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Durch den Dualseelenprozess ist die Ich-Erzählerin so sehr von ihren Traumata befreit, dass sie nicht mehr bereit ist, ihre Intelligenz unter den Scheffel zu stellen. Somit wagt sie es einen guten Kumpel des Patrioten auf einen fachlichen Fehler hinzuweisen. Dafür wird sie virtuell gesteinigt und regelrecht mit Worten ans Kreuz genagelt. Als dem Kumpel die Argumente ausgehen, plaudert er aus, wie der Patriot Falco sich damit brüstet, dass die Autorin statt sich im Liebeskummer bei der besten Freundin auszuheulen, in ihren Büchern seine Privatsphäre verletzt, obwohl Monate später seine Handschrift beweist, dass er der geheime Lektor der vorigen Buchteile war. Falco beweist auch, dass hinter seiner Psychopathie das Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Phänomen steckt, für das die Autorin bislang Verständnis aufbrachte. Aber jetzt setzt sie ihm knallharte Grenzen, und droht ihn ins Gefängnis zu bringen, selbst wenn er dort an Insulinmangel verreckt. Denn er ist auf den Zug der Rufmord-Kampagne aus dem zweiten Teil aufgesprungen, die entweder vom Verfassungsschutz oder von Freimaurern inszeniert war. Ein alter Verdacht keimt auf: Ist der Patriot ein Verräter?
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Seitenzahl: 929
Veröffentlichungsjahr: 2026
Nicola Steiner
Engelsflammen mit einem Patrioten
Krieg der Dualseelen
„Als Rom groß wurde, griff es nach Norden und eroberte Germanien, also sein eigenes Heimatland. Man hatte offenbar den Ursprung vergessen. Welche Lehre ist daraus zu ziehen? Erinnere die wahre Geschichte! Ohne wahre Geschichte sind wir abgeschnitten von der Erkenntnis, was zu tun, richtig ist.“
Holger Kalweit in „Irrstern über Atlantis“
Dieses Buch ist mit einem Zeitstrahl verknüpft, der entsprechende vertiefende Informationen beinhaltet: nicolasteiner.de/zeitstrahl
Fußnoten-Links (FN): https://steiner-horsemanship.blogspot.com/2018/04
(alle Engelszahlen in Fußnote 236 / die volle Diskussion mit Buchfigur Jens1)
Ähnlichkeiten mit real lebenden Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt. Namen aus dem Herrn der Ringe nach J.R.R. Tolkien wurden aus künstlerischen Gründen bewusst gewählt, um uns unseren Ursprüngen zu nähern (gemäß § 51 UrhG)
ISBN 978-9-403-86850-9
©Nicola Steiner 2026
„Ich habe eine Idee“, sagte Flo, als wir zu dritt in Richtung unseres fast erworbenen Hofes fuhren. Denn der Sitz von meinem Mini-Wohnmobil war so hoch, dass ich mich etwas schwer damit tat, meinen Fuß permanent aufs Gaspedal zu stellen. Mein Schwiegersohn in spe schlug nun vor, dass er den Fahrersitz ausbaut und die Drehfunktion entfernt. Ich könnte ja noch den Beifahrersitz nach hinten drehen, um im Wohnmobil zu frühstücken. Meine Tochter stimmte ein mit: „Du bist doch eh alleine unterwegs.“ Das ärgerte mich. Denn es war ja nicht völlig ausgeschlossen, dass man mit Ende 50 doch noch einen Lebenspartner findet.
Aber vielleicht sagte sie das deshalb, weil ich am Vortag begeistert erzählt hatte, dass ich für den dritten Teil dieser Buchreihe ein Ende gefunden habe, und das war: „Ich muss Falco loslassen.“ Darüber schien meine Tochter erleichtert zu sein. Denn dem Falco schmachtete ich schon seit anderthalb Jahren hinterher, wo er aber nur im ersten Jahr meine Gefühle zu erwidern schien. Er hat mir sogar die Freundschaft gekündigt und mich auf Telegram gesperrt, weil ich ihm auf den Kopf zugesagt habe, dass er mich belügt. Das wertete er als unüberwindbar, obwohl er mich menschlich noch mochte, so schrieb er mir vor fast einem Jahr.
Trotz Freundschaft kündigen, schien auch Falco den Kontakt zu mir zu suchen. Denn er hat damals mit mir zusammen an einem Zeitstrahl-Projekt des Querdenkeranwalts Ralf Ludwig gearbeitet. Es gelang uns, das ZAAVV-Projekt als kontrollierte Opposition zu entlarven. Ich sah Falco monatelang nur noch virtuell.
Als ich ihn real wiedersah, weigerte er sich, mich zu umarmen, bat mich aber eine Stunde später, mit ihm zu reden. Doch wir drehten uns im Kreis. Ich blieb dabei, dass ich durch seine gute Freundin Marlies ganz genau wusste, was er sich selbst nicht verzeihen konnte; er beharrte darauf, dass sie etwas verwechselt hätte. Ich hatte ihn mit seiner Tat konfrontiert, weil ich einmal versprach, ihn aus seinem Trauma zu holen. Für ihn schien nichts wichtiger, als dass ich ihm glaube. Genau das riet Flo mir vor einem Dreivierteljahr, dem ich mitten in der Nacht mein Herz ausgeschüttet hatte: „Beschließe doch einfach Falco zu glauben.“
Flo hatte in den ersten beiden Teilen der Trilogie den Alias Nicht-Horst, weil er ja wirklich nicht Horst heißt. Im ersten Teil war Falcos und meine Welt noch in Ordnung. Er umwarb mich auf wunderbar altmodische Art – zumindest so lange ich nicht versuchte, Falco auf seine Gefühle festzunageln; dann hagelte es Körbe.
Der zweite Teil begann damit, dass Falcos Mutter mich besuchte. Ich dachte, dass sich endlich all meine Träume mit Falco erfüllten; aber dann wurde Teil 1 von V-Leuten des Verfassungsschutzes angegriffen. Falco und ich entzweiten uns immer mehr, obwohl wir telepathisch miteinander verbunden waren. Denn Falco ist meine Dualseele (FN 16 - 20): Es traf mich schon bei der ersten Begegnung wie ein Blitz und fühlte sich so an, als würde ich ihn schon seit Ewigkeiten kennen. Auch die für Dualseelen typische sexuelle Anziehungskraft war überwältigend, obwohl ich mittlerweile seit zwölf Jahren keinen Sex mehr hatte. Es gab so viel Symbolik in Form von Greifvögeln und Zahlenmystik in dieser Dualseelenbegegnung. Die faszinierendste Symbolik war, dass Falco und Flo nicht nur dieselben Initialen, sondern auch fast denselben Nachnamen hatten – wie auch dieselbe Schuhgröße, exakt die gleiche Körpergröße und eine Augenfarbe, die grün gesprenkelt ist.
Ich konnte Falco trotz Trennung aus der Ferne spüren, und das ließ sich sogar ziemlich oft an realen Ereignissen festmachen: Im ersten Teil habe ich des Nachts den stummen Ruf „Falco, bitte hilf mir“ ausgesendet; er meldete sich nur zwei Minuten später. Nach der zweiten Trennung spürte ich manchmal ein Ziehen im Genitalbereich, wenn er einen Post von mir in der Treffgruppe sah, den mein guter Freund Cellophan Scheidenblitz nannte. Aber Falco ignorierte seit vier Monaten meine E-Mails.
Meine Tochter wertete es als Mangel an Interesse; ich fühlte mich erpresst. Obwohl er jetzt eine andere hatte, meldeten sich Freund(innen) von ihm bei mir. Sie teilten mir zwischen den Zeilen mit, dass Falco und ich doch noch zusammenkommen könnten, nämlich dann, wenn er heilt. Von Heilung wollte er aber nichts wissen, sondern trug Konflikte nonverbal aus: Er zog sich schweigend zurück, sperrte auf Telegram, stellte ein Profilbild von sich und seiner 'Neuen' ein, wo ein jeder sagte:
„Das ist kein Liebespaar.“
Es hat mir auch noch niemand gesagt, dass die beiden zusammen sind. Keiner wusste seltsamerweise von nix.
Diese (kindliche) Art, Konflikte zu lösen, ist typisch für Borderline. Aber all das würde sich laut Studien im Nullkommanichts in Luft auflösen, wenn man mithilfe der EMDR-Methode sozusagen erwachsen würde. Die Idee ist, dass die Augenbewegung des R.E.M.-Schlafes imitiert wird, und so eine Nachbearbeitung von traumatischen Erlebnissen aus der Kindheit erfolgt: Frei flottierende Ängste werden auf diesem Weg ins Langzeitgedächtnis transportiert.
Falco nannte das abfällig EMDR-Fingerpingpong, weil er mit seinen Augen meinen Fingern folgen musste, als wir es vor einem Jahr gemeinsam ausprobierten. Aber er hatte Angst davor, das entscheidende Thema hochkommen zu lassen, so dass er letztlich das EMDR2 abbrach. Auch Falco hatte seit zwölf Jahren keinen Sex. Denn sein Trauma löste eine sexuelle Blockade aus, die er mir am Ende des Gedankensex-Buches gestand.
Zeitgleich signalisierte er mir damals, dass er es gerne mit mir versuchen würde. Doch er hätte Angst, dass es mich verletzten könnte, wenn wir es tun. Dieser erste Teil endete damit, dass wir uns dazu verabredeten, ein Video zur heilsamen Wirkung des Orgasmus gemeinsam anzusehen. Daraus wurde nichts, weil ich Falco aus einer Borderline-Spaltung heraus das Lied „Benutz-mich“ von den Böhsen Onkelz gesandt hatte. Für mich war es Ausdruck meiner Liebe. Auf ihn wirkte es abschreckend. Die Zusendung des Lieds führte dazu, dass er mir nicht mehr erzählte, was er seiner Ex-Freundin angetan hat.
Eine einzige Minute im Leben, die alles veränderte und wo man sich so sehr wünscht, man könnte die Zeit zurückstellen. Ich habe mir trotzdem immer vorgestellt, dass Falco in unserem neuen Hof mit einzieht – zumindest im Winter.
Ich konnte ihn sogar vor dem geistigen Auge sehen, wie er in meiner riesigen Küche werkelt oder auf meinem neuen Sofa sitzt: ein weißes Ledersofa, das mir die Schwester des Wirtes geschenkt hat, zu dem wir ausweichen mussten, als inoffizielle Mitarbeiter des Verfassungsschutzes im 2. Teil der Buchreihe, dem Rosenkrieg, versuchten, mich von der Gemeinschaft der Ungeimpften zu isolieren.
Mittlerweile waren Larissa, Flo und ich am neuen Hof angekommen. Das neue Haus hat 320 Quadratmeter Wohnfläche, und es gibt einen kleinen Offenstall für Pferde. Wir kauften 2.500 Quadratmeter Grundstück, erhielten aber jede Menge Weiden als Pachtflächen hinzu. Eine liegt sogar an einem Feuerlöschteich, und das habe ich mir immer schon gewünscht, irgendwie am Wasser zu wohnen.
Als ich Falco kennenlernte, hatte ich die Vision, dass er eine Rolle bei der Versöhnung meines Sohnes und mir spielt, als ich Falco mit einem jungen Mann Schach spielen sah. Aber auch das war jetzt anderthalb Jahre her. Mein Sohn und ich waren nach wie vor entzweit; Falco fragte immer mal wieder nach dem Stand der Dinge. Ich fragte mich, ob es irgendeine Symbolik hat, dass der neue Hof nur fünf Minuten von der Wohnung entfernt ist, wo ich damals mit meinem Ex-Mann, wohnte, wo mein Sohn die ersten Monate seines Lebens verbrachte. Wir suchten damals ein Haus in Wipperfürth, weil die Stadt genau in der Mitte zwischen dieser Wohnung und meiner alten Heimat Hückeswagen liegt, aber fanden nichts.
Der neue Hof ist nun in Wipperfürth und für 'meine Kinder' – so nannte ich Flo und meine Tochter – liegt er tatsächlich so ziemlich in der Mitte vom Wohnort seiner und meiner Mutter – sprich: Larissas Oma. Ich hatte Angst, dass ich mich mit dem Umzug von Falco entferne, aber diese Entfernung war exakt dieselbe wie zu dem Haus, in dem ich ein Vierteljahrhundert lang mit meinen echten Kindern (sprich: Larissa und ihrem Bruder) gelebt habe. Dort hatte ich Falco jeden Winter angeboten, dass er einzieht, was er stets ablehnte. Erst, weil er dachte, es wäre für Larissa unangenehm, wenn da plötzlich ein Mann im Haus wäre. Und als ich ihm fürs Folgejahr anbot, dass er in der Blockhütte neben meinem nun zu verkaufenden Haus unterkommen könne, sagte er, dass das zu weit für ihn wäre.
Er sagte dies in Gegenwart der Frau, die später seine neue Freundin werden sollte. Sie saß in seiner Küche und trank Kaffee mit ihm. Die beiden hatten sich zuvor auf dem Parkplatz beim Supermarkt getroffen. Ich schneite 'zufällig' herein und wurde von Falco strahlend in seine Hütte gebeten, was ein Novum seit Monaten war. Denn wenn ich ihn sonst überraschte – Verabredungen mit mir verweigerte er seit dieser Lügen-PDF – saß ich mit ihm in seinem Garten. Er schickte mich nicht weg, sondern fragte, was mich zu ihm führte. Ich sagte: „Ich wollte mal gucken, was du so machst“, worauf er strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Als ich ergänzte, dass es mir auch darum ging, diesen Zeitstrahl des kontrollierte-Opposition-Anwalts auf meine Domain zu ziehen, strahlte er nicht mehr, aber versprach, sich darum zu kümmern. Als er das nach Wochen endlich tat, nannte er mich noch eine „liebe Freundin“, als er meinen Hoster nach einem IT-Zugang fragte. Eine Woche später wollte er nichts mehr von mir wissen.
Falco war Diabetiker Typ 1 und würde sterben, wenn er nicht innerhalb des nächsten Jahres Heilung fand. Denn ihm ging allmählich das Insulin aus. Er war nicht krankenversichert, weil er eine Art von Widerstand leistete, bei dem er sich „nicht einließ“, indem er die Zahlungen an den Staat verweigerte. Deswegen gab es Strafbefehle gegen ihn: Er wurde polizeilich gesucht. Das hatte zur Folge, dass er nicht krankenversichert war und keine Chance mehr hatte, an Insulin zu kommen. Das wollte er auch gar nicht. Denn er befürchtete, dass das neu hergestellte Insulin mRNA beinhaltet: Das, was auch die neuartigen Impfstoffe so gefährlich machte. Finanziell stand Falco das Wasser ebenfalls bis zum Hals.
Mir auch, denn ich hatte ja nicht nur Schulden bei der Krankenkasse und der GEZ, weil meine Klagen gegen das Jobcenter nicht bearbeitet wurden, sondern auch Schulden von über 20.000 Euro, weil ich einen Prozess gegen Ariane Telgen verloren hatte. Zwar hatte ich sie als Urheberin von Filmszenen, die ich in ein journalistisches React-Video eingebaut hatte, durchaus genannt; aber ihr Lebensgefährte behauptete, er sei der eigentliche Urheber, obwohl er an keiner Stelle im YouTube-Kanal als solcher genannt wird. Trotz § 63 Urhebergesetz, der besagt, dass ein Urheber, der sich nicht zu erkennen gibt, nicht genannt werden muss, gaben die Richter ihm in beiden Instanzen Recht. Ich fragte mich, ob Falco diese Richter für Freimaurer halten würde. Bei Landräten und Bürgermeistern war er da ganz sicher. Hört sich nach Verschwörungstheorie an, aber Falco hat mich auf ganz viele Sachverhalte gestoßen, auf die ich ohne ihn niemals gekommen wäre.
In 90 Prozent der Fälle behielt er recht: Es gibt eine Personengruppe3, die seit Jahrtausenden oder mindestens Jahrhunderten daran arbeitete, die Weltherrschaft an sich zu reißen; dies meist nicht durch offenen Krieg, sondern vor allem durch die Unterwanderung des Widerstandes4.
Falco hat beim Kennenlernen einmal gesagt, dass es keine Zufälle gebe, und dass wir Symbolen zu wenig Bedeutung beimessen. Es war gerade das Feingeistige und Sensible, das ich so sehr an ihm liebte, als er sich mir noch gezeigt hat.
Als wir den neuen Hof gemeinsam mit den Verkäufern besichtigten, um herauszufinden, ob auch unsere Tiere dort artgerecht und vor allem ohne Schlamm leben könnten, kreisten vier Milane über dem Hof. Und als ich das allererste Mal dort war, sah ich ebenfalls Greifvögel. Also eigentlich immer, wenn ich da war.
Elisa, die Freundin von mir, die Falco umgehend kontaktierte, nachdem er mir die Freundschaft gekündigt hatte, sah es so, als wären sie, Cellophan und ich die Milane und Falco der Falke, die am Ende alle vier zusammen fänden. Elisa redete sich ein, dass Cellophan ebenfalls ihre Dualseele sei. Cellophan und ich mutmaßten, dass sie Märchen erfand, wenn sie von telepathischen Erlebnissen sprach. Elisa hat mal ein Bild gemalt, bei dem sich vier Personen – zwei Männer und zwei Frauen – umarmen und wertete es als Zeichen dafür, dass sie irgendwann mit Cellophan ein Paar wird. Sie sagte mir, dass Jesus ihr Cellophan geschickt hätte. Jesus erhielt von ihr den Beinamen „ihr Logistiker“; Cellophan und ich machten uns darüber lustig, dass immer, wenn Elisa etwas Gutes widerfuhr, dann war es ihr Logistiker. Immer wenn etwas Schlechtes passierte, war der vollkommen unschuldig. Elisa hatte ein derart kindliches Gemüt, dass sie die Komplexität der Schicksalsgesetze5einfach nicht verstand. Sie würfelte Spiritualität und Esoterik heillos mit Horoskopen und Sonnenstürmen durcheinander.
Man konnte es ihr nicht verübeln. Denn sie wurde 13 Jahre lang fast täglich von ihrer Mutter verprügelt, die eine Narzisstin gewesen sein soll. Ich fragte mich immer, ob Elisa selbst ebenfalls Narzisstin oder ob es noch Borderline war.
Jedenfalls log sie, dass sich die Balken bogen. Da es mich manchmal drängte, wenn ich zu Cellophan fuhr, einen kleinen Umweg zu fahren, um einen Blick aufs neue Domizil zu werfen, sah ich jedes Mal Greifvögel. Daher glaubte ich mittlerweile, dass diese drei Milane und der eine Falke gar nicht für Elisa, Cellophan, Falco und mich standen, sondern für 'die Kinder' sowie Falco und mich. Das war naheliegender, denn Falco wurde als Larissas männliche Entsprechung bestellt und hatte fast denselben Nachnamen wie Flo: Es wären dann 2 x Steiner und 2 x Men .... Aber was bringt mir all die Symbolik und Esoterik, wenn bei jedem Konflikt, bei jedem Missverständnis von Falco gleich der Kriegszustand ausgerufen wird? Eine klitzekleine Kleinigkeit (ein Blick, ein falsches Wort) reichte, und schon sah er böse Absichten, wo ich es wirklich gut meinte.
Sein Freund Monopoly sagte einmal, dass Falco eine Neigung dazu hätte, sich die falschen Frauen auszusuchen, die ihn verrieten, indem sie fremdgingen oder ihn sogar beklauten; Falco aber die richtigen Frauen wegen Nichtigkeiten in den Wind schieße, weil er sich an Kleinigkeiten aufhing, sie als Verrat wertete.
Mein Eindruck war ja, dass Falco mich als Reinszenierung seiner Mutter empfand und nur aus einem einzigen Grund jegliche Heilung verweigerte: Er wollte seine Autonomie wahren und sich von nichts und niemanden in seine Entscheidungen hereinreden lassen: schon gar nicht von einer Frau. Manchmal machte er es auf charmante Art, wenn er Nahrungsergänzungsmittel nicht einnahm, sondern zu Dekozwecken missbrauchte. Manchmal wurde er barsch mit Worten wie „Meine Sache.“ Das würde ja sogar alles noch angehen, wenn er nicht zeitgleich so oft darüber klagen würde, wie ungerecht das Leben zu ihm war: Kein Geld, keine Frau, kein Nichts – außer ein Auto, wo er die Kfz-Steuer nicht zahlte und damit riskierte, ins Gefängnis zu kommen. Und er hatte ein Häuschen, wo er aber nur im Sommer wohnen konnte, weil im Winter das Wasser abgestellt wurde. Aber bei mir wohnen wollte er ja nicht, um meine Tochter Larissa nicht zu brüskieren.
Wenn Larissa und ich verschiedener Meinung waren, wurden wir beide laut; aber wir blieben ehrlich und beleidigten einander nicht. Auf das Ankeifen folgte dann ein Rückzug auf beiden Seiten, z.B. dass ich auf der linken und sie auf der rechten Pferdewiese etwas reparierte. In dieser Zeit dachten wir beide darüber nach, wie man das Ganze beibiegen kann, und einer von beiden ging dann zum anderen, um das Gespräch zu suchen, bei dem wir uns aber vor allem im ehrlichen Mitteilen versuchten. Jede sagte, was sie störte, gestand Fehler ein, und am Ende ging es um das, was auch die Monopolys praktizierten: Sie suchten eine Lösung. Obwohl es Traumatherapeuten gibt, die dieses ehrliche Mitteilen als Weg der Traumaheilung propagieren, so war ich ganz sicher, dass Borderliner und Narzissten das gar nicht können, weil sie sich ständig bedroht fühlen. Ehrliches Mitteilen kann also nur der 2. Schritt sein oder das Ergebnis der Traumaheilung.
Nachdem wir morgens mit den Hausverkäufern noch letzte Details besprachen (wo eine Brandschutzmauer noch Einfluss auf den Kaufpreis haben könnte), ging ich mittags zum Schmücken in die 'alte' Nachbarschaft. Ich fragte mich, ob das wohl die letzte Hochzeit sein wird, die ich in dieser Nachbarschaft erlebte und war – bei aller Freude übers neue Traumdomizil – ein wenig wehmütig.
Ich traf den Verpächter der Pferdewiesen und sagte ihm, dass es unser letztes Jahr sei. Bei seiner Antwort fragte ich mich, ob er nicht vielleicht eher mir Geld hätte geben sollen. Denn für ihn war meine Ankündigung eine Katastrophe, weil er niemanden hätte, der ihm die Wiesen mähen würde. Am Morgen hatte ich bei den Wiesen rund um den neuen Hof zwar gedacht, dass man dort auch wechselweise Pferde und Zwergschafe draufstellen könnte; aber um dort anderen Hunden das Hüten beizubringen: Dafür waren sie fast zu bergig, weil zu Beginn muss der Schäfer ja immer mit dem Hund mitgehen.
Mein Border Collie Gael würde das wohl schaffen, mir die Schafe vom Teich unten zurückzuholen. Aber es war harte Arbeit, ihr das beizubringen. Die Wiesen des Verpächters waren viel flacher als die am neuen Hof, und meine Hütetrainerin in Gevelsberg fuhr ja auch jeden Tag eine Viertelstunde, um an der Schafswiese zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Allerdings wäre mir jeden Tag zu viel, und so verhandelte ich mit anderen Nachbarn, ob sie dann bereit wären, den Schafen Wasser mit dem Schlauch aufzufüllen. Ein kleines Mädchen war ganz traurig, dass die Pferde wegzogen.
Das sei das Erste, was sie jeden Morgen machte: Nachschauen, ob die Pferde noch schlafen oder schon fressen; abends war es das letzte, was das Kleinkind tat:
Schauen, ob mit den Pferden alles in Ordnung ist oder sehen, wie ich gerade im Hagel versuchte, die Ponys dazu zu bringen, dass sie sich von Gael in den Pferch schicken ließen. Das klappte anscheinend nur bei gutem Wetter. Es hat ja Gründe, warum man Pferde und Ponys nicht zum Hüten nimmt: Die treten nämlich gelegentlich, wobei sie meinen Border Collie ignorierten, was die Hündin sehr frustrierte. Sie litt, seit ich Falco kannte, an Juckreiz, wogegen nichts zu helfen schien.
Eigentlich lebten wir ja in einer traumatisierten Gesellschaft6, aber bei meinen Nachbarn fragte ich mich, ob sie wirklich traumatisiert sind: Fast alle führten langjährige Beziehungen. Die Älteren waren zum Teil schon 40, 50 Jahre verheiratet und kümmerten sich liebevoll um die Enkelkinder. Sowohl meinen Verpächter als auch die unmittelbaren Nachbarn hörte man nie schreien oder streiten, und trotzdem glaubten sie unisono dem Corona-Märchen und anderen Propaganda-Geschichten. Das sprach dafür, dass sie an Normopathie litten. Mir fiel aber ein, dass bei einer Nachbarin die Ungeduld des Vaters Thema bei den Töchtern war, und die Mutter immer sagte, dass der Vater es nicht so meinte.
Bei einer anderen Familie gab es trotz der großen Harmonie (nur auf den ersten Blick) ein so genanntes schwarzes Schaf, das nicht ins System zu kriegen war, sondern vom Bürgergeld lebte und sich mit dem Skateboard amüsierte. Bei einer anderen Nachbarin wusste ich, dass sie mal in einer psychischen Klinik war, und ganz viele sprachen von körperlichen Symptomen, bei denen die Schulmedizin nicht weiter wisse – so wie beim Verpächter. Ein Pärchen, das zugezogen ist (beide in zweiter Ehe zusammen), erzählte allerdings, dass beide Antidepressiva einnehmen würden: „Sonst wären wir schon lange nicht mehr zusammen.“
Ich dachte an den Roman „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley, wo das Schöne auch auf Glückspillen beruht. Und diese schöne neue Weltordnung plante ja auch das Weltwirtschaftsforum (WEF)7, das von Konzernen gesteuert wird.
Der männliche Part der Antidepressiva-Leute war nichtsdestotrotz 'erwacht' – also zumindest wussten sie, dass eine neue Weltordnung geplant war, und Angela Merkel vom WEF als Global Leader for tomorrow8 ausgebildet wurde.
Zwischendurch gestand ich, dass ich mich dafür schämte, einmal bei den Grünen gewesen zu sein; ein angeheirateter Nachbar lobte, dass ich immerhin Fehler eingestehen könne. Ich verkniff mir die Frage, ob er denkt, dass die CDU die Lösung sei, denn es war ja ein Verein. Aber diese ernsten Gespräche wurden im Laufe des Abends dem Alkohol geopfert, und ich dachte, dass wir im letzten Vierteljahrhundert viel Spaß miteinander hatten. Diese Tradition setzte ich fort, indem ich einen jüngeren Nachbarn mit meinem Wunsch nach Eierlikör in der Eistüte behelligte. Der hatte ein T-Shirt an, das auf seine Leidenschaft fürs Heavy Metal schließen ließ. Er wurde jetzt ausgefragt, ob er auch Metallica möge. Die seien zu lasch.
Da der erste Teil der Patrioten-Trilogie „Gedankensex mit einem Patrioten“ den Leuten ja auch die Kunst nahe bringen will, und die Texte der Böhsen Onkelz ja teilweise schon Poesie zu nennen sind, während die Musik kraftvoll an Germanen erinnert, die aus den Wäldern stürmen, erhoffte ich mir hier mehr Zustimmung. Die seien rechtsextrem; davon gelte es sich zu distanzieren, sagte der Nachbar, der mich zu Beginn des Festes noch so nett angestrahlt hatte. Also fing ich keinen Streit an, sondern sagte nur: „Heutzutage ist doch jeder rechts, der kritisch denkt.“
Da man auf einem Bein bekanntlich nicht stehen kann, hatte ich am Ende an die 17 Eierlikör intus und versuchte der bierseligen Runde mein Haus für 285.000 Euro zu verkaufen, weil ich den Kaufpreis vom neuen Haus mit dem des alten verwechselte. Ich dachte, bevor ich mich jetzt um Kopf und Kragen rede und im besoffenen Kopf das Haus am Ende für nur einen Euro verscherbele, gehe ich lieber ins Bett, schlafe meinen Rausch aus und träume von Falco.
Im Rosenkrieg-Buch war es mir so wichtig, dass Falco sich zu mir bekennt, weil ein jeder unser Verhältnis auf eine Frage reduzierte: „Seid ihr denn jetzt zusammen?“ Alles andere zählte nicht. Wenn ich den Leuten erzählte, dass er mich auch aus der Ferne glücklich machte, dann erntete ich mitleidige Blicke. Der gezielt geförderte Geschlechterkampf, den Falco beim Kennenlernen explizit erwähnte, den aber auch er mitspielte. Dabei wusste er doch genau, dass die Kraft entsteht, wenn sich männliche und weibliche Archetypen9 ergänzen. Die Frage war, wie genau sie das taten. Männliche und weibliche Archetypen ergänzen sich ja auch, wenn beiden Geschlechtern das Rollenbild des Patriarchats aufoktroyiert wird, wo ich es zu bezweifeln wage, dass da irgendeine Kraft draus entsteht.
Das Patriarchat beruht ja auf religiöser Propaganda, die die Frau in allen drei Weltreligionen als dem Mann unterlegen erklärt, und sie zur Folgsamkeit auffordert. Das ist im Grunde der Gegenpart zur Frau, die sich vom Mann nichts gefallen lässt. Auch das wird ja medial gezielt gefördert. Wer nicht ernst genommen und als Zicke entwertet wird, hat dann ja gar keine andere Wahl, als seine Bedürfnisse durch Manipulationen durchzusetzen:
So entstand die Waffe der Frauen.
Der erste WHO-Generaldirektor hat es uns ja sogar verraten, dass sie an diesen Schlüsselstellen ansetzen, um eine Weltregierung10 zu etablieren: Sie zerstören die Familie durch diesen Geschlechterkampf und den Individualismus11 durch diese streng limitierten Rollenbilder für Mann und Frau, obwohl es laut Carl Gustav Jung mindestens zwölf männliche und zwölf weibliche Archetypen gibt (FN 9).
'Sie' traumatisieren uns, machen uns zu Borderlinern, um die Familie zu zerstören und uns zu verdummen. Die Traumafolgestörung sorgt dafür, dass die Amygdala im Gehirn viel zu oft auf Reptilienhirn umschaltet, und das kann nun mal nicht (oder nur verzerrt) denken. Daher hilft die dialektisch-behaviorale Verhaltenstherapie nicht. Denn die setzt ja am rationalen Vorderstirnlappen, dem Cortex, an, der abgeschaltet wird, wenn jemand Angst hat oder in Stress gerät. Dann werden Entscheidungen aus dem limbischen System, wozu die Amygdala gehört, oder gar dem Repitilienhirn (Klein- und Stammhirn) getroffen12. Das erklärt, warum die Schlafschafe sich besser hüten ließen als echte Schafe vom Border Collie Gael.
Als vor zwei Monaten mein Lieblingspferd Fancy gestorben ist, hat sie mir telepathisch mitgeteilt, dass sie geht, damit Falco leben kann. Aber es war schrecklich, sie wegen einer Kolik zu verlieren. Als ich am Nachmittag zum Reitplatz ging, befürchtete ich, meine anderen Pferde auch noch zu verlieren. Denn neu zugezogene Nachbarn fütterten meine Pferde mit Rasenschnitt. Hätte nicht Tauriel zufällig Reitstunde gehabt, hätten wir das gar nicht bemerkt.
Während ich mit einer Reitpeitsche versuchte, meine Pferde davon abzuhalten, mithilfe des Rasenschnitts Suizid zu begehen und Tauriel zurief: „Lass Cisco auf dem Reitplatz stehen und bring mir bitte die Halfter“, wollte Frau Nachbarin Kaffeekränzchen halten. Sie erklärte mir, das wäre doch nur Gras, und Pferde würden doch Gras fressen. Inmitten meines ganzen Stresses musste ich jetzt auch noch erklären, dass Rasenschnitt13 aus dem Rasenmäher niemals an Pferde verfüttert werden darf. Derweil genoss der Verursacher dieses Attentats in aller Seelenruhe einen Drink in der Gartenliege. Ich rief meine Tochter an und bat sie, den an Grippe erkrankten Flo herüberzuschicken, damit er helfe, die Pferde einzufangen, die, ob meiner Fassungslosigkeit über so viel Ignoranz völlig aus dem Häuschen waren.
Die Dame ausländischer Herkunft (bin ich jetzt rechtsextrem, weil ich das erwähne?) wollte derweil weiter mit mir darüber diskutieren, dass ich mich ja wohl gewaltig wegen so ein bisschen Gras anstellte. Es wäre ja gut gemeint gewesen, was bekanntlich das Gegenteil von gut ist. Ich klärte die Zugezogene darüber auf, dass es hierzulande üblich ist, ERST zu fragen und DANN zu füttern. Außerdem gehöre es sich ohnehin nicht, fremder Leute Tiere zu füttern. Das wäre mir aber jetzt egal: Sie möge bitte eine Schubkarre holen und den Rasenschnitt von meiner Weide entfernen, was nach wie vor ignoriert wurde.
Also wurde ich lauter, was ihr völlig latte war. Dann wurde ich noch lauter, worauf sich der Gatte endlich aus seinem Liegestuhl erhob, um den von ihm angerichteten Schaden in Ordnung zu bringen. Endlich konnten Tauriel und ich die beiden ungesattelten Pferde einsperren und Gott danken, dass der kleine Cisco sich nicht auch noch mitsamt Sattel auf dem Reitplatz gewälzt hat. Unser Zeitplan hatte sich durch das ganze Theater bereits um eine Viertelstunde verschoben.
Nun merkten wir, dass ich die Peitsche an Nachbars Zaun liegen gelassen hatte, mit der ich vorher die Pferde vom Rasenschnitt vertrieben hatte. Also musste ich wieder zum Tatort zurück und sah, dass da immer noch Rasenschnitt auf der Weide lag. Ich rief die Nachbarn und bat sie auch das zu entfernen, weil ich eigentlich gerade Unterricht gab. Die Nachbarn schimpften nun unisono: „Das ist doch jetzt weg“, was de facto nicht stimmte. Deswegen wurde ich ärgerlicher und lauter.
Das führte erneut dazu, dass es mir gelang, die beiden zurück zum Zaun zu locken, die nun sagten: „Das ist doch nur ein bisschen.“ Da mein Tag auch nur 24 Stunden hat, meine Reitschülerin wartete, die von den Nachbarn zur Mitarbeiterin erklärt wurde, die angeblich die Erlaubnis erteilt hatte, den Rasenschnitt an die Pferde zu verfüttern, sagte ich noch lauter werdend: „Es reicht jetzt. Nehmen Sie sich eine Harke, und machen Sie auch die Reste weg.“ Nun erzählte mir der Nachbar etwas von Pizza. Ein Kunde habe eine Pizza bestellt, er selbst habe etwas von drei Pizzen verstanden, aber sich nicht so aufgeregt wie ich jetzt. Jetzt rastete ich völlig aus: „Vergleichen Sie jetzt meine Pferde mit Pizza? Geht's noch?“
Derweil kam Flo und bat mich mit einer Handbewegung, mich zu beruhigen, wobei ich am liebsten auch ihm ins Gesicht gesprungen wäre. Meine Wut kam ja nicht von ungefähr, sondern war eine Folge der unsäglichen Renitenz dieser Menschen. Aber Flo ließ sich von ihnen die Harke geben und entfernte den Rest des Rasenschnitts. Ich ging zu Tauriel, um sie in der Reitkunst weiterzubringen.
Tauriel sagte: „Das kann es doch auch nicht sein, dass jetzt der Flo den Rasenschnitt weg machen muss.“ Tauriel, die für nichts konnte, war die Einzige, die sich entschuldigte, und das nicht nur einmal. Sie war wirklich gefragt worden, ob der Rasenschnitt dahin gelegt werden darf; aber sie hatte gesagt, dass sie das nicht entscheiden könne. Das müsse man die Pferdebesitzer fragen.
Cellophan hörte am Abend auf der Demo die Kurzversion der Geschichte zu Zwecken seiner Belehrung. Denn man darf auch mal wütend werden. Ansonsten würde sich die unterdrückte Wut14 in Depressionen verwandeln. Das traf auf Cellophan wie die Faust aufs Auge zu. Denn der war ja in der Adventszeit kurz vorm Selbstmord. Ich war froh, dass er es mir gesagt hat. Denn so konnte ich ihn auf zynische Art und Weise doch noch zum EMDR bringen. Ich sagte damals:
„Das ist eine Superidee, Cellophan, wenn du dir das Leben nimmst, nur um kein EMDR zu machen – könnte ja die Depressionen auflösen.“
Das hat ihn geweckt. EMDR hat dann dazu geführt, dass sein Schmerz extrem abgedimmt wurde. Auf der Demo traf ich auch Hugo, der die Patriotenbücher Korrektur las. Seine Tochter war an der künstlichen Beatmung gestorben15. Sie hatte auch nur deswegen Corona, weil ihr Mann sich zuvor hatte impfen lassen, und sich das PostVac in Form von Shedding auf sie übertrug.
Hugo war nicht nur mein Lektor, sondern auch Falcos Postbote. Denn er klärte mich darüber auf, dass Männer ein Nimm-mich-Angebot nicht mögen und horchte mich aus, ob ich Falco platonisch liebte oder so mit heiraten, was ich widersprüchlich fand. Denn ein Benutz-mich-Lied ist alles, bloß nicht platonisch.
Hugo gab sich alle Mühe, mir zu verklickern, dass meine und Falcos Freundschaft noch zu retten sei, versuchte aber zeitgleich den Eindruck zu erwecken, als hätte Falco etwas mit Greta. Er hatte die beiden auf einer Feier getroffen. Alle hatten sich lautstark gefreut, dass Falco und Greta jetzt zusammen seien, aber weder sie noch Falco hatten das bestätigt durch z.B. „Ja, ich bin froh sie / ihn gefunden zu haben“, was ich so ziemlich jeder Reitschülerin und Freundin erzählt hatte, die dies die Reihe durch als Beweis sahen, dass da eben nichts sei.
Ich war auch sicher, dass ich es spüren würde, wenn Falco eine andere hätte. Dualseelen16 durchschauen einander nun mal, weil es ja eigentlich eine Seele ist.
Eine andere Freundin von Falco, die Selfie-Dame, hatte mir ein Video über Narzissten geschickt, wohl um mich vor dem Irrtum zu warnen, dass ich einen Narzissten für meine Dualseele hielt, obwohl es doch auf der Hand liegt, dass Dualseelen entweder Borderliner oder Narzissten sind. Ansonsten wären es ja Zwillingsseelen. Jede einzelne Station der Dualseelenbegegnung ist Falco und mir passiert: Es gab Telepathie, nächtliche Träume und dieses permanente seelische Miteinanderschwingen.
Auf der Demo setzte sich eine (kritische) Religionslehrerin zu uns, die sich beschwerte, dass die Schlafschafe die Fakten leugnen. Im Beschweren seien sie ja alle gut, nur im etwas dagegen zu tun, scheiterte der Widerstand kläglich. Wenn ein jeder die Zeit, die er auf Demos ging, dafür nutzen würde, sich selbst zu heilen, wäre die Schattenwelt längst besiegt. Aber diese Lehrerin, die ja gerade die Gutgläubigkeit der Schlafschafe beanstandet hatte, bewies mir ihre eigene Gutgläubigkeit, sobald es ums Thema Bibel ging und erinnerte mich stark an Elisa. Als ich die Bibel die älteste Propaganda der Welt nannte, wurde mir das gesagt, was Elisa auch Cellophan immer sagte:
„Du musst die Bibel komplett lesen.“
Das ist wie beim „Lass mich doch mal ausreden.“ Das muss man auch dann, wenn man gar keine Lust hat, sich die Vorträge anderer Leute anzuhören.
Als ich sagte, dass ich sehr wohl eine Menge Passagen der Bibel gelesen hätte, z.B. die zehn Gebote (die seien ja wohl hervorragend geeignet, die Macht der Reichen über die Armen zu sichern: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus – auch dann nicht, wenn er es dir gerade eben geklaut hat“), wurde mir die Offenbarung des Johannes um die Ohren gehauen. Die hatte ich auch gelesen und holte zum Beweis mein Buch „Corona und andere Verbrechen“ aus der Tasche.
Das war sinnlos. Denn mir wurde gesagt, dass in der Offenbarung sehr wohl „Wehe den Reichen“ stehen würde. Da sie einen fanatischen Gesichtsausdruck aufsetzte, ersparte ich mir die Bemerkung, dass man so ein „Wehe“ auch erstinken und erlügen kann. Da mich Elisa 2.0 langweilte, machte ich mich des Kapitalverbrechens des Nicht-Zuhörens schuldig. Ich wandte mich ab und dachte – wie so oft – an meine Dualseele Falco.
Dualseelen finden sich selten auf Erden, aber stets und ständig in der Kunst. Früher bei Romeo und Julia; heutzutage in Serien wie z.B. McLeods Töchter, worauf ich in meinen Büchern ja mehrfach verwies: nämlich, dass die Serie davon lebt, dass 'sie' sich nicht kriegen. Auch Falco und ich waren (noch) nicht zusammen, aber die Hinweise verdichteten sich, weil ich nun statt mit Falkenvideos aus dem Takatuka-Land17 mit Dualseelenvideos auf YouTube zugeschmissen wurde, z.B. eine Grenzgängerin, die mir erklärte, warum es so wichtig für mich war, dass Falco mich abgelehnt hat18:
„Es geht darum, dass dein Gegenüber dir eine ganz bestimmte Wunde spiegelt, indem er eben nicht zu dir kommt, dich ablehnt, weg geht, ... dich so extrem verletzt. Ich weiß, was das für ein enormer Schmerz ist … aus meiner Erfahrung einer der krassesten Schmerzen, die man überhaupt fühlen kann. Das ist ja auch der Grund, warum die Loslasser-Seite so sehr ins Ziehen gerät, weil die Loslasserinnen alles tun möchten, um diesen Schmerz bloß nicht zu fühlen … In Wahrheit ist es so, dass er dir diesen Schmerz als Geschenk auf einem Silbertablett bringt … Wenn er jetzt zu dir kommen würde, dann könnte er dir diese Wunde nicht mehr spiegeln. (…) Das ist die Aufgabe der Dualseele, dir genau diese Themen zu servieren. (…) Es ist so, dass der Gefühlsklärer dich aus (...) Liebe ablehnt!“
Aber als seine Mutter mir einen Brief schrieb, in dem sie mir mitteilte, dass Falco nichts mehr von mir wissen wolle, obwohl er mich eine Woche zuvor noch eine liebe Freundin genannt hatte, war bei mir Schicht. Besonders erbost hat mich, dass sie schrieb, ich sei zu kritisch. Und Leute, die kritisch sind, würde niemand mögen. Ich solle mich auf positiv programmieren. Das ginge. Hugo hatte mir ja auch nahegebracht, dass Männer es nicht mögen, wenn Frauen die Initiative ergreifen.Sylvie Phillip19 stößt ins selbe Horn. Es sei die Aufgabe der Frau, abzuwarten und Tee zu trinken. Als sie von einer Art göttlichem Auftrag schrieb, fand ich das widersprüchlich:
„In der Regel geht die göttliche weibliche Kraft voran, heilt sich und baut ihr inneres Fundament, sobald sie alte Verstrickungen, Karma und unerlöste Gefühle zu 90% geheilt hat. In dieser Zeit begibt sich der göttliche männliche Teil in die Heilungsphase und wird ebenfalls mit seinen karmischen Themen konfrontiert, um sie zu lösen. Er hat bereits in der Heilungsphase der Dame sein Fundament gebaut und darf nun seine Ängste und verborgenen Gefühle hervorholen, um sie zu bearbeiten. In dieser Zeit lässt die Dame bereits von ihm ab und konzentriert sich auf ihr SEIN, bis ER bereit ist, und auf sie zukommt. Erst dann geschieht die vollständige Heilung. (…) In diesem Stadium der Entwicklung geht es nicht mehr so sehr um weltliche Dinge, wie Existenzängste, denn diese werden im Prozess gelöst. Hier geht es um einen höheren Auftrag im Dienste der Menschheit.“ Ich nannte das ja göttliche Aufgabe.
Statt der göttlichen Aufgabe, ereilte mich nun eine weltliche Aufgabe. Denn ich wurde von meinen Kindern wieder in die Kombüse geschickt, um Kartoffeln zu schälen. Die Kombüse war unser Küchentisch, an dem Larissa parallel Zwiebeln schälte, während Flo die Champions anbriet, weil es wohl einen männlichen Archetypen des Kochs gibt. Nein, Quatsch, den gibt es natürlich nicht, aber es gibt einen männlichen Archetypen des Narren (FN 9). Flo war eine Woche lang krank und ignorierte in der Zeit, alle meine Versuche, lustig zu sein. Beim gemeinsamen Kochen holte er alles wieder nach und brachte uns Frauen zum Lachen. Noch etwas, was Flo mit Falco gemeinsam hat: Sie sind beide so witzig.
Aber sie sind auch beide viel zu friedfertig. Das ist an sich eine Eigenschaft, die alle Welt toll findet, mich aber auf die Palme brachte, weil die Ignoranz der Nachbarn, die meinen Pferden fast das Leben gekostet hat, sehr wohl meine angemessene Reaktion rechtfertigte. Offensichtlich haben Larissa und Flo darüber geredet. Denn Larissa kam von sich aus auf das Thema und sagte, dass man das doch wohl wissen müsse, dass man fremde Pferde nicht füttert. Das würde sie immer den Kindern am Spielplatz sagen, dass die unsere Pferde auch nicht mit gepflücktem Gras füttern sollen, weil es ja sein könnte, dass eine Giftpflanze dazwischen ist. Beim Grasen sortieren Pferde das aus; reicht man es ihnen mit der Hand, dann eben nicht. Und würden die Kinder ihre Anweisung ignorieren (was bei Larissa niemand wagte), dann würde sie denen auch den Kopf waschen.
Nach dem Essen fuhren wir zu den Heuleuten (wo wir derzeit billiges Heu erhielten). Flo war dabei, weil er sich Möbel anschauen wollte. Die Heuleute wanderten nach Dänemark aus. Es koste sehr viel Geld, die Möbel mitzunehmen, aber zum Wegwerfen seien sie zu schade. Deswegen kriegten wir nun drei Ledersofas, eine Küche mit Einbauherd und Kühlschrank und jede Menge Schränke und Regale geschenkt. Es war immer solch eine Wohltat, Larissa und Flo zu beobachten, denen es gelang, einander zu vertrauen, weil sie nicht traumatisiert waren.
Und weil es da kein Misstrauen und keine Ängste gab, gab es auch so gut wie keine Konflikte. Wenn man die beiden sah, wusste man, dass es der göttliche Plan ist, dass zu jedem Mann eine ganz bestimmte Frau gehört, die nicht austauschbar ist. Bei Larissa und Flo sah man, dass sie sich gesucht und gefunden haben.
Wenn es mal Meinungsverschiedenheiten gab, gelang es Larissa immer für mich einzutreten, und Flo war einsichtig. Flo wollte nicht so viele Möbel mitnehmen, aber wenn Larissa ihm erklärte, dass man Möbel, die man bei Ebay kauft, ja auch irgendwo abholen muss, gab er nach (in anderen Dingen gab sie nach).
Flo ließ es sich auch gefallen, dass ich im Beisein der Heuleute Witze darüber machte, dass ich so gut wie keine Möbel mitnehmen dürfe, und auch Tauriel Angst hätte, dass Flo mit der Axt dafür sorgt, dass alle meine Möbel beim Auseinanderbauen in Schutt und Asche zerfallen. Durch Cellophan hatte ich jetzt endlich einen Hebel; denn der war Elektromeister; Larissa und Flo brüllten unisono:
„Das sagst du erst jetzt?“ Ich war anscheinend nicht die Einzige, die plante. Denn Larissa riss gedanklich schon Wände ein; da muss wohl das eine oder andere Kabel mitsamt Steckdose umziehen. Es war einfach nur irre, dass die Heuleute gerade dann nach Dänemark auswanderten, als wir unsere Wohnfläche verdreifachten. Und was ja richtig süß war, dass meine Kinder ganz gerührt waren, als ich ihnen sagte, dass sie natürlich auch Teller und Tassen von mir bekamen. Erst dann traute sich Larissa zu sagen, dass sie auf ein bestimmtes Besteck bereits spekuliert hatte. Was für eine schöne neue Welt, die wir uns da im Kleinen aufbauten – auf dass diese sich im Großen manifestiert, wie es im zweiten hermetischen Prinzip der Analogie gesagt wird: Wie im Kleinen so im Großen.
Dieses Schicksalsgesetz (FN 5) war auch am nächsten Tag ein Wegweiser. Denn ich hatte einen Termin beim Rechtsanwalt der ersten Instanz (ob der auch Freimaurer war?) im Ariane-Telgen-Prozess und klopfte mir selbst auf die Schulter, dass es mir am Vortag gelungen war, bei den Heuleuten mein Augenmerk auf das Geld (oder die Geldwerte), das zu mir fließt, zu richten, statt darauf, dass meine Konten bis zum Anschlag überzogen waren, und ich trotzdem diverse Schulden in Raten abbezahlte. Alleine diese Raten machten schon mehrere hundert Euro im Monat aus – mal abgesehen von den Hauskosten, bei denen ich sehr dankbar dafür war, dass Flo und Larissa sich so großzügig daran beteiligten. In ihren Überweisungen enthalten waren ja auch die Kosten für Lebensmittel. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie sich gar nicht das Geld von allen Einkäufen zurückgeben ließen. Aber jetzt war halt dieser blöde Anwaltstermin.
Da ich die Schriftsätze in der ersten Instanz alle selbst formuliert, und mein Anwalt nicht den geringsten fachlichen Beitrag geleistet hatte, hatte ich dem einfach niente überwiesen und alle seine Mahnungen ignoriert. Deswegen zog er im Telgen-Verfahren und noch in einem anderen, wo ich mich komplett selbst vertreten hatte, gegen mich vor Gericht. In beiden Verfahren ging es um meine journalistische Arbeit. Da ja die meisten Richter Freimaurer sein sollen, wunderte es mich nicht, dass sie die Rechtslage so drehten, dass es eigentlich gar nicht mehr möglich war, kritischen oder gar investigativen Journalismus zu betreiben. In dem Strafverfahren war es darum gegangen, dass ich Polizisten beim Auflösen einer Demo gefilmt habe, was ich laut Gesetzestext sehr wohl durfte. Die Gesetze wurden vom Richter der 1. Instanz ignoriert, der das Angebot der Staatsanwaltschaft, dass sie einstellen, wenn ich 1.500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahle, auf 900 Euro reduzierte. Ich war – ganz ohne Hilfe eines Anwalts – in die Berufung gegangen und dachte bei 350 Euro in Raten, dass es das nicht wert war, da weiter vor Gericht zu streiten. Ich machte also die ganze Arbeit, wo der Anwalt, bei dem ich an dem Tag den Termin hatte, nichts weiter getan hat, als Akteneinsicht zu beantragen. Denn das hatte mir die Polizei verweigert („Es ist halt alles ein Verein“, sagte Falco immer). Dafür hatte der Anwalt von mir 290 Euro erhalten, aber er wollte mehr als das Doppelte.
Vor Gericht konnte ich allerdings beweisen, dass ich mich selbst vertreten hatte. Nun geriet er ins Schwimmen. Denn selbst ein weiblicher Freimaurer-Richter konnte nicht ignorieren, dass es da nie einen Anwalt gab. Daraus zog ich den Vorteil, dass ich auch im Telgenverfahren damit drohen konnte, das an die Öffentlichkeit zu bringen, dass er die Mandaten die ganze Arbeit machen ließ und dann die Hand aufhielt. Insgesamt ging es um ein Honorar von weit über 3.500 Euro, obwohl seine einzige Arbeit darin bestanden hatte, meine Texte per Copy and Paste unter seinen Briefkopf zu setzen, weil er merkte, dass ich mich im Medienrecht besser auskannte als er selbst. Und er ist zu einem Gerichtstermin nach Köln gefahren, wo er aber auf mich einredete, ich möge einen Vergleich annehmen, der einem Maulkorb gleich gekommen wäre.
Als ich in seiner Kanzlei ankam, wollte er mich schmoren lassen und ließ mich warten. Als es zehn Minuten über der Zeit war, überlegte ich, ob ich der Vorzimmerdame sage, dass ich leider noch zu einem anderen Termin müsse und nicht länger warten könne.
Es war ja nicht so, dass ich das mit den nonverbalen Machtdemonstrationen nicht drauf hätte, aber dann wurde ich ins Logenzimmer vorgelassen. Herr Freimaurer schlug einen Plauderton an und fragte mich, ob ich noch mit den Pferden unterrichte – er wollte mich mit Jovialität einseifen. Obwohl ich zwar keine Freimaurerin, aber eine Hexe bin, schickte ich ihm den gedanklichen Befehl „Komm zur Sache, Schätzchen.“ Herr Freimaurer drückte jetzt auf die Tränendrüse mit abrechnungstechnischen Schwierigkeiten, wenn er mir entgegen käme.
Ich unterbrach ihn (was ja auch eine Machtdemonstration ist) mit: „Dann schreiben Sie doch, dass es ein Irrtum war. Sowas kommt ja vor“, und der Freimaurer strich vor mir Hexe die Segel und sagte, dass ich ihm das dann aber unterschreiben müsse. All seine Machtdemonstrationen und Schmeicheleien verfingen bei mir nicht. Und dann machte er mir ein bombastisches Angebot von nur 1.000 Euro, wo ich echt an mich halten musste, ihm nicht vor Freude auf den Schoß zu springen. Aber ich behielt mein Pokerface und sagte: „Wenn das in monatlichen Raten von 50 Euro geht, will ich mich da nicht querstellen.“ Ich dachte nur: „Ich muss hier raus, sonst merkt er, dass ich bluffe“, und täuschte dann doch noch den zuvor in Gedanken erlogenen Termin vor und triumphierte erst dann lautstark, als ich im mehr oder weniger schallgeschützten Auto saß.
Das war ein riesiger Schritt raus aus dem finanziellen Mangeldenken. Immerhin hatte Sylvie Philip aus Fußnote 19 ja bereits geweissagt, dass sich alle finanziellen Probleme der Dualseelen in der Endphase in Wohlgefallen auflösen.
Von Telgens bzw. Stefan Karps Anwalt hatte ich ja auch eine Rechnung. Der hatte mir ja mitgeteilt, dass seine Mandantschaft einer Ratenzahlung nicht zustimmen würde. Und ich teilte mit, dass ich sofort zahlreiche neue React-Videos über Frau Telgen machen würde, falls sie mich pfänden. Ich musste zwar eine Vermögensauskunft geben, aber gepfändet wurde ich tatsächlich (erst mal) nicht.
Das Universum war an diesem Tag überhaupt sehr aktiv. Denn bevor ich zum Anwalt fuhr, sah ich ein Bildchen von Folkwin im Whats-App-Status, auf dem ein Unendlich-Zeichen abgebildet war. Darunter war eine Frau, die ihren Arm nach oben ausstreckte, um meinen Sieg über den Anwalt anzukündigen, der wahrscheinlich wohl Angst davor hatte, dass ich ihn überall negativ bewerte, und die ganze Geschichte mit Namensnennung öffentlich mache. Falco würde sagen, das wäre meine Ich-darf-das-Mentalität, aber ich darf das wirklich. Falco hat diesen Kampfbegriff natürlich nicht erfunden, sondern es waren Bertas Schergen, die das in Umlauf brachten, weil Berta ein gutes Recht hat, das für mich aber nicht galt und entweder mit dem Argument „zwischenmenschlich“ oder eben mit dieser Ich-darf-das-Mentalität ausgehebelt wurde. Die erkannte dasselbe, was nun der Anwalt erkannte: Ich ließ mich nicht einschüchtern. Denn ich kenne ja das Friedrich-Schiller-Zitat, wonach die oben aufhören zu herrschen, wenn die unten aufhören zu kriechen. Und einer muss ja mal den Anfang machen (warum nur immer ich?).
Apropos Falco und Kennzeichen-Symbolik: Vor ein paar Wochen hatte ich ein NF-Kennzeichen fotografiert, worauf gleich gleich zwei Unendlich-Zeichen waren. Es waren zwei Achten und Falco wohnte auf Parzelle Nr. 8, was ich so wertete, dass wir unendlich zusammen bleiben. Es gab aber noch etwas, was sich kosmisch und karmisch anfühlt. Denn es waren zwei Makler im Rennen.
Der Makler vom neuen Haus hieß Steiner, so dass wir uns beim ersten Treffen mit „Steiner, Steiner, Steiner“ gegenseitig vorstellten und Florian mit seinem Men ... wie ein Alien wirkte. Der Makler, der mein altes Haus verkaufen soll, hieß zwar nicht Steiner und auch nicht Men .., aber er gehört zum Verbund der Falc-Immobilien. Wenn das kein Zeichen war, dann weiß ich es wirklich nicht.
Es gab an diesem Tag übrigens noch eine gute Nachricht, denn ein Telekom-Mensch hatte mir einen Mobilfunkvertrag betrügerisch aufgeschwatzt, indem er behauptete, der Vertrag käme nur zustande, wenn ich die SIM-Karte einlege. Das war gelogen. Dummerweise hatte ich den Vertrag nicht widerrufen, aber ließ die eingezogene Summe vom Konto immer zurückbuchen. Daraufhin schickte man mir ein Inkassobüro auf den Leib, wo ich die Mahnschreiben umgehend im Papierkorb entsorgte, so dass das Inkassobüro mit Ketten rasselte, sprich mit Klage drohte, und zwar im 14-tägigen Rhythmus à la: „Wenn sie nicht binnen zehn Tagen zahlen, dann klagen wir“, was sie nie taten. Es ging um eine Gesamtsumme von 300 Euro; und heute schrieben sie mir, dass sie die Angelegenheit für erledigt erklären würden, wenn ich 61 Euro bezahle. Den Brief warf ich ausnahmsweise mal nicht in den Müll. Den wollte ich einrahmen.
YouTube schmiss mich weiter mit Videos über Gefühlsklärer20 zu und sagte, dass das Loslassen die Aufgabe des Loslassers ist – was für eine Erkenntnis. Als ich mich am Samstag nach Monaten des Bücher schreibens und redigierens erstmals wieder aufs Pferd setzte, gingen mir „50 Shades des Loslassens“ durch den Kopf.
Als erstes ließ ich den Gedanken los, dass man als Reiter niemals absteigt, weil das Pferd ja dann gewonnen hätte. Immer, wenn ich Queenie mehrere Monate nicht geritten bin, testete sie meine Führungsqualitäten, mit denen ich am Vormittag noch vor meinen Hundekunden geprahlt hatte. Eine davon war meine Nachbarin, die zu Beginn des dritten Teils eine Einzelstunde genommen hatte und damals nicht so streng zu ihrem Hund sein wollte. Sie überraschte mich damit, dass das Platz jetzt funktionierte. Aber der Hund war immer noch aggressiv anderen Hunden gegenüber, weswegen wir als Gruppe durchs Dorf gingen. Sobald ich einen der Hunde übernahm, verhielten sie sich vorbildlich, weil sie meine entschlossene Energie spürten. Als ich auf Queenie saß, hatte ich die aber nicht.
Immerhin wog die zehnmal so viel wie ein landläufiger Hund. Aber es ist keine Schande auch mal abzusteigen, sondern es fördert das Vertrauen und bringt das Pferd dazu, den Reiter im Ernstfall absteigen zu lassen. Daher überlegte ich beim Ausritt, was ich als Dualseele loslassen müsse und erntete geistige Leere.
Isabeau, die als Deutsche in Marokko lebte, hat mir das Buch „Dualseelen und die Liebe – wenn das Schicksal auf zwei Herzen trifft“ von Ricarda Sagehorn und Cornelia Mroseck empfohlen. Das Buch riet entschieden davon ab, aus Versehen Mails oder SMS an den Dual zu schicken. Doch ich hatte Falco das Buch über einen Vorwand geschickt, nämlich mit den Worten: „Sofern du keine Einwände hast... (Betreffzeile), ... würde ich den Untertitel des Gedankensexbuches nicht mehr 'Heavy Metal Seelenreise' nennen, sondern: 'Die Dualseelenreise beginnt'.“
Das Buch riet mir auch davon ab, zu versuchen, Falco eifersüchtig zu machen. Denn das würde er sofort spüren (glaube ich gerne). Aber als ich am Ende des Buches war, bereute ich, Falco dieses Buch mit in die Mail gepackt zu haben. Denn auf S. 144 im Dualseelenbuch steht zu meinem großen Entsetzen: „Ist der Zeitpunkt gekommen, wo du und deine Dualseele alle Lernaufgaben hinter sich gelassen haben, wird er wie aus dem Nichts bei dir auftauchen. Er sucht den Kontakt und vor allem das klärende Gespräch. Du wirst dabei in einer Situation sein, wo du nicht oder auch nicht mehr damit rechnest, dass er jemals wiederkommt. Es geht dir gut. Dein Leben ist schön, und du bist völlig aufgeblüht. Er hingegen weiß nicht, ob du ihn zurücknehmen wirst, ihn überhaupt noch liebst und ist aufgrund der ganzen Verlustängste, dem Liebeskummer und der ganzen Arbeit, die er an sich geleistet hat, am Ende seiner Kräfte. Völlig hilflos, schutzlos und verwundbar. In aller Regel ist dieser Moment sehr dramatisch. Denn jetzt bist du die Starke, und er zeigt all seine Schwächen und seine Verletzbarkeit.
Er wird dir so viel zu erzählen haben, dir alles erläutern wollen und wünscht sich so, dass du ihm vergibst und ihn immer noch liebst. Trotzdem müssen wir dich an dieser Stelle warnen. Denn für euch beide ist diese Situation die große Abschlussprüfung für eure gesamten Lernaufgaben. Wenn du nun einfach wieder in deine alten Verhaltensweisen zurückfällst, dich zu schnell wieder öffnest und alles Gelernte über Bord wirfst, wird sich nur der alte Zustand wieder einstellen.
Auch er wird dann wieder in seine alten Ängste verfallen, wieder auf Rückzug gehen, und das ganze Spiel beginnt von vorn. Nur musst du nun damit rechnen, dass es länger dauern wird. Steht er also da, mit all der Liebe, mit den Tränen in den Augen und all den Erklärungen, bleibe bitte stark und halte dich an das, was du dir so schwer erarbeitet hast. Denke bitte daran, dass er dir auch schon sehr weh getan hat, und dass nicht alles einfach wieder gut sein kann. Er wird dir viel versprechen, dir viel sagen, damit du wieder nachgibst. Aber bitte lass dich jetzt nur von Taten überzeugen. Das Wort gilt nicht! Er muss nun wirklich bereit sein, diese Liebe mit allen Konsequenzen leben zu wollen. Sonst wird das nichts. Wir empfehlen dir für diese Situation folgende Vorgehensweise:
1. Behalte bitte deine Schutzmauern im Auge. Werde nicht zu schnell nachgiebig und verhalte dich eher zurückhaltend.
2. Lass dich nicht ... von deinen Emotionen leiten, sondern schalte den Kopf ein.
3. Lass ihn, wenn ihr ein Treffen verabredet, nicht gleich in deine Wohnung, sondern bevorzuge ein Treffen auf neutralem Terrain. So kannst du jederzeit gehen, wenn es nicht gut läuft.
4. Gehe bitte nicht sofort auf Sexualität ein. Und das gilt für mindestens drei aufeinander folgende Treffen.
5. Lass dir alles, was er dir sagt, im Zweifel beweisen. Das heißt, kannst du ihn jederzeit anrufen? Ist er greifbar? Oder geht das nicht? Ist er wirklich getrennt?
6. Und nochmals: Lass ihn seine Worte durch Taten unterstreichen. Nichts anderes zählt! (...)
Wenn er wirklich mit seinen Hausaufgaben fertig ist, wird er um dich kämpfen wie ein Löwe. Er wird nichts unversucht lassen, um dich zurückzugewinnen. Und das hast du auch verdient nach all der Zeit.“
Ich war irritiert, denn auf S. 65 hieß es, dass es Aufgabe des Gefühlsklärers sei, Schutzmauern abzubauen, was ja richtig ist. Aber jetzt dem Loslasser zu empfehlen, Schutzmauern regelrecht aufzubauen, ist doch ein Widerspruch in sich.
Die Autorinnen empfehlen sogar, den Spieß herumzudrehen. Ich hätte mir in den Hintern beißen können, dass ich Falco diese PDF geschickt habe. Aber das kam ja nur, weil ich auf Seite 39 eine Passage fand, bei der ich an ihn denken musste:
„Denn der Gefühlsklärer möchte stark, erwachsen und männlich wirken. In seiner Kindheit wurde mehr Wert auf Leistung gelegt als auf Emotionen. Emotionales Verhalten oder das Zeigen von Gefühlen waren sogar eher unerwünscht. Diese Kinder mussten funktionieren. Wenn gute Noten nach Hause gebracht wurden oder eine gute Leistung, wurden sie belohnt. Dann bekamen sie Zuneigung und Anerkennung. Mit der liebevollen Nestwärme, die ein Kind braucht, ist das aber nicht zu vergleichen. Da Gefühlsklärer im Kern jedoch sehr sensible Menschen sind, schmerzte dieses Vorenthalten von wahrer Liebe und angenommen werden um seiner selbst willen umso mehr. Heraus kommt dadurch ein Mensch, der sich auf Leistung konzentriert, weil Liebe ihm nie etwas zu geben hatte. Sie wurde ihm sogar verweigert.“
Ich konnte durch diese Passage so gut verstehen, dass Falco sich einfach nicht vorstellen konnte, dass ich ihn um seiner selbst Willen liebte. Wie konnte ich nur so doof sein, ihm ein E-Book zu schicken, das ich noch gar nicht zu Ende gelesen hatte? Sonntag Nachmittag hatte ich den telepathischen Eindruck, er hat es gelesen. Mich traf ein Schwall von Depression – so wie ich es auch zu Beginn des Rosenkrieg-Buches hatte, als ich mich erstmals von ihm zurückzog – es war, als würde einem der andere Teil der Seele aus dem Herzen gerissen. Zum Trost fuhr ich zu Burger King, um mir Chili Cheese Fries zu holen.
Ich war sehr bedrückt und hoffte auf Mut machende NF-Kennzeichen. Es gab ein Haus, wo gelegentlich ein FN-Auto stand, aber es war nicht da. Doch als ich den Blick hob, kam mir ein NF-Kennzeichen entgegen. Frau Aberglaube schöpfte Hoffnung; aber da war immer noch Trauer in mir. Doch kurz bevor ich zu Hause war, war die Verbindung zu Falco plötzlich zurück. Es fühlte sich wie ein inneres Wissen an, dass er in meinem Kanal folgendes Posting mit Screenshots aus dem Buch gesehen hat: „Im Buch heißt es, dass der Loslasser dem Gefühlsklärer die kalte Schulter zeigen soll, wenn er 'wieder ankommt'. Esoterisch gesehen ist dieses Vorgehen Mangeldenken. Es negiert auch, dass die Verletzungen ja nicht aus Boshaftigkeit stammen, sondern NOTWENDIG für die Heilung des anderen sind. Selbstredend ist es zeitgleich Aufgabe des Loslassers eigene Grenzen zu wahren, aber nicht in Form von Ego-Spielchen à la: 'Jetzt soll er schmoren.'“
Bevor ich mir ein weiteres Buch kaufte, schrieb ich Autorin Kristina Grasse erst mal an, ob sie es auch so sieht, dass er automatisch irgendwann vor der Tür steht.
Sie antwortete: „Nein, so einfach ist es nicht – dieser Mythos wurde von den mittlerweile verstorbenen Autorinnen Ricarda Sagehorn und Conny Mroseck in die Welt gesetzt [das zuvor zitierte Buch]. Auch, wenn ich die Pionierarbeit der beiden schätze, so halte ich die Vorstellung, dass am Ende der GK vor der Tür steht, für eine reine Marketing-Strategie. Ich habe als DS-Beraterin gänzlich andere Erfahrungen gemacht.“ Ich fragte sie, ob sie mit ihrem Dual zusammen sei.
Sie verneinte: „Aus meiner Erfahrung mit vielen, vielen Klient*innen ist das auch gar nicht das eigentliche Ziel einer DS-Begegnung. Seelisch-energetisch ist man aber sehr wohl einheitlich verbunden. Zu erwarten oder zu warten, dass man eine Einheit wird, blockiert diese. Es gibt durchaus DS-Paare, die ein echtes Liebespaar werden, aber die sind in der der Erwartung oder auf den anderen konzentriert – die haben ihre Themen (auch aus früheren Inkarnationen) alleine in Eigenverantwortung geheilt. DAS ist die Aufgabe.“
Eine andere DS-Autorin Barbara Vödisch zitiert Platons Werk Symposium, der von einer Teilung der Seelen spricht, die einmal eine waren. Die ersten Menschen seien mit einer runden Natur geschaffen worden, die vier Arme und vier Beine sowie einen gemeinsamen Kopf gehabt hätten. Da diese Kreaturen mächtig und arrogant wurden, hätten die Götter sie gespalten, „... um ihre Macht zu begrenzen. Nach der Trennung wurden die Menschen von der Sehnsucht erfüllt, ihre andere Hälfte zu finden, um wieder vollständig zu sein“, so heißt es in der Leseprobe „Seelenpartner und Dualseelen: Das Geheimnis der tieferen Verbindung“, die mich beim weiteren Lesen aber auch nicht begeisterte. Bis auf die Passage, wo Platon betont haben soll, „... dass die Liebe und Anziehung zwischen beiden getrennten Seelen ein Streben nach Einheit und spiritueller Verbindung ist. Es ist die Sehnsucht wieder vollständig in unsere göttliche Natur einzutauchen.“
Ich war intuitiv der festen Überzeugung, dass die letzte Phase eine gemeinsame Phase ist, aber die wird bei niemandem erwähnt. Ich hatte das nur ein einziges Mal im Netz gesehen, aber fand es nicht wieder. Dort hieß es, dass die Frau, die den größten Teil der Heilung bewältigt hat, den Mann nun unterstützt.
Das soll etwa ein Jahr dauern, wo es noch einmal holprig wird, aber am Ende soll es so sein, wie es beim Kennenlernen war. Doch damals wussten wir ja beide nicht, dass wir eine Seele teilen. Ich wünschte, ich könnte diese meine telepathischen Empfindungen mit Falco abgleichen. Denn dieser Tage hatte ich auch einmal das deutliche Gefühl, dass er gerade mit seinem Hund Mimi im Wald ist. Aber wie soll man das abgleichen, wenn man nicht miteinander kommuniziert?
Wenigstens Isabeau und Navar taten genau das, so dass ich auf eine Synchronizität mit ihnen hoffte. Denn ich sehnte mich von Tag zu Tag mehr nach Falco.
Daher sagte ich Isabeau am Abend, dass ich manchmal nicht sicher bin, ob nicht ich ihr Geld zahlen sollte statt sie mir. Denn es brachte auch mich weiter, wenn wir uns beim Coaching austauschten. Doch es stellte sich heraus, dass ich mein Geld wert war. Ich war sicher, dass es eine Folge des EMDR war und eben meiner Intuition, die Themen aufzuspüren, die mein Gegenüber bearbeiten muss. Mir war bis dato gar nicht klar, wie gut ich das konnte. Doch Isabeau ließ wahre Lobeshymnen los: Ich hätte eine seltene Gabe, und man würde sich vor mir nicht schämen, weil ich so herzlich und voller Liebe sei. Das würde nicht nur sie so sehen. Navar habe das auch gesagt. Ich wurde zwar bestimmt knallrot, aber konnte das Kompliment von Herzen annehmen. Denn auch bei mir zeitigte das EMDR Wirkung. Ich wurde von Tag zu Tag milder und konnte über vieles lachen, was mich früher total auf die Palme gebracht hätte. EMDR löst den ganzen Ärger auf, während man zeitgleich NEIN sagen lernt.
Ich erzählte Isabeau, dass ich am nächsten Morgen selbst ein Coaching als Erstgespräch mit einer Dualseelencoachin hätte, weil ich immer ratloser würde. Es war eine Dame, die mir auf YouTube untergekommen ist. Ich erzählte ihr in etwa dasselbe, wie ich es Isabeau erzählt hatte:
„Es gibt ein Geheimnis, von dem er nicht will, dass ich es weiß. Aber eine Freundin von ihm hat es mir verraten. Als ich ihm das gesagt habe, dass ich ihr mehr glaube als ihm, weil es erstens schlüssiger war, und ich ihn ja zweitens spüre, hat er mir die Freundschaft gekündigt.“
Ich wollte wissen, ob ich mich bei ihm melden sollte oder nicht. Denn mein Eindruck war, dass er mir über Dritte mitteilte, dass er gerne wieder Kontakt mit mir hätte, sich aber wohl nicht traute, den ersten Schritt zu tun.
Es war in keinster Weise möglich, mit der DS-Frau über diese Problematik zu reden. Ich solle bei mir gucken, zusehen, dass ich in Frieden komme, mir selbst genug bin und ihn in Ruhe lassen. Ich fragte mich, ob man Falco dasselbe erzählen würde, wenn er sich an einen Coach wendet, und es dann damit enden würde, dass wir bis zum Sankt Nimmerleinstag getrennt sind, weil keiner den Anfang macht. Deswegen wurde ich ein wenig provokant und referierte sinngemäß die Empfehlung von Isabeaus Dualseelenbuch: „Soll ich ihn also schmoren lassen?“
So würde sie das nicht ausdrücken, sagte die Dualseelencoachin ohne Dualseele. Sie würde es „Lass ihn sein
