaffte es tatsächlich bis zum Schuljahresende von einer 5 auf eine 2 in Mathe und hatte nur um ein Haar die Note 1 verfehlt. Dabei war die schlechte Mathenote eigentlich das Beste, was ihr hatte passieren können, denn nun hatte sie Nachhilfe bei dem Jungen, den sie über alles liebte. Natürlich hatte es auch peinliche Situationen gegeben, denn anfangs hatte sie wirklich so gar keine Ahnung von diesem Fach gehabt und echte Anfängerfehler gemacht. Aber gerade, weil ihre Gefühle Alex gegenüber so stark waren, strengte sie sich besonders an und büffelte mehr denn je. Sie wollte einen guten Eindruck bei ihm erwecken und schnellst möglich besser werden. Wie man sehen konnte, mit vollstem Erfolg.

«Hi Sabrina, tut mir leid, dass ich zu spät bin» sagte Alex und gab ihr nicht mehr als einen Kuss links und einen rechts auf die Wangen, wie es in Spanien bei guten Freunden und Bekannten so üblich ist. Sabrina hasste es, wenn er das tat, sie wünschte sich nichts sehnlicher als einen richtigen Begrüßungskuss.

«Ja, ja Alex, sagst du das nicht immer?» entgegnete sie mit einem frechen Grinsen im Gesicht.

Sabrina war von Geburt Deutsche, doch aus gesundheitlichen Gründen waren ihre Eltern nach Spanien umgezogen, als sie erst drei Jahre alt gewesen war. Für sie war Málaga ihre Heimat und es gab nichts, was sie wieder nach Deutschland hätte ziehen können. Trotzdem war es ihren Eltern wichtig gewesen, ihr eine anständige Schulausbildung zu bieten, die es ihr später ermöglichen würde, nicht nur in Spanien, sondern auch in Deutschland berufliche Wege zu gehen. Die Deutsche Schule Málaga war dafür ideal. Dort konnten Kinder zweisprachig aufwachsen und zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls Englisch und Französisch lernen. Außerdem konnte man in der letzten Stufe das deutsche Abitur ablegen, aber gleichzeitig auch an der spanischen Hochschulaufnahmeprüfung teilnehmen, wenn man es so wollte. Wie für ihre Eltern, so war auch für Sabrina eines klar: Ihre deutsche Mentalität wollten sie niemals aufgeben und sie bewahrten sie sich auch im spanischen Umfeld.

«Na, dann wollen wir mal», sagte Alex, als sie das Einkaufszentrum betraten.

Sabrina hatte in Sachen Shopping eine ganz andere Einstellung als die meisten anderen Mädchen und Frauen. Dieses stundenlange Herumlaufen und in den Klamotten Wühlen war absolut nichts für sie. Sie bevorzugte das online Shopping, wenn sie ihren Kleiderschrank erneuern wollte.

Wie immer gingen sie also den gewöhnlichen, unkomplizierten und entspannten Weg, erst zum Zeitungsladen, dann rüber zu den Videospielen und zu allerletzt, gingen sie noch bei MC Donalds essen. Alex war immer ganz begeistert, wenn es neue Menüs gab. Er wollte immer alles probieren. Sabrina dagegen blieb lieber bei ihrem gewöhnlichem Burger, dem MC Chicken. Draußen war es kalt und Sabrina zitterte mal wieder, da sie nicht auf ihre Mutter gehört hatte, als es geheißen hatte, sie solle sich doch lieber eine Jacke mitnehmen. Sie schaute an sich hinunter.

«Kein Wunder, dass mir kalt ist, so wie ich rumlaufe», schimpfte sie mit sich selbst.

Sie trug einen ganz kurzen, engen Jeansrock mit einem Strass-gürtel. Obenrum ein kurzes, enges, schwarzes Top, wie so oft. Schwarz war ihre Lieblingsfarbe, wenn es um Klamotten ging. Es passte einfach zu ihr, wegen ihrer blonden langen Haare und um ehrlich zu sein, passte die Farbe oft auch zu ihrem Gemütszustand. Nur leider sah sie so auch manchmal viel zu blass aus. Sie hasste es, sich in die Sonne zu legen, um braun zu werden, reine Zeitverschwendung war das für sie und viel zu anstrengend.

Ihre Haare trug sie offen. Das tat sie immer wenn sie sich mit Alex verabredete, sie war der Meinung, wenn sie ihre Haare hochstecke, habe sie ein zu rundes Gesicht.

Nach nur zwei Bissen war Sabrina satt, lehnte sich zurück und schaute ins Leere.

Nachdem Alex seinen Burger verschlungen hatte, sah er Sabrina mit ernstem Gesichtsausdruck an.

«Sag mal,…stimmt irgendwas nicht oder warum isst du nichts?»

«Wieso? Vielleicht hab ich einfach keinen Hunger», entgegnete sie vorsichtig.

«Und warum machst du so ein genervtes Gesicht?», wollte Alex wissen, «Du bist heute so ruhig.»