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Der Autor dieses Buches hat es nicht leicht. Zwar behauptet er, Tiere im Allgemeinen und Hunde im Speziellen durchaus zu mögen, aber bitteschön nicht unter seinem Dach. Dummerweise musste er sich aber ausgerechnet unsterblich in eine Frau verlieben, die einen Hund im Schlepptau hatte. Nun führen sie schon zehn Jahre eine Beziehung zu dritt. Das vorliegende Buch ist eine Art heiteres und amüsanten Tagebuch über die Beziehung und die Erlebnisse zwischen Herr und Hund, und gleichzeitig ist es eine satirische Betrachtung über Hunde und alles, was dazu gehört. Wir zitieren aus dem Text: "Es gibt keinen größeren Liebesbeweis, den ein Mann einer Frau erweisen kann, als den, bei ihr zu bleiben und ihren Hund zu erdulden, obwohl er eigentlich keine Hunde in seiner Nähe ertragen kann. Das ist tausend Mal mehr wert als jeder Diamant und jede Perlenkette. Ich versuche das Lilly seit Jahren klar zu machen. Bisher allerdings mit bescheidenem Erfolg: Lilly will trotzdem den Klunker und die Kette."
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Seitenzahl: 91
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Ich verabscheue Menschen, die sich Hunde halten. Das sind Feiglinge, die nicht den Schneid haben, die Leute selbst zu beißen.
August Strindberg
Vorwort zur zweiten Auflage
Einleitung
Hauptteil
Schluss
Anhang: Die (relativ) besten Hundewitze
Willkommen zur zweiten Auflage meines wunderbaren Büchleins „Entschuldigung, ist das ein Rüde?“ Wenn ich es ganz genau nehme, handelt es sich sogar schon um die dritte Auflage. Denn von der ersten Auflage wurden nur zehn Exemplare gedruckt. Sie hatte einen anderen Titel, den ich aufgrund von urheberrechtlichen Bedenken ändern musste. Diese zehn Exemplare der ersten Auflage sind natürlich ein Schatz. Man kennt das ja von anderen berühmten Autoren aus der Geschichte der Weltliteratur. Sammler sind bereit, für so was Unsummen von Geld auf den Tisch zu legen. Daher kann es auch nur eine Frage der Zeit sein, bis mich diese erste Auflage zu einem schwerreichen Mann machen wird. Es wäre nur schön, wenn das bald geschehen könnte, denn, ganz ehrlich, mir läuft die Zeit davon. Man wird ja nicht jünger. Sollten Sie, lieber Leser, Interesse an einem Exemplar dieser ersten Auflage habe und ebenfalls an dem zukünftigen Reichtum partizipieren wollen, nehmen Sie über meine Facebook-Seite gerne Kontakt mit mir auf. (Aber ich sage Ihnen gleich: Billig wird das nicht…)
Gut, so viel dazu. Was ist nun an dieser Neuauflage anders?
Als erstes hat das Buch jetzt einen Untertitel: „Aus dem Leben eines Hunde-Onkels“. Ich fand, dass ein Untertitel dringend nötig sei, damit der Leser besser einschätzen kann, was ihn erwartet. Hinter diesem Buch steht, ich will es an dieser Stelle schon einmal kurz erwähnen, ein Mann, der Zeit seines Lebens ein eher distanziertes und im besten Fall indolentes Verhältnis zum Tier im Allgemeinen und zum Hund im Besonderen hatte und der aufgrund einer Veränderung seiner Lebensumstände plötzlich mit einem Hund unter einem Dach lebte. Das fand er zunächst nur bedingt toll. Auch musste er erkennen, dass ein Hund exakt in gleicher Weise Einfluss auf das Leben eines Menschen hat wie ein Kind, das plötzlich da ist und nicht mehr weggeht: Er verändert alles! Und davon handelt dieses Buch: Es beschreibt in lockerer Tagebuchform die Entwicklung des Autors von einem Hundeabstinenzler zu einem Mann, der zwar noch immer gut ohne Hund zurechtkommt, der aber erfahren hat, dass so ein Hund durchaus auch eine Bereicherung des Lebens darstellen kann. Die Betonung liegt auf „kann“. Hängt ganz vom Hund ab. Und vom Mann. Oder auch der Frau.
Die zweite wesentliche Veränderung dieser Neuauflage betrifft den Text. Er ist mehr geworden. Nicht viel mehr, keine Sorge! Das Buch ist, wie Sie sicher schon festgestellt haben, nach wie vor mit einer Hand bequem zu tragen. Ich habe lediglich ein paar Begebenheiten und Betrachtungen, die mir zwischenzeitlich eingefallen sind oder die seit der letzten Auflage auch einfach noch dazu gekommen sind, hinzugefügt.
Ansonsten ist natürlich das meiste gleich und unverändert geblieben. Vor allem die Tonalität des Textes. Das Buch ist noch genauso amüsant wie in der früheren Auflage (bzw. in den früheren Auflagen). Gut, es gab ein paar Leser, die sich bei mir beschwert hatten, weil sie das Buch überhaupt nicht lustig gefunden hätten. Aber solche Leute kann man nicht ernst nehmen. Es handelt sich um völlig humorbefreite sogenannte Hundefreunde, die keinen Sinn für feine Ironie und Satire haben und mit denen man nichts zu tun haben will. Klar, wer nur die üblichen Hundebücher lesen will, in denen zum Millionsten Mal beschrieben wird, wie süß und allerliebst doch wieder der kleine Wautzi ist und dass man sich nichts Schöneres vorstellen kann, als Tag und Nacht mit ihm zu kuscheln und zu spielen und dass der Hund sowieso der bessere Mensch sei, nun, für den ist dieses Buch sicher nicht das richtige. Man kann es halt nicht allen recht machen…
Wer dagegen mein Buch „Entschuldigung, ist das ein Rüde?“ zu schätzen weiß und mit Genuss und Freude liest, der hat Humor und ist überdurchschnittlich intelligent, zudem steht er dem Leben grundsätzlich neugierig und positiv gegenüber und ist insgesamt ein total liebenswerter Mensch. Und natürlich hat er irgendeine Schnittstelle zum Thema Hund – entweder als „Herrchen“ oder „Frauchen“ oder als „Herrchen“ oder „Frauchen“ eines „Frauchens“ oder „Herrchens“ oder umgekehrt und bevor ich einen Knoten im Gehirn bekomme, höre ich lieber auf. Sie wissen, was ich meine. Aber dieses Buch ist auch für alle Menschen mit Gewinn zu lesen, die mit dem Thema Hund überhaupt (noch) nichts am Hut haben – weil es einfach lustig und gut geschrieben ist. Finde jedenfalls ich.
Übrigens: Auch der Hund meiner Frau, dem ich des öfteren zum besseren Einschlafen aus diesem Buch vorgelesen habe, ist von dem Buch begeistert. An vielen Stellen hat er sich gekringelt vor Lachen. Damit ist nun auch der finale Beweis erbracht, dass Hunde Humor haben. Jedenfalls unser Hund. Muss er ja auch, wenn er mit mir unter einem Dach leben will.
Also nehmen Sie nicht alles, was in diesem Buch steht, so tierisch ernst. Machen Sie sich locker! Humor hat, wer über sich selber lachen kann.
In diesem Sinne: Viel Vergnügen!
Bernhard Diener
München, Januar 2019
Ach so, eins noch: Wenn ich hier von „Er“ und „dem Leser“ schreibe und nicht eigens auch immer die weibliche Form erwähne, dann nur aus Gründen der Lesefreundlichkeit. Es sind natürlich immer alle Geschlechter gemeint.
Ich mag Spinat mit Spiegelei. Lecker! Aber muss ich deshalb jeden Tag Spinat mit Spiegelei essen? Sehen Sie! Und mit Hunden geht es mir genauso.
Ich mag Hunde. Das war nicht immer so. Aber die Zeiten ändern sich. Heute finde ich Hunde sogar toll. Ich kann ihnen zum Beispiel stundenlang zusehen, wie sie auf einer Wiese herumtollen und miteinander spielen. Diese Lebensfreude! Diese unbändige Lust an der Bewegung. Wunderbar.
Aber wahr ist nun einmal auch: Ich mag Hunde nur auf Zeit und meistens auch nur von weitem. In meiner Nähe dagegen mag ich sie gar nicht. Sobald eines dieser vierbeinigen Wesen in meinen Schutzraum von etwa drei Metern eindringt, werde ich nervös und missgelaunt. Das mal vorab.
Insofern ist es natürlich eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet ich nun schon seit zehn Jahren einen Hund habe. Genau gesagt ist es nicht mein Hund. Der Hund ist sozusagen „angeheiratet“. Und das kam so.
Ich war damals ein zumeist gut gelaunter und mit seinem Leben im Großen und Ganzen zufriedener Single. Dennoch war ich durchaus offen für eine Beziehung, gerne auch für eine von Dauer. Allerdings hatte ich Ansprüche. Keine großen, es gab eigentlich nur zwei K.-O.-Kriterien. Erstens: Die neue Frau an meiner Seite durfte nicht rauchen. Und zweitens: Sie durfte keinen Hund haben. Nun, was soll ich sagen: Lilly rauchte wie ein Schlot und hatte natürlich einen Hund. Einen Kampfhund sogar, was die Sache nicht besser machte. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, war Lillys Fifi nur zur Hälfte ein Kampfhund; die andere Hälfte fügte ein Labrador zu, was in der Addition einen völlig verfressenen und verschmusten Kampfhund ergab, wie ich später lernen durfte.
Tja, so ist das mit den Frauen und den Vorsätzen: Sie schmeißen einem alles über den Haufen. Gut, das Rauchen hat Lilly inzwischen aufgegeben, den Hund aber nicht.
Lilly heißt übrigens nicht wirklich Lilly, aber ich muss hier vorsichtig sein und alle beteiligten Personen unter Pseudonym handeln lassen (der wahre Name von Lilly ist mir aber bekannt.). Denn wir wollen nicht erkannt werden. Wir DÜRFEN sogar nicht erkannt werden. Das muss ich natürlich kurz erläutern. Wie man weiß, neigen viele Hundehalter zu völliger Humorlosigkeit und kompletter Intoleranz, wenn es um ihre Viecher geht. Ein falsches Wort, und sie lassen ihre Töle von der Kette und dann Gute Nacht. Oder sie schreiben Drohbriefe, lassen ihre Hunde vor deine Tür kacken und so. Außerdem ist Lilly im weiteren Sinn in der Tierbranche tätig, so dass wir es uns finanziell gar nicht leisten könnten, wenn herauskommt, wie der Mann tickt, mit dem sie zusammen lebt.
Höchste Zeit, unserem Hund (Moment, habe ich wirklich „unserem“ Hund geschrieben? Es muss natürlich richtig heißen: Lillys Hund) einen Namen zu geben. Ich nenne ihn Artus. Ich nenne jeden Hund, der sich mir nicht namentlich vorgestellt hat, Artus, denn „Artus“ ist für mich der Hunde-Urname. Artus, so hieß der Hund meines Opas mütterlicherseits. Artus war ein Schäferhund. Ich glaube heute mehr denn je, dass mein Opa ein alter Nazi war, ich meine, Schäferhund und Artus, hallo!, deutscher geht´s ja gar nicht. Der richtige Artus hauste in einem Zwinger, der immer voller Scheiße war und von dem ein widerlicher Geruch ausging. Als Kind näherte ich mich dieser stinkenden Höhle mit der Bestie darin immer nur auf höchstens fünf Meter, und das auch nur, wenn es sich nicht vermeiden ließ. Wann immer jemand auf den Hof fuhr, flippte Artus völlig aus, bellte Alarm und raste wie wild in seinem Zwinger herum. Schlimm!
Einmal ging ich mit meinem Opa und Artus spazieren – nicht dass ich mich darum gerissen hätte, glauben Sie mir, lieber wäre ich im Lastwagen meines Onkels mitgefahren -, und mein Opa drückte mir die Hundeleine in die Hand. Mag sein, dass dies ein seltener Ausdruck von Zuneigung sein sollte, ein Vertrauensbeweis oder so etwas. Ich fand´s sehr unangenehm, Artus war es schnuppe. Irgendwann ist mein Opa gestorben und dann war eines Tages auch Artus mitsamt seinem Zwinger nicht mehr da.
Langer Vorrede kurzer Sinn: Ich bin mit meinem Leben auch ohne Hund ganz zufrieden. Besser gesagt: Vor allem ohne Hund. Was mich an Hunden am meisten stört, habe ich in folgender Liste mal tabellarisch zusammengefasst. Also, Hunde
sabbern
kotzen auf den Teppich
verteilen ihre Haare im ganzen Haus
kacken in den Garten
furzen
wälzen sich in toten Tieren und anderen ekligen Substanzen
fressen die Scheiße anderer Tiere
liegen im Weg rum
müssen raus, auch wenn´s aus Eimern schüttet
bellen
werden krank, lassen sich für 1.500 Euro operieren und sterben drei Wochen später
Die Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist sicher erweiterbar. Tun Sie sich bitte keinen Zwang an, nehmen Sie einen Stift und ergänzen Sie direkt hier auf dieser Seite, was noch fehlt.
