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Jonas Bek-Anschütz

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Beschreibung

Zwei Halbwüchsige mit rebellischen Ideen, schon in der Menschenwelt eine unberechenbare Sache. Doch wie sieht das Ganze innerhalb einer Kuhherde aus? Eine Geschichte über den Bruch mit Gewohntem, die Erweiterung des eigenen Horizonts und die Sehnsucht nach dem Unbekannten.

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Seitenzahl: 31

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Jonas Bek-Anschütz

Vielen Dank für das fantastische Cover an

Jonas Augustin Mann!

Über seine Projekte und Ausstellungen erfahrt ihr auf

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IG: @jonasaugustinmann

Hier gibt’s alles über neue Texte und Hörbücher von mir:

IG: @jonasbekanschuetz

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Sie sind alle fort. Die ganze Herde ist abgehauen, hatte mir Hatti, der Wasserbüffel erzählt. Alle? Das konnte nicht sein, das glaubte ich nicht. Angeschrien habe ich ihn, wie eine wildgewordene Ziege. Ich habe ihn verflucht, ihn zur Sau gemacht, den guten alten Hatti, der doch immer von allen gemocht wurde, weil er immer jedem geholfen hat. Doch obwohl ich ihm wohl mehr vertraute als meiner eigenen Mutter, konnte ich ihm nicht abkaufen, dass mich einfach die ganze Herde im Stich gelassen hat. Ich beschimpfte ihn, er sei ein schmieriger Lügner, was er sich erlaubte solche Intrigen zu spinnen, wie sehr er mich enttäuscht hätte, das volle Programm.

Dann habe ich die Fliege gemacht. Vor allem hat es mich wegen En genervt. Dass der einfach so abhaut. Ich mein die Herde - na gut - das wundert mich nicht. Einer läuft vor, alle hinterher. Das kann ich ihnen fast nicht übelnehmen. Aber En war anders. Der wusste es doch besser. Das wusste ich, seit ich ihn kennengelernt hatte. Das war übrigens wichtig, glaube ich. Also, dass ich En getroffen habe. Weil ich war immer ein bisschen - sagen wir - anders eingestellt gegenüber meinen Artgenossen. Mich haben die schon immer zu Tode genervt. Ich mein, habt ihr denen Mal zugeguckt, wenn die fressen? Also nicht nur, dass es einfach total widerlich aussieht und einem jeglichen Appetit verdirbt. Sondern auch wie dämlich, wie Gott verdammt dämlich die dabei aussehen. Oder wenn die laufen, ne? Da dackelt jeder dem anderen nach, ohne dass irgendwer weiß wohin es überhaupt geht. Ich frage mich, wie das funktioniert, weil irgendwie muss ja irgendwer einen Plan haben, oder?

Schon klar, ich gehöre auch zu denen, ja ja. Ich sehe beim Fressen wahrscheinlich genauso dämlich aus. Obwohl ich mir ja Mühe gebe. Mir auch klar, dass es jetzt schwierig ist, zu rechtfertigen, ob ich da so meckern darf. Aber das stört mich ja am meisten. Also, dass ich einer von denen bin. Ich mein, man kann sich's ja nicht aussuchen, als was man geboren wird. Das kann man ja frühestens ab der Geburt, also aussuchen. Das wäre ja noch schöner, wenn man das wählen könnte. Da steht man dann in so einer Art Nichtwelt, als formloser Geist und hat so was wie einen Mega-Computer vor sich. Da kann man sich dann in Ruhe alles anschauen und sich aussuchen, ob man jetzt männlich wird oder weiblich. Oder ob man dann in Europa lebt, oder in Kanada oder eben Vietnam. Und als nächstes überlegt man dann, ob man lieber als Ameise die gesamte Vegetation regelt, oder als Adler auf alle runterspuckt, oder als Mensch die Erde regiert. Oder eben, dass man als Kuh in eine Herde reingeboren wird, wo einer blöder ist als der andere. Scheißdreck. Naja... Irgendwo ist es wahrscheinlich auch ganz gut, dass man nicht wählen kann, als was man leben will. Oder zumindest, dass das nicht jeder einfach so machen kann. Weil, sonst gäbe es ja voll viele Tiere gar nicht mehr. Ich mein, mal ehrlich: Wer hätte denn großartig Bock als Fliege geboren zu werden, oder als Schimmelpilz.