Beschreibung

Wer sagt dir jeden Tag, wie wertvoll du bist? Wer tröstet dich in schweren Stunden? Wohin schreist du in den dunkelsten Momenten deines Lebens, wenn alle dich verlassen haben? Wohin mit Versagen und Schuld? Wohin mit unseren unerfüllten Sehnsüchten? Wer hat sie überhaupt in unser Herz gelegt? Begleite Michael Stahl (und sein Team) ein Stück des Weges, um Antworten auf all diese Fragen zu finden! Begleite ihn zu den Menschen, die ohne Hoffnung waren, zu den Sprachlosen, die nun singen. Höre jenen zu, die einst ohne Hoffnung und Trost waren. Setze dich mit ihm an das Bett von Sterbenden, die in letzter Sekunde das Leben fanden. Halte mit ihm die Hände, die er gehalten hat. Blicke in die Augen von Süchtigen, um ihre wahren Sehnsüchte nach Liebe und Anerkennung zu erkennen. Lies mit dem Herzen. Gestatte es dir, mit ihm zu lachen und zu weinen – und erlebe, dass ER (Gott) lebt und dich liebt! ER lebt nicht nur, sondern liebt uns alle und jeden Einzelnen persönlich auf eine unbeschreibliche, wundersame Art und Weise. Nach all seinen Erlebnissen mit vielen tausend Menschen kann Michael Stahl dies von ganzem Herzen bezeugen.

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Seitenzahl: 164

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Michael Stahl

ERlebt

25 wunderbare Geschichtenaus meinem Alltag

GloryWorld-Medien

 

 

 

 

1. E-Book-Auflage 2017

© 2015 Michael Stahl

© 2015 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de

Alle Rechte vorbehalten

Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Einheitsübersetzung entnommen. Weitere Bibelübersetzung: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 1984 (LUT).

Lektorat: Dr. Dorothea BieneckSatz: Manfred MayerUmschlaggestaltung: Rainer Zilly, www.kreativ-agentur-zilly.deUmschlagfotos: Michael Stahl, Rainer Zilly

ISBN (epub): 978-3-95578-196-5

ISBN (Druck): 978-3-936322-96-5

 

 

Inhalt

Einleitung

1 Geküsste Hände

2 Der schönste Tag seines Lebens

3 Die rettende Hand

4 Ein himmlischer Laster

5 Der Anführer

6 Der Schrei nach Liebe

7 Max, der Baumeister

8 Die singende Putzfrau

9 Die offene Tür

10 Die Todesnachricht

11 Papa ist da

12 Fast im letzten Augenblick

13 Papas Schweiß

14 Der Blumenstrauß

15 Papas Bauch

16 Der dankbare Blinde

17 Sein erstes Mal

18 Der Fünf-Euro-Schein

19 Der Trotzkopf

20 Ein aufregender Besuch

21 Die Dönerbude

22 Der Gangster

23 Der Getragene

24 Nach 34 Jahren

25 Die Müllkippe

26 Schatztruhe

Nachwort

Zum Autor

 

 

Einleitung

Es ist immer wieder ein aufregendes Abenteuer, ein neues Buch zu schreiben. Wer wird es lesen, was löst es in den Menschen aus, welche Wunder entstehen dadurch? ERlebt? Ist das ein Faktum, eine Hoffnung, ein Trost? Vielleicht sogar alles auf einmal. Finde es heraus! Lies dieses Buch mit Herz und Verstand. Gehe mit mir zu den Menschen, die ohne Hoffnung waren, zu den Sprachlosen, die nun singen. Gehe ein Stück des Weges mit denen, die wunderbare Wege gegangen sind. Höre jenen zu, die einst ohne Hoffnung und Trost waren. Begleite mich an das Bett von Sterbenden, die in letzter Sekunde das Leben fanden. Vielleicht gehst auch du neue Wege und stellst frohen und dankbaren Herzens fest: ER, also Gott, lebt ja tatsächlich. ER lebt nicht nur, sondern liebt uns alle und jeden Einzelnen persönlich auf eine unbeschreibliche, wundersame Art und Weise. Ja, ER lebt, und Gott wurde von vielen Menschen erlebt.

Dieses Buch enthält viele Geschichten, die meine Freunde und ich in den letzten Jahren erlebt haben. Seit vielen Jahren sind wir in Schulen, Heimen, Gefängnissen, Gemeinden, Firmen usw. unterwegs. Dabei habe ich oft meine bewegte Lebensgeschichte erzählt. Viele sind dadurch neue Wege gegangen, hatten den Mut, um Vergebung zu bitten, und sprachen einen kleinen, aber doch sehr wertvollen Satz aus, der nur noch selten über die Lippen kommt: „Ich hab dich lieb.“

Ich werde in diesem Buch über Wunderbares berichten, wobei das Wunder in uns selbst liegt. Diese ach so moderne Welt muss ja alles erklären und hat auf alles Antworten. Wer zu seinem Glauben steht, wird oft belächelt, manchmal sogar schief angeschaut. Andererseits drückt man sich in der „aufgeklärten“ Welt den Daumen oder wünscht sich „toi, toi, toi“, ohne den tieferen Ursprung dieser abergläubischen Bräuche zu kennen. Auch gibt es Friseure, die Haareschneiden bei Vollmond anbieten, und die doch so toll schlaue Welt rennt ihnen die Türen ein. Millionen fragen die Sterne und Karten um Rat … richten ihre Wohnung nach bestimmten Mustern und Farben ein, weil sie sich davon Glück versprechen. Da gibt es Fußballtrainer, die bestimmte Jacken und Hemden tragen, weil sie denken, das würde den Sieg ihrer Mannschaft fördern. Energiearmbändchen, Glücksbringer, Talismane … Millionen Menschen schwören darauf …

Also bin ich „mal wieder“ so frei und berichte von dem, der zum Glück meines Lebens wurde, von dem, der uns Menschen geschaffen hat und uns liebt. „Gott nahe zu sein ist mein Glück“, so steht es in der Bibel. Gottes Liebe ist Freiheit. So viel Freiheit, dass man sie auch ablehnen kann.

Kurz bevor Jesus geboren wurde, suchten Maria und Josef eine Herberge. Doch überall sagte man ihnen dasselbe: „Wir sind schon voll.“ Auf unsere heutige Zeit bezogen, hat sich die Welt kaum geändert. Gott kommt den Menschen nah, klopft an die Herzenstür, doch die Welt sagt: „Wir sind schon voll, wir brauchen diesen Jesus nicht.“ Voll mit was? Man ist selbst Gott, hat seine eigenen Götter, seine Glücksarmbändchen, seine Horos­kope und was sonst noch alles.

Wohin dann also mit diesem Jesus? Damals schickte man ihn in den Dreck. Im Stall, neben Ochs und Rind fand er Platz. Man wollte ihn nicht. Sein Name bedeutet übrigens „Gott rettet“. Man schlägt die Rettung Gottes aus. Man läuft ohne ihn durchs Leben und erhofft sich bei Tausenden von Dingen Glück und Kraft. Immer und immer wieder wurde Jesus abgelehnt.

Als Pilatus dem Volk die Wahl ließ, wen er am Passahfest freilassen solle, Jesus oder Barabbas, da rief das Volk wieder: „Wir wollen diesen Jesus nicht!“ Also wohin mit diesem Jesus? Hinaus nach Golgatha, auf die Müllkippe Jerusalems, hinaus in den Dreck. Ich pflege immer zu sagen: „Wenn es euch dreckig geht, dann geht zu diesem Jesus, der kennt sich aus mit Dreck.“

In der Welt höre ich oft, dass alle Religionen im Prinzip an denselben Gott glauben. Ehrlich? Jesus wurde im Dreck geboren und starb im Dreck. Er heilte unzählige Menschen, behandelte die Menschen so unbeschreiblich kostbar. Er stillte den Sturm und sättigte Tausende mit fünf Broten und zwei Fischen. Er holte den Lazarus, den Jüngling aus Nain und die Tochter des Jairus vom Tod ins Leben zurück.

Er wusch seinen Freunden am Abend vor seinem Tod die Füße, obwohl er wusste, dass diese Füße weglaufen würden, um zu flüchten oder ihn zu verraten. Er wird 39-mal ausgepeitscht, man treibt Nägel in seine Hände und Füße, setzt ihm eine Dornenkrone auf und hängt ihn nackt ans Kreuz. So einen Gott gibt es tatsächlich noch einmal? Ein Gott, der so liebevoll Füße wäscht, der kommt, um zu dienen. Der den Petrus nach dessen Verleugnung besucht, ihm ein Frühstück macht und ihn dreimal fragt: „Hast du mich lieb?“

So einen Gott gibt es tatsächlich mehrmals???

In Jesaja 43 steht: „Weil du so kostbar bist, weil ich dich als so wertvoll erachte und weil ich dich lieb habe.“ Manchmal möchte ich die Bibel, die ich im Übrigen aktueller als je zuvor empfinde, in diese zwei Sätze zusammenfassen. Gott sagt uns, dass er uns lieb hat, und fragt dich und mich: „Hast du mich auch lieb?“

Ja, ich glaube, eines Tages werden wir alle vor ihm stehen und er wird uns diese Frage stellen: „Hast du mich lieb?“ Ich habe eine kleine Tochter, und kaum ein Tag vergeht, an dem ich sie nicht frage: „Hast du mich lieb?“ Ich weiß, dass sie mich liebt, aber ich höre es so gerne. So sind halt liebende Eltern.

Als mein Vater starb, sagte ich ihm auch, dass ich ihn liebe, und er tat so, als würde er es nicht richtig hören. Heute weiß ich, er wollte es einfach nochmals hören, weil dieses Bekenntnis so kostbar und wertvoll ist. „Ich hab dich lieb.“ Dieser Satz ist wunderbar und er beschert Wunder. Dieser Satz verändert unsere Welt, und wenn es „nur“ die eigene kleine Welt um uns herum ist. Von einigen dieser Wunder will ich in diesem Buch berichten. Was mich sehr in meinem Leben geprägt hat, sind die Erfahrungen, die ich mit Sterbenden machte. Oft erlebte ich drei Dinge bei ihnen:

1. Sie bereuten die Dinge, die sie nie getan hatten, also dass sie ihren wahren Sehnsüchten nie bzw. kaum nachgegangen sind,

2. sie sehnten sich nach Liebe und Versöhnung und

3. sie beteten oder haben um Gebet gebeten.

Immer wieder denke ich mir, wenn das alles im Sterben so wichtig ist, dann sollten wir genau dies HEUTE tun. Wir sollten heute das machen, was unser Herz uns sagt – um Vergebung bitten und sie gewähren, Liebe aussprechen und wieder anfangen zu beten.

Kurz bevor ich dieses Buch schrieb, unternahmen meine Familie und ich einen Ausflug mit Freunden. Wir waren auf einer großen Ruine unterwegs auf schwierigem Gelände. Ich ging voraus und war tief in Gedanken, weil es einem Freund von mir nicht gut ging. Dabei bemerkte ich nicht, dass meine Tochter (6 Jahre) an mir vorbeilief. Der Rest der Truppe dachte, ich würde nach ihr schauen, und ich dachte, der Rest der Truppe würde das tun. Wie fatal, wenn man nicht miteinander redet. Miteinander zu reden ist der größte Feind von Missverständnissen und Streit, wie ich in Vorträgen oft erwähne.

Auf einmal war meine kleine „Maus“ weg. Panik entstand, unsere Herzen klopften … alle liefen wie wild durch die Gegend und schrien den Namen meiner Tochter. Unzählige schreckliche Gedanken machten sich in meinem Kopf breit. Ich schrie nach Gott. „Gott, bitte hilf mir, hilf uns!“ Alle anderen Sorgen und Nöte wurden auf einmal unbeschreiblich klein. Trotz der Sorge spürte ich eine Ruhe in mir. Ich war mitten im Chaos nicht allein. Dieser Gott, mit dem ich lebe, den ich liebe, den ich in mein Herz und in mein Leben eingeladen habe, er war und ist da.

Mitten im Sturm spürte ich seinen Frieden. Keine Worte können beschreiben, was in mir vorging. Eine unfassbare Angst, Tausende schreckliche Horrorszenarien, lähmende Gedanken, und inmitten all dieser Qual spüre ich Gottes Nähe. Ich lief wie ferngesteuert um die Ruine, mit all ihren steilen Abhängen, Schluchten und sonstigen Gefahren. Erinnerungen kamen hoch. Meine Frau und meine Tochter hatten Jahre zuvor einen grausamen Autounfall überlebt. Ich kenne also das Gefühl, wenn es einem den Boden wegzieht. In diesen Momenten fragt man nicht die Sterne um Rat und wünscht sich auch nicht „toi, toi, toi“. Das Daumengedrücke bringt auch nix, und all das, wovon Menschen sich Glück und Kraft erhoffen, erweist sich spätestens jetzt als total halt- und wertlos. In diesen Momenten zählt nur das aufrichtige Gebet: „Gott, bitte hilf mir.“ Wie damals auf der sinkenden Titanic, da kam man ganz zum Schluss auch auf das Wesentliche, auf die Wahrheit zurück. Dort spielte die Bordkapelle ganz zum Schluss „Näher, mein Gott, zu dir“.

Wie von einer unsichtbaren Hand geführt, lief ich wie um mein Leben. Ja, meine Kinder sind mein Leben. Ich würde mein Leben für sie geben. So hat es Jesus übrigens gemacht, er gab sein Leben. Gott gab sein Leben für seine Kinder. Ich verstehe dies alles nicht bis ins letzte Detail, aber ich bin immer wieder von dieser Liebe überwältigt. Ich lief und lief, bis ich meine Tochter vor mir sah. Sie spielte und sah sich selbst gar nicht als „verloren“ an. Sie ahnte nichts von all den Gefahren, in denen sie sich befunden hatte. Ich fand sie und hätte die Welt umarmen können. Sie war verloren, und ich habe sie wiedergefunden. Tränen, Glück, Dankbarkeit und unbeschreibliche Freude. Ich glaube, so könnte man die Menschen in der Welt betrachten. Sie ahnen oft gar nicht, in welcher Gefahr sie sich befinden. Welch eine Freude, wenn sie in den Armen des Vaters liegen.

Genau darum geht es in der Bibel: um die Liebe eines Vaters, des Vaters aller Väter, den himmlischen „Papa“. Ein Vater, der seine Kinder sucht. Sie verließen ihn, wollten autonom sein und verachteten ihn. Die Bibel ist die Liebesgeschichte Gottes mit den Menschen. Manch einer hat vielleicht sogar ein verstaubtes Exemplar der Bibel noch irgendwo verstaut. Ich höre sehr oft, dass die Bibel auch nur von Menschen geschrieben wurde und dass ohnehin schon alles überholt sei. Sind wir uns dessen wirklich sicher? Wenn man bei Google die Worte „Wie wird man“ eingibt, dann wird sofort „Wie wird man reich“ angezeigt. Es gibt zig Millionen von Angeboten, Tipps und sonstigen Anregungen, wie man reich werden kann. In meinem Leben habe ich viele „Millionäre“ kennengelernt. Die meisten von ihnen empfand ich gar nicht als reich, im Gegenteil. Ich sah sie oft nach ihren Aufritten, wenn die Kamera nicht mehr auf sie gerichtet war. Ich sah ihre ungeschminkten Gesichter und ihre Traurigkeit an der Hotelbar. Ich schaute in ihre leeren Augen, die voller Sehnsucht nach wahrem Reichtum waren. Oft waren es dieselben drei Dinge, die sie quälten, die ich so oft bei Sterbenden entdeckt habe.

In dieses Streben nach Reichtum in dieser Welt passt die Bibel ganz und gar nicht rein. Heute wird man erschlagen von Castingshows. Alles muss immer besser, höher, weiter, schöner sein.

Oft zählen nur noch Zahlen und Fakten. Wo bleibt da der Mensch mit all seinen Schwächen, wahren Sehnsüchten, seinem Versagen und seinen Tränen? Vor der Wahl zum Welt-Fußballer des Jahres sagte einer der Kandidaten: „Der zweite Platz ist der erste Verlierer.“

Dieser Satz, von einem Vorbild gesprochen, hat Auswirkungen, und ich denke, er bestätigt, wie viele in dieser Welt denken und fühlen. Wie nah ist mir doch die Bibel. Hier lese ich nichts von Topmodelmaßen und wie man immer reicher in dieser Welt wird. NEIN, hier entdecke ich ganz andere Geschichten. Geschichten von Verlieren, Versagern, schuldig Gewordenen, von Ausgestoßenen, Einsamen, Traurigen. Die Bibel, in einem Zeitraum von ca. 1500 Jahren von vielen verschiedenen Menschen geschrieben, folgt dem heutigen „Trend“ überhaupt nicht.

War die Welt nicht schon immer so gestrickt? Höher, weiter, besser? Mitten in unsere Habgier hinein kommt so ein ganz anderes Buch. Es handelt von Verlierern, von ängstlichen Menschen, von Menschen, die enttäuscht wurden und wiederum andere enttäuschten. Hier geht es um Schwäche, Schuld und Versagen. Mit dem Wort Schuld haben heute sehr viele Menschen Probleme. Wohin mit ihr? Man verdrängt sie, flüchtet vor ihr oder betäubt sich. Doch Schuld ist allgegenwärtig. Jeden Tag befassen sich Versicherungen, Gerichte oder Psychologen millionenfach damit. Sehr wohl kennt also der wahre Verfasser der Bibel die wahren Sehnsüchte der Menschen.

Tief in uns steckt die Sehnsucht nach wahrem Reichtum, nach Befreiung von Schuld, Versagen und nach Heilung unserer Wunden. Kein Glücksbringer befreit uns davon. Verdrängen bedeutet nur, dass alles, was uns beschwert, immer noch da ist. Keiner kann sich selbst erlösen. Die Bibel ist die Geschichte Gottes mit den Menschen und beinhaltet unendlich viele Geschichten von Menschen mit Gott. Das imponiert mir zum Beispiel so sehr an den Jüngern Jesu. Jesus hat sich nicht die schlausten herausgesucht, denn dann hätte die Nachwelt behauptet, sie hätten die Menschen mit Weisheit und Klugheit überrollt. Es waren keine Krieger, sonst hätte man später vielleicht noch gemutmaßt, dass sie die Menschen eingeschüchtert und bedroht hätten. Nein, einfache Burschen waren es, die weder superschlau noch übermächtig stark waren. Im Gegenteil. Als es darauf ankam, ließen sie Jesus im Stich und hatten alle Furcht. Menschen, die versagten, wegliefen, sich versteckten, die einst voller Schuld und Scham waren, veränderten die Welt. Zu dieser Bande von Schuldigen und Ängstlichen gehöre auch ich. Wer Fehler bei mir sucht, wird sie finden. Aber ich kenne den, der alle meine Schuld und all mein Versagen ans Kreuz gebracht hat. So bin ich frei, obwohl ich noch schuldig bin und es immer wieder mal werde. Jeden Augenblick gibt uns Gott die Chance, mit ihm neu anzufangen. Ein paar Männer und Frauen, die wohl nie einen Songcontest gewonnen hätten, weder Topmodelmaße noch ein dickes Bankkonto hatten und bestimmt auch nie zur Wahl des Weltfußballers aufgestellt worden wären, haben die Welt verändert.

Dies ist ein kleiner Beitrag von mir, diese Welt ebenfalls ein wenig zu verändern. Selbst wenn es nur die Welt eines einzelnen Lesers ist. Jeder, der sich selbst ändert, verändert die Welt um sich herum.

Dieses Buch will bezeugen, dass sich nichts verändert hat. Gott ist heute derselbe, der er immer war. Er begegnet heute noch vielen Menschen durch Träume, Freunde, in der Natur, im Lächeln eines Menschen, dem Blick eines Babys, dem Regenbogen, in der Musik und durch unzählige wunderbare Erlebnisse. Von einigen dieser wunderbaren Erlebnisse werde ich hier berichten. Viele Menschen können bezeugen, dass dies alles wahr ist. Manche Namen und Angaben sind geändert, um die Personen zu schützen. Viele Menschen wurden von der Liebe Gottes berührt, wurden durch sie bewegt und bezeugen: „JA, ER lebt“, weil sie ihn wahrhaft erlebt haben.

Am Ende des Buches wirst du noch eine Schatztruhe finden, in der es vieles zu entdecken gibt. Vielleicht sogar mehr, als du offensichtlich suchst.

Lies die Geschichten mit dem Herzen und bedenke, dass Gott auch dich eines Tages fragen wird: „Hast du mich lieb?“ Entdecke in all diesen Erzählungen Gottes unbeschreibliche Liebe. Gestatte dir zu weinen. Weinen reinigt die Seele. In der Bibel steht: „Gott wird abwischen alle Tränen“, und dass er alle Tränen, die wir weinen, in einem Krug sammelt. Welch eine unbeschreibliche Liebe, wenn ein Liebender die Träne eines geliebten Menschen auffängt. Gott hat versprochen, dass keine Träne vergebens ist. Erlaube dir zu lachen. Ich bin mir sicher, im Himmel wird eine unendliche Freude sein, da wird Lachen sein. Wer also Lachen kann, hat schon ein Stück des Himmels auf Erden.

Schön, dass du bis hierher gelesen hast, denn nun beginnt unsere Reise, eine Reise mit vielen wunderbaren Erlebnissen. Gehe mit mir an traurige, einsame und dunkle Orte, an denen es hell geworden ist. Gehe mit mir zu den Sprachlosen, die wieder sprechen, und zu den Hoffnungslosen, die wieder Hoffnung haben.

Es geht nicht um Ehre und Ruhm für uns selbst. Ohne Gott könnte ich nichts, aus mir selbst käme nichts hervor. Es geht allein um ihn und um die Tatsache, dass Gott heute noch Wunder tut, da er die Liebe ist. Gott hat nie aufgehört, uns zu lieben – NIE. Ich wünsche dir ein erfülltes Leben, ja dass ER es füllt, denn nur dann ist es wahrhaft erfüllt.

Herzlichst

Euer Michael

 

 

1 – Geküsste Hände

Vor vielen Jahren, als ich noch aktiv im Sicherheitsdienst tätig war, hatte ich die Ehre, Nacht für Nacht eine 82-jährige Dame zu bewachen. Viele Stunden verbrachte ich sogar am Bett der alten Dame. Wir sprachen wirklich über Gott und die Welt. Mit der Zeit wurden unsere Gespräche immer tiefer. Am Ende beteten wir sogar zusammen. Nach einigen Monaten war meine Aufgabe dort beendet. Wir verloren uns jahrelang aus den Augen. Eines Tages erfuhr ich, dass die alte Dame an Demenz erkrankt war. Spontan rief ich sie an, stellte jedoch zu meinem Entsetzten fest, dass sie mich nicht mehr erkannte. Kurze Zeit später wurde ich von einer Bekannten gefragt, ob ich gemeinsam mit ihr die alte Dame, die nun kurz vor ihrem 90. Geburtstag stand, besuchen möchte. Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen. Wir fuhren gemeinsam zu der einst sehr wohlhabenden und einflussreichen Frau. Es war ein Samstagabend. Bevor ich in ihr Haus hineinging, bat ich Gott um Beistand. Ihre Haushälterin empfing uns an der Tür und informierte uns über den Zustand der Frau: sie würde niemanden mehr erkennen und habe auch seit zwei Jahren mit niemandem mehr gesprochen.

Aufgeregt, was mich wohl erwartet, ging ich ins Haus. Da saß sie, zusammengekümmert in einem Rollstuhl. Der Anblick tat mir sehr weh, und doch, trotz all ihrer Gebrechlichkeit strahlte sie Wärme und Güte aus. Ich nahm ihre Hände und hielt sie in meinen. Ich fragte sie, ob sie mich noch kennen würde, da begann sie zu nicken. Es war unbeschreiblich, nach all den Jahren erkannte sie mich tatsächlich wieder.

Ich streichelte ihre Hände. Bevor ich weiter berichte, muss ich mein Herz offenbaren. Wenn ich solche Dinge schreibe, erlebe ich alles noch einmal und bin zutiefst berührt.

Da saßen wir nun, die Dame und ich, händchenhaltend, und meine Bekannte und die Haushälterin saßen daneben. Dann fragte ich sie: „Ist es gut, dass ich da bin?“ Sie nickte. Ich wiederholte meine Frage, und dann geschah es. Sie öffnete ihren Mund und fing nach zwei Jahren wieder an zu sprechen: „Ja, das ist sehr gut.“ Da saßen wir drei nun und konnten es kaum fassen, ein Wunder war geschehen, oder wie soll ich das sonst nennen? Ja, ich weiß, es wird schon ein paar schlaue Erklärungen dafür geben. Eine Frau, die niemanden mehr erkannte und nicht mehr sprach, erkennt und spricht wieder.