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Ein junges Paar macht eine ungewöhnliche Reise nach der vier Lichtjahre entfernten Erde II. Die dortigen Bewohner haben eine erdähnliche Gesellschaft begründet. Sie versuchen mit allen Mitteln die auf der Erde I begangenen Fehler zu vermeiden. Insbesondere soll eine Klimakatastrophe vermieden werden.
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Veröffentlichungsjahr: 2022
Auf der vier Lichtjahre entfernten Erde II entsteht eine neue Gesellschaft.
Inhaltsverzeichnis
Der Anfang
Die Reise
Die Ankunft
Die Hauptstadt
Das Regierungsgebäude
Das Bevölkerungsbüro
Das Gericht
Die Bank
Die Audienz
Das Gleichgewicht der Natur
Der Schluss
Impressum
Diese Geschichte begann an einem ganz normalen Dienstag. Morgens punkt sechs Uhr klingelte der Wecker. Im Halbschlaf gelang es Dante, das Gerät mit einem gezielten Hieb zum Schweigen zu bringen. Der elektronische Störefried würde aber nach 15 Minuten nochmals klingeln, so war er programmiert, um die beiden Schlafmützen ganz sicher aus dem Bett zu holen, zur Arbeit.
Neben dem jungen Mann fragte eine Stimme: „Müssen wir schon aufstehen, Schatz?“ Das war Eva, Dantes Freundin. Sie hatte heute bei ihm übernachtet, nicht in ihrer eigenen Wohnung. Die beiden verstanden sich sehr gut. Für eine gemeinsame Wohnung hatte es noch nicht gereicht. Dazu waren die Geschmäcker zu verschieden. „Ich würde deine Möbel rausschmeissen, wenn wir zusammen ziehen würden", sagte Eva, wenn dieses Thema manchmal zur Sprache kam. Dies war eines der gewohnten Rituale, die sich immer wieder abspielten. Das andere war das Aufstehen. Beide küssten sich, dann gingen sie ins Bad. Beim gemeinsamen Duschen und Zähne putzen regte sich manchmal Dantes bestes Stück. Wochentags ohne Folgen, um diese Uhrzeit blieb höchstens Zeit für eine kleine Liebkosung. Anziehen, Unterlagen für die Arbeit mitnehmen. Alles Routine.
„Heute gibt's kein Frühstück! Keine Zeit.“ Eva war schon im Mantel bereit. Dante folgte etwas mürrisch. Kein Frühstück. Im Treppenhaus trafen sie die Nachbarin, immer für ein Schwätzchen bereit.
„Keine Zeit, wir sind spät dran!“
„Warum denn, ihr seid doch früher dran wie sonst! Habt ihr die Uhren umgestellt?“
Winterzeit zu Ende. Der digitale Wecker schlecht programmiert. Er hätte eine Stunde zurückgestellt werden müssen. Sie waren eine Stunde zu früh, hätten eine Stunde länger schlafen können. Erleichterung. Was tun?
„Dann gehen wir gemütlich frühstücken“. Eva küsste ihren Schatz auf die Wange, nahm seinen Arm und sie schlenderten gemütlich zu ihrem Stammcafé um die Ecke.
Der Besitzer wunderte sich über die frühen Gäste. Üblicherweise sah er die beiden nur abends, müde von der Arbeit oder am Wochenende. „Frühstück?“, fragte er. Bald sass das Paar vor einem duftenden Kaffee und genoss frische Croissons.
„Das könnten wir öfter machen, was meinst du?“ Eva fühlte sich manchmal eingeengt im ständig sich wiederholenden Alltagstrott. Dante war hingegen ein Gewohnheitstier. Er mochte keine Veränderungen. Beide ahnten nicht, dass der heutige Tag Eva mehr als genug Abwechslung bieten würde.
Die Tür ging auf. Ein weiterer Gast betrat das Café. Er war gut gekleidet, wie ein erfolgreicher Geschäftsmann. Elegant, aber nicht aufdringlich. Er hängte seinen Mantel auf und legte seinen Schlapphut auf die Garderobe. Eva und Dante beachteten ihn anfangs nicht. Beim genaueren Hinsehen kam ihnen die Gestalt irgendwie bekannt vor. Sie begannen zu tuscheln. „… aus der Schule … ein Kunde … woher?“ Inzwischen war der Unbekannte an ihren Tisch getreten und schaute sie fragend an.
„Kennen wir uns?“, fragte Dante.
„Du erinnerst dich nicht? Dritte Klasse Primarschule. Ich habe manchmal bei dir abgeschrieben.“
Dante begann, sich zu erinnern. Die Gesichtszüge des Unbekannten verschmolzen mit dem Gesicht eines unauffälligen, stillen Klassenkameraden der Grundschule.
„Erich! Du bist Erich, hab ich Recht?“
„Richtig geraten. Man nennt mich jetzt aber Vergil.“
Seltsam, diese Namenwahl, dachte Dante. Schon sein eigener Name führte häufig zu Missverständnissen. Wenn er sich vorstellte: „Sehr erfreut, Dante“, dann folgte fast immer die Gegenfrage: „Ah, wie der berühmte Schriftsteller! Und der Vorname?“.
„Dante ist der Vorname“, antwortete er immer, mit der Betonung auf ist. „Er hiess mit vollem Namen Dante Alighieri!“, mit Betonung auf Alighieri. Warum hatte Erich den Namen Vergil angenommen, dem Führer in die Unterwelt in Dantes „Divina Commedia"? „Warum denn Vergil?“, fragte er deshalb neugierig.
„Das hat mit meinem Beruf zu tun“, war die nichtssagende Antwort.
„Magst du dich zu uns setzen?“, unterbrach Eva. Es schien ihr unhöflich, Erich einfach stehen zu lassen. Er nahm die Aufforderung gerne an. Auch Eva erinnerte sich an den sonderbaren Jungen aus der dritten Klasse. Noch eigenartiger war, dass er und seine ganze Familie damals plötzlich verschwunden waren. Niemand wusste wohin und weshalb. Ihre Neugier war geweckt.
Sie wurden unterbrochen vom Besitzer des Cafés, der den neuen Gast nach seinen Wünschen fragte.
