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Im Jahr 1813 - zur Zeit der napoleonischen Besatzung - erlebt der junge Max, Sohn eines Hufschmiedes, den größten Albtraum seines Lebens. Als eine Gruppe französischer Soldaten seine Eltern ermorden, ist er gezwungen, seinen Bruder aufzusuchen. Der hatte sich Tage zuvor auf den Weg gemacht, sich dem Lützower Freikorps anzuschließen. Nach langem und beschwerlichem Weg, bei dem er die hübsche und taffe Lara kennenlernt, gelangt er schließlich zu den Lützowern - den Schwarzen Jägern - und wird eher unfreiwillig einer von ihnen. Doch sein eigentlicher Kampf beginnt nun erst. Nun muss er erstmal lernen ein Soldat zu werden. Doch er gewinnt viele Freunde - eine neue Familie - die an seiner Seite stehen im Kampf gegen Napoleon und auch an seiner Seite sterben.
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
1./INN./ HAUS - DACHNBODEN - NACHT
14./AUSS./ NACHTLAGER - NACHT
20./AUSS./ LANDSTRASSE - TAG
30./AUSS./ ZELT – TAG
48./AUSS./ ANHÖHE - TAG
81./AUSS./ BIWAK - KOMMANDOZELT - TAG
113./AUSS./ KLEIN SCHKORLOPP - TAG
130./AUSS./ KLEIN SCHKORLOPP - NACHT
146./INN./ GEHEIMER TREFFPUNKT - TAG
161./AUSS./ BIWAK - PFERDESTALL – TAG
Impressum
Erinnerungen eines Schwarzen Jägers
Drehbuch
History-Abenteuer-Drama
Von
J. C. Lemovsky
Hinweis: Aufgrund der vorgegebenen Formatierungsregeln für E-Books, entspricht dieses Drehbuch nicht den üblichen Drehbuch-Formatierungen.
Aufblende:
1./INN./ HAUS – DACHBODEN - NACHT
Vorsichtig bewegen sich zwei Füße über den staubigen Boden. Die Dielen knarren leise bei jedem Schritt. Eine zierliche Gestalt leuchtet mit einer Lampe den Dachboden einmal rundherum ab. Der Schein der Taschenlampe ist nicht besonders hell.
Plötzlich verharrt der Lichtkegel auf einer alten, verstaubten Kiste. Zwei neugierig funkelnde Kinderaugen blicken auf die Kiste.
OPA(O.S.)
Henry…, wo bist du?
Die Kinderaugen sind starr, bis die Stimme leiser wird.
OPA(O.S.)
Christa, hast du Henry gesehen?
HENRY, ein zehn-jähriger Junge, geht auf die Kiste zu. Er kniet sich vor die Kiste, schaut sich noch mal um und öffnet den Deckel. Er leuchtet hinein, auf ein in Staub gehülltes Buch. Henry nimmt es heraus und bläst den Staub vom Deckel. Mit angestrengten Augen liest er den Titel.
Erinnerungen eines Jägers
Henry schlägt den hinteren Deckel auf. Er kann diese Schrift nicht lesen. Er kneift die Augen zusammen um wenigstens etwas lesen zu können.
OPA(O.S.)
Aus Nacht, durch Blut...!
Henry erschrickt kurz, als er seinen OPA an der Tür zum Dachboden stehen sieht, ein freundlich wirkender, vollbärtiger Mann. Henry bekommt funkelnde Augen, als der Opa diese Worte spricht.
OPA(Fortsetz.)
…zum Licht!
HENRY
Kannst du das lesen, Opa? Was bedeutet das?
OPA
Ich kenne dieses Buch auswendig! Mein Ur-Ur-Großvater, also dein Ur-
Ur-Ur…, na ja, der hat es also geschrieben! Willst du wissen, was es bedeutet?
HENRY
Kannst du es mir vorlesen?
Der Opa geht zu einem Lichtschalter und betätigt ihn. Dann nimmt er eine Decke aus einem Regal und breitet sie auf dem Fußboden aus.
Jetzt sieht Henry das Tagebuch im vollen Licht, die Blätter sind eingehüllt in einen sanft-braunen Deckel mit goldenem Rand, wie das Buch eines Zauberers. Wie hypnotisiert starrt er darauf.
HENRY
War er ein Jäger?
OPA
Ein schwarzer Jäger…, aber ein Buch fängt man in der Regel von vorne an!
Während der Opa die erste Seite aufschlägt, setzt sich Henry dicht neben seinen Opa und schaut ihn voller Neugier an.
OPA(Fortsetz.)
6. Februar 1813: Mein Name ist MAX-WERNER SCHMIDTKE! Ich kam im Jahre 1796, in der Nähe von Erfurt, in Thüringen, auf einem kleinen Bauernhof zur Welt! Dieses Buch schrieb ich erst Jahre später, anhand meiner Erinnerungen! Vieles vergaß ich, aber vieles ist so klar in meinem Gedächtnis, als ist es erst gestern geschehen!
2./AUSS./ BAUERNHOF - TAG
Ein Bauernhof am Stadtrand. Ein kalter Morgen.
Jeder Atemstoß ist zu sehen.
Hochnebel hindert das Vordringen der Sonne. Die Schornsteine der Stadt im Hintergrund qualmen stark. Vor einer Scheune steht ein etwa VIERZIG-JÄHRIGER, KRÄFTIGER MANN, etwa 180cm groß, mit einem Beil vor einem hüfthohen Holzklotz.
Er zerschlägt einen armdicken Holzklotz mit einem Hieb der auf dem Klotz steht. Er hebt einen weiteren auf, stellt ihn auf den Klotz und zerschlägt ihn, usw.
MAX, ein blonder, schlanker Jüngling von siebzehn Jahren, etwa 170cm groß, sammelt das zerschlagene Holz und räumt es in einen Weidenkorb. Beide tragen die typische Bauernkleidung.
OPA(V.O.)
Wir waren einfache Menschen! Mein Vater ein Hufschmied, meine Mutter Bäckerin! Es ist ein Morgen wie jeder andere! Napoleon ist vom Russland-Feldzug zurückgekehrt, seine Armee hat große Verluste erlitten! Doch in kurzer Zeit hat sie wieder, auch mit Hilfe Verbündeter, zu alter Stärke gefunden! Eine neue Bedrohung zog herauf! Wohl wissend, dass ein Krieg mit Frankreich unvermeidbar ist, fing man an den Widerstand zu organisieren!
3./AUSS./ BAUERNHOF - TAG
Aus dem Wald im Hintergrund kommt HEINER, der etwas ältere Bruder von Max, schlank, auf die beiden zu gerannt. Er hat einen Zettel in der Hand.
HEINER
Vater…, Vater!!
Der Vater schaut auf und hält mit der Arbeit inne. Außer Atem stoppt Heiner vor seinem Vater.
Heiner zeigt ihm den Zettel.
HEINER(Fortsetz.)
Vater sieh…, ein Schreiben des Königs aus Breslau! Endlich geht es
los…, sie suchen Freiwillige zur Erstellung von Freikorps! Endlich treten wir Napoleons Truppen in den Hintern!
VATER
Rede nicht so, Heiner! Helfe deinem Bruder das Holz aufzusammeln!
Der Vater nimmt den Zettel und liest.
VATER(Fortsetz.)
Bekanntmachung:
„Kein junger Mann, welcher jetzt 17 Jahr erreicht, und noch nicht das 24. Jahr zurückgelegt hat, kann, wenn der Krieg fortgesetzt werden sollte, zu irgend einer Stelle, Würde oder Auszeichnung kommen, wenn er nicht ein Jahr bei aktiven Truppen, oder in diesen Jäger- Detachements gedient hat…!“ Der ist nicht vom König!
HEINER
Ich will nach Breslau, ich will ein Jäger werden, wie du einer warst!
VATER
Nein, keine Widerrede!
HEINER
Vater, du kennst die Franzosen besser, als jeder andere…! Du weißt, ich muss gehen!
Der Vater nimmt Heiner an den Schultern und blickt ihm verständnisvoll in die Augen.
VATER
Hast du überhaupt eine Ahnung, was dich da erwartet? Ja, ich war ein Jäger! Ich bin immer noch stolz, meinen Beitrag geleistet zu haben!
Aber was ich dort gesehen habe, hat sich wie ein niemals endender, starker Kopfschmerz in mein Hirn gebrannt! Das Elend, den Schmerz, den Tod, die Verstümmelungen…!
Zivilisierte Menschen, Freunde haben vor lauter Hunger den Pferden, auf denen sie saßen, ein Stück Fleisch herausgebissen! Und die haben es nicht einmal gemerkt, weil es Winter war und sie schon fast erfroren waren! Ich wurde neunmal verwundet! Einmal so schwer, ich dachte, ich muss sterben! Immer wenn sich das Wetter ändert schmerzen meine Wunden! Ich hätte mich gern anders entschieden!
HEINER
Aber du hast gekämpft…! Du hast für die gleiche Sache gekämpft für die ich jetzt kämpfen möchte! Hat dich dein Vater damals zurück gehalten?
VATER
Das konnte er nicht! Die Franzosen haben ihn getötet!
HEINER
Dann weißt du, dass ich das tun muss! Ich habe Großvater niemals kennengelernt! Ich fühle…, es ist nicht richtig, dass die Franzosen hier sind! Ich weiß, dass ihr euch sorgt, aber Vater…, bitte!
Der Vater geht in sich. Er weiß, dass er seinen Sohn nicht halten kann. Er schaut seiner FRAU und MUTTER der Söhne in die Augen, die in der Tür des Hauses steht.
VATER
Ist morgen Früh, früh genug…, dann kannst du den heutigen Tag noch mit uns verbringen?!
Der Mutter läuft eine Träne der Wange hinunter. Beide, der Vater und Heiner fallen sich in die Arme.
VATER(Fortsetz.)
Max, hilf mir bitte! Ich muss noch ein Pferd beschlagen!
Max und der Vater gehen Richtung Stall.
4./AUSS.-INN./ STALL - SCHMIEDE - TAG
Max geht in einen Pferdestall der an das Wohnhaus angrenzt. Der Vater wirft ein paar Scheite Holz in ein Feuer.
Dann nimmt er einen Hufeisen-Rohling mit einer Zange aus dem Feuer und bearbeitet ihn auf einem Amboss, „KLING, KLING, KLING“.
Zum Schluss kühlt er ihn im Wassereimer, „ZISCH“.
Max steht in der Tür.
VATER
Hebe bitte seinen rechten Hinterhuf an, dass ich das Eisen aufschlagen kann!
Max geht unsicher auf das Pferd zu. Er streichelt es am Kopf. Zögerlich geht er zu einem der Hinterhufe und versucht ihn anzuheben.
VATER(Fortsetz.)
All die Jahre, die du mir nun schon hilfst! Und du hast immer noch Angst vor Ihnen! Tiere spüren das, weißt du?! Deine Angst überträgt sich auf das Pferd und es wird ebenfalls ängstlich!
Das Pferd wird unruhig und tritt aus. Max wird gegen die Wand geschleudert. Der Vater schüttelt lächelnd den Kopf.
5./INN./ WOHNHAUS - TAG
Die Mutter steht vor einem Kamin/Backofen und zieht einige Brote heraus. Schlichte Einrichtung: Großer Tisch in der Mitte. Die Betten dicht am Ofen. Einige Regale mit Krügen, Geschirr und Anziehsachen. Viele Öllampen und Kerzen.
Heiner reibt die Leibe mit einer nassen Bürste ab.
6./INN./ BAUERNHOF - MORGENDÄMMERUNG
Heiner nimmt seinen Mantel vom Tür Haken und zieht ihn an. Das Feuer KNISTERT im Kamin. Die Mutter wickelt einen Leib Brot in ein Tuch und schnürt es zu.
MUTTER
Wer geht mit dir?
HEINER
Hannes, vom Nachbarhof und ein Mediziner aus Erfurt!
7./AUSS./ BAUERNHOF - TAG
Heiner tritt mit seiner Mutter vor die Tür. Es ist ein sehr kalter Morgen. Die Sonne geht auf. Max und sein Vater kommen mit einem Pferd aus der Scheune.
Es trägt Zaumzeug und, statt eines Sattels, eine graue Decke. Er übergibt es Heiner. Der Vater zieht noch ein kleines Säckchen aus der Manteltasche und gibt es Heiner.
VATER
Hier…, du wirst es brauchen!
Heiner öffnet ihn und sieht einige Geld-Taler.
Heiner nimmt seine Familie noch mal in die Arme und steigt aufs Pferd.
VATER(Fortsetz.)
Einen Moment noch!
Der Vater flüstert Max etwas ins Ohr. Max läuft ins Haus und kommt wenig später mit einem etwas vergilbten Säbel zurück. Max gibt ihn seinem Vater, der gibt ihn Heiner.
VATER
Der hat mir damals durch manch schwierige Lage geholfen!
Heiner winkt noch mal kurz und reitet dann langsam davon. Traurig und stolz zugleich schaut die Familie ihm nach.
MUTTER
Wird er das schaffen?
VATER
Ich habe es unter Major Schill auch geschafft!
8./INN./ BAUERNHOF - NACHT
Das Feuer KNISTERT ruhig im Kamin. Die Familie schläft auf Strohbetten um den Kamin herum.
Die Familie wird plötzlich aus dem Schlaf gerissen, als sich LAUTE STIMMEN nähren. Man kann hören, dass es Franzosen sind. Sie sind betrunken. Verunsichert stehen sie auf und streifen sich ihre Mäntel über.
Der Vater hebt sein Bett hoch. Ein Loch im Boden kommt zum Vorschein. Er nimmt Max und stößt ihn hinein. Dann stellt er das Bett wieder darüber.
Max kauert sich hin und beobachtet das weitere Geschehen durch die Bodenritzen. Er hat große Angst.
Die Franzosen näheren sich LAUT-GRÖHLEND dem Haus.
In diesem Moment stoßen die französischen Soldaten die Tür auf. Der Vater nimmt schützend seine Frau in den Arm. An den Uniformen ist zu erkennen, dass es vier Infanteristen sind.
Zwei sprechen deutsch mit Akzent. Ihr Anführer hat eine große Narbe über die rechte Gesichtshälfte.
SOLDAT MIT NARBE
Wir wollen Verpflegung, Brot und Wein…!
SOLDAT ZWEI
…und dein Weib!
VATER
Brot ist noch nicht gebacken, Wein gibt es nicht…! Wenn ihr euch an meiner Frau vergreift, töte ich euch!
Soldat mit Narbe befielt (auf Französisch) sich umzusehen. Die Soldaten verteilen sich im Zimmer. Soldat mit Narbe geht mit einem überheblichen Grinsen langsam auf das Paar zu. Blitzartig zieht er eine Pistole, hält sie an den Kopf der Frau und spannt den Hahn.
SOLDAT MIT NARBE
Wein, Brot und dein Weib!
