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Eine Anthologie der Schreibgruppe Ludwigsburg Liebe Leserin, lieber Leser, wir freuen uns, dass Sie unser Büchlein Facetten des Lebens aufgeschlagen haben. Den Traum, ein eigenes Buch zu veröffentlichen, hat wahrscheinlich jeder, der gerne schreibt oder auch liest, schon einmal geträumt. Wir sind die Schreibgruppe Ludwigsburg und haben ihn uns mit dieser kleinen Anthologie* verwirklicht. Anlass für die Entstehung der Schreibgruppe war ein Volkshochschulkurs zum Thema Kreatives Schreiben. Einige Teilnehmer beschlossen, sich nach dem Kurs weiterhin zum gemeinsamen Schreiben zu treffen. Mit der Zeit wurden wir immer mehr. Inzwischen sind wir insgesamt zu zehnt, sechs von uns sind die Autoren/Innen dieses Buches. Der Gedanke, bis Weihnachten ein gemeinsames Buch zu veröffentlichen, kam uns zufällig. Wir stellten fest, dass wir viele Ideen hatten, uns aber bisher die nötige Disziplin und Motivation gefehlt hatte. Außerdem wussten die meisten von uns nicht, wie und wo man ein Buch verlegt und veröffentlicht. Wir beschlossen, diese Hürden gemeinsam zu überwinden. Wir sammelten geeignete Themen, informierten uns über Verlage und fanden ein hervorragendes Stammlokal für unsere Treffen. Bald arbeitete jeder von uns mit Feuereifer an seinen Texten. Das Ergebnis halten Sie nun in den Händen: Die Themen Sterne, Reisen, Dunkelheit, Heimat, Identität und Gefühle ziehen sich als roter Faden durch das Buch und verbinden die Gedichte und Prosatexte miteinander. Das sind die prägenden Facetten unseres Lebens, die jeder von uns in seinem einzigartigen Stil beschrieben hat. Wir laden Sie ein, mit uns auf eine Reise durch die sechs Facetten des Lebens zu gehen! Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihre Schreibgruppe Ludwigsburg
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Seitenzahl: 59
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Eine Anthologie der Schreibgruppe Ludwigsburg
Winterausgabe 2017
Die Autoren/Innen
Brigitte Steeb
Gudrun Lempp Sheela Mara Ziegler Subramaniya Suresh Eva Karina Schittenhelm
Liebe Leserin, lieber Leser,
wir freuen uns, dass Sie unser Büchlein „Facetten des Lebens“ aufgeschlagen haben.
Den Traum, ein eigenes Buch zu veröffentlichen, hat wahrscheinlich jeder, der gerne schreibt oder auch liest, schon einmal geträumt. Wir sind die Schreibgruppe Ludwigsburg und haben ihn uns mit dieser kleinen Anthologie 1 verwirklicht.
Anlass für die Entstehung der Schreibgruppe war ein Volkshochschulkurs zum Thema Kreatives Schreiben. Einige Teilnehmer beschlossen, sich nach dem Kurs weiterhin zum gemeinsamen Schreiben zu treffen. Mit der Zeit wurden wir immer mehr. Inzwischen sind wir insgesamt zu zehnt, sechs von uns sind die Autoren/Innen dieses Buches.
Der Gedanke, bis Weihnachten ein gemeinsames Buch zu veröffentlichen, kam uns zufällig. Wir stellten fest, dass wir viele Ideen hatten, uns aber bisher die nötige Disziplin und Motivation gefehlt hatte. Außerdem wussten die meisten von uns nicht, wie und wo man ein Buch verlegt und veröffentlicht. Wir beschlossen, diese Hürden gemeinsam zu überwinden.
Wir sammelten geeignete Themen, informierten uns über Verlage und fanden ein hervorragendes Stammlokal für unsere Treffen. Bald arbeitete jeder von uns mit Feuereifer an seinen Texten. Das Ergebnis halten Sie nun in den Händen: Die Themen Sterne, Reisen, Dunkelheit, Heimat, Identität und Gefühle ziehen sich als roter Faden durch das Buch und verbinden die Gedichte und Prosatexte miteinander. Das sind die prägenden Facetten unseres Lebens, die jeder von uns in seinem einzigartigen Stil beschrieben hat.
Wir laden Sie ein, mit uns auf eine Reise durch die sechs Facetten des Lebens zu gehen!
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihre
Schreibgruppe Ludwigsburg
1 Eine Anthologie ist eine themenbezogene Zusammenstellung literarischer Werke in Buchform.
Prolog - Eva Schittenhelm
Sonnenaufgang - Brigitte Steeb
Anfangen - Ruth Schützler
Morgendämmerung - Brigitte Steeb
Reisen braucht Toleranz - Ruth Schützler
Jaipur Bazaar - Brigitte Steeb
Krokodilstränen - Gudrun Lempp
Traumreise - Brigitte Steeb
Einkaufen in Baucau - Gudrun Lempp
Mein indisches Kleid - Brigitte Steeb
Die blinde Weltenseherin - Sheela Ziegler
Ankommen. Endlich! - Ruth Schützler
Mein Mensch - Brigitte Steeb
Meiner Heimat auf der Spur -Eva Schittenhelm
Herbstgedanken - Brigitte Steeb
Herbst – Ruth Schützler
Erdenzeit - Brigitte Steeb
Sterne - Ruth Schützler
Dunkelheit - Gudrun Lempp
Aufgetaucht - Brigitte Steeb
Die vollkommene Dunkelheit - Subra Suresh
Die Autoren/Innen stellen sich vor
Der Tag erwacht aus tiefem Schwarz
die Sonne reckt die ersten Strahlen
Der Morgenstern im Zwischenhell
er trennt die Geschwister.
Dem Feuerspiel der frühen Stund
entwächst neues Erleben.
Die dunklen Stunden sind gebannt
wir können uns erheben
von all den Träumen
unserm Schlaf
abschütteln was heut Nacht uns traf
Uns strecken nach dem Licht
das alles Leben wieder bringt
und tröstlich unsern Tag bewacht
bis dass die warme Sonne
ihre Endlichkeit bedenkt
der tiefen Nacht sich wieder schenkt.
Brigitte Steeb
Nicht zögern und zagen,
einfach! Nur Neues wagen.
Wenn`s doch nur so einfach wär,
warum mach ich`s mir so schwer?
„Ein-fach“ heißt: es reicht eine Spur.
Nicht alles gleichzeitig, sondern nur –
mit dem ersten Schritt,
dem ersten Wort beginnen,
wahrnehmen und hören nach innen,
was reagiert, wie fühlt sich`s an,
was ich in Worte fassen kann!
An-Fangen. Ein schönes Wort,
es passiert, und es fährt fort.
Schon ist der Anfang wieder vorbei
und wird Gewohnheit im „Allerlei“.
Alles hat mal angefangen,
vieles ist wieder zu Ende gegangen.
Was ist jetzt dran. Wo führt es hin?
Ist es egal oder macht es Sinn?
Hat nicht alles längst begonnen
und ist über die Jahre wieder zerronnen?
Kann ich im Alter nochmal starten?
Auf wen oder was will ich noch warten?
Das Neue Jahr im Januar,
es fängt was an, obwohl viel war.
Bisheriges hat „stattgefunden“
und trotzdem folgen weitere Runden
die wieder Neues erleben lassen.
Es hält in Atem, ich kann es kaum fassen.
Zum Anfangen hilft „Inne-Halten“,
durchatmen, abschütteln
und einen Gang herunterschalten.
Das Leben passiert: Jetzt und Hier,
im Augenblick – das wünsch ich mir!
Ruth Schützler
Der Tag beginnt mit leisem Leuchten über Vulkanen am fernen Horizont es ist noch kühl der Sonne Fieber hat die Luft noch nicht gewärmt.
Die Nacht sie wandert weit nach Westen tritt ihre Weltumrundung an.
Aus der Stille wachsen Töne das Leben wacht so langsam auf Ein paar verschlafene Morgenwolken verziehen sich aufs Meer hinaus.
Es wird ein Tag mit blauem Himmel mit Sonnenschein und warmem Sand Und Morgenkaffee so wie immer im Pub am goldnen Meeresstrand.
Brigitte Steeb
Wieder mal mit der Bahn unterwegs. Ich reise zu einem Klassentreffen nach Ascona an den Lago Maggiore. Es soll dort wunderbar sein, sagen die, die schon dort waren. Extra einen Zug früher habe ich genommen, damit ich einen guten Platz im SBB-Zug nach Zürich ergattern kann. Fenster zur Seite der aufgehenden Sonne, mit Tischchen für mein kleines Frühstück und einen Platz in Fahrtrichtung. Es ist 7.45 Uhr.
So weit so gut. Was ich nicht weiß als ich mich auf meinem Platz einrichte: wer sich alles noch so einstellen wird im Abteil. Schwerschnaufend höre ich bereits von hinten kommend einen weiteren Fahrgast heranschlurfen. Er findet den Platz auf der Bank neben mir offensichtlich attraktiv.
Ein kurzer Blick zur Seite verrät mir, dass es sich hier um mindestens zweieinhalb Zentner Mann handelt, dem es nicht so gut geht. Die Jeans in Übergröße ist hochgewickelt bis zum Knie. Darunter zeigen sich schwer entzündete rote Beine, die sich wohl grad von einer heftigen Venenentzündung erholen sollen, oder kurz davor sind eine zu bekommen. Jedenfalls brauchen sie Luft und sind deshalb schamlos freigelegt. Die entsprechende Bauchtrommel sitzt breitbeinig auf dem Rumpf und macht das Leben des Betroffenen schwer. Das sieht und hört und spürt man.
Kurz überlege ich, ob ich meinen tollen Platz schnell noch wechseln soll, bevor er es merkt. Ich entscheide mich zu bleiben, schließe die Augen, lege meinen Kopf auf mein zusammengerolltes Tuch ans Fenster und freue mich auf meine Reise. Ein anderer Platz hat seine anderen Störfaktoren, denke ich, und wer weiß, wer dann im Laufe der Fahrt noch alles so einsteigt.
Also, Ruth, reiß Dich zusammen, Du bist doch offen und tolerant für alle Menschen, vor allem für die Gehandicapten. Noch ist der Zug nicht abgefahren, da wird neben mir bereits Deftiges ausgepackt. Eine Dose Thunfisch wird geöffnet und verbreitet ihren eindeutigen Geruch. Brot und Thermoskanne daneben. Ein Erlebnis der besonderen Art kündigt sich an. Das „Veschpern“ geht sofort los und ist nicht zu überhören. Am besten wegschauen, weghören und wegriechen – sofern dies geht? Zum Glück für meinen Geruchssinn geht das Speiseritual schnell vorüber. Für meinen nüchternen Magen ist der Fischgeruch eine Zumutung. Die leere Dose landet im kleinen Müllschieber.
Nicht dass der Mensch obenrum unangenehm aussieht. Er trägt einen dunkelblauen Pulli mit rotem Schal. Das passt zum Bahnpersonal, ist aber eindeutig privater Stil.
Das minütliche Öffnen der Thermoskanne mit dem heißen Getränk wird nun zelebriert und mit
