Erwischt! Der Top-Paparazzo packt aus - Hans Paul - E-Book

Erwischt! Der Top-Paparazzo packt aus E-Book

Hans Paul

4,5

Beschreibung

Sein Name: Hans Paul. Sein Beruf: Paparazzo. Seine Waffe: die Kamera. Sein Alltag gleicht einem Krimi: Er lauert ahnungslosen Opfern auf und schießt kaltblütig aus dem Hinterhalt – Bilder für die Titelseiten. Seine Opferliste ist lang. Ob Pamela Anderson ungeschminkt bei Starbucks oder Ozzy Osbourne völlig zugedröhnt beim Einkaufen, Paparazzo Hans Paul erwischt sie alle. Sein Werdegang liest sich dabei wie der »American Dream«. Vom kleinen Fotolaboranten beim Burgdorfer Kreisblatt zum bekanntesten deutschen Paparazzo. Heute begleitet ihn selbst das ZDF bei seiner Arbeit und auch der Spiegel widmete ihm eine Reportage. Sein Erfolgsgeheimnis verrät er jetzt erstmals in seiner reich bebilderten Biografie, die mit Anekdoten über die Weltstars gespickt ist. Denn: Die Jagd auf die Stars ist immer eine Geschichte wert.

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Seitenzahl: 451

Veröffentlichungsjahr: 2008

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Hans Paul

Erwischt!

Der Promi-Jäger von Hollywood packt aus

HANS PAUL

ERWISCHT!

Der Promi-Jäger von Hollywood packt aus

Print-Ausgabe: © 2008 riva Verlag, München E-Book-Ausgabe: © 2009 riva Verlag, München

Alle Rechte vorbehalten. Das vorliegende Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Lektorat: Annerose Sieck, Jörg-Rüdiger Sieck Layout und Umschlaggestaltung: Helen Garner Satz: Helen Garner Fotos: Hans Paul Druck: Druckerei Joh. Walch, Augsburg

ISBN 978-3-936994-74-2 | Print-Ausgabe ISBN 978-3-86883-033-0 | E-Book-Ausgabe (PDF)

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Informationen sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen zum Buch:[email protected]

Gern senden wir Ihnen unser Verlagsprogramm:[email protected]

riva Verlag ein Imprint der FinanzBuch Verlag GmbH Nymphenburger Straße 86 80636 München Tel.: 089 651285-0 Fax: 089 652096 E-Mail: [email protected]

www.rivaverlag.de

INHALT

PAPARAZZO - TRAUMJOB ODER ALBTRAUM?

2007: GLEITFLUG ÜBER MALIBU

BILDJOURNALIST AUF WELTREISE

MEINE ZEIT MIT MISSIONAR HERBERT IN BRASILIEN

AUF NACH VENEZUELA!

MALOCHE IM STAHLWERK

UNTER SPIONAGEVERDACHT IM GEFÄNGNIS

UNTERWEGS ALS ENTHÜLLUNGSJOURNALIST

1981 HERMANN, DER PUFFIER

KARNEVALS-CHEF AUF DER FLUCHT VOR GLÄUBIGERN

1982 AUF DER SPUR DES HUNDEHÄNDLERS

1983 ERSTE DREHS FÜR DEN WDR

1995 IN DEN FÄNGEN VON DRÜCKERN UND KUPPLERN

IM AUFTRAG VON REPORTER GREGOR

AUF DEN FERSEN DES SCHUMI-BABYS

1997 DER CHEF DER KELLY-FAMILIE AUF BRAUTSCHAU

EIN FORMEL-1-PILOT MAL GANZ PRIVAT

REPORTER ODER PAPARAZZO?

1998 IM KNAST: FREUD UND LEID VON PETER GRAF

DER MORDPASTOR VON BRÜSSEL

ZUR NOT TUT`S AUCH SCHUMIS MÜLL!

DIE GELIEBTE VON VATER SCHUMACHER

1999 GUILDO HORN UND SEINE GEHEIMNISSE

EIN PAPARAZZO-AUTO MUSS HER!

G. G. ANDERSONS BRUDER BEGEHT SELBSTMORD

FLORIDA: IM SCHLAFZIMMER VON STEFFI GRAF

BELIEBTER PROMITREFF: ARNOLD SCHWARZENEGGERS »SCHATZI«

MEINE ERSTE HOLLYWOOD-STORY: LEONARDO DICAPRIO

TIL SCHWEIGERS UMZUG NACH MALIBU

PAPARAZZO WILL ICH WERDEN!

OHNE PROFESSIONALITÄT KEIN ERFOLG

EIN UNGLEICHES PAAR: RALF MÖLLER UND PRINZ FRÉDÉRIC VON ANHALT

HOLLYWOOD: KEIN STAR GIBT INTERVIEWS

PLAUDEREIEN MIT VERONA FELDBUSCH

ENDLICH: DAS ERSTE FOTO VON ARNOLD SCHWARZENEGGER

DER WEG INS INTERNATIONALE GESCHÄFT

PROMI-WELTDÖRFER: SUN VALLEY UND HAILEY

MENDOZA, MEIN ERSTER PAPARAZZO-AGENT

AUGE IN AUGE MIT THOMAS GOTTSCHALK

2000 ALLE WOLLEN STEFFI, KEINER WILL OTTO

ZU HAUSE BEI DUSTIN HOFFMAN

KÖLN, DIE LINDENSTRASSE UND DIE BRAUT, DIE IHRE HOCHZEIT VERMARKTET

BIRGIT SCHROWANGE UND MARCUS LANZ AUFGELAUERT

2001 RUDI CARRELL HEIRATET HEIMLICH

MICHELLE KLAGT VOR GERICHT

BOCA RATON: STEFFI GRAF HEIRATET AGASSI?

JULIA ROBERTS KAUFT PUTZMITTEL EIN

RALPH MENDOZA, DIE KINDERMÄDCHEN UND DER HASS AUF BLACK JOE

TOM HANKS UND PAMELA ANDERSON AM STRAND

CHRISTMAS-SHOPPING: PAMELA ANDERSON UND KID ROCK

2002 DIE GEFAHR ZU »VERBRENNEN«

ZWIST MIT THOMAS GOTTSCHALK UND SEINER FRAU THEA

IST PAMELA ANDERSON SCHWANGER?

ARNOLDS LANGE ZIGARRENNACHT

FÜR MICH SPIELT ARNOLD DEN TERMINATOR

FLUGTRAINING ÜBER L. A.

BORIS BECKER GIBT SICH DIE EHRE

BIRGIT SCHROWANGE IM »CAFFE ROMA«

NEUE IDEEN FÜR MEINE FERNSEHAUFTRITTE

FREUNDLICH UND ZUVORKOMMEND: GOLDIE HAWN

GRILLPARTY AUF DER BONY PONY RANCH

TOM CRUISE: IM DIENST DER SCIENTOLOGY

EIN UNSCHARFES FOTO VON DUSTIN GEHT AUF WELTREISE

GLEICH DREI WELTSTARS »ABGESCHOSSEN«

TOM HANKS: »CATCH ME, IF YOU CAN!«

DANA SCHWEIGER: UND NOCH EIN BABY!

ZUM OKTOBERFEST BEI ARNOLD

PAMELA ANDERSON STEHT AUF PAPARAZZI!

SUPERSCHÜSSE VON »007« PIERCE BROSNAN

BIN ICH SELBST SCHON EIN PROMI?

AM SET VON JENNIFER LOPEZ UND BEN AFFLECK

PECH MIT PIERCE: »NICE TO MEET YOU!«

PAMELA OHNE MAKE-UP

DIE VERFOLGUNGSJAGDEN DER PAPARAZZI

AUF DER SUCHE NACH NICK NOLTE

LEONARDO DICAPRIO - LEIDER NUR MIT MUTTER

KEIN NICK NOLTE, DAFÜR THOMAS GOTTSCHALK

PAPARAZZI UND IHRE INTRIGEN

SUPER VON PAMELA!

MENDOZA, DER »WOLF IM SCHAFPELZ«

DER »GLADIATOR« UND DER WEIHNACHTSBAUM

SUPERTREFFER VON THEA LEONI!

EIS ESSEN MIT TOM HANKS

EINTRÄGLICH: STRANDBILDER VON PAMELA

PIERCE BROSNAN MAL GANZ ANDERS

PETE ROMERO: MEIN CHIP, MEINE FOTOS!

DER BOTSCHAFTER VON BEVERLY HILLS

MIT GREG AUF DEM RODEO DRIVE

ROD STEWART: »GIB MIR ZEHN DOLLAR!«

ERFOLG BEI DANNY DEVITO

KANN ICH PETE WIRKLICH NOCH TRAUEN?

THOMAS GOTTSCHALK UND NANCY REAGAN IN BEVERLY HILLS

2003 GLÜCK GEHABT: NEUE FOTOS VON »007« UND GOLDIE

PIERCE BROSNAN IN DER HÖRFUNK-FALLE

MEINE LEHRLINGE, DIE »GRETELS«

ZUR TOP-TALKSHOW NACH WIEN

PAPARAZZO-ALLTAG IN HOLLYWOOD

EIN TRITTBRETTFAHRER AUS GÜNZBURG

DANNY DEVITO: »THE PENGUIN HITS THE BEACH!«

OZZY OSBOURNE MAL WIEDER BLAU

»007« BEIM SURFEN »ABGESCHOSSEN«

DER BOTSCHAFTER WIRD PAPARAZZO

DREI WELTSTARS AUF DEM WEITWINKEL-FOTO

TREFFPUNKT CAMARILLO-AIRPORT

MIT BRUCE WILLIS AUF PARKPLATZSUCHE

ARNOLD REAGIERT RICHTIG SAUER

»GRETEL« MICHAELA IM FOTO-FIEBER

HÖHEN UND TIEFEN EINES PAPARAZZO

WARTEN AUF DIANA ROSS

ÄRGER MIT DEN »TROUBLESHOOTER«-PAPARAZZI

DARYL HANNAH UND IHR NEUER FREUND

GOTTSCHALKS »PROBLEM« BIN MAL WIEDER ICH

VON BANANEN ALLEIN WIRD MAN NICHT SATT!

MIT SKY AUF PROMI-TOUR

CHARLES BRONSON IM HOSPITAL

»ARE YOU CRAZY?« DIE VERMARKTUNG DES BRONSON-FOTOS

SKRUPEL WEGEN DES BRONSON-FOTOS

LEONARDO DICAPRIO UND GISELE BÜNDCHEN BEIM SHOPPING

VERTRAGSVERHANDLUNGEN MIT POOL 1

VON DEN AGENTUREN HINTERGANGEN

SUPERSCHÜSSE VON DUSTIN UND MEL!

GLÜCK GEHABT: ADAM SANDLER MIT FREUNDIN »ABGESCHOSSEN«!

SUPERBILDER VON DEN KARVENS UND SCHWEIGERS

»HANNIBALS« NEUE

GREGOR UND MARINA - EINE REPORTER-LIEBSCHAFT

MADONNAS TRAINING IM »RAPID REHAB«

ADAM SANDLERS SELTSAME HOCHZEIT

DAVID HASSELHOFF UND KATE HUDSON: EIN GUTES SET

AUF DEM »HUNDEHOF« IN BRENTWOOD

URSULA IST SAUER AUF MICH

REICHE ERNTE AUF DEM WOCHENMARKT

EIN GROSSARTIGER INDEPENDENCE DAY

AUF PAPARAZZO-TOUR

HEITERES BERUFERATEN: »WAS BIN ICH?«

BLACK JOE WIRD PAPARAZZO

DIE »GRETELS« JAGEN PAMELA UND TOMMY LEE

SIMON IST SCHARF AUF DEN BOTSCHAFTER

WYNONA RYDER AUF SHOPPINGTOUR

GISELE BÜNDCHENS STRAFMANDAT

ADAM SANDLER IM ROTEN SURF-ANZUG

»NOTHING PERSONAL«!

EXKLUSIV! AM SET VON JENNIFER LOPEZ

SPIELBERG POSIERT FÜR GRETEL 3

HENRYK M. BRODER BESUCHT MICH

JULIA ROBERTS: DAS 120000-DOLLAR-FOTO

GOUVERNEUR ARNOLD AUF »DIENSTREISE«

OLIVIER MARTINEZ GIBT VOLLGAS

WER MENSCHEN RESPEKTIERT, GIBT DIESEN JOB AUF

LEO UND GISELE: ICH BIN STOLZ AUF GRETEL 3

2004 GRETEL 3 AVANCIERT ZUM PROFI

PURER GENUSS FÜR BRITNEY SPEARS

WERBEFOTOGRAF VERSUCHT SICH ALS PAPARAZZO

PAMELA - FREIZÜGIG UND SEXY

GEORGE CLOONEY: ROTZFRECH »ABGESCHOSSEN«

FLOHMARKT BEI DEN SCHWEIGERS

SUPER DREH MIT NILS RUF

HALLE BERRY: »GET A JOB, THAT'S LOW LIFE!«

NEUE ADRESSEN VON PAT

KIRSTIE ALLEY - »HINTERN OHNE GESICHT«

KIRSTIE UND DIE SCIENTOLOGY-KIRCHE

PAMI UND PARIS IM »PACIFIC BLUE«

TV-FALLE: ZSA ZSA GABOR UND PRINZ VON ANHALT

GEBURTSTAGSFEIER BEI DEN BROSNANS

2005 JULIA ROBERTS IN NEW MEXICO

MIT MIRA SURVINO UND NICK NOLTE IM SUPERMARKT

REESE WITHERSPOON UND GRETELS BERÜHMTES »HICKSEN«

TOM CRUISE MIT KATIE HOLMES AUF DEM FUSSBALLPLATZ

ALLES NUR WEGEN BRAD: GRETEL IN DER HAND VON WACHLEUTEN

EIN GLÜCKLICHER VERLIERER

2006 STRANDRÄKELN MIT DANNY DEVITO

SYLVESTER STALLONE - KEIN FOTO WERT

VERFOLGT VOM BAYERISCHEN TRITTBRETTFAHRER

PECH MIT NICOLE KIDMAN, GLÜCK MIT HILLARY SWANK

ELTON JOHN IM »KAUFRAUSCH«

WIEDER PECH - NICOLE KIDMAN ENTWISCHT

BLACK JOE GANZ GENTLEMANLIKE

MEINE GRETEL KENNT JETZT JEDER!

»FÜR DIE AMIS SIND WIR DER LETZTE DRECK!«

DREH MIT RTL-EXTRA

»FAHR SCHNELLER, SCHNELLER!«

KEIRA KNIGHTLEY: CHAOS IN HOLLYWOOD

PAPARAZZO – TRAUMJOB ODER ALBTRAUM?

Liebe Leserin, lieber Leser, die Welt des Glitzers und Glamours übt auf Menschen eine große Anziehungskraft aus. Doch welche Mühen und Risiken es kostet, an Hochglanzbilder von Stars und Promis zu kommen, die später Zeitungen, Zeitschriften und Magazine schmücken, bleibt für die meisten ein Rätsel. Oft wird der Beruf des Paparazzo hart kritisiert, dabei tut er doch nichts anderes, als den Voyeurismus des Publikums zu bedienen. Der erste Fotograf, der übrigens in den 1950er Jahren Jagd auf Prominente machte, war Tazio Secciaroli aus Rom. Sein aufregendes Leben bot 1960 für den Star-Regisseur Frederico Fellini die Vorlage zur Filmfigur des Paparazzo. Durch Zufall entdeckte Fellini während der Vorbereitungen zu seinem Film »La dolce vita« in einem Reiseführer den Namen eines Hotelbesitzers aus Catanzaro: »Coriolano Paparazzo«. Dieser Name gefiel ihm so gut, dass er seinen aufdringlichen Pressefotografen im Film Paparazzo nannte.

Klatsch und Tratsch gibt es wohl schon, seitdem es Sprache gibt. Und derartige Nachrichten sind die begehrtesten. Nachrichtenmagazine und Tageszeitungen kommen ohne Boulevardgeschichten nicht aus. Wir alle sind Paparazzi – Fotografen und Leser – Stars und Promis liefern den Lesestoff.

Der deutsche Schauspieler Ralf Möller erklärte mir zu Beginn meiner Karriere in Hollywood:

»Fotografiert werden wollen sie alle!« Ich begriff schnell, dass Stars sich immer wieder in den Medien sehen wollen. Mit steigendem Bekanntheitsgrad werden sie süchtig danach, abgelichtet zu werden. Auf der einen Seite wehren sie die Paparazzi ab, auf der anderen Seite würden sie gern ihren Mit-Promis zurufen: »Hilfe, Paparazzi verfolgen mich!« Ein Hilfeschrei, der beweisen soll, wie begehrenswert sie doch für die Linsen der Fotografen sind. Auf dem roten Teppich der Veranstaltungen kann man sehen, wer in ist und wer out. Als Gradmesser dienen die vielen Fotografen, die sich um die Stars drängeln. Sie gieren nach Blitzlichtgewitter und Medienauflauf. Sind sie out, kümmert sich kaum noch ein Pressefotograf um sie. Um auf die Titelseiten der Magazine zu kommen, lassen Stars sich einiges einfallen. Britney Spears kommt ohne Höschen zur Party in Beverly Hills. Andere Stars küssen während der Live-Fernsehaufzeichnung den Moderator auf den Mund oder prügeln vor laufender Kamera auf die schussbereiten Fotografen ein. Paris Hilton und Pamela Anderson schocken die Welt mit geheimen Sexvideos.

Promis kämpfen ständig ums Überleben. Sie vermarkten ihre eigenen Geschichten in den Medien oft für viele Millionen Dollar. Bei ihren Liebschaften, Hochzeiten, Geburten und Geburtstagen gelten die Paparazzi allerdings als Eindringlinge und werden von den Leibwächtern und der Polizei bedroht. Fällt den Stars zur eigenen Vermarktung nichts mehr ein, bestellen sie Reporter und plaudern Intimstes aus, nur um in die Zeitung zu kommen. Der ehemalige Unterhaltungschef der Bild-Zeitung, Manfred Meyer, weiß es genau: »80 Prozent der Geschichten sind mit den Medien abgesprochen!« Die Klatschreporterin der Bild-Zeitung, Katja Kessler, hat dazu eine ganz eigene Meinung: »Was ich mir da anhören muss, sind oft die Seelenqualen der Prominenz, die die Öffentlichkeit als eine Art Therapieraum sehen!«

Die Stars sind süchtig nach Medienpräsenz. Die Paparazzi sind Tag und Nacht auf der Jagd und süchtig nach dem Welt-Foto. Beide sind voneinander abhängig. Jeder benötigt jeden.

Den Tag vergesse ich nie, als ich den ersten großen Scheck für ein Exklusivfoto erhielt. Viele Paparazzi erleben diesen Tag als etwas ganz Besonderes. Dann sind sie nicht mehr zu stoppen. Das Geld macht sie süchtig. Weltweit hat sich der Run auf das ganz große Geld herumgesprochen. Von überall aus der Welt strömen die »Glücksritter« nach Hollywood, um am Boom teilzuhaben. Ein Chaos bahnt sich an, es herrscht Goldgräberstimmung!

Das vorliegende Tagebuch, das ich im Flugzeug, in meinem klapprigen Van, in den Straßencafés von Beverly Hills und Hollywood und am Strand von Malibu geschrieben habe, möchte Ihnen einen Eindruck von meiner Arbeit mit den Prominenten vor und hinter den Kulissen vermitteln und zeigen, wie hart dieser schnelllebige Job ist. Begleiten Sie mich auf meiner spannenden Jagd nach dem ultimativen »Schuss« und erleben Sie hautnah die ganze Bandbreite dieser facettenreichen Arbeit mit. Doch wie wird man eigentlich zum Paparazzo? Muss man schlicht ein Abenteurer sein oder fällt man die Entscheidung rational und kaltblütig am häuslichen Schreibtisch? Ich glaube, es gibt so viele Wege dorthin, wie es Paparazzi gibt. Meinen ganz persönlichen Werdegang will ich Ihnen allerdings nicht vorenthalten. Und so werden Sie also daran teilhaben, wie ich als junger Mann aus dem »Mief« der niedersächsischen Provinz ausbreche, um über teils abenteuerliche Stationen dort zu landen, wo ich heute angekommen bin. Ein Patentrezept für den Lebenslauf eines Paparazzo dürfen Sie dabei allerdings nicht erwarten.

Ihr

Hans Paul

2007: GLEITFLUG ÜBER MALIBU

Ein ruhiger, ereignisloser Samstag, dachte ich. Nichts los. Die Sonne scheint. Der Wind weht leicht von Norden. Es ist 16 Uhr nachmittags. Vor zwei Jahren kamen an solch einem Tag immer Stars zum »Coffee Bean« auf dem »Malibu-Country-Market«. Seitdem die vielen Paparazzi aus Europa hier sind, lässt sich nur noch selten ein Promi blicken. Auch die Strände sind gähnend leer. Die schönen Tage, an denen ich noch allein am Strand meiner Arbeit als Paparazzo nachgehen konnte und Kate Hudson mit Demi Moore und viele andere Stars ablichtete, sind endgültig vorbei. Von den Zeiten kann ich nur noch träumen.

Jennifer Aniston hat heute Geburtstag. Wahrscheinlich feiert sie in ihrem Strandhaus in Malibu. Vom Strand aus hat man keinen Einblick, denn das schwer bewachte Grundstück ist rundum mit Sichtblenden verbarrikadiert, sodass niemand auf die Veranda schauen kann. Dort vermute ich die Geburtstags-Party. Ich starte neben dem Malibu-Fußballfeld und fliege mit meinem Gleitschirm und einem 14-PS-Motor auf dem Rücken in drei Meter Höhe die Strandhäuser der Stars vom Colonie-Strand bis zum vier Kilometer entfernten Strand von Charlize Theron ab. Vorbei an lauernden Paparazzi, die ihre Objektive plötzlich nur noch auf mich richten.

Die Menschen am Strand kennen mich alle. Sie winken mir zu. Ich verstecke vorsorglich mein 100–400-Millimeter-Teleobjektiv unter meinem grünen Overall. Das Objektiv nehme ich immer für die Abschüsse aus der Luft mit. Ich schaue nach Leonardo DiCaprio und umfliege sein Grundstück. Da sehe ich Leos Mutter mit ihren Hunden am Strand. Sie winkt und lacht mir freundlich zu. Ich gebe Vollgas, steige auf 150 Meter und halte wieder auf Jennifer Anistons braunes Holzhaus zu. Unter mir sehe ich auf die große Veranda. Zwei Leibwächter stehen vor ihrer Tür. Sie muss da sein. Ich sehe aber keine Party. Ich drehe einen Spiralflug über ihr Haus, ziehe meine Kamera und schieße einige Fotos. Vielleicht sitzt sie irgendwo mit ihrem neuen Freund in der Ecke. Plötzlich sehe ich ein Dutzend Paparazzi aufspringen und zu ihrem Haus laufen. Sie glauben, ich hätte Jennifer »abgeschossen«. Fehlanzeige. Ich drehe ab und halte auf die Paparazzi zu. Es weht immer noch leichter Seewind, keine Böe ist zu spüren, deshalb kann ich sehr tief fliegen. Die Paparazzi passiere ich langsam fliegend in drei Meter Höhe. Ich schaue in die gehetzten Gesichter.

Ich steige im Steigflug Richtung Sonne über das Meer auf und verschwinde in 700 Meter Höhe Richtung Halle Berrys Strandhaus. Halle hat einen neuen Freund. Doch auch sie ist nicht da. Ihr weißer Range Rover ist nicht zu sehen. Ich fliege die riesige Fensterfront entlang und betrachte ihr Mobiliar. Ich fliege einen Abstecher rüber zu Ursula Karvens Haus. Ursula ist in Deutschland. Da sehe ich schon vor mir Gottschalks Windmühle. Sein Gärtner fährt mit seinem kleinen Treckergespann durch die Gegend. Ich drehe drei Kurven. Gottschalk ist nicht da. Ich fliege weiter nördlich bis an den Strand von Trancas, wo ich über Goldie Hawns und Kurt Russels Terrasse schwebe. Da steht Kurt Russel neben dem Kaffeetisch auf der Veranda und schaut direkt zu mir. Ich fliege schnell weiter.

Rechts unter mir sehe ich erst Danny DeVitos, dann Dustin Hoffmans leeres Haus, auch Pierce Brosnan ist nicht da. Ich drehe, gehe wieder auf drei Meter Höhe runter, fliege zurück zu Goldie Hawns Anwesen und lande dort auf dem Strand vor ihrer Terrasse. Ich bin gerade dabei, meinen Schirm für den Abflug vorzubereiten, als Kurt Russel barfuß zu mir kommt. Oh, denke ich, jetzt gibt es entweder Ärger oder ein gutes Foto.

»Wo kann ich es lernen?«, fragt er mich spontan.

»Hier am Strand, bei mir«, scherze ich, »sind Sie

schon mal geflogen?«

»Ich besitze ein Motorflugzeug!«

»Was für eine Maschine?«

»Eine Zweimotorige!«

»Wo steht die Maschine?«

»In Camarillo auf dem Flughafen!«

»Passen sie auf, ich zeige Ihnen, wie es funktioniert!«

Ich zeige Kurt Russel die Technik des Gleitschirmes. Er ist begeistert. Doch wer fotografiert diese Situation, schießt es mir durch den Kopf. Viel Gerede und kein Foto. Ein netter Mensch, denke ich, er weiß bestimmt, dass ich ein Paparazzo bin.

Ich fliege deprimiert ohne Foto Richtung Malibu zurück, kurve dort über dem Einkaufszentrum herum und suche die unübersehbare Meute von Paparazzi. Kleben sie in Massen irgendwo wegen eines wichtigen Promi wieder an einer Schaufensterscheibe, dann werde ich direkt hinter dem »Coffee Bean« notlanden und mich dazu gesellen. Es ist aber nichts los. Also fliege ich wieder Richtung Jennifer Aniston. Ich gehe auf 800 Meter Höhe, die Sonne im Rücken. Über Anistons braunem Holzhaus kurve ich in engen, linken Steilkurven runter auf 50 Meter, lasse beide Steuerleinen los, greife zur Kamera und schieße in jeden Winkel des Hauses. Eigentlich brauche ich diese Fotos nicht. Als aber die lauernden Paparazzi sehen, dass ich fotografierte, springen sie wieder auf und glauben, jetzt gehe die Party los – ich hätte Aniston gesichtet und »abgeschossen«. Ich habe sie alle getäuscht. Ich steige im Geradeausflug direkt gegen die untergehende Sonne wieder auf 700 Meter Höhe und verschwinde am Horizont. Der Landeanflug hier über der Bergschlucht am Fußballfeld ist immer ein Problem. Es gibt jedesmal Turbulenzen. 60 Meter bin ich noch hoch. Plötzlich wird es ruhig um mich herum. Der Propeller bleibt stehen. Ich habe kein Benzin mehr, der Tank ist leer. Die Ruhe ist himmlisch, aber ein Durchstarten gibt es nun nicht mehr, der Motor ist aus. Ich gleite lautlos über der Bergschlucht, werde dann heftig durchgeschüttelt. Plötzlich falle ich 20 Meter durch, der Gleitschirm fängt sich wieder und ich rase auf die Büsche zu. Es scheppert und knackst. Und schon liege ich mittendrin. Zum Glück sehe ich keine Klapperschlange in der Nähe. Ich kontrolliere meine Knochen. Ich kann noch alles bewegen. Aber mein Fuß schwillt an, ich spüre eine dicke Beule am Kopf, meine Schulter schmerzt – und die Fotoauslese ist gleich null.

Was ist das für ein Traumjob, denke ich, es war doch immer mein Jugendtraum, ein erfolgreicher Fotograf zu werden. Und dafür habe ich so einiges auf mich genommen. Aber lesen Sie selbst.

BILDJOURNALIST AUF WELTREISE

Am Rande der Lüneburger Heide, beim Burgdorfer Kreisblatt, lernte ich als freier Mitarbeiter den Lokaljournalismus kennen, schon bald wechselte ich zur Hannoverschen Presse. Bei lokalen Veranstaltungen lassen sich die Leute gerne interviewen und fotografieren. Sie sind stolz, wenn sie ihr Gesicht am nächsten Tag in der Zeitung sehen und die Nachbarn sie darauf ansprechen. Das war schon immer so. Damals bestimmten die Vereinsvorsitzenden und Pressewarte, wann und wo ich jemanden fotografieren sollte. Oft fühlte ich mich wie ein folgsamer Hund ohne Namen. Ich musste lange warten, bis sich alle artig vor meiner Kamera aufgereiht hatten. »Bitte lächeln«. Gestellte Fotos wurden zur Routinearbeit. Ich berichtete von Ratssitzungen, Vereins- und Schützenfesten. Ich durfte weder das Umfeld recherchieren noch Hintergründe aufdecken, geschweige denn, unbequeme Fragen stellen. Ich fühlte mich als kleines Rad in einer Pressemaschinerie und von niemandem ernst genommen.

»Journalismus dient der Wahrheitsfindung«, davon war ich felsenfest überzeugt. Mich faszinierten Recherchen, aus denen Exklusivgeschichten zu machen waren. Genau solche Geschichten wollte ich produzieren. Ich nahm also meine alte »Rolleicord«-Kamera, packte meine Sachen in einen Seesack und ging auf Reisen, um mit Fotos Geld zu verdienen.

Immer wieder dachte ich an den bekannten österreichischen Fotografen Hans Hubmann, diesen weltreisenden Bildjournalisten, dessen eindrucksvolle Ausstellung ich mir in Hannover ansah. So ein Fotograf wollte ich werden!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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