Fremdsein-Romantiker - Johannes Ithaler - E-Book

Fremdsein-Romantiker E-Book

Johannes Ithaler

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Beschreibung

Gesammelte Lyrik, Aphorismen und Kurzprosa aus den Jahren 2014 bis 2016, abgerundet durch 13 Illustrationen von Ruud van Weerdenburg.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 41

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Für meine Frau Heidemarie

INHALTSVERZEICHNIS

Vorspann

Wegweisende Sprachmelodien

Der Wald erzählt

Friedensbilder

Bahnhöfe

Impressionen aus Fribourg

Was Wilhelm Tell uns heute zu sagen hat

Aktuelle Textbilder

Vorspann

Von Kindesbeinen an

sah ich

in viele

farbige Gesichter.

Hörte

den Klang

fremder Sprachen.

Freute mich

an der Vielfalt

unserer

kleinen Stadt –

An den

jugendlichen Studenten

aus allen Kontinenten.

In meiner Erinnerung

ein Vietnamese,

der ein Lied

aus seiner Heimat

sang.

Die Melodie

mit seiner Gitarre

begleitend,

tränenbedeckt.

Die schwarze Puppe,

die mir

ein Schwarzafrikaner

als Kleinkind

schenkte.

Ein Freund

meiner Eltern.

„Es darf

nie wieder geschehen“,

sagten alle –

als der Krieg

1945 zu Ende war.

Und auf dem Balkan

wiederholte sich

die Geschichte,

die allen

ein Gräuel war.

Als Alois Mock

den Stacheldraht

des eisernen Vorhangs

zerschnitt –

und sich

neue Welten

auftaten.

Als die Mauer

in Berlin

niedergerissen wurde

und man

die Freiheit

wie eine Braut

begrüßte.

Lauter Ruinen

in Aleppo

und

anderen Städten

und Tälern

einer

fernen – nahen Welt.

„Verrückte

gibt es überall“,

dachte ich mir

und schrieb

es nicht

in mein Tagebuch.

Nun kommen

die Flüchtlinge

zu uns –

und ich

fürchte mich nicht,

denn –

ich bin

ein „Fremdsein-Romantiker“.

Wenn

ein Pärchen

auf einer Bank

am Meer

von der Zukunft

träumt,

träume ich

von einem

friedlichen Miteinander

verschiedener Kulturen,

trotz

meinem Stolz

ein Eidgenosse

und

ein Habsburger

zu sein,

denn –

ich bin

ein Fremdsein-Romantiker!

Wegweisende Sprachmelodien

Wenn Buchstaben

aneinandergefügt

und Sätze aneinander

gereiht werden,

soll eine Melodie

erklingen.

Es ist die Melodie des Details,

welche die Wegstrecke ausmacht.

WEGWEISER 1

Im Schoss

der Mutter

geborgen.

WEGWEISER 2

Die Welt

mit ihrem Licht.

WEGWEISER 3

Die Sprache

der Kinder

und Blumen.

WEGWEISER 4

Von Wörtern

umgeben.

Von Hand

zu Hand.

WEGWEISER 5

Aus

dem Nest

entrissen.

WEGWEISER 6

Ein

eigenes Nest

bauen.

WEGWEISER 7

Nahrung

für Leib

und

Seele sorgen.

WEGWEISER 8

Verantwortung

durch

Globalisierung.

WEGWEISER 9

Erkenntnis

der Sichtweisen.

WEGWEISER 10

Verantwortungsvoll

Geschichte

überlassen.

ORIENTIERUNG

Wenn

die Wegweiser

fehlen,

ist das Herz

gefragt.

URSCHLAMM

Vor

und nach

naturwissenschaftlicher

Erkenntnis

an einem Schöpfer

festhalten.

Ein gangbarer Weg.

PAUKENSCHLAG

Die Theorie

des Urknalls

ist heute

unumstritten.

Der Weg davor?

WAHRNEHMUNG

Von

Innen

nach Außen

kleidet sich

der Weg

eines Menschen.

LEBEN

In Etappen.

In Wegstrecken.

Hörst Du

die Musik?

TÖNE

einer

unvollendeten

Symphonie.

Und

immer wieder

stehen wir

vor Weggabelungen.

WEISHEIT

Wer wandert,

erzählt

von

der Welt.

KARWEGE

Manchmal

lohnt

es sich

von

asphaltierten Straßen

abzuweichen.

So hört man.

DER WEG

durch

den Wald.

Die Amsel

singt.

PFADE

suchen.

Gehen.

Orientierung

mit

Herz und Verstand.

BLUMEN

am Weg

erleichtern

das Leben.

DORNEN

am Weg

lassen

Menschen

reifen.

KLAGELIEDER

singen

von

Durststrecken

eines Weges.

UNTERWEGS

Auf kurzen

und

langen Strecken

ertönen

Wegmelodien.

HÖFLICHKEIT

Als ich

eine junge Frau

zuerst

in die Straßenbahn

einstiegen ließ,

schaute

sie mich

irritiert an.

Eine Erfahrung

in meinem

langen Leben.

VORBEUGUNG

Der Weg

eines Landes

als Mahnung

für

kommende Generationen.

MIT AUF DEM WEG

„Jeder Mensch

ist ein politisches Wesen.“

Darum dürfen wir

es nicht nur

jenen überlassen,

die dafür

Geld bekommen.

SCHADE

Vom Weg

abgekommen.

Das kann

jedem passieren.

NEUBEGINN

Ein

tolles Gefühl,

wieder

auf dem Weg

zu sein.

WÄRME

schenken,

damit andere

auf dem Weg

bleiben können.

ZUSAMMEN

Sich

in die Gemeinschaft

einbringen.

Für den eigenen Weg –

und den der Anderen.

VERTRAUEN

und

ein Weg

kann gelingen.

STRAHLEN

die

die Haut

berühren –

um

zu neuem Leben

zu erwachen.

DEMOKRATIE

Nicht

zur Wahlurne

zu schreiten

heißt,

den demokratischen

Boden (Weg)

zu verlassen.

EXISTENZIELL

Ein-

und

ausatmen.

Am Weg.

DIE MUTTER

trägt

es lange.

Dann

ein Schrei –

und Schwupps

ist das Kind

auf seinem

ersten Weg.

FESTSTELLUNG

Das Leid

in

der Welt.

Ein Kreuzweg

ohne Ende.

EINE ERNST GEMEINTE FRAGE

Ist einem

der Weg,

wie man

im Volksmund

sagt,

wirklich

in die Wiege

gelegt?

SUCHE

Eigene Wege

zu gehen,

hat nichts

mit Narzissmus

zu tun.

LASSEN WIR MATTHÄUS SPRECHEN

So heißt es

im dritten Vers,

des dritten Kapitels:

„Bereitet

den Weg

des Herrn.“

WENN

der Weg

in

das nicht

Erfassbare

mündet ...

ENDE

Auf dem

letzten Weg

möchte ich

mit den Amseln

singen.

Der Wald erzählt

UNTER

den Wolken

erzählt

der Wald.

IM WALD GEBORGEN

Der Mensch

braucht

sein Nest.

Der Vogel

auch.

ORIENTIERUNG

Der Mensch

sucht

Orientierung.

Es bieten sich

Waldeinkehrtage an.

SCHATZSUCHE

Wenn

Kinder

Schätze

in der Erde

vergraben,

wird der Wald

zur Schatzinsel.

DIE SONNE

huscht

noch einmal

über

die Baumwipfeln.

Und der Wald

singt

sein Abendlied.

TAUBEN

sieht man

hier selten.

Doch

der Wald

kennt

keine Ausländerfeindlichkeit.

KRÄHEN

können einem

auf die Nerven

gehen.

An manchen

Tagen

freut man sich

an ihnen.

So wie

der Wald

Schatten

und

Sonnenseiten

kennt.

WALDTIERZOO

Vom

jungen Raben

der sich

ein Füßchen

verletzt hat

bis

zum angefahrenen

Rehkitzchen.

Werden

von Jugendlichen

betreut.

Sie schätzen

den Reichtum

am Leben

im Wald.

BRENESSELN

Den Kopf

damit

einreiben.

Den Waldspinat

im Teller.