Facharztprüfung Urologie -  - E-Book

Facharztprüfung Urologie E-Book

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Beschreibung

Locker über die letzte Hürde: Etabliertes Facharztprüfungs-Konzept mit Selbsttest und Lerntipps - Optimale Prüfungsvorbereitung durch 1000 Fragen aus allen Themengebieten der Urologie - Systematisches Lernen und praxisnahe Erfolgskontrolle durch die Prüfungssimulation zu Hause - Trainieren, auf was es ankommt: komplexe Fragestellungen strukturiert beantworten, klinische Probleme Schritt für Schritt lösen, Fakten bewerten und Kernsätze erarbeiten

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 455

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Facharztprüfung Urologie

1000 kommentierte Prüfungsfragen

Hans-Ulrich Schmelz, Herbert Leyh

Hartwig-Wilhelm Bauer, Tanja Becker, Rebecca Bongers, Thorsten Bruns, Christian Frei, Oliver Hakenberg, Peter Hammerer, Axel Heidenreich, Klaus-Peter Jünemann, Sabine Kliesch, Thomas Knoll, Stephanie Knüpfer, Hubert Rudolf Kübler, Martin Ludwig, Stephan-Ernst Madersbacher, Andreas Martinschek, Andreas Meißner, Friedrich Moll, Kurt G. Naber, Ulrike Necknig, Claudia Neissner, Christoph Klemens Niclas, Peter Olbert, Jürgen Pannek, Hansjürgen Piechota, Adrian Pilatz, Chris Protzel, Silke Riechardt, Wolfgang H. Rösch, Peter Schneede, Dirk Schultheiss, Jörg Simon, Christoph-Hans Sparwasser, Herbert Sperling, Robert Tauber, Winfried Vahlensieck, Florian Martin Erich Wagenlehner, Wolfgang Weidner

2., vollständig überarbeitete Auflage

47 Abbildungen

Vorwort

Bereits vor 10 Jahren wurde mit der Vorauflage dieses Werkes ein völlig neues Konzept auf den Markt gebracht, mit dem eine Facharztprüfung bzw. das sog. „Facharztgespräch“ sehr gut nachgestellt werden kann.

Als wir vom Thieme Verlag gebeten wurden, eine neue Auflage dieses Werkes zu verfassen, haben wir diesem Wunsch gerne zugestimmt. Wir sind der Überzeugung, dass ein solches Konzept eine sinnvolle Ergänzung zu den gängigen Lehrbüchern darstellt. In der vorliegenden, komplett überarbeiteten 2. Auflage, wurden mehr Fallbeispiele eingefügt, anhand derer die Themenkomplexe abgefragt werden. Bildmaterial, wie in einer Facharztprüfung üblich, wurde zur Illustration ebenfalls mit aufgenommen. Insgesamt sollen auf diese Weise typische Prüfungssituationen simuliert werden, um Ihnen, verehrte Leser, die Vorbereitung auf die Prüfung zu erleichtern. Eine Prüfung will jedoch auch vonseiten der Prüfer gut vorbereitet sein. Es hat sich gezeigt, dass die Vorauflage auch in diesem Sinne rege genutzt worden ist.

Das vorliegende Buch erhebt nicht den Anspruch eines vollständigen Lehrbuchs und kann ein solches auch nicht ersetzen. Es wurde dennoch darauf geachtet, möglichst alle prüfungsrelevanten Themen aufzuführen, um evtl. noch vorhandene Wissenslücken aufzudecken. Letztere können dann mit Lehrbüchern geschlossen werden.

Das Autorenteam wurde in dieser Auflage durch viele namhafte Repräsentanten des Faches Urologie verstärkt, die allesamt Erfahrung in der Durchführung von Facharztprüfungen haben.

Diesen Autoren, die neben ihrer beruflichen Belastung mit sehr großem Engagement die Herausgabe dieses Buches ermöglichten, gebührt unser großer Dank.

Wir wünschen Ihnen für die bevorstehende Facharztprüfung viel Glück und Erfolg. Wir hoffen, dass Ihnen dieses Buch in der Vorbereitung helfen kann.

Koblenz, Garmisch-Partenkirchen im Mai 2014

Hans-U. Schmelz und Herbert Leyh

Abkürzungen

Facharzt – wie nehme ich die letzte Hürde?

Bringfried Müller, Vera Lippek

Die Weiterbildung zum Facharzt erfolgt im Rahmen einer mehrjährigen Berufstätigkeit. Wer Allgemeinmediziner, Kinderarzt, Chirurg o. Ä. werden will, erwirbt seine Fachbezeichnung, indem er als Arzt in weiterbildungsberechtigten Einrichtungen arbeitet, Weiterbildungsveranstaltungen besucht und eine Prüfung ablegt. Mit der Facharztprüfung erlangt der Arzt die Befähigung, selbstständig zu arbeiten und sich niederzulassen.

Wer die Weiterbildung zum Facharzt anstrebt, kann sich bei der für ihn zuständigen Landesärztekammer beraten lassen. Hier erhält man die rechtsverbindliche Weiterbildungsordnung sowie die Listen weiterbildungsberechtigter Ärzte und Einrichtungen. Darüber hinaus bearbeiten die zuständigen Abteilungen der Landesärztekammern die Anträge auf Zulassung zur Facharztprüfung und organisieren die Prüfung (siehe Adressenlisten der 17 bundesdeutschen LÄK).

Das Facharztgespräch

Antragstellung und Voraussetzungen

Der Arzt in Weiterbildung kann den Antrag auf Zulassung zur Facharztprüfung in der Regel frühestens 4 – 8 Wochen vor Erfüllung der Mindestweiterbildungszeiten stellen (s. Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern). Das Antragsformular ist bei der Abteilung Weiterbildung der zuständigen Ärztekammer erhältlich. Bei schwierigen Fragen zur Anerkennung von Ausbildungszeiten etc. ist es unbedingt ratsam, schon vorab Teilabklärungen vorzunehmen. Dies empfiehlt sich insbesondere bei wechselnden Arbeitgebern, Teilzeitstellen etc. Unter Umständen können diese Unterlagen schon vorab eingereicht werden, das aktuelle Arbeitszeugnis darf jedoch frühestens 1 Woche vor Ablauf der Mindestweiterbildungszeit ausgestellt und eingereicht werden.

Zur Antragstellung sind in der Regel folgende Unterlagen einzureichen:

vollständig ausgefülltes Antragsformular,

Approbation oder Berufserlaubnis,

Lebenslauf,

sämtliche Zeugnisse/Beurteilungen, die für den angestrebten Facharzt relevant sind, mit:

genauen Angaben zu Beginn und Ende der Weiterbildung,

den im Einzelnen absolvierten Weiterbildungsabschnitten,

den dabei vermittelten und erworbenen Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten,

den erbrachten ärztlichen Leistungen in Diagnostik und Therapie gemäß den „Richtlinien zur Weiterbildungsordnung“.

Im Abschlusszeugnis muss der zur Weiterbildung Ermächtigte eine Stellungnahme über die fachliche Eignung des Arztes in Weiterbildung abgeben und diesen für die Facharztprüfung vorschlagen.

Bei operativen Fächern ist darüber hinaus die Vorlage einer Aufstellung der selbstständig durchgeführten Eingriffe erforderlich. Der Operationskatalog muss vom Weiterbildungsleiter bestätigt werden und sollte sich an den Richtlinien zur Weiterbildungsordnung orientieren.

Normalerweise können nur Weiterbildungszeiten von zur Weiterbildung Ermächtigten anerkannt werden. Bei manchen Ärztekammern muss ein Weiterbildungsabschnitt obligat für mindestens 1 Jahr in einem Haus mit voller Weiterbildungsermächtigung absolviert werden. In manchen Ländern können Teilweiterbildungszeiten addiert werden unter der Voraussetzung, dass alle in der Weiterbildungsverordnung vorgeschriebenen Inhalte absolviert wurden. Beschäftigungszeiten von weniger als 6 Monaten werden üblicherweise nicht angerechnet. Auch die in diesem Zeitraum erbrachten Richtzahlen werden normalerweise nicht anerkannt!

Prüfungstermin

In der Regel gibt es keine feststehenden Prüfungstermine. Allerdings kann der Antragsteller damit rechnen, innerhalb von 3 Monaten einen Prüfungstermin zugeteilt zu bekommen.

Nach Abschluss des Zulassungsverfahrens wird er dann mit einer Frist von mindestens 2 Wochen zur Prüfung geladen (gewünschten Prüfungstermin mit angeben).

Prüfungsablauf

Die Facharztprüfung ist eine 30- bis 45-minütige, nichtöffentliche mündliche Einzelprüfung.

Die Prüfungskommission besteht in der Regel aus 3 Ärzten, von denen mindestens 2 selbst die Anerkennung für das zu prüfende Gebiet besitzen müssen. Die Entscheidung zur Beurteilung der Prüfung wird mehrheitlich getroffen.

Den weitaus meisten Bewerbern um die Anerkennung als Facharzt gelingt es, in dem abschließenden Fachgespräch die erforderlichen besonderen oder zusätzlichen Kenntnisse darzulegen.

Nichtbestehen

Die Durchfallquoten sind recht gering. Recherchen ergeben je nach Fachgebiet und Bundesland Durchfallquoten zwischen 3 und 6%.

Das Nichtbestehen der Facharztprüfung hat für den Betroffenen keine existenziellen Folgen, da er weiterhin den Arztberuf wie bisher ausüben kann.

Gegen ablehnende Entscheidungen ist innerhalb von 4 Wochen ein Widerspruch bei der Ärztekammer möglich. Über den Widerspruch entscheidet die Ärztekammer dann nach Anhörung des von ihr eingesetzten Widerspruchsausschusses. Ansonsten kann das Anerkennungsverfahren und damit das Fachgespräch mehrmals, auch schon nach relativ kurzer Zeit (frühestens nach 3 Monaten), wiederholt werden.

Allerdings kann die Ärztekammer eine Verlängerung der Weiterbildungszeit von 3 Monaten bis zu maximal 2 Jahren anordnen. Alternativ kann der Prüfungsausschuss auch Auflagen erteilen, die, wenn sie erfüllt und nachgewiesen werden, ohne Wiederholungsprüfung zur Anerkennung führen.

Prüfungsstil und -inhalt

Anders als in den medizinischen Staatsexamina muss der Prüfungsstil in der Facharztprüfung einerseits den Ausbildungsstand und die Berufserfahrung der Bewerber respektieren, andererseits aber auch die erforderliche Kontrolle ermöglichen. Dies geschieht in der Form eines klinisch relevanten Fachgesprächs mit Kollegen, vergleichbar einer Chefarztvisite.

Anhand von Fallschilderungen soll der Prüfling sein Wissen auf folgenden Gebieten unter Beweis stellen:

einschlägiges Grundlagenwissen,

ausreichende Kenntnis der Fachliteratur,

Kenntnis ärztlicher Arbeitsweisen (Untersuchungstechniken, bildgebende Verfahren, Mikroskopie, EKG, EEG-Diagnostik u. Ä.),

Anamnese,

Abfragen von Untersuchungsbefunden,

Differenzialdiagnosen,

Entwickeln eines differenzialdiagnostischen Approaches (welche Untersuchungen, in welcher Reihenfolge?).

In der Regel wird der Prüfling mit einem Fall aus der Praxis konfrontiert, wie er im Klinikalltag jederzeit vorkommen kann. Im Unterschied zu den IMPP-orientierten Prüfungen im Studium werden in der Facharztprüfung keine exotischen Details, sondern die häufigsten Krankheitsbilder erörtert. Der Prüfling sollte daher ein differenzialdiagnostisches Ranking im Kopf haben, damit er die Wahrscheinlichkeit verschiedener Diagnosehypothesen einordnen kann.

Protokollführung

Rechtlich besteht keine zwingende Notwendigkeit, das gesamte Prüfungsgeschehen einschließlich der Fragen und Antworten genau zu dokumentieren. Was die Protokollführung während der Facharztprüfung betrifft, werden insofern keine überzogenen Ansprüche gestellt. Mindestanforderung ist, dass die Hauptthemen der Prüfung zusammengefasst und die Antworten des Prüflings dokumentiert sind. Selbst ein unzureichendes Protokoll würde allein nicht zwingend zur Rechtswidrigkeit der Prüfungsentscheidung führen.

Im Streitfall wird ggf. ein von der Ärztekammer gebildeter Widerspruchsausschuss eingeschaltet, der die entscheidenden Informationen durch Einvernahme von Zeugen, z. B. der Prüfer, einholt.

Lerntipps

Lernen ist ein Prozess der Verknüpfung neuer Inhalte mit bereits vorhandenen Gedächtnisstrukturen. Da diese Strukturen individuell verschieden sind, muss auch die Wahl geeigneter Lernstrategien individuell erfolgen.

Als ausgebildeter Arzt verfügen Sie bereits über umfangreiche Lernerfahrungen und offenbar auch über einige brauchbare Lernstrategien (immerhin haben Sie schon eine ganze Reihe Prüfungen erfolgreich gemeistert …). Die folgenden Ausführungen sollten Sie daher lediglich als Anregungen verstehen, Ihre bisherigen Strategien punktuell zu ergänzen oder effektiver zu gestalten. Empfehlenswert sind die folgenden Ausführungen insbesondere dann, wenn der Motor Ihrer Prüfungsvorbereitung ein aus Lernvermeidung resultierendes „schlechtes Gewissen“ ist.

Lernvermeidung ist die Folge einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Angst. Diese Angst führt dazu, alles, was an das Angst auslösende Objekt (hier: die Prüfung) erinnert, zu vermeiden. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Prüfung wird daher immer wieder aufgeschoben. Schließlich wird von einem bestimmten Zeitpunkt an das schlechte Gewissen so groß, dass es handlungsbestimmend wird. Die Handlungen zielen dann aber leider nicht auf Lernen ab, sondern auf die Reduzierung des schlechten Gewissens. Bücher werden gekauft, das eigene Budget wird belastet, was uns das wohlige Gefühl vermittelt, nun doch etwas in die Prüfungsvorbereitung „investiert“ zu haben. Das schlechte Gewissen ist beruhigt und verliert an Triebkraft – leider jedoch nur vorübergehend. Gleichzeitig bekommen wir nämlich beim Durchblättern der Fachliteratur eine grobe Vorstellung von der enormen Fülle des Prüfungsstoffes und schon beginnt der Angstpegel erneut zu steigen. Mit anderen Worten: Alles, was an die Prüfung erinnert, wird zunächst aus Angst so lange beiseitegelegt, bis das schlechte Gewissen wächst, die vorhandene Angst übertrifft und wieder zum Handlungsantrieb wird.

Dabei grenzen einige der zur Gewissensberuhigung eingesetzten Strategien geradezu an Selbstbestrafung: Man quält sich in stundenlangen Sitzungen am Schreibtisch, liest „grausame Literatur“, nur um sich anschließend besser zu fühlen! Die Kehrseite der Medaille ist jedoch leider, dass man nicht wirklich etwas für die Prüfung getan hat.

Sie kennen das? Dann könnten Ihnen die folgenden Empfehlungen vielleicht doch nützen:

Im Schnelltest zur Prüfungsvorbereitung erfahren Sie, in welchen Bereichen sich Ihre Prüfungsvorbereitung optimieren lässt.

Wer Zeit sparen möchte, kann sich direkt mit den beschriebenen Profilen auseinandersetzen und den dort gegebenen Empfehlungen folgen, um spezielle Lernbereiche zu verbessern.

Im Test geprüft werden die Bereiche Lernplanung, Lernort, Lernzeit, Lern- und Lesestil.

Geben Sie bitte an, ob Sie der jeweiligen Aussage zustimmen können (stimmt) oder sie für sich verneinen müssen (stimmt nicht).

Die Auswertungstabelle zeigt Ihnen, welche Antwort welchem Punktwert in den einzelnen Bereichen entspricht.

Selbsttest

Nr.

Frage

stimmt

stimmt nicht

1

Ich markiere Textstellen, bevor ich den Text vollständig gelesen habe.

2

Bevor ich einen Text lese, formuliere ich Fragen, die ich aus den Überschriften ableite.

3

Bevor ich lerne, orientiere ich mich über die Prüfungsrelevanz der zu lernenden Fakten.

4

Beim Lesen fasse ich den Text Abschnitt für Abschnitt in eigenen Worten zusammen.

5

Ich sitze häufig bis nachts am Schreibtisch.

6

Meine tägliche Lernzeit hängt vom Zufall und von der jeweiligen Stofffülle ab.

7

Ich mache mir oft bildliche Vorstellungen von komplizierten Zusammenhängen.

8

Ich versuche fast immer, Bezüge zwischen verschiedenen Fächern herzustellen.

9

Ich versuche meistens, alles zu behalten, was ich lese.

10

Ich baue gerne Modelle (Papier, Draht, Pappe), um mir Sachverhalte besser vorzustellen.

11

Ich muss ein Stoffgebiet sehr häufig wiederholen, bis ich es mir einprägen kann.

12

Ich denke mir häufig Eselsbrücken aus.

13

Bevor ich ein Buch lese, orientiere ich mich am ganzen Inhaltsverzeichnis und verschaffe mir einen Überblick über alle Kapitel.

14

Ich überlege mir häufig eine praktische Anwendung dessen, was ich gelernt habe.

15

Ich lese lieber ein Buch mehrmals als mehrere Bücher einmal.

16

Ich vermeide fachliche Diskussionen mit Kollegen, da diese zu zeitraubend sind.

17

Mir wichtig erscheinende Textstellen schreibe ich wörtlich ab.

18

Ich lerne meistens erst kurz vor der Prüfung.

19

Ich nehme einen Kalender und plane die Gesamtzeit für jedes Gebiet, nachdem ich mir einen Überblick über die Zeit bis zur Prüfung verschafft habe.

20

Beim Lesen überlege ich mir, was ein Prüfer hierzu fragen könnte.

21

Ich stelle das Telefon ab, wenn ich lerne.

22

Beim Lernen freue ich mich über jede Ablenkung, auch wenn es Dinge sind, die mir sonst keinen Spaß machen (Einkaufen, Abwaschen).

23

Ich mache regelmäßig zu festen Zeiten kurze Pausen.

24

Ich habe jeden Tag feste Arbeitszeiten, die ich einhalte.

25

Ich plane, an welchen Tagen ich den Stoff wiederholen muss.

26

Zum Lernen gehe ich extra an einen Ort, an dem ich ungestört bin.

27

Wenn ich vor dem Schreibtisch sitze, denke ich oft an etwas anderes.

28

Ich beginne in der Regel mit meinen Lieblingsthemen.

29

Bevor ich lerne, verschaffe ich mir einen Überblick über den gesamten Prüfungsstoff.

30

Ich werde beim Lernen häufig durch unangemeldeten Besuch abgelenkt.

31

Ich höre beim Lernen gerne Musik.

32

Ich denke mir häufig verrückte Sachen aus, um Fakten besser zu behalten.

33

Oft ist es nicht wichtig, den Stoff zu verstehen; man muss ihn reproduzieren können.

Auswertung

Bereich

Frage

Score

Antwort

Lernplanung

3

4

stimmt nicht

18

3

Stimmt

19

3

stimmt nicht

25

4

stimmt nicht

28

2

Stimmt

29

4

stimmt nicht

Summe

Lernort

21

5

stimmt nicht

26

5

stimmt nicht

30

5

Stimmt

31

5

Stimmt

Summe

Lernzeit

5

4

Stimmt

6

3

Stimmt

22

3

Stimmt

23

4

stimmt nicht

24

4

stimmt nicht

27

2

Stimmt

Summe

Lernstil

7

1

stimmt nicht

8

1

stimmt nicht

9

2

Stimmt

10

3

stimmt nicht

11

2

Stimmt

12

2

stimmt nicht

14

3

stimmt nicht

15

1

stimmt nicht

16

1

Stimmt

32

2

stimmt nicht

33

2

Stimmt

Summe

Lesestil

1

2

Stimmt

2

4

stimmt nicht

4

3

stimmt nicht

13

4

stimmt nicht

17

3

Stimmt

20

4

stimmt nicht

Summe

Interpretation

0 – 5 Punkte: Sie gestalten diesen Bereich optimal.

6 – 10 Punkte: Ihre bisherigen Strategien haben sich wahrscheinlich bewährt. Eine Optimierung des betreffenden Bereiches ist zwar möglich, aber kurzfristig steht der Aufwand vermutlich in keiner sinnvollen Relation zum erwarteten Nutzen. Wenn Sie jedoch noch sehr viel Zeit bis zur Prüfung haben, könnten Sie an diesen Bereichen noch arbeiten.

11 – 15 Punkte: Sie könnten durch eine bessere Gestaltung des betreffenden Bereiches Ihre Prüfungsvorbereitung optimieren. Lesen Sie hierzu die ausführlicheren Erläuterungen zu den einzelnen Lernbereichen.

16 – 20 Punkte: Sie benötigen vermutlich sehr viel Energie, um Defizite in diesem Bereich zu kompensieren. Eine Änderung Ihrer Lernstrategie in dem Bereich würde eine wesentliche Verbesserung Ihrer bisherigen Prüfungsvorbereitung zur Folge haben. Lesen Sie hierzu unbedingt die ausführlichere Interpretation.

Lernplanung

Sie haben nur vage Vorstellungen von der inhaltlichen Gestaltung Ihrer Lernzeit. Es hängt häufig vom Zufall und von Ihrer Lust ab, welches Themengebiet Sie gerade lernen. Prüfungsrelevanz spielt hierbei oft eine untergeordnete Rolle. Sie werden häufig unzufrieden sein mit sich und Ihren Leistungen, da Sie nur vage Zwischenziele haben, deren Erreichen für Sie nicht überprüfbar ist. Sie sollten sich etwas mehr Zeit nehmen, den genauen Ablauf Ihrer Prüfungsvorbereitung zu konzeptualisieren. Eine bessere Planung könnte diesem schlechten Gefühl vorbeugen.

Zur Erstellung dieses Planes sollten Sie sich Zeit lassen.

Klären Sie, welche Lernzeit Ihnen bis zur Prüfung zur Verfügung steht.

Klären Sie, welche Teilgebiete wirklich prüfungsrelevant sind, und teilen Sie Ihre Zeit entsprechend dem Umfang dieser Stoffgebiete ein.

Beginnen Sie mit den prüfungsrelevantesten Themen.

Kalkulieren Sie mehrere Wiederholungsdurchgänge ein.

Planen Sie an jedem Tag eine feste Zeit ein, in der Sie den Stoff des Vortages wiederholen.

Bedenken Sie, dass Sie Ihren Plan sicherlich mehrmals neu überarbeiten und revidieren müssen. Interpretieren Sie eine Änderung Ihres Lernplanes dabei nicht als völlige Fehlplanung, sondern als neue verbesserte Auflage Ihres ursprünglichen Vorhabens, welches Sie dem Ziel näher bringt.

Lernort

An Ihrem bisher gewählten Arbeitsplatz sind Sie vielen Störungen ausgesetzt und müssen erhebliche Energie aufwenden, um sich diesen Störungen zu entziehen. Die Stunden, die Sie als Arbeitszeit verbuchen, haben Sie eigentlich damit verbracht, sich immer wieder in ein Thema einzudenken, da Sie vermutlich jedes Mal gestört werden, wenn Sie gerade die innere Ruhe gefunden haben, sich auf den Lernstoff einzulassen. Diese Energien stünden Ihnen zusätzlich zum Lernen zur Verfügung, wenn Sie Maßnahmen ergreifen würden, um eine bessere Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

Sie könnten Ihre Prüfungsvorbereitung effizienter gestalten,

indem Sie Ihren jetzigen Arbeitsplatz durch organisatorische Maßnahmen abschirmen,

indem Sie z. B. Lernzeiten definieren, die auch Ihre Bekannten kennen, oder

indem Sie das Telefon abstellen.

Sie können sich aber auch ein Refugium an einem schwer zu erreichenden Ort (z. B. Bibliothek) schaffen.

Letzteres hat darüber hinaus den weiteren Vorteil, dass Sie sich nicht in den Tiefen Ihrer eigenen Literatur verlieren, Ihnen nicht einfällt, dass Sie noch Blumen gießen müssen oder dass Sie ja das Fernsehprogramm vom Abend noch nicht kennen …

Lernzeit

Sie zwingen sich häufig zu ineffektiven Zeiten an den Schreibtisch. Wahrscheinlich sind Sie getrieben von Ihrem schlechten Gewissen, halten sich aber nur vor Ihren Büchern auf, ohne sich tatsächlich in brauchbare Lernarbeit zu vertiefen.

Bei Ihnen besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen Brutto- und Nettoarbeitszeit. Sie verbringen viel Zeit an Ihrem Schreibtisch, ohne dass Sie überhaupt aufnahmefähig sind. Bei der Organisation Ihres Arbeitstages vernachlässigen Sie, dass Sie einem physiologischen Rhythmus unterliegen und Erholungspausen brauchen. Sie zwingen sich an den Schreibtisch, schaffen es vielleicht, ein paar Seiten zu lesen, und sind zu einem späteren Zeitpunkt enttäuscht, weil Sie zwar wissen, dass Sie das Thema gelesen haben, sich aber nicht an den Inhalt erinnern können. Sie kompensieren diesen Misserfolg durch noch längere Arbeitszeiten und ertappen sich ständig bei abschweifenden Gedanken. Dies geschieht zwangsläufig, da Sie Ihrem Geist nicht die nötigen Ruhepausen einräumen.

Akzeptieren Sie die Endlichkeit Ihrer Aufnahmefähigkeit und gönnen Sie sich Pausen.

Bedenken Sie, dass der Erholungswert einer Pause in den ersten Minuten am größten ist.

Machen Sie daher häufiger kurze Pausen.

Wenn Sie sehr lange Pausen machen, sollten Sie hinterfragen, ob diese langen Pausen nicht das Resultat einer mangelnden Lernmotivation sind, die entsteht, weil Sie diese Pausen zu spät machen.

Versuchen Sie auch dann eine Pause einzulegen, wenn Sie eigentlich noch „fit“ sind.

Steigern Sie Ihre tägliche Lernzeit von Woche zu Woche.

Sie werden bemerken, dass Sie sich darauf freuen, nach 5 – 10 min wieder an den Schreibtisch zu dürfen, wenn Sie Ihre Lernzeit nicht bis zur Erschöpfung ausdehnen.

Lernstil

Sie empfinden Lernen als eine Pflichtübung, bei der es gilt, einfach nur viele Fakten zu behalten. Sie versuchen diese Fakten abzuspeichern und verlieren vermutlich schnell die Lust am Lernen, weil Sie nur für die Prüfung lernen.

Sie sollten sich bemühen, den Lernstoff in Ihre eigenen Gedächtnisstrukturen zu integrieren. Hierzu ist es jedoch notwendig, die Inhalte selbst zu überdenken und nicht nur passiv abzuspeichern.

Eine Übung könnte ein Referat sein, welches Sie zu einem relevanten Thema vorbereiten und das Sie einer fachfremden Person vortragen. Bei der Erläuterung komplexer Zusammenhänge gegenüber einem Fachfremden werden Sie Strategien entdecken, die Sie sich selbst zunutze machen können, wenn Sie vor der Aufgabe stehen, komplizierte Zusammenhänge zu behalten.

Überlegen Sie sich praktische Anwendungen des Gelernten oder suchen Sie nach Beispielen aus Ihrem Alltag, die Sie mit dem Gelernten assoziieren. Auf diese Weise wird der Stoff in Ihre eigenen Gedächtnisstrukturen integriert.

Entwickeln Sie eigene Modelle, die gedanklich oder konkret sein können, um die Verarbeitungstiefe des Gelernten zu erhöhen. Vernachlässigen Sie hierbei zunächst den Anspruch auf die Vollständigkeit dieser Modelle, damit Sie sich nicht verzetteln.

Erinnern oder konstruieren Sie zu jedem Krankheitsbild einen Patienten, den Sie selbst behandelt haben. Überlegen Sie, welche diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen Sie selbst durchgeführt haben oder durchführen lassen würden.

Dieser Lernstil erfordert kurzfristig zwar mehr Zeit, doch die neu entwickelten Strategien vermitteln Ihnen Spaß am Lernen, so dass Sie keine zusätzliche Belastung empfinden. Darüber hinaus sparen Sie sich einige Wiederholungsdurchgänge, da Sie den gelernten Stoff durch die gesteigerte Verarbeitungstiefe länger behalten.

Lesestil

Sie lesen ein Lehrbuch wie einen Roman. Leider empfinden Sie dessen Inhalt wahrscheinlich weniger spannend, so dass nur sehr wenig von dem Gelesenen haften bleibt. Sie könnten die Behaltensquote des Gelesenen wesentlich steigern, wenn Sie Folgendes beachten:

Verschaffen Sie sich einen Überblick über den Lernstoff, indem Sie auch Vorwort und Einleitung der Lehrbücher lesen und das Inhaltsverzeichnis studieren.

Leiten Sie sich aus den Kapitelüberschriften Fragen an den Text ab (Beispiel Hormone: Was ist ein Hormon? Wie teilt man Hormone ein? Was passiert, wenn wir ein bestimmtes Hormon nicht hätten?). Sie können diese Standardfragen im Prinzip zu jedem Kapitel stellen.

Versuchen Sie beim Lesen, die gestellten Fragen zu beantworten.

Fassen Sie in eigenen Worten den gelesenen Text zusammen und markieren Sie die Kernaussagen des Textes, auch wenn diese zunächst zu trivial erscheinen.

Markieren Sie Textstellen erst dann, wenn Sie einen Abschnitt vollständig gelesen und selbst durchdacht haben, was die Kernaussage des Gelesenen war.

Rekapitulieren Sie nach ca. einem Tag das Gelesene, ohne das Buch hierbei aufzuschlagen. Lesen Sie erst dann erneut, wenn Sie bei Ihrem Gedächtnisprotokoll die Lücken erkannt haben.

Möglicherweise benötigen Sie beim ersten Lesedurchgang mehr Zeit als gewohnt. Kurz vor der Prüfung profitieren Sie jedoch von diesem Mehraufwand. Sie werden sehr viel von den gelesenen Texten behalten, da Sie mit der inzwischen erworbenen Lesestrategie eine hohe Verarbeitungstiefe erreichen.

Der Mensch behält

(nach R. Spinola, in Weiterbildung 4/88):

10 % von dem, was er liest,

20 % von dem, was er hört,

30 % von dem, was er beobachtet,

50 % von dem, was er hört und sieht,

70 % von dem, was er selbst sagt,

90 % von dem, was er selbst tut.

Prüfungsrhetorik

Auf Augenhöhe mit dem Prüfer!?

Im Zusammenhang mit der Facharztprüfung wird immer wieder betont, dass es sich hierbei um ein „kollegiales Fachgespräch“ handelt. Trotz der in dieser Formulierung angedeuteten Statussymmetrie gibt es unter den „Kollegen“ faktisch erhebliche Rollenunterschiede: Während der Prüfling mit einem Anliegen an die Prüfungskommission herantritt, haben die Prüfer die Macht, dies zu bewilligen oder abzulehnen.

Bei aller Kollegialität sollten daher in jedem Fall einige kommunikative Grundregeln beachtet werden.

Beurteilungskriterien in der Prüfung

Jede menschliche Kommunikation findet stets auf zwei Ebenen gleichzeitig statt: der Vernunft- und der Gefühlsebene. Dieses Prinzip greift selbstverständlich auch in mündlichen Prüfungen.

Den Nachweis unserer fachlichen Qualifikation erbringen wir über unsere inhaltlichen Äußerungen, die der Prüfer auf der Vernunftebene wahrnimmt und bewertet. Gleichzeitig empfängt und interpretiert der Prüfer unbewusst aber auch alle anderen (nonverbalen) Signale, die wir senden, und gleicht sie mit dem gängigen Rollenideal ab.

Im Prüfungsgespräch muss der Kandidat daher beweisen, dass er nicht nur über die fachlichen Voraussetzungen zum Facharzt verfügt, sondern auch die erforderlichen charakterlichen Eignungsmerkmale mitbringt. Hierzu zählen z. B. Selbstsicherheit, Belastbarkeit, angemessene Umgangsformen etc. All dies wird über nonverbale Signale vermittelt, wie z. B. unsere äußere Erscheinung, Sprache und Körperhaltung. Daraus ergeben sich verschiedene Konsequenzen auf der Verhaltensebene.

Tasten und testen: die Begrüßungsphase

In der sog. Begrüßungsphase tasten sich die Gesprächspartner aneinander heran. Auf der Basis des hier gezeigten Verhaltens orientieren sich die Prüfer, d. h. es entsteht ein erster Eindruck vom Prüfling. Ist dieses „Vor-Urteil“ erst gebildet, werden die Prüfer im weiteren Verlauf des Gesprächs versuchen, Belege zur Untermauerung ihrer Annahme zu finden (zur Not wird das Gehörte/Gesehene im Unterbewusstsein auch „passend gemacht“, um Disharmonien zwischen der Vernunft- und Gefühlsebene zu beseitigen).

Da die Begrüßungsphase sehr kurz und wortarm ist, entsteht der prägende Ersteindruck hauptsächlich aufgrund der vom Prüfling vermittelten nonverbalen Signale. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache können die folgenden Tipps eine positive Voreinstellung des Prüfers bewirken.

Kleidung/äußere Erscheinung

Ihre äußere Erscheinung am Prüfungstag sollte dem formalen Anlass einer Prüfung gerecht werden. Entscheiden Sie sich für eine Garderobe, die einen möglichst optimalen Kompromiss zwischen den Anforderungen der Prüfungssituation und Ihren eigenen Vorstellungen darstellt, damit Sie am Tag X nichts aus der Fassung bringt. Wer sich irgendwie „verkleidet“, in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt oder lächerlich fühlt, könnte ungewollt die falschen Signale in Richtung Prüfer aussenden.

Körperhaltung und Auftreten

Die Körperhaltung ist eine der zentralen Strategien, bewusste Kompetenzsignale zu vermitteln. Positive Verhaltensziele wie Entspanntheit und Selbstbewusstsein können durch eine kontrollierte Körperhaltung ausgedrückt werden.

Gangarten Probieren Sie unterschiedliche Gangarten im Hinblick auf Tempo und Anspannung. Gehen Sie auf Ihr Spiegelbild zu und begrüßen Sie einen imaginären Prüfer. Die zunehmende Routine wird Sie entspannen, so dass das Kompetenzsignal „selbstbewusst auftreten“ sich von selbst einstellt.

Blickkontakt Erweitern Sie Ihr Gangtraining um die Komponente „Blickkontakt“. Gehen Sie auf den „Prüfer“ im Spiegel zu und versuchen Sie, einem Blickkontakt standzuhalten (dabei das Lächeln nicht vergessen, sonst wirkt Ihr Verhalten aggressiv!). Nach und nach wird sich durch Training auch diese Selbstbewusstseinsgeste fest in Ihrem Verhaltensrepertoire verankern.

Sitzpositionen Probieren Sie Sitzpositionen aus (mit und ohne Tisch)! Benutzen Sie auch hier Ihr Spiegelbild als Kontrolle. Versuchen Sie, Sitzpositionen zu finden, die Selbstbewusstsein und Entspanntheit ausdrücken (z. B. locker übereinander geschlagene Beine, Hände lose im Schoß gefaltet oder entspannt auf dem Tisch). Ziel sollte es sein, eine Sitzposition zu finden, die häufige Korrekturen (gern als „nervöses Gezappel“ interpretiert) vermeidet.

Rollenspiel Alle im Vorfeld trainierten Verhaltensweisen sollten bis zur Prüfung so weit automatisiert sein, dass sie authentisch wirken. Nichts darf so aufgesetzt wirken wie die Vorstellung eines schlechten Schauspielers. Der Prüfer könnte sonst auf die Idee kommen, auch Ihre Fachkompetenz sei nur „vorgetäuscht“. Sichern Sie sich daher durch Rollenspiele mit Ihrer Arbeitsgruppe/Ihren Freunden ab und lassen Sie sich Ihr Verhalten in seiner Wirkung rückmelden.

Spielen Sie die Begrüßungsphase mit verteilten Rollen durch. Legen Sie dabei Ihre Ziele offen und lassen Sie sich die Wirkung Ihres Verhaltens rückmelden. Setzen Sie jeden Verbesserungsvorschlag unmittelbar in einen neuen Versuch um, bis Ihr Verhalten sich mit der gewünschten Wirkung deckt.

Beobachten Sie genau, wie Ihre Mitspieler Ihre Verhaltensziele umsetzen. Möglicherweise können Sie von den gezeigten Alternativen profitieren (ausprobieren!).

Variieren Sie die Begrüßungssituation, damit Sie für alle Fälle gewappnet sind (z. B. Prüfer kommt zur Begrüßung auf Sie zu; Prüfer ist bei Ihrem Eintreten noch mit Notizen beschäftigt etc.). Dokumentieren Sie das Akzeptieren der Rollengrenzen durch Einhalten der „Benimm-Regeln“!

Sauber starten: das „Warming-up“ im Prüfungsgespräch

Als Warming-up bezeichnet man die Phase im Prüfungsgespräch, in der die ersten inhaltlichen Äußerungen getroffen werden. Zur Annäherung und zum Stressabbau stellt der Prüfer in der Regel eine offene Eingangsfrage. Das bedeutet: Der Prüfling hat den aktiven Sprecherpart und verfügt bei der Gestaltung der Antwort sowohl zeitlich als auch inhaltlich über einen maximalen Freiheitsgrad und entscheidet allein, was und wie viel er erzählt.

Das Warming-up ist beendet, sobald der Prüfling seinen Redefluss unterbricht oder signifikante fachliche Fehler macht. Mit dem Ende dieser Phase übernehmen die Prüfer verstärkt die Themen- und Gesprächssteuerung.

Verhaltensziel in dieser Prüfungsphase sollte es sein, ein Maximum an Prüfungszeit durch selbstbestimmtes Sprechen zu verbrauchen und eine vorzeitige Einmischung des Prüfers zu verhindern.

Hier eine Auswahl geeigneter Strategien:

Sprechtempo kontrollieren Langsames Sprechen verbraucht Zeit, hat einen selbstberuhigenden Effekt und suggeriert Selbstbewusstsein. Sprechen Sie sich zur Übung in Ihrem normalen Sprechtempo einen kurzen Text vor, den Sie auswendig hersagen können. Stoppen Sie die Zeit und versuchen Sie in den folgenden Durchgängen, die Sprechzeit möglichst zu verdoppeln.

Bemühen Sie sich auch in Alltagsgesprächen, sooft Sie daran denken, um eine gezielte Verlangsamung des Sprechtempos. Sie werden die Erfahrung machen, dass Sie sich besser konzentrieren können, sich insgesamt entspannter fühlen und dass Ihre Zuhörer aufmerksamer sind als üblich.

Antworten sinnvoll strukturieren Verfahren Sie grundsätzlich nach der Faustregel „Skelett vor Detail“! Eine vom Allgemeinen zum Speziellen voranschreitende Antwortstruktur erlaubt Ihnen, ein Maximum an Prüfungszeit selbstbestimmt zu gestalten und vorzeitige Einmischungen der Prüfer zu verhindern. Je mehr Sie (quantitativ) zu sagen haben, desto deutlicher gelingt es Ihnen, (Fach-)Kompetenz zu suggerieren. Es sei allerdings angemerkt, dass eine unabdingbare Erfolgsvoraussetzung für diese Strategie die fachliche Korrektheit Ihrer Äußerungen ist!

Führen Sie als Training mit Ihrer Arbeitsgruppe/Ihren Freunden eine Simulation dieser Gesprächsphase durch. Lassen Sie sich eine offene Eingangsfrage stellen und bitten Sie die anderen, sich überall dort mit Fragen einzuschalten, wo eine Nachfrage erforderlich scheint. Je länger Sie ungestört reden können, desto besser ist Ihre Antwortstruktur!

Mit Pausen richtig umgehen Pausen haben eine überaus wichtige Funktion im Prüfungsgespräch, denn Sie geben dem Prüfling die nötige Zeit, seine Gedanken zu ordnen, und fördern so einen logisch-stringenten Vortrag. Um den Sprecherpart und damit die aktive Gesprächssteuerung in dieser Phase möglichst lange zu behalten, sollte man allerdings dafür sorgen, dass der Prüfer die eingeschobenen Pausen nicht als „Startsignal“ missdeutet.

Verschaffen Sie sich in Alltagsgesprächen ein Gefühl dafür, welche Pausenlänge vom Gesprächspartner toleriert wird. Registrieren Sie unauffällig die Pausenlänge bis zur ersten Einmischung des Gesprächspartners. Auf diese Weise gewinnen Sie ein sicheres Gefühl für die zeitliche Angemessenheit von Sprechpausen.

Vermeiden Sie überlange Pausen in der Prüfung, wenn Sie auf Anhieb keine Antwort parat haben. Versuchen Sie stattdessen „laut zu denken“, d. h. lassen Sie den Prüfer an Ihrer Antwortfindung teilhaben. Bemühen Sie sich, auf der Basis Ihnen bekannter Fakten eine Antwort herzuleiten. Immerhin ist dieses Verfahren besser als ein vorschnelles „Passen“, da Sie auf diese Weise wenigstens in Teilbereichen Ihre Kompetenz dokumentieren können.

Laut und deutlich sprechen Die Sprachqualität (Lautstärke, Intonation, Tempo) ist ein überaus deutliches Kompetenzsignal. Mit dem vorrangigen Ziel in dieser Prüfungsphase, eine vorzeitige Prüfereinmischung zu verhindern, ist insbesondere die Lautstärke von großer Bedeutung.

Eine laute und klare Aussprache kann z. B. verhindern, dass der Prüfer Ihre Ausführungen rein akustisch nicht versteht. Eine Nachfrage des Prüfers könnte Sie zum einen verunsichern und zum anderen mit einer weiteren Frage verknüpft werden, so dass die selbstbestimmte Eröffnungsphase vorzeitig gekappt wird. Darüber hinaus steigt für den Prüfer die Hemmschwelle, sich in einen lauten Vortrag einzuschalten, da er Sie bei seiner Unterbrechung akustisch überbieten müsste!

Abgesehen davon suggeriert eine angemessene Lautstärke, dass Sie hinter dem stehen, was Sie sagen, und ist damit eine eindeutige Dokumentation von Selbstbewusstsein und Kompetenz. Und bitte keine falsche Scheu: Eine geflüsterte Falschantwort ist mit Blick auf die Endbeurteilung nicht weniger gravierend als eine laut und deutlich vorgetragene …

Versuchen Sie schließlich, Ihre Intonation zu verbessern (z. B. durch laute Leseübungen). Sie tun Ihren durch vorangegangene Prüfungen vielleicht schon erschöpften Prüfern einen großen Gefallen, da es leichter fällt, einem intonatorisch abwechslungsreichen Vortrag zu folgen. Auf diese Weise sammeln Sie ohne großen Aufwand Pluspunkte.

Die heiße Phase des Prüfungsgesprächs

In dieser Gesprächsphase geht es darum, die Fachkompetenz des Prüflings etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Entsprechend dominieren die Prüfer das Geschehen durch eine verstärkte (Frage-)Aktivität im Detailbereich.

Unser vorrangiges Gesprächsziel in dieser Phase sollte es sein, die Zahl der Prüferfragen möglichst gering zu halten, deren „Tiefenreichweite“ auf ein vertretbares Maß zu begrenzen und die eigenen Antwortspielräume auszubauen.

Antworten sinnvoll strukturieren Wie schon in der Frühphase des Prüfungsgesprächs sollten jetzt die Antworten generell vom Allgemeinen zum Speziellen strukturiert werden.

Machen Sie sich klar, dass jede Ihrer Antworten ein potenzielles Angebot an den Prüfer darstellt, die von Ihnen gegebenen Fachinformationen durch weitergehende Fragen zu vertiefen. Durch die Antwortstruktur „Skelett vor Detail“ hat man die Chance, vorab eine ganze Reihe richtiger Fakten zu nennen, bevor auf der Detailebene ggf. „gepasst“ werden muss. Der positive Effekt basiert hier auf einer Abschwächung möglicher Falschantworten durch ihre Einbettung in (richtige) Allgemeinaussagen.

Das Prüfungsgespräch steuern Um sein (fachliches) Gesicht in der Detailfragerunde zu wahren, sollte man ausschließlich „kontrollierte“ Antworten geben, um sich ein Mindestmaß an thematischer Steuerung zu sichern. Nur so besteht die Möglichkeit, Nichtgewusstes dezent zu verschweigen und stattdessen sicheres Wissen zu thematisieren. Aus diesem Grund sollten in den Antworten ausschließlich Themen, Termine oder Details genannt werden, die bei näherem Nachfragen auch näher erläutert werden können. Andererseits können Details bewusst und gezielt eingeflochten werden, um den Prüfer zu Nachfragen zu provozieren und dann fachlich zu glänzen.

Trainieren Sie Ihre Fähigkeit zur Gesprächssteuerung, indem Sie z. B. versuchen, „Köder“ aus dem Bereich Ihres sicheren Fachwissens auszulegen. Am geeignetsten hierfür erweist sich immer wieder die Erwähnung spezieller Fachtermini oder Verfahren.

Antwortspielräume ausbauen Weniger Prüferfragen bedeuten mehr Antwortspielräume für den Prüfling. Die quantitative Minimierung der Prüferfragen erlaubt dem Kandidaten, besser zu steuern, was er darstellen will oder kann, sodass die Gefahr, bei Lücken ertappt zu werden, sich erheblich verringert. Außerdem bedeutet ein selbstbestimmtes (und möglichst ausgedehntes) Gestalten von Prüfungszeit, dass weniger Gebiete/Themen abgefragt werden können.

Denken Sie daran, dass (selbst richtige) Stichworte häufig geraten wirken und bei der Endbeurteilung im ungünstigsten Fall als bloßes Fragmentwissen eingestuft werden. Gewöhnen Sie sich in Prüfungssimulationen daher an, grundsätzlich in ganzen, zusammenhängenden Sätzen zu antworten. Kombinieren Sie diese Technik mit einer bewussten Kontrolle des Sprechtempos, um möglichst viel Prüfungszeit selbstbestimmt zu verbrauchen.

Trainieren Sie die inhaltliche Strukturierung Ihrer Antworten unter dem Aspekt der Nachvollziehbarkeit. Sollte sich aus der Prüferperspektive ein „roter Faden“ vermissen lassen, ist mit häufigen und vorzeitigen Einmischungen und damit mit dem Verlust des Sprecherparts zu rechnen.

Sollte Ihnen dieser Trainingspunkt schwerfallen, stellen Sie den Prüfungssimulationen eine Aufbauübung voran: Skizzieren Sie Ihre Antworten (z. B. auf Fachfragen aus früheren Prüfungsprotokollen) zunächst schriftlich und bitten Sie dann Ihre Arbeitsgruppe/Freunde um eine Beurteilung im Hinblick auf Nachvollziehbarkeit und logische Stringenz!

Sich auf den Prüfer einstellen In der heißen Phase des Prüfungsgesprächs sollte jede unnötige Spannung zwischen Prüfer und Prüfling vermieden werden. Aus diesem Grund sollte der Kandidat versuchen, sich möglichst schnell auf den Fragestil des Prüfers einzustellen. Ausschweifende Antworten werden den „Stichwort-Frager“ ebenso in Wallung bringen wie Telegrammstil-Antworten den „offenen Frager“. Die Konsequenz einer missglückten Einstellung auf den Prüfer ist das vorzeitige Abkappen der Prüflingsbeiträge. Dadurch werden Selbstbewusstsein und Konzentrationsfähigkeit des Kandidaten unterminiert und (schlimmer noch) die Unfähigkeit der Verhaltenseinstellung auf den Prüfer ggf. als fachliche Unfähigkeit hochgerechnet.

Spielen Sie in Ihren Prüfungssimulationen verschiedene Prüfertypen durch mit dem Trainingsziel, Ihre Antworten möglichst schnell dem Fragestil des Prüfers anzupassen. Fertigen Sie dazu eine Kurzbeschreibung verschiedener Prüfertypen an. Ein Mitglied Ihrer Lerngruppe wählt dann geheim einen Prüfertyp aus, den er in der folgenden Simulation verkörpern will. Nach der „Prüfung“ beurteilt der Prüfer das Anpassungsvermögen des Kandidaten und gibt ggf. Hinweise zu einer Optimierung des Antwortstils.

Adressen der Ärztekammern

Bundesärztekammer

Postfach 120 86410598 BerlinTel.: 0 30/40 04 56–0Fax: 0 30/40 04 56–3 88E-Mail: [email protected]

Landesärztekammer Baden-Württemberg

Jahnstraße 4070597 StuttgartTel.: 07 11/7 69 89–0Fax: 07 11/7 69 89–50E-Mail: [email protected]

Bayerische Landesärztekammer

Mühlbaurstraße 1681677 MünchenTel.: 0 89/41 47–0Fax: 0 89/41 47–2 80E-Mail: [email protected]

Ärztekammer Berlin

Friedrichstraße 1610969 BerlinTel.: 0 30/4 08 06–0Fax: 0 30/4 08 06–34 99E-Mail: [email protected]

Landesärztekammer Brandenburg

Dreifertstraße 1203044 CottbusTel.: 03 55/7 80 10–0Fax: 03 55/7 80 10–1136E-Mail: [email protected]

Ärztekammer Bremen

Schwachhauser Heerstraße 3028209 BremenTel.: 04 21/34 04 20–0Fax: 04 21/34 04 20–9E-Mail: [email protected]

Ärztekammer Hamburg

Weidestraße 122b22083 HamburgTel.: 0 40/20 22 99 0Fax: 0 40/20 22 99 400E-Mail: [email protected]

Landesärztekammer Hessen

Im Vogelsgesang 360488 Frankfurt am MainTel.: 0 69/9 76 72–0Fax: 0 69/9 76 72–1 28E-Mail: [email protected]

Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern

August-Bebel-Straße 9 a18055 RostockTel.: 03 81/4 92 80–0Fax: 03 81/4 92 80–80E-Mail: [email protected]

Ärztekammer Niedersachsen

Berliner Allee 2030175 HannoverTel.: 05 11/3 80 02Fax: 05 11/3 80 22 40E-Mail: [email protected]

Ärztekammer Nordrhein

Tersteegenstraße 940474 DüsseldorfTel.: 02 11/43 02–0Fax: 02 11/43 02–2009E-Mail: [email protected]

Landesärztekammer Rheinland-Pfalz

Deutschhausplatz 355116 MainzTel.: 0 61 31/2 88 22–0Fax: 0 61 31/2 88 22 88E-Mail: [email protected]

Ärztekammer des Saarlandes

Hafenstraße 2566111 SaarbrückenTel.: 06 81/40 03–0Fax: 06 81/40 03–340E-Mail: [email protected]

Sächsische Landesärztekammer

Schützenhöhe 1601099 DresdenTel.: 03 51/8 26 70Fax: 03 51/8 26 74 12E-Mail: [email protected]

Ärztekammer Sachsen-Anhalt

Doctor-Eisenbart-Ring 239120 MagdeburgTel.: 03 91/6 05 46Fax: 03 91/6 05 47 00E-Mail: [email protected]

Ärztekammer Schleswig-Holstein

Bismarckallee 8 – 1223795 Bad SegebergTel.: 0 45 51/8 03–0Fax: 0 45 51/8 03–1 88E-Mail: [email protected]

Landesärztekammer Thüringen

Im Semmicht 3307751 Jena-MauaTel.: 0 36 41/6 14–0Fax: 0 36 41/6 14–1 69E-Mail: [email protected]

Ärztekammer Westfalen-Lippe

Gartenstraße 210 – 21448147 MünsterTel.: 02 51/9 29–0Fax: 02 51/9 29–29 99E-Mail: [email protected]

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Abkürzungen

Facharzt – wie nehme ich die letzte Hürde?

Das Facharztgespräch

Antragstellung und Voraussetzungen

Prüfungstermin

Prüfungsablauf

Nichtbestehen

Prüfungsstil und -inhalt

Protokollführung

Lerntipps

Selbsttest

Auswertung

Interpretation

Prüfungsrhetorik

Auf Augenhöhe mit dem Prüfer!?

Beurteilungskriterien in der Prüfung

Tasten und testen: die Begrüßungsphase

Sauber starten: das „Warming-up“ im Prüfungsgespräch

Die heiße Phase des Prüfungsgesprächs

Adressen der Ärztekammern

1 Geschichte der Urologie

1.1 Literatur

2 Kinderurologie – Kindliche Harnstauungsnieren Urethralklappen, VUR, Doppelnieren

2.1 Literatur

3 Kinderurologie – Kindliche Fehlbildungen des Urogenitaltraktes

3.1 Hodenhochstand, Phimose

3.2 Hypospadie

3.3 Harnröhrenklappen, Blasendivertikel

3.4 Epispadie, Ekstrophie

3.5 Literatur

4 Neurogene Blasenfunktionsstörung

5 Inkontinenz

6 Erkrankungen der Nebenniere

7 Infektionen des männlichen Genitales

7.1 Epididymitis

7.2 Orchitis

7.3 Prostatitis

7.4 Fournier-Gangrän

7.5 Urethritis

7.6 Virale penile Infektionen

7.7 Kavernitis

7.8 Literatur

8 Zystisinfektionen, Zystitis, Pyelonephritis

8.1 Diagnostik und Therapie unkomplizierter Harnwegsinfektionen

8.2 Diagnostik und Therapie komplizierter Harnwegsinfektionen und der Urosepsis

8.3 Diagnostik und Therapie nosokomialer und katheterassoziierter Harnwegsinfektionen

8.4 Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen

8.5 Literatur

9 Traumata des Urogenitaltraktes

9.1 Verletzungen der Niere

9.2 Verletzungen des Harnleiters

9.3 Verletzungen der Blase

9.4 Verletzungen der Harnröhre

9.5 Verletzungen des Penis

9.6 Verletzungen des Hodens

10 Urolithiasis

11 Andrologie/Fertilität

11.1 Literatur

12 Andrologie/Induratio penis plastica/erektile Dysfunktion/Ejakulationsstörungen

12.1 Erektile Dysfunktion

12.2 Induratio penis plastica (IPP)

13 Benignes Prostatasyndrom (BPS)

14 Maligne Erkrankungen der Niere

14.1 Literatur

15 Maligne Erkrankungen der Harnblase

15.1 Literatur

16 Maligne Erkrankung der Prostata

16.1 Screening und Epidemiologie

16.2 Diagnostik

16.3 Therapie des lokal begrenzten und des lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinoms

16.4 Metastasiertes Prostatakarzinom (PCA) und Rezidiv

16.5 Kastrationsrefraktäres Prostatakarzinom (CRPC)

16.6 Literatur

17 Maligne Erkrankungen des Hodens

17.1 Literatur

18 Maligne Erkrankungen des Penis

18.1 Epidemiologie

18.2 Prognose

18.3 Diagnostik

18.4 Therapie des Primärtumors

18.5 Lymphknotenmanagement

18.6 Chemotherapie

18.7 Nachsorge

18.8 Literatur

Anschriften

Impressum

1 Geschichte der Urologie

F. Moll, D. Schultheiss

1

Mit welchen Methoden und Hilfswissenschaften arbeitet die Medizingeschichte?

Mit der Quellenanalyse nach hermeneutischen Regeln.

Die Geschichte der Urologie und auch die Medizingeschichte als allgemeines historisches Fach und ebenfalls notwendiges Teilfach der Medizin – nach außen für ein allgemeines Publikum wie nach innen sowohl für Historiker als auch Mediziner/Urologen – beschäftigt sich mit Ereignissen, Personen, Objekten, Strukturen und Prozessen der Vergangenheit, die als Geschichte dann rekonstruiert werden. Insbesondere stehen historische Lösungsversuche zu Gesundheit und Krankheit im Zusammenhang mit der Disziplin Urologie als Grundprobleme im Blickpunkt des Forschungsinteresses. Die Einordnung in den historischen Kontext streift philosophische, anthropologische, ethnologische, kulturelle, religiöse und naturwissenschaftliche sowie rechtliche Fragestellungen.

Die Medizingeschichte und Urologiegeschichte ist heute nicht mehr alleinige Domäne der Medizin oder Philologie.

Häufig wird mit sog. Quellen (Egodokumenten, Texten) umgegangen, die nach hermeneutischen Regeln analysiert werden.

Der Fächerkanon der Historischen Hilfswissenschaften – bestehend aus Diplomatik, Paläographie (Schriftenkunde), Epigraphik (Inschriftenkunde), Numismatik (Münzkunde), Heraldik (Wappenkunde), Chronologie, Sphragistik (Siegelkunde), historischer Geographie (nicht zu verwechseln mit der Geschichte der Kartographie), historischer Metrologie, Genealogie, Kodikologie (Handschriftenkunde des Buches), Bibliographiekunde und Einbandkunde, Aktenkunde, Realienkunde und historischer Fachinformatik – fasst Gebiete zusammen, die sich mit dem unmittelbaren Verständnis der historischen Quellen beschäftigen. Weiterhin kommen auch soziologische Methoden zum Einsatz.

Neue Felder der Forschung sind Ideen- und Konzeptgeschichte, Sozialgeschichte, Professionalisierungs- und Medikalisierungsgeschichte, Patienten- und Körpergeschichte.

2

Welche beiden Eingriffe definieren die Fachdifferenzierung der Urologie in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts?

Nephrektomie und

Blasenspiegelung.

Entscheidend für die Entwicklung der Spezialdisziplin Urologie in der Ära der naturwissenschaftlichen Medizin war zum einen die Inaugurierung der Nephrektomie mit klarer Indikation durch Gustav Simon (1824–1876) in Heidelberg im Jahr 1869 an der Patientin Margaretha Kleb sowie 1879 die erste sichere Zystoskopie durch ein alltagstaugliches Instrument durch Maximilian Nitze (1848–1906) in Zusammenarbeit mit dem Wiener Instrumentenbauer Josef Leiter (1830–1892) in Wien.

3

Welche Untersuchung war sowohl in der vornaturwissenschaftlichen Ära als auch unter dem naturwissenschaftlichen Paradigma Signet für die Urologie?

Die Harnschau.

Die Harnschau (Uroskopie) konnte sich ausgehend von den humoralpathologischen Vorstellungen der antiken Medizin in die naturwissenschaftliche Epoche hinüberretten. Während unter dem alten Paradigma der Harn in der Regel in einer Matula unter den Kriterien

Farbe,

Sediment,

Geschmack,

Geruch

(also durch die Sinne) untersucht wurde, stehen bei naturwissenschaftlicher Betrachtungsweise

physikalische Eigenschaften,

chemische Eigenschaften sowie

biologische Eigenschaften

im Analyseraster. Dies bedeutet jedoch keine Verengung des Blickes, sondern die vormoderne Harnschau besaß eine viel breitere, das gesamte Spektrum der fassbaren Krankheiten einschließende diagnostische Bedeutung. Die Darstellung der Harnfarben in Harnglasscheiben besitzt auch unter naturwissenschaftlicher Betrachtungsweise ihren Stellenwert. Der harnschauende Arzt findet sich noch heute u.a. in den Signets der Deutschen Gesellschaft für Urologie, des Berufsverbandes deutscher Urologen und der American Urological Association.

4

Welche Gottheit gab der urologischen Erkrankung „Priapismus“ den Namen?

Priapos.

Das „Mythonym“ leitet sich von dem griechisch Πριαπος (lat. Priapus), Sohn der Aphrodite und des Dionysos, ab. Er war Gott der Fruchtbarkeit und Beschützer von Vieh, Fischen, Bienen und Früchten. Statuetten mit großem erigiertem Glied standen an den Rändern der Feldraine zur Unglücksabwehr und zur Abschreckung von Dieben; sie sollten Glück bringen.

5

Nennen Sie die ältesten urologischen Operationen/Eingriffe.

Katheterismus,

Beschneidung,

Blasenstein-OP.

Diese Eingriffe lassen sich in die frühen Hochkulturen zurückverfolgen.

Die Beschneidung findet sich sowohl bei den Ägyptern wie auch den Ureinwohnern Australiens, wobei die ethnologischen Deutungsmuster vielfältig sind.

Der Steinschnitt wird bereits im Hippokratischen Eid erwähnt.

Katheterfunde sind aufgrund des Materials – pflanzlichen Produkten oder Bronze – sehr selten. Funde sind u.a. aus Pompeji bekannt, aber auch aus anderen Regionen des Römischen Reiches.

6

Welche neuere deutsche Erfindung revolutionierte die Urologie nachhaltig?

Die Stoßwellenlithotripsie.

Die berührungsfreie Steinzertrümmerung durch Stoßwellen (ESWL) – griech. λίθος „Stein“ und τρίβειν „reiben“ – am lebenden Patienten wurde erstmalig am 7.2.1980 in München ausgeführt. Die ESWL revolutionierte die Harnsteinbehandlung nachhaltig und drängte die „offenen“ Operationen wie Pyelolithotomie oder Ureterolithotomie in ein Nischendasein zurück.

Waren schon in den 1970-er Jahren Forschungsgruppen z.B. aus Aachen (Lutzeyer, Pohlmann, Terhorst) mit Arbeiten zur Zertrümmerung von Blasensteinen durch Ultraschall hervorgetreten, die aber eine Steinberührung mit der ultraschallgenerierenden Sonde voraussetzten, gelang es einem Forscherteam aus München um Chaussy, Eisenberger, Hepp, Schmiedt u.a., die sog. Badewanne zu inaugurieren.

7

Welcher Umstand führte zu einer wissenschaftlichen Isolation der Urologie in Deutschland in den 1930-er Jahren?

Die Verfolgung, Vertreibung und Ermordung zahlreicher führender Vertreter des Fachs, die unter die NS-Rassengesetzgebung fielen.

Die durch den Nationalsozialismus ab 1933 erlassenen Gesetze zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums und weitere Gesetze führten gerade bei einer Fachgesellschaft wie der alten DGfU mit einem sehr hohen Anteil (fast 30%) jüdischer Kollegen zum Exodus.

Die freiwerdenden Hochschulposten oder Leitungsstellen an großen Kliniken konnten nur ungenügend durch arrivierte und fachlich ausgewiesene Wissenschaftler, die sich oftmals in den besonderen Dienst dieses Regimes stellte, ersetzt werden, sodass die fachliche Entwicklung letztendlich stagnierte und wiederum wie nach dem I. Weltkrieg eine wissenschaftliche Isolation einsetzte.

8

Worauf ist die Krankheitsbezeichnung Syphilis zurückzuführen?

Auf ein italienisches Gedicht.

Im Jahr 1530 veröffentlichte der italienische Arzt, Astronom, Philosoph und Dichter Girolamo Fracastoro (1478–1553), Spross einer alten veronesischen Patrizierfamilie, ein Gedicht über die Syphilis (Syphilis sive morbi gallici), in der erstmals die heute gängige Bezeichnung der Erkrankung erwähnt wurde. Das relativ lange Poem in 3 Bänden handelt von einem Schäfer mit dem Namen Syphilus, der den Sonnengott Apollo beleidigt und vom Glauben an den Sonnenkult abfällt. Zur Strafe bedenkt ihn dieser mit der Krankheit.

Den Namen Syphilus entnahm der Humanist Fracastoro wahrscheinlich der antiken Mythologie, denn dort heißt der zweite Sohn der Niobe Sipylus.

9

Welche technischen Neuerungen dienten wesentlich der seuchenpolizeilichen Optimierung städtischer Verhältnisse im 19. Jahrhundert?

Das Wasserklosett und die Schwemmkanalisation, wobei sich beide Einrichtungen gegenseitig bedingen.

Sobald der Zusammenhang zwischen Seuchenerkrankungen – und hier besonders der Cholera – und verschmutztem Wasser im 19. Jahrhundert erkannt wurde, rückten die zentrale Versorgung mit Wasser und die zentralisierte Entsorgung des Abwassers in den Blick der Stadtplaner. Kanalisation und Trinkwasserbereitstellung wurden zu öffentlichen Aufgaben.

Im Jahr 1739 war Wien als erste Stadt Europas vollständig kanalisiert. 1842 wurde in London mit dem Bau des Kanalisationssystems begonnen. Das erste moderne Kanalisationssystem auf dem europäischen Festland entstand ab 1856 in Hamburg nach dem Großen Brand von 1842.

Noch heute haben auf der Erde 2,4 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Toiletten mit ausreichender Hygiene.

11

Ab welchem Jahrzehnt entwickelte sich die Nierentransplantation zu einer urologischen Standardoperation in West- und Ostdeutschland?

1960–1970.

Die erste erfolgreiche Nierentransplantation in Deutschland wurde 1963 von Wilhelm Brosig (1913–2003) in West-Berlin ausgeführt, die Empfängerin lebte mit dem Organ noch über 26 Jahre. In der ehemaligen DDR führte Heinz Rockstroh (1920–1986) in Halle im Jahr 1966 die erste Nierentransplantation durch, die leider nicht erfolgreich war. Die erste erfolgreiche Nierentransplantation gelang hier am 13.02.1967 in der Urologischen Klinik des Städtischen Krankenhauses in Berlin-Friedrichshain (Moritz Mebel).

12

Was ist ein Bourdaloue?

Ein Harnauffanggefäß.

Ein Bourdaloue ist ein nach dem französischen Prediger und Jesuiten Louis Bourdaloue (1632–1704) benanntes Gefäß zum Urinsammeln für Damen.

Die Stärke dieses Theologen lag in seiner Fähigkeit, seine sehr langen Predigten dem Geschmack des Publikums anzupassen. Daher wurde es damals Mode, dass die Damen Haushaltgefäße, oftmals Saucieren, in die Kirche mitnahmen, in die sie gegebenenfalls unter ihren weiten Röcken während der mehrstündigen Messen urinierten. Bald griffen Porzellanmanufakturen diese neue Gewohnheit auf und formten Gefäße, die zum Hineinurinieren noch besser geeignet waren: den „pot de chambre oval“ – das Bourdaloue. Diese Behältnisse waren in den Schlafwagen in Deutschland noch in den 1970-er Jahren üblich.

13

Welche Namen sind u.a. mit der Begründung der deutschsprachigen Sexualwissenschaft verknüpft?

Iwan Bloch,

Magnus Hirschfeld.

Deutschland ist gewissermaßen das Geburtsland der Sexualwissenschaften. 1906 veröffentlichte der Berliner jüdische Hautarzt Iwan Bloch (1872–1922) sein Buch „Das Sexualleben unserer Zeit“, in dem er eine eigenständige Wissenschaft forderte. Bloch brach bewusst mit der Tradition pathologisierender Sexualkonzepte der Psychiatrie an der Wende zum 20. Jahrhundert, indem er die menschliche Sexualität als biologisches und soziokulturelles Phänomen betrachtete. Er verstand den Menschen als biopsychosoziales Wesen.

Im Jahr 1919 gründete der jüdische Allgemeinmediziner Magnus Hirschfeld (1868–1935) das weltweit erste Institut für Sexualwissenschaft, das jährlich etwa 18.000 Konsultationstermine vergab.

Die Blüte der Sexualwissenschaft in Deutschland war leider nur von kurzer Dauer. Zusammen mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen wie z.B. der Psychotherapie fiel sie 1933 dem Nationalsozialismus zum Opfer. Die meist jüdischen Fachvertreter verloren nicht nur ihre Approbation, sondern viele auch ihr Leben. Hirschfeld starb 1935 in Nizza im Exil.

14

Aus welchen großen Richtungen der Medizin speiste sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie bei ihrer Gründung?

Endoskopie,

Chirurgie,

Innere Medizin/Physiologie,

Dermato-Venerologie,

Sexualwissenschaft,

Frauenheilkunde,

Balneologie.

Erst nach dem Tod des Inaugurators der praktikablen Blasenspiegelung (Zystoskopie) Maximilian Nitze (1848–1906) wurde dann auf der 78. Naturforscherversammlung in Stuttgart am 16. September 1906 die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGfU) realisiert. Die Initiative war insbesondere von der Berliner Urologenschule, in der die jüdische Bildungselite überproportional repräsentiert war, wie Leopold Casper (1859–1959) und Carl Posner (1848–1926) ausgegangen.

Die Gruppe der Gründungsmitglieder spiegelte bereits die interdisziplinäre funktionell-organbezogene Interessenslage mit internationaler Ausrichtung wider – modern formuliert von Andrologie über die operative Urologie sowie Onkologie bis Zytologie und Schwerpunkten in der Endoskopie und bei minimalinvasiven Eingriffen – und zeigt anschaulich die einzelnen, das engere Fach übergreifenden Netzwerke und Kommunikationszusammenhänge der jeweiligen Protagonisten. Gleichzeitig widerlegt diese heterogene Gruppierung die noch immer vertretene These der Abspaltung der Urologie aus der Chirurgie.

Neben den aus der operativen Medizin/Chirurgie stammenden Vertretern wie James Israel (1848–1926), Leiter der operativen Abteilung des Berliner Jüdischen Krankenhauses, Hermann Kümmell, Hamburg-Eppendorf, Hans Wildbolz (1873–1940), Bern/deutschsprachige Schweiz, Anton Ritter von Frisch (1849–1917), Allgemeine Wiener Poliklinik, waren ebenfalls Vertreter der Dermato-Venerologie wie Arthur Kollmann (1858–1941), Leipzig, Felix Martin Oberländer (1851–1915), Dresden, der andrologisch-sexualwissenschaftlich ausgerichtete Dermatologe Iwan Bloch (1872–1926), Berlin, Vertreter aus der Frauenheilkunde wie Walter Stoeckel (1871–1961) Berlin, aus der Physiologie bzw. Inneren Medizin wie Alexander von Korányi (1866–1944), Budapest, St. Stephan Spital oder Paul Friedrich Richter (1868–1935), III. Medizinische Klinik der Charité, Berlin, zu finden

Besonders die zystoskopisch-endoskopisch-minimalinvasiv tätigen Ärzte wie Leopold Casper (1859–1959), Robert Kutner (1867–1913), Berlin, die wie Felix Schlagintweit (1868–1950), München-Bad Brückenau oder Arthur Goldberg (1866–1925), Köln-Bad Wildungen auch Badeärzte waren, bildeten den Kreis der Gründungs- bzw. frühen Mitglieder.

Initial wurden alle Vorstandsposten doppelt mit Angehörigen des Deutschen Reiches sowie der k.u.k. Monarchie Österreich-Ungarn besetzt. Die Kongresse sollten alternierend in Berlin und Wien stattfinden.

Der amerikanisch-deutsche Wissensaustausch wurde von den deutschstämmigen Amerikanern Carl Beck (1856–1911), Willy Meyer (1858–1932) sowie dem Nestor der amerikanischen Urologie Hugh Hampton Young (1870–1945) bereits zu dieser Frühphase besonders etabliert, über Sergej Fedoroff (1869–1936) bestanden gute Verbindungen nach St. Petersburg und Russland.

15

Seit wann ist die Urologie in Deutschland im Curriculum der Facharztausbildung verankert?

Seit dem 1. Viertel des 20. Jahrhunderts.

Der Facharzt für Urologie wurde auf dem 43. Deutschen Ärztetag in Bremen am 24.6.1924 eingeführt. Vorher gab es sog. Spezialärzte, die nach einer Ausbildung an besonderen Zentren – meist Berlin, Wien, London oder Paris – die Bezeichnung Spezialarzt führten.

1924 beschloss der damalige Ärztetag in Bremen erstmals „Leitsätze zu Facharztfragen“ (Bremer Richtlinie). Als Facharztbezeichnungen wurden aufgeführt:

Chirurgie,

Frauenkrankheiten und Geburtshilfe,

Orthopädie,

Augenkrankheiten,

Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten,

Haut- und Geschlechtskrankheiten,

Erkrankungen der Harnorgane (Urologie),

Nerven- und Geisteskrankheiten,

Röntgen- und Lichtheilkunde,

Zahn-, Kiefer- und Mundkrankheiten (dazu war die Approbation als Zahnarzt nötig),

Innere Medizin (einschließlich Nervenkrankheiten),

Magen-, Darm- und Stoffwechselkrankheiten,

Lungenkrankheiten (Erkrankungen der Luftwege),

Kinderkrankheiten.

Die Spezialisten wurden verpflichtet, sich auf ihr Spezialgebiet zu beschränken, dieses anzukündigen und sich hausärztlicher Vollarzttätigkeit künftig zu enthalten. Prüfungen gab es seinerzeit noch nicht; die Kammern erkannten eine Spezialisierung dann an, wenn eine bestimmte Weiterbildungszeit bei einem Spezialisten absolviert wurde.

Die Anerkennung erfolgte durch einen Prüfungsausschuss, der den Antrag auf Anerkennung anhand der eingereichten Ausbildungsnachweise zu bescheiden hatte. Weiterhin sollte möglichst der Facharzt für Urologie nur mit dem für Chirurgie zusammen erworben werden (Inklusivurologen). Noch 1950 bekräftigte der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, dass keiner Habilitation für Urologie allein, sondern nur für Urologie und Chirurgie zuzustimmen wäre.

16

Welches ist ein besonders bekanntes Portraitgemälde eines deutschen Urologen zu Beginn des 20. Jahrhunderts?