Ferrari-ROT - Lisbeth Ritter - E-Book

Ferrari-ROT E-Book

Lisbeth Ritter

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Beschreibung

Pat sucht, aus beruflichen Gründen, einen Mann für gewisse Stunden. Und Dominic stellt sich gerne zur Verfügung. Die Leidenschaft für schöne Autos verbindet die beiden. Und so treffen sie ein nicht ganz gewöhnliches Arrangement der Freizeitgestaltung. Erotische Abenteuer ausdrücklich inbegriffen. Dominic plant den ersten Teil ihrer Ausflüge, während Pat Ideen für den zweiten Teil der gemeinsamen Spritztouren beisteuert. Beide genießen die unbeschwerte Zeit auf vier heißen Reifen. Doch welche Rolle spielt die rassige Giulia? Und welche der Fahrer der schwarzen Corvette? Werden die zwei trotz allem gemeinsam durchs Ziel brausen? Erleben Sie eine eROTische Achterbahnfahrt mit Pat und Dom.

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Seitenzahl: 462

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Lisbeth Ritter

Ferrari-ROT

Von Traumautos und dem passenden Mann

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 0: Appetithäppchen

Kapitel 0: Appetithappen

Prolog

Profi

Amateur

Café Hauptwache

MX-5

Die Göttin

C-Klasse

Muttertag

Von 0 auf 100 in unter 4 Sekunden

Carrera

Corvette

Molto passione

Giulia e Romeo

Klassikstadt

Versetzt

Tesla

Doppel

Grand Prix

Sylt

Zurück

3er

Papier, Stein, Schere

T-Bird

Geburtstag

Geburtstagsgeschenk

Kadett C Coupé

Vorschau

Rückblick

Impressum neobooks

Kapitel 0: Appetithäppchen

Zitate aus Ferrari-ROT:

Sehnsucht erfasste sie. Seine Lippen so nah.

Sie ließ ihren Blick aufreizend langsam über seinen Körper wandern. „Könnten Sie sich mal halbnackt auf der Motorhaube präsentieren?“

„Oh, das Programm. Nein, aber wir könnten eine zweite Runde erogene Zonen machen …“

Sie stöhnte immer lauter, wand sich, wimmerte, seufzte, stieß leise Schreie aus –und brummte plötzlich wohlig.

Im nächsten Moment glitt sie von ihrem Barhocker quasi direkt zwischen seine Beine. „Hat es Ihnen die Sprache verschlagen?“ Mit einem unschuldigen Augenaufschlag legte sie leicht die Hand auf sein Knie.

Sie grinste vergnügt. „Das macht Spaß.“

Kapitel 0: Appetithappen

Auszüge aus Ferrari-ROT:

Aus dem Kapitel: MX-5

Sie hatte ihre Hälfte aufgegessen, ohne dass die Kellnerin wieder aufgetaucht war. Pat schob den Teller in Dominics Richtung und sah sich noch einmal suchend um. Er nahm ihr den Löffel aus der Hand, mit dem sie ungeduldig auf den Tisch klopfte. „Ich benutze deinen. Ist doch egal, wenn ich dich nachher sowieso küsse.“

‚Ups.‛ Sein forschender Blick entlockte ihr nur ein schwaches Lächeln.

„Ich dachte, das gehört zu unserem Arrangement? Oder habe ich das falsch verstanden?“ „Nein. Nein, natürlich nicht, ich hab’s ja geschrieben. Ich habe nur gerade eben überhaupt nicht daran gedacht.“ „Daran?“, hakte er nach. „An Sex.“

„Keine Sorge, ich erinnere dich später.“ Er grinste sie fröhlich an.

Die Sonne stand schon tief, als sie sich Frankfurt näherten. Dominic saß wieder am Steuer. „Im Handschuhfach müsste eine Sonnenbrille sein. Kannst du bitte mal …“ Sie zog einen roten Spitzen-BH heraus, den sie ihm mit spitzen Fingern vor die Nase hielt.

„Tut mir echt leid. Das Auto ist von einer Freundin ausgeliehen, muss ihrer sein, oder der ihrer Freundin.“ „Und du kennst beide?“, fragte sie mit einem süffisanten Unterton. „Kennen schon, aber dabei“, er zeigte auf den BH, „lassen sie mich nicht mitspielen, falls du das meintest.“

„Aber ihren Wagen darfst du fahren?“ „Ich kümmere mich um ihn, wenn er mal muckt. Dafür leihe ich ihn ab und zu aus.“

„Machst du das beruflich?“ „Mich um Autos kümmern?“ „Ja.“ „Ja, ich bin Mechaniker.“ „Kein Wunder.“ „Kein Wunder was?“ „Dass dir die Anzeige gefallen hat.“ Er lachte.

„Was machst du beruflich?“ „Ich schreibe.“ „Bücher oder für die Zeitung?“ „Romane. Hatte ich das nicht erzählt?“ „Nein.“

Er hatte natürlich recht, sie hatte das vor sich her geschoben. Er wusste immer noch nicht, wieso sie sich wirklich trafen.

„Machen wir noch was zusammen? Eine Pizza und ein Glas Wein? Oder soll ich dich zu Hause abliefern?“, wollte er kurz hinter dem Ortseingangsschild wissen. „Nein, nicht zu mir. Wir können woanders hin. Oder zu dir.“ „Zu mir ist gut.“

Aus dem Kapitel: MX-5

Er schob sie Richtung Wand. „Willst du es mal andeuten? Ich denke, es würde funktionieren.“ Er drehte sie mit dem Rücken vor seine Brust, verschränkte seine Finger mit ihren, legte ihre Unterarme neben ihrem Körper an die Wand. Hielt sie kurz so fest. „Stell die Beine nur ganz wenig auseinander“, wies er sie an, bevor er die Hände auf ihr Becken legte. „Kipp es ein bisschen.“

Er drängte sein Geschlecht an ihres, als sie es tat, zeigte ihr so körperlich, was er meinte, dass ihr ganz heiß wurde. Seine Hände wanderten zu ihrer Taille, während er sanft drängend seinen Unterleib gegen ihren trieb. Ihr Geschlecht pochte unter seinen leichten Stößen. „Aber du hast recht, kleiner dürftest du nicht sein.“ Er rieb sich jetzt in kreisenden Bewegungen an ihr. „Hast du Highheels?“, raunte er in ihr Ohr. „Nein, ich kann in keinen Schuhen laufen, die mehr als vier Zentimeter Absatz haben“, brachte sie heraus.

Wieso hörte er nicht auf? Sie verstand ja, was er meinte. Viel zu gut. Er schob sein Geschlecht jetzt wieder vor und zurück. Ihr Puls ging viel zu schnell. Sein Oberkörper drückte ihren gegen die Wand. Seine Lippen waren direkt an ihrem Ohr. „Es würde reichen, wenn du darin stehen kannst. Bring welche mit und wir probieren es aus.“ Seine Stimme wurde dunkler. „Aber im Notfall …“, seine Hände schoben sich von ihrer Taille aus nach vorne und in ihren Schritt, „würde es auch so gehen, denke ich. Lass es uns versuchen.“ „Ach“, sie musste sich räuspern. „Ich denke, ich weiß schon genug.“ Seine Lippen glitten über ihren Hals, ließen ihren Körper erbeben, ihr Becken kippte von selbst weiter nach hinten, ihr Geschlecht drängte sich seinem entgegen. Er strich ihre Haare aus dem Nacken. „Du denkst doch nicht wirklich, dass ich mich damit zufriedengebe, darüber zu reden.“ Er biss sie zärtlich. „Nein“, seufzte sie, „aber das geht mir ein bisschen schnell.“ „Ich kann es ganz langsam machen.“ Wie zur Bestätigung schob sich seine Linke sehr langsam über ihren Busen, streichelte kreisend. Sie schloss die Augen. „Das meine ich nicht.“ Als ob er nicht verstanden hätte, was … Sie konnte nicht mehr klar denken.

„Wenn du willst, dass ich aufhöre, sag es jetzt“, klang es rau in ihrem Ohr. Aber ihr wollte einfach kein guter Grund einfallen, warum …

Aus dem Kapitel: Die Göttin

Ihre Brustwarzen zeichneten sich groß und hart unter der Spitze ab. Nur ein, zwei Zentimeter. Ein erstes leises Stöhnen entrang sich ihrer Kehle, als sich seine Hände sanft um ihren Busen legten, ein zweites, als seine Daumen synchron über ihre Brustwarzen strichen. Er schob die Spitze des BHs gerade so weit zur Seite, dass er sie betrachten konnte. Raue, aber zärtliche Fingerkuppen strichen über ihre Haut, beschleunigten ihren Puls. Schoben mehr Spitze zur Seite. Streichelten zärtlich, bis sie ihren Busen in seine Handteller schmiegte, ihr ganzer Oberkörper schob sich näher, wollte mehr. Viel mehr. Ihre Erregung spornte ihn an. Er hatte sie doch kaum berührt? Gerade diese Sanftheit schien ihr zu gefallen. Seine Hände, die sich nicht bewegten, ihren Busen einfach von unten leicht stützten, sein Blick auf ihrem Busen. Seine Zunge, die zwischen seinen Lippen auftauchte, ließ sie vor Vorfreude aufseufzen, er sollte endlich … Ganz leicht massierte er sie, bevor er seinen Kopf beugte und – ‚Mach schon, nimm sie!‛ – seine feuchten Lippen um ihre Warze schloss. Sie zog ihn näher, stöhnte, ihren Oberkörper wellenförmig an seinen Mund schiebend. Er saugte sanft, löste sich dann.

Dominic nahm die Träger zur Seite, schob den BH so um ihre Brüste, dass sie gestützt und leicht gegeneinander gedrückt wurden. Liebkoste die bisher vernachlässigte Brustwarze zärtlich mit den Lippen, der Zungenspitze, entlockte Pat leise seufzende Töne, wurde fordernder, biss sie sanft. Nahm ihre Spitzen, ihre sich zusammenziehenden Vorhöfe abwechselnd in den Mund, um sie zu verwöhnen, mit der Zunge zu streicheln, den Lippen zu berühren. Sie zog seinen Kopf näher, ließ ihn aufstöhnend kurz los, nur um ihn seufzend sofort wieder näherzuziehen.

„Setz dich auf mich, Triets, und nimm die Hände nach hinten“, er verschränkte ihre Arme auf ihrem Rücken, „und lass mich machen.“ „Das … ich kann nicht, ich muss dich anfassen.“ „Lass sie hinten, wenn du willst, dass ich weitermache.“ Er beugte seinen Kopf, biss sie gerade eben ein kleines bisschen zu fest. Sie stöhnte laut auf, versenkte die Hände unter ihrem Hosenbund, um sich daran festzuhalten. Ihr lusterfülltes Stöhnen hatte sein Glied geweckt, es reckte sich ihrem Schoß entgegen, der sich ihm genauso begierig näherte.

Aus dem Kapitel: Von 0 auf 100 in unter 4 Sekunden

Am Bahnsteig drehte sich Pat zu ihm um, lehnte sich an. „Das war ein absolut fantastischer Tag.“ Ihre Hände glitten über seine Brust, streichelten, blieben auf seinen Schultern liegen. Dominic griff zu, zog sie näher. Ihre Lippen trafen sich. Fanden sich, um sich zu lösen, zu suchen, neu zu finden. Seine Hände wanderten über ihre Seiten nach oben. Ihre Zungen spielten miteinander, spielten auch mit ihren Lippen.

Bis er einen Schritt nach hinten tat. „Deine Bahn.“

„Ich nehme die nächste.“ Sie kam ihm hinterher. Ließ sich nur widerwillig durch die Tür schieben, zog ihn im letzten Augenblick mit, seufzte leise, als er sich an ihr rieb. Ihre Finger strichen über seinen Nacken, zeichneten seine Wangenknochen nach, zogen seinen Kopf näher. Ihre Lippen berührten sanft seine Nasenspitze, suchten erneut seine Lippen, die sich für ihre Zunge öffneten. Sie küssten sich, bis sie aussteigen mussten.

Aus dem Kapitel: Von 0 auf 100 in unter 4 Sekunden

Langsam streckte er den Arm aus, strich mit den Fingerrücken sanft über ihre aufgerichtete Brustwarze. Sie stöhnte völlig unbeherrscht auf. Ihr verlangender Blick brannte sich in seinen, ließ ihn nähertreten. Seine Hand schloss sich um ihren Busen, sein Daumen strich über ihre Spitze. „Sie ist ganz hart. Du bist schon auf hundertachtzig.“ Als Antwort kam nur ein weiteres Stöhnen. Sie sah zu, wie er seinen Kopf nach unten beugte, schloss die Augen, fühlte nur noch. Spürte, wie sich seine Finger fester um ihre Brust legten, seine Zähne sich um ihre Warze schlossen. Keuchte, während sich seine andere Hand um ihren zweiten Busen legte, ihn massierend zusammendrückte.

„Du willst mehr“, er stand aufrecht direkt vor ihr. Bei jedem ihrer heftigen Atemzüge berührte ihr Busen seine Brust. Seine Hände hielten jetzt ihren Hintern, ohne sie näherzuziehen. „Ja“, brachte sie heraus.

„Hast du was drunter?“ Sie schüttelte den Kopf. „Geh zum Sofa.“ Er stoppte sie, die Hände auf ihrer Hüfte, kurz vor der Rückenlehne. „Beug dich nach vorne und halt dich fest. Halt dich gut fest.“ Ihr Körper versank im Chaos, ihr Herz raste, pumpte Blut in ihren Unterleib, der sich zusammenkrampfte. Ihre Haut brannte, wo seine Hände, den Stoff nach oben schiebend, über ihre Schenkel glitten. Sie hörte noch, dass er den Reißverschluss seiner Hose öffnete, dann rauschte das Blut so laut durch ihre Ohren, dass sie nichts mehr wahrnahm

außer seinem Glied,

das langsam tief in ihren Leib fuhr,

langsam immer tiefer.

Er zog sich fast ganz zurück, nahm sie einige Male auf dieselbe Weise. Ihr Verlangen …

Aus dem Kapitel: Klassikstadt

„Die gute alte, langweilige Missionarsstellung?“ „Hmmmm.“ Sie neigte den Kopf zur Seite, um seinen Lippen Platz zu verschaffen. Seinen Lippen, die zärtlich über ihren Hals strichen. Sich mit ihrem Ohrläppchen vergnügten. „Aber mit Vorspiel?“, drang seine Stimme verführerisch dunkel in ihr Ohr. „Ja, bitte.“ Seine Zungenspitze glitt ihre Halsbeuge hinab und auf direktem Weg zu ihrer Brustwarze. Umkreiste sie, stieß sie an, spielte mit ihr. Seine Hand schloss sich sanft um ihren anderen Busen, massierte gefühlvoll, nahm ihre Spitze zwischen die Finger. Drehte und presste sanft, küsste sich über ihr Décolleté zu ihrem Mund hinauf. Sie versuchte ihn an der Hüfte näherzuziehen, drehte ihr Becken, um sein Geschlecht mit ihrem zu erreichen. Er rieb sich willig an ihr, während er ihren Mund eroberte. Küsste erneut ihren Hals, flüsterte ihren Namen in ihr Ohr. Ihre Hand tastete sich in seinen Schritt, sie rieb ihren Handrücken über seinen Schaft. Verrenkte sich, um sein Glied richtig anfassen zu können. Seine Liebkosungen konzentrierten sich inzwischen wieder auf ihren Busen. Er wurde leidenschaftlicher, immer heftiger saugte er, nahm die Zähne zu Hilfe. Wollüstig trieb sie ihr Becken an seines, so gut es mit ihrer Hand dazwischen eben ging. Er knetete ihre Brüste jetzt weniger sanft, sein Mund, seine Zunge waren auf ihrem Bauch. Er stemmte sich nach oben, um ihren Leib mit Küssen überhäufen zu können. Leckte sich bis hinab in ihren Schritt. „Spreiz die Beine“, verlangte er, kniete sich dazwischen. Ließ seine Zunge über ihrem Kitzler kreisen. Nahm wieder ihre Brustwarzen zwischen die Zähne, biss sich über ihre Seite hinab zu ihrer Taille und leckte sich hinüber auf ihren Bauch. Küsste ihren Unterleib. Dann verschwand sein Kopf zwischen ihren Beinen. Er drückte ihre Schenkel noch weiter auseinander, leckte über die Innenseiten, grub seine Zähne leidenschaftlich in ihr Fleisch. Teilte ihre Schamlippen mit den Fingern, um an ihrem Kitzler zu saugen. Ihre Finger bohrten sich in seine Schultern. Er leckte durch ihre Spalte, drang mit der Zunge in ihren Eingang. Laut stöhnte sie auf. Wand sich seinem Mund entgegen. Aber er nahm stattdessen wieder ihre Brustwarzen zwischen die Lippen, drang mit dem Finger in sie. Stimulierte ihren Kitzler, als sie einen erstickten Laut von sich gab, mit dem Daumennagel, biss in ihren Busen, stürzte sich auf ihren Mund. Keuchend zog sie ihn zwischen ihre Beine. Wies seinem Glied den Weg. Stöhnte, als er immer schneller in sie stieß, laut auf. Stöhnte im Rhythmus seiner jetzt längeren, aber kraftvolleren Stöße.

Auf einmal zog er sich unvermittelt aus ihr zurück. Sie versuchte ihn wieder nach unten zu ziehen, streckte ihm ihr Becken entgegen.

„Willst du es, Triets?“ „Ja. Ja, komm.“ Er drang ein winziges Stückchen in sie ein, während sie sich, mehr verlangend, hochdrückte. „Komm schon, gib ihn mir“, ihre Finger bohrten sich in seine Hüfte. Begierig, ihn wieder richtig in sich zu spüren, zerrte sie an ihm. Aber

Aus dem Kapitel: Versetzt

„Du hast es gerade noch genossen, von uns beiden gleichzeitig verwöhnt zu werden. Sehr genossen. Warum willst du dir das nicht gönnen, Triets? Lass es einfach zu.“

Dominic sah an ihr vorbei. „Lass sie fühlen, wie sehr du sie willst.“ Luis fuhr mit den Fingern ihren Arm hinab, zog ihn sanft nach hinten. Sie hörte, wie er den Reißverschluss aufzog, spürte sein steifes Glied unter ihren Fingern, er streichelte sich mit ihrer Hand, schloss ihre Finger um seinen Schaft. Er stand jetzt wieder direkt hinter ihr. Seine Lippen fuhren über ihre Ohrmuschel, verharrten an ihrem Ohr. Seine Stimme klang dunkel: „Das wolltest du doch gestern Abend, Pat. Du wolltest spüren, wie er hart wird vor Verlangen danach, von dir genommen zu werden. Das kannst du haben.“ Er schob ihre Faust auf seinem Glied auf und ab, füllte sie immer mehr aus. Ihr wurde heiß, ihre Hand und ihr Unterleib schienen zu brennen. Dom hatte inzwischen seine Hose ebenfalls geöffnet, legte ihre andere Hand um sein Glied. Es fühlte sich großartig an, herrlich prall und steif. Ihr Solarplexus zog sich verlangend zusammen, wie sie es noch nie in ihrem Leben gespürt hatte. Ihr ganzer Leib pulsierte wie verrückt. Sie spürte auf einmal, wie verschieden sie sich anfühlten, oder lag das nur daran, dass sie sie in unterschiedlichen Winkeln hielt? Sie rieb gleichzeitig beide zwischen ihre Finger drängenden Schäfte. Überall auf ihrem Körper waren Hände, feuchte Lippen, Zungen. „Du genießt die Macht, die du über uns hast“, sagte die eine Stimme. „Du hast es gestern Abend bewiesen“, ergänzte die andere. „Im Moment komme ich mir eher sehr schwach vor“, flüsterte sie. „Das solltest du nicht. Wirklich“, sagte Luis. „Lass dich fallen. Ich passe auf dich auf“, sagte Dominic.

Pats Körper gab nach, sie gab sich ganz in die sie haltenden und streichelnden Hände der Männer. Stück für Stück wurde sie entkleidet, wurde Stoff zur Seite geschoben. Ihre Haut brannte unter den nicht enden wollenden Berührungen sanfter Finger, zärtlicher Lippen, verführender Zungen. Um sie herum war pure Kraft, Energie, Hitze.

Aus dem Kapitel: Zurück

Es war spät geworden.

„Du bleibst doch hier, Triets?“ „Hmmm.“

Sie rutschten gemeinsam in die Sofaecke. Pat kuschelte sich mit dem Rücken an Doms Brust, protestierte leise „Hej“, als er ihr einfach so die Bluse auszog. Unbeirrt ließ er seine Fingerkuppen sanft über ihre Schultern gleiten, strich liebkosend über ihre Oberarme, verharrte kurz an ihren Ellbogen. Sie lehnte den Kopf an ihn, schloss die Augen und er schmiegte sich näher an ihren Po. Spürte die winzigen Härchen auf ihren Unterarmen, als er seine Finger erneut auf Erkundung schickte. Ziepte daran, bevor sich seine Hände über ihre legten. Sie seufzte leise. Seine Finger verschränkten sich mit ihren, so verharrte er einen Augenblick, lauschte ihrem Atem. Rieb seine Nase an ihrem Ohr.

Langsam, sehr langsam traten seine Hände den Rückweg an, eine Spur prickelnder Lust auf ihren Armen hinterlassend. An ihren Schultern angekommen, endete die Synchronizität seiner Bewegungen vorerst. Während seine Linke an ihrem Arm ruhte, nahm seine Rechte ihr Haar zur Seite.

Sehnsüchtig erwartete sie die Berührung seiner Lippen. Sein warmer Atem in ihrem Nacken sorgte dafür, dass sich die einmal geweckte Lust in jeden Winkel ihres Körpers ausbreitete. Endlich, endlich sein Mund. Liebkosend, zärtlich. Seine Zungenspitze, mit der er sie kaum berührte, entlockte ihr ein Schnurren, fachte ihre Lust weiter an. Seine Berührungen wurden zielstrebiger, verwandelten die Lust langsam in Verlangen.

Die Finger seiner Linken malten Spiralen auf ihr Schulterblatt, glitten tiefer und über ihre Seite nach vorne, schlossen sich sanft um ihren Busen. Sie seufzte tief auf, wand sich aus dem BH. Ihr Verlangen wuchs ‒ wie sein Glied, das, an ihr Hinterteil gepresst, größer wurde. Sie wollte sich gleichzeitig in seine Hand und an seine Erektion schmiegen, wand sich, um beides auf einmal zu erreichen. Entlockte ihm ein Stöhnen. Seine Lippen, seine Zunge erkundeten ihren Nacken, während Daumen und Zeigefinger begannen ihre Brustwarze zu stimulieren. Sie genoss stöhnend jede seiner Berührungen, gab sich hin, empfing und wollte doch mehr.

Bot ihm ihren Mund dar, den er, ohne zu zögern, in Besitz nahm. Sie hieß seine Zunge willkommen, zog mit den Zähnen sanft an seinen Lippen. So wie ihr Kuss leidenschaftlicher wurde, steigerte sich die Intensität, mit der er ihre Brustwarze drehte. Sie auf die nächste Ebene des Verlangens hebend.

Sie schob die Hände begehrend zwischen ihren Po und seine Leisten, sofort löste er sich, gewährte ihr Zugriff. Half ihr die Hose zu öffnen, den störenden Stoff beiseite zu schaffen. Ihre Hände wollten seine Haut fühlen, ihre Finger wollten tasten, wollten berühren, aber vor allem sein pralles Glied ganz umfassen, spüren, wie es in ihren Händen pulsierte, härter wurde.

Er setzte sich um, damit sie ihre Hand auch sanft massierend um seine Hoden legen konnte, die andere umfasste jetzt zielstrebig seinen Schaft. Er schloss ihren Griff fester darum und sie begann ihre Hand leicht auf und ab zu schieben. Die Antwort war ein Biss in ihren Hals und ein gestöhntes: „Hör nicht auf.“

Seine Hände tasteten sich zu ihren Brustwarzen und pressten sie im selben Rhythmus zusammen. Ihre Zungen fanden sich zu einer weiteren Vereinigung.

„Komm ins Bett.“

Prolog

Konnte das tatsächlich funktionieren?

Pat neigte den Kopf zur Seite, obwohl ihr klar war, dass das beim Betrachten eines Bildes auf einem 2D-Bildschirm sinnlos war. Sie würde trotzdem nicht um die beiden herumsehen können.

Die beiden. Das waren eine Frau, von der man hauptsächlich die um einen Mann geschlungenen Beine sah. Und die Rückansicht des Mannes, der sie auf seiner Hüfte trug. Es sah so aus, als hätten die beiden Sex. Sie mit dem Rücken an der Wand, das Gesicht verzückt, hielt sich an ihm fest. Er hatte eine Hand unter ihrem Hinterteil und stützte sich mit der anderen ebenfalls an der Wand ab.

Bevor Pat auf Pause gedrückt hatte, hatte der Schauspieler seine Hose geöffnet, seine Partnerin nach oben gehoben und offensichtlich ihren Slip irgendwie zur Seite geschoben. Die entscheidende Szene war wieder einmal nicht zu erkennen gewesen. In der nächsten Einstellung hörte man vor allem ihr begeistertes Stöhnen und sah ihren geöffneten Mund. Der Mann drängte zielstrebig gegen sie, aber wie er das genau tat, konnte man nicht sehen.

Sie klickte das Standbild weg, holte sich etwas zu trinken und überlegte währenddessen, wie sie die Sex-Szene in ihrem Roman gestalten sollte.

Dass das, was sie hier eben betrachtet hatte, in Wirklichkeit funktionierte, bezweifelte sie.

Aber sie wusste es nicht.

Wenn sie nicht immer dasselbe schreiben wollte, brauchte sie Informationen. Aber woher? Und wie?

Profi

‚Neu‛, wusste Dolores sofort.

Pat sah sich in dem Raum um, den sie soeben betreten hatte. Sie versuchte gelassen zu wirken, doch Dolores nahm die latente Nervosität der Besucherin sofort wahr. Musste lächeln. Es war immer dasselbe.

Das Etablissement wirkte wie eine normale Bar. Leicht gedämpftes Licht. Einfache, aber stylische Einrichtung. Auf der einen Seite des länglichen Raumes fünf Nischen mit jeweils einem kleinen Tisch und einer halbrunden Bank.

Pat beschloss, die Nischen mit den drei dort wartenden Männern vorerst zu ignorieren. Wandte sich der Theke auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes zu.

„Guten Abend“, wurde sie freundlich von Dolores begrüßt.

Sie erwiderte sowohl Lächeln als auch Gruß, setzte sich auf einen der Barhocker und bestellte ein Bitter Lemon. „Wenn Sie so etwas haben.“

„Sicher.“ Dolores stellte ein Glas mit Eiswürfeln vor die potenzielle Kundin, gab eine Zitronenscheibe dazu und schenkte ein.

„Sehen Sie sich in Ruhe um“, ermunterte sie Pat. „Sie können selbstverständlich direkt mit den Männern reden, oder Sie sagen mir, was Sie möchten. Ich beantworte auch alle Ihre Fragen, falls Sie welche haben. Ich heiße Dolores.“

„Ihr richtiger Name?“

Die Frage überraschte Dolores sichtlich.

„Entschuldigung, das geht mich wirklich nichts an.“ Pats Stimme wurde leiser: „Ich dachte nur …“ „Ja?“, fragte Dolores neugierig geworden.

„Weil der Name doch ‚Schmerzen‛ bedeutet …“, ließ Pat ihren Satz erneut unvollendet.

„Oh, das ist unbeabsichtigt. Die meisten Frauen wollen außer Sex auch Exotik. Sabine ist ihnen zu – gewöhnlich.“

Es war nichts los im Moment, Dolores hatte Zeit zu plaudern. Etwas Abwechslung. Die Stammkundin, die gerade eintrat, kam alleine zurecht. Verschwand mit einem Nicken durch die Tür am hinteren Ende der Theke. Pat folgte ihr mit den Augen.

„Sie suchen einen Mann“, nahm Dolores das Gespräch wieder auf. „Sex“, stellte Pat klar.

„Aber mit einem Mann?“ „Ja.“

„Sie sollten sich einige unserer Jungs näher ansehen. Die, die gerade frei sind, sind hier.“ Sie machte eine leichte Kopfbewegung in Richtung der Tische.

Pat nickte. „Ich suche nichts“, sie zögerte, „sagen wir: Ausgefallenes. Ich habe nur überhaupt keine Erfahrung mit so etwas, und ich erlebe ungerne Überraschungen. Ich bin ein bisschen nervös“, gestand sie, und leerte ihr Glas in einem Zug.

„Die Jungs bereiten Ihnen im Rahmen des Vereinbarten ausschließlich positive Überraschungen. Und alle sind sehr gut darin, Sie zu entspannen. Wenn Sie mir sagen, was Sie suchen, empfehle ich Ihnen einen der Männer. Ob Sie ihm sagen, dass Sie das zum ersten Mal machen, können Sie entscheiden, wenn es so weit ist. Aber bei neuen Kundinnen sind sie generell alle besonders einfühlsam. Wie gesagt, Sie können sich auch gerne selbst umsehen.“

„Ich suche einen, der intelligent ist“, kam es nach einer kurzen Pause.

Dolores lachte auf. „Meinen Sie das ernst? Ich habe ja schon viel gehört … Sie sind aber nicht zum Reden hier – oder? Ich fürchte, das können die Jungs nicht besser als andere Männer.“

„Nein, sicher nicht, dann hätte ich nach einem gefragt, der zuhören kann.“

„Sie suchen einen Zuhörer?“, erklang eine angenehm warme Stimme schräg hinter ihr. Pat drehte sich diesem Klang folgend um, sah direkt in die Augen des Mannes.

„Das ist ein Missverständnis.“ „Schade, ich bin ein ausgezeichneter Zuhörer.“ Sein Blick hielt ihren gefangen. Er hatte etwas Herausforderndes, das seine sanfte Stimme Lügen strafte.

„Kann ich die Auszeichnung mal sehen?“, fragte sie.

Er lachte leise. „Ich müsste erst einige Damen bitten, mir ein entsprechendes Zeugnis auszustellen, aber wenn Sie mir ein bisschen Zeit lassen …“ „Danke, nicht nötig, ich glaube Ihnen. Dumm nur, dass ich gar keinen Zuhörer brauche.“

Er sah sie prüfend an, beugte sich etwas nach vorne, um ihr näher zu kommen, versuchte zu erraten, was sie wollte – und ließ derweil seinen Körper sprechen. Seine Wärme, seine Energie. Ihre Atmung beschleunigte sich tatsächlich leicht.

„Andererseits“, sie sah ihn interessiert an, „wenn Sie ein guter Zuhörer sind, sind Sie auch ein guter Liebhaber.“ Es war eine Feststellung, keine Frage. „Und für den Rest wird es schon reichen.“

Er sah überrascht aus, setzte aber sofort wieder sein angedeutetes Lächeln auf.

„Für Sie bin ich alles, was Sie wollen.“

Seine sanfte, ruhige Stimme ließ sie leise erschauern.

‚Wie schafft er es, bei einem solchen Satz, nicht arrogant zu wirken?‛

Sie riss sich von seinen Augen los, drehte sich zu Dolores um. „Ich habe gefunden, was ich suche.“ Und wieder zu ihm gewandt: „Wie funktioniert das mit dem Bezahlen?“

„Sie können gleich hier oder anschließend bei mir, wie Sie möchten.“ „Eine Stunde? Oder wird das … äh, nach …“ „Ganz wie Sie möchten.“

„Also eine Stunde.“ Sie schob ihre Karte über die Theke und überlegte, ob man für diese spezielle Art der Dienstleistung Trinkgeld gab.

Er wies ihr den Weg zu der Tür, hinter der eben die andere Frau verschwunden war. Pat warf einen Blick ums Eck, bevor sie den entscheidenden Schritt tat. Ein kurzer Gang, ein paar Türen.

Eine davon öffnete er und ließ sie eintreten.

Sie fiel ihm fast in die Arme, als sie sich zu ihm umdrehte. „Ich habe das noch nie gemacht, also überhaupt keine Ahnung, wie es funktioniert. Also, natürlich nicht …, ich meine …, also natürlich nicht Sex. Nur …, also, so was hier …“

„Nennen Sie mich Pierre.“ Er hielt etwas Abstand. „Entspannen Sie sich und sagen Sie mir einfach, was Sie wollen. Je genauer Sie es wissen, desto einfacher wird es für uns beide.“

Ihr skeptischer Blick war ihm nicht entgangen. „Wenn Ihnen Pierre nicht gefällt, benutzen Sie einen anderen Namen.“

„Ist das okay für Sie?“ „Ja sicher, ich sagte doch, ich kann alles für Sie sein, was Sie wollen. Das ist ernst gemeint.“

„Ist Tom in Ordnung oder bevorzugen Sie einen anderen Namen? Nur nicht dieses Pierre, das ist …“

Sie stockte. Am Ende war das sein richtiger Name. ‚Unsinn. Kein Mensch benutzt für so etwas seinen richtigen Namen.‛ Aber womöglich war er Franzose. Dazu war er wiederum zu groß, vielleicht aus dem Norden oder … Ihre Gedanken fingen an sich zu verselbstständigen, zu verdrehen, durch ihren Kopf zu schwirren.

„Tom ist gut.“ Er sah sie abwartend an. „Verraten Sie mir, wie ich Sie nennen soll? Möchten Sie vielleicht etwas trinken?“

„Wasser wäre gut.“ Sie wollte Zeit gewinnen. „Sonst nichts?“ Sie schüttelte den Kopf. „Eis?“ Wortlos bewegte sie den Kopf von einer Seite zur anderen. „Mit Sprudel?“ Sie nickte zur Abwechslung. Versuchte, nicht zum Bett hinzusehen. „Hier, bitte sehr.“ „Danke.“

Das Glas landete so, wie sie es bekommen hatte, auf der kleinen Theke, die in einer Ecke des Zimmers stand.

Sie spürte seine Nähe in ihrem Rücken, seine Hände auf ihren Armen. „Soll ich einfach anfangen? Sie ein bisschen streicheln?“ Seine Hände glitten über ihre Arme. „Oder vielleicht küssen?“ Seine Lippen näherten sich ihrem Hals, ihrem Ohr, ohne ihre Haut zu berühren. Sie spürte, wie sich die Härchen in ihrem Nacken unter seinem warmen Atem aufstellten.

„Oder wollen Sie lieber direkt zum Eigentlichen kommen? Haben Sie einen speziellen Wunsch?“

Ihr Magen zog sich zusammen, ihr wurde abwechselnd heiß – so hatte sie sich das nicht vorgestellt – und kalt. Sie wollte das Ganze sachlicher, weniger … intim.

Aber er war so nah. Verdammt nah. Und es fühlte sich so gut an.

‚Was eigentlich? Wie hast du es dir vorgestellt? Dass du wie ein Roboter mit ihm schläfst und dich dabei unbeteiligt beobachtest?‛

Er wartete geduldig, sie hatte ihn schließlich für eine ganze Stunde gebucht. Es konnte ihm egal sein, was sie in der Zeit machten. Und die meisten brauchten beim ersten Mal länger. Allerdings konnte er nicht einfach gar nichts tun, dafür wurde er nicht bezahlt.

„Setzen Sie sich doch.“ Er dirigierte sie sanft in Richtung des niedrigen Barhockers, der vor der Theke stand.

„Wie wäre es mit einer Massage? Nacken? Schultern?“ „Danke, aber deswegen bin ich nicht hier.“ Sie erhob sich, drehte sich zu ihm um. Klang so entschlossen, dass er dachte, sie würde endlich damit herausrücken, was sie wollte.

„So ausgefallen?“, versuchte er ihr weiterzuhelfen. „Nein, eigentlich ganz normal.“

Sie suchte nach Worten, fand keine passenden. ‚Warum stellst du dich so an? Rück einfach damit raus. Du verlangst ja nichts Besonderes. Im Gegenteil.‛

Er ging in die Offensive.

Die Linke leicht auf ihrer Hüfte, öffnete seine Rechte den obersten Knopf ihrer Bluse und begann sanft mit dem Finger ihr Décolleté entlangzufahren.

‚So groß kam er mir vorhin gar nicht vor‛, war alles, was sie denken konnte, als seine Präsenz ihre Sinne gefangennahm. Er öffnete weitere Knöpfe, bis sie die Augen schloss und ihn einfach machen ließ. Schob den Stoff über ihre Schulter und vorsichtig ihren BH nach unten. Seine Hand hatte ihre Brust noch nicht richtig umschlossen, da stöhnte sie schon leise auf. Er sah, wie sie schluckte, hörte, wie sie seufzte, als er ihren Busen zärtlich streichelte, dann sanft massierte. Seine Lippen legten sich wie von selbst um ihre Brustwarze, begannen damit zu spielen, entlockten ihr leise Töne der Lust. Er zog ihr Bluse und BH ganz aus, zog sich auch sein Hemd über den Kopf. Half ihr, in die Knie gehend, aus der Hose. Küsste ihren Hals, bevor er ihren Slip über ihre Hüfte schob, fallen ließ und sie zum Bett führte. Sie legte sich hin, während er seine Hose auszog. Ihr begehrlicher Blick auf seinem Glied ließ ihn steifer werden als normal. Er hatte schon ewig keine Lust mehr auf eine Kundin gehabt. Das änderte sich gerade gewaltig. Er glitt neben sie, küsste ihre Brüste, während er an der Kondomverpackung nestelte. Streifte es sich über und widmete sich dann streichelnd ihrem Schoß. Sie wand sich ihm entgegen, begann ihren Körper seufzend an seinem zu reiben, zog ihn näher, ihre Hand um sein Glied ließ ihn erschauern. Sie fasste es genau richtig an, schob es zielstrebig in ihren Eingang, zog ihn dann an der Hüfte tief in sich. Er drängte vorwärts, drehte sie auf den Rücken, küsste ihre Brüste, ihren Hals, während er versuchte, den Rhythmus seiner Stöße möglichst genau an ihr Stöhnen anzupassen. Wurde schneller, beobachtete, wie sich ihre Gesichtszüge anspannten. Ihre Finger gruben sich in seine Oberarme, ihr Stöhnen ging in Keuchen über. Ihr Körper wand sich wellenförmig unter ihm. Er wechselte zu langsameren, längeren Stößen, genoss es, dass sie ihm entgegenkam, dass sie „tiefer“ murmelte, dass sie seinen Kopf näher zog, seinen Mund an ihren Hals. Er liebkoste ihre Haut, ihr Ohrläppchen mit Lippen und Zunge. Wurde wieder schneller, nahm vorsichtig ihre Kehle, der sich jetzt dumpfe Laute entwanden, drang tiefer und trieb ihren zuckenden Körper schließlich in einen aufbäumenden Orgasmus, den er so lange wie möglich für sie festhielt.

Erlöst sank sie in die Matratze.

Ausgestreckt lagen sie nebeneinander auf dem Bett. Er hatte sich leicht auf die Seite gedreht, sah sie aufmerksam an.

Jetzt konnte sie ihm sagen, was sie eigentlich wollte.

„Ich möchte verschiedene Stellungen ausprobieren“, sie machte ein längere Pause, „und darüber mit Ihnen reden.“ „Reden?“ „Ich schreibe einen Roman, und ich brauche ein paar technische Details. Und einige Infos von einem Mann.“ ‚Wieso sieht er dich so komisch an?‛

„Was?“, fragte sie in unbeabsichtigt scharfem Tonfall.

„Wie bitte?“, antwortete er. Weniger scharf schob sie hinterher: „Was haben Sie gerade gedacht?“

Als keine Antwort kam, legte sie nach: „Ich habe bereits gezahlt, es kann also nichts passieren. Sagen Sie mir einfach, was Sie denken.“ „Das ist mit Abstand die originellste Ausrede, die ich bisher gehört habe.“ „Ausrede?“

„Sie meinen das doch nicht wirklich ernst?“ Er forschte in ihrem Gesicht. „Oh.“ Versuchte ihren ratlosen Blick richtig zu deuten, kam ins Stottern. „Tut mir leid, ich dachte wirklich, ich meine … Also … Es ist nur … Einige Kundinnen denken sich Geschichten aus, weil sie es nicht gewohnt sind, offen über ihre Bedürfnisse oder ihre Fantasien zu reden. Ist ja auch in Ordnung. Ich meine …“

„Ich schreibe tatsächlich Romane. Und Fantasie hin oder her. Ich hätte gerne, dass meine Geschichten technisch gesehen grob realistisch sind. Da ich bisher nur – nur normale Sachen gemacht habe, dachte ich, Sie könnten mir helfen. Manchmal durch Ausprobieren und manches dachte ich, lässt sich vielleicht auch einfach mit Reden klären. Erfahrung haben Sie ja genügend.“

„Ja, sicher.“

Er sah sie zweifelnd an. „Warum probieren Sie es nicht einfach mit Ihrem Mann oder Freund aus?“ „Ich habe keinen.“ „Sie finden aber doch einen Mann, wenn Sie wollen.“ „Ich soll mir zum Ausprobieren einen in der Bar suchen? Und ihn dann instruieren?“

„Viele Männer fänden es sicher aufregend, wenn Sie die Initiative ergreifen, wenn Sie eine Art Rollenspiel mit ihnen spielen.“

„Ach, nein. Dann gerate ich vielleicht an einen Psychopathen oder einen, der nicht mit Gummis umgehen kann, und wenn ich erst an die möglichen Krankheiten denke … Außerdem kann ich mir lebhaft vorstellen, wie geduldig der Typ wäre, wenn ich einfach nur etwas durchsprechen will, ohne es auszuprobieren.“

„Sie müssen nur fragen, bevor Sie ihn ranlassen.“ Er grinste. „Dann wird ein Mann alles über sich ergehen lassen.“ „Nein, ein Profi ist mir lieber. Vielleicht kann ich Sie von der Steuer absetzen.“ „Das Gesicht des Finanzbeamten würde ich gerne sehen.“

Sie musste lachen. „Vielleicht ist es eine Beamtin, dann lege ich ein Bild von Ihnen bei, und Sie haben mit ein bisschen Glück eine neue Kundin.“ „Ja klar, vielleicht können Sie auch ein wenig Werbung für mich in Ihrem Buch machen. Aber Spaß beiseite, wie stellen Sie sich das konkret vor?“

„Ich dachte, wir sehen uns eine Zeit lang alle zwei Wochen. Je nachdem, wie ich mit dem Schreiben vorankomme.“ „Gut, dieselbe Zeit in zwei Wochen?“ „Ja, das würde mir passen.“

„Was wollen Sie heute noch machen? Wir haben noch eine viertel Stunde übrig.“

So sollte Pats Geschichte ursprünglich beginnen. Natürlich übte Pierre seinen Beruf freiwillig aus und hatte Spaß dabei. Natürlich war er trotzdem gerade dabei, auszusteigen. Selbstverständlich erfolgreich. Natürlich verliebten sich die beiden. Und natürlich gab es ein Happy End.

Aber wieso sollten sich Männer freiwillig prostituieren? Weil sie sowieso immer und überall und mit jeder Frau Sex wollen? Quatsch.

Und vor allem: Würde eine Frau wirklich Sex mit einem Prostituierten haben wollen ‒ und sei es nur geschäftlich?

Alles zurück auf null.

Amateur

Also kein Profi. Ein normaler Mann. Ein Amateur sozusagen. Aber woher? Und wie?

Pat hatte sich noch nie einen Mann gesucht. Sie war der Meinung: Es ergab sich – oder eben nicht. In letzter Zeit war es bei oder eben nicht geblieben.

Wo sollte sie nun einen aufgeschlossenen Kerl finden, der bereit war, ab und zu über Sex zu reden?

Dann tat sie, was man heute so tut, wenn man etwas sucht.

Sie schaute im Internet.

Dumm nur, dass sie es blödsinnig fand, jemanden in der digitalen Welt zu suchen. Einfach so. Aus Prinzip. Pat war eher der analoge Typ. Sie las immer noch Bücher. Mit richtigen Seiten. Aus Papier. Sie brauchte etwas zum Anfassen. Ja, dafür starben Bäume, andererseits hielten Bücher ewig, hinterließen keine Berge von Elektronikschrott und es wurden ihretwegen keine seltenen Erden in China abgebaut.

Jetzt bloß keine ökologischen oder politischen Grundsatzdiskussionen. Kein Abschweifen, keine Ausreden. ‚Konzentrier dich auf die Aufgabe: Ein Mann! Ein Amateur‛, wies sie sich selbst zurecht.

‚Amateur. Heißt das nicht Liebhaber? Das passt ja.‛ Sie musste lächeln. Ihre Gedanken wanderten zu einem Traumstrand, ein halbnackter Traummann lächelte sie verführerisch an.

‚Reiß dich endlich zusammen! So schwierig kann das ja nicht sein.‛

Angeblich gab es jede Menge Singles, und alle wollten Sex. Die meisten zumindest.

Sie war mittelalt, sah ganz gut aus, konnte sich finanziell über die Runden bringen und wohnte in einer großen Stadt. Da sollte ja wohl jemand zu finden sein auf dem freien Markt.

Ihrerseits wollte sie ein unkompliziertes, intelligentes und nett anzusehendes Exemplar. Hatte sie noch etwas vergessen? Nicht, dass er perfekt sein musste. Sie war ja realistisch. Er könnte ein bisschen Speck zum Beispiel durch Humor wettmachen.

Und das sollte dann schließlich auch für sie selbst gelten.

Sie sah auf ihren Bauch. ‚Wusste gar nicht, dass ich so viel Humor habe.‛ Sie musste grinsen, dann musterte sie sich etwas skeptischer. Männer mochten ein paar Gramm zu viel wahrscheinlich gerne – an genau zwei Stellen. Am linken Busen und am rechten. Aber wohin mit den übrigen Pfunden?

Andererseits hielt sie Männer gar nicht für sooo oberflächlich. Jedenfalls nicht mehr als Frauen. Also los!

Uff!

Sie saß vor ihrem Laptop. Starrte den Browser an.

Vielleicht war eine Dating-App einfacher? Allerdings war sie alles andere als der Partytyp und in ihrem ganzen Leben ungefähr fünf Mal in einer Disco gewesen.

Sie dachte an laute Bars, an K.o.-Tropfen.

Und verwarf die Idee.

‚Erst mal die Angebote checken.‛ Kleinanzeigen. Er sucht Sie.

‚Wieso kann ich die nicht nach Alter sortieren? Mal sehen, was passiert, wenn ich auf niedrigster Preis zuerst klicke. Nix. Hmhm. Also gehe ich halt alle durch.

Hier gibt’s gar keine Supertollen wie in meiner Wochenzeitung. Hört sich alles eher normal an, das ist ja schon mal was.‛

So – jetzt die, die Schlanke oder Blonde suchen, raus. Die zu alten, die zu jungen, alle, die Nichtraucher suchen.

Nicht, dass sie rauchte, aber was war das denn für ein Kriterium, genau wie tier- oder kinderlieb. Ts.

Sie sortierte außerdem alle mit Sprüchen wie zum Pferdestehlen aus. Jetzt noch die zu kleinen. Tolerant und nicht oberflächlich hin oder her, aber genauso groß wie sie sollte er schon sein, wenigstens fast.

Hmpf. Da blieb nicht viel übrig. Eher gar nichts. Also Ansprüche runter und noch mal von vorne.

18 ‒ 28 sucht Frau fürs Leben. Hallo? Fürs ganze Leben? So bis 88 oder was, und das mit 18? Was soll das denn?

Treu und ehrlich. Die haben bestimmt schlechte Erfahrungen gemacht, das gibt nur Probleme.

‚Sex, du suchst einen für Sex, nicht für eine Beziehung‛, fiel ihr ein. Das sollte doch helfen.

Vielleicht war die Rubrik Er sucht Sie nicht die Richtige. Puh. Erst mal einen Tee.

Hier: Diskrete Treffen. Als Erstes ein nackter Frauenbusen. Als Zweites Bilder von sich darbietenden Frauen. Och nö. Das war eindeutig nicht die richtige Seite und alles schwieriger als gedacht.

Diese Dating-Apps müssten doch überall funktionieren, auch im Museum und auf dem Markt. Oder war die Kneipe ums Eck doch nicht so verkehrt? Nur ohne App. Ganz herkömmlich.

Und wie war das mit dem Supermarkt? Was sollte ein brauchbarer Single-Mann im Einkaufswagen haben?

Aber das – das hörte sich richtig gut an: Flirt und Abenteuer statt Er sucht Sie.

Es erschienen Links zu der Diskrete-Treffen-Seite und irgendwelchen Portalen, für die man sich erst einmal registrieren musste. Wozu? Jemanden zum Heiraten zu finden, schien einfacher zu sein. Offensichtlich war das Bedürfnis nach Nähe doch größer als das nach Sex. Schluss für heute. Davon bekam man ja Kopfschmerzen.

Pat brauchte einige Anläufe. Fand schließlich ein brauchbares Exemplar und feilte nun schon seit einer viertel Stunde an einer Antwort. Dann beschloss sie, selbst eine Anzeige aufzugeben.

War ja viel einfacher so. Sollten sich die Männer doch bemühen und aktiv werden. Ha! Genau! Warum war sie darauf nicht viel früher gekommen.

Aber so einfach war auch das nicht, jetzt musste sie sich den Kopf darüber zerbrechen, was sie suchte. So ging das nicht. Sie brauchte irgend etwas ganz anderes.

„Flotter Mittelklassewagen, unfallfrei, zweite Hand, sucht erfahrenen Fahrer für gelegentliche Spritztouren.“

Das sollte reichen. Oder? War hier weniger mehr? Vielleicht doch ein paar technische Daten? Wenigstens das Geschlecht?

Aber in der Hetero-Spalte sollte das Wort Fahrer wohl ausreichen. Und zweite Hand und erfahren sprachen auch für sich. Andererseits war ein w/±35/1,75 möglicherweise doch angebracht?

Sie seufzte.

‚Das ist zu betont witzig. Wer soll darauf antworten. Irgend so ein Oberspaßvogel?‛

Am Ende wurde ihre Anzeige noch für einen verspäteten Aprilscherz gehalten.

Also vielleicht doch lieber etwas Seriöses? Aber diese langweilige Anpreiserei lag ihr überhaupt nicht und mit ihren Maßen konnte sie nicht punkten. Blond war sie auch nicht.

Innere Werte? Aber welche? Sie suchte ja keine Begleitung für Museumsbesuche oder Teilnehmer für eine Diskussionsrunde.

Etwas Besseres fiel ihr einfach nicht ein.

Und wenn sie ihre wahren Beweggründe hineinschrieb? Das lockte wahrscheinlich nur Spinner oder, noch schlimmer, irgendwelche Perverse an.

‚So wird das nichts. Du drehst dich im Kreis. Entweder traust du dich jetzt – oder eben nicht.‛ Womit sie wieder beim ursprünglichen Problem angekommen war.

Pat drückte den Bestätigen-Button.

Schickte schnell ein Stoßgebet hinterher, holte sich etwas zu trinken und rief die Seite auf, um ihre Anzeige zu überprüfen …

Flotter Mittelklassewagen,

w / ±35 / 1,75,

unfallfrei, zweite Hand,

geparkt in Frankfurt,

sucht erfahrenen Fahrer für gelegentliche Spritztouren.

1. Kontakt gerne ohne Bild über

[email protected]

… da kam schon eine Antwort. ‒ Hoppla, das ging viel zu schnell.

Er: „Welche Farbe?“

Pat: „Rot.“

Sie drückte auf senden, ohne nachzudenken. ‚Mist, das war voreilig.‛ Aber jetzt ein „Also das Auto, ich eher dunkelblau“ hinterherzuschicken, war auch keine Lösung. Wie hätte das ausgesehen.

„Kein Ferrari-Rot“, schob sie wenigstens schnell nach.

Er: „Schon klar, Mittelklasse, Opel-Rot ist okay. Bin kein Rennfahrer.“

So leicht ließ er sich also nicht abschrecken. Oh je, was hatte sie sich da eingebrockt. Jetzt bloß nicht aufhören, bevor sie der Mut verließ. Es würde noch schwierig genug werden.

Pat: „Die Art der Spritztouren würde ich bestimmen.“

Er: „Okay? Haben Sie etwas Besonderes vor?“

Pat: „Eigentlich nicht.“

Er: „Eigentlich ist blödsinnig.“

Da hatte er recht. Inzwischen kam eine weitere Antwort. Wieso waren da so viele online? Sie versuchte sie zu ignorieren. Und wieso hatte sie sich eigentlich nicht vorbereitet? Eigentlich war wirklich ein blödes Wort.

Er: „Und überhaupt nicht rot.“

Pat: „Stimmt. – Ich meinte: jedes Mal eine andere Art Spritztour.“

Er: „Hört sich gut an. Ich mag Abwechslung.“

Ach je, nicht dass er jetzt etwas total Ausgefallenes erwartete.

Pat: „Also, nichts Außergewöhnliches.“

Er: „Machen Sie einen Rückzieher?“

‚Wie erklär ich das jetzt bloß?‛

Pat: „Nein. Ich meinte nur: nette Spritztouren, keine Formel 1, keine Rallye Dakar. Einfach ab und zu Spaß.“

Er: „Spaß ist gut.“

Pat: „Schön unverbindlich.“

‚Ach was soll’s.‛

Pat: „Sex, keinen Beziehungsstress.“

Das war wohl deutlich genug. Hatte sie ihn verschreckt? Nein, da kam die Antwort.

Er: „Hört sich an, als suchten Sie einen Sparringpartner statt eines Liebhabers.“

Liebhaber. – Sie mochte das Wort, es war so schön weich, geradezu sinnlich. Sie ließ es sich auf der Zunge zergehen.

Liebhaber.

Sie wusste, sie müsste nur die Augen schließen, sich das Wort noch einmal vorsagen und schon würden seine Hände über ihren Körper gleiten. Dann seine Lippen.

Sie riss sich zusammen, er wartete.

Pat: „Stimmt“, machte sie es kurz.

Obwohl … Liebhaber klang sehr verlockend.

Er: „Der Traum eines jeden Mannes.“

War das so? Was sollte sie darauf schreiben?

Er: „Gibt es einen eifersüchtigen Ehemann?“

Pat: „Was? Nein, wieso?“

Er: „Wo ist der Haken?“

Pat: „Es gibt keinen.“

‚Aber bestimmt tausend gute Gründe, so etwas nicht zu tun.‛

Er: „Wann können wir uns sehen?“

Uff, er kam aber schnell zur Sache. Ihr wurde auf einmal mulmig. Jetzt bloß nicht zögern, sonst überlegte sie es sich doch noch anders. ‚Mach schon, du Memme, genau das hast du doch gewollt.‛

Pat: „Samstagnachmittag im Café Hauptwache?“

Er: „Wie erkenne ich Sie?“

Pat: „Ich melde mich vorher noch mal.“

Und ausgeloggt. Sie zog tief die Luft ein.

Sie hatte es getan.

Ach je. Oh je, oh je. Plötzlich kam ihr die Idee gar nicht mehr so toll vor. Warum hatte sie auch noch das mit dem Sex reinschreiben müssen?

Rot. Klar war er darauf abgefahren. Sie hätte auch rot gewollt. Leider fühlte sie sich gerade sehr dunkelblau. So dunkelblau wie schon lange nicht mehr.

‚Frag ihn doch nach einem polizeilichen Führungszeugnis und einer Schufa-Auskunft – oder einem Gesundheitspass.‛ Daran hatte sie noch gar nicht gedacht. Und Verhütung. Das musste sie bei nächster Gelegenheit angehen.

Wieso antwortete der Kerl auch sofort? Und wieso verabredete sie sich gleich für nächsten Samstag?

Sie lehnte sich zurück, um tief durchzuatmen. Bemerkte, wie schnell ihr Herz schlug und dass es sich nur langsam beruhigte.

‚Was ziehe ich an?‛, schoss es ihr durch den Kopf. Als ob sie sonst keine Probleme hätte.

‚Mach dich locker, er erwartet einen Mittelklassewagen. Wenn nicht, ist es sein Problem.‛

Er hatte gar nichts über sich geschrieben. Hatte sie die Anzeige nicht aufgegeben, damit er sich bemühen und für sich werben musste?

Immerhin: Opel-Rot. Das war gut, das sollte ihr genügen. Sie dachte an ihre erste Liebe und ging gedankenverloren in die Küche, um sich einen Kaffee zu kochen.

Entweder er war es oder eben nicht. Sie beschloss, es als gutes Zeichen zu deuten, dass er als Erster geantwortet hatte.

Und vor allem so schnell, dass sie keine Zeit gehabt hatte, es sich anders zu überlegen. Dass er gerade eben online gewesen war.

Und dass er auf Opel-Rot stand.

Am nächsten Tag sah sie die anderen Antworten an. Zu lang, zu albern, zu langweilig, zu arrogant. Na ja, war ja auch nicht einfach.

Sie schrieb allen dieselbe nette Absage.

Aber was sollte sie IHM schreiben? Ich bin die, die nervös auf dem Stuhl hin und her rutscht. Haha.

Ach was, er würde sie ja sowieso bald in natura sehen. Warum also schwierig, wenn es auch einfach ging.

Sie schickte ein aktuelles Foto und ein „15 Uhr“.

Eine diplomatische Absage war auf jeden Fall besser, als sich vor Ort entsetzt anzustarren. Als Antwort kamen ein „Freue mich“ und ebenfalls ein Foto.

‚Sieht ganz nett aus.‛

Café Hauptwache

Rote Bluse? Rote Bluse.

Dazu Jeans und rote flache Schuhe.

„Guten Tag.“ Er lächelte sie an.

„Hallo.“ Sehr originell, aber was sollte sie sonst sagen? Etwa: „Ein herzliches Hallo und einen fröhlichen guten Tag an diesem wunderschönen Nachmittag“? Das hier war Frankfurt und nicht Hollywood.

Er war zur Begrüßung aufgestanden, reichte ihr die Hand.

Sie schlug gerade ein, als der Kellner sie unsanft zur Seite schob. Direkt an seine Brust. Nur noch durch ihre zwischen ihnen eingeklemmten Arme voneinander getrennt, bildete sich Pat ein, seinen Herzschlag zu spüren. Aber es war doch eher ihr eigener. Kein Wunder, ihr Herz schlug bis zum Hals.

Sie fand die Berührung durchaus angenehm, da wich er schon etwas nach hinten aus, um ihr Platz zu verschaffen.

Dann glitt sie in den bereitgeschobenen Stuhl.

„Ich bin schon etwas länger hier.“ Er hatte ihren Blick auf seine halbleere Tasse bemerkt. „Möchten Sie auch einen Kaffee oder lieber etwas anderes?“ Er winkte den Kellner herbei, damit sie bestellen konnte. „Ich hatte in der Nähe etwas zu erledigen“, erklärte er, „und war früher fertig, als geplant. Ganz schön was los in der Stadt bei dem tollen Wetter.“

„Dabei war Regen angekündigt.“ Sie versuchte sich an die Sätze zu erinnern, die sie sich zurechtgelegt hatte. Weg, alle weg.

„Ich heiße übrigens Dominic.“ „Pat. Eigentlich“, – ‚schon wieder dieses Wort‛ – „Patricia, aber so nennt mich niemand.“ „Pat? Nicht Pät?“ „Pat, es heißt ja auch Patricia und nicht Pätricia.“ „Hm, ja.“ Er sah nicht überzeugt aus.

Beide versanken in ein Schweigen, das gerade anfing peinlich zu werden, als der Kellner den Kaffee auf den Tisch stellte. ‚Gesprächig ist er ja nicht gerade.‛

Ihre Hände berührten sich, als er ihr den Zucker in dem Moment zuschob, in dem sie danach griff. Beide zögerten, wollten wissen, wie es sich anfühlte, den anderen zu spüren. Er zog seine Hand schließlich zurück.

Während sie versuchte, sich an die wahnsinnig geistreichen Sätze zu erinnern, die sie sich ‒ offensichtlich vergeblich ‒ zurechtgelegt hatte, tat sie so, als wäre sie mit der exakten Platzierung des Zuckers auf dem Milchschaum beschäftigt.

„Was für ein Auto fahren Sie?“

Sie sah überrascht auf. „Was sich gerade so anbietet. Ich rede jetzt tatsächlich von Autos“, schob sie hinterher, als sie seinen Blick auffing.

„Ich auch. Ich dachte nur ‒ wegen Ihrer Anzeige. Ich dachte, Sie fahren einen besonderen Wagen, den Sie gerne ausführen wollen. Oder ging es nie um Autos?“

„Das weiß ich selbst nicht so genau.“ Sie rutschte jetzt doch nervös auf ihrem Stuhl hin und her, sah ihm direkt in die Augen. „Das ist mir einfach alles so rausgerutscht.“

Sie lächelte ihn an. „Aber eine Spritztour wäre nett. Also eine echte, meine ich. Ich meine im Auto, nicht … ich …“ Sie brach ab, und kam mit einem „Was fahren Sie?“ auf das ursprüngliche Thema zurück, bevor sie sich völlig blamierte.

Ihr Verhaspeln schien ihn zu amüsieren und sie beschloss, nichts mehr zu sagen. Sollte er sich endlich bemühen.

Es entstand eine längere Pause, bevor er das Gespräch wieder aufnahm. „Hängen meine Chancen bei Ihnen von der Antwort ab?“ „Nicht, wenn Sie nicht irgendetwas ganz Furchtbares fahren. Ich wollte bloß auf Ihre Frage … Aber wir können auch über etwas anderes reden. Erzählen Sie mir etwas über sich? Oder sollen wir …“ Sie brach ab. ‚Hör auf zu plappern.‛

„Ja?“ Er sah sie erwartungsvoll an. So einfach ließ er sich den schwarzen Peter nicht zuschieben.

„Ich bin nervös. Ich habe so etwas noch nie gemacht.“ „So etwas?“, fragte er nach. „So ein Treffen auf ein Inserat hin.“

Nun war es an ihm zu lächeln. „Ob Sie’s glauben oder nicht, ich ebenso wenig. – Was für ein Auto dürfte ich denn nicht fahren?“

Ihr Blick wanderte von den kleinen Lachfältchen hin zu seinen Augen. „Einen von diesen Monster-SUV oder einen Hummer, einen Porsche Cayenne, irgend so eine Angeber-Karre oder …“ ‚Zähl jetzt bloß nicht alles auf, was dir in den Sinn kommt‛, ermahnte sie sich, und sah ihn nachdenklich an.

Es wäre schade um ihn, sie fand ihn nett. Irgendwie. Auch wenn er den Mund nicht aufbekam. Auf jeden Fall wollte sie ihn näher kennenlernen.

„Welche Chancen hätte ich mit einem BMW?“ „Kommt drauf an, die haben ja auch so einen schrecklichen SUV. Ich bin nur mal einen kleinen 3-türigen gefahren, der war ganz gut, aber der Verbrauch viel zu hoch.“ ‚Du fängst schon wieder an‛, ermahnte sie sich.

Er musste lachen. „Ich glaube, Sie wissen gar nicht, was Sie wollen. Sie sind auch eher blau als rot – oder? Wie wäre es also mit einem dunkelblauen 3er?“ Sie sah eindeutig enttäuscht aus.

„Ach, jetzt soll es doch das große Abenteuer sein. Vielleicht eine Corvette?“ Ihre Miene hellte sich augenblicklich auf, ihre Augen blitzten.

„Oder tut es auch ein ferrariroter 7er?“ Sie nickte, um gleich darauf den Kopf zu schütteln. „Das geht doch gar nicht. Ein hellroter 7er, wie sieht das denn aus.“

„Sie haben mir versprochen, es gibt keinen Haken, und jetzt mäkeln Sie schon bei der Farbe rum? Außerdem suchen Frauen ihre Autos doch angeblich nach technischen Daten wie Verbrauch und laufenden Kosten aus, ohne sich von halbnackten Frauen, die sich auf der Motorhaube räkeln, ablenken zu lassen.“ „Ja, aber doch nicht nur.“

Er lehnte sich zurück. „Entspreche denn wenigstens ich Ihren Vorstellungen?“

Sie ließ ihren Blick aufreizend langsam über seinen Körper wandern. „Könnten Sie sich mal halbnackt auf der Motorhaube präsentieren?“ „Sie meinen, das würde auch einen dunkelblauen 3er aufwerten?“

Sie musste lachen. „Es würde mich jedenfalls nicht vom Kauf einer Corvette abhalten.“ „Autsch, sehr charmant.“

„Wenn Sie mich so provozieren … Spaß beiseite.“ Sie sah ihn betont ernst an. „Sie scheinen ganz in Ordnung zu sein. Wir sollten auf jeden Fall eine Probefahrt machen, egal was Sie fahren – falls ich als Mit-Fahrerin in Frage komme.“ „Kommen Sie.“

Forschend sah er sie an. „Haben Sie sich schon mal verführerisch auf einer Motorhaube geräkelt?“

Platsch machte es. Und noch mal: platsch. Dicke Regentropfen hielten Pat von einer Antwort ab.

Sie hatte nicht bemerkt, dass der Himmel sich zugezogen hatte. Es schüttete plötzlich wie aus Kübeln. Rundum klaubten alle hektisch ihre Sachen zusammen und drängten sich unter das Dach oder die Sonnenschirme, die jetzt Regenschirme waren.

Sie wurde zur Seite gestoßen und landete erneut an seiner Brust. „Sollen wir versuchen, drinnen einen Platz zu bekommen?“, wollte er wissen. „Ich glaube nicht, dass es gleich wieder aufhört.“

„Nein“, lehnte sie ab. „Innen ist es ungemütlich.“ „Also zu mir.“ Es war eine Feststellung, keine Frage.

„Ich bin leider ganz unkavaliersmäßig mit der Bahn gekommen. Ich könnte versuchen ein Taxi zu ergattern.“ Obwohl er dem Kellner bei der ersten sich bietenden Gelegenheit Geld in die Hand drückte, waren alle Taxis längst weg, als sie gehen konnten.

„Laufen Sie voraus“, sie deutete auf den U-Bahn-Eingang, „ich komme nach.“ „Oh, nein. Sie entwischen mir nicht.“ Er nahm ihre Hand, zog sie mit die Treppe hinunter, bis sie unter dem schützenden Dach angekommen waren.

Pat fuhr sich mit der freien Hand durch die nassen Haare. „Dachten Sie, ich will mich verdrücken?“

Widerstrebend ließ er ihre andere Hand los. „Wer weiß? Noch haben Sie mir nicht gesagt, dass Sie mich absolut unwiderstehlich finden und mir überall hin folgen werden.“

Sie sah ihn mit großen Augen an.

„Oh, keine Angst, ich werde Sie nicht einsperren, bis Sie es tun, oder so etwas in der Art.“ „Beruhigend.“

Er grinste. „Tun Sie meinem männlichen Steinzeit-Ego schon den Gefallen. Sagen Sie, dass Sie mich toll finden und mit in meine Höhle kommen werden.“ „Ziemlich voreilig, was Sie da verlangen.“

„Blau, ich wusste es, durch und durch blau. Sie sind kein bisschen rot.“ Sie zog ihn an sich, drückte ihren Mund auf seinen. Nahm seine Lippe zwischen ihre, als er den Mund leicht öffnete, spürte ein Kribbeln im Bauch und erschrak so sehr über sich selbst, dass sie sich genauso plötzlich von ihm löste, wie sie ihn zuvor geküsst hatte. Nicht ohne zum Abschied noch einmal zart mit den Lippen über seine zu streifen.

„Und ich dachte“, er atmete hörbar aus, „das mit dem Provozieren würde nur bei Männern funktionieren.“ „So kann Mann sich irren“, war alles, was ihr einfiel.

Er hatte ihren halben Kuss als ganzes Ja gedeutet, war Richtung S-Bahn gegangen und sie war ihm tatsächlich gefolgt.

„Das ist die richtige Linie.“ Er schob sie in die wartende Bahn.

Obwohl kaum noch Platz war, drängten immer mehr Menschen nach. Sie waren offensichtlich nicht die Einzigen, die vor dem Regen nach Hause flüchteten.

Pat geriet mit dem Rücken zu ihm und stutzte. War das etwa seine Erektion an ihrem Po? Sie versuchte erfolglos etwas Raum zu gewinnen, drehte sich halb. Mit dem Ergebnis, dass bei der nächsten Gelegenheit ihre Hüfte in seinen Schritt gedrückt wurde. Er hatte jedenfalls keinen Steifen, das war gut, aber wenn sie so stehen bliebe, würde er das noch als Aufforderungverstehen.

„Tut mir leid, Pät, ich hätte doch ein Taxi besorgen sollen. ‒ Nach der Konstabler wird es besser.“ „Geht schon.“ Es kam Pat vor, als würde sie, je mehr sie versuchte etwas Abstand zwischen sich und ihn zu bringen, nur um so näher an ihn gedrückt. Überall waren fremde Hände, Arme und Beine, denen sie entgehen wollte. Sie gab auf, ließ sich gegen Dominic schieben und hielt sich mit einer Hand an seinem Arm fest, um nicht umzufallen.

Plötzlich spürte sie nur noch seinen Körper, seine Nähe. Ihr wurde wohlig und sie wollte sich anschmiegen, wusste nicht mehr, ob sie es tat oder ob sie geschoben wurde.

Nach dem Umsortieren an der nächsten Haltestelle landeten sie Brust an Brust aneinander. Bei jedem Atemzug spürte sie ihn an ihrem Busen. Sein Atem strich sanft über ihre Halsbeuge. Blut sammelte sich pulsierend in ihrem Unterleib, der sich verlangend nach vorne schob. Ihr Körper war ihrem Geist ganz offensichtlich einige Schritte voraus.

Sie schloss die Augen, überließ sich ihrer Fantasie. Seine Lippen schienen plötzlich wieder auf ihren zu sein. Sein Blick glitt über ihren Busen, der von einem knappen BH und der vom Regen durchsichtigen Bluse kaum verhüllt wurde. Die ersten Knöpfe hatte er bereits geöffnet, schob den Stoff ‒ sie gleichzeitig auf den Hals küssend ‒ zur Seite. Seine Finger tasteten sich zu ihren Brustwarzen hin,

als die Bahn anhielt.

Hätte er sie nicht hinter sich hergezogen, wäre sie, in ihren Gedanken gefangen, stehen geblieben.

„Pät!“

Schade, inzwischen hätten seine Lippen sicher ihre Brustwarze erreicht. Oder seine Zungenspitze? Ein wohliger Schauer lief durch ihren Körper.

„Ich hole das Auto“, brachte er sie endgültig in die Realität zurück. „Ach was, ich bin eh schon klatschnass.“ ‚Und eine kalte Dusche kommt mir gerade recht‛, ergänzte sie in Gedanken.

„Hier haben Sie schon mal ein Handtuch für die Haare. Ich gebe Ihnen ein T-Shirt, damit Sie sich umziehen können.“ Sie war ihm ins Schlafzimmer gefolgt, sah zu, wie er etwas aus dem Schrank heraussuchte.

„Wenn Sie nur halb so nass sind wie ich, sollten Sie auch die Jeans ausziehen. Keine Sorge, die Jogginghose ist auch frisch gewaschen.“ Wortlos nahm sie beides in Empfang.