Frei & Wild - Sophie Löbel - E-Book

Frei & Wild E-Book

Sophie Löbel

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Beschreibung

Wildpferde! Quasi direkt vor ihrer Haustür! Lara und ihre Freunde können es kaum glauben. Doch dann finden sie heraus, dass die Pferde dort, wo sie leben, wahrscheinlich nicht bleiben können. Es gibt nur eine Lösung: Lara und ihre Freunde müssen das Land, auf dem die Pferde leben, kaufen. Doch woher sollen sie das Geld nehmen? Als dann auch noch Wildpferde entführt werden, gibt es für die Freunde kein Halten mehr. Sie müssen die Pferde retten!

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 240

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Sophie Löbel

Frei & Wild

Die Wildpferde

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog

Die Wildpferde

Der Ritt

Am See

Das Training

Die Zwillinge

Die Verletzung

Die Fallen

Zoe

Das Turnier

Das Springen

Verirrt

Der Tanz

Pläne,

Und Taten

Es geht los

Die Verfolgungsjagd

Die rettende Idee?

Gefangen

Zafira

Befreiungsplan der…?

Geschafft!

Geländeritt und Zickenkrieg

Siegerehrung mit Überraschung

Ein Fohlen und die letzten Namen

Anmerkung der Autorin

Impressum neobooks

Prolog

Die weiße Stute hob den Kopf. Etwas lag in der Luft. Sie konnte es spüren. Sie blähte die Nüstern und sog tief die warme Frühlingsluft ein. Aber nein. Es war kein Geruch. Sie spitzte die Ohren und lauschte. Doch sie vernahm nichts als die ganz normalen Frühlingslaute. Und doch. Etwas war anders. Es rief sie. Und es kam aus ihr selbst. Sie konnte jemanden in sich spüren. Nur ganz schwach, aber er war da. Nein.Sie.Sie war da. Tief in ihrem Herzen war jemand. Jemand der sie rief. Wider lauschte sie, doch diesmal in sich selbst.Und plötzlich wusste sie was zu tun war. Es war Zeit.

Die Wildpferde

Lara saß auf einer Wiese an einem Bach, als sie hinter sich etwas hörte. Es war ein Schnauben. Sie drehte sich um und sah eine weiße Stute, die vorsichtig auf sie zu trat. Ihr folgten weitere Pferde und ein paar Fohlen. Im Ganzen mussten es mindestens zwanzig Pferde sein. Jetzt sah Lara, dass die Stute übersät war mit vielen dunklen Punkten. Lara wusste instinktiv, dass sie sich ruhig verhalten musste, und streckte der Weißen langsam die Hand entgegen. Die Stute kam noch näher bis Lara ihren warmen Atem auf der Haut spüren konnte. Wie verzaubert saß Lara da und wusste kaum wie ihr geschah. Dann fuhren die Gedanken in ihrem Kopf Achterbahn. Wo kamen die Pferde her, waren sie ausgebrochen? Da berührte die Stute sie an der Hand und lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder auf sich. Die Stute beschnupperte Lara und schließlich wagte sie es ihr vorsichtig über die Nase zu streichen. Wie weich und warm sie war! Lara stand langsam auf und streichelte die Stute weiter. Ihr schien es zu gefallen, denn Lara spürte wie nach und nach die Anspannung aus ihrem Körper wich und sah, dass sie den Kopf senkte. Sie verstand zwar nicht viel von Pferden, doch ihre beste Freundin Lia die schon öfter geritten und eine Zeit lang voltigiert hatte, hatte ihr mal erklärt, dass Pferde nur den Kopf senkten, wenn sie entspannt waren, da sie mit Kopf unten nicht so viel sehen konnten.

Lara wachte auf. Das war ja ein verrückter Traum gewesen! Schon zum vierten Mal hatte sie diesen Traum gehabt und jedes Mal hatte sie das Gefühl, dass die Pferde ganz in der Nähe waren. Lara grübelte noch eine Weile über ihren Traum nach, bis sie beschloss auf zu stehen. Gut, dass es Sommerferien waren, so konnte sie gemütlich frühstücken und nachdem sie sich angezogen hatte rausgehen und die Pferde suchen. Lara wohnte mit ihren Eltern in einem alten Bauernhaus und direkt vor ihrer Haustür erstreckte sich ein Wald und viele Wiesen mit einer ganzen Menge Bächen.

Lara streifte schon eine ganze Weile umher, als sie beschloss eine Pause zu machen. Etwas enttäuscht setzte sie sich ins Gras und schaute den Fischen in einem kleinen Bach vor ihr zu. Irgendetwas kam ihr bekannt vor, doch bevor sie wusste was, hörte sie hinter sich etwas rascheln. Sie drehte sich um, und plötzlich war alles wie in ihrem Traum.

Ich hörte den Menschen bevor ich ihn sah. Normalerweise hielt ich mich von Menschen fern, doch bei diesem war es anders. Ich wusste das er ungefährlich war und ging wie von einem unsichtbaren Band gezogen auf ihn zu. Irgendetwas an dem Menschenmädchen faszinierte mich, doch ich könnte nicht sagen, was es war. Das Mädchen streckte mir die Hand entgegen und ich spürte, dass es genauso aufgeregt war wie ich. Ich war jetzt ganz nah. Vorsichtig beschnupperte ich die Hand des Mädchens. Dann wurde ich mutiger und beschnupperte auch ihr Gesicht. Sie roch erstaunlich gut, und ich merkte, dass ich sie mochte. Jetzt sah ich wie sie langsam die Hand hob und ich wusste, dass sie mich gleich berühren würde. Mein Verstand riet mir weg zu rennen, doch ich blieb. Ich nahm kaum wahr, dass meine Herde nun auch etwas näherkam, so sehr konzentrierte ich mich auf das Mädchen. Jetzt berührte mich ihre Hand sanft an der Nase und ich ertappte mich dabei, wie ich die Berührung genoss. Sie stand langsam auf, und ich zuckte kurz zurück doch sie tat alles mit so einer unglaublichen Ruhe und Gelassenheit, dass ich mich sofort wieder entspannte. Sie streichelte mich weiter und ich entspannte mich so sehr, dass ich sogar den Kopf senkte. Ich spürte mit meinen feinen Sinnen, dass wir beide immer ruhiger wurden und Vertrauen zu einander fassten.

Lara konnte es kaum fassen. Sie hatte die Stute tatsächlich gefunden und konnte sie auch in Wirklichkeit berühren! Das war einfach nur krass. Lara wusste nicht wie lange sie schon hier stand, doch irgendwann merkte sie das es genug war. Sie streichelte die Stute noch ein letztes Mal, dann machte sie sich langsam wieder auf den Heimweg. Unterwegs wirbelten ihr die Gedanken durch den Kopf. Ob die Pferde wohl ausgebrochen waren? Aber dann müssten sie doch eigentlich gesucht werden. Und überhaupt so viele Pferde fielen doch auf! Andererseits war hier so viel Platz! Wenn die Pferde hier nicht gesehen werden wollten, wurden sie das wahrscheinlich auch nicht. Um so erstaunlicher war es, dass Lara sie gefunden hatte und sie sogar die weiße Stute berühren konnte. Und wenn es Wildpferde waren? Konnte das sein? Aber warum sollte sich dann die weiße Stute von ihr berühren lassen? Das ergab doch alles keinen Sinn! Da war Lara zu Hause angekommen. Sie schloss mit ihrem Schlüssel die Haustür auf, gerade als ihre Mutter aus der Küche kam. Lara hatte ihr beim Frühstück erzählt, dass sie spazieren gehen wollte. Von den Pferden wollte sie ihr lieber nicht erzählen, damit sie nicht auf die Idee kommen konnte, ihr zu verbieten wieder hin zu gehen. „Na wars schön?“, fragte ihre Mutter. Lara nickte. „Denk dran dein Zimmer ein bisschen aufzuräumen morgen kommt doch Lia.“, sagte ihre Mutter noch während Lara schon die Treppe nach oben lief. „Mache ich!“, rief Lara zurück. Lia war Laras beste Freundin, die leider ein Stück weg in der Stadt wohnte. Die beiden gingen zusammen zur Schule und kannten sich schon aus dem Kindergarten. Nach den Sommerferien würden sie zusammen in die 6B gehen. Lara machte ihre Zimmertür auf. Sie bewohnte ein zugegeben sehr unordentliches Zimmer unterm Dach. Überall lagen Schleichpferde und Papierschnipsel herum. Seufzend begann Lara mit dem aufräumen.

Der Ritt

Am Nachmittag ging Lara wieder zu der Stelle, wo sie die vermutlichen Wildpferde das erste Mal gesehen hatte. Ein Stück weiter fand sie tatsächlich die Pferde. Ein schwarzer Hengst hob alarmiert den Kopf, doch da trabte die weiße Stute auf Lara zu und er entspannte sich wieder. Zutraulich kam die Weiße näher und ließ sich von Lara streicheln. Doch diesmal spürte Lara nicht wie am Vormittag eine große Ruhe. Stattdessen durchströmte sie eine unbändige Energie. Lara konnte nicht anders und sie rannte ein Stück. Zu ihrer Überraschung folgte die Stute ihr. Lara stoppte abrupt und rannte in die andere Richtung. Die Stute wendete auf den Hinterbeinen und kam ihr wieder nach. Es war wie ein Spiel. So tobten die beiden eine Weile bis Lara sich außer Atem ins Gras fallen ließ. Die Stute fing an zu grasen. „Du brauchst eigentlich mal langsam einen Namen.“, fand Lara als sie wieder zu Atem gekommen war. Die Stute schnaubte als würde sie Lara zu stimmen. „Hm, mal überlegen.“, murmelte Lara. Und dann: „Ich hab’s!“ Die Stute hob erstaunt den Kopf. „Shira! Du sollst Shira heißen!“ Shira grummelte leise und Lara nahm das als Bestätigung. Und dann geschah etwas Unglaubliches. Shira knickte mit den Vorderbeinen ein und legte sich vor Lara hin. Erwartungsvoll sah sie Lara an. Erstaunt schaute Lara zurück. Was wollte Shira von ihr? Aus einer Intuition heraus stand Lara auf und ging auf Shira zu. Die blieb ruhig liegen, schaute Lara aber weiterhin erwartungsvoll an. Lara legte ohne nachzudenken ein Bein über Shiras Rücken. Shira blieb ruhig. Jetzt belastete Lara vorsichtig Shiras Rücken mit ihrem Gewicht. Shira ließ auch das geschehen. Lara atmete tief ein und setzte sich hin. Einen Moment geschah nichts. Dann stand Shira mit einem Ruck auf. Lara konnte ihr Glück kaum fassen. Sie saß auf Shiras Rücken! Sie griff in die Mähne und setzte sich zurecht. Dann dachte sie: es könnte los gehen! In dem Moment setzte Shira sich in Bewegung. Sie ging im Schritt um die Herde herum. Nach einer Weile wurde Lara sicherer und Shira trabte an. Fast wäre Lara von ihrem Rücken gerutscht. Sie hätte nicht gedacht, dass einfach nur sitzen so schwer sein konnte! Zum Glück parierte Shira rechtzeitig wieder durch. Beim zweiten Versuch war Lara auf das Gehoppel gefasst und es klappte besser.

Ich verstand selbst nicht genau warum ich wollte, dass Lara auf meinen Rücken stieg, doch es fühlte sich zwar ungewohnt aber gut an. Ich hatte mich sehr über den Namen gefreut, denn ich hatte noch nie einen gehabt. Ich merkte bald, dass Lara nicht gut reiten, wie die Menschen das nannten, konnte und auch dass das Ausbalancieren mit ihr schwerer war, doch es war mir egal. Mit der Zeit merkte ich, wie Lara sicherer wurde und traute mich anzutraben. Das war keine gute Idee gewesen und ich wurde sofort langsamer. Dann probierten wir es nochmal und es klappte besser. Das machte echt Spaß! Lara hoppelte immer noch ganz schön auf meinem Rücken herum und ich beschloss einfach Mal anzugaloppieren. Ich merkte wie sie sich kurz verkrampfte doch dann wurde sie lockerer. Ich nahm etwas mehr Tempo auf und war einfach nur glücklich. Und ich spürte, dass Lara das auch war.

Uii! Machte das Spaß! Lara wurde auf Shiras Rücken ganz schön durchgerüttelt doch immer hin bis jetzt war sie noch nicht runtergefallen! Da galoppierte Shira an. Lara bekam zuerst einen riesen Schreck doch dann merkte sie, dass Galopp eigentlich viel leichter zu sitzen war als Trab. Sie entspannte sich etwas und spürte wie Shira schneller wurde. Laras braune Haare wehten im Wind und Shiras Mähne flatterte ihr ins Gesicht. Sie war einfach nur glücklich. Lara hatte das Gefühl als würden sie und Shira miteinander verschmelzen. Sie hörte das Trommeln der Hufe und spürte Shiras kraftvolle Bewegungen unter sich. Das Dröhnen der Hufe wurde immer lauter und als Lara über die Schulter zurückschaute, sah sie, dass die anderen Pferde ihnen folgten. Das war ein wunderbarer Anblick, wie sie alle hinter ihnen herrannten. Als Lara wieder nach vorne schaute, sah sie einen Baumstamm der ihnen den Weg versperrte. Shira hatte offensichtlich nicht vor auszuweichen, denn sie galoppierte immer schneller auf das Hindernis zu. Lara verstärkte ihren Griff in die Mähne, und Shira sprang. Instinktiv lehnte Lara sich nach vorne und sie flogen fast über den Baumstamm. Das war einfach nur wunderbar. Nach dem Sprung galoppierte Shira noch ein Stück weiter, dann wurde sie langsamer. Schließlich blieb sie stehen. Lara viel ihr um den Hals. „Danke!“, flüsterte sie Shira ins Ohr. Die schnaubte und fing wieder an zu grasen. Lara ließ sich langsam von ihrem Rücken gleiten. Keine gute Idee. Laras Beine waren weich wie Pudding! Kurzer Hand setzte sie sich zu Shira ins Gras. Lara konnte es kaum fassen. War sie gerade wirklich einfach so, ohne Helm Sattel oder Halfter auf ein Wildpferd gestiegen? Erst jetzt wurde ihr klar, wie gefährlich das gewesen war. Im selben Moment wusste sie aber auch das sie das jeder Zeit wieder tun würde. Es war einfach zu schön gewesen. Sie streichelte Shira, und die schnuffelte ihr durchs Haar. Nach einer Weile meldete sich Laras Magen. Es musste schon spät sein. Wiederwillig stand Lara auf und verabschiedete sich von Shira. Sie beschloss morgen Lia alles ganz genau zu erzählen.

Am nächsten Morgen wurde Lara von ihrer Mutter Marlene geweckt. „Wach auf du Penntüte Lia kommt gleich!“ Lara grummelte verschlafen:“ Wie spät ist es denn?“ „Halb elf und um elf kommt Lia.“, erwiderte ihre Mutter und verschwand nach unten. So spät schon! Lara sprang aus dem Bett. Kaum war sie fertig mit frühstücken, klingelte es an der Tür. Es war Lia. Lara zog sie sofort mit in ihr Zimmer. „Ich muss dir sofort ganz dringend was erzählen.“, sprudelte es aus Lara heraus, kaum dass ihre Zimmertür zu war. „Äh, hallo erst Mal.“, Lia grinste sie an. „Ich habe dir übrigens auch was zu erzählen.“„Okay dann fang du an!“ Jetzt war Lara neugierig. „Wir ziehen um!“, platzte es aus Lia heraus. „Also eigentlich sind wir schon umgezogen wir sind gerade beim Einräumen.“Sie sah Lara erwartungsvoll an. Die war völlig perplex. „Doch hoffentlich nicht noch weiter weg?“, brachte sie schließlich heraus.„Ach so, habe ich das noch nicht gesagt?“, fragte sie erstaunt doch Lara merkte sofort, dass das nur gespielt war, dafür kannte sie ihre Freundin einfach zu gut.„Nein hast du nicht!“, sagte Lara spitz, und die beiden fingen an zu kichern.„Wir ziehen in das zweite alte Bauernhaus hier in der Straße.“, sagte Lia schließlich.„Wow! Das ist ja super!“, freute sich Lara. „Kann ich dir ja später zeigen.“, meinte Lia. „Aber zuerst musst du mir deine Neuigkeiten sagen!“ „Was denn für Neuigkeiten?“, fragte Lara scheinheilig. „Das weißt du genau und wenn du sie mir jetzt nicht sofort verrätst, kitzle ich dich durch!“, drohte Lia und fing schon Mal an. „Ist ja gut ich sag’s ja schon!“, kicherte Lara, die furchtbar kitzelig war. Lia hörte sofort auf. „Also?“, fragte sie. „Ich habe im Wald Wildpferde gefunden!“, erzählte Lara. „Und die eine Stute, die ich Shira genannt habe, lässt mich sogar auf sich reiten!“„Ja, klar.“, Lia glaubte ihr nicht.„Doch wirklich!“, beteuerte Lara. „Wenn du willst, zeige ich sie dir. Zumindest wenn ich sie wiederfinde.“ „Dein Ernst?“, fragte Lia misstrauisch. „Ja und jetzt komm endlich!“ Lara wollte plötzlich unbedingt ganz schnell zu Shira. „Na gut aber wehe du veräppelst mich!“, drohte Lia. „Tu ich nicht und jetzt komm!“Die beiden Mädchen liefen die Treppe herunter. „Aber verrat es nicht meinen Eltern!“, raunte Lara noch. „Natürlich nicht ich bin ja nicht doof!“, raunte Lia zurück. Schon fiel die Haustür hinter den Beiden ins Schloss. Lara lief zielsicher los zu der Stelle, wo sie Shira verlassen hatte. Doch die Pferde waren nicht mehr da. „Und wo sind jetzt deine Wildpferde?“, fragte Lia. „Gestern waren sie noch hier, also müssten sie hier irgendwo in der Nähe sein.“, antwortete Lara. Die beiden suchten weiter und endlich fanden sie die Pferde. „Wow.“, hauchte Lia.Shira hob den Kopf und sah misstrauisch in ihre Richtung. Lara ging langsam auf sie zu und sie kam ihr entgegen. Endlich konnte Lara wieder Shiras weiches Fell streicheln! Wie sie das vermisst hatte! Shira wohl auch, denn sie legte Lara vorsichtig den Kopf auf die Schulter. Als die beiden sich wieder von einander lösten, sah Lara, dass eine braune Stute mit schwarzer Mähne, schwarzen Beinen und schwarzem Schweif bei Lia stand. Lara und Shira sahen aus einiger Entfernung um die beiden nicht zu stören zu, wie die Stute Lia beschnupperte und Lia sie schließlich streichelte. „Das ist ja wie bei uns!“, flüsterte Lara Shira erstaunt zu.Eine ganze Weile schauten sie zu, wie Lia die Stute streichelte. Dann erinnerte Lara sich an ihren gestrigen Ritt. Ob das wohl heute wieder ging? Sie sah Shira an. Die stand entspannt neben ihr. Aber wie sollte sie auf ihren Rücken kommen? Was hatte sie gestern noch Mal getan als sich Shira hingelegt hatte? Eigentlich nichts dachte Lara. Sie wünschte sich so sehr, dass sie wieder auf Shira reiten durfte! Und da geschah es tatsächlich. Shira legte sich wieder hin. Langsam stieg Lara auf Shiras Rücken. Aus dem Augenwinkel sah sie, dass die braune Stute sich ebenfalls hinlegte. Sie machte Shira nach! Erstaunt sah Lia kurz zu Lara. Dann tat sie es ihr nach und glitt vorsichtig auf den Rücken ihrer Stute. Fasst gleichzeitig erhoben sich die Pferde wieder. Lara sah, wie Lia strahlte und merkte, dass sie es auch tat. Shira setzte sich in Schritt und die Braune folgte ihr. Dann trabte sie an und alle Pferde taten es ihr gleich. Lara hatte langsam den Verdacht, dass Shira die Leitstute der Herde war. Warum sonst sollten ihr immer alle Pferde folgen? Jetzt galoppierte Shira an. Lara genoss das Gefühl aus vollen Zügen.

Am See

Sie schloss für einen Moment die Augen. Es war so schön endlich wieder Shiras kraftvolle Bewegungen unter sich zu spüren! Als Lara die Augen wieder öffnete, sah sie vor sich etwas glitzern. Es war ein See! Die Pferde wurden wieder langsamer, und begannen das kühle Nass zu trinken. „Das ist ja voll schön hier!“, staunte Lia.„Ja echt ich wusste gar nicht, dass hier ein See ist!“, stimmte Lara ihr zu.„Aber dass die Pferde uns wirklich auf sich reiten lassen… Meinst du echt, dass es Wildpferde sind?“, Lia war ganz aufgeregt.„Ich denke schon sonst müssten sie doch gesucht werden. Nur wieso sollten sie uns dann auf sich reiten lassen?“„Keine Ahnung aber sich jetzt darüber den Kopf zu zerbrechen hilft doch auch nichts. Dadurch finden wir schließlich auch nicht mehr heraus.“„Du hast recht“, stimmte ihr Lara zu „Jetzt lass uns doch erst Mal ins Wasser gehen.“ Sie machte ziemlich komische Verrenkungen auf dem Pferderücken, um sich de Schuhe aus zu ziehen. Lia tat es ihr nach, und kaum waren die Schuhe auf einem schmalen Sandstreifen gelandet, liefen die Pferde ein Stück in den See hinein. Im Knie tiefem Wasser stampften die Pferde so mit den Hufen, das die Mädchen auf ihren Rücken ganz schön nass gespritzt wurden. Dann liefen sie ins tiefere Wasser, und begannen schließlich zu schwimmen. Das war fast noch schöner als reiten. Auf einem schwimmenden Pferd zu sitzen fühlte sich fast an wie schweben! Lara faste in Shiras dicke Mähne, ließ sich von ihrem Rücken gleiten, und ließ sich ziehen. Dann schwamm Shira wieder Richtung Ufer, und Lara zog sich gerade noch rechtzeitig auf ihren Rücken. Dann lief Shira aus dem Wasser, endlastete ein Hinterbein und ließ sich von der Sonne trocknen. Lara ließ sich nach hinten fallen so dass, sie auf dem Rücken lag und ließ sich ebenfalls trocknen. Die braune Stute mit Lia auf dem Rücken kam auch aus dem Wasser und sie machten Shira und Lara nach. „Wie soll deine Stute eigentlich heißen?“, fragte Lara. „Da habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht“, gab Lia zu. Sie grübelte kurz, dann sagte sie: „Ich glaube ich nenne sie Kira.“Kira schnaubte. „Der Name scheint ihr zu gefallen“, lachte Lara.

Die beiden ließen sich noch eine Weile von der sonne trocknen, dann fragte Lia: „Soll ich dir jetzt unser Haus zeigen? Trocken genug sind wir ja.“Tat sächlich hatte die Sonne ganze Arbeit geleistet. „Oh ja!“ Lara war begeistert. „Findest du von hier den Weg, dann könnten wir hin reiten?“„Ich denke schon“, meinte Lia. „In welche Richtung liegt denn die Straße?“ Lara zeigte ihr die Richtung und die beiden ritten los. Kurz vor der Straße stiegen sie ab, und verabschiedeten sich von ihren Pferden. Dann liefen sie das letzte Stück zu Fuß. Schließlich standen sie vor einem alten Fachwerkhaus. Lia kramte einen Haustürschlüssel aus ihrer Tasche, und schloss auf. „Hallo!“, rief sie laut.„Hallo Lia!“, ihre Mutter Helene erschien in der Küchentür. „Oh und hallo Lara! Ich koche grade Nudeln, wenn du magst kannst du gerne mitessen.“ Lara schnupperte. „Hm das riecht aber lecker, ich esse gerne mit danke!“„Super es dauert auch nur noch ein paar Minuten dann kann Lia dir ja schon Mal ihr neues Zimmer zeigen, wenn ihr Lust habt.“„Oh ja komm mit!“, Lia zog sie die Treppe nach oben. Sie betraten ein noch ziemlich kahles aber großes Zimmer. Überall standen Umzugskartons, und in einer Ecke lagen Bauteile für ein Regal. Drei Wände waren hell grün. Die dritte Wand war weiß. „An die weiße Wand kommt ein Bild“, erklärte Lia. „Ich habe Mama sogar überredet das ich das Bild selbst malen darf. Sie meinte, wenn es mir gar nicht gefällt können wir immer noch Tapete darüber kleben. Was ist willst du mir helfen?“„Klar total gerne!“, stimmte Lara zu.Da rief Helene schon zum Essen. Die beiden gingen runter. Beim Essen erzählte Helene: „In der Zeitung haben die irgendwas von Pferden hier in der Nähe geschrieben. Die meinten glaube ich das es Wildpferde sein könnten. So genau habe ich es aber nicht gelesen. Ich dachte nur ich sage euch mal Bescheid. Euch interessiert das doch bestimmt!“ Sie deutete auf einen Stuhl. „Da vorne liegt die Zeitung falls ihr nachlesen wollt.“ Lia und Lara tauschten einen Blick. „Unbedingt!“, rief Lia, und stand auf um sich die Zeitung zu schnappen. Dann las sie vor: „Im Wald in der Nähe von der Waldstraße sind angeblich Wildpferde gesichtet worden. Von den umliegenden Höfen können die Pferde nicht stammen, denn es werden keine vermisst. Eine Frau behauptet sie hätte mindestens zwanzig Pferde auf einer Lichtung gesehen. Darunter sollen auch Fohlen gewesen sein. Als die Pferde sie bemerkt hatten, sind sie wohl geflüchtet. Deswegen und wegen der Fohlen wird vermutet das sich Wildpferde oder ausgewilderte Pferde hier her verirrt haben. Das ist ein großes Problem, da die Pferde den Straßenverkehr stören könnten. Außer dem zertreten die Pferde viele seltene Pflanzen, und im Winter würden sie wahrscheinlich auch die Rinde von den Bäumen knabbern. Das wäre für die Bäume gar nicht gut. Herr Kiel gehört das Land auf dem sich die Pferde befinden. Er sagt er wollte es schon immer verkaufen und die Pferde hätten jetzt den Ausschlag gegeben. Was der neue Besitzer mit den Pferden macht, so sagt er, sei ihm egal. Leider würden die meisten Pferde sehr wahrscheinlich geschlachtet werden. Wer sich für das Land mit den Pferden interessiert, kann unter dieser Nummer Herr Kiel erreichen… Dann kommt eine ewig lange Nummer und dann noch: Der Geldbetrag liegt zurzeit bei hunderttausend Euro. VB“Lia hatte zu ende gelesen. „Was heißt: VB?“, fragte Lara schließlich mit rauer Stimme.Sie war geschockt. Ihre Pferde, ihre liebe Shira sollte geschlachtet werden? Konnte das sein?„Verhandelbar“, antwortete Helene. Sie sah etwas blass um die Nase aus. Lara spürte das Tränen in ihr hoch stiegen. Sie wandte sich ab damit Helene es nicht bemerkte und womöglich Verdacht schöpfte. „Lass uns hoch gehen“, sagte Lia matt, und stand auf. Lara folgte ihr. Oben machten sie die Zimmertür zu, und vielen sich in die Arme.

„Das darf nicht passieren!“, schniefte Lara. „Nein und das wird es auch nicht“, versuchte Lia ihre Freundin zu beruhigen. „Und was sollen wir dagegen tun?“, fragte Lara schluchzend. „Na ist doch klar!“, Lia versuchte optimistisch zu klingen, was ihr aber nicht gelang. „Wir kaufen einfach das Land mit den Pferden und alles ist gut!“„Und wo bitteschön kriegen wir die hunderttausend Euro her?“, fragte Lara traurig.„Das weiß ich noch nicht, aber uns fällt schon was ein. Auf jeden Fall werden wir nicht kampflos aufgeben.“Lara schöpfte wieder etwas Hoffnung. Vielleicht würde ja doch noch alles gut werden! Sie wusste zwar, dass das unwahrscheinlich war, aber Lia hatte Recht. Sie durften nicht aufgeben! Entschlossen wischte Lara sich die Tränen weg. „Okay, was machen wir?“, fragte sie entschlossener, als sie gedacht hatte. „Wir sammeln Geld!“, schlug Lia vor. „Wir könnten zum Beispiel unsere Eltern fragen, und wir nehmen natürlich unser Taschengeld.“ Sie überlegte kurz. „Wir könnten auch in der Schule Geld sammeln, ist doch für einen guten Zweck!“„Schon vergessen das die Sommerferien grade angefangen haben?“, fragte Lara. „Bis wieder Schule ist, ist es bestimmt zu spät.“ „Stimmt!“, Lia schlug sich die Hand vor die Stirn. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich schulfrei mal doof finden würde!“Lara musste fast grinsen.„Ich auch nicht!“„Was fällt uns denn noch ein?“, fragte Lia.„Wir könnten uns einen Ferienjob suchen“, schlug Lara vor. „Damit werden wir allerdings auch nicht genug Geld verdienen. Aber ein Anfang wäre es schon!“„Keine schlechte Idee“, meinte Lia. „Lass uns doch noch mal in die Zeitung gucken, ob wir was Passendes finden!“„Okay, dann los!“, rief Lara, während sie schon die Treppe wieder nach unten lief. Unten schnappte sie sich die Zeitung, und lief damit wieder nach oben, damit sie ungestört blieben. Tatsächlich fanden sie eine Seite, auf der sich zahlreiche Stellenangebote befanden. „Hier währe was als Köchin“, rief Lia. „Kannst du kochen?“„Nicht soooo gut“, gab Lara zu. Sie fanden noch mehr Stellen, und schrieben erst mal alles, was für sie in Frage kam, auf eine Liste. Was richtig Gutes war nur leider nicht dabei. Da entdeckte Lara etwas anderes: „Hier steht das es am Straußenhof in zwei Wochen ein Reitturnier geben soll. Die haben wohl nicht genug Starter. Deshalb haben sie das Preisgeld erhöht. Währe das nichts für uns?“„Hm“, Lia überlegte. „Was ist das denn für ein Turnier?“„Vielseitigkeitsturnier. Weißt du was das sein soll?“Lia musste kichern: „Da muss man Springen, Gelände und Dressur reiten, du Schlaumeier.“„Wo her soll ich so was denn wissen?“ Lara musste ebenfalls lachen. Sie hatte einfach keine Ahnung von so was. „Wie hoch ist jetzt eigentlich das Preisgeld?“, wollte Lia wissen.Lara las sich den Artikel noch mal durch. Dann bekam sie große Augen. „Das kann doch nicht sein“, wisperte sie. „Was ist, gibt es etwa doch kein Preisgeld?“, fragte Lia empört. „Doch nur…“, Lara kam ins Stocken. „Jetzt mach´s nicht so spannend“, Lia nahm ihrer Freundin die Zeitung aus der Hand, und las selbst. Dann bekam auch sie große Augen. „Das gibt´s doch nicht! Genau hunderttausend Euro Preisgeld, kann das denn sein? Grade jetzt wo wir es so dringend brauchen, gibt es so ein hohes Preisgeld?“Die beiden waren komplett aus dem Häuschen. Wie viel Glück konnte man haben?!Sie fielen sich um den Hals. „Dann müssen wir ja jetzt nur noch das Turnier gewinnen“, sagte Lia. „Ja, nur.“Lara verzog das Gesicht, als hätte sie in eine Zitrone gebissen. „Ach komm, so schwer kann das doch nicht sein! Und wenn wir beide antreten haben wir doch sogar doppelte Chancen!“Sie versuchte mal wieder Lara aufzumuntern.„Dann überreden wir heute Abend unsere Eltern uns bei dem Turnier anzumelden. Ich fürchte ohne Einverständniserklärung oder so was wird das nichts. Meinst du wir kriegen die bequatscht?“, Lia war sich nicht sicher. „Müssen wir!“, rief Lara. „Notfalls fälschen wir den Papierkram, und schleichen uns heimlich weg!“Sie war wild entschlossen. „Na das schauen wir dann“, meinte Lia. „Jetzt sollten wir uns dann vielleicht mal überlegen wie wir das alles mit den Pferden üben“, fiel Lara ein. „Na ja Gelände sollte für die doch kein Problem sein“, fand Lia. „Schon aber was ist mit der Dressur und dem Springen? Okay, ich bin mit Shira auch schon mal gesprungen, aber die kennen doch bestimmt auch keine Turnieratmosphäre. Das muss für die beiden doch mega beängstigend sein. Und dann noch als Fluchttiere… Da kann selbst ich mir zusammenreimen, dass das nicht gut sein kann.“„Du hast Recht, aber das kann man alles üben!“„Na, wenn du meinst…“Lara war skeptisch. „Morgen könnten wir zum Beispiel mit den Pferden Antieschrecktraining gegen Lärm und Luftballons, und so was machen. Und ich googele mal wie man Pferden Dressurübungen beibringen kann. Das wird bestimmt lustig!“„Okay ich bringe Sachen mit die unsere Pferde bestimmt gruselig finden. Treffen wir uns dann morgen so um zehn bei den Pferden?“„Okay, dann bis morgen!“Die beiden verabschiedeten sich voneinander, und Lara ging mit gemischten Gefühlen nach Hause. Beim Abendessen wollte sie ihre Eltern wegen dem Turnier fragen. Hoffentlich würde alles gut gehen!

„Na, was habt ihr Schönes gemacht?“, fragte Marlene, während Lara sich ein Brot schmierte. „Also es ist so“, Lara stockte. „Wir haben in einer Zeitung einen Bericht über Wildpferde hier bei uns im Wald gefunden. Das Land hier soll verkauft werden und die Wildpferde sollen hier weg. Das wollen wir verhindern, denn wir kennen die Pferde. Ich habe sie gestern schon getroffen, sie sind ganz lieb!“Ihr Vater hob die Augenbrauen: „Und das heißt jetzt was?“, fragte er skeptisch.„Also…“, Lara zögerte wieder. Jetzt kam es drauf an! „Die Pferde lassen uns auf sich reiten, und wir haben in der Zeitung gesehen das es hier in der Nähe ein Turnier gibt, mit genau der richtigen Menge Preisgeld.“Sie musste kurz Luft holen, sprach dann aber schnell weiter, denn ihre Mutter sah so aus als wollte sie etwas sagen: „Wir wollen an dem Turnier teilnehmen und mit dem Preisgeld das Land mit den Pferden kaufen. Oh bitte darf ich?“Flehentlich sah Lara ihre Eltern an. Die waren für einen Moment sprachlos. „Du bist also einfach so auf ein fremdes Pferd gestiegen, vermutlich sogar noch ein Wildpferd, und fragst uns jetzt, ob du mit dem Pferd ein Turnier gehen darfst? Habe ich das richtig verstanden?“