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Der junge Paul von Minnekamp beschreibt in seinen "Erinnerungen eines Lebemannes" sehr detailliert, wie er Sex, Lust und Leidenschaft kennenlernte: Ob mit einer willigen Hausangestellten, dem süßen Nachbarsmädchen oder den knackigen Töchtern seiner Vermieterin: Paul liebt Sex in allen Variationen! Im Jahr 1908 in einer Auflage von nur 400 Exemplaren veröffentlicht, bietet dieser Privatdruck sehr intime Einblicke in die sexuellen Erlebnisse des jungen Mannes aus gutem Hause. Damals galt dieses Buch als äußerst obszön und richtete sich offiziell nur an einen "wissenschaftlich interessierten Leserkreis" - Letzteres belächeln wir natürlich heute, aber der Inhalt ist auch nach mehr als 100 Jahren noch absolut SCHARF!
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Seitenzahl: 374
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Das Titelbild steht in keinem Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches.
eBook-Ausgabe 08/2015 © Carl Stephenson Verlag GmbH & Co. KG, Schäferweg 14, 24941 Flensburg Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Medien E-Mail: [email protected] Internet: www.stephenson.de Besuchen Sie uns auf www.stephenson.de
Ich war noch ein Junge. Meine Eltern hatten mir vor vier Jahren noch ein Schwesterchen geschenkt. Papa war bald nachher an Herzschlag gestorben. Er muss sehr reich gewesen sein, denn es ging uns auch nach seinem Tode recht gut. Mama war noch immer eine schöne Frau. Ich sehe sie noch vor mir mit ihrer hohen stolzen Gestalt, dem reichen schwarzen Haar, das sich in mächtigen Wellen auf ihrem schönen Haupte türmte, und mit ihrem dunklen Augenpaar, welches so eigentümlich leuchtete, so weich und warm, wenn sie uns ansah, und dann wieder so durchdringend und glühend zugleich, wenn sie gerade mit unserem Hofmeister sprach. Mama überließ uns Kinder zumeist der Aufsicht und Pflege ihrer Leute, nur für meine Erziehung schien sie sich lebhafter zu interessieren, wenigstens besprach sie sich darüber sehr häufig mit dem Herrn Hofmeister, einem jungen Studiosus von sehr einnehmendem Äußeren und gefälligem Wesen. Er mochte etwas über 20 Jahre zählen, war schlank von Wuchs und hatte die herrlichsten blonden Locken, die je eines Jünglings Haupt umwallten. Jede Königin hätte sich ihn zum Pagen wünschen mögen. Er galt aber auch sehr viel im Hause, und wenn wir bei Mama irgendetwas erreichen wollten, baten wir immer nur Herrn Alphons – so hieß er – um seine Fürsprache. Bei Mama vermochte er alles, viel mehr als die gute alte Kinderfrau und das kleine Kindermädchen, denen unsere leibliche Pflege anvertraut war. Die alte Babette hatte dabei mehr mein Schwesterchen in Obsorge, während ich mich der Pflege Hannchens erfreute, und Hannchen ließ es daran wahrlich nicht fehlen. Das süße Ding musste mich ausnehmend liebhaben, denn sie hatte immerfort etwas um mich zu schaffen und an mir zu richten. Besonders meine körperliche Reinlichkeit lag ihr sehr am Herzen. Sie wusch mich mit einer Beflissenheit, die fast an Pedanterie grenzte. Kein Fleckchen meines Körpers entging ihrer Sorgfalt und wäre es noch so verborgen oder auch noch so delikat gewesen. Sie drang darauf, dass ich recht oft gebadet wurde. Da war Hannchen erst ganz in ihrem Elemente. Schon beim Auskleiden entwickelte sie einen wahren Feuereifer. Wie sie mir die Hosen herunterzog, das war etwas Einziges. Sie liebte es, dabei mit mir zu schäkern, mich wohl auch zu patschen und zu kitzeln, da oder dort zu küssen oder auch ganz leise zu beißen. Es war immer ein Festtag für uns beide, wenn es zum Baden ging. Mama hatte neben dem Kinderzimmer ein hochfeines Badezimmer herrichten lassen, das mit allem modernem Komfort ausgestattet war. Der Jubel war immer groß, wenn wir, ich und mein kleines Schwesterchen, ins Badezimmer durften. Selbst die gute alte Babette machte den Scherz gerne mit. Meine Schwester und ich badeten nämlich immer zusammen, gewöhnlich alle Samstage. Es fehlte dabei nicht an reichlichem Geschrei und Gequieke.
An einem solchen Samstag fügte es sich, dass mein Schwesterchen Martha wegen eines Schnupfens, den sie sich zugezogen hatte, nicht baden durfte. Man hatte sie sogar zu Bette gebracht. Ich sollte allein gebadet werden. Ich weiß noch heute nicht recht, warum mich so ein eigentümliches Freudengefühl ergriff, als mir dies mitgeteilt wurde und Hannchen mich aufforderte, mit ihr ins Badezimmer zu gehen. Zwischen dem Kinder- und Badezimmer befand sich eine Garderobe, in der die Kleiderschränke standen. Erst durch diese gelangte man in den Baderaum. Eine rosenfarbige Ampel dämpfte das elektrische Licht, welches den Raum erhellte. Eine behaglich-süße Wärme durchflutete das ganze Gemach. Das Wasserbad stand schon bereit.
Ich weiß nicht, ob es mir nur so vorkam, aber Hannchen schien mir heute seltsam unruhig und aufgeregt. Sie kam ganz verändert vor. Sie sah mich auch mit so eigentümlichen Blicken an und scherzte gar nicht so wie sonst mit mir. Einige Worte, die sie sprach, brachte sie mit anscheinend stockender Stimme hervor und machte sich an der Wanne und den Linnen allerhand zu schaffen.
„Bist du auf mich böse, Hannchen?“, fragte ich nach einer Weile, während ich meine Schuhe aufschnürte.
„Aber nein, wie sollte ich doch – du bist mein lieber, süßer, kleiner Paul – wart, ich werde dir helfen, deine Schuhe aufzuschnüren.“
Hannchen kniete damit vor mir nieder und begann die Schnüre zu lösen. „Was für feste Waden du schon hast“, bemerkte sie, indem sie dieselbe zwischen ihre Hände fasste und mich dabei lachend ansah.
„Da solltest du erst meine Schenkel und Arme und meine Brust sehen, wie stark die schon sind! Das kommt vom Turnen!“
Ich machte mit dem Arme eine regelrechte Stemmbewegung, um Hannchen mein Muskelspiel zu zeigen.
„Du bist aber für deine Jahre schon sehr entwickelt“, antwortete Hannchen und fasste anscheinend mit Bewunderung nach meinem Oberschenkel. „Uff, ist es hier heiß“, rief sie plötzlich, „ich muss meine Bluse ausziehen, sonst halte ich’s nicht aus.“
Sie war aufgestanden und zur Verbindungstür der Garderobe getreten, deren Schlüssel sie rasch umdrehte. Ich weiß nicht, warum mir dies so aufgefallen war, aber ich hatte das Gefühl, dass das heutige Bad etwas ganz anderes war als sonst, ohne dass ich eigentlich recht wusste, warum. Hannchen hatte ihre Jacke abgelegt und jetzt nur noch ihr Hemd an, das ihre Brust, da es tief ausgeschnitten war, nur teilweise bedeckte. Sie kniete sich nieder, um mir die Schuhe vollends auszuziehen. Wie sie sich bückte, krochen ihre strotzenden Brüste vollends aus der Umhüllung hervor und wogten nun bei jeder Bewegung auf und nieder. Mit neugierigen Blicken folgte ich wenige Minuten lang diesem mich mächtig anziehendem Schauspiele, dann aber griff ich plötzlich, ich weiß selbst nicht, wie es kam, nach einer dieser schwellenden Halbkugeln und fragte Hannchen ganz erregt:
„Warum wackelt denn das so, Hannchen, wenn du dich bewegst?“
Mit einem schelmischen Lächeln blickte sie zu mir empor.
„Wirst du das gleich sein lassen, du Schlingel, du!“
„Aber geh, Hannchen“, erwiderte ich in einer Aufregung, die ich mir selbst gar nicht erklären konnte, „lass mich doch ein wenig damit spielen, das ist schön, so weich, so fein!“
„Ach, lass das lieber sein, mein Bubi! Weißt du, wenn du mich so angreifst, dann bekomme ich auch Lust, dich irgendwo anzugreifen, und das darf nicht sein.“
„Warum denn nicht? Du tust es doch sonst auch immer.“
„Ja, aber nicht so, wie ich jetzt eben möchte – weißt du – das verstehst du halt noch nicht, lass das nur lieber sein.“
Hannchen hatte mit diesen Reden eine wahre Glut von Neugierde in meiner Seele entfacht. Nun wollte ich erst recht hinter das Geheimnis kommen, welches ich schon ahnte.
„Ich bin gar nicht mehr unwissend“, rief ich ganz erbost aus, „wie du glaubst. Ich weiß recht gut, dass es etwas gibt, was man mir verheimlichen will. Oh, ich bin nicht mehr so dumm und werde es schon herausbekommen, was es damit für eine Bewandtnis hat.“
Hannchen schien von meiner Drohung ganz entzückt zu sein. Sie ließ ruhig meine Finger auf ihren reizenden Brüsten weiterschieben und setzte ihre Arbeit fort. Sie hatte mich indessen ganz entkleidet und streifte eben mein Hemd ab.
„Oh, du kleiner Naseweis, du“, rief sie, „da müsste ich dir gar viel erzählen, ehe du mich verstündest, aber das ist noch nichts für dich. Wenn dir’s aber eine Freude macht, so spiele nur an meinem Busen weiter. Du darfst aber niemanden sagen, dass ich dir das erlaubt habe! Hörst du, Paul?“
„Oh, so dumm bin ich nicht. Ich weiß schon, dass das etwas Verbotenes sein muss, ich möchte nur zu gern auch wissen, warum. Ach, liebstes, bestes Hannchen, sag mir’s doch. Ich will dich dafür recht, recht liebhaben.“
„Wenn ihr nur nicht alles ausplauschen wolltet, was man euch sagt!“, antwortete Hannchen nachdenklich.
„Wenn du mich verrietest, käme ich in eine schöne Geschichte. Warte lieber, mein Süßer, bis du noch ein bisschen älter bist, dann wird sich dir sowieso alles aufklären.“
„Ich will aber nicht warten“, antwortete ich trotzig, „und wenn du mir jetzt nicht gleich alles sagst, was ich wissen will, werde ich dich gar nicht mehr liebhaben.“
Hanne kniete noch vor mir, der ich nun ganz nackt vor ihr stand. Sie schien zu überlegen, ob sie mir zu Willen sein sollte. Scheinbar in Gedanken streichelte sie meinen ganzen Körper ab und begann plötzlich denselben von oben bis unten abzuküssen. Sie kam dabei mit ihrem Munde auch an eine Stelle, wo mir die Liebkosung ganz besonders wohltat. Wir sprachen kein Wort.
Mein Glied war dabei plötzlich ganz steif geworden. Ich fühlte einen rasenden Kitzel darin und wollte es ihr entziehen, aber irgendetwas hielt mich wie festgebannt. Hanne schien alles um sich vergessen zu haben. Während sie ihr Zungenspiel fortsetzte, keuchte sie dazwischen, bis sie mich endlich losließ.
Sie hatte mich dabei mit ihren Händen krampfhaft umfasst. Jetzt schien sich ihre Erregung gelegt zu haben. Sie fasste mich an die Arme, sah mich mit ganz verschwommenen Augen an und flüsterte: „Siehst du, Paulchen, das kommt davon, weil du nicht Ruhe gegeben hast. Willst du das aber auch wirklich niemandem sagen, was wir jetzt gemacht haben? Schwöre es mir, und wenn du verschwiegen bist, will ich dir auch alles sagen.“
„Ich schwöre es dir“, antwortete ich mit einer feierlichen Miene. Ich hatte das Gefühl, dass eben mit mir eine große Verwandlung vorgegangen sei. Angst und Verlangen, Schauder und Lust rangen in mir um die Herrschaft.
Hannchen zog mich mit einer Umarmung zu sich heran und gab mir einen langen, langen Kuss.
„Ich weiß, du bist ein kluger Junge! Du wirst nicht plaudern. Dafür sollst du aber auch viel, viel Gutes von mir haben. Ich will dir’s auch verraten, wonach du so brennst, das große menschliche Geheimnis.“
„Ach ja, bitte, bitte“, rief ich und fiel Hannchen um den Hals. Ihre vollen Brüste legten sich an meinen Körper an, ein Gefühl, das mir unendlich wohltat und mich eigentümlich in Wallung brachte.
„Vorhin, als du meine Brüste streicheltest, wehrte ich dich ab, weil ich sonst auch Lust bekäme, an dir herumzuspielen. So sagte ich dir doch.“
„Das tut ja nichts“, rief ich eifrig dazwischen.
„O ja, das tut’s schon, weil feine junge Männer wie du von derlei Dingen noch gar keine Ahnung haben sollen. Du hast mich aber so aufgeregt, dass ich mir nicht mehr helfen konnte.“
„Ach, du meinst wegen dem von vorhin, was du getan hast? Weißt du, dass das sehr wohltut, Hannchen? Oh, das kitzelt fürchterlich ich möchte dich auch einmal so kitzeln.“
„Siehst du, das ist es eben“, sprach Hannchen dazwischen. „Wenn ein Bub und ein Mädchen allein zusammen spielen, fangen sie immer an sich zu kitzeln, zu balgen und allerhand miteinander zu treiben. Das liegt so in der Natur, das ist ein Trieb. Einer sucht den anderen recht viel zu berühren und zu drücken, weil das gar so wohltut, besonders wenn beide nackt sind!“
,„Soll ich mich auch ausziehen? Ach nein, ich fürchte mich, du könntest mich doch verklatschen.“
„Aber nein, ich schwöre dir, mein liebes, liebes Hannchen, dass ich still sein will wie das Grab, bitte, bitte, ich möchte dich gar so gerne auch so sehen, oh bitte, zieh dich aus!“
Hannchen ließ ihre Röcke sinken und schlüpfte aus dem Hemde. Mit neugierigen Blicken maß ich die zierliche Gestalt, mein Auge schweifte von Plätzchen zu Plätzchen, wo es noch etwas zu bewundern gab. Ich hatte ja noch nie ein nacktes Weib gesehen. Besonders eine dunkle behaarte Stelle zwischen ihren Schenkeln war es, die mich ungemein fesselte …
Hanne schlang ihre nackten Arme um meinen schlanken Leib und herzte mich mit steigender Lust ab.
„Siehst du“, sprach sie, „wenn ein Mädchen mit Buben sich so herzt, küsst und aneinanderdrückt, da erwachen bei beiden gar wonnige Gelüste, man möchte so ganz und gar ineinanderkriechen, so wie zum Beispiel jetzt, Paul, – siehst du – jetzt möchte ich dich am liebsten ganz …“
Ich wusste nicht, wie es kam, aber als sie so sprach, hatte ich wirklich ein Gefühl, als sollte ich in die Hanne hineinkriechen. Ich schmiegte mich noch mehr an ihren nackten Körper und fühlte ihre heißen Küsse auf meinen Lippen brennen. Ich wusste gar nicht recht, wie mir geschah, als ihr feuchter Mund den meinen öffnete und ich ihre heiße Zunge in mich eindringen fühlte.
„Sieh nur, wie dein Mätzchen immer größer und größer wird! Weißt du, was das bedeutet?“, sagte Hannchen leise. Mir war ganz siedend heiß geworden, ich fühlte mein Herz hämmern und sah Hannchen mit erstaunten Blicken an.
„Nun kommt auch bei dir die Aufregung“, belehrte sie mich. „Siehst du, so wie dir geht es auch mir.“
Mir war ganz sonderbar im Kopfe geworden. Ich hatte das Gefühl, dass mit mir etwas sehr Wichtiges vorgegangen wäre. Ich versuchte mich von Hanne loszumachen. Sie hielt mich jedoch fest und erzählte mir von der körperlichen Liebe.
Was mir Hanne da erzählte, war für mich so etwas Neues, Wunderbares, dass ich es im ersten Augenblick gar nicht recht fassen konnten und mir eine Menge Fragen auf den Lippen schwebten. Sexualität erschien mir nun in einem ganz andern Lichte. Ein eigentümlicher Schauder fasste mich an, aber auch ein stürmisches Verlangen, nun schon alles zu wissen. Ich fragte Hanne gründlich aus und wurde auch ebenso gründlich über all die Dinge belehrt. Ein gewisser Stolz erfasste mich bei dem Gedanken, dass ich auf einmal so aufgeklärt geworden war. Ich kam mir auf einmal viel älter vor. Ich war ja kein Kind mehr. Aber meine Neugier war noch nicht befriedigt.
Ich hatte plötzlich wieder das betäubend angenehme Gefühl, dass mich’s ganz heiß überströmte. Ich hätte mich nur weiter so mögen überströmen lassen, aber Hanne sprang nun auf und nachdem sie mir einen herzhaften Kuss gegeben, schlug sie mich auf mein Popochen und flüsterte mir zu:
„Du bist ein allerliebster Schlingel! Wollen wir nun öfter so zusammen spielen? Wirst du auch wirklich niemandem etwas sagen?“
„Oh, ich werde mich hüten“, gab ich zur Antwort.
Hannchen hieß mich jetzt ins Bad steigen, rieb mich sorgfältig ab, und nach einigen letzten Liebkosungen, legte sie mich zu Bette. Ich schlief bald ein und noch in meinen Träumen umgaukelte mich das süße Bild meiner heutigen Erlebnisse …
Seit dem geschilderten Samstag hatte sich das Spiel zwischen mir und Hanne noch öfters wiederholt. Es kam nur leider zu selten vor, dass wir allein gelassen wurden und sicher genug waren. Meine Fantasie war aber nun voll von wollüstigen Bildern, bei denen ich, sooft es nur ging, in Gedanken weilte. Ich war beständig bemüht, Hannchen irgendwo im Hause allein zu treffen, und bereitete ihr mit meiner Unvorsichtigkeit nicht wenig Verlegenheiten. Eine meiner Hauptleidenschaften war es, Hannchen, wo es nur immer anging, unter die Röcke zu greifen oder hinter das Busentuch zu fahren. Ich trieb das mit der meinem Alter entsprechenden knabenhaften Ausgelassenheit. Hannchen hatte nur immer abzuwehren. Wenn es sich aber einmal traf und keine Überraschung zu befürchten war, dann überließ sie sich mit umso größerer Lust dem Liebesspiel mit ihrem süßen Bubi, wie sie mich zu nennen pflegte.
Ich hatte mich in dem Jahre, das seither vergangen war, auffällig entwickelt und war ein sehr kräftiger, ich darf wohl sagen schöner Knabe geworden. Ganz besonders hatte mein Mätzchen unter Hannes liebevoller Pflege große Fortschritte gemacht. Das war ganz unglaublich gewachsen zur besonderen Genugtuung Hannes, die den lieben Schatz ganz besonders in ihr Herz eingeschlossen hatte.
An unsere Wohnung schloss sich eine Bodenkammer an, die zur Aufbewahrung alter Möbel, Matratzen, und sonstigen Gerümpels diente. Als einmal etliche Tage vergangen waren, ohne dass Hanne und ich dazu gekommen waren, uns heimlich zu treffen, hieß mich Hanne ihr in die Bodenkammer nachzuschleichen. Dort waren wir ungestört.
Eines Tages jedoch sah ich nämlich Herrn Alphons aus der Bodenkammer auf den Flur heraustreten. Es hatte mir einen Stich ins Herz gegeben. Sofort musste ich an Hanne denken. Ob sie wohl zusammen dort gewesen waren? Der Gedanke durchfuhr plötzlich mein Gehirn. Alle Qualen der Eifersucht hatten im Nu von meiner Seele Besitz ergriffen. Ich fühlte einen furchtbaren Hass gegen den elenden Schleicher, meinen Herrn Hofmeister, im Herzen aufsteigen. Oh, ich musste Gewissheit haben! Rasch schlüpfte ich in ein gewisses Kabinett, durch dessen Schlüsselloch ich die Bodenkammertür im Auge behalten konnte. Nach kaum zwei Minuten Wartens öffnete sich leise die Tür und Hannchen trat auf den Flur heraus. Sie schien mir sehr gerötet, ihre Augen leuchteten noch in dem mir wohlbekannten feuchten Glanze. Auf dem Flur sah ich sie noch ihren Rock und ihre Schürze richten und ihr verwirrtes Haar glätten. Ich wusste nun genug. Oh, ihr Falschen, ich will euch schon entlarven! Unwillkürlich ballte ich meine Faust drohend hinter Hanne.
Es kamen nun erst recht traurige Tage für mich. Hanne schien mir dagegen heiterer und aufgeräumter als sonst zu sein. Ich ließ ihr gegenüber von der gemachten Entdeckung nichts merken, vermied es aber, sie wie sonst mit meinen Geschäker zu belästigen. Merkwürdigerweise suchte auch Hanne keine Gelegenheit mehr, mit mir allein zu sein. Das bestärkte mich nur in meinem Verdachte und mich beherrschte nur noch ein Gedanke, das Pärchen auf frischer Tat zu ertappen. Ich sollte nicht zu lange darauf warten müssen. Als ich an einem der nächsten Tage mein Zimmer betrat, es war gegen Abend und dämmerte bereits, hörte ich in der Garderobe daneben ein leises Geflüster. Ich konnte deutlich eine Männer- und Frauenstimme unterscheiden. Rasch schlich ich mich an die Verbindungstür heran und legte mein Ohr an dieselbe.
„Ich gehe jetzt gleich hinauf“, hörte ich eine Stimme flüstern.
„Lassen Sie mich aber nicht lange warten wie letzthin!“
„Gut, gut – ich komme bald nach“, antwortete die andere Stimme, worauf ich Männerschritte vernahm, die sich auf dem Hausflur verloren.
Mir klopfte das Herz vor Erregung. Eiligst flog ich über den Flur der Bodentreppe zu, um vor Hannchen die Bodenkammer zu erreichen ohne gesehen zu werden. Es gelang. In der Kammer war es stockfinster. Ich begann mich zu fürchten. Da hörte ich schon Schritte hinter mir. Rasch verkroch ich mich hinter eines der herumstehenden Möbel. Die Tür ging auf, jemand war eingetreten. Nach kurzem Herumtasten hörte ich, wie die angekommene Person auf einem knarzenden Möbel sich niederließ. Es musste ein Sofa sein nach dem Geräusche, welches ich vernahm. Der Jemand stieß von Zeit zu Zeit leise Seufzer der Erwartung aus. Mir wurde in der Finsternis immer unheimlicher zumute. Jetzt öffnete sich wieder leise die Tür und eine Stimme flüsterte: „Pst, pst!“
„Hier, hier“, antwortete es vom Sofa ebenso leise. „Sind Sie es, Hannchen?“
„Jawohl, Herr Alphons! Es ist ja finster wie im Sack da. Man sieht die Hand vor den Augen nicht. Wo stecken Sie denn eigentlich?“
„Hier rechts, wo das Sofa steht. Sie gehen ja links.“
„Ach so, ja, na endlich!“
Das Gespräch wurde im Flüsterton weitergeführt, doch konnte ich bei der Stille im Raume jedes Wort verstehen. Meine Ahnung hatte mich also nicht betrogen. Und da lagen sie nun zwei Schritte von mir in der Finsternis auf einem Sofa zusammen.
Was würde ich nun zu hören bekommen! Ein seltsames Gemisch von wütender Eifersucht und lüsterner Neugierde durchwühlte mein Innerstes. Ich blieb mäuschenstille, mit verhaltenem Atem lauschte ich jeder Bewegung, um wenigstens zu hören, was ich nicht sehen konnte. Ein stärkeres Knarren des alten ausgemusterten Möbelstückes sagte mir, dass Herr Alphons sich zu Hanne gesetzt oder gelegt hatte.
„Sind wir auch sicher da?“, hörte ich ihn jetzt flüstern. „Ich weiß nicht, aber ich fürchte immer, dass wir einmal entdeckt werden könnten!“
„Ach, wo denn her“, gab Hanne zurück. „Keine Seele steigt da herauf in der Nacht.“
„Wenn aber jemand Sie unten vermisste oder Paul nach Ihnen riefe?“
„Dafür habe ich schon vorgesorgt. Da würde die alte Babette schon für mich einspringen. Wenn jemand nach mir fragt, bin ich zur Apotheke oder sonstwo hingegangen.“
„Daran erkenne ich mein kluges Hannchen, immer vorsichtig, immer auf alles bedacht. Übrigens schützt Gott Amor die Liebenden, er wird auch unsere Liebe beschirmen. Es wäre jammerschade um so viel verlorene Lust, nicht wahr, mein Engel?“
Es folgte nun eine lange Pause, die nur von dem Geräusche langgezogener Küsse, unverständlichem Geflüster und dem Geraschel verschobener Kleidungsstücke ausgefüllt war.
Nun begann das Sofa aber arg zu knacken, ich hörte die beiden leise stöhnen. Hanne hier und da einen unterdrückten Schrei ausstoßen. Das Ächzen des Sofas wurde immer ärger und vereinte sich mit dem Geächze der beiden zu einem in der Finsternis unheimlichen Geräusche. Ich hörte Hanne jetzt rufen:
„Ach, Herr Alphons, nicht gar so tief, das tut ja weh … ach, wie sind Sie schlimm … oh, so ist es besser … ah, ah, ich vergehe vor Lust, oh du mein Süßer … oh der Reiz, Al – phons – ach.“
„Ja, ja jetzt, meine Süße, jetzt geht’s bis oben. Herrgott, welch eine Wollust, oh, wenn ich nur noch höher in dich könnte, du bist zu süß, mein Hannchen. Fühlst du mich nicht, bis oben?“
„Ja, Alphi, ich fühle dich. Ach, ich sterbe vor Lust.“
„Hannchen, Hannchen, jetzt heb dich auf! Oh, jetzt Hanne, jetzt spritzt es, es ist schon da“
„Ich bitte dich, Alphi … Alphi, hör noch nicht auf, jetzt, bitte, bitte noch … oh, dein Saft ist so, so, gut! Ach Alphi, mir kommt es in einem fort. Noch Alphi, oh, wie das süß hineinspritzt, wie dein Pipi in mir schlägt und zuckt. Jetzt weniger und weniger, ach, jetzt hat er ganz aufgehört, wie schade, Alphi. Das sollte so eine ganze Stunde fortlaufen. Ach, Alphi, wie liebe ich dich, so wie du wird mich nie mehr ein Mann beglücken!“
Hanne setzte ihre Liebesbeteuerungen noch eine ganze Weile fort, und auch er ließ es an solchen nicht fehlen.
„Du bist ein süßes Mädel“, sagte er. „Solche Wollust habe ich noch in keines Weibes Arm empfunden. Du bist so eigen gebaut. Ich weiß selbst nicht, wie das kommt. Aber ich könnte in dir vor Lust vergehen. Du könntest mir die Seele aus dem Leibe saugen mit deinem wonnigen Löchelchen.“
„Mein geliebter Alphi, wenn du wüsstest, wie selig mich das macht, dass ich dich so glücklich machen kann. Du würdest alle deine Liebe mir nur allein schenken.“
„Das tue ich ja doch, mein Engel!“
„Oh nein, das tun Sie nicht, mein hoher Herr! Was würde wohl auch die Gnädige dazu sagen, wenn Sie das täten.“
„Bist du von Sinnen, Hannchen? Was soll das bedeuten?“
„Bleiben Sie nur ganz ruhig, mein Geliebter! Gesagt muss es ja doch einmal werden, also hören Sie. Ich weiß schon seit Langem, dass Sie mit der Gnädigen auf sehr intimem Fuße stehen, oder besser gesagt, ich habe dies selbst gesehen und gehört.“
„Aber Hanne!“
„Sind Sie nur ganz ruhig! Das tut ja weiter nichts. Ich bin ein einfaches Mädel und sie ist eine reiche Frau. Jung und schön ist sie auch. Warum sollten Sie die Gunst einer so schönen Frau nicht mitnehmen? Das ist doch Ihr gutes Recht und geht weiter niemanden etwas an – aber Sie haben’s nun auch mit mir! Können Sie mir verübeln, wenn ich Sie allein haben möchte, wenn ich die Gnädige als die Räuberin meines Glückes ansehe, so wie auch sie tun würde, wenn sie wüsste, dass nur ein Teil Ihrer herrlichen Manneskraft ihr gehört?“
„Oh, diese Weiber! Macht ihr es vielleicht besser?“
Bei diesen Worten wäre ich, der von allem Gehörten wie betäubt war, am liebsten vorgestürzt, um dem Herrn Alphons meine Meinung zu sagen. Also dieser Herr Alphons nahm mir nicht nur mein Hannchen weg, er besaß auch meine Mama. Bei diesem Gedanken verwirrte sich mein Kopf. Dass ich selbst verbotene Dinge tat, dass Hanne und Alphons es nicht besser machten, das ging in meinen Schädel noch hinein, aber meine Mama, ich war starr. Also die Sünde war überall zu Hause, nicht nur bei uns jungen Leuten. Was alle taten, konnte ja überhaupt nicht mehr sündhaft sein. Ich hätte beinahe Lust gehabt Hanne zu verzeihen, wenn mich der Gedanke, dass sie mich nur so nebenher als Spielzeug benützt hatte, nicht gar so empört hätte.
Hanne ließ sich übrigens durch ihnen aalglatten Freund durchaus nicht verblüffen.
„Mit Verlaub, mein geliebter Freund“, sagte sie. „Das ist doch nicht so ganz dasselbe. Wenn heute ein Mädchen ihre Gunst mehreren Männern schenkt, kommt dabei doch keiner zu kurz. Umgekehrt ist das aber sehr der Fall.“
Herr Alphons lachte jetzt hell auf, sodass Hanne ihm die Hand auf den Mund legen musste.
„Donnerwetter, meine Teure, aber das Raisonnement macht Ihnen aller Ehre. Wo haben Sie denn solche Grundsätze gelernt?“
„Das will ich Ihnen schon sagen. Ich habe mit 13 Jahren mein Elternhaus verlassen und bin in die Großstadt gekommen. Dort hat man mich, gleich in den ersten Monaten, verführt, aber auch die Welt kennen gelehrt. Das war auch ein so gescheiter Herr wie Sie, der mir die Augen geöffnet hat, aber dieser Herr ließ doch auch dem weiblichen Geschlecht ein Recht sich auszuleben, ja, er anerkannte sogar die Tatsache, dass die Natur dem Weibe die Fähigkeit verliehen habe, in der Liebe viel mehr zu leisten als der Mann.“
„Wie ich sehe, haben Sie eine gute Schule durchgemacht, mein Engel! Ich will die Richtigkeit all dessen gar nicht bestreiten, hauptsächlich weil mir der Ort dazu nicht behagt, aber ich sehe, dass mein Hannchen nicht nur ein liebreizender Schatz, sondern auch ein sehr gescheites Mädchen ist. Nun aber ist es höchste Zeit uns zu trennen. Gute Nacht, mein Engel! Auf Wiedersehen hier oben!“
Herr Alphons war verschwunden. Hanne ordnete im Dunkel ihre Kleider und machte sich auch auf den Weg. Als sie die Tür öffnen wollte, rief ich sie leise an. Hanne stieß einen Schrei aus und blieb wie festgebannt stehen. Der Schreck hatte sie fast gelähmt.
„Paul, du bist es, wie kommst du hierein?“, brachte sie mühsam hervor.
„Weil ich gewusst habe, dass du mit Herrn Alphons zusammen warst!“
„Schau einer einmal den eifersüchtigen Bengel an. Was geht denn das dich an?“
„So, denkst du vielleicht, ich hätte nicht gemerkt, dass du dich von mir fernhälst?“
„Du kannst ja noch gar nichts machen!“
„Aber ich werde es einmal können. Du aber magst mich nicht mehr, weil dir der Herr Alphons lieber ist. Du Abscheuliche!“
„Aber geh doch, du Kindskopf. Herr Alphons beißt mir ja nichts ab. Du kannst mich ja auch haben und wir können gemeinsam lachen. Wir wollen noch ein bisschen zusammen spielen, komm!“
Hanne hatte mich bei diesen Worten umfasst und wollte mich zum Sofa hinzerren. Ich aber riss mich wütend los und rief: „Lass mich aus, mich ekelt vor dir, du Falsche! Und ich werde alles der Mama sagen!“
„Um Gottes willen, Paul, was fällt dir ein, höre doch, Paul!“
„Alles, alles will ich Mama sagen“, rief ich ihr zu und flog die Treppe hinab.
Im Hause hatte sich seit jenem Abende, wo ich Hanne mit dem Hofmeister erwischt hatte, insofern eine für mich schmerzliche Veränderung vollzogen, als Hannchen aus dem Dienste getreten war. Das hatte ich mir zuzuschreiben und ich bereute auch hinterher sehr, mir die Freude selbst verdorben zu haben. Was lag denn daran, dass Hannchen sich nebenbei mit einem strammen jungen Manne ergötzte, besonders nachdem ich sie nicht voll befriedigen konnte? Ich begriff hinterher meinen Unverstand gar nicht. Mit meiner Drohung, der Mama alles zu sagen, hatte ich Hanne aus dem Haus vertrieben. Sie war am nächsten Morgen über alle Berge, unter dem Vorwande, dass ihr Vater schwer erkrankt sei. Sie kam nicht wieder, und Mama nahm an ihrer statt eine andere auf. Das war aber keine Hanne mehr. Herr Alphons beobachtete seit jener Bodenkammerszene mir gegenüber ein auffällig verändertes Benehmen. Er spielte zu mir sozusagen den älteren Freund und behandelte mich förmlich kameradschaftlich. Er besprach häufig mit mir gewisse schlüpfrige Themata über Zeugungsbeziehungen zum anderen Geschlechte, Beischlaf und dergleichen mehr. Dabei redete er viel von den modernen Anschauungen, die viel freisinniger wären als die veralteten Vorstellungen über das Geschlechtsleben der Menschen. Er selbst sei auch ein Anhänger der freien Liebe. Der Zwang, die Pflicht müsse ja die Liebe geradezu töten. Könne es denn etwas Ekelhafteres geben als den Gedanken, man müsse zeitlebens vertragsmäßig sich verpflichten, allen Samen, den man produziert, nur in dieses eine, einem angetrauten und behördlich zugemessene Weib zu ergießen? Das schönste Weib müsse einem bei solchem Zwange zuwider werden, und was dergleichen mehr ist. Herrn Alphons’ Lehren fielen bei mir auf keinen unfruchtbaren Boden. Was mich Hannchen praktisch gelehrt hatte, hörte ich nun auch theoretisch begründet. Was mir jetzt fehlte, war nur eine neue Hanne. Mein freisinniger Herr Instruktor hatte zwar auch Hannchen mit verloren, aber er hatte ja noch die Mama. Er konnte leicht lachen, aber ich?!
Ich war weiter gewachsen. In letzter Zeit fiel mir auf, dass Mama viel häufigere und längere Unterredungen mit Herr Alphons pflegte als sonst. Seit dem Erlebnis mit Hanne wusste ich ja, was sie zusammen taten, aber ich hatte bisher noch nicht das Verlangen gefühlt meine eigene Mama zu belauschen. Da aber meine Fantasie jetzt gar keine rechte Nahrung mehr fand, fühlte ich nun das Verlangen, mir einen solchen Reiz durch Belauschen meiner Mama mit ihrem Herzallerliebsten zu verschaffen. Die Sache wollte mir jedoch lange nicht glücken, da die beiden sehr auf der Hut waren. Auch fürchtete ich mich selbst vor Entdeckung. Der Zufall war mir eines Tages günstig. In dem Hause, welches wir bewohnten, befand sich im Oberstocke noch eine Mietspartei, die mit Mama freundnachbarliche Beziehungen unterhielt. Man besuchte sich zeitweilig und besonders wir Kinder wurden oft von Mama zu der Familie auf den ganzen Nachmittag geschickt, um da mit deren Kindern gemeinsam zu spielen. Es waren auch ihrer zwei wie bei uns. Eines Tages, als wir schon drüben waren, fiel mir plötzlich ein, dass ich von Mama ein neues hübsches Kinderspiel geschenkt erhalten hatte, und ich eilte in unsere Wohnung dasselbe zu holen. Mama hatte es in ihrem Boudoir versteckt. Hastig suchte ich danach, als ich auf dem Gange Mamas und des Herrn Hofmeisters Stimme vernahm. Flugs hatte ich mich hinter einer der schweren Gardinen des Erkers versteckt. Unmittelbar darauf rauschte Mama ins Zimmer und hinter ihr Herr Alphons, einige Pakete am Arme. Die beiden kamen aus der Stadt, wo Mama Einkäufe besorgt hatte. Mama hatte eine junonische Gestalt, die durch eine gewählte Toilette noch gehoben wurde. Alles an ihr atmete Vornehmheit gepaart mit Liebreiz. Ihre Erscheinung hatte etwas bestrickend Schönes. Sie strahlte förmlich vor Lebenslust.
„Gottlob, dass wir zu Hause sind“, rief Mama pustend aus. „Ich brenne förmlich vor Begierde, Alphons, helfen Sie mir aus dem Zeug heraus, nur rasch, rasch, rasch!“
„Wo sind denn die Kinder?“, antwortete er, der Aufforderung folgend.
„Ach, die sind oben bei Hefekinds: Wir sind allein!“
„Vorsicht ist jetzt mehr als früher vonnöten. Paul ist ein frühreifer Bursche und durchaus nicht so harmlos, wie Sie vielleicht glauben“, antwortete mein ehrenwerter Erzieher.
„Oh, ich weiß“, erwiderte Mama, „Paul hat bereits eine Ahnung von den Freuden der Liebe, der Schlingel! Das muss ihm jemand beigebracht haben. Wenn ich nicht fürchten müsste, dass es ihm schadet in seiner Entwicklung, läge mir auch gar nichts daran, ihm diese Freuden nicht zu gönnen. Aber für ihn ist das noch zu früh. Meinen Sie nicht auch?“
„Frühzeitige Aufklärung ist heutzutage schwer mehr zu verhindern, aber doch zu früher Genuss“, antwortete Alphons.
„Ja, glauben Sie denn, dass Paul schon daran denkt?“
„Er ist für seine Jahre schon sehr entwickelt und, wie gesagt, nicht mehr ganz ahnungslos.“
„Der reizende Schlingel! Schau einer einmal an, wie das der Mama über den Kopf wächst!“
„Ja, ja, das steckt im Blut!“, antwortete Alphons mit einer galanten Geste.
Mama warf ihm einen halb schelmischen, halb lüsternen Blick zu.
„Woher wissen Sie denn das, mein Herr?“, sagte sie, vertraulich ihren Arm auf seine Schultern legend.
Herr Alphons hatte seinen Arm um ihren Nacken geschlungen und sein Gesicht dem ihren genähert.
„Woher ich das weiß?“, flüsterte er. „In diesen Augen habe ich es gelesen, von diesem Munde habe ich die süße Entdeckung weggetrunken, an diesem herrlichen Leibe habe ich’s in unbeschreiblicher Wonne erfahren, was für ein Blut in seinen Adern kreist.“
Ein lang gedehnter, überaus sinnlicher Kuss beendete das Zwiegespräch der beiden. Sie hatten den Atem vor lauter Lust so lange angehalten, dass sie nun tief aufatmend sich losließen, aber sofort erfassten sie sich wieder, die Lippen vereinten sich zu einem noch längeren, noch stürmischerer Kusse. Beide öffneten dabei den Mund und schienen einer des anderen Atem förmlich zu trinken. Die Zungenspitzen führten einen wollüstigen Krieg miteinander, drangen gegenseitig immer tiefer und schlüpften lüstern aneinander hin, berührten sich mit den Spitzen und ahmten das Eindringen des Liebesgottes in seinen Venustempel nach, bis schließlich einer des anderen Zunge vor Begierde fast verschlang.
„Alphons, ich halte es nicht mehr länger aus, Sie küssen ja zum wahnsinnig werden!“
„Wer könnte von solchen Honiglippen nippen, ohne sich zu berauschen, ohne vor Wonnegefühl zu vergehen? Wer könnte solchen Reizen widerstehen?“
Mama hatte hastig Handschuhe, Hut und Mantel abgelegt.
„Puh, ich glühe, helfen Sie mir, das Kleid zu öffnen! Ich ersticke sonst, Sie sind aber ein Tunichtgut, was machen Sie denn da schon wieder? Warten Sie doch wenigstens, bis …“
Alphons hatte sich auf ein Fauteuil gesetzt, während Mama vor ihm stand. Während er das Kleid aufnestelte, hatte sich seine Hand auch anderswo zu schaffen gemacht.
„Schrecklicher Mensch, ich bin ohnedies so aufgeregt, wenigstens das Korsett lassen Sie mich noch ablegen! So geht’s ja nicht.“
Alphons presste Mama fest an sich und machte irgendetwas unter ihren Röcken. Jetzt flog das Korsett im Bogen nach einer Zimmerecke.
„Wir hätten uns doch ins Bett legen können, Sie Ungeduld, Sie!“, sagte Mama mit schon zitternder Stimme.
„Später, meine Liebste, später, aber jetzt, nur gleich.“
„Also später, ich bin ja auch furchtbar aufgeregt. Nur schnell, soll ich auf Sie, so?“
„Ja, nur noch etwas mehr rücken Sie vor, so, jetzt geht er schon hinein, oh, wie geil das so ist, meine süße Amalie, es wird gleich so weit sein.“
„Alphons, ich bitte Sie, noch nicht. Ich möchte gerne noch mehr auf Sie drauf, so, jetzt spießt er mich ordentlich auf … oh, wie tief, oh, wie süß, Sie reizen mich schrecklich, Alphons! Noch tiefer, schade, dass Sie nicht auch stoßen können, ha, so auf und ab ist’s gut … ich spüre ihn bis zum Magen dringen. Jetzt, Alphons, mir kommt schon der Reiz und es spritzt auch schon, ha, welche Lust das ist. So ist’s gut, spritzel dich nur recht in mir aus, du kleiner Racker da drinnen, warte nur, du sollst mir heute noch dafür büßen, mich so gereizt zu haben! Ich lasse dich nicht aus, bis du nicht ganz tot bist, du loser Schlingel, so, noch ein bisschen reiben will ich dich, mit meinem Mutzi an deinem dicken Kopfi und dich recht heiß machen … nur noch ein bisschen spritzi, spritzi machen, du Kleiner, ha, mir kommt es auch schon wieder, Alphons. Alphons ich vergehe vor Reiz, ach, ach, ach, nun ist’s vorbei.“
Mama hatte sich währenddessen in einem fort auf und nieder bewegt, sie saß rittlings auf ihm und hielt ihn fest umschlungen. Zuletzt hatte sie sich auf ihm völlig festgesetzt und stieß nur nach unten, Bauch an Bauch gepresst, dabei glühte ihr Gesicht und ihr Atem keuchte. Sie war wie außer sich.
Mama und Alphons blieben noch eine Weile so sitzen, während welcher sie sich leise und zärtlich küssten. Endlich glitt Mama von ihm herab. Sie beugte sich lächelnd zu dem feucht glänzenden Hähnchen des Herrn Alphons herab und klopfte ihm mit der Fingerspitze sanft darauf.
„Bist du nun zufrieden, du kleiner Nimmersatt? Ich werde dich lehren schlimm zu sein! Hat’s dir in dem Mutzi drin gefallen? Möchtest wohl wieder bald hinein? Da musst du hübsch brav sein und erst hübsch Männchen vor mir machen, dann darfst du wiederkommen!“
Alphons fasste Mamas Hand und rief lachend: „Das wird er sich nicht zweimal sagen lassen! Wer könnte Sie sehen und nicht sofort in Verlangen entbrennen? Wer könnte es je satt werden, solche Wonnen zu genießen? In solchen Armen stirbt man, aber man hört nicht auf zu lieben. Amalie! Ich würde kein anderes Glück kennen als das, mich mit Ihnen, in Ihnen auszulieben bis zur Neige. Ich würde mir wünschen, dass der Born meiner Liebe so unerschöpflich wäre, dass wir eine Umarmung ohne Ende feiern könnten in einem ewigen Zusammenflusse unserer Schlummersäfte!“
„Ei, wie poetisch mein süßer Alphi sein kann! Wissen Sie aber auch, dass nichts das Verlangen so weckt, die Sinneslust so steigert wie poetische Schwärmerei? Ein angedichtetes, angesungenes Weib liebt ihren Verehrer doppelt heiß!“
„Welche Gluten von Liebe muss erst die Zeit der Troubadure und Minnesänger entzündet haben, wo die schönsten Frauen sich in Minnehöfen mit ihren Barden zum idealsten Kultus der freien Liebe vereinigten! Sind wir nicht auch ein solches Wonnepaar, Sie eine zweite Deliane und ich Ihr Tannhäuser?“
„Wollen Sie mir aber auch wie Tannhäuser in den Hörselberg entlaufen?“
„Oh, das hat meine Deliane nicht zu fürchten – Sie sind für mich Frau Venus in Person und ich besteige Ihren Venusberg, da in dessen feuchter Grotte mir die wonnigste Erlösung winkt!“
Alphons hatte bei diesen Worten Mama wieder auf sich niedergezogen und seine Hand musste den Ort gefunden haben, den er Venusberg nannte. Mama vergalt Gleiches mit Gleichem und streichelte sanft seinen Zauberstab.
„Oh, meine Liebesgöttin, wie schön, wie begehrenswert sind Sie, nur eines fehlt, die Illusion der Götterspiele voll zu machen.“
„Ich bin sehr begierig zu hören, was mir zu einer Venus fehlt.“
„Die klassische Venus hatte keine Kleider an.“
„Ei, schau einer einmal diesen Schlaumeier an. Also darum vergleicht er mich mit einer Venus, damit er mich nackt sehen kann.“
„Sie haben doch solchen Vergleich nicht zu scheuen.“
„Wer weiß, aber der Apollo vom Belvedere und Adonis haben auch keinen Frack angehabt, mein Herr!“
„Gewiss nicht, meine Süße!“
„Also sollen wir wirklich?“
„Warum nicht? Hinweg mit allem, was uns trennt und unserer Lust den vollen, ganzen Genuss verwehrt!“
Alphons hatte bereits begonnen Mama zu entkleiden. Auch sie war nicht zurückgeblieben. Mit zitternder Hast zog einer dem anderen Stück für Stück vom Leibe, wobei man sich mit Liebkosungen unterbrach. Jedes nackt werdende Plätzchen wurde mit Küssen und leichten Bissen begrüßt. Mama biss Alphons in seine kräftigen Arme und Schultern, er sog an ihrem Busen, ihrem Bauche, ihren Schenkeln und sonst wo. Endlich hatten beide gar nichts mehr an. Er musste es auch für sie selber sein, weil Alphons sofort Mama um den nackten Leib fasste und sie so emporhob, dass ihre Schenkel sich um seine Lenden schlossen.
„Alphons, hören Sie, ich möchte doch gar zu gerne sehen, wie das ausschaut, wenn – Sie wissen schon, was ich meine!“
„Muss ganz nett aussehen, warum nicht? Das können wir ja machen, wir brauchen ja nur vor den großen Spiegel beim Fenster zu rücken. Ich bin selbst auch begierig darauf.“
Richtig erhob sich Alphons mit seiner süßen Last. Er hatte Mamas Schenkel auf seinen Armen ruhen und sicherte die Haltung auch noch überdies recht nachdrücklich durch eine Stütze in der Mitte. Rasch wurde ein Fauteuil vor den Standspiegel geschoben und Alphons sank in demselben mit seiner fest umschlungenen süßen Last nieder.
Mir wurde dabei himmelangst, der Spiegel befand sich nämlich knapp an der Fenstergardine, hinter der ich verborgen war. Wenn man mich da entdeckte! Anderseits sah ich zum ersten Mal ein nacktes Menschenpaar mitten in der Begattung, noch dazu meine Mama mit meinem Hauslehrer. Ich war furchtbar aufgeregt davon. Unwillkürlich griff ich durch die Hosentasche, die ein Loch hatte, nach meinem Mätzchen und drückte es heftig.
„Aber so sehe ich nichts davon, Alphi“, rief jetzt Mama, „ich will sehen, wie es hineinrutscht und hineinspritzt.“
„Ja, meine Liebe, da müssen Sie sich umgekehrt setzen, ich werde mich etwas mehr vorschieben.“
„Ach, da müsste ich ihn herauslassen, meinen kleinen Gefangenen! Das Vögelchen könnte mir am Ende davonfliegen, wenn ich’s aus dem Käfig lasse.“
„Nein, das Vögelchen ist froh, wenn’s wieder in seinen Käfig kommt. Es fliegt ja selbst hinein, wenn Sie nur das Käftigtürchen aufmachen!“
Mama hatte sich mit einem kühnen Schwung umgedreht und ließ sich so wieder auf Alphons nieder. Sie hatte nun den Spiegel vor ihren Augen, sah sich selbst und von ihrem Alphons das Beste, was er hatte.
„Mein Alphi, oh, ist das schön, ist das reizend, schau nur, wie allerliebst das ist, wie das Mutzi seinen steifen Liebling so allmählich verschlingt, nein, wie der glänzt, wenn er wieder auftaucht, können Sie’s auch gut sehen?“
„Oh doch, ich gucke unter Ihrer Achsel durch, wobei ich noch die Annehmlichkeit habe, mich an Ihren wonnigen Leib mit meiner Wange lehnen zu können.“
Besser als alle beiden sah auf jeden Fall ich das ganze Bild der Vereinigung. Besonders fiel mir Mamas dicht bemooste Lustgrotte auf, nicht minder aber der gewaltige, lange, bocksteife Liebesspender des Herrn Alphons. Mir wurde ganz unheimlich zumute, wenn das ungeheure Ding in der Mama spurlos verschwand. Wie das nur in ihr Platz hatte? Und sogar wohl musste ihr die Riesenstange tun. Wie sie jubelte, keuchte und jauchzte! Jetzt schien wieder bei beiden der Moment da zu sein. Mama war erst immer auf- und abgefahren, als ob sie ritte, wobei der große Stab immer so weit herausfuhr, dass sein glühender, schwitzender Kopf in Mamas geöffneter Spalte sichtbar ward. Das zum Strotzen gespannte Köpfchen musste ihr besonders wohltun. Mama hob sich hoch, sodass der rote Kopf immer in ihrer Spalte ein- und ausfuhr, die über und über nass wurde. Ich konnte das Glitschen des Rotkopfes in der feuchten Tiefe deutlich hören.
„Ach, welche Lust“, rief jetzt Mama und arbeitete noch viel hitziger drauflos. Noch einmal tauchte der dicke Knollen auf, er war jetzt fast blau vor Spannung und noch einmal so groß geworden. Mit einem tiefen Seufzer stieß sich Mama jetzt den langen Speer in ihren Bauch hinein, indem sie mit ihrer ganzen Last auf Herrn Alphons niedersank. Nun begann unter Stöhnen ein heftiges Vor- und Rückwärtsgewoge. Mama stemmte ihre Hände an seinen Schenkeln fest, um stärker wiegen zu können. Tiefer und tiefer presste Mama den Keil in sich hinein. Die beiden Eierchen sah ich deutlich knapp an der ausgefüllten Spalte liegen und auf ihr tanzen. Alphons hatte die Mama um den Leib gefasst und ihre Brüste in beiden Händen. Sie stöhnten beide ganz fürchterlich.
„Oh, Alphi, der Reiz, der Reiz“, flüsterte Mama, „ach, schrecklich ist jetzt der Reiz, Alphi! Fühlst du auch, wie heiß das kommt?“
„Ja, meine himmlische Amalie, ich fühle es auch, das saugt so süß, jetzt, es will schon das Samerle haben.“
„Ha, mein Geliebter, jetzt zuckt es, jetzt … jetzt, Alphi, ha, sieh nur im Spiegel, wie es hineinläuft, wie der Pipi pocht und schlägt, ich fühle ihn bis oben spritzen …“
Mama zeigte in die Gegend ihres Nabels.
„So, mein Kleiner, spritzle dich nur aus in deiner durstigen Freundin, fühlst du, wie sie deinen Lebenssaft gierig trinkt? Gib ihr nur alles, was du hast!“
Mama lehnte sich zurück und wandte Alphi ihr Gesicht zu. Sie küsste ihn leidenschaftlich, während sie unten mit wiegenden Bewegungen noch an ihm weitersaugte. Ihr ganzer Körper zitterte. Aus ihrer glühenden Spalte sickerte weißer Saft hervor.
„Ach Gott, Alphi, ich möchte deinen Samen in allen meinen Adern haben. Mich tötet fast die Lust, wenn du in mich spritzt, schau nur, Alphi, wie es jetzt aus mir heraussickert! Das ist dein süßer weißer Saft, oh, wie das betäubend, wie das aufregend riecht, wie schade darum! Wenn es lieber in mich hineinzöge bis in mein Herz, hörst du, Alphi, bis in mein Herz! Hast du nicht auch das Gefühl, mein Geliebter, als wenn es nicht nur unsere Naturen wären, die in einander verschmelzen, nicht nur unsere Leiber, die sich so tief innig vereinen, sondern als ob unsere Seelen selbst sich in flüssiges Feuer verwandelten, um so zu einem Doppelwesen zusammenzufließen. Dein Ich in mir und das meine in dir! Oh, Alphi, wie selig ist doch dies Gefühl!“
Der Anblick der beiden nackten glühenden Körper wirkte berauschend auf mich ein. Es war ein herrliches Bild. Ich wusste nun, was für Wonnen die Liebe, voll genossen, bereiten kann. Wie leid tat mir jetzt erst das arme Hannchen, die nur so wenig Befriedigung an mir hatte finden können! Nun begriff ich, dass auch sie den Herrn Alphons vorgezogen hatte. Das war freilich etwas anderes als unser Spiel. Was hatte doch Herr Alphons für eine Lanze! Armes Hannchen, wie unrecht habe ich dir getan!
Mama und Herr Alphons begannen sich leise von einander zu trennen. Triefend zog sich der lange Wurm aus seiner Höhle zurück, und nun erst konnte ich Mamas buschige Lustspalte ordentlich besehen. Wie der ausgequetschte Liebling ans Tageslicht kam, öffnete sich die Freudenquelle von oben bis unten. Ich sah in eine leuchtende rosige Höhle hinein, deren feuchter Schimmer mich mit heiligem Schauer erfüllte. Da heraus war ich also einst gekommen, und jetzt hatte ich auch gesehen, wie ich da hineingemacht worden war.
„Oh, mein armes Wichtchen“, rief Mama mitleidigen Tones aus, „wie siehst du jetzt aus … Deine Freundin hat dich schön zugerichtet, wo ist nun dein Stolz, deine Größe, dein Trotz? Alles herausgepumpt! Jetzt bist du nur noch ein müder Invalide, der Ruhe und zarten Pflege bedürftig!“
Mama hatte ihn so sprechend in ihr Batisttaschentuch gehüllt und zärtlich abgedrückt.
