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Mein Buch kann für Menschen eine Anleitung sein, die neugierig auf ihren weiteren Lebensweg sind. Ich möchte nicht als "Oberlehrer" oder "Besserwisser" gesehen werden, sondern als Anstifter für ein Anders-Denken - ein Denken und Handeln, das falsche oder eher negativ geartete Konditionierungen des Unterbewusstseins aufdeckt. Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass das Unterbewusstsein eines Menschen die Weichen für ein erfolgreiches oder eher erfolgloses Leben stellt. Nur wenn ich die Einstellung zu meinem Leben hinterfrage, kann ich Defizite erkennen und durch eine positive, aufgeschlossene Denkweise zu der Erkenntnis gelangen, dass ich es zum Besseren ändern kann. Mein Buch kann eine Veränderung in Deinem Leben einleiten, wenn Du es willst.
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Seitenzahl: 145
Veröffentlichungsjahr: 2022
Burkhard E. W. Zieroth
Franziskus
…der Mann, der mir zeigte, dass es
keine Grenzen gibt
© 2022 Burkhard E. W. Zieroth
Illustrationen: Heiko Fipper
Umschlaggestaltung, Lektorat und Buchsatz: Susanne S. Junge
Bildnachweis: Für alle im Buch verwendeten Fotos, wurden die Erweiterten Rechte bei stock.adobe.com rechtmäßig lizenziert/erworben:
S. 1: Buchumschlag: Komposition auf Grundlage von „Overcoming challenges“ von Sergey Nivens -- stock.adobe.com; S. 18: Collage auf Grundlage von „Phases lunaires vectorielles“ von He2 -- stock.adobe.com und „Sunrise over planet Earth in space“ von sdecoret -- stock.adobe.com; S. 29: Komposition auf Grundlage von „Overcoming challenges“ von Sergey Nivens -- stock.adobe.com; S. 40: Komposition auf Grundlage von „Sundown Silhouette“ von Sondem -- stock.adobe.com; S. 64: Komposition auf Grundlage von „Ambitions concept with businessman climbing stairs“von Who is Danny -- stock.adobe.com; S. 92: Komposition auf Grundlage von „Man trying to open door to new better world. Conceptual change, two Worlds“von Photocreo Bednarek-- stock.adobe.com; S. 121: Komposition auf Grundlage von „clear vision of a sunset“ von grufnar-- stock.adobe.com; S. 160: Komposition auf Grundlage von „The Champion“ von Sondem -- stock.adobe.com
S. 168: Eigenkreation "Mord EXTRA“ – Zieroth GmbH
ISBN Softcover:
978-3-347-62590-7
ISBN Hardcover:
978-3-347-62591-4
ISBN E-Book:
978-3-347-62592-1
ISBN Großschrift:
978-3-347-62593-8
Druck und Distribution im Auftrag:
tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Germany
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Die große Ausweglosigkeit
Ein unerwartetes Angebot
Der erste Schritt
Meine persönliche Abwärtsspirale
Die innere Verwandlung
Die ersten Aufgaben
Erste positive Auswirkungen
Heilige Kühe schlachten
Der erste große Erfolg
Nicht auf den Lorbeeren ausruhen
Noch mehr kleine Erfolge
Exquisite Vorbereitung
Berge versetzen
(K)ein übermächtiger Gegner
Eine elegante Lösung
Das Geheimnis
Die Einweihung
Nachwort
Der Erfolgskonditionator
Mein ganz persönliches Anti-Glaubensbekenntnis:
Vorwort
Die meisten Menschen wollen gesund sein, sie wollen erfolgreich sein, sie möchten im sozialen Umfeld
geliebt und anerkannt sein, und dennoch verhalten sie sich häufig so, dass genau das Gegenteil ihr Leben bestimmt. Woran liegt das? Es ist eigentlich leicht
zu erklären. Um bis ins hohe Alter, körperlich und geistig gesund zu bleiben, muss man das Wissen erwerben, wie Gesundheit auf Dauer erhalten werden kann. Um den Erfolg im Leben, den man sich
erwünscht, zu gewährleisten, muss man das Wissen haben, wie die Gesetze des Erfolges funktionieren. Wenn man glücklich sein möchte, muss man wissen, wie man seine Seele erquicken kann.
Das notwendige Wissen hierfür wird nur selten oder nur unzureichend in Schule gelehrt. Dazu bedarf es der „Schule des Lebens“. Diese „Schule des Lebens“ ist ständige Erneuerung, wenn man dieses Wissen dann auch anwendet!
Hamburg-Bergedorf, im Frühjahr 2022
Burkhard E. W. Zieroth
„Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse.“
Goethe
Die große Ausweglosigkeit
Es war an einem der dunklen Novembertage, die im norddeutschen Hamburg tagelang die Sonne aussperren und Landschaft und Städte in ein trostloses Grau tauchen. Die Menschen hüllen sich in ihre Kleidung und versuchen, sich vor dem alles durchdringenden Nieselregen zu schützen.
Ich saß schon seit einer geraumen Zeit an meinem Schreibtisch und starrte auf den Bildschirm meines Computers. Lange Zahlenreihen wirkten auf mich wie ein aufziehendes, drohendes Unwetter, das alles, was ich geschaffen habe, vernichten wird. Hinter diesen Zahlen verbargen sich Zahlungsverpflichtungen, die ich in dem erforderlichen Zeitrahmen nie und nimmer erfüllen konnte. Neben dem Monitor lag ein Stapel Briefumschläge, deren Inhalt ich nur allzu gut kannte. Es waren Mahnungen meiner Lieferanten, in denen ich letztmalig aufgefordert wurde, meine finanziellen Außenstände unverzüglich auszugleichen, um weitere gerichtliche Schritte zu vermeiden. Aber am schwersten wog das Schreiben des Finanzamtes, in dem man mir androhte, gegen mich das Insolvenzverfahren zu eröffnen, wenn ich meine Steuerschulden nicht binnen 14 Tagen begleichen würde. Es waren über 50.000,00 DM, und mir war bewusst, dass ich eine solche Summe unmöglich in diesem kurzen Zeitraum aufbringen konnte. Ich hatte bereits am Vortag mit meiner Steuerberaterin die brenzlige Gesamtsituation besprochen – und sie hatte mir dringend geraten, beim Amtsgericht Insolvenz anzumelden, und mir deutlich gemacht, dass ich keinerlei Chancen habe, aus eigner Kraft aus dieser Sackgasse herauszufinden.
Ich starrte auf den Monitor, und die unheilvollen Zahlenreihen fingen vor meinen Augen an zu tanzen. Mir wurde bewusst, dass ich alles verlieren würde. Die geschäftliche Insolvenz würde nur der Anfang sein, danach würde ich auch mein gesamtes privates Eigentum verlieren. Die Basis für die Versorgung meiner Familie wäre mir genommen. Ich würde vor meiner Familie und vor der Öffentlichkeit als Versager dastehen. Ich, der „erfolgreiche“ Geschäftsmann, würde von jetzt auf gleich eine Belastung für meine Familie und für die Gesellschaft sein.
Die unheilschwangeren Gedanken schossen wie spitze Pfeile durch meinen Kopf und suchten sich ihren Weg direkt in meinen Bauch. Ich hatte das Gefühl, dass sie mir die Eingeweide zerfetzten, und über diesen Schmerz hinaus wurde mir speiübel.
Meine altdeutsche Schäferhündin „Maxi“ spürte meine Verzweiflung; sie legte ihren schönen Kopf auf meine Knie und schaute zu mir hoch. Ich sah in ihre Augen, und ich verstand, was sie sagen wollte: „Herrchen, ich würde Dir helfen, wenn ich könnte. Du kannst Dich auf mich verlassen, ich bleibe bei Dir, ganz gleich, was da auch immer kommen möge.“
Wenn Mensch und Hund ein so enges Band der seelischen Verbundenheit haben, dann ist eine nonverbale Kommunikation auf einer Ebene möglich, die Außenstehende nicht für möglich halten. Ich jedenfalls verstand sie, und dankbar streichelte ich ihr über den Kopf. Die Berührung ihres seidenweichen Felles fühlte sich gut an. Sie brachte ein wenig Wärme in meine geschundene Seele, und für einen kleinen Moment vergaß ich die Katastrophe, die sich über meinem Kopf zusammenbraute.
Aber dann fiel mein Blick wieder auf die Zahlen- reihen des Computer-Bildschirmes, und wie bei der Eruption eines reifen Vulkanes schoss die Verzweiflung aus dem Innersten meiner Eingeweide nach oben. „Wenn es jemanden auf dieser Sch***-Welt gibt, der für diese Katastrophe eine Lösung kennt, dann soll er mir sagen, wo der Ausweg ist!“, schrie ich meine seelische Pein heraus in den Raum.
Ein unerwartetes Angebot
Maxi nahm verunsichert ihren Kopf von meinen Knien und schaute mich verdutzt an. Während ich ihr wieder beruhigend über den Kopf streichelte, klopfte es an meine Bürotür.
Maxi löste sich nun ganz von mir und ging schwanzwedelnd zur Tür. Die Reaktion der Hündin auf das Klopfen an der Tür konnte nur bedeuten, dass ein Familienmitglied oder ein enger Freund vor der Tür stand. Maxi hatte eine Gabe, um die ich sie immer beneidet habe: Sie konnte auch bei geschlossener Tür erkennen, wer auf der anderen Seite stand.
Ich erwartete einen vertrauten Menschen, als ich die Tür öffnete; im Gegensatz zu meiner Maxi freute ich mich allerdings nicht über einen Besuch. Ich wäre in diesem Moment lieber mit Maxi alleine geblieben.
Als ich die Tür zur Hälfte geöffnet hatte, sah ich einen Mann im Hausflur stehen, der mir völlig unbekannt war. Ich fühlte mich durch den Fremden gestört, zugleich war ich verdutzt. Denn ich hatte noch nie erlebt, dass unsere Maxi einen Fremden derart freundlich und vorurteilsfrei begrüßt hätte.
„Was kann ich für Sie tun?“, fragte ich den Fremden mürrisch, wobei ich mein Unbehagen ob dieses Besuches nur schwer verbergen konnte.
„Du hast mich gerufen, damit ich Dir helfen kann.“
Nun war ich vollends verblüfft. Ich wusste im Moment nicht, vorüber ich mehr erstaunt sein sollte: über das „unhöfliche“ „Du“ oder über das Verhalten meiner Hündin, die den Fremden wie einen Freund empfing. Aber worüber ich am meisten erstaunt war: Woher wusste der Typ eigentlich, dass ich mit meiner Kraft am Ende war, dass mein komplettes Leben gerade aus den Fugen geraten war? Und warum mischte er sich ein?
Während mir diese Gedanken durch den Kopf gingen, schaute ich mir den „Eindringling“ etwas genauer an. Nach seinem Äußeren war sein Alter schwer zu bestimmen; ich schätze ihn auf 60 bis 70 Jahre. Ich schaute ihm direkt in die Augen, die meinem Blick mit einem wachen und klugen Ausdruck standhielten. In seinem Gesicht stand ein entwaffnendes, freundliches Lächeln, das meinen seelischen „Eispanzer“ ein wenig zum Schmelzen brachte.
„Du hast um Hilfe gebeten – nun bin ich da, um Dir zu helfen, wenn Du es willst!? Willst Du mich nicht reinlassen?“, hörte ich ihn sagen. Mit sanftem Druck öffnete er die Tür ganz, und ich trat automatisch zur Seite.
Er betrat mein Büro, ganz so, als wäre er hier zu Hause, ging zum Besucherstuhl vor meinem Schreibtisch und setzte sich, noch bevor ich auf meinem Stuhl Platz nehmen konnte. Während ich darüber nachdachte, ob sein Benehmen frech war oder nur ein wenig forsch, wiederholte er: „Burkhard, Du brauchst Hilfe, ich bin da, um Dir zu helfen, wenn Du es willst!?“
Maxi hatte sich direkt neben den Stuhl zu dem unbekannten Besucher gesetzt und schaute mich an. Ihr Gesichtsausdruck sagte mir: „Herrchen, hier hast Du den Menschen, der Dir helfen kann.“ Scheinbar wollte sie ihre gedankliche Aufforderung bestärken, indem sie freundlich mit der Rute wedelte.
„Ich heiße Franziskus und ich bin ein Fachmann für die Lösung schwieriger Lebenslagen. Auch für Deine Problemlage werde ich eine Lösung finden“, versprach er in einem Tonfall, der keinen Zweifel an seiner Aussage aufkommen ließ.
„Wunderbar, Du kommst wie gerufen, gebe mir 1.000.000,00 DM, und meine Probleme sind schlag- artig gelöst“, entgegnete ich mit belegter Stimme, und ich gab mir keinerlei Mühe, den Sarkasmus, der in dieser Aussage mitschwang, zu unterdrücken.
„Burkhard, wenn ich Dir 1.000.000,00 DM gäbe, würden Deine Probleme erst richtig anfangen“, widersprach Franziskus mir, und mit einem spitzbübischen Lächeln schaute er mir direkt in die Augen. In diesen Augen, die mich so tiefgründig fixierten, lag ein Geheimnis, das spürte ich. Von diesen Augen ging ein Leuchten aus, und eine unbekannte Energie bemächtigte sich meiner Seele. Ich spürte eine Entspannung meiner gemarterten Psyche. Mein Körper, der sich mit Bauchschmerzen und Schweißausbrüchen gegen die unnatürliche seelische Belastung gewehrt hatte, kam zur Ruhe. Dieses seelische und körperliche „Zur-Ruhe-Kommen“ hatte ich schon lange nicht mehr gespürt, und es tat mir unglaublich gut; und so veranlasste mich diese seit langem nicht mehr gekannte, innere Ruhe, mich auf meinen Besucher einzulassen.
„Aber wie willst Du mir helfen, wenn Du mir kein Geld bereitstellen willst. Meine persönliche und geschäftliche Situation ist ohne frische Geldmittel aussichtslos und unweigerlich zum Scheitern verurteilt“, sagte ich mit großer Unsicherheit in meiner Stimme.
„Da bin ich ganz anderer Meinung“, antwortete mir Franziskus.
Als er nun fortfuhr, mit mir zu sprechen, veränderte sich sein Gesichtsausdruck. Das Lächeln verschwand und machte einer großen Ernsthaftigkeit Platz: „Burkhard, ich werde Dir helfen, wenn Du es willst! Ich habe nur eine Bedingung: Du musst Dich entscheiden! Jetzt sofort! Wenn Du meine Hilfe nicht annehmen willst, gehe ich, und Du wirst mich nie wiedersehen. Wenn Du Dich auf mich einlassen willst, dann werde ich morgen früh um 6 Uhr wieder vor Deiner Bürotür stehen. Die Aufgabe, die Du bewältigen musst, ist die schwerste, die es auf dieser Erde gibt – und zugleich die leichteste. Ich werde Dir Deinen übermächtigen Gegner zeigen, und Du wirst erkennen, dass man ihn besiegen kann.“
Den Sinngehalt seiner Worte verstand ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Aber eine innere Stimme sagte mir, dass ich diesem Mann vertrauen konnte, und etwas zögerlich stimmte ich zu: „Franziskus, ich werde morgen um 6 Uhr da sein.“
„Du hast eine phantastische Wahl getroffen, bitte sei morgen pünktlich!“, hörte ich ihn sagen.
Während er diese Worte sprach, zauberte er wieder sein unnachahmliches, warmes Lächeln in sein Gesicht. Er nickte mir freundlich und aufmunternd zu, ging zur Tür und schloss sie leise hinter sich. Maxi folgte ihm bis zur Tür und verabschiedete ihn mit einem freundlichen Schwanzwedeln.
Tatenlose Verzweiflung bedeutet so viel wie die Pflicht vergessen und sich ihr zu entziehen.
Boris Pasternak
Der erste Schritt
In der Nacht konnte ich kaum schlafen. Unruhig wälzte ich mich von der einen Seite auf die andere. Ich hatte in den letzten Wochen und Monaten ohnehin schlecht geschlafen, da mich sorgenschwere Gedanken von einem Schreckensszenarium in das nächste gestürzt hatten. In dieser Nacht waren die Sorgen nicht gewichen, aber das Gespräch mit Franziskus hatte in mir etwas ausgelöst, das ich nicht beschreiben konnte; ich spürte in meinem Innersten, dass es eine Veränderung in meinem Leben geben würde, wenngleich ich nicht im Geringsten ahnte, was da auf mich zukommen sollte.
Da ich ohnehin nicht schlafen konnte, stand ich sehr früh auf und bereitete mich auf den Tag vor – den Tag, der mein Leben in einer Weise verändern sollte, wie ich es in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet hätte.
Als ich zehn Minuten vor sechs vor meinem Geschäft ankam, stand Franziskus bereits vor der Tür. Er schaute mich an und gab mir die Hand. Sein Händedruck war fest, seine Hände fühlten sich warm und trocken an. Meine Hände hingegen waren vor Aufregung nass; ich hatte versucht, sie noch schnell an meiner Jacke abzuwischen. Aber Hände, die aufgrund psychologischer Anspannung schweißnass sind, bekommt man in einer solchen Ausnahmesituation nicht trocken. Das wusste ich aus leidvoller Erfahrung, und es war mir immer etwas peinlich, wenn ich es nicht vermeiden konnte, einem Händeschütteln auszuweichen.
Franziskus schien meine innere Unsicherheit zu spüren, er hielt meine Hand fest gedrückt und suchte den direkten Blickkontakt mit mir. Ich hatte keine Chance, diesem Blick auszuweichen, auch meine Hand ließ er erst nach einer gefühlten Ewigkeit wieder los. Trotz meiner Unsicherheit spürte ich eine Kraft in seinem Händedruck, die nicht von physischer Natur war, und in seinem Blick sah ich ein Feuer, das Entschlossenheit und Durchsetzungswillen versprühte.
„Komm, lass uns ins Büro gehen. Sorge bitte dafür, dass wir für die nächsten Stunden nicht gestört werden!“, sagte er freundlich, und dennoch ließ sein Tonfall keinerlei Widerrede zu.
Wir gingen in mein Büro und nahmen an meinem Schreitisch Platz.
„Burkhard, bitte schildere mir Deine Situation. Erkläre mir, wo Deine Probleme liegen, und sage mir, warum Du in Schwierigkeiten bist!“, forderte er mich ohne Umschweife auf.
Ich kam dieser Aufforderung nur allzu gerne nach, denn es gab nur sehr wenige Menschen, mit denen ich über meine schwierige Lebenssituation sprechen konnte. Und ich hatte noch niemanden getroffen, der vorgab, mir den Weg aus dieser schier ausweglosen Situation weisen zu können. Aber dieser Franziskus schien ehrliches Interesse an meiner Lebenssituation zu haben, und er hatte die seltene Gabe, einem Mitmenschen zuzuhören.
Und so legte ich los. Franziskus hörte zu und unterbrach mich nicht ein einziges Mal. Ich gewann immer mehr die Überzeugung, dass ihn meine Probleme wirklich berührten. Ich hatte einen Menschen gefunden, der sich meiner annahm, ohne Vorwürfe zu machen, vorurteilsfrei und ohne Besserwisserei. Er hörte einfach nur zu. Ich redete und redete und fühlte mich immer befreiter, während Franziskus hin und wieder mit dem Kopf nickte und mich mit seinem unnachahmlichen Lächeln ermunterte, meiner Seele durch meinen Redeschwall wieder Freiraum zu verschaffen. Ich bemerkte gar nicht, dass ich, während ich über meine Probleme sprach, die Last der Probleme immer weniger spürte. Mir saß ein Mensch gegenüber, der durch seine Empathie und durch seine grundehrliche Aufgeschlossenheit mein Vertrauen gewonnen hatte. Mit diesem schnell wachsenden Vertrauen fiel es mir immer leichter, auch die heikelsten und peinlichsten Einzelheiten meiner momentanen Lebenssituation zu schildern.
Die einzigen wirklichen Feinde eines Menschen sind seine eigenen, negativen Gedanken.
Albert Einstein
Meine persönliche Abwärtsspirale
Es hatte alles damit angefangen, dass ich eine überteuerte Immobilie gekauft hatte, darüber hinaus waren die Zinsen für die Finanzierung zum Zeitpunkt des Erwerbs extrem hoch. Als dann auch noch die Mieteinnahmen, welche die Finanzierungskosten ohnehin nicht deckten, ausblieben, waren massive finanzielle Schwierigkeiten die Folge. Zusätzlich zu der Fehlentscheidung, die Immobilie zu kaufen, erlebten wir in Deutschland auch noch eine Rezession Das größte Problem. Und die meiner Meinung nach unfähigen Politiker setzten die falschen Impulse und starteten uneffektive Wirtschaftsprogramme.
In meinem Geschäft blieben die Kunden weg, daher sanken die Umsätze dramatisch. Wegen der fehlenden Einnahmen konnte ich meine Steuern in der Folge nicht mehr pünktlich zahlen, meine Lieferanten warteten vergeblich darauf, dass ich die offenen Rechnungen beglich. Die Banken drängten immer massiver auf die pünktliche Tilgung der Kreditraten, die ich ebenfalls nicht mehr bedienen konnte.
Ich konnte machen, was ich wollte: Die problem- beladene Gesamtsituation wuchs in einem Tempo, das die Katastrophe immer unvermeidbarer erschienen ließ. Stapelweise lagen auf meinem Schreibtisch die Mahnungen meiner Lieferanten, die ich nicht mehr bearbeitete, weil ich keinen Sinn und keinen Ausweg aus dieser Misere sah. Vom Finanzamt wurde mir in kaltem Amtsdeutsch mitgeteilt, dass man das Insolvenzverfahren gegen mich eröffnen würde, wenn die offene Steuerschuld von 50.000,00 DM nicht innerhalb von 14 Tagen beglichen wäre. Diese Maßnahme würde das Ende meiner wirtschaftlichen Existenz und den totalen sozialen Absturz für meine Familie und mich bedeuten.
Als ich mit meinen Ausführungen am Ende war, schaute ich Franziskus erwartungsvoll an, und mit einem verlegenen Lächeln fragte ich ihn: „Nun kennst Du meine Situation; wer soll mir helfen, diese nahende Katastrophe noch abzuwenden?“
