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Sieben junge Gefährten machen sich auf die Suche nach dem Stein der Macht. Mit dem Stein möchte Leivan, König der Elben, die Menschen aus dem Land vertreiben. Diese sind gerade dabei, eine Stadt nach der anderen zu erobern. Die Reise der Gefährten bleibt jedoch nicht unentdeckt und schon bald müssen sie sich mit ihren Feinden herumschlagen. Unterwegs treffen die Freunde zwei Menschenkinder, die den Krieg leid sind und helfen möchten ihn zu beenden. Auch Erol, ein tapferer Elbensoldat schließt sich ihnen an. Zu zehnt versuchen sie den Krieg aufzuhalten. Doch was am Anfang zu gelingen scheint, endet in einer großen Katastrophe…
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Seitenzahl: 184
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Tanja Kroneberger ist eine der drei Autoren und schreibt unter dem Namen Jerry Blue. Sie wurde am 25.12.1998 geboren und lebt seitdem in Hessen. Sie liest für ihr Leben gerne und ist dadurch auch zum Schreiben gekommen. Seit sie zwölf ist schreibt sie schon eigene Geschichten und veröffentlichte schon einige auf FanFiction.de. Sie lässt sich gerne von Tolkien und seinen Nachfolgern inspirieren. Sie schreibt jedoch nicht nur Bücher, sondern hat auch schon ihren ersten Film gedreht. Momentan geht sie noch in die Schule. Wenn sie fertig ist, kann sie sich vorstellen Autor zu werden.
Alicia Becker wurde am 9.07.1998 geboren und lebt in Hessen. Ihre Hobbys sind hauptsächlich lesen aber auch reiten und Klavier spielen. Ihre ersten Geschichten schrieb sie bereits mit 12 Jahren. Auch auf FanFiction hat sie mittlerweile mehrere Geschichten veröffentlicht. Ihre Inspiration holt sie sich hauptsächlich aus Fantasy-Büchern. 2015 macht sie ihren Realschulabschluss und möchte danach gerne Abitur machen.
Ich bin Robin und Schüler an der Main-Taunus-Schule. Meine Interessen sind natürlich lesen, Kampfsport und Videospiele. Der Stein der Macht ist mein erstes größeres Schreibprojekt, worauf die anderen Autoren und ich sehr stolz sind. Fantasie und Science Fiction sind für mich schon immer überaus interessant gewesen. Das Schreiben ist ein Hobby, das schon früh begonnen hat und immer noch gerne von mir weitergeführt wird." Robin Teichmann
Personen
Versammlung der Völker
Der Aufbruch
Flucht!
Wüstengeister
Die zerfallene Stadt
Schuldgefühle
Flug durch die Lüfte
Geheimnisvolle Höhlen
Magie
Überquerung
Verbitterung
Düsterwald
Unerwünschter Besuch
Der Stein der Macht
Erinnerungen
Neue Feinde
Alles verloren?
Sicherheit und Gefangenschaft
Die Rückkehr des Generals
Aufbruch Richtung Norden
Vereint
Die Wölfe
Die Schlacht beginnt
Jedes Schicksal ist anders
Abschied
Vergangenheit
Krönung
Elben
Leivan
König der Elben
Elranah
Beste Freundin von Lauriél und Gestaltwandler. Sie ist blond, groß und die beste Kämpferin in der Gruppe.
Aurelia
Schwester von Elranah. Sie ist schnell und geschmeidig mit ihren beiden Säbeln und sie hat rote Haare. Manchmal ist sie sehr frech. Sie stellt sich jedem Gegner.
Lauriél
Tochter von Leivan. Sie hat ein Tuch, das ihr Gesicht verhüllt und Locken, die leicht unter dem Tuch hervor kommen, und goldene Augen. (Pfeil und Bogen sind Ihre Lieblingswaffen)
Karlunah
Schwester von Lauriél. Sie trägt ein Kurzschwert und ist flink mit dem Dolch. Sie hat blonde Haare und sie ist die jüngste aus der Gruppe.
Erol
Früherer Soldat bei der elbischen Armee. Er wohnt im Düsterwald und kämpft gegen die Menschen.
Noran
Kapitän des 143. Schwanen Regiments
Lavenda
Erzfeindin von Lauriél und Verbündete von Leivan. Sie hat blonde Haare und kann nicht sehr gut mit dem Schwert umgehen.
Waldläufer
Sormina
kennt sich mit Pflanzen aus. Sie hat braune Haare. Sie ist eine Halb-Elbin und hat einen Bruder.
Marcus
gut in Fährten lesen und Jagen. Er hat braune Haare und ist einer der jüngsten aus der Gruppe.
Zwörge
Sie sind einen Kopf größer als normale Zwerge
Daloon
starrköpfiger aber liebenswerter Zwörg. Er trägt eine Streitaxt und hat unterschiedliche Bart- und Haarfarbe.
Menschen
Lisa
Tochter von Lysander VI. Thronfolgerin. Sie hat blonde Haare
Eva
stammt aus einer Sklavenfamilie. Sie hat braune Haare und ist eine gute Kämpferin.
Lysander VI
Menschenkönig. Er ist ein etwas kleinerer Mann, mit braunen Haaren.
Gestaltwandler (Wölfe)
Amilia
Königin der Wölfe. Sie hat ein weißes Fell und befehligt alle Stämme der Gestalt-Wandler
Elranah
(siehe oben)
Kalte Wesen
Alona
Königin der kalten Wesen. Sie hat dunkle Haut und lila Augen
Yelice
Tochter von Alona. Sie hat ebenfalls lila Augen und etwas dunklere Haut
Es war kurz nach Mittag und viele Elben aßen oder schliefen im Schatten der Bäume. Eine größere Gruppe Elben und Zwörge lief schnell durch die Straßen in Al’fandel um noch rechtzeitig zu kommen. An diesen Tag sollte nämlich die große Krisensitzung des Landes Ellvarín stattfinden. Es waren Vertreter aller Völker anwesend und sie versammelten sich auf einer großen Lichtung. Es waren drei Nomadenstämme gekommen: einer aus der Wüste, alle wegen der vielen Sandstürme in Tücher gehüllt, einer aus dem Bergen, mit ihrer typisch leichten Bekleidung, die gut zum Bergsteigen geeignet war und der letzte aus dem Moor in seltsam ledrigen Gewändern, welche man sehr selten sah. Das Sonnenlicht blitze hier und da durch das Blätterdach, das einen angenehmen Schatten bot. Ein Diener trat neben den König der Elben, der gedankenverloren in die Luft blickte. „Aruun1, es sind alle anwesend“. „Gut! Lasst die Versammlung beginnen.“ Der Diener trat zur Seite und Leivan, König der Elben im Sternenwald, eröffnete die Versammlung. Er sah in die Runde. Rechts von ihm saß der Vertreter der Elfen, ein hochgewachsener Mann, er trug die schlichte Kleidung der Elfen und hatte sein Haar straff zurückgebunden. Er sprach mit dem Repräsentanten der Nomaden aus der Wüste. Dieser hatte seine Verschleierung abgelegt und man sah ein kantiges Gesicht, das von der Sonne gebräunt war. Neben ihm saß der Stellvertreter der Zwörge. Ein stattlicher Mann mit schwarzen Haar und braunem Bart. Er hatte noch seine Rüstung an. Neben dem Zwörg ließ sich gerade der Vertreter des Nomadenstamms aus den Bergen nieder. Es war ein kleiner, dünner Mann, er trug nur ein Leinenwams und eine einfache Hose. Ein Platz weiter rechts saß der Vertreter der Moorwanderer. Dieser schaute sich unruhig um und war es sehr offensichtlich nicht gewöhnt von so vielen Leuten umgeben zu sein.
Jetzt kam nur noch der Stellvertreter der Gestaltwandler. Es handelte sich um eine junge Frau mit braunem Haar, die aufmerksam in die Runde schaute und alle genau beobachtete. Hinter den Vertretern waren lauter Schaulustige gekommen. Diese Versammlung war öffentlich. In der ersten Reihe sah Leivan seine Tochter Lauriél und ihre Freundin Elranah. Die beiden hatten ihre Köpfe zusammengesteckt und redeten miteinander. „Ruhe bitte! Ich komme gleich zur Sache“ Langsam verebbten die Gespräche und alle schauten Leivan an. Er sprach weiter: „Seid willkommen. Ich danke Euch, dass ihr alle den Weg auf Euch genommen habt. Wir haben ernste Nachrichten. Die Menschen dringen immer weiter in unser Land vor. Sie kommen von Nord-Westen und sind schon an der Wüstengrenze angekommen. Wün‘dan ist jetzt als erstes gefährdet. Hat jemand einen Vorschlag, welche Maßnahmen wir ergreifen sollten, bevor ich meinen äußere?“ Als erstes blieb alles still, doch dann stand der Botschafter der Zwörge auf. „Vielleicht könnten wir einen Wall an der Landesgrenze erbauen und Grenzposten einrichten. Die Zwörge könnten Baumaterial liefern und Arbeiter schicken.“ Er setzte sich wieder.
„Aber es würde doch viel zu lange dauern, bis dahin haben die Menschen unser Land überrannt.“, warf die Vertreterin der Gestaltwandler ein. „Die Zwörge sind schnelle Arbeiter.“, gab der Zwörg spitz zurück. „Das bezweifle ich nicht.“, beruhigte die Gestaltwandlerin ihn, „Dennoch wird es zu lange dauern.“ Es wurde lange diskutiert. Mehrere Vorschläge und ihre Umsetzung wurden besprochen. Die Nomadenstämme fragten sich am Anfang, warum sie sich an dem Krieg beteiligten sollten, bis man sie überzeugte, dass die Menschen sie versklaven würden. Der Vertreter der Moorwanderer ließ sich am schwersten überzeugen. Schließlich äußerte der Elbenkönig seinen Vorschlag: „Wir sollten die Zwörge, Elfen, Elben und Waldläufer in den Städten vor den Menschen warnen und zusammenrufen. Sie müssen uns Waffen und Krieger schicken, denn eine Schlacht ist unausweichlich. Jemand sollte losziehen und ihnen Bescheid geben.“ Der Vorschlag wurde von allen angenommen. Der König sprach weiter: „Allerdings sollten die Vertreter der Völker hier am Hofe bleiben, um das weitere Vorgehen gemeinsam beschließen zu können. Außerdem sollten wir eine Gruppe losschicken, die sich verteidigen kann und weiß, wie man in der Wildnis überlebt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Gruppe nicht auf den Hauptstraßen reisen kann, denn diese werden öfters von Menschen überfallen. Hat jemand Vorschläge, wer gehen könnte?“ Lange blieb es ruhig.
Jeder überlegte, ob er jemanden kannte. „Kann nicht eine Soldatengruppe gehen?“, fragte ein Mann aus dem Publikum. „Wir brauchen die Soldaten hier. Wenn es zur Schlacht kommt, können sie nicht irgendwo in dem Land sein.“, erwiderte der König. Lauriél und Elranah schauten sich an und dann sagte Elranah mit lauter Stimme: „Wir gehen!“ Die zwei Elben und ihre Freunde hatten schon oft darüber nachgedacht so etwas zu erleben. Schon als sie noch klein waren, waren sie den Spuren anderer Elben gefolgt und hatten sich gegenseitig gefangen genommen. Nun war das ihre Chance, sich zu beweisen. Früher wollte keiner der Älteren sie auf eine Mission mitnehmen, mit der Begründung sie seien noch zu jung. Nach einiger Zeit hatten sie aufgehört zu fragen. „Wer ist „wir“?“ fragte der König überrascht. „Wir sind Lauriél und ihre Schwester Karlunah die Elben, Daloon der Zwörg, Sormina und Marcus, die Waldläufer, meine Schwester Aurelia und ich, Elranah, von den Gestaltwandlern.“ „Lauriél und Karlunah, dürfen nicht mitgehen, sie sind zu jung!“, sprach Leivan, nachdem Elranah geendet hatte. „Ihr seid doch alle noch Kinder!“, rief jemand aus der Menge. In Lauriéls Augen funkelte es. „Warum sollte ich nicht mitgehen. Ich bin genauso alt wie Elranah und da sagt ihr nichts.“ „Entweder wir gehen alle oder keiner“, sagte Elranah entschlossen. Lauriél nickte zustimmend. Leivans Gesicht wurde leicht rot, aber er sagte nichts. Ein Berater des Königs erhob die Stimme: „Aruun. Ich glaube, dass sie es schaffen können. Ich habe den beiden und ihrer Gruppe schon oft beim Trainieren zugesehen. Sie haben das Zeug dazu.“ Die Vertreter murmelten leise, jedoch erhob jetzt keiner mehr Einspruch gegen die Entscheidung der zwei Elben. Alle warteten auf das Wort des Königs. Leivan überlegte, dann seufzte er und antwortete: „Gut, ihr geht. Ihr habt von fast jedem Volk jemanden dabei. Macht euch jetzt bereit, morgen brecht ihr auf. Ich werde Euch reichlich Proviant und Geld mitgeben, damit ihr keine Not leidet.“
Nach der Versammlung machten sich Elranah und Lauriél auf, um ihren Freunden von dem baldigen Start ihres Abenteuers zu erzählen. Sie liefen von der Lichtung in die geräumige Stadt. Sie lag an einem leichten Hügel. Der Palast stand ganz oben. Am oberen Hang lagen die schönen Häuser der Reichen, darunter die der Arbeiter und Bürger, deren Häuser meist zweistöckig waren. Am Fuße des Berges wohnten die Ärmeren mit ihren typischen einfach gehaltenen Holzhäusern, während die Bauern bei ihren Feldern außerhalb der Stadtmauern wohnten. Die Freunde wohnten im Bürgerbereich.
Karlunah, die Tochter des Königs, lebte im Palast.
Lauriél, ihre Schwester, hatte sich entschieden bei ihren Freunden zu wohnen. Auch Elranah und ihre Schwester Aurelia wohnten nicht in der Stadt, sie lebten noch bei ihren Eltern, die Bauern waren und so außerhalb der Stadt wohnten. Elranah hatte den kürzeren Weg. „Sehen wir uns später zur Besprechung?“, fragte sie ihre Freundin.
„Ja, kommt ihr zu uns?“, antwortete Lauriél Elranah.
„Klar.“, rief Elranah über die Schulter und dann war sie zwischen den Bäumen verschwunden. Lauriél lief zu den zwei Häusern, die die Freunde bewohnten. Sie und Sormina wohnten in einem und die beiden Jungs, Daloon und Marcus, in dem anderen. Schnell sagte sie ihnen, was nun auf sie zukommen würde. Beide jubelten los. Dann lief Lauriél in ihr Haus und sagte Sormina Bescheid. Sie hatte Glück, dass Karlunah gerade bei ihr war, so musste Lauriél nicht zum Palast laufen. Karlunah machte sich auf um ihre Sachen zu packen. Elranah hatte inzwischen alles ihren Eltern, Lingoss und Siana, und ihrer Schwester, Aurelia, erzählt. Ihre Eltern waren zwar etwas besorgt, ließen sich aber von der Fröhlichkeit der Geschwister anstecken. Alle machten sich daran ihre Sachen für die Reise zu packen. Die Geschwister in dem einem und die vier Freunde in den anderen beiden Häusern schauten sich fast zur selben Zeit, ohne dass sie es wussten, aufgeregt an. Endlich! Ihre Zeit war gekommen, um zu zeigen, wie erwachsen und stark sie alle waren.
Am Abend trafen sie sich noch einmal, um sich zu besprechen. „Nun.“, sagte Karlunah, „Auf der nordwestlichen Seite des Landes ist fast alles mit Menschen besetzt. Trotzdem müssen wir dort auch hin, da wir nach Wün’dan müssen. Dort leben viele Elben.“ Die anderen nickten nur und überlegten. Sormina sagte plötzlich: „Wenn wir das Land verlassen und sozusagen hinter ihrem Rücken nach Wün’dan gehen, würde es keiner der Menschen bemerken, da sie alle darauf warten, dass wir von vorne angreifen, oder?“ „Super Sormina.
Daran habe ich noch gar nicht gedacht.“, rief Elranah erleichtert über den Vorschlag, der zu funktionieren schien. Doch dann machte Marcus mit einem Satz alles zu Nichte: „Ihr habt aber schon die Wachtürme auf der Karte gesehen, oder?“ „Außerdem ist das andere Land das der Menschen. Wir müssten genau an der Grenze entlang.
Dort sehen sie uns ganz bestimmt.“, fügte Lauriél hinzu. „Verdammt!“, zischte Aurelia. Damit war diese Sache wieder erledigt. Sie diskutierten noch eine ganze Weile hin und her. Dann beschlossen sie, sich einfach hinzulegen und zu schlafen. „Wenn wir dort sind können wir die Lage sowieso besser beurteilen“, gähnte Elranah. „Also ich sage jetzt nur noch gute Nacht!“, sagte Daloon und ging als erster aus dem Raum. Auch die anderen liefen schnell nach Hause. Bald war alles still. Aurelia und Elranah konnten gerade noch so aus der Stadt schlüpfen, bevor die Tore geschlossen wurden.
Zwei dunkle Gestalten kauerten im Schatten einer alten Scheune. „Ihr müsst sie aufhalten. Sie dürfen die Städte nicht alle erreichen.“, begann die größere der beiden Gestalten zu reden. „Ja, ja. Meine Männer sind bereit und wenn sie sich zu sehr wehren, töten wir sie.“, winkte die kleinere Gestalt lässig ab. „Nein! Auf keinen Fall. Wir brauchen sie lebend. Haltet sie einfach nur gefangen.“, zischte die Große. „In Ordnung. Ich wusste ja nicht das du so heftig reagierst.“, lenkte die andere ein. „Gut. Ich muss los. Sonst werde ich noch vermisst. Wir treffen uns in ein paar Tagen wieder.“ Die große Gestalt löste sich aus dem Schatten und verschwand nach wenigen Schritten in der Dunkelheit.
1 König, Majestät
Am nächsten Morgen trafen sich die jungen Gefährten am Tor von Al’fandel, Lauriél mit einem Tuch, das ihr Gesicht verhüllte, und Locken, die leicht unter dem Tuch hervorlugten. Ihre goldenen Augen funkelten in der Sonne. Sie konnte gut mit Pfeil und Bogen umgehen.
Elranah hatte blonde lange Haare, war groß gewachsen, und die beste Kämpferin in der Gruppe. Sie zog sich gerade ihren Mantel an und lief angespannt auf und ab.
Beide beherrschten die Kunst der Magie. Aurelia, schnell und geschmeidig mit ihren beiden Säbeln und roten Haaren. Manchmal war sie sehr frech, aber eine treue Freundin und sie stellte sich jedem Gegner, was nicht immer gut für die Gegner ausging. Karlunah, die jüngste von ihnen, mit einem Kurzschwert und flink mit einem Dolch. Sie trug ihre blonden Haare zu einem Zopf geflochten und schnallte sich gerade ihr Schwert um.
Daloon der Zwörg, der teils cholerische Züge aufwies und die typisch für Zwörge unterschiedlichen Farben von Bart und Haaren hatte. Zwörge sind größer als Zwerge und ein eigenes Volk, das aus Kreuzungen von Menschen und Zwergen entstanden ist und sich selbständig gemacht hat. Meistens tragen sie eine typische Streitaxt, wie auch Daloon. Die Waldläufer, Sormina und Marcus, kannten jeden Weg und was Dinge wie Kondition und Wissen über die Natur anging, waren sie nicht zu übertreffen. Sie waren gerade damit beschäftigt mögliche Wege für ihre Reise zu finden. Beide hatten braune Haare. Die Gruppe hatte beschlossen, zusammen zu reiten, auch wenn die Nachricht dann länger brauchte, um alle zu erreichen, denn es waren doch einzelne Menschengruppen schon weit in das Land vorgedrungen und machten die Wege unsicher. Leivan trat vor sie und sagte: „Brecht jetzt auf und kommt wieder, wenn ihr alle Völker gewarnt habt.
Viel Glück auf euren Wegen. Passt gut auf Karlunah auf, ihr darf nichts passieren! Und noch etwas“, er senkte die Stimme, „– besorgt dies für mich, es steht alles Nötige in diesem Brief.“ Er gab ihnen ein zusammengefaltetes Papier und sie machten sich auf den Weg. Karlunah umarmte ihren Vater ein letztes Mal. Leivan versuchte sie noch einmal zu überreden, da zu bleiben, blieb jedoch ohne Erfolg. Die Pferde waren schon gesattelt. Als die Gruppe aufbrach, stand das Volk schweigend hinter ihnen. Man konnte ihre Zweifel an den jungen Freunden spüren. Bald sahen sie die Tore Al’fandels nicht mehr.
Eine Weile ritten sie ruhig durch den Wald. „Stopp! Ich will mit!“, ertönte plötzlich eine Stimme. Alle wussten sofort, wer es war – Lavenda, die größte Zicke unter den Elben. Lauriél antwortete ruhig und entschlossen: „Nein!“ „Doch! Ich will mit!“ Lavenda wusste, dass Lauriél sie hasste für das, was sie ihr, als sie kleiner waren, angetan hatte. Sie hatte ihr den halben Arm aufgeschlitzt. Wären die Heiler nicht in der Nähe gewesen-, sie wüsste nicht, was sonst geschehen wäre. Heute erinnerte Lauriél eine feine Narbe daran. Aurelia stieg aus dem Sattel und zischte: „Lass uns darum kämpfen, ob du mitkommen kannst!“ „Von mir aus, aber ich will gegen Elranah kämpfen, da sie die bessere Kämpferin ist.“ Aurelia knurrte sie wütend an, wiedersprach aber nicht. Lavenda und Elranah stellten sich auf. „Los wir ham´s eilig, klärt eure Elbenprobleme ein anderes mal.“, meckerte Daloon. „Ist mir doch egal“, fauchte Lavenda. Plötzlich stieß Elranah vor und schlug Lavenda das Schwert aus der Hand. Dann schlug sie ihr mit der Breitseite ihres Schwertes gegen den Kopf. Lavenda stieß einen Schrei aus. Sie nahm ihr Schwert und stürzte davon. „Ich glaube, das war keine gute Idee!“ rief Sormina. Aurelia zuckte mit den Schultern und stieg auf ihr Pferd. Elranah stieg auch auf und sie ritten weiter. Keiner sagte ein Wort.
Zur Mittagszeit rasteten sie. „Marcus, machst du den Brief auf?“, fragte Daloon. Marcus nickte und öffnete ihn:
„Toller Auftrag“, murmelte Karlunah. „Ja und so vielsagend.“, stimmte Daloon zu. „Ich würde sagen, dass wir uns wieder auf den Weg machen.“, schlug Aurelia vor. Alle stimmten murmelnd zu. Sie sattelten die Pferde, löschten das Feuer und ritten weiter.
Als es Abend wurde, lagerten sie an einem kleinen Bach. Sie machten ein Feuer und Essen. Marcus und Daloon gingen jagen, dazu musste Daloon jedoch seine Rüstung ausziehen. „Vielleicht solltest du sie einfach auslassen?“, schlug Marcus vor, der nur ein braunes Stoffwams trug. „Wir Zwörge tragen immer unsere Rüstung.“, erwiderte Daloon hartnäckig. Beide verschwanden im Wald. „Ich gehe den Weg vor uns ein wenig auskundschaften“, meinte Elranah und verwandelte sich in einen Wolf, ehe auch nur einer antworten konnte. Ihre Kleidung verschmolz einfach mit, auch der grüne Mantel, den sie trug. Karlunah ließ sich neben Lauriél nieder und gab ihr den Wasserbeutel. „Frisch aufgefüllt.“, meinte sie.
„Danke.“, Lauriél lächelte kurz. Die Ärmel von Karlunahs schwarzem Mantel waren ein wenig nass. „Setz dich doch näher ans Feuer, dann trocknest du schneller.“, schlug sie vor. „Ne. Geht schon.“, erwiderte diese kurz. Beide warteten still. Sormina wollte Feuerholz holen gehen und Aurelia kümmerte sich um die Pferde. Sormina kam wieder, man konnte sie ganz schlecht in der Dunkelheit ausmachen. Karlunah sah sie erst in dem Moment, als sie ans Feuer trat. Sie trug einen grünen Mantel und ein blaues Wams. Gerade als sie sich ans Feuer setzten wollte, drang ein Wiehern der Pferde zu ihnen herüber.
Die drei Freunde sprangen auf und rannten mit gezückten Waffen los. Die Pferde waren aufgeregt, doch niemand war zu sehen. „War Aurelia nicht hier?“, fragte Karlunah vorsichtig. Plötzlich sprang ein dunkler Schatten von hinten auf sie zu. „Was wollt ihr?“, fragte eine dunkle Stimme. Sie wirbelten herum und sahen einer dunklen Gestalt, mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze, ins Gesicht. „Gehört ihr zu dem Mädchen, das nichtsahnend in meine Falle getappt ist?“ Karlunah starrte die Gestalt an. „Aurelia…“, flüsterte sie heiser. „Ach so heißt sie.“ In dem Moment hörte man ein Sirren. Lauriél hatte einen Pfeil abgeschossen. Der Pfeil verhakte sich in der Kapuze und zog sie nach hinten. In den Gesichtern verwandelte sich Angst über Freude zu Wut: „Du Miststück!!!“ Vor ihnen stand mit einem breiten Grinsen im Gesicht ihre Freundin Aurelia. Mit dem grünen Wams und dem braunen Mantel hatte man sie in der Dunkelheit nicht erkannt. „Fast hätte ich dich erschossen,“, schrie Lauriél sie an. „Bei den Göttern, was ist denn hier los? Man hört Euch ja bis Al’fandel!“ Hinter ihnen standen Daloon und Marcus. Sie gingen zurück zum Feuer, wo Karlunah und Sormina ihnen den Vorfall schilderten. Lauriél beobachtete ihre Freunde und dachte nach. Sie waren jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit befreundet. Sie waren ihre Familie. Sie strich sich über den Ledermantel, den sie trug und überlegte weiter. Vielleicht sollte sie ihren Freunden nach der Reise ihr Geheimnis anvertrauen. Aber was wenn…? Ihre Gedanken wurden unterbrochen, als Elranah wiederkam. Sie war wieder ein Elb. „Es ist alles gut. Niemand ist in näherer Umgebung. Aber ihr könntet trotzdem etwas leiser sein.“ Nachdem alle fertig gegessen hatten, legten sich die Gefährten schlafen.
Sieben Tage waren die Gefährten schon unterwegs. Sie hatten viel Spaß. Auch als es regnete, wurde ihnen die gute Laune nicht vertrieben. Sie sangen Lieder und beobachteten nachts die Sterne, da sie sich innerhalb des Schutzbannes der Elben befanden. Lavenda wurde nicht mehr gesehen und war bald vergessen. Daloon beschwerte sich zwar wenn sie trabten, da sein kleineres Pony dann galoppierten musste. Aber auch wenn sie Schritt gingen musste sein Pferd manchmal traben, was er nicht besser fand.
In Nel'fandel, eine der größten Handelsstädte in ganz Ellvarín, hatten sie Bescheid gegeben. Es war eine riesige, eng bebaute Stadt, die trotzdem breite Straßen hatte. Dort drängten sich Karren, Pferde und viele Elben, die zu Fuß gingen. Der Herzog hieß sie im Palast herzlich willkommen und hörte sich ihr Anliegen sofort an.
„Natürlich werde ich meine zur Verfügung stehenden Soldaten sofort sammeln und dem König bereitstellen.“ „Danke, Euer Gnaden.“, sagte Elranah zu dem Herrscher. „Wollt ihr hier nächtigen oder sofort weiterziehen?“, fragte er jetzt nach. „Wir bleiben hier und ruhen uns aus. Jetzt kommt der gefährlichste Teil der Reise.“, meinte Lauriél, „Wir reisen morgen früh wieder ab.“ „Dann seid ihr herzlich eingeladen hier im Palast zu schlafen. Meine Diener werden euch Zimmer bereit machen.“ Sie dankten ihm herzlich und brachen am Morgen darauf mit neuen Vorräten versehen wieder auf.
