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Die Musik Myanmars ist Menschen aus dem Westen fremd. Das liegt an den exotischen Instrumenten und der Musikstruktur Burmas. In der Nachkolonialzeit verbot die Militärregierung Jazz, - Swing und später Rock und Pop. Skurril, wie der Autor durch Zufall Elvis Presleys -Jailhouse Rock- am größten buddhistischen Wallfahrtsort Myanmars, dem Goldenen Felsen präsentierte. Und wie er zu weiteren Auftritten mit RocknRoll-Musik und Balladen an unterschiedlichsten Orten kam. Wahrhaft ungewöhnliche musikalische Erlebnisse im Land der goldenen Pagoden.
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Seitenzahl: 52
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Während meiner 25 Tourismus-Berufsjahre bereiste ich viele Länder. Ich nahm damals ungezählte Fotos auf. Nach einer achtjährigen Malereiausbildung hängte ich 1999 meine Fotoausrüstung an den berühmten Nagel.
Seither fertige ich meine Reisebilder fast nur noch mit Pinsel und Zeichenfeder. Auf Reisen bevorzuge ich Aquarellfarben und Tuschefeder.
Parallel dazu vertiefte ich mein Gitarrenspiel, erlernte Mundharmonika-Spielen und nahm Gesangsunterricht. Inzwischen organisiere ich „Musikalische Stadttouren“. und trete immer wieder auch vor Publikum auf.
So wie bei meinem Live-Auftritt zu Füßen des größten Buddha-Wallfahrtsortes mehr dazu im Buch.
Jean-René Reyma
Meine Liebe zu Myanmar
Burma oder Myanmar?
Buddhismus und Rock’n’Roll - ein Widerspruch?
Mein Live-Auftritt am „Goldenen Felsen“
Die „Saung gauk“ – Myanmars Nationalinstrument
Militär und Mozart
Tin Minh Hlaing
Myanmar heute – vor dem Putsch von 2021
Moderne Musik und traditionelle Namen
Der „Matrosenchor“ der MS Pandaw
Hillbilly im Kolonialpalast
Hochzeit in Mya Pin
„Unmusikalische“ Erlebnisspilitter
Mein Büchlein ist kein Reiseführer im üblichen Sinne oder auch kein Lehrbuch über Buddhismus oder Musik. Es beschreibt persönliche Erlebnisse und individuelle Erfahrungen - vor allem auch musikalischer Art im Land der goldenen Pagoden.
99 Höhlen Pagode in Sagaing
Liebe kann man zu Kindern und auch zu Erwachsenen empfin-den. Ja, man kann sogar Tiere, Autos, Briefmarken, gutes Essen oder Sport-vereine lieben. Doch kann man auch Städte oder gar Länder lieben? Vom ersten Augenblick an fasste ich eine große Zuneiguug zu Burma oder Myanmar, wie das Land heute heißt. Daraus ist inzwischen eine regelrechte Liebe geworden.
Und hätte nicht Corona die Welt in ihren globalen Würgegriff genommen und dazu die burmesischen Militiärs das zarte Pflänzchen „Freiheit“ mit ihren Soldatenstiefeln zertrampelt, wäre ich auch dieses Jahr bestimmt wie-der mehrere Wochen in dieses herrliche Land mit seinen wunder-baren Menschen gereist.
Seit 12 Jahren fahre ich nämlich mindestens einmal im Jahr nach und durch Myanmar. Inzwischen ist mir kaum eine Region dieses Landes mehr fremd: die quirligen Metropolen Yangon und Mandalay, das Yerawaddy-Delta, die Rakhine Region, das Shan-Gebiet und auch das chinesische, laotische und indische Grenzland.
Viele meiner Freunde und Bekannten, die dieses süd-ostasiatische Land auch besuchten, sind von ihm sehr angetan und schwärmen von der Herzlichkeit seiner Bewohner, den sagenhaften Sehenswürdigkeiten, den historischen Königstädten, seinen goldglitzernden Pagoden, den faszinierenden Landschaften mit ihren malerischen Dörfern, schneebedeckten Berggipfeln der Himalaya-Ausläufer und seinen traumhaften Stränden.
In dieser Hinsicht bietet Myanmar eine reichhaltige, farbenprächtige Auswahl. Auf meinen Reiseplänen standen u.a. das Mondfest von Bagan, das Unabhängigkeits-fest der Volks-gruppe der Kayah in Loikaw sowie das Neujahrsfest im Nagaland nahe der indischen Grenze.
Doch auch in vielen kleinen, regionalen Festen in verschiedensten Landesteilen erschließt sich die burmesische Volksseele.
Neujahrstanz der Naga in Hkamti
Manche Myanmar-Reisende fragen sich, weshalb dieses Land manchmal Burma oder ein anderes Mal Myanmar genannt wird. Seit 100 Jahren bemühten sich die dortigen Regierenden, einen einheitlichen Begriff für alle – teils so unterschiedlichen - Volksgruppen zu finden. So wurde mehrmals Bama durch Myanma ersetzt und umgekehrt.
1989 geschah die Umbenennung des Landes durch das Militär in „Republik der Union Myanmar“. Dies diente in erster Linie der Außenwirkung und sollte auch das Selbstbewusst-sein der Bevölkerung in den eigenen Staat stärken, der die Kolonialzeit endgültig überwunden hat. Per Gesetz wurde auch die offizielle Schreibweise vieler Ortschaften neu festgelegt. Hier-für legte man die Ortsnamen in ihrer ursprünglichen Form, also ohne kolonialen Einfluss fest. Dennoch kommt es vor, dass manche Ortschaften zwei oder drei unterschiedliche Namen haben, was Aussprache und Orientierung nicht immer erleichtert.
Diverse westliche Zeitungen hingegen verwenden noch immer die Schreibweise Birma.
Die Einwohner Myanmars selbst bezeichnen ihren Staat meist kurz „Myanma Naingngan“ (Myanmarischer Staat).
Die rund 52 Millionen Einwohner in Myanmar kommen aus vielen verschiedenen Völkern Dadurch gibt es im Land auch mehrere Sprachen, nämlich etwa 40, wie z.B. Bamar, Chin, Kayin, Kayah, Kachin, Mon, Shan, Rakhine. Dazu spricht man über 130 Dialekte. Das burmesische Alphabet besteht aus 34 Großbuchstaben und neun Kleinbuchstaben; für Vokale sowie sieben Zusatzzeichen mit Varianten. Außerdem gibt es drei Tonhöhenzeichen.
Burmesische Schrift – Artikel aus der „Myanmar Times“
Doch wie bereits erwähnt, ist mein Büchlein kein Reiseführer im üblichen Sinne, sondern beschreibt auch individuelle Erlebnisse im „Land der goldenen Pagoden“ – eben auch musi-
Nun, der Religionsstifter Buddha, mit historischem Namen Siddharta Gautama, verbreitete mit seinen Mönchen und Jüngern die buddhistische Lehre im 6 .- 5. Jahrhundert vor Christus in ganz Asien. Inzwischen hat Buddhas Lehre ihren Weg nach Europa, Amerika, Australien, ja sogar bis nach Afrika gefunden.
In Myanmar gibt es heute etwa 80% Buddhisten – zum Vergleich: Deutschland mit knapp 84 Millionen Einwohnern hat etwa 28 % Katholiken und ca. 26% Protestanten.
Die Haltung des historischen Buddha Siddharta Gautama zur Musik wird widersprüchlich überliefert. Einigen Legenden zufolge lehnte Buddha die Musik gänzlich ab. Nach anderen Berichten stellte er für die musikalische Wiedergabe von heiligen Texten strenge Regeln auf.
Buddhistische Musik ist letztlich ein Sammelbegriff für verschiedene Musikstile, die von den regionalen buddhistischen Lehrtraditionen und der Musik der jeweiligen Länder geprägt wird. Hierzu gehören auch hymnische Gesänge von Mönchen und Laien (etwa Pilgern) bis hin zu modernen devotionalen Liedern, die von professionellen Musikgruppen dargeboten werden.
Vielleicht fragen Sie sich, wie wohl eine musikalische Begegnung zwischen Buddha, Stifter einer Glaubenslehre (Lebenszeitraum ca, 563 bis 483 v. Chr. – dazu gibt es auch abweichende Quellen) und von Elvis Presley, dem sogenannten „King of Rock’n’Roll“ (1935-1955 n.Chr.) verlaufen wäre? Natürlich war eine solche persönliche Begegnung schon aufgrund des jeweiligen unterschiedlichen Lebenszeitraumes nicht möglich.
Und nicht minder gegensätzlich stehen sich die Klänge eines traditionellen burmesischen Saing Waing-Ensembles und einer westlichen Tanzcombo oder gar Rock’n’Roll à la Elvis gegenüber.
Ebensowenig sind die Aufführungen von klassischen Sidaw-Orchestern und westlicher Klassik vergleichbar, egal ob die eines Johann Sebastian Bach oder Wolfgang Amadeus Mozart.
