Elli-das Elefantenmädchen - Ahmet Elmaagacli - E-Book

Elli-das Elefantenmädchen E-Book

Ahmet Elmaagacli

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Beschreibung

Elli ist ein kluges, kleines Elefantenmädchen, das in einem Elefantendorf mitten im afrikanischen Dschungel lebt. Immer wieder muss Elli in schwierigen Situationen mutige Entscheidungen treffen, um das friedliche Zusammenleben der Elefanten im Dorf zu retten. Dabei erlebt sie gemeinsam mit ihren Freunden viele lustige, aber auch gefährliche Abenteuer und lernt, wie wichtig Freundschaft im Leben ist.

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Seitenzahl: 76

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Das kleine Elefantenmädchen Elli

Das Utschubatscha-Fieber

Jumbo, der tollpatschige Elefantenjunge

Rhodo, der kleine Rhinozerosjunge

Elli und der Dieb

Das Versprechen

Kara der schwarze Elefant

Elimpia

Jimbi schwer verliebt

Elli in Not

1. Das kleine Elefantenmädchen Elli

Vor langer, langer Zeit lebte einmal in einem Elefantendorf im Dschungel, mitten in Afrika, ein kleines Mädchen namens Elli. Elli war ein junges Elefantenmädchen, das ungewöhnlich klein und fein war, aber dafür sehr, sehr schlau.

Eines Tages feierte das gesamte Elefantendorf mit allen Elefanteneinwohnern das jährlich stattfindende Elefantentrompetenfest. Dieses berühmte Spektakel war eines der beliebtesten Feste aller Elefanten. Es war das Fest, an dem alle Elefanten sich mitten auf dem Marktplatz versammelten und jeder nacheinander so laut trompeten durfte, wie er konnte. Zu diesem Elefantenfest ging natürlich auch unsere kleine Elli. Alle Elefanten durften der Reihe nach trompeten. Dafür stellte sich jeder Elefant in die Mitte des Marktplatzes, die anderen Elefanten versammelten sich um ihn herum und bildeten einen großen Kreis.

Als Elli gerade dort ankam, sah sie, dass der große Elefant Jamba an der Reihe war. Laut stampfend ging Jamba zur Mitte des Marktplatzes. Er war nicht nur groß und gewaltig, sondern einfach riesig und hatte richtig große Elefantenfüße. Als er sich mitten auf den Platz stellte, wurde alles ruhig. Dann schüttelte er nach Elefantenart einmal den Kopf und fing an, so laut er konnte zu trompeten: „Torööööööö!“ Das war wirklich laut und es war so ergreifend, dass alle Elefanten für einen kurzen Moment still innehielten und beeindruckt waren. Jamba war wahrhaft ein großer Elefant und konnte richtig gut trompeten. Die anderen Elefanten waren alle begeistert und schrien laut vor Freude. Nun war aber schon der nächste Elefant an der Reihe: Fil. Noch größer und noch schwerer als Jamba stampfte er noch viel gewaltiger zum Mittelpunkt des Marktplatzes. Auch er stoppte, schüttelte kurz seinen Kopf und trompetete so kräftig er konnte. Das war ein ganz, ganz lautes „Torööööööööööö“, das jedem durch alle Knochen fuhr. Einige Elefanten fingen sogar an, Freudentränen zu vergießen. Dies war ein sehr, sehr schöner Moment für alle Elefanten. Das laute und schöne Trompeten zeigte jedem, wie stark Elefanten sind, und gab den Elefanten so ein gutes Gefühl.

Nun war aber schon wieder der nächste Elefant an der Reihe und das war unsere kleine Elli. Elli war für einen Elefanten ungewöhnlich klein und sie stampfte auch nicht zum Marktplatz, sondern ging still, ohne dass jemand sie hörte, dort hin – so leise war sie! Aber unsere Elli war entschlossen. Sie war entschlossen, auch laut zu trompeten. Vielleicht schaffte sie es nicht ganz so laut wie die anderen, aber doch laut genug, um die anderen auch zu beeindrucken. Sie schüttelte ihren Kopf und trompetete, doch es kam nur ein „tuut“, ein ganz leises „tuut“, das keiner richtig gehört hatte. „Huch“, sagte sie sich, „das war aber sehr leise.“ Dann versuchte sie es direkt noch einmal und es ertönte erneut ein zartes „tuut“, auch wieder leise. Einige Elefanten lachten und fingen an, sich über Elli lustig zu machen. Unsere Elli war aber weiter wild entschlossen und rief: „Nein, ich kann das besser!“ und versuchte noch einmal laut zu trompeten. Diesmal versuchte sie es wirklich, so laut sie konnte zu trompeten und sich richtig anzustrengen, aber es kam wieder nur ein „tuut“ heraus. Nun fingen alle an zu lachen. Elli schämte sich, wurde rot, fing an zu weinen und konnte nicht mehr länger auf dem Marktplatz bleiben. Sie lief einfach weg.

Die anderen Elefanten lachten und johlten weiter und schon kam der nächste Elefant.

Aber unsere Elli war sehr traurig. Richtig verunsichert lief sie nach Hause und schloss sich ein. Das Elefantenfest endete erst tief in der Nacht. Der nächste Tag brach an, aber unsere Elli war immer noch sehr beschämt und unsicher.

Sie traute sich nicht mehr, das Haus zu verlassen, so peinlich war ihr alles. Sie hatte wirklich nur ein winziges „tuut“ herausgebracht, eines Elefanten eigentlich gar nicht würdig.

So vergingen nun die Tage. Elli war immer noch sehr traurig und es wurde auch überhaupt nicht besser. So vergingen weitere Wochen.

Eines Tages hörte man im Elefantendorf plötzlich die Alarmglocken läuten – was war passiert? Merlo lief aufgeregt durch die Straßen: „Die Rhinozerosse, die Rhinozerosse, haben unser Dorf umstellt. Sie wollen uns angreifen!“ Schon hatte sich der Elefantenrat mit den weisesten aller Elefanten zusammengefunden und fing an, sich zu beraten, wie diese große Gefahr, die von den Rhinozerossen ausging, zu bewältigen sei. Einer der Elefanten, es war der große und starke Jamba, sagte: „Lasst uns kämpfen.“ Fil, der noch viel größer und stärker war, aber widersprach: „Nein, es sind viel zu viele Rhinozerosse.“ Merlo, ein anderer weiser Elefant, stimmte ihm zu: „Ja, Fil, du hast Recht. Wir sind zu wenige Elefanten, wir würden nicht lange den vielen Rhinozerossen standhalten können.“ Hayri, der allerweiseste Elefant, beschloss: „Wir brauchen Hilfe vom Elefantennachbardorf“ und Merlo stimmte ihm zu: „Wir müssen einen unserer tapfersten Elefanten dort hinschicken. Er muss sich durch die Reihen der Rhinozerosse, die unser Dorf umgestellt haben, schleichen, zum Elefantennachbardorf laufen und Hilfe holen. Nur so können wir gerettet werden.“ Fil bot an: „Ich kann es machen. Ich bin stark und habe so laut trompetet, wie ihr wisst, dass ich den Wettbewerb beim Trompetenfest gewonnen habe.“ Jamba erklärte: „Auch ich bin bereit.“ Aber Hayri widersprach: „Ihr beide seid zwar unsere stärksten Elefanten, aber ihr würdet von den Rhinozerossen bemerkt werden. Wir brauchen einen Elefanten, der sich nachts im Schutz der Dunkelheit leise und unbemerkt durch die Reihen der Rhinozerosse schleicht und zum Elefantennachbardorf läuft“. „Unbemerkt und leise? Wer soll das sein?“, fragte Jamba. „Da muss ich auch überlegen“, sprach Merlo. Aber Hayri antwortete: „Wir haben die kleine Elli. Wisst ihr noch, das kleine Elefantenmädchen, das versucht hat, auf dem Fest so laut wie möglich zu trompeten und nur ein kleines „Tuut“ herausgebracht hat, weshalb alle gelacht haben. Sie wäre die geeignete Elefantin. Sie ist sehr klein und sie ist auch sehr mutig. Elli würde es vielleicht schaffen, an den Rhinozerossen vorbei zu schleichen und ins Nachbardorf zu gelangen. Aber das ist sehr, sehr gefährlich für sie. Sollen wir sie trotzdem fragen, ob sie es riskieren will?“, fragte Hayri. Merlo ergriff als erster das Wort: „Ja, denn wir haben sonst keine andere Chance. Wenn die Rhinozerosse angreifen, und sie werden uns vermutlich schon am nächsten Morgen in der Früh angreifen wollen, dann haben wir alle keine Chance und wir müssen vielleicht alle sterben.“

Also kurzum, Hayri, der weiseste aller Elefanten, ging zu Elli, klopfte ganz fest an die Tür ihres Hauses und rief immer wieder: „Elli komm raus! Ich muss dich etwas fragen. Ich muss dich um einen Gefallen bitten.“

Elli hörte dies zwar, aber sie traute sich nicht herauszukommen, bis Hayri ganz laut rief: „Elli komm nun endlich raus! Es ist wirklich wichtig!“

Da überwand sie ihre Angst und öffnete die Tür. Hayri erzählte ohne Umschweife, worum es ging und fragte sie: „Bist du bereit, diese Aufgabe zu übernehmen? Es ist sicher sehr riskant.“ Doch Elli hatte sofort die Gefahr erkannt, in der sich das ganze Elefantendorf nun befand, und zögerte keinen Augenblick. „Ja, ich wage es“, antwortete sie entschlossen. Daraufhin erklärte Hayri: „Dann musst du jetzt gleich, wenn die Dunkelheit anbricht, durch das Tor herausschleichen, an den Rhinozerossen vorbei. Aber sei ganz vorsichtig und nimm auch etwas Verpflegung mit, denn der Weg zum nächsten Elefantendorf ist sehr weit“, fügte Hayri noch hinzu.

Elli nahm ihren Rucksack und füllte ihn mit ein paar Äpfeln. Denn Äpfel mochte sie am liebsten. Sie nahm auch ihre Trinkflasche mit Wasser mit. Als die Dunkelheit anbrach, ging sie zum Tor, schlich ganz leise hinaus und schon sah sie das erste Rhinozeros.

Das guckte zum Glück gerade weg, so dass sie hinter seinem Rücken vorbeischleichen konnte. Dann lief sie geradeaus weiter und als sie gerade dachte, sie hätte es geschafft, da rief auf einmal ein Rhinozeros zum anderen: „Hey, hast du das Geräusch auch gehört? Da ist irgendwas!“ „Ich höre nichts“, antwortete das andere Rhinozeros. Dann war es einen Moment lang still. Elli bekam schreckliche Angst, weil sie dachte, dass die Rhinozerosse sie doch aufgespürt hätten. Daher schlich sie schnell hinter einen Baum und weil sie so klein war, war der Baum ein gutes Versteck für sie. Die Rhinozerosse näherten sich dem Baum, hinter dem Elli sich versteckte, bemerkten sie glücklicherweise im Dunkeln nicht und gingen weiter.

„Ja du hast vielleicht Recht“, sagte das eine Rhinozeros, „es war vielleicht nur ein kleines harmloses Tier“. Das andere Rhinozeros rief dann: „Die Elefanten haben Elli Elli hörte, wie das eine Rhinozeros lachend sagte: „Die Elefanten haben doch viel zu viel Angst und morgen machen wir sie fertig. Da traut sich doch keiner aus dem Dorf hinaus.“

„Ja, du hast recht“, stimmte das andere Rhinozeros zu und sie fingen beide an zu lachen. Wenn sie nur wüssten, dass sich ein paar Meter von ihnen entfernt die kleine Elli versteckt!