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Phaedrus

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Beschreibung

Die "Fabeln" des Phaedrus stellen eine der bedeutendsten Sammlungen lateinischer Fabeldichtung dar und nehmen in der antiken Literatur eine herausragende Stellung ein. Phaedrus, der vermutlich im ersten Jahrhundert nach Christus lebte und aus dem griechischen Makedonien stammte, adaptierte die ursprünglich von Äsop überlieferten griechischen Fabeln für ein römisches Publikum und schuf dabei eine eigenständige literarische Form. Die Fabeln zeichnen sich durch ihre klare, knappe Sprache und ihren moralisierenden Charakter aus. Sie schildern in kurzen, prägnanten Episoden das Verhalten von Tieren, die menschliche Eigenschaften verkörpern. Die Tierfiguren dienen als Spiegelbild menschlicher Schwächen und Tugenden; in pointierten Schilderungen werden Themen wie Gier, Hochmut, List, Ungerechtigkeit und Machtmissbrauch behandelt. Durch die Verschlüsselung gesellschaftlicher und politischer Kritik in Tiergeschichten konnte Phaedrus in einer Zeit starker Zensur dennoch Missstände anprangern und zeitlose Lebensweisheiten vermitteln. Die Fabeln sind nach einem festen Aufbau gestaltet: Zunächst wird die Handlung vorgestellt, oft folgt ein überraschender Wendepunkt, und abschließend wird eine moralische Lehre gezogen. Dieses Konzept der exemplarischen Belehrung wirkt bis in die Gegenwart fort und beeinflusste maßgeblich die spätere europäische Fabeltradition, etwa bei Jean de La Fontaine oder Gotthold Ephraim Lessing. Die Relevanz von Phaedrus' Werk liegt in der universellen Gültigkeit seiner Aussagen über menschliches Verhalten. In einer Zeit gesellschaftlicher und politischer Umbrüche bieten seine Fabeln auch heute noch Orientierung, indem sie zur Reflexion über Moral, Gerechtigkeit und das Zusammenleben anregen. Das Vermächtnis des Buches besteht in seiner Fähigkeit, grundlegende Fragen des menschlichen Handelns zeitlos und prägnant zu formulieren und die Leser zu einer kritischen Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt zu ermutigen. Diese Übersetzung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Phaedrus

Fabeln

Antike Fabeln mit Tierfiguren und Moral, erstmals als Prosaübersetzung zugänglich gemacht
Neu übersetzt Verlag, 2025 Kontakt:

Inhaltsverzeichnis

BUCH I
Fabel I. DER WOLF UND DAS LAMM
Fabel II. DIE FRÖSCHE SUCHEN EINEN KÖNIG
Fabel III. DIE EITLE Dohlen und der Pfau
Fabel IV. DER HUND, DER FLEISCH ÜBER DEN FLUSS TRÄGT
Fabel V. DIE KUH, DIE ZIEGE, DAS SCHAF UND DER LÖWE
Fabel VI. DIE FRÖSCHE BESCHWERDEN SICH ÜBER DIE SONNE
Fabel VII. DER FUCHS UND DIE TRAGISCHE MASKE
Fabel VIII. DER WOLF UND DER KRANICH
Fabel IX. DER SPATZ UND DER HASE
Fabel X. DER WOLF, DER FUCHS UND DER AFFE
Fabel XI. DER ESEL UND DER LÖWE AUF DER JAGD
Fabel XII. DER HIRSCH AM BACH
Fabel XIII. DER FUCHS UND DER RABE
Fabel XIV. DER SCHUHMACHER, DER ARZT WURDE
Fabel XV. DER ESEL UND DER ALTE HIRTE
Fabel XVI. DER HIRSCH, DAS SCHAF UND DER WOLF
Fabel XVII. DAS SCHAF, DER HUND UND DER WOLF
Fabel XVIII. DIE FRAU IN DEN WEHEN
Fabel XIX. DIE HÜNDIN UND IHRE WELPEN
Fabel XX. DIE HUNGRIGEN HUNDE
Fabel XXI. DER ALTE LÖWE, DER WILDSCHWEIN, DER STIER UND DER ESEL
Fabel XXII. DER MENSCH UND DER WESEL
Fabel XXIII. DER TREUE HUND
Fabel XXIV. DER FROSCH UND DER OCHSE
Fabel XXV. DER HUND UND DAS KROKODIL
Fabel XXVI. DER FUCHS UND DER STORCH
Fabel XXVII. DER HUND, DER SCHATZ UND DER GEIHER
Fabel XXVIII. DIE FÜCHSIN UND DER ADLER
Fabel XXIX. DER ESEL, DER SICH ÜBER DEN WILDSCHWEIN AUSLÄST
Fabel XXX. DIE FRÖSCHE, DIE SICH VOR DER SCHLACHT DER BÖRSEN FÜRCHTEN
Fabel XXXI. DER MILAN UND DIE TAUBEN
BUCH II
Der Prolog
Fabel I. DER LÖWE, DER RÄUBER UND DER REISENDE
Fabel II. DIE ZWEI FRAUEN UNTERSCHIEDLICHEN ALTERS, DIE VON EINEM MANN MIT MITTLEREM ALTER GELIEBT WURDEN
Fabel III. DER MANN UND DER HUND
Fabel IV. DER ADLER, DIE KATZE UND DIE WILDE SAU
Fabel V. CÆSAR ZUM KAMMERHERRN
Fabel VI. DER ADLER, DIE KRÄHE UND DIE SCHILDKRÖTE
Fabel VII. DIE MAULTIERE UND DIE RÄUBER
Fabel VIII. DER HIRSCH UND DIE OCHSEN
Der Epilog
BUCH III
Der Prolog. An Eutychus
Fabel I. DIE ALTE FRAU UND DER FASS
Fabel II. DER PANTHER UND DER HIRTE
Fabel III. ÄSOP UND DER BAUER
Fabel IV. DER SCHAFSCHAFTER UND DER AFFE
Fabel V. ÄSOP UND DER UNHÖFLICHE MANN
Fabel VI. DIE FLIEGE UND DER MAULESEL
Fabel VII. DER HUND UND DER WOLF
Fabel VIII. DER BRUDER UND DIE SCHWESTER
Fabel IX. SOKRATES ZU SEINEN FREUNDEN
Fabel X. DER DICHTER ÜBER DEN GLAUBEN UND DEN UNGLAUBEN
Fabel XI. DER EUNUCH ZUM BESCHIMPFENDEN MANN
Fabel XII. DER HAHN UND DIE PERLE
Fabel XIII. DIE BIENEN UND DIE TRÄGER, DIE WESPEN ALS RICHTER
Fabel XIV. ÄSOP BEIM SPIELEN
Fabel XV. DER HUND ZUM LAMM
Fabel XVI. DIE GRASHÜPFER UND DIE EULEN
Fabel XVII. DIE BÄUME UNTER DEM SCHUTZ DER GÖTTER
Fabel XVIII. DER PAUNAUCH ZU JUNO
Fabel XIX. ÄSOPS ANTWORT AN DEN NEUGIERIGEN MANN
Epilog.
BUCH IV
Prolog. An Particulo
Fabel I. DER ESEL UND DIE PRIESTER DER CYBELE
Fabel II. DER WIESEL UND DIE MÄUSE
Fabel III. DIE FÜCHSIN UND DIE TRAUBEN
Fabel IV. DAS PFERD UND DER WILDSCHWEIN
Fabel V. ÄSOP INTERPRETIERT EIN TESTAMENT
Fabel VI. DER KAMPF DER MÄUSE UND DER WIESEL
Fabel VII. DIE VERTEIDIGUNG DES DICHTERS GEGEN DIE KRITIKER SEINER FABELN
Fabel VIII. DIE VIPER UND DIE FEILE
Fabel IX. DER FUCHS UND DER ZIEGE
Fabel X. VON DEN LASTERN DER MENSCHEN
Fabel XI. EIN DIEB PLÜNDERT DEN ALTAR DES JUPITER
Fabel XII. DIE ÜBEL DES REICHS. Herkules und Plutus
Fabel XIII. DER REGIERENDE LÖWE
Fabel XIV. PROMETHEUS
Fabel XV. DIE ZIEGEN UND IHRE BÄRTE
Fabel XVI. DER LOTSE UND DIE SEEMÄNNER
Fabel XVII. DIE BOTSCHAFT DER HUNDE AN JUPITER
Fabel XVIII. DER MENSCH UND DIE SCHLANGE
Fabel XIX. DIE FÜCHSIN UND DER DRACHE
Fabel XX. PHÆDRUS
Fabel XXI. DER SCHIFFBRUCH DES SIMONIDES
Fabel XXII. DER BERGE IN WEHEN
Fabel XXIII. DIE AMEISE UND DIE FLIEGE
Fabel XXIV. SIMONIDES VON DEN GÖTTERN GERETTET
Epilog
BUCH V
Prolog
Fabel I. DEMETRIUS UND MENANDER
Fabel II. DIE REISENDEN UND DER RÄUBER
Fabel III. DER GLATZKOPF UND DIE FLIEGE
Fabel IV. DER MENSCH UND DER ESEL
Fabel V. DER NARR UND DER BAUERNJUNG
Fabel VI. DIE ZWEI GLATZKÖPFE
Fabel VII. PRINCEPS, DER FLÖTENSÄNGER
Fabel VIII. DAS SYMBOL DER GELEGENHEIT
Fabel IX. DER STIER UND DAS KALB
Fabel X. DER JÄGER UND DER HUND
DIE NEUEN FABELN, VON EINIGEN, DIE PHÆDRUS ZUGESCHRIEBEN WERDEN
Fabel I. DER AFFE UND DER FUCHS
Fabel II. DER AUTOR
Fabel III. MERKUR UND DIE ZWEI FRAUEN
Fabel IV. PROMETHEUS UND DIE LIST
Fabel V. DER AUTOR
Fabel VI. DIE BEDEUTUNG DER STRAFEN IM TARTARUS
Fabel VII. DER AUTOR
Fabel VIII. ÄSOP UND DER AUTOR
Fabel IX. POMPEIUS MAGNUS UND SEIN SOLDAT
Fabel X. JUNO, VENUS UND DIE HÜHNER
Fabel XI. DER VATER EINER FAMILIE UND ÄSOP
Fabel XII. DER PHILOSOPH UND DER SIEGER IN DEN GYMNASTIKWETTKÄMPFEN
Fabel XIII. DER ESEL UND DIE LEYRE
Fabel XIV. DIE WITWE UND DER SOLDAT
Fabel XV. DER REICHE FREIER UND DER ARME
Fabel XVI. ÄSOP UND SEINE HERRIN
Fabel XVII. EIN HAHN, DER VON KATZEN IN EINER SITZSTUHLTRAGE GETRAGEN WIRD
Fabel XVIII. DIE SAU UND DER WOLF
Fabel XIX. DER FLÜCHTIGE SKLAVE UND ÄSOP
Fabel XX. DER FÜR DIE MÜHLE VERKAUFTE WAGENPFERD
Fabel XXI. DER HUNGRIGE BÄR
Fabel XXII. DER REISENDE UND DER RABE
Fabel XXIII. DER HIRTE UND DIE ZIEGE
Fabel XXIV. DIE SCHLANGE UND DIE EIDESSCHLANGE
Fabel XXV. DIE KRÄHE UND DAS SCHAF
Fabel XXVI. DER DIENER UND DER HERR
Fabel XXVII. DER HASE UND DER HIRTE
Fabel XXVIII. DER JUNGE MANN UND DIE HURE
Fabel XXIX. DER BIBER
Fabel XXX. DER SCHMETTERLING UND DIE WESPE
Fabel XXXI. DIE SCHWALBE UND DER FÜCHS
Fabel XXXII. DER EPILOG
ÄSOPISCHE FABELN. DER AUTOR IST UNBEKANNT
Fabel I. DER KRANKE MILAN
Fabel II. DIE DES LEBENS MÜDEN HÄHNE
Fabel III. JUPITER UND DER FUCHS
Fabel IV. DER LÖWE UND DIE MAUS
Fabel V. DER MANN UND DIE BÄUME
Fabel VI. DIE MAUS UND DER FROSCH
Fabel VII. DIE ZWEI HAHNEN UND DER HABICHT
Fabel VIII. DIE SCHNECKE UND DER AFFE
Fabel IX. DIE STADTMAUS UND DIE LANDMAUS
Fabel X. DER ESEL, DER SEINEM HERRN SCHMÖKERT
Fabel XI. DER KRANICH, DIE KRÄHE UND DER BAUERNJUNGE
Fabel XII. DIE VÖGEL UND DIE SCHWALBE
Fabel XIII. DIE REHE UND DER FUCHS
Fabel XIV. DER ESEL, DER OCHSE UND DIE VÖGEL
Fabel XV. DER LÖWE UND DER HIRTE
Fabel XVI. DIE MÜCKE UND DER STIER
Fabel XVII. DAS PFERD UND DER ESEL
Fabel XVIII. DIE VÖGEL, DIE TIERE UND DIE FLIEGE
Fabel XIX. DIE NACHTIGALL, DER FALKE UND DER VOGELFÄNGER
Fabel XX. DER WOLF, DER FUCHS UND DER HIRTE
Fabel XXI. DAS SCHAF UND DIE WÖLFE
Fabel XXII. DER AFFE UND DER FUCHS
Fabel XXIII. DER WOLF, DER HIRTE UND DER JÄGER
Fabel XXIV. DER WAHRHAFTE MANN, DER LÜGNER UND DIE AFFEN
Fabel XXV. DER MANN UND DER LÖWE
Fabel XXVI. DER STORCH, DIE GANS UND DER FALKE
Fabel XXVII. DAS SCHAF UND DIE KRÄHE
Fabel XXVIII. DIE AMEISE UND DIE GRASSHOPPER
Fabel XXIX. DAS PFERD UND DER ESEL
Fabel XXX. DER ALTE LÖWE UND DER FÜCHS
Fabel XXXI. DAS KAMEL UND DIE FLOH
Fabel XXXII. DIE ZIEGE UND DER WOLF
Fabel XXXIII. DER ARME MANN UND DIE SCHLANGE
Fabel XXXIV. DER ADLER UND DER MILAN

BUCH I.

Inhaltsverzeichnis

Fabel I. DER WOLF UND DAS LAMM.

Inhaltsverzeichnis

Ein Wolf und ein Lamm kamen, weil sie durstig waren, zum selben Bach; der Wolf stand oben, das Lamm in einiger Entfernung unten. Dann erfand der Raubtier, getrieben von seinem hungrigen Magen, einen Vorwand für einen Streit. „Warum“, sagte er, „hast du mir das Wasser trüb gemacht, während ich trinke?“ Das Lamm antwortete zitternd: „Bitte, Wolf, wie könnte ich das tun, was du mir vorwirfst? Das Wasser fließt doch von dir zu mir hinunter, wo ich trinke.“ Der andere, durch die Kraft der Wahrheit verwirrt, rief aus: „Vor sechs Monaten hast du mich verleumdet.“ „Wirklich“, antwortete das Lamm, „damals war ich noch nicht geboren.“ „Bei Herkules“, sagte der Wolf, „dann hat dein Vater mich verleumdet“, und so packte er ihn, riss ihn in Stücke und tötete ihn ungerecht.

Diese Fabel gilt für Leute, die unter falschen Vorwänden Unschuldige unterdrücken.

Fabel II. DIE FRÖSCHE SUCHEN EINEN KÖNIG.

Inhaltsverzeichnis

Als Athen1 unter gerechten Gesetzen blühte, brachte zügellose Freiheit die Stadt in Unruhe, und die alten Regeln wurden laxer. Daraufhin verschworen sich die Anhänger verschiedener Fraktionen, und der Tyrann2 Pisistratus2 eroberte die Zitadelle. Als die Athener über ihre traurige Knechtschaft klagten (nicht weil er grausam war, sondern weil jede Last für diejenigen, die sie nicht gewohnt sind, schwer ist) und zu murren begannen, erzählte Äsop eine Fabel mit folgendem Inhalt:

„Die Frösche, die in ihren sumpfigen Mooren umherstreiften, forderten mit lautem Geschrei von Jupiter einen König, der mit seiner Autorität ihre zügellosen Sitten in den Griff bekommen könnte. Der Vater der Götter lächelte und gab ihnen einen kleinen Holzklotz, der, als er unter sie geworfen wurde, das ängstliche Volk durch den Lärm und die plötzliche Unruhe im Moor erschreckte. Als es eine Weile im Schlamm gelegen hatte, hob einer von ihnen zufällig seinen Kopf über das Wasser, warf einen Blick auf den König und rief alle anderen herbei. Nachdem sie ihre Angst überwunden hatten, schwammen sie, einer schneller als der andere, auf ihn zu, und die unverschämte Meute sprang auf den Baumstamm. Nachdem sie ihn mit allen möglichen Beleidigungen beschmutzt hatten, schickten sie Boten zu Jupiter und baten um einen anderen König, weil der, den er ihnen gegeben hatte, nutzlos sei. Daraufhin schickte er ihnen eine Wasserschlange, 3 die sie mit ihren scharfen Zähnen einen nach dem anderen verschlang. Hilflos versuchten sie vergeblich, dem Tod zu entkommen; vor Schreck konnten sie nicht mehr schreien. Heimlich schickten sie daher durch Merkur eine Bitte an Jupiter, ihnen in ihrer Not zu helfen. Da antwortete der Gott: „Da ihr mit eurem Glück nicht zufrieden sein wolltet, müsst ihr nun euer Unglück ertragen.“

„So verhaltet euch auch ihr, liebe Mitbürger“, sagte Äsop, „erleidet das gegenwärtige Übel, damit euch kein größeres widerfährt.“

Fabel III. Die eitle Dohlen und der Pfau.

Inhaltsverzeichnis

Dass man sich nicht mit den Verdiensten anderer schmücken soll, sondern lieber sein Leben so leben soll, wie es einem zusteht, hat Äsop mit folgender Geschichte illustriert:

Eine Dohle,4 die vor leerem Stolz aufgeblasen war, hob einige Federn auf, die einem Pfau abgefallen waren, und schmückte sich damit. Daraufhin verachtete sie ihre eigene Art und mischte sich unter eine schöne Schar von Pfauen. Diese rissen dem frechen Vogel die Federn aus und verjagten ihn mit ihren Schnäbeln. Die Dohle, die so grob behandelt worden war, eilte traurig zu den anderen Dohlen zurück, die sie aber zurückwiesen, sodass sie sich ihrer traurigen Schmach fügen musste. Da sagte einer von denen, die sie zuvor verachtet hatte: „Wenn du mit deinem Stand zufrieden gewesen wärst und bereit gewesen wärst, dich mit dem zu begnügen, was die Natur dir gegeben hat, hättest du weder die frühere Schmach erlitten, noch hätte dein Unglück den zusätzlichen Schmerz dieser Zurückweisung erfahren müssen.“

Fabel IV. DER HUND, DER FLEISCH ÜBER DEN FLUSS TRÄGT.

Inhaltsverzeichnis

Wer das begehrt, was einem anderen gehört, verliert zu Recht das Seine.

Als ein Hund, der durch einen Fluss schwamm5, ein Stück Fleisch trug, sah er seinen eigenen Schatten im Wasserspiegel und dachte, es sei eine Beute, die ein anderer Hund trug. Er versuchte, sie ihm wegzuschnappen, aber seine Gier wurde enttäuscht: Er ließ das Futter, das er im Maul hatte, fallen und konnte das, wonach er griff, doch nicht erreichen.

Fabel V. DIE KUH, DIE ZIEGE, DAS SCHAF UND DER LÖWE.

Inhaltsverzeichnis

Auf ein Bündnis mit den Mächtigen ist nie zu vertrauen: Die vorliegende Fabel beweist die Wahrheit meiner Maxime.

Eine Kuh, eine Ziege und ein Schaf6, die alle geduldig ihre Verletzungen ertrugen, waren mit einem Löwen in den Wäldern befreundet. Als sie einen riesigen Hirsch erlegt hatten, sagte der Löwe, nachdem er in Teile zerlegt worden war: „Weil ich Löwe heiße, nehme ich den ersten Teil; den zweiten gebt ihr mir, weil ich mutig bin; dann, weil ich der Stärkste bin, fällt der dritte Teil7 mir zu; und wehe dem, der den vierten anrührt.“

So nahm sich der Skrupellose die ganze Beute.

Fabel VI. DIE FRÖSCHE BESCHWERDEN SICH ÜBER DIE SONNE.

Inhaltsverzeichnis

Als Äsop die pompöse Hochzeit eines Diebes sah, der sein Nachbar war, begann er sofort, folgende Geschichte zu erzählen:

Es war einmal, als die Sonne daran dachte, sich eine Frau zu nehmen 8, da schrien die Frösche zu den Sternen. Von ihrem Quaken gestört, fragte Jupiter nach dem Grund ihrer Beschwerden. Da sagte einer der Bewohner des Teiches: „So wie es ist, trocknet er alle stehenden Gewässer aus und zwingt uns Unglückliche, in unserer verbrannten Behausung zu schmachten und zu sterben. Was soll aus uns werden, wenn er Kinder zeugt?“

Fabel VII. DER FUCHS UND DIE TRAGISCHE MASKE.

Inhaltsverzeichnis

Ein Fuchs, der zufällig einen Blick auf eine tragische Maske wirft: „Ah“, sagte sie, „so schön sie auch ist, sie hat doch keinen Verstand.“ 9

Das ist für diejenigen gedacht, denen das Glück Ehre und Ruhm geschenkt hat, aber keinen gesunden Menschenverstand.

Fabel VIII. DER WOLF UND DER KRANICH.

Inhaltsverzeichnis

Wer von einem Unehrlichen eine Belohnung für seine Dienste erwartet, begeht einen doppelten Fehler: erstens, weil er einem Unwürdigen hilft, und zweitens, weil er nicht gehen kann, solange er noch in Sicherheit ist.

Ein Knochen, den er verschluckt hatte, steckte im Maul eines Wolfes. Daraufhin begann dieser, überwältigt von extremen Schmerzen, alle und jeden mit großem Lohn zu locken, um die Ursache seines Elends zu beseitigen. Schließlich ließ sich ein Kranich durch einen Eid überreden und vertraute dem Wolf seinen langen Hals an, um ihm unter großer Gefahr das Leid zu nehmen. Als er die versprochene Belohnung für seine Tat verlangte, sagte der Wolf: „Du bist undankbar, dass ich dir deinen Kopf aus meinem Maul gerettet habe, und jetzt verlangst du auch noch eine Belohnung.“

Fabel IX. DER SPATZ UND DER HASE.

Inhaltsverzeichnis

Lasst uns in wenigen Zeilen zeigen, dass es unklug ist, uns selbst zu vernachlässigen10, während wir anderen Ratschläge geben.

Ein Spatz schimpfte mit einem Hasen, der von einem Adler angegriffen worden war und laut schrie. „Wo ist denn jetzt deine Schnelligkeit, für die du so bekannt bist? Warum waren deine Füße so langsam?“ Während er sprach, ergriff ihn ein Falke, tötete ihn und kreischte laut vor vergeblicher Klage. Der Hase, der fast tot war, rief als Trost in seiner Todesstunde: „Du, der du vor kurzem noch sorglos warst und dich über mein Unglück lustig gemacht hast, musst nun dein eigenes Schicksal beklagen.“

Fabel X. DER WOLF, DER FUCHS UND DER AFFE.

Inhaltsverzeichnis

Wer einmal durch niederträchtigen Betrug berüchtigt geworden ist, findet keinen Glauben, selbst wenn er die Wahrheit sagt. Davon zeugt eine kurze Fabel von Äsop.

Ein Wolf beschuldigte einen Fuchs des Diebstahls; dieser leugnete die Tat. Daraufhin setzte sich der Affe als Richter zwischen sie, und nachdem jeder seine Sache vorgetragen hatte, soll der Affe folgenden Urteilsspruch gefällt haben: „Du, Wolf, scheinst nicht verloren zu haben, was du forderst; ich glaube, dass du, Fuchs, gestohlen hast, was du so scheinheilig leugnest.“

Fabel XI. DER ESEL UND DER LÖWE AUF DER JAGD.

Inhaltsverzeichnis