Evas Männer - Anastasia Orechowa - E-Book

Evas Männer E-Book

Anastasia Orechowa

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Beschreibung

Eva ist eine junge Künstlerin und will eines Tages mit ihren Bildern groß rauskommen. Sie träumt von großen Ausstellungen nicht nur in ihrem Land, sondern auch in Paris und anderen großen Städten der Welt. Sie sieht gut aus und ist von vielen Männern umgeben, mit denen sie gerne flirtet, Aber sie lernt durch Zufall einen hübschen Franzose kennen und verliebt sich in ihn. Auf seine Einladung fliegt sie nach Paris und erlebt da einige Abenteuer.

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Seitenzahl: 261

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Anastasia Orechowa

Evas Männer

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Evas Männer

Impressum

Evas Männer

Deutsche Übersetzung

von Viktor Krebs

Sie ist aufgewacht, schlug die Augen auf und dachte, dass sie in der letzten Zeit aus unbestimmtem Grund immer früher und früher aufwacht. Was ist das - ein unbewusster Wunsch möglichst früher nach Hause zu kommen oder einfach die Nerven? In dem kleinen kühlen Schlafzimmer schien die Luft blau zu sein. Es ist Frühlingsanfang, draußen regnet es, die bläulichen Bettlacken erinnern an Schneewehen. In der Vase eine einsame rote Rose, diesmal nimmt sie die nicht nach Hause. Sie ist schon ziemlich verblüht, fast schwarz, hart, als ob aus steifem rauen Samt gemacht. Die hellen Tapeten erinnern mit ihrer Tönung an menschliche Haut.

Vorsichtig, um den nebenan schlafenden Mann nicht aufzuwecken, ließ Eva die Füße auf den Boden, legte sich ein Männerhemd auf und ging aus dem Zimmer. Man hätte den Kaffeekocher einschalten können, aber sie wollte Vadim nicht begegnen, aber er fühlt immer, wenn sie das Bett verlässt. Eva machte sich schnell bereit, ging aus der Wohnung und machte vorsichtig hinter sich die Tür zu. Die Unliebe hat ihre angenehme Seiten, überlegte sie, als sie auf der Straße war, wo der feine zarte Regen das Gesicht erfrischte und sie vollständig aufweckte. Sie leidet, jedenfalls, nicht. Und hätte sie etwa so am frühen Morgen vom lieben Menschen weggehen können? Eva schlug die Enden des Regenmantels dichter übereinander und beschleunigte den Schritt. Bis nach Hause blieben nur zwei Viertel zu gehen. Nein, sie liebte Vadim nicht. Und er wusste es. Weiter wird sich so was nicht wiederholen. Eine Lüge, die aus Mitleid entstand... wer leidet davon am meisten: die Männer oder die Frauen? Hauptsächlich Frauen. Aber jetzt leiden zwei.

Sie kam zu ihrem Haus, ging in den Treppenflur hinein und, einen Blick auf die Postkästen werfend, fiel ihr ein, wie gestern abends, als sie die Wohnung verließ, um zu Vadim zu gehen, die Nachbarin Jelena Dmitrijewna, die eiligst zur Datscha fuhr, ihr ein Paket in die Hände drückte sagend: “ Da kam jemand zu unserem Professor, aber er war nicht zu Hause. Da hat man bei mir angerufen und bat mich ihm dieses Paket zu geben. Aber er ist noch nicht erschienen, und ich muss weg. Gut dass ich wenigstens Sie sehe. Geben sie es ihm?

Eva nahm das Paket aus der Tasche. Keine Adresse, kein Stempel, kein Siegellack der bei ihr immer mit der geschmolzenen Schokolade assoziierte. Auf dem braunen Papier stand mit schwarzer Tinte fett geschrieben: “ Für Gleb Borisowitsch Viehbich “

Gleb Borisowitsch, ein sehr netter Alter, Professor für Biologie besaß eine Wohnung im gleichen Treppenabsatz. Manchmal kam er zu seiner Nachbarin - Malerin herein, um ihre neue Arbeit zu sehen, manchmal schickte er für ihre Bilder Käufer zu ihr, in der Regel, gingen sie aber mit nichts: Eva verkaufte selten ihre Werke. Sie klingelte an der Wohnung des Professors und hörte zu. Gewöhnlich arbeitete er zu Hause, aber diesmal war er, wahrscheinlich, nicht da. Eva ging zu ihrer Tür, nahm die Schlüssel und da hörte sie in der Wohnung Stimmen und einen unbegreiflichen Lärm. Sie verstand, dass jemand in die Wohnung eingebrochen ist. Aber wie? Die Werkstatt aufzuschließen war unmöglich, so stark waren die Türe und zuversichtlich die Schlösser. Das heißt durch den Balkon... natürlich, sie vergaß die Balkontür zu verschließen, und ein neues Gitter versprach man erst in der nächsten Woche einzubauen. Man sollte dringend die Miliz anrufen, aber das Telefon - Automat befindet sich am Nachbarhaus. Bleibt nur eins - die Nachbarn aufwecken und um Erlaubnis anzurufen bitten. Ihr Blick fiel auf den Schlüsselbund. Ach ja, natürlich, sie hat doch einen Schlüssel von Viehbichs Wohnung, er gab ihr selbst auf alle Fälle einen Ersatzschlüssel. Eva öffnete die Tür und nach einer Minute wählte sie schon 02. Der Diensthabende, der den Anruf empfing, legte sofort den Hörer auf. Eva ging vorsichtig in das Zimmer, wo die Luft, scheinbar, von dem starken Geruch der alten Bücher und Staub durchtränkt war, und öffnete vorsichtig die Balkontüre. Die an den Balkon heran gestellte Leiter bemerkt, horchte sie auf und verstand, sie hat sich verspätet. Was bräuchten die Räuber in ihrer Wohnung? Bilder? Gold?

Das Auto in Blau und Gelb kam in einer Viertelstunde. Irgendwelche Leute beschäftigten sich mit dem Schloss, nahmen Fingerabdrücke von der Türklinke, Eva gab ihnen die Schlüssel und bald gingen alle in die Wohnung hinein.

- Können Sie sagen, was gestohlen wurde?

Sie ging durch die Wohnung und überzeugte sich, dass alle Bilder auf dem Platz waren, das Gold auch, das Geld - im Boschs Album - ist heil. Das einzige, was fehlte - dieses Paket mit den Bananen und die Wachsfrüchte.

- Das waren Kinder, - sagte der Älteste der gekommenen Milizmänner. - Wer hätte das gedacht? Werden Sie eine Erklärung abgeben? - Er lächelte.

- Nein, um Gottes Willen, sollen sie doch mit Vergnügen essen.

* * *

Das blaugelbe Auto fuhr fort. Es war erst fünf Uhr früh. Eva beruhigte sich, verschloss die Balkontür, zündete sich in der Küche eine Zigarette an und ihr fiel ein, dass Viehbichs Wohnung offen blieb. Was für ein Morgen! Irgendwelche Pakete, Räuber, die Miliz! Sie ging in Professors Wohnung zurück, wollte schon das Paket irgendwo im Zimmer, auf den Tisch, zum Beispiel, hinlegen, aber die Neugier nahm überhand. Sie wusste, dass sie nicht schön handelt, aber die Finger lösten von Selbst die Schnur, wickelten das feste Postpapier auf, und Eva erblickte eine gewöhnliche Videokassette. Sie wurde noch neugieriger. Sie schaltete den Videorecorder ein und legte die Videokassette hinein. Auf dem Bildschirm erschien im Großformat ein unangenehmes Insekt - entweder ein Grashüpfer oder eine Grille. Die Stimme hinter dem Bild sagte weich und gutmütig, wie im Märchen: “ Und diese junge Larve einer afrikanischen Heuschrecke wirft ihr Hemd ab...”

Eva schaltete den Videorekorder und den Fernseher aus, verpackte die Kassette, verband das Paket mit der Schnur und, es auf dem Tisch gelassen, ging sie aus Viehbichs Wohnung.

Zu sich zurückgegangen, nahm sie ein heißes Bad, aß zum Frühstück einen Apfel, ein Brötchen und Kaffee und, unter die Decke geschlüpft, schlief fest ein. Und sie träumte von einer afrikanischen Heuschrecke, die ein schwarzes Männerhemd abwarf, so eins, wie zuletzt Vadim trug.

* * *

Er kam, wie gewöhnlich, um sechs. Eva im schwarzen aus dichter Seide Kleid, das einer Palette ähnelte - so stark war es mit Farbe befleckt, - empfing ihn mit den Worten:

- Ich arbeite.

In Vadims ganzem Aussehen, eines dreißigjährigen Anwalts, hohen, hageren im hellen Regenmantel mit der nachlässig um den Hals geworfener seidener mit Ornament grau- rosa Schärpe, fühlte man irgendwelche stumme Frage.

- Entschuldige, dass ich mich nicht verabschiedet habe, aber du hast so schön geschlafen. Vadim, glaube, ich habe keine Zeit... Bei mir welken die Blumen, ich kann nicht... du verstehst doch?

Er ging ins Vorderzimmer ihr keine Aufmerksamkeit schenkend, dann ins Herz der Wohnung - in die Werkstatt, wo er sich auszog, den Regenmantel auf den Kleiderständer aufhängte, die Schärpe vorläufig in den Ärmel gesteckt, setzte sich auf den Stuhl und heftete seinen Blick auf das nicht vollendete Bild. Dann überführte er den Blick auf die Vase mit den roten Rosen: sie waren offen und verbreiteten süßes Aroma.

- Was hast du, Schlafstörungen? Warum gehst du gerade dann weg, wenn ich dich am liebsten sehen möchte... Ich wache auf, und ich habe das Gefühl, dass es dich auch nicht gegeben hat, dass ich dich nur ausgedacht habe, verstehst du?

Eva zauste ihn zart, wie sie nur konnte, an der Schulter und lächelte. Wie oft musste sie von den Männern diese Worte hören, und jetzt ist auch Vadim in die von ihr fast unbewusst ausgestellte Schlinge geraten. Ist hineingeraten und zappelt.

- Vadim, ich arbeite. - Plötzlich ertappte sie sich daran, dass sie mit ihm fast wie mit einem Kind spricht, welches sie bei der Erwachsenenbeschäftigung stört.

Und plötzlich geschah das, was sie gar nicht erwartete: Vadim fasste die Rosen - sie wusste, wie scharf die Dornen sind, aber er hat es sogar nicht bemerkt - und warf sie auf den Boden.

- Ich gehe, - sagte er, sich schnell umdrehend, und ging fast laufend zur Tür. - Ich bin fertig... kann nicht mehr...

Die Tür knallte. Eva begann die Rosen aufzuheben.

Sie erwartete Vadim gegen Nacht. Alle Behauptungen in der Frühe über die Nichtliebe verloren mit dem nähern der Dunkelheit ihre Bestimmtheit. Sie waren Liebhaber, und das bestimmte in vielem den Stil ihrer Verbindung.

Das Bild blieb so auch unvollendet, die Rosen schauten einsam in verschiedene Richtungen, und Eva schien es in der Dunkelheit, dass sie mit ihren dunklen Köpfchen schütteln, als ob sie ihr für ihre Herzlosigkeit Vorwürfe machen.

Als alle Fristen abliefen, und der Schlaf so auch nicht kam, trat sie, das Licht nicht einschaltend, ans Fenster und wich vor Schrecken zurück. Sie sah ein weißes Gesicht mit abwesenden Augen, die im Schein der nächtlichen Laterne glänzten. Sie schrie auf. Das Gesicht verschwand. Auf dem Balkon stand ein Mensch. Eva begab sich zum Telefon. Aber sie kam noch nicht bis zum Tisch, als die leichte Gardine sich bewegte, die Balkontür schlug mit Klirren an die Wand, und direkt vor ihr erschien eine Männersilhouette.

- Um Gottes Wille, haben Sie keine Angst, ich bin es, Gleb Borisowiztsch... Ich flehe Sie an, beruhigen Sie sich...

Eva schaltete das Licht an und sah den, wie Kreide, bleichen Professor Viehbach. Der zitterte selbst vor Angst, sein graues dünnes Haar war zerzaust, die Augen schauten traurig, der Anzug war mit Dreck bespritzt.

- Wir sind gerade von der Bahn. Stellen Sie sich vor, ich habe den Schlüssel verloren. Ich habe es irgendwie gefühlt, dass so etwas passiert. Ich wollte Sie, Eva, nicht stören, dachte, Sie schlafen schon. Da sah ich, die Leiter angestellt... apropos, wieso? - Er begann zu flüstern: - Haben Sie einen Gast?

- Niemanden habe ich, antwortete Eva Zorn erfüllt und fiel erschöpft in den Sessel. Sie war mit den Nerven am Ende. - Räuber haben sie rangestellt. Noch am Morgen.

Aber da hörte man auf dem Balkon wieder irgendwelche Laute, und Viehbich, wie aufgewacht, schlug sich gegen die Stirn:

- O, Gott, da ist doch Bernaar! Erlauben Sie auch ihm reinkommen, er redete mir ab, wollte mich zu sich ins Hotel führen, aber ich habe auf ihn nicht gehört.

Ins Zimmer kam ein riesiger Mann. Wahrscheinlich, saß der Anzug, den er trug, irgendwann gut auf ihm, aber jetzt sah er schrecklich aus - genau so, eigentlich, wie auch sein Besitzer.

- Wir bitten um Entschuldigung, - sagte der Unbekannte mit einem starken Akzent, und Eva, sich gefasst, dass vor ihr ein junger Mann steht, schlug sie die Mantelecken dichter übereinander.

Sind das alle? Oder ist da noch jemand? - fragte sie streng und kniff die Augen zusammen. Der Mensch mit dem Akzent schaute aufmerksam ihre tadellose Gesichtsform mit hohen Wangenknochen und etwas länglichen Schlitzen der dunklen Augen an. Eva fühlte sich wie ein kleines Mädchen, das schon längst schlafen sollte, aber es kann die Augen vom erwachsenen Mann nicht abwenden. Was für einen seltsamen Blick er hat - einen forschenden, ironischen und zugleich gebieterischen.

- Macht euch bekannt, das ist Eva. Und das - Bernaar. Er fährt morgen ab. Er ist für zwei Tage gekommen, brachte mir bei der Gelegenheit eine Kassette... Ach was! Ich schlage vor auszutrinken.

Eva, die Vadim so auch nicht erwartet hat, nickte schweigend

- Sie, Eva geben mir bitte den Schlüssel, und ich, bin gleich wieder da.

Gleb Borisowitsch nach dem gefährlichen Aufstieg mit der spröde Leiter auf die zweite Etage, erfreut durch so einen glücklichen Ausgang, fühlte sich dreißig Jahre jünger.

- Ich muss mich umziehe, - sagte Eva und erhob sich vom Sessel. Aber Bernaar hielt sie mit einer Geste an.

- Sie sind auch so schön, - sagte er in einem vertrauten Ton. - Sie sind hübsch, Eva.

- Wer sind Sie? Ein Engländer? Wer? ...

- Franzose. Ich habe hier noch ein wenig “ Bosole, aber jetzt werde ich Wodka trinken. Lieben Sie Wodka?

Sie wollte sagen, dass sie jetzt alles liebt, aber sie schwieg. Sie bemerkte auf Bernaars Ringfinger einen Ring und seufzte leise. In dem Ring befand sich ein ganzes Leben, voll Liebe, Kinderstimmen, Lachen, Sorgen und, vielleicht, Tränen... Wie lebt er, dieser Bernaar, und was will er hier, in Russland? Aber sie fragte ihn nicht darüber. Einige Minuten allein mit dem Gast verbrachte Eva wie im Traum. Sie wusste nicht, vorüber sie redeten. Sie schaute auf Bernaars offenes, hübsches, gleichmäßig gebräuntes Gesicht, schaute in seine blauen Augen, glitt mit dem Blick über seine rosa Lippen und verhallte beim Gedanke, dass so ein Mann sie küssen könnte. Oder war sie durch Warten auf Vadim noch nicht abgekühlt? Sie hat doch auf ihn gewartet, sie glaubte nicht, dass er nicht kommen konnte. Und was, wenn es gleich klingelt?

Bernaar nahm aus dem Paket, das auf unbestimmte Art auf dem Boden war, eine Flasche Wein heraus.

-„Bojole“, - sagte er und berührte, lächelnd, Evas Hand.

* * *

Sie ginge gegen Morgen.

- Wissen Sie was, - flüsterte Gleb Borisowitsch, bevor sie gingen, ihr verschwörerisch ins Ohr, - Sie haben Bernaar sehr gefallen.

- Wie kamen Sie denn darauf? - Wie im Nebel stellte sie die Teller aufs Regal und verstand nicht, was mit ihr geschieht. Nur vom Namen Bernaar wurde ihr unwohl.

- Ich sehe es, - antwortete Viehbich und, Evas kalte Hand freundschaftlich drückend, fügte er hinzu: - Schade, dass morgen... genauer, schon heute er fährt...

Sie wollte ihn über die afrikanische Heuschrecke, über die Kassette und über etwas noch für sie sehr wichtiges fragen, schwieg aber. Sie wusste, dass nach einigen Stunden der neue Tag beginnt, vielleicht endet der lange Regen, kommt die Sonne raus, Vadim kommt zu ihr und ihr Leben wird wieder im alten, nach streng begrenzten Prinzipien und Bedingtheiten Flussbett fließen.

* * *

Aber es ist eine Woche vergangen, und er erschien nicht. Eva arbeitete in der Werkstatt. Dünne Gummihandschuhe angezogen und die Pinsel zwischen die Finger gesteckt, begann sie sich Selbst zu malen. Auf dem Leinen sah sie ihr ganzes Leben, buntes und leichtes, wie die Flügel eines Schmetterlings, schweres und kompliziertes, wie ein unlogischer Alptraum. Die Gestalten, erscheinende auf dem Leinen, die am Anfang der Arbeit in bleich - grünen mit Rosa und gelben Tönen geplant waren, sättigten sich allmählich durch ein dickes, wie Venenblut Muster... Wenn sie ermüdet war, ging sie von Zeit zur Zeit in die Küche, trank eine Tasse Tee oder Kaffee aus, ruhte sich aus, danach kehrte sie zur Staffelei zurück.

Und am Donnerstagabend kam Rubin. So lange und frech konnte nur er klingeln. Laut, hastig, groß und ständig betrunken, erschütterte Rubin so ungefähr einmal im Monat ihr Leben. Er kam, erzählte, wie Moskau lebt, was auf dem Krimski Wall los ist, für wie viel bei der Versteigerung Schemjakin verkauft wurde, was für ein “Vogel” im Puschkin Museum seine Werke ausstellt, wer sich aufgehängt hat, geheiratet hat, oder geboren ist. Lud sich zu vergnügen in die “ Keller” ein, wo er ein und ausging. Man redete in Moskau, dass Rubin seinen eigenen “ Keller “ besitzt, wohin Fremde keinen Zugang haben. Dahin brachte er die Sammler und verkaufte nach Gewicht verschiedenen Kram, Reste des sozialistischen Realismus: rotwangige Melkerinnen, gebräunte Traktoristinnen, großbrüstige Mutterheldinnen, Landschaften der Volksabgeordneten - alles floss langsam nach Deutschland, in die Staaten nach Belgien, Frankreich... man sagte auch dass er die wertvollen Bilder aus den Vorratskammern der Provinzmuseen zusammenkauft, aber Rubin nahm die Sache immer scherzhaft und sagte, dass in diesen Vorratskammern nichts mehr zu holen ist - “nur Pilz und die Farbe lagern sich ab. Inzwischen sind aus Russland zwei Bilder von Repin verschwunden. Eva wollte nicht denken, dass es Rubins Arbeit sei, aber sie regte sich aus irgendwelchem Grund auf.

- Na, Vögelchen? - Er trat laut ins Vorderzimmer und stellte die Tasche auf den Boden, in der etwas klirrte. - Wieder allein? Was hast du mit deinem Anwalt gemacht?

Rubins lange Locken waren dick mit Gel geschmiert und schienen Nass zu sein. Grischa trug die teuerste Kleidung, einfache und bequeme, welche einigermaßen seinen schweren unbeweglichen Körper veredelte. Er duftete immer nach gutem Parfüm, und er trank ausschließlich französischen Kognak - und in riesigen Mengen. Zu Eva kam er um sich auszusprechen. Redete ihr ein, ihm die Bilder zu verkaufen, aber sie sagte jedes Mal ab.

- Ich muss dir was beichten, - sagte er und ging sofort in die Werkstatt. - Wir waren vor kurzem hier in der Nähe, hatten keine Vorspeise, angeheitert, weißt schon selbst, mit einem Wort, brach Gorochow Slavka bei dir ein... hier sind deine Bananen. Und jenen Dreck haben wir zerknabbert, zerkrümelt, wir wussten nicht, dass es Stearinäpfel waren... - Er nahm aus der Tasche Bananen, Bierflaschen und ein Päckchen Milch. - Dir. Ich weiß, dass du liebst. Du bist doch nicht normal, ihr Maler, seit doch alle,

Bescheuert.

- Und ich hatte die Miliz gerufen, bin vor Schreck fast gestorben. - Sie umarmte Grischa und küsste ihn auf die Wange. - Dummköpfe, was kann ich noch sagen.

- Du änderst dich nicht, solange ich dich kenne... Schau doch, wie siehst du aus! Eine gehende Leiche! Und das Kleid? Hast du vor, dich in ihm trauen zu lassen? Es verrecken ja die Mäuse in der Kirche. Bist völlig in Farbe, sogar die Haare... Jetzt sag mir mal, welche Farbe haben deine Haare?

- Wie welche? Graubraun- himbeerfarbig!

- ein Dummkopf bist du, Eva, sie sind doch bei dir hell, wie der sonnige Tag in Astrachan.

- Spinnst wieder! - Sie lachte. - Noch immer so lustig.

- Und wann hast du den Boden gewaschen?

- Heute am Morgen, was willst du damit andeuten?

- Das Vögelchen, dass es mir angenehm in schmutzigen staubigen Schuhen in deiner sauberen Wohnung zu spazieren ist. Schon gut. Und jetzt im Ernst. Es gibt einen Sammler, mein Freund, ist gestern aus den Staaten gekommen. Er sucht dich, jemand hat ihm von dir erzählt. Kannst dich noch erinnern, du hast Leo Dranizin“ Drei Launen “ geschenkt hast? Er sah es. Jetzt sucht er dich.

- Ich hoffe, du hast ihm doch meine Adresse nicht gegeben?

- Nein, aber ich kann, empfehle se nur.

Sie schüttelte mit dem Kopf.

- Und ich, eigentlich, bin nach dir. Fahren wir doch zur Barrikadnaja, da haben sich alle versammelt - und Leo, und Gorochow, und Tanja Smechowa mit Kaplja... das Volk will dich. Heute hat ein Neuer, du kennst ihn nicht, Marfuta heißt er, ein Bild verkauft, für gutes Geld... Fahren wir doch...

Sie hat sich noch nicht entschieden, aber Grischa half ihr schon die Handschuhe auszuziehen.

- Den Kopf wasche nicht, die Haare trocknen nicht mehr. Hast was anzuziehen?

- Wie immer - Jens, Grischa.

- Bist auch blöd. Zieh dich an.

In der Barrikadnaja Straße, in einem verlassenen Haus, befand sich ein Keller. Das war ihr Keller. Da begann zu einer bestimmten Zeit auch Eva. Sie gingen da wochenlang nicht raus. Sie stritten bis zum heiser werden, arbeiteten auch, wie in einem Studio, luden aus ZDL Dichter, Prosaiker ein, hörten sich Barden an, tranken Wein, rauchten was sie in die Hände bekamen... Es schien, das war im vergangenen Leben. Sie hatte Glück, dass ihr erster Mann diese riesige Wohnung ihr hinterlassen hat, ohne die sie sich das Leben jetzt gar nicht vorstellt. Nick Anochin - Nikolai, Kolja, ihr erster Mann, ist nach Deutschland gefahren. Auf immer. Verlies die Malkunst, beschäftigt sich mit der Reparatur der Sanitärtechnik, lebt “ gut, wie er im letzten Brief schrieb. Lächerlich geheiratet, lächerlich gelebt, sich lächerlich geschieden, und haben auch einen lächerlichen Briefwechsel.

Jetzt aber hat sich der Keller verändert. Man hat ihn renoviert - die jüngste Generation, auf zehn Jahre jüngere. Das Volk glaubt nicht, dass dieses Haus irgendwann abgerissen wird. Von den langhaarigen Jungs und Mädchen ist keine Spur mehr. Man verbringt, also, die Zeit, unterhält sich friedlich, trinkt ruhig, spricht, singt, stirbt manchmal. Alles wurde irgendwie stiller und dumpfer aber nicht ruhiger. Das Thema des Seelenverkaufs verlässt nicht die Tagesordnung. Aber daran hat man sich schon gewöhnt, zu solchen wie Eva, nicht völlig gefallenen, verhalten sie sich leidlich. “ Willst dich nicht “ verkaufen, dann nicht. Es werden sich schon andere finden. Es kommen Ausländer vor. Nach russischem Wodka lächeln sie, geben groszügig Geld für Vorspeisen aus.

Man hat sie erkannt, aber, hätte sie, vielleicht, auch nicht bemerkt, wenn nicht der helle, wie ein Osterei, Grischa. Man setzte sie auf den Hocker, brachte Wein und Käse. Es roch nach feuchtem Putz durch das ständige Regnen, nach Rauch, Fisch, Terpentin, Petroleum und weiß Gott noch nach was. Eine Mischung von Gerüchen, Gesichter, Stimmen, farbigen Flecken. Tanja Smechowa, eine korpulente, einer Kaufmannsfrau ähnlich, gebar voriges Jahr ein Mädchen, gab es den Eltern zur Erziehung und kehrte in den Keller zurück. Solid, hübsch, teuer, wie eine Matrjoschka auf dem Arbat. Man sagt, sie beschäftigt sich jetzt mit Bernstein. Sie betet Grischa an, der ihr Käufer besorgt.

Schon irgendwie nach einer Stunde begriff Eva, dass sie umsonst hierher zu kommen einwilligte. Als irgendwelcher Barde sehr laut über Russland, über Russland und noch Mal über Russland sang, - machte sie sich unbemerkt in die frische Luft. Es war schon dunkel. Sie schleppte sich zur U - Bahn, fuhr einige Stationen, ging aus dem Wagen, und ihr schien, dass vor ihr auf der Rolltreppe... Bernaar steht. Zu laufen war keine Kraft, sie schaute, wie er immer höher und höher hinaufging, und ihr schien, dass sie ihn nie nachholt. Aber als sie hochkamen und zum Ausgang gingen, drehte sich “ Bernaar “ zu ihr um und blinzelte ihr zu. Das war nicht er.

Sich ihrem Haus nähernd, bemerkte sie im Gras zwischen den Bäumen die Leiter und verjagte den Gedanken über Bernaar.

Vor dem Eingang sah sie Vadim.

- Wartest du schon lange? - fragte sie so, als ob sie sich höchstens ein Tag nicht sah.

- Ach nein, nicht lange. Sie stiegen hoch, und vor der Tür umarmte sie Vadim. Sie standen lange. Schwiegen.

- Komm, ich gebe dir Tee. - Sie schloss die Tür auf und ließ ihn in die Wohnung hinein.

Im Vorzimmer stützte sie sich auf seine Hand und verstand, fühlte, dass auf diese vertrauliche Geste er die ganze Woche gewartet hat. Er hob sie hoch, die

- ermüdete leichte, brachte sie ins Schlafzimmer und begann sie auszuziehen, das Licht nicht einschaltend.

- Fandest auch wohin zu gehen, - sprach er weich wie mit sich selbst, ihr den Sweater ausziehend und ihre Schuhe aufschnürend. - In den Keller... bist du klein, oder was?

- Und woher weißt du das?

- Ich weiß alles. Irgendwelche Franzosen rufen sie an...

Eva erstarrte und fasste seine Hände.

- Wer? Wer rief an? Woher weißt du das?

Er schaltete das Licht ein, setzte sich aufs Bett und riss die Schärpe vom Hals.

- Ich kam zu dir, ich habe doch einen Schlüssel. Es klingelte das Telefon. Da habe ich den Hörer hochgehoben. Er heißt Bernaar. Bernaar Juwe.

- Ist er etwa in Moskau? - Sie fasste Bernaar an den Schultern. - Also! Sprich!

- Er rief aus Paris an. Sagte, dass er um drei Stunden wieder anruft. Um ein Uhr nachts. Ist das dein neuer Käufer?

Eva antwortete nichts. Woher nahm er ihre Telefonnummer? Von Viehbich? Man muss ihm eine gute Flasche Wein kaufe.

Sie schloss die Augen. Im Bett, in Vadims Armen, vergaß sie sich auf eine Zeit. Und, sogar als das Telefon klingelte, öffnete sie die Augen nicht, sondern drückte sich näher an Vadims heiße Schulter und sank in wonniges Schlummern. Was hat sie mit dem Franzosen, der so weit ist und mit dem sie nichts verbindet. Sie konnten sogar nicht richtig sprechen, sahen nur den ganzen Abend einander an. Am meisten gefiel Eva, dass Viehbich Bernaar nicht einmal erwähnte, dass Eva Malerin ist, schleppte ihn nicht in die Werkstatt die Bilder zu zeigen. Bernaar empfing sie wie eine einfache Frau, und das war für sie das wichtigste.

Es vergingen noch einige Tage, und Eva begriff, dass Bernaars Anruf - ein Anruf der Neugier - ein Zufall war, wie zufällig auch ihre Begegnung war. Aber sie wollte Gleb Borisowitsch sehen, um ein übriges Mal über Bernaar zu sprechen. Woher sie mit dem Elektrozug fuhren und wozu mussten sie zu ihr auf den Balkon klettern? Als sie Viehbich diese Frage stellte, lachte der Professor.

- Wir waren auf der Rückkehr von meiner Datscha. Ich, alter Esel, verlor da meinen Schlüssel... Wir verspäteten uns auf den acht Uhr Zug und sind erst mit dem letzten Zug gefahren. Sich dem Haus nähernd, bemerkten wir die Leiter, und da wir ziemlich angeheitert waren, da schien es uns, dass wir brauchen nur auf ihren Balkon kommen, und von da die Leiter hochziehen, sie auf meinen stellen, und ich klettere in meine Wohnung einfach durch das Luftfenster, gut, dass es bei mir groß ist. Aber schon auf der Leiter ernüchterte ich. Die zweite Etage, wie es sich herausstellte, war für mich schon zu hoch. Bernaar redete mir ab, schlug vor zu ihm ins Hotel zu fahren und da übernachten, aber ich bin doch stur...

- Und was ist das für eine Kassette, die er für Jelena Dmitrijewna gelassen hat?

- Die hat er ihr zuerst gelassen? Jetzt ist es klar... und er rief mich auf der Datscha an und fragte, ob ich sie bekommen habe. Ich, antwortete, selbstverständlich, dass nicht. Und dann haben wir uns abgesprochen, um zu sprechen, auf dem Bahnhof zu treffen, diese Kassette hat mir mein Kollege aus Sibirien zurückgegeben, sein Freund Clod Peyrar. Er schreibt eine Arbeit über die Heuschrecken... Aber, das ist ihnen, Eva, uninteressant. Mit einem Wort, wir trafen uns, er sprach über die Nachbarin, aber ich dachte, dass es sie sind... und weiter ist ihnen schon bekannt. Wir fuhren zu mir zur Datscha, aßen zu Mittag, tranken aus... Gestehen Sie, Sie sind doch nicht deswegen gekommen?

Eva zuckte mit den Schultern. Sie war schwer in Verlegenheit zu bringen.

- Hat er Sie angerufen?

- Ich weiß nicht, vielleicht... eines Abends, als ich von Besuch nach Hause kam, klingelte das Telefon wie verrückt, aber, als ich heranging, war es zu spät... wieso haben Sie ihm meine Nummer gegeben?

- Er bat mich, und ich konnte ihm nicht absagen.

- Wer ist er? Was macht er? Erzählen Sie mir über ihn, Gleb Borisowitsch.

- Wahrscheinlich, ist er Mathematiker, ich war bei ihm zu Hause, in Paris, er wohnt in der Nähe des Hotels Place de la Vosges.

- Und was macht er in Moskau?

- Besucht Freunde, erholt sich. Ihm gefällt Russland. Meiner Meinung nach, ist er ein halber Russe. Ich dachte, sie hatten Zeit darüber zu sprechen, solange ich nach dem Schnaps ging... Erinnern Sie sich, ich habe euch ganze zwanzig Minuten gegeben!

- Umsonst. Jeder von uns lebt sein eigenes Leben. Er ist verheiratet...

- Das hat nichts zu sagen. Außerdem habe ich seine Frau nie gesehen. Ich glaube, sie leben jeder für sich. Aber ich rate Ihnen im nächsten Mal ans Telefon zu laufen... Meiner Meinung nach, denkt Bernaar an sie.

Eva verließ bedrückt Professors Wohnung. Sie erfuhr das wichtigste - Bernaar ist verheiratet. Und was geht er sie überhaupt, an! Er ist fort gefahren - und gut. Sie hat Vadim.

Am Abend kam wieder Grischa Rubin zu ihr.

- Hör zu, er ist da unten, - sagte er ernst, und man sah es, dass er nüchtern war, wie nie.

Eva, die Pinsel auf ihn gerichtet, eingepresst zwischen den Fingern, zuckte erstaunt mit den Schultern. Sie sah äußerst erschöpft aus, in diesen Tagen malte es sich gut, sie vergaß sogar zu essen.

- Der Sammler, von dem ich dir sagte.

- Ich brauche keine Sammler. Ich habe nicht vor meine Bilder zu verkaufen.

- Und wozu, zum Teufel, malst du sie? Um sie deinen Freunden - Alkoholikern, wie Dranizin, zu verschenken? Weißt du, für wie viel Dollar er deine “ Launen “ verkauft hat?

Eva stöhnte auf.

- Du sagst mir das absichtlich... Er konnte es nicht.

- Du lebst in einem geschlossenen Raum, eigentlich, lebst sogar nicht, sondern vegetierst... was siehst du, außer deiner stinkigen Werkstatt? Verkaufe ungefähr zehn Bilder, schau dir die Welt an, arbeite ein wenig in Frankreich, in der Schweiz, und was hast du gegen ein Turne nach Holland? Du bist eine junge Frau, hast einen wahnsinnigen Erfolg bei den Männern, lebst aber, wie eine Nonne! Auf wen wartest du? Was erwartest du? Was wünschst du dir, eine Ausstellung in der Tretjakowgallerie, im Russischen, in Puschkinski? Was willst du überhaupt? Du kannst nur heute Abend so viel verdienen, dass dieses Geld um auf dem Krimski Wall im Laufe von fünf Jahren ausgestellt zu werden reicht!

- Schrei nicht auf mich! Wie verstehst du es nicht, dass es mir schwer fällt sich von meinen Werken zu trennen. Mir ist es schwer.

- Muss man denn unbedingt hungere, um sich zu so was zu entscheiden? Eigene Bilder verkaufen - das ist normal. Ich gebe dir fünf Minuten.

- Woher hast du die Zuversicht, dass dein Sammler bei mir unbedingt was kauft?

- Er sah deine Werke.

- Das ist nicht wahr.

- Ich habe sie damals fotografiert. Ich bin hier mit der Leiter eingestiegen. Und das Gitter an den Fenstern vor zwei Monaten habe auch ich weggenommen. Es steht in meiner Garage. Kannst mich totschlagen. Aber die Intuition und Erfahrung sagen mir, dass du anders leben musst. Jeden Winter fährst du in fremde Datscha, um die Landschaft zu malen, als ob du deine eigene Datscha nicht haben kannst... du kannst einfach dich selbst nicht einschätzen. Wach auf, schüttele mit deinem Kopf, komm zur Besinnung, erinnere dich, dass du eine Frau bist... Verlass deinen Anwalt. Er, im Gegenteil zu dir, ist nichts... das Geld, das er dir gibt, kannst du in fünf Minuten verdienen... Eva, ich verspreche dir, dass, wenn du jetzt absagst, setze ich keinen Fuß mehr über deine Schwelle. Entscheide dich.

Es wurde sehr still. Eva hörte Grischas schweres Atmen, er wurde ganz nass, sie an ihrer falschen Lebensart überzeugend, und machte sich kaum Sorgen um seine Prozente. Sie kennt Grischa schon lange: vieles macht er für die Seele. Und auch jetzt ist er nur wegen ihr gekommen. Nüchtern.

- Schau mal, habe ich keine Farbe im Gesicht- Sie näherte sich ihm und küsste ihn auf die Wange. Eine ungewöhnliche Leichtigkeit erfasste sie, als sie sich plötzlich vorstellte, wie heftig sich ihr Leben verändern kann. Der trügerische Wind der Veränderungen berührte ihr Gesicht. - Gut, Ruf deinen Sammler, - atmete sie aus. - Letztendlich, muss ich meine Werkstatt entleere. Es hat sich schon so viel angesammelt, und ich male und male...

* * *

Der Sammler heißt Maykl Roberts. Er konnte kein einziges Wort russisch. Sie sprachen mit Grischas Hilfe. Kaum trat der magere hellhaarige Amerikaner in die Werkstatt herein, begriff Eva sofort - er weiß, was er sucht. Die Wahl war gemacht, er blieb an “ Gelbe Blumen, das im Surrealistischen Stil gemalt war, stehen.

Grischa führte Eva in die Küche hinaus.

- Ich verstehe nicht: nimmt er nur ein Bild? Du hast doch von allen gesprochen? Du hast mich gefoppt? Für ein Paar Dollar hast du mich eine halbe Stunde lang gequält!

- Ruhig, Vögelchen. Ich habe dir so eine Werbung gemacht, dass deine “ Gelbe Blumen” gleich für fünftausend Dollar weggehen. Der Preis passt dir doch?

Sie öffnete weit die Augen: fünftausend Dollar!

- Passt. Zehn Prozent - dir...

- Keine Prozente. Er zahlt sechstausend, dir fünf, mir eine. Und das Gitter auf die Fenster geht auf mich. Und du fährst in einer Woche von hier weg, passt? Wohin du willst, nutze den Moment aus... - Grischa war aufgeregt, der Schweiß rollte wie Perlen über sein rundes volles Gesicht.

Sie gingen fort, nahmen das Bild mit sich. Eva fühlte, dass sie etwas verlor ihr tat es sogar ein wenig weh, aber in der Küche, auf dem Tisch, lagen fünftausend Dollar.

Es klingelte. Sie nahm den Hörer hoch.

- Eva? - hörte sie die bekannte Stimme mit Akzent. Ich will Sie sehen. Das ist Bernaar, haben Sie mich erkannt?

- Erkannt.

- Ich habe Sie angerufen, waren Sie nicht zu Hause?

- Ja. Wo sind Sie?

- Sagen Sie “ ja “ und ich bestelle hier, in Paris, für Sie ein Flugticket. Sie werden es nur im Flughafen abholen müssen. Ich will, dass Sie zu mir zu Gast kommen. Schreiben Sie meine Telefonnummer auf! 40 74 03 54. Warum schweigen Sie? Was ist mit ihrem Telefon?