Entführt - Andine Steffens - E-Book

Entführt E-Book

Andine Steffens

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Beschreibung

… "Hören sie auf damit, Johanna. Ich warne sie. Sie haben nichts Schlimmes zu befürchten, wenn sie gehorchen. Immerhin werden sie meine zukünftige Frau. Also benehmen sie sich!" … Was bis zu diesem Satz passierte ist schnell erzählt. Johanna, Inhaberin der Strandmuschel, einer Bar mitten in der City, hat Feierabend, schließt alles hinter sich ab und will so schnell wie möglich in ihren Audi steigen und nach Hause ins Bett. Doch da kommt Jo nicht an. Während Sie auf ihr Auto zusteuert und über den gut aussehenden Mann grübelt, der sie den ganzen Abend angestarrt hat - stellen sich ihre Nackenhaare auf. Jo fühlt sich seltsam, auch das noch, vor Angst lässt sie ihre Autoschlüssel fallen, hebt sie auf und während sie hochkommt, sieht sie einen Mann im dunklen Anzug an ihrem Auto lehnend stehen. Johanna erkennt den Mann wieder, es ist der "Glotzer" aus ihrer Bar. Johanna bittet ihn ruhig, beiseite zu gehen, damit sie in ihren Wagen steigen kann. Doch der Herr mit den stechend grünen Augen hat scheinbar einen ganz anderen Plan. Nachdem er sie höflichst bittet bei ihm einzusteigen, sieht Jo sich wenige Minuten gefesselt auf dem Beifahrersitz seines Bentleys wieder. Unter lautstarkem Protest fährt er Johanna nicht nach Hause, sondern chauffiert sie zu sich und sagt in einem herrischen "hören sie auf damit, Johanna. Ich warne sie. Sie haben nichts Schlimmes zu befürchten, wenn sie gehorchen. Immerhin werden sie meine zukünftige Frau. Also benehmen sie sich!" Woher kennt er ihren Namen, was will dieser Kerl von ihr, was passiert hier? Als Sir Simon stellt sich Ihr Kidnapper in seiner Fort Knox-Villa vor und das war auch somit das Freundlichste, was er für sie die nächsten Stunden bereithält. Jo stehen Stunden, Tage, Nächte gespickt mit Befehlen, Tränen, Sextoys und anderen ihr unbekannten BDSM-Utensilien und BDSM-Verhaltensweisen bevor ... und das bis zum Tag ihrer Hochzeit? Kommt es zur unfreiwilligen Trauung? Kann Sir Simon es wirklich erreichen, dass Jo ihn zu ihrem Mann nimmt. Liegt Simon mit seiner Vermutung richtig, dass sie mehr Gefallen am BDSM hat, als ihr überhaupt bewusst ist. Wenn es nach all den Höhepunkten geht, die sie in den letzten Stunden erreichte, könnte Sir Simon richtig liegen - doch Sex ist nicht alles … Zu einer Bindung fürs Leben gehört mehr, oder?

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Das Titelbild steht in keinem Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches.

eBook-Ausgabe 08/2019

Edition Stephenson - #0060

© Carl Stephenson Verlag GmbH & Co. KG,

Schäferweg 14, 24941 Flensburg

Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Einspeicherung

und Verarbeitung in elektronischen Medien

E-Mail: [email protected]

Internet: www.stephenson.de

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Ein großes erotisches Verlagsprogramm erwartet Sie dort.

eISBN 978379810057

Entführt

Sabine Ferl

„Mächtiger als die Wellen des Meeres sind Tränen der Liebe.

Jene gehorchen dem Sturme; diese besänftigen ihn.“

Friedrich Ludewig Bouterek (1766 – 1828)

Im Roman verwendete Namen sind frei erfunden. Alle Ähnlichkeiten und zufällige Gemeinsamkeiten mit real existierenden Personen sind nicht beabsichtigt. Der Roman enthält explizite Sexszenen.

1. Kapitel

Warum starrt mich dieser Kerl an, als wäre ich etwas zu Essen. Immer wenn ich in die hintere Ecke der Bar sehe, sind seine stechend grünen Augen auf mich gerichtet. Das geht schon ganze zwei Wochen so. Seither kommt er jeden Abend, setzt sich immer auf denselben Platz, bestellt sich ein großes Bier und beobachtet mich ununterbrochen. Das macht mir Angst und ich bin drauf und dran, ihn zu fragen was das soll. Doch das dominante Auftreten dieses attraktiven Mannes und seine extrem exklusiv wirkende Erscheinung schüchtern mich ein. Also belass ich es auch heute dabei. Ich schicke meine Kollegin Ella an seinen Tisch, um ihn zu bedienen. Doch auch währenddessen lässt er mich nicht aus den Augen. Die Bar ist voll und ich bin schwer beschäftigt. Seine intensiven Blicke machen mich nervös und so passieren mir andauernd Fehler. Mal schenke ich falsche Getränke aus oder ich verrechne mich beim Abkassieren der Gäste. Verdammt, warum verschwindet er nicht endlich. Doch dieser mysteriöse Typ bleibt immer bis Punkt Mitternacht und dann ist er plötzlich weg. Jetzt haben wir es gerade mal 21.50 Uhr. Also bleiben mir noch gute zwei Stunden Arbeitshölle. Fuck. Hat der Kerl keine Familie oder sowas? Heute ist der fünfzehnte Tag seiner penetranten Anwesenheit und ich war, außer am Montag, jeden verdammten Tag im Dienst. Kunststück, die „Strandmuschel“ ist meine eigene kleine Bar. Also bin ich immer an Bord. Ella kommt mit seinem leeren Glas zurück und zapft ihm ein neues Bier. „Wow, ist der Mann heiß. Ich hätte nichts dagegen, wenn er mich anbaggert. Aber der hat leider nur Augen für dich, Johanna!“, beschwert sie sich und seufzt theatralisch. Ich erwidere lieber nichts. Ella hatte wohl schon jeden zweiten, gut aussehenden Kerl zwischen ihren braungebrannten Schenkeln, die hier in der Bar verkehren. Sie ist eine rassige Schönheit, jung, etwas minderbemittelt und fickt gern ohne Verpflichtungen einzugehen. Genau die Mischung, auf die Männer im Allgemeinen abfahren. Nur ER, scheint kein Interesse an ihr zu haben und das macht sie ganz kirre. Ich sehe ihr kopfschüttelnd nach, als sie mit wiegenden Hüften ein frisch gefülltes Glas zu seinen Tisch jongliert und ihn dabei übertrieben anflirtet. Doch er beachtet sie gar nicht, nickt ihr nur kurz zu und starrt mich weiterhin ungeniert an. Ella verdreht resignierend die Augen und wendet sich endlich anderen Gästen zu, welche ihr deutlich mehr Respekt zollen, oder besser, ihren überdimensionierten Titten. Ich versuche den grünäugigen Mann bewusst zu verdrängen und stürze mich in meine Arbeit. Trotzdem fühle ich seine Anwesenheit jede verfluchte Sekunde lang und bin extrem erleichtert, als es Mitternacht wird und er plötzlich nicht mehr da ist. Auf dem Tisch hat er, wie jedes Mal, eine übertrieben hohe Geldnote hinterlassen. Ich sammle sie ein und stopfe den Schein in die Kasse. Ich denke das geht n Ordnung. Immerhin musste ich mich unter seiner Beobachtung fühlen, wie in einer Peepshow. Ich kann mir dieses penetrante Gestarre einfach nicht erklären. Gut, unansehnlich bin ich sicherlich nicht, wohl eher durchschnittlich. Aber viele der Männer hier stehen auf meine lange, blonde Mähne. Jedes einzelne Haar ist echt und weder gebleicht noch gefärbt. Trotzdem, ich bin recht klein geraten und habe, dank Mamas Genen, einen ausladenden Jennifer-Lopez-Po. Doch mein Bauch ist trotz Schokosucht flach und meine kleinen, runden Brüste ganz okay. Ich betone meine Augen grundsätzlich mit schwarzem Kajalstift und benutze Mascara. Aber das ist dann auch schon alles. Ich hasse Lippenstift und lege wirklich nie welchen auf. Vor kurzem hörte ich mit dem Rauchen auf und weiß daher oft nicht, was ich mit meinen Händen tun soll, wenn ich nervös bin oder Zeit habe. In meiner Bar wird nicht geraucht und zwei Jahre Zigarettenqualm sind echt zwei Jahre zu viel. Zum Glück kann ich heute schon gegen halb eins schließen. Alle Gäste sind bereits gegangen. Ich bin hundemüde und habe wund gelaufene Füße. Das kommt davon, weil ich sie stets in viel zu hohe Schuhe quäle. Was erträgt man nicht alles, um ein Quäntchen größer zu wirken. Ella übernimmt freiwillig das Putzen und verschwindet mit strahlendem Gesicht, während ich noch bei der Abrechnung bin. Ich hege den leisen Verdacht, dass sie sich einen der Gäste gekrallt hat und der wartete nun auf dem Parkplatz auf sie. Soll die Kleine doch ihren Spaß haben. Es ist schließlich ihr Leben. Ich gähne und sehe mich um. In der Regel bin ich nicht besonders ängstlich, gehe aber mitten in der Nacht meist gemeinsam mit Ella zum Auto. Ihr Mini ist jedoch längst weg und ich eile zu meinem roten Audi A3 Sportback. Während ich den dazugehörigen Schlüssel aus der Tasche krame, fühle ich mich irgendwie seltsam. Alle Nackenhaare stellen sich mir auf, ich fröstle und werde fast schon panisch. Dann fällt mir auch noch der Autoschlüssel herunter und ich bücke mich hastig, um ihn wieder aufzuheben. Als ich mich aufrichte, lehnt plötzlich ein Mann im dunklen Anzug an der Fahrerseite meines Wagens und wartet auf mich. Ich erstarre vor Schreck und erkenne in ihm den grünäugigen Typen aus der Bar. Das Adrenalin schießt mir augenblicklich durch die Adern und polt mich auf Flucht. Doch das wäre sicher lächerlich. Außerdem komme ich mit diesen mörderischen Schuhen nicht weit und müsste sie ausziehen, um wegrennen zu können. Stattdessen zwinge ich mich, ruhig zu wirken und gehe mit festen Schritten auf ihn zu. Er bewegt sich nicht und wartet, bis ich mit einem gewissen Abstand vor ihm stehe. „Ich kann mein Auto nicht öffnen, wenn sie an der Tür lehnen!“, spreche ich ihn an und versuche selbstsicher aufzutreten. Er verändert seine Körperhaltung jedoch nicht und sieht mir fest in die Augen. „Ich fahre sie, Johanna!“, erklärt er knapp und zeigt auf einen schwarzen Bentley zwei Parkplätze weiter. Seine Stimme klingt so dunkel und autoritär, dass mir ein fröstelnder Angstschauer über den Rücken rieselt. Ich schüttle den Kopf und entriegle die Wegfahrsperre. „Ganz sicher nicht. Ich steige niemals zu fremden Männern ins Auto. Außerdem, wie kommen sie dazu, mir aufzulauern und mich mit meinem Vornamen anzureden?“, protestiere ich und werde nun langsam ärgerlich. Doch er rückt kein Stück von meinem Wagen ab. „Wir können es auf die sanfte Tour machen, oder ich muss etwas nachdrücklicher werden!“, erwidert er, statt eine Erklärung abzugeben und urplötzlich packt er mich, dreht meine Arme nach hinten und legt mir blitzschnell Handschellen um die Gelenke. Noch ehe ich realisiere, was da gerade passiert, presst er mir eine seiner großen Hände auf den Mund, sodass mein entsetztes Schreien zu einem leisen Kreischen verkommt. Ich reiße panisch die Augen auf und flehe innerlich, dass mir jemand zu Hilfe kommt. Doch es ist weit und breit keine einzige Menschenseele zu sehen. Die Straße ist zu so später Stunde gähnend leer und die Parkplätze hinter der Bar von den Fenstern der angrenzenden Häuser nicht einsehbar. Er muss diese Aktion genau geplant und täglich auf seine Chance gewartet haben. Jetzt rächt sich die ruhige Lage meiner Arbeitsstätte und ich verfluche mich nachträglich, dass ich gegen diesen Kerl nicht längst vorgegangen bin. Immerhin belästigt er mich schon seit zwei Wochen mit seinen unverschämten Beobachtungen. Ich wehre mich so heftig ich kann, versuche ihn in die Hand zu beißen und mit meinen spitzen Hacken zu treten. Doch er muss ja nur zwei Parkplätze weiter und knallt mich knurrend gegen sein schweres Auto. Das presst mir die Atemluft aus der Brust und ich bin kurz außer Gefecht gesetzt. „Hören sie auf damit, Johanna. Ich warne sie. Sie haben nichts Schlimmes zu befürchten, wenn sie gehorchen. Immerhin werden sie meine zukünftige Frau. Also benehmen sie sich!“, knurrt er böse und verfrachtet mich mit gefesselten Händen auf den Beifahrersitz. Dann schnallte er mich an und zieht auch noch meine Schuhe aus. Was hat er da gesagt? Ich zittere vor Angst und muss mir seine Worte ins Bewusstsein holen. Er drohte: „Immerhin werden sie meine zukünftige Frau!“. Ich schlucke und weil seine Hand nicht mehr auf meinem Mund liegt, könnte ich jetzt heftigst schreien. Doch es geht nicht. Mein Hirn arbeitet fieberhaft und versucht zu realisieren, was hier gerade abläuft. Eine wahnwitzige Entführung unter Anwendung von Gewalt, Handschellen und seltsamen Ankündigungen. Ich beginne still zu weinen und überlege fieberhaft, was ich zu ihm sagen soll. Um Gnade flehen? Ihn beschimpfen oder vorsichtig ausfragen? Woher soll ich das wissen? Also bin ich lieber leise und schluchze, bis mir eventuell eine Erleuchtung kommt. Er sieht immer wieder zu mir rüber, während er den Wagen lenkt. „Gut so, Johanna. Weinen dürfen sie. Aber nicht aufmüpfig werden. Das kann ich nicht ertragen!“, redet er auf mich ein. Aufmüpfig? Ich habe eine scheiß Angst, dass er mir etwas antut, mich vergewaltigt oder umbringt. Vielleicht sogar beides. Ich heule noch schlimmer und er runzelt besorgt die Stirn. „Sie müssen keine Angst haben. Ich werde mich gut um sie kümmern und alles erklären. Reizen sie mich jedoch nicht unnötig und beruhigen sie sich endlich, Johanna. Lautes Rumgeheule strapaziert meine Nerven! Wir fahren circa eine Stunde und dann können sie gern schlafen!“, erklärt er mir ruhig und wirkt dabei, als wäre diese Fahrt ein ganz normaler Ausflug. Ich zittere wie Espenlaub und noch mehr heiße Tränen rinnen über meine erbleichten Wangen. Doch das beeindruckt ihn nicht. Im Gegenteil. Er lächelt mir zu und streicht mir fast schon bewundernd über die feuchte Haut. „Sie sind eine wunderschöne Frau, Johanna!“, flüstert er und lässt dann von mir ab. Ich bin mir nun völlig sicher, dass er ein Psychopath ist und beschließe, ihn nicht unnötig zu reizen. Nach einer Weile wage ich es, einen Blick auf seine imposante Erscheinung zu werfen. Ich schätze ihn auf Anfang / Mitte Dreißig und er ist wirklich unglaublich attraktiv. Er hat es ganz sicher nicht nötig, Frauen zu kidnappen. Sie müssen ihm doch scharenweise nachlaufen? „Warum gerade ich?“, traue ich mich endlich zu fragen und löse damit ein ärgerliches Runzeln seiner Stirn aus. „Weil ich es will und sie ab sofort mir gehören. Das habe ich ihnen doch schon gesagt, Johanna. Ich heirate sie sobald es möglich ist. Diesen Umstand werden sie zu gegebener Zeit schon noch begreifen.“ Damit ist er fertig mit seiner Antwort. Ich kann nicht fassen, was er da sagt. „Ich gehöre nur mir selbst!“, erwidere ich vorsichtig und lege nicht ganz so viel Nachdruck in meine Stimme, wie ich eigentlich möchte. Auch dieses Mal schießt er einen wütenden Blick auf mich ab und tritt nun deutlich fester aufs Gas. „Seien sie endlich still, Johanna. Sie wissen nicht, was sie da sagen. Augen zu und versuchen sie, ein wenig zu schlafen. Ich wiederhole mich übrigens nicht besonders gern“, knurrt er mich unwillig an, reguliert aber seinen rasanteren Fahrstil wieder nach unten. Ich schlucke und versuche, mich bewusst zu beruhigen. Vielleicht ist es ratsam, ihn nicht weiter herauszufordern und lieber abzuwarten. „Augen zu, Johanna!“, befiehlt er erneut und mit Nachdruck. Ich erstarre erschrocken. Widerwillig schließe ich sie tatsächlich und drehe meinen Kopf zum Fenster. Was für ein herrisches Arschloch dieser Kerl doch ist.

2. Kapitel

Ich kann nicht schlafen und mein Herz rast mit jedem Kilometer schneller, den wir in diesem riesigen Wagen zurücklegen. Mir entgeht nicht, dass sich die Ortschaften immer mehr ausdünnen, die Straßen deutlich schlechter werden und ich längst nicht mehr weiß, in welche Richtung wir fahren. Wo bringt mich dieser Mann bloß hin? Sollte ich ihm jemals entwischen können, finde ich wohl niemals ohne fremde Hilfe zurück. Erneut laufen meine Tränen und schon wieder entweichen mir unkontrollierbare Schluchzer. Er schnaubt hörbar, verkneift sich aber eine neue Anweisung. Dafür gibt er seinem Wagen erneut die Sporen. Ich spüre seine unterdrückte Wut und kann nicht reden. Wie kommt er nur darauf, dass ich ihn heiraten werde? Was für eine wahnwitzige Idee und dann noch auf diese Weise? Hätte er mich ganz normal angebaggert, wäre ich vielleicht nicht mal abgeneigt gewesen, mich auf ein oder mehrere Dates einzulassen und wer weiß, vielleicht wäre sogar mehr daraus geworden. Doch selbst dann wäre eine Ehe niemals eine Option für mich. Nicht mal im Entferntesten. Schuld ist mein Ex, Max. Er betrog mich kurz vor unserer fertig geplanten Hochzeit mit meiner besten Freundin und das hat mich entsprechend konditioniert. Ich bin und bleibe Single. Wie kann er es wagen, mich eiskalt zu kidnappen und von einer Eheschließung zu reden. Diese Gedanken bringen mich immer mehr auf die Palme. Ich fange urplötzlich an zu toben, um mich zu treten und hysterisch zu schreien. Mein Kidnapper fährt seinen Wagen sofort rechts ran und springt nach Draußen. Aufgrund der Handschellen kann ich nicht einmal den Sicherheitsgurt lösen. Doch meine Wut tut mir gut und ich möchte auch die Angst herausschreien, die mir die Luft zum Atmen raubt. Er reißt meine Tür auf und ich erstarre sofort. Sein kalter Blick lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Ohne Vorwarnung zerrt er sich die Krawatte vom Hals und verknotet damit meine hyperaktiven Fußgelenke. Ich wimmere überfordert und fange an zu betteln. „Bitte, ich möchte doch nur nach Hause. Tun sie mir nichts. Ich möchte nicht sterben“, stammele ich völlig überfordert. Er verharrt erst ungläubig und verpasst mir dann eine heftige Ohrfeige. Ich schreie nur kurz auf und verstumme erschrocken. „Reden sie nicht solch einen Schwachsinn, Johanna. Sie sterben doch nicht. Wir werden ein wunderbares Paar und leben zusammen. Das ist doch wohl das Gegenteil von sterben. Reißen sie sich endlich zusammen. Wenn sie nicht augenblicklich aufhören, mich zu reizen, bestrafe ich sie. Es wird nötig, dass sie lernen, wie sie sich mir gegenüber zu verhalten haben!“, warnt er unmissverständlich und rückt mich grob zurecht. Meine Wange feuert und ich kann nicht glauben, dass er mir eine verpasst hat. Mir fügte noch nie ein Mann Schmerzen zu. Nicht einmal mein Vater! Und dabei war ich ein extrem wildes und unbeherrschtes Kind. Die nächste Viertelstunde bin ich mucksmäuschenstill und versuche, mich bewusst zu beruhigen. Eine andere Option habe ich im Moment sowieso nicht und wenn ich weiter grüble, werde ich noch verrückt vor Angst. Ich muss darauf vertrauen, dass er mir nicht nach dem Tode trachtet. Alles andere werde ich irgendwie überleben und währenddessen nach Chancen einer Flucht suchen. Mein grimmiger Entführer lässt mich kaum aus den Augen, scheint sich aber endlich zu entspannen. Meine Regungslosigkeit spielt dabei sicher eine entscheidende Rolle. Innerlich bin ich kurz vorm Platzen und meine Nerven sind zum Zerreißen angespannt. Doch ich werde einen Teufel tun und ihm meinen Zustand preisgeben. Denn auf noch eine Ohrfeige kann ich gut und gerne verzichten. Vielleicht würde er sogar Schlimmeres mit mir veranstalten. Solange ich Handschellen und Fesseln trage, bin ich deutlich im Nachteil und muss mich zusammennehmen. Endlich holpert der schwere Wagen durch ein dichtes Waldstück und hält irgendwann vor einem massiven, ca. 2,50 m hohen Tor, welches sich nun wie von Geisterhand öffnet. Ich starre es an und bemerke auch die massive Steinmauer, die sich um ein gigantisches Anwesen schlängelt und keinen einzigen sichtbaren Durchschlupf bietet. Als das Tor sich quietschend schließt, komme ich mir vor wie in einem verdammten Hochsicherheitstrakt. Zwar einem extrem exklusiven, aber ohne Möglichkeiten für eine Flucht. Wieder muss ich weinen und dieses Mal ist es mir egal, ob er sich darüber ärgert. „Willkommen in meinem Reich, Johanna. Sie werden sich hier sehr wohl fühlen, auch wenn sie sich das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorstellen können“, kommentiert er meine Tränen und öffnet den Sicherheitsgurt. Ich schüttle trotzig mit dem Kopf und er zerrt mich deshalb wenig zärtlich aus dem Bentley. „Sie sind ein ziemlich ungezogenes Mädchen. Zeigen Sie endlich Respekt vor ihrem zukünftigen Ehemann, sonst muss ich ihn mir einfordern!“, knurrt er und hebt mich mit einem Schwung auf seine riesigen Arme. Ich schreie angstvoll und er schüttelt nur unwillig mit dem Kopf. Dann schleppt er mich über ein protziges Eingangsportal in das Innere seiner Villa. Du meine Güte, die ist ja so groß, dass man glatt ein Hotel daraus machen könnte. Doch ich habe gerade keinen Blick für die wundervolle Architektur dieses alten, aber perfekt restaurierten Gebäudes. Ich will da gar nicht hinein, denn ich vermute, dass ich darin eine ziemlich verstörende Zeit verbringen muss, welche mein bisheriges Weltbild aus den Angeln heben könnte. Ich fange erneut an, mich zu winden und mein Kidnapper muss sich ziemlich anstrengen, mich wohlbehalten ins Haus zu verfrachten. Im Eingangsportal angekommen, wirft er mich wenig liebevoll auf einen dicken Perserteppich und verschließt die Eingangstür mit einem Code. Dann ist er auch schon bei mir und zerrt mich zu einer weißen Ledercouch, welche sich perfekt ins Ambiente einfügt. Dort setzt er sich wutschnaubend und drapiert mich über seine Knie. Ich schreie und schreie, doch das ignoriert er einfach. Er zerrt mir, unglaublich aber wahr, die Jeans über meinen Po und zieht dabei den Slip mit herunter. „Ein für alle Mal, Johanna. Sie tun was ich ihnen sage und benehmen sich. Ansonsten versohle ich ihnen den prächtigen Arsch oder finde auch noch weit effektivere Erziehungsmaßnahmen!“, erklärt er hart. „Haben sie das verstanden?“, fragt er doch tatsächlich nach und erwartet, dass ich ihm auch noch antworte. Ich kann nicht glauben, was er mir da androht und fluche so heftig, dass er auf eine Erwiderung verzichtet und meinen armen Hintern zu spanken beginnt. Dabei ist er nicht gerade zimperlich und ignoriert meine kreischenden Schreie und auch das Flehen, in welches ich schneller verfalle, als mir lieb ist. „Bitte, nicht…!“, bettle ich bereits und nach dem zehnten Klatscher auf meiner wunden Haut verspreche ich ihm fast alles, nur nicht, seine Frau zu werden. Er lacht mich tatsächlich aus und lässt mich irgendwann gnädig von seinen Beinen rutschen. Dann löst er seine Krawatte von meinen Fußgelenken und zieht mich auf die Beine. „Es war mir ein großes Vergnügen, aber sie sollten jetzt schlafen!“, erklärt er mir grinsend und führt mich erst ins Bad und dann in ein recht weiblich eingerichtetes Gästezimmer mit einem riesigen Kingsizebett. Dort öffnet er endlich die Handschellen und verabschiedet sich höflich. Das kann er sich schenken! Nachdem was er mir gerade angetan hat, hasse ich diesen dominanten Mistkerl gerade abgrundtief.

3. Kapitel