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FREIGEIST Denn da steht das Geschriebene. Und dazwischen ist einiges zu lesen. Dann munkelt man auch über das Nicht-Ausgesprochene. Nun bedarf es einer besonderen Muße, sich damit befassen zu wollen. Kraft liegt vor allem in der Seelenruhe...
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Seitenzahl: 64
Veröffentlichungsjahr: 2022
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I.
Kleines Vorwort
II.
Gesprochene Sprache
III.
Schule
IV.
Held
V.
Wissen, Wahrheit, Wirklichkeit
VI.
Kopie um Kopie - stille Post
VII.
Das Buch der Bücher
VIII.
Reife
IX.
Kleines Nachwort
X.
Im Garten der Freude
XI.
Quellenverzeichnis
XII.
Namensregister
Da ich äußerst etymologisch veranlagt bin, verdanke ich es dem Wort "Klima", welches ein Interesse für Altgriechisch in mir geweckt hatte. Schließlich stieß ich auf die hellenistischen Philosophen - eine Reise begann, auf der ich mich wohl bis zu meinem Ableben befinden werde.
Den Freigeist in mir entdeckend, erfuhr ich die Weisheit per Hintertreppe - löffelweise. So kam es, wie es kommen musste:
Stein um Stein wurde das Haus in meinen Gedanken gebaut, das mir den angenehmsten Ort der Welt schuf - mein Inneres erfuhr eine unbeschreibliche Renaissance.
In diesem Werk spreche ich all diejenigen an, die empirisch, interessiert, sophistisch, kynisch oder auch skeptisch veranlagt sind. Setzen wir uns gemeinsam ans Steuer und lenken den Wagen, der ab und zu die Mauer des Erfahrbaren durchbricht. Am Ende werdet ihr über manch Dingen stehen, die euch stets Kopfzerbrechen machten.
Gerson - besten Dank für deine Hilfe!
AAAAAAA..... UUUUU..... FFFFFFF.... Es genügten Laute um der Verständigung Willen - von "Anfang" an. Gesten, Zeichen, Mimik, Töne - was einst so klar war, ist nun eine Aneinanderreihung von "Buchstaben", die uns Menschen manchesmal den Verstand raubt. Im Wirbel der Digitalisierung oder auch Zweischrittigkeit verliert sich jede noch so ausgedrückte Emotion. Rollen wir doch gemeinsam die Welt der Sprache auf, um zu verstehen, was Andreas meint.
Ob es Oki-Antenna oder Nuuki oder sonst jemand war, die oder der das allererste "Wort" von sich gab, werden wir niemals in Erfahrung bringen. Feststeht, dass es entweder von "Anfang" an das Wort oder die Sprache gab, aber auch möglich könnte sein, es entstand durch Laute und Töne eine Art der Kommunikation, die man das Gesprochene oder Sprache nennt. Wie auch immer - viele Entitäten sind es völlig unsinnig - für mich zumindest - sie in ihrer Entstehung zu begreifen, da sie zu weit zurückliegen und nur geschätzt werden können. Es gibt Versuche von Historiker/innen, die darauf abzielen, dies herauszufinden. Mir geht es lediglich darum, warum die Sprache HEUTE so existiert, wie sie es in ihrer Art tut.
Sprachen entstanden aus Sprachen, so wie das Deutsche aus dem Indogermanischen. Die Art der Präsenz der Sprache heute ist für mich das Entscheidende. Sind wir im Begriff, etwas Neues daraus zu formen? Ist die Art der Kommunikation nicht etwas Sprachveränderndes geworden, welches die Sprache zu einer nicht klar definierbaren Entität macht? Ein Baby teilt die Dinge anders mit - nicht deswegen, weil es nicht sprechen kann, sondern weil es nicht sprechen muss. Es lacht, es weint, es keucht, es schreit, es kommuniziert mit den Augen, Gerüchen und anderen Signalen - es spricht in einer "Sprache", die ALLE verstehen, egal ob Chinesin oder Chilene. Was ist das überhaupt - Sprache? Verstehen wir diese Worte nur beschränkt, verbunden mit Buchstaben? Wo grenzen wir die Sprachen von etwas Ähnlichem genau ab? Wörter wie "Körpersprache" irritieren mich dann völlig und ich bin mir ja selbst nicht mehr sicher, ob ich mit Sprache nicht vielleicht auch etwas meine, das ich gar nicht eindeutig, abgrenzend von Anderem definieren kann.
Als Bub schon war mir das Gesprochene in Wörtern sehr suspekt. Besonders im Schimpfmodus der Erwachsenen widerfuhren mir die unklarsten Herabwürdigungen, die ich ertragen musste. Reichte nicht ein Blick, ein Zeichen, eine Deutung mit einem Körperteil? Nein! Es war immer und immer wieder dieses Gesprochene, das ich in höchstem Maße erhören konnte. Es ist eindeutig: Ich stand schon "damals" in einem sophistischen Dilemma. Sprache gibt Anlass zu Dingen wie Rechtfertigung, Verteidigung, Missachtung, Versprechern und all diesen Begleiterscheinungen, die das Leben eher schwer als angenehm machen.
Fest steht für mich - nach diesen Überlegungen, auch wenn sie vielleicht der lesenden Person etwas labyrinthartig vorkommen - dass Sprache ersetzt werden kann. Ich nenne die Entdeckung meiner eigenen Ausdrucksweise Artikulation oder Farbe, sprich, Chromatik. Hier handelt es sich nicht um einen Versuch, Klugheit zum Besten zu geben, nein, es IST die eine Art und Weise, Philosophie genannt, mich zu präsentieren. Der Augenaufschlag ist ein Instrument, das ich sehr gerne anwende, wenn es um das Annähern zu einer Person geht. Man kann mittels dieser Entität Momente erzeugen, die mit Sprache nicht möglich sind, zumindest von der Emotion her. Zieh das eine Auge hoch, das andere lass spielen. So verlieren sich Ausdruck und Gefühl ineinander, die Situation verschmilzt mit der Zeit zu einer nur für die Sinne definierbaren Ereigniskette an menschlichen Regungen. Genau das macht das Leben so lebenswert.
Wenn ich die Sprache meine, dann beziehe ich mich immer auf die Worte, die aus unserem Munde kommen, die menschliche Sprache. Nicht zu verwechseln mit der Kommunikation der Tiere oder anderen Lebewesen und auch Pflanzen, die mit dem Menschen nichts zu tun haben. Schon alleine der Aspekt, dass ich überhaupt beschreiben muss, was denn in meiner Welt Sprache sein soll, lässt mich dahin tendieren, etwas Anderes zu gebrauchen.
Witz stammt vom althochdeutschen Wort Wizzi ab und bezieht sich auf eine Art Gewitztheit, etwas so zu beschreiben, dass es klug und weise, mit einer Pointe geschmückt, erklärt werden kann. Doch ein Augenkullern ein Achselzucken, ein sich Rümpfen der Nase kann die Chromatik in die Richtung verschönern, Momente zu Erlebnissen zu machen. Wenn ich so weiter mich ausdrücke, werde ich wohl keine Quellenverweise benötigen. Ja, die Welt der Sprache ist für mich unergründlich.
Immer wieder stolpere ich über meine eigens produzierten Widersprüche. Sie schmücken meinen Weg der Ideen, um daraus zu lernen. Selbst die Sprache verwendend, mache ich mir Gedanken, warum es Sprache gibt - ich philosophiere mit einem Instrument, das ich hinterfrage. Will sagen, dass ich quasi etwas versuche in Frage zu stellen, obwohl ich dieselbe Entität hierfür gebrauche. Doch als Entschuldigung kann ich angeben, dass die Sprache eine Entwicklung der Menschheit ist. Entwicklung? Was bedeutet Entwicklung? Hört mir zu, oder, lest weiter.
Ist etwas aufgewickelt, kann man meist das Zentrum nicht sehen. Das Medium befindet sich im Verborgenen. Das Entwickeln ist eine Art von sichtbar machen auf Dinge, die nur erahnt werden können. Was sich seit jeher hinter Lauten, Tönen und sonstigen Klängen verbirgt, ist eine Form des Ausdrucks, die wir heute mit dem Gesprochenen erzeugen. In den letzten vier bis fünf Jahrzehnten kam eine Entität namens Digitalisierung hinzu, die es leider zulässt, jeden noch so klaren Gedanken in unzählige Wörter zu zerpflücken, um am Ende über das zu reden, was zu anfangs so klar, rein und verständlich gewesen ist. Selbst ich neige dazu, in bunten Schachtelsätzen meiner Meinung Ausdruck zu verleihen, damit ich die Chromatik diverser Gedanken ausführen kann.
Um weiter zu erfahren, wie ein FREIGEIST mit Muße und deren Verbindungen umgeht, wage ich mich über das Thema der "Schule". Daraus könnt ihr dann zwischen Positum, Neutrum, Negatum, Proprium und Ordinarium wählen, deren Kombination - auf die Situation passend - die Vielfalt des Müßiggangs begleiten, aber auch reduzieren. Oder seid ihr bereit, eine neue Art von Verarbeitung der Gedanken anzugehen? Dann biegen wir um die Ecke, nehmen die zweite Einfahrt links und beginnen zu studieren, in wie vielen geistigen Vorhöfen man sich begeben muss, um zu verstehen, was die Muße mit uns macht.
