Fremdseinromantiker Band 2 - Johannes Ithaler - E-Book

Fremdseinromantiker Band 2 E-Book

Johannes Ithaler

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Beschreibung

Hiermit wird nach dem ersten Band Fremdsein-Romantiker der zweite Band präsentiert. Darin findet man Lyrik, Aphorismen und Anekdoten.

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Seitenzahl: 66

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Für meine Familie

INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort

Nie wieder Mauern in den Köpfen

Die Annenstraße in Graz – Eine Autobahn der Migration

Murgeflüster

Schlossbergbilder

Grenztexte

Marathon Leben

Gegen demagogische Gottesbilder oder Warum mir Atheisten manchmal lieber sind

Aus einem Ei entschlüpft – Einkehrtage im Shalom Kloster

Ein Klavierkonzert mit Orchester

Heitere und ernsthafte Begegnungen.

Vorwort

Im Jahre 2015 brachte ich den ersten Band „Fremdsein-Romantiker“ heraus. Nun liegt der zweite Band vor.

Mauern in den Köpfen verhindern mehr denn je das friedvolle Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Kulturen, Traditionen, Religionen und Weltanschauungen. Die Annenstraße in Graz ist und wird auch in Zukunft eine Autobahn der Migration bleiben. Ganz leise flüstert die Mur. Unser Wahrzeichen, der Schlossberg, ist die Seele unserer Stadt.

Grenzen müssen ausgelotet werden und das Leben erfordert Durchhaltevermögen.

Gegen eine gesunde Religiosität ist nichts einzuwenden. Auszeiten als Energiequelle. In der schönsten Jahreszeit sprießen die Knospen.

Im Kleid der Lyrik, Aphorismen, Kurzprosa und Anekdoten, leiste ich gegen den populistischen Zeitgeist Widerstand und lade Sie dazu ein, mitzudenken. Im letzten Kapitel kommt uns der Humor entgegen.

Graz, 2019, Johannes Ithaler

Nie wieder Mauern in den Köpfen Berlin 2017/2018

Berlin ist eine weltoffene Stadt geworden. Auf Schritt und Tritt begegnet man der neuen Lebenskultur seit der sogenannten Wende 1989.

HAUPTBAHNHOF

Aus

allen Herren Ländern

kommen sie

in die

geschichtsträchtige Stadt.

Die deutsche Metropole

ist heute

ein Knotenpunkt

für die Völkerverständigung.

ERSTEINDRÜCKE

Im Taxi

wird

die Pupille

erweitert

und

Berliner Luft

geschnuppert.

WENN LITERATEN REISEN

Es schien

nicht Zufall,

sondern Bestimmung,

in der Hotel-Pension

Fasanenhaus

gelandet zu sein.

Das Berliner Literaturhaus

für fünf Tage

als Nachbar

zu schätzen.

STADTRUNDFAHRT

Im offenen

Citybus

großartige Architektur

bestaunen.

Sich

eine Übersicht

über Geschichte

und

komplexe Themen

verschaffen.

DIE SPREE

schien

die Ausführungen

der Touristenführerin

zu meditieren.

So ruhig

fuhren wir

auf dem Fluss

dahin.

Bei einer

der

unzähligen Brücken

kam die Bemerkung:

„Ist es nicht großartig,

dass man jetzt

über diese Brücke

gehen kann,

ohne

Angst haben zu müssen,

erschossen zu werden?“

WASSER – KLAGELIED

Der Berliner Fluss

hat viel

donnernde Schüsse

und Schreie

gehört.

Die

blutige Färbung

kann man sich

heute

kaum mehr

vorstellen.

MEHR BRÜCKEN ALS IN VENEDIG

In der Stadt

viele Brücken.

In der Stadt

viele Gräben.

Brückenbauer

gesucht!

Von Mensch

zu Mensch

Brücken bauen.

Und

über den Graben

der Einsamkeit

entstehen Freundschaften

fürs Leben.

EIGENTLICH UNGLAUBLICH

„Achtung!

Sie verlassen

nach 70 Metern

West-Berlin,“

hieß es von 1961 – 1989.

„Ich bekam eine Gänsehaut,

als ich durch dieses Tor ging“,

erzählte mir meine Schwester

vor wenigen Wochen.

Als ich mich

durch dieses Tor

bewegte,

traf ich

auf einen musizierenden

Orgeltrexler

in buntem Kostüm.

Alexander bestellte

eine heiße Brezel

und ein Trabi-Rikscha-Fahrer

wartete auf Fahrgäste.

BRANDENBURGER TOR

Als die Mauer 1989

in sich zerfiel.

Man die Freiheit

wie eine Braut

begrüßte ...

Nach

vielen Ehejahren

stellte man fest,

dass Treue

zum Bund,

ein unbezahlbares

Gut ist.

ADLON

Das sagenhafte

Nobelhotel

am Pariserplatz

hat viel Geschichte

überstanden.

Wer es

sich leisten

kann,

mag es besuchen.

Wir betrachteten

den Eingang

und

die Fassade.

Der Portierbursche

im standesgemäßen

Kostüm

trug gerade

einen Koffer

in irgendein

Zimmer.

GEGENSÄTZE

„Nie wieder“, sagten fast alle.

Während ich mir die Multimedia-Ausstellung „Erlebnis Europa“ anschaue, die didaktisch gut aufbereitet ist und Mut machen will, an einem humanistischen Europa weiter zu bauen, sehe ich die Mauern in den Köpfen immer noch.

Doch

alle Mauern

fallen irgendwann.

BEFREIUNG

In einem

amerikanischen

Kaffeehaus

verkosteten wir

zwei von

verschiedenen Kaffeesorten.

Die Botschaft

der Vereinigten Staaten

in unmittelbarer Nähe.

Auch die Botschaft

der Franzosen

liegt gleich

neben

dem Brandenburger Tor.

Die Deutschen

sind

den ehemaligen Alliierten

heute noch dankbar.

REISE-RESÜMEE

2014 wurde

das „Berliner Journal“

von Max Frisch

zum ersten Mal

der Öffentlichkeit

zugängig gemacht.

Als Frisch 1973 in die Sarrazinstraße zog, war er beim Einkaufen darüber verwundert, dass Verkäufer und Handwerker seine Bücher lesen.

Während

unserer Stadttour

stellte ich fest,

dass die Berliner

helle Köpfe sind.

FRISCHER FRISCH

In der Buchhandlung

Kohlhaas und Company

im Literaturhaus Berlin

erwarb ich ein Buch über dessen Geschichte

und wurde auch auf die Neuerscheinung, „Max Frisch, wie

sie mir auf den Leib rücken!“ aufmerksam.

SCHLOSS CHARLOTTENBURG

Der Speisesaal

in Rokoko.

Die prachtvolle

Schreibstube.

Die Winterzimmer.

Friedrich der Zweite

und

Königin Charlotte.

Ein Vergleich

mit Schönbrunn

ist mehr

als nur

berechtigt.

BERLINER DOM

Die Macht

und Pracht

sind überwältigend.

500 Jahre

nach

seinem Tod

wird

auch hier noch

von Martin Luther

erzählt.

MIT GENUSS

In der Buchhandlung im Kaufhaus des Westens, las ich einen Witz in einem Büchlein:

„Erich, was machst Du eigentlich in der DDR?“

„Ich bin dort Generalsekretär, Mama.“

„Was ist das?“

„Weißt Du, ich bin dort so eine Art König!“

„Erich, dann musst Du aber gut aufpassen, damit Dir die Kommunisten nicht alles wegnehmen!“

BODEMUSEUM

Manche Museen

konnten wir

nicht besuchen,

weil

die Zeit dafür

nicht ausreichte.

Doch

der imposante Eindruck

von außen,

sprach Bände.

LUSTGARTEN

Studenten.

Musik.

Touristen.

Geplapper.

Es herrschte

Friede.

Die Sonne

tanzte mit.

KÖNIGIN

Im Restaurant

„Charlotte“

bestellte ich mir

Melanzani

in Tomatensauce;

laut Speisekarte

eine „königliche Charlotte“,

während

der Regen

den Blick

auf das Schloss

tropfend verschleierte.

FLANIEREN IN WESTBERLIN

Das Café Reinhard

am Kurfürstendamm

beherbergte

die Hautevolee.

Wir mischten uns

unter sie

und beobachteten

die Schönen

und die Reichen

von der Terrasse aus.

Ein Bettler

wurde verjagt.

CAFÉ ORANGE

Im

östlichen Teil

der Stadt

konnte man

preiswert speisen.

Der Kellner

erzählte

von der

zunehmenden Armut

und

der Drogenszene

im westlichen Teil.

CURRYHAUS

In einer

kleinen Kneipe

versammelte sich

Alt und Jung,

Reich und Arm.

Currywurst

und

Berliner Weiße

mit Schuss (rot oder grün).

Das

friedvolle

Zusammenleben

geht

nicht zuletzt

durch den Magen.

KA DE WE

Die Feinschmeckeretage.

Das Restaurant mit Wintergarten.

Das weltberühmte

Kaufhaus

des Westens

ist

seit der Wende

für ALLE da.

ABENDKONZERT

In der Kaiser Wilhelm Gedächtnis-Kirche lauschten wir einem Teil des Berliner Orchesters.

Die Kulisse

der Glasfenster

aus Chartres.

Der

in Gold

gekleidete Christus

breitet

die Arme aus.

Doch

sein Blick

schien

uns nicht

zu treffen.

Als ob er

die Welt

nicht mehr

verstünde.

Trotzdem klangen die wundervollen Töne Händels, Vivaldis, Bachs, Mozarts und Beethovens immer noch in unseren Ohren.

ÜBER DEN TELLER SCHAUEN

Im Literaturhaus Berlin hörten wir einen Vortrag über Dakar. Die Chinesen haben dort mächtigen Einfluss auf die Wirtschaft Afrikas.

In der Stadt des friedvollen Miteinanders gibt es auch diese Transparenz.

ERHEITERUNG

„Der Panthophelpanther“ des Berliner Komödientheaters mit Jürgen Buchse am Kurfürstendamm lockte auch uns, bei aller schwerwiegender Geschichte, Lachsalven hervorlocken.

FERNSEHTURM

Im Gegensatz zu den vielen Touristen fuhr ich nicht auf den 168 m hohen Turm hinauf.

Von Oben

sieht man weit.

Das Hinaufschauen

will auch

gelernt sein.

ALEXANDERPLATZ

Ein Jumpingspringer

stürzte sich

aus dem Hochhaus.

Die Akklamation

der Touristen ...

DDR-Mützen

wurden

zum Verkauf

angeboten.

Ostnostalgie?

Zum Essen

gab es

Knolle (Ofenkartoffeln).

Die

vielen Bettler

ließen mich

nicht kalt.

Doch fielen

keine Münzen.

AUS ZWEITER HAND

Am Ufer

der Spree

lud

ein bunter Flohmarkt

dazu ein, auch Devotionalien

zu erwerben:

ein alt abgegriffenes Kruzifix

einen Rosenkranz aus dunklen Holzperlen

und ein kitschiges Marienbild aus dem neunzehnten

Jahrhundert.

KÄTHE KOLLWITZ

(Am 22. April 1945 verstorben.)

Pazifistin,

Menschenrechtlerin

und

Künstlerin,

Sozialdemokratin.

Lithographien,

Kohlezeichnungen

und

Skulpturen.

Vom Bauernkrieg,

von der Not

der Menschen.

Der Arbeiterschaft,

dem Ausgenütztsein

will sie uns

heute noch

erzählen.

WENN ES AN DER ZEIT IST

Im Museum beim Brandenburgertor wurde uns die Geschichte Deutschlands von 1848 bis 1990 filmtechnisch vor Augen geführt. Ein Bild davon:

Honecker

und

Gorbatschov.

Der eine

wurde

die Mauern

im Kopf

nicht los,

der andere

riss sie nieder.

EIN SCHLICHTES DANKE

Vor der Konrad Adenauer-Stiftung hängt ein großes Transparent in Gedanken an Helmut Kohl.

Der Kanzler

der

deutschen Einheit

verdient es

bis heute,

vom City-Bus aus

gesehen

zu werden.

ÄNGSTE, DIE VERSTÄNDLICH SIND

Die extremen Sicherheitsvorkehrungen am Shabat erlaubten uns die Große Synagoge Berlins nur von außen her zu betrachten.

MAHNMAL

Nie wieder

Mauern

in den Köpfen.

Denn

das Salz

schmecken

die Toten noch,

dachte ich mir