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Die sagenhaften Begegnungen im Alltag Reisender: Humorvoll bis satirisch, manchmal auch nachdenklich, denn die schönsten Geschichten passieren im wahren Leben! Und genau diese Erfahrung machen auch die Protagonisten in den sehr abwechslungsreichen Kurzgeschichten: Was tun, wenn die Zeit drängt und der Zug nicht kommt? Wie verhalten, wenn man unfreiwillig in ein intimes Gespräch verwickelt wird? Und was hat es mit all den Überraschungs-Grußideen auf sich? Lassen Sie sich in den kunterbunten Fahralltag Reisender entführen und partizipieren Sie an ihren Erlebnissen! Dieses Buch passt perfekt in jede Tasche. Eine unterhaltsame Lektüre für Wochenend- und Kurztrips, Reisen oder einfach nur entspannende Ausflüge.
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Seitenzahl: 80
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Mein herzliches Dankeschön gilt Gerald und Patrick, die mit akribischer Genauigkeit das Manuskript zu diesem Buch gelesen, auf inhaltliche und Rechtschreibfehler geprüft und mit ihren erfrischenden Kommentaren bereichert haben!
Auch Dir, lieber Harry, sage ich von Herzen Danke, denn Du hast mir unwissentlich die wunderbare Idee für die Postkarten-Überraschungen geliefert! Ich hoffe, Du freust Dich über die Umsetzung!
Liebe Traudl, ein ganz besonderes Dankeschön für Deine vielen Reisegeschichten, die mich zu so mancher Kurzgeschichte in diesem Buch inspiriert haben!
Und natürlich bedanke ich mich bei allen Reisenden, die mir in ihrer unbeschreiblich eigenen Art den erheiternden Input für dieses Buch geliefert haben!
Alle Geschichten in diesem Buch sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen oder tatsächlichen Ereignissen sind rein zufällig und genauso entstanden.
Und jetzt: Viel Spaß beim Lesen!
Herzlich Willkommen an Bord unseres unterhaltsamen Reisezuges
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt …
... mit vielen interessanten Begegnungen
Unsere Lesereise hat bereits begonnen …
…und wir werden unser Ziel über Kurz oder Lang erreichen
Überraschungs-Grußideen für Reisende
Bitte beachten Sie folgende Hinweise
Unser Zug fährt mit individueller Lesegeschwindigkeit
Reiseunterbrechungen sind jederzeit möglich, …
… sollten des vereinfachten Wiedereinstiegs wegen …
…immer erst am Ende einer Geschichte eingelegt werden
Sollte Sie unsere Lesereise extrem entspannen, …
Überraschungs-Grußideen für Reisende
… dürfen Sie auch gerne Augenpflege betreiben
Bitte versäumen Sie allerdings die Weiterreise nicht
Und lesen Sie die bereits begonnene Geschichte von vorne
Ansonsten verpassen Sie womöglich die Pointe, …
… worüber Sie sich garantiert ärgern
Überraschungs-Grußideen für Reisende
Wundern Sie sich nicht, …
… wenn Ihnen so manche Geschichte bekannt vorkommt
Denn vieles wiederholt sich im Leben Zugreisender
… und es entstehen Parallelen innerhalb der Reisegeschichten
Sollten Sie während Ihrer Lesereise zu lautem Lachen neigen, …
Überraschungs-Grußideen für Reisende
… sind Sie hier genau richtig!
Teilen Sie Ihr Lachen mit anderen …
… und ermutigen Sie Ihre Mitreisenden, …
… zu einer weiteren Lesereise
Getreu dem Motto der Autorin
„Fährste Zug, haste Spaß!“
Überraschungs-Grußideen für Reisende
… lernst andere Menschen kennen,
Gewinnst neue Eindrücke,
Hast was zu erzählen,
Vielleicht sogar zu schreiben,
Oder schüttelst nur den Kopf und bist froh, …
Überraschungs-Grußideen für Reisende
Das Ziel erreicht zu haben!
Normalerweise traf ich jeden Morgen am Bahnhof die beiden gleichen Damen. Wir arbeiteten alle in der gleichen Stadt und vertrieben uns die Zugfahrten mit netten, belanglosen Plaudereien.
Heute früh allerdings wartete ich ohne die beiden auf meinen Zug. Ich hatte keine Ahnung, warum beide nicht da waren, war mir aber sicher, die Gründe über kurz oder lang zu erfahren. Gedankenverloren schaute ich gen Himmel als mich eine tiefe Frauenstimme unvermittelt ansprach: „Schick ist sie heute wieder! Sehr schick!“
Vor mir stand leibhaftig eine Statue von Frau! Ein kräftig gebautes weibliches Wesen, das zwei Meter groß zu sein schien! Zumindest kam es mir so vor.
„Hat aber auch eine kleine Größe, nicht?“ Galt die Frage mir?
„Höchstens achtunddreißig. Oder?“ Die Frage galt mir. Ich nickte. Obwohl ich das eigentlich nicht wollte.
„Ist immer sehr schick angezogen. Gefällt mir immer sehr gut.“ Wow, welch schöne Komplimente! Zumal mein Mann der Meinung war, dass ich immer viel zu konservativ angezogen wäre.
„Der Mann fährt mit dem Auto zur Arbeit, stimmt’s? Sehe ich jeden Morgen vorbei fahren.“ Wie konnte diese Frau meinen Mann morgens wo vorbei fahren sehen? Fragezeichen standen mir ins Gesicht geschrieben.
„Gehe immer morgens früh bei meiner Mutter vorbei. Zum Frühstücken. Habe keinen Mann.“ Aaahh, meine Fragezeichen lösten sich auf: Das war also die Tochter der alten Frau, die drei Häuser von uns entfernt wohnte.
„Sie arbeitet sicher im Büro, nicht wahr? Oder auf einer Bank?“ fragte sie weiter. Und wieso nickte ich schon wieder?
„Dachte ich mir. Verdient man gutes Geld. Braucht man aber auch für so schicke Kleider.“ Warum lächelte ich jetzt verständnisvoll?
Kam es mir nur so vor oder schaffte es die Frau perfekt mich auszufragen?! Einfach so.
Irgendetwas musste ich tun! Den Spieß herum drehen: Die Frau etwas fragen!
„Sie sind auch hübsch angezogen.“ Das war keine Frage …
„Na ja, geht so. Habe Größe zweiundfünfzig. Habe abgenommen. Hatte fast hundertsechzig Kilo. Jetzt noch hundertachtundvierzig.“
Ich bekam eine Auskunft! „Sie sind aber auch sehr groß“, attestierte ich freundlich.
„Oh ja! Einsfünfundneunzig!“, strahlte die Frau gewichtig. Da lag ich mit meiner Fast-zwei-Meter-Schätzung gar nicht so falsch.
„Das ist groß. Sehr groß.“ Etwas Besseres fiel mir nicht ein? Wie gut, dass unser Zug einfuhr und sich aus Platzmangel unsere Wege spontan trennten. Ob ich die Frau morgen wieder treffen würde?
***
Eilig huschte ich durch die sich langsam öffnenden Zugtüren und steuerte zielstrebig auf den vorletzten freien Platz eines Vierertisches zu, warf meine Handtasche auf den freien Fensterplatz und ließ mich mit einem tiefen Seufzer auf den Gangplatz nieder. Mein Tag war bis eben eine einzige Hetze und Rennerei gewesen:
Mein sieben Uhr dreiunddreißig Zug war ausgefallen.
Um pünktlich zu meinem ersten Termin zu kommen, musste ich mir für teuer Geld ein Taxi nehmen. Selbstverständlich steckten wir nach wenigen Metern im Berufsverkehr fest. Ich kam über eine Viertelstunde zu spät zu meinem Termin.
Kassierte einen mächtigen Anschiss von meinem Chef, der von diesem Moment an kein gutes Wort mehr an mir und meiner Arbeit ließ und mich permanent unter Druck setzte, bis er kurz vor sechs schließlich fünf Minuten vor mir endlich das Büro verließ.
Woraufhin ich blitzschnell zum Zug rannte, um wenigstens pünktlich um acht Uhr heute Abend zur Geburtstagsfeier meiner besten Freundin zu erscheinen!
Ich war sommerlich mit einer weißen Leinenhose und einer pfirsichfarbenen Bluse bekleidet und freute mich auf ein erfrischendes Gläschen Sekt.
An der nächsten Haltestelle drängten weitere Fahrgäste ins Zuginnere und eine ältere Frau forderte mich kopfnickend auf, sie auf den von meiner Handtasche belegten Platz neben mir setzen zu lassen. Selbstverständlich nahm ich meine Handtasche hoch und rückte einfach den einen Sitzplatz weiter.
„Oh, nicht!“ rief der junge Mann, der mir gegenüber saß, noch! „Nicht hinsetzen!“ Zu spät. Ich saß bereits. Und spürte eine ekel erregende Nässe durch meinen Hosenboden dringen!
Mit weit aufgerissenen Augen sah ich ihn angewidert an: „Igitt! Was ist das denn?!“ Schon hatte ich mich wieder von diesem durchnässten Platz erhoben.
„Bier“, entgegnete mir der junge Mann, „da hat vorhin einer eine ganze Dose Bier verschüttet.“
Bier! Schoss es mir durch den Kopf und schon roch ich den markanten Duft. Bier! Abgesehen davon, dass ich jetzt roch als hätte ich in Bier gebadet, hatte meine weiße Hose natürlich einen herrlich gelben, Pobacken großen, unübersehbaren Fleck! Auf meinem Hintern! Und natürlich war mir der Spott sämtlicher Geburtstagsgäste an diesem Abend sicher …
***
Die sympathische Stimme hinter meinem Rücken telefonierte. Mit ihrer Mutter. Sie schien noch relativ jung zu sein. Die sympathische Stimme. Ich schätzte sie vom sanften Klang her auf Anfang zwanzig.
„Es war sooo anstrengend heute, Mama. Ich bin total fertig“, stöhnte die sympathische Stimme.
„Angefangen haben wir mit dem Laufband. Dreißig Minuten lang!“
Laufband? Bei den sonnig warmen Temperaturen? Immerhin hatten wir seit Tagen angenehme zweiundzwanzig bis vierundzwanzig Grad bei mäßiger Luftfeuchtigkeit. Da läuft es sich doch ganz fantastisch an der frischen Luft. Wieso also Laufband? Ah, wahrscheinlich war die sympathische Stimme Mitglied in einem Sportstudio.
„Natürlich war das anstrengend. Aber schlimmer fand ich die dreißig sit ups hinterher.“
Dreißig sit ups?! Meine von sanften Wellen umgebene Bauchmuskulatur krampfte sich unwillkürlich spontan zusammen und ließ mich einen imaginären massiven Muskelkater erahnen, den ich zum Glück nicht wirklich bekommen konnte.
„Dann ging´s mit diesem Po-Stretching weiter.“
Po-Stretching? Die Mama der freundlichen Stimme fragte sich das offensichtlich auch.
„Du weißt schon, dieses Band mit der Schleife am Ende, in das du deinen Fuß steckst und dann musst es rücklings in Richtung Po ziehen. Das Band.“
Abgesehen davon, dass sich das in meinen Ohren sehr kompliziert anhörte, wollte ich mir gar nicht vorstellen, wie ich die Ferse meines durch ein Band geknebelten Fußes an meinen Hintern ziehen sollte. Automatisch zog ich meine Fußspitzen nach oben und blickte auf meine entspannt in bequemen Gesundheitsschuhen ruhenden rundlichen Füße.
„Danach kamen dann die Brustübungen. An diesem Butterfly, meine ich. Das Gerät, bei dem du deine Hände seitlich in diese Flügelklappen steckst und die du im Wechsel zusammen drückst und auseinander ziehst. Ganze fünfzig Mal musste ich das machen.“
Meine drallen Oberarme schienen unverzüglich auf das Doppelte anzuschwellen! Erschrocken richtete ich mich kerzengerade auf, so dass meine Oberweite beinahe meine Genusskugel überragt hätte. Aber eben nur beinahe.
„Nein, nein, das war noch nicht alles“. Die sympathische Stimme lachte kurz auf: „Zum Abschluss durfte ich noch für gute zwanzig Minuten steppen.“
S-T-E-P-P-E-N! Ganze zwanzig Minuten lang? Ich spürte massive Wadenkrämpfe! Ganz sicher nahm diese sympathische Stimme an einem Fitness-Programm für Übergewichtige teil. So ein Gewicht reduzierendes und Muskel aufbauendes Training, über das ich mir bei meinen gut achtundneunzig Kilos selbst schon Gedanken gemacht hatte. Achtundneunzig Kilos klingen sehr gewichtig, ich weiß. Aber ich bin mit meinen immerhin einsachtzig auch nicht gerade die Kleinste. Dennoch bestand mein Körper optisch gesehen aus … wie soll ich sagen … aus mehr füllig weichen Rundungen – Fett oder Speck klingt nicht so schön, finde ich – denn aus Muskelmasse. Aber sich solchen Qualen aussetzen?! Nur um ein bisschen schlanker zu werden?!
„Und ob ich Hunger habe! Einen riesen Hunger habe ich!“
