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Emily hat Fernweh und ihr Traumreiseziel fest vor Augen. Doch das Virus mit dem großen C hält sie vom Reisen wie in alten Zeiten ab. Ihren Reisefrust überschüttet Emily mit Kekskrümeln, in ihren Morgentrunk gibt sie einen extra Löffel Zucker und ihr wird klar, dass Macarons keine Kekse sind. Mit Keksrezepten aus aller Welt backt sich Emily an ferne Orte und schwelgt dabei in Reiseerinnerungen. Wird Emily ihr Traumreiseziel erreichen?
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Seitenzahl: 28
Veröffentlichungsjahr: 2023
Lea Morea
Emily hat Reisepläne
Impressum
© 2023 Lea Morea
Alle Rechte vorbehalten
ISBN: 9783756869152
Herstellung und Verlag: BoD-
Books on Demand, Norderstedt
Inhalt
Emily hat Reisepläne
Emily backt sich weg
Kekskrümel im Frühling
Magnolien und Schokodrops
Olivenhain und Blätterteig
Zitronenblüten und Espresso
Café au lait mit extra Zucker
Zimt mit Kaffeeduft
Guten Morgen Fernweh
Cookie & Fly
Zartbittere Reisepläne
„Kann ich nicht an einem anderen Ort sein, wo nicht schon um 16.00 Uhr die Sonne untergeht?“ fragte sich Emily. Anstatt an einem sonnigen Ort zu sein, saß sie in der U-Bahn mit etwas Atemnot unter der FFP2 Maske und müden Augen. Ihr etwas zu langer Pony piekte in den Augen. Unter normalen Umständen hätte Emily ihn einfach gekonnt zur Seite gepustet, aber dank der endemischen Corona-Lage musste sie ihren Zeigefinger dafür benutzen, um wieder freie Sicht zu gewinnen. Emily trug diesen Zustand mit Fassung, denn sie hatte ihr wöchentliches Ritual in Aussicht, dass sie immer dienstags zelebrierte und sie nach Hause eilen ließ. Sich von der zu eng sitzenden FFP2 Maske zu befreien und die frische Winterluft einzuatmen auf dem kurzen Fußweg nach Hause stellte für Emily immer eine kleine persönliche Herausforderung dar. „Hoffentlich bleiben meine Ohrringe nicht wieder in der Maske hängen“, war Emilys Gedanke bevor sie ihre Maske abstreifte. Diesmal ging es aber gut und ihre zweieurostückgroßen Ananas-Ohrringe verhakten sich nicht in den Schlaufen ihrer Maske. In den letzten Jahren sind die fruchtigen Motiv-Ohrringe zu Emilys Markenzeichen avanciert. Von jeder Reise brachte sich Emily ein neues Paar Ohrringe mit als Erinnerung an erholsame Urlaubstage. Egal, ob Kiwi, Erdbeere, Banane oder Mango. Emily brauchte nicht nach ihren aktuellen Symptomen googlen, sie hatte Fernweh, das wusste sie ganz genau. Ihre Sehnsucht die Welt zu bereisen war sehr groß, aber gerade sprachen die Umstände nicht für sich. Und Emilys Reisepläne mussten in die Zukunft verlegt werden. In Gedanken war Emily oft Barfuß am Strand unterwegs, sogar jetzt bei Minus Temperaturen. Diese Reisemomente, die die Augen zum Strahlen bringen, den Mund zum Lachen, wo das Herz glücklich ist und der Seele guttun, vermisste sie so sehr. Hinter Emilys zu langem Pony versteckte sich ein kreativer Kopf, der permanent versuchte Ideen hervorzubringen, wie sie ihre Reiseverliebtheit mit ihrer zweiten großen Leidenschaft für Kekse verbinden konnte. Eine kleine grüne Faustgroße Bambusdose hatte Emily immer und überall dabei, gefüllt mit knusprigen und krümeligen Keksen. In den letzten Wochen entstanden in ihrer kleinen Küche Schoko-Cookies, die sie an New York erinnerten, zuckersüße Florentiner versetzten Emily zurück in die Straßen von Florenz oder Kokos-Kekse stellvertretend für die traumhaften Strände der Seychellen. Heute wünschte sie sich etwas weiter weg für ihren „endlich ist der Tag vorbei“ Keks, nach Neuseeland. Dort war gerade Sommer und der Mond steht auf dem Kopf wie die ganze Welt gefühlt aktuell.
Dieser Gedanke ließ Emily schmunzeln. Weil sie noch einen Rest Cornflakes Zuhause hatte, der nicht genug war für eine Frühstücksportion, wollte Emily crunchige schokoladige Cornflakes-Kekse nach einem neuseeländischen Rezept backen. An diesem Dienstag wollte sie sich beim ersten Biss und einem herrlich duftenden Flat White wegträumen an das andere Ende der Welt nach Neuseeland. Träumen von uralten Farnwäldern, freundlichen Menschen und ursprünglicher Natur. Emilys Back-Ritual am Dienstag war ihre Art und Weise zu sagen: „Mir reicht´s!“ Ich backe der Welt ein schönes Plätzchen. Ich backe mich weg.
