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Tiere spielten im Leben von Verena Schulz schon immer eine große Rolle. Nach über fünfzehn Jahren Singleleben in der Stadt, zieht sie mit ihrem Mann aufs Land, in ein kleines Dorf in der Altmark. Anfangs lebt noch im umgebautem Elternhaus die alte Katze Bienja. Ihr Mann möchte gern einen Hund. So kommen nach Bienjas Tod Taps, ein Bordercollie-Mischling und Susi, eine Katze, ins Haus. Susi stirbt ein Jahr später an Hirnhautentzündung und Kitti hält Einzug. 2015 vergrößert sich der Tierbestand um eine wilde Katzenmama und ihre fünf Kleinen, die im Garten zur Welt kommen. Der Versuch die Kätzchen zu vermitteln, scheitert. Und so findet die neue Katzenfamilie vorerst ein Zuhause. Doch nicht alle sind geblieben. Inzwischen sind auch Kitti und Taps verstorben. Dann ist da noch die Geschichte mit Acko, der vor einem umgebauten Handwagen gespannt wird und bei der Rübenernte hilft. Oder Pfiffi, der mit dem Schwager eine Friedenspfeife raucht. Tiere, die unvergessen sind.
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Seitenzahl: 60
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Erinnerungen
1. Auflage, erschienen 2017
Umschlaggestaltung: Buchwerk Verlag
Text: Verena SchulzLayout: Buchwerk Verlag
Preis (Printversion): 12,95 €
Copyright © Buchwerk Verlag
Inh.: Manfred Schenk KG, Klosterstr. 1, 41363 Jüchen
Persönlich haftender Gesellschafter: Manfred Schenk
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet überhttp://dnb.dnb.deabrufbar.
Erinnerungen
Kurzgeschichten von Verena Schulz
Entdeckung der Katzen
„Ich habe zwei kleine Katzen gesehen“, das waren die Worte mei-ner Mutter. „Ich habe jetzt keine Zeit, ich muss zum Arzt“, ent-gegnete ich. Das war Mitte Juni 2015, auf dem Weg zum Arzt dachte ich an die Worte meiner Mutter. Bestimmt würde die Kat-zenmama bald kommen und ihre Kleinen holen. Neugierig war ich schon, und gleich nach meiner Rückkehr nahm ich die Kätz-chen in Augenschein. Aber zwei ...? Ich zählte: eins, zwei, drei, vier, ich war mir nicht sicher, waren es sogar fünf? Abwarten, schließlich hatten sie sich hinter einem Holzstapel verkrochen. Tag zwei, jetzt hatte ich Gewissheit, es waren FÜNF. Was nun? Es waren wilde Katzen, und die Katzenmama sorgte für Sicherheit, indem sie sie wegschaffte, aber nur drei folgten ihr, zwei blieben zurück. Für die zwei besorgte ich Katzenmilch, denn sie hatten Hunger und Durst. Futter hatten wir, denn seit fast vierzehn Jah-ren war unsere Kitti bei uns. Kitti mochte keine anderen Katzen, sie hatte keine Zähne mehr und konnte sich daher nicht so gut wehren. Sie und Taps, unser Mischling, waren glücklich und zu-frieden, und da hatten Eindringlinge in ihrem Zuhause nichts zu suchen. Taps hatte sich schnell damit abgefunden, dass sechs weitere Katzen im Garten waren, aber Kitti nicht. Einmal hielt ich ihr ein kleines Kätzchen hin, das ich gefangen hatte, aber sie fauchte nur. Sie wollte ihr Zuhause nicht teilen, mit nichts und niemanden. Und mich auch nicht, denn ich war ihre Bezugsper-son.
Zwei Tage waren vergangen, nachdem die Katzenmama ihre Kleinen in Sicherheit gebracht hatte. Was war ich, erleichtert, traurig? Dann kam mein Mann und sagte mir, er wisse, wo die Katzen sind: beim Nachbarn unterm Dach. Von unserem Garten
aus konnte ich sie sehen, wenn ich auf eine kleine Mauer stieg. Es bestand kein Zweifel, alle hatten Hunger und Durst. Von Stund an bekamen sie Mahlzeiten. Das wiederum passte der Mama nicht, sie brachte sie wieder in ein anderes Versteck. Was be-deutet schon ein sicheres Versteck, wenn man Hunger hat? Sie kamen wieder, wieder saßen sie beim Nachbarn unterm Dach. Weitermachen wie bisher, Katzen füttern. Und wieder hatte die Mama Angst um ihre Jungen und war weg.
Einmal war mir der Teller in Nachbars Garten gefallen und ich ging zu ihm. „Reinhard, ich muss mal in deinen Garten, da liegt ein Teller von uns“. „Warum hast du ihn dahin geschmissen?“ Ich erzählte ihm von den Katzen. „Ach du Sch ...“, war seine Reak-tion. Ich versicherte ihm, dass wir uns um die Katzen kümmern würden, da war er zufrieden. Er erzählte mir, dass er öfter einer Katze, der Mama, etwas zu fressen gegeben habe. Unser Nach-bar ist Jäger, er hat zwei Dackel, und da fällt dann mal was ab, besonders, wenn er was geschossen hat. Ich sage dann immer zu den Miezen. „Na, gibt es wieder Schlachteplatte bei Reinhard?“
Nach dem zweitem Wegbringenden und als sie wieder zurück kamen, fehlte eine, und diese tauchte auch nie wieder bei uns auf. Was sollte werden? Wir konnten doch nicht alle behalten. Ich rief im Tierheim an, eine ehemalige Kollegin von mir arbeitet dort. Sie war aber nicht da, nur ein Mitarbeiter vom Tierheim. „Wir sind eigentlich voll, fragen Sie noch mal nach“, war die Antwort. Ich tat es, aber man sagte mir das Gleiche. Das Tierheim würde die Kastration übernehmen, aber aufnehmen ...
Ich machte Fotos und schrieb einen Text dazu: 5 bis 6 Wochen alte Kätzchen in liebevolle Hände abzugeben. Die druckte ich aus und hängte die Ausdrucke in zwei Verkaufsstellen aus. Nichts passierte, niemand wollte ein Kätzchen haben. Ich fasse mal zusammen. Bei uns waren: unser Hund Taps, unsere Katze Kitti, eine Katzenmama und vier Kleine. Alles schön und gut, aber ir-gendwann würde ein Kater kommen und die Mama verführen,
und dann? Dann wären vielleicht noch fünf weitere Katzen auf unserem Hof. Eine Lösung musste her, die Mama musste kas-triert werden. Wieder rief ich im Tierheim an, und ich konnte eine Falle bekommen. Falle geholt, Köder rein und warten. Nur dumm, dass nicht die Mama in die Falle ging, sondern ein kleines Kätzchen. Meine Mutter bekam das Drama mit, im Nachhinein kann sie nicht mehr sagen, wer mehr geschrien hat, das Kätzchen oder die Mama. Also noch ein Versuch.
Von unserem Tierarzt erfuhren wir, dass eine Familie aus dem Nachbarort einen Kater aufnehmen wollte. Wir hatten einen Kat-er. Als wir die Kätzchen entdeckten, wussten wir natürlich nicht, welches davon Katze oder Kater war. Ein Kätzchen war weiß mit etwas Schwarz und einer schwarzen Nase, eines war bunt, wirklich drei Farben, eines weiß mit roten und schwarzen Fleck-en und das andere schwarz mit weißem Lätzchen, weißen Pfoten und roten Flecken und schwarz-rotem Gesicht.
Meine Mutter ist noch sehr rüstig und geht gern in die Sauna. Tierlieb ist sie auch, genau wie ich und alle aus meiner Familie. Natürlich erzählt man sich so dies und das in der Sauna, unter anderem war auch das Thema Katzen dran. Eine andere Saun-agängerin erzählte meiner Mutter, dreifarbige Katzen seien im-mer weiblich. Da hatten wir den Beweis: drei Miezen und ein Kater. Mein Mann und ich sind seit achtzehn Jahren verheiratet und haben keine Kinder. Deshalb sind all die Tiere meine Kind-er. Aber eines ist verloren gegangen, meine wunderschöne Josie, sie wird seit zwölf Tagen vermisst. Ich bin sehr traurig darüber.
Kitti
Wie schon gesagt, war ich die Bezugsperson für unsere Kitti. Wir mussten unser kleines Mädchen am 15. Januar 2015 erlösen las-sen. Sechs Tage, bevor Kitti starb, geschah etwas Merkwürdiges. Wir haben oben in unserer Küche ein kleines Regal, Mein Mann hatte ein Bild von Kitti entwickelt und das stand dort schon seit ein paar Wochen. Ich hatte das Fenster geöffnet, als plötzlich hinter mir etwas auf dem Boden fiel. Ich drehte mich um und sah, dass das Bild mit der Motivseite auf dem Boden lag. Kurz da-rauf trank und fraß Kitti nicht mehr. Sie lag oft bei uns im Wohn-zimmer und schlief, raus ging sie nur noch, um ihr Geschäft zu machen. Ihr Anblick tat uns weh. Mein Mann sagte: „Kitti ist krank, sie frisst nicht, Ihr müsst mit ihr zum Tierarzt.“ Es stim-mte, sie fraß nicht mehr so viel, aber ich schob es auf
