Für immer Shane - Simone Petri - E-Book

Für immer Shane E-Book

Simone Petri

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Beschreibung

Was wie ein harmloser Urlaubsflirt beginnt, wird schon bald viel mehr. Doch Shane kommt aus Irland und Britney aus Amerika, noch dazu wurde ihre Mutter vor Jahren von einem Iren getötet. Obwohl Joan, Britneys Vater, Shane über alle Maßen hasst, versuchen die beiden ihrer Liebe eine Chance zu geben, auch wenn das bedeutet, Joan nichts von ihrer Beziehung zu erzählen. Im Laufe der Jahre muss sich nicht nur Britney eingestehen, dass dies wenig Sinn ergibt, sondern auch Shane scheint unter ihrer Lüge zu leiden. Bald schon müssen sie sich ernsthaft fragen, ob es so weitergehen soll und Britney sich entscheiden: ein Leben mit Shane oder ihrem Vater?

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Seitenzahl: 125

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Simone Petri

Für immer Shane

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

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Impressum

~1~

Es war vielleicht nicht die beste Idee gewesen, den schweren Koffer zuerst in den Aufzug zu heben, denn der kleine Raum bot kaum Platz für einen weiteren Gegenstand, geschweige denn einer Person. Britney aber wollte nicht aufgeben, wollte erst recht keine zwei Stockwerke nach oben auf ihr Zimmer laufen. Hartnäckig biss sie die Zähne zusammen, warf ihre langen Haare zurück und setzte sich frech auf die Kante des roten Stoffkoffers, drückte die Taste2nd Floorund beobachtete erleichtert, wie sich die glänzenden Türen schlossen und sich der Aufzug mit einem unsanften Ruckeln auf den Weg machte.

Ihr Bruder hatte beschlossen, sich sportlich zu geben und selbst zu laufen. Ihre Mutter wartete unten in der Hotelhalle, bis sie den Aufzug verlassen hatte und ihr Vater war auf die Terrasse getreten, um eine zu rauchen. Mit seiner Zigarette wollte er sich bestimmt beruhigen, wollte sich runterbringen. Sie wusste nur zu gut was diese Reise für ihn bedeutete, seine Vorurteile könnten sich als falsch herausstellen und das konnte er nicht zulassen. Besonders nicht vor seinen Kindern.

Eine Glocke ertönte und eine sanfte Stimme verkündete:zweiter Stock, auf Wiedersehen.Allein schon die Zimmertür, mit dem elektrischen Schalter davor wirkte alles andere als anspruchsvoll.

Gespannt und auch enttäuscht zog sie die Karte durch den Schlitz, wartete, bis es erneut piepste, und trat ein.

Sie hatte das ganze Zimmer für sich – ein Vorteil. Erschrocken blieb Britney mitten im Flur stehen. Platz hatte sie aber trotzdem nicht. Direkt ihr gegenüber befand sich ein armseliges Doppelbett, frisch bezogen, dennoch klein. Zerknautschte Kissen lagen darauf und verliehen ihm einen noch unordentlicheren Eindruck. Skeptisch hob sie den Blick. Weiter war nichts zu sehen, nichts außer ein altmodisches Radio und einen ebenso armseligen Tisch. Wo war sie hier nur gelandet? Wenig begeistert stellte sie den Koffer neben sich ab und klappte den Griff nach hinten. Ein Ziehen durchzog ihre Hand und sie blickte traurig nach unten. „Verdammt!“ Genervt bückte sie sich und hob den glitzernden Nagel vom Boden auf. Er war mit Gold verziert und erst vor einer Woche gemacht worden. Ihre neuen Nägel. Jetzt musste sie sie neu anfertigen lassen. Etwa hier?

Entgeistert runzelte sie die Stirn, während sie den Nagel wehmütig in einen kleinen Mülleimer warf. Das Bad, das Wichtigste! Rasch drehte sie sich um und öffnete die angrenzende Tür. Ein Klo. Prüfend und angewidert tappste sie auf ihren hohen Schuhen auf es zu und hob den Deckel mit zwei Fingern an. Es schien sauber zu sein. Trotzdem war die Dusche klein, so klein, dass sie befürchtete, sie müsste sich beim Duschen hinsetzen. Auch das Waschbecken ließ einiges zu wünschen übrig. So hatte sie sich Wicklow nicht vorgestellt.

„Hey hört mal. Wir fahren nach Irland. Für zwei Wochen.“

Niemand hatte ihren Vater ernst genommen. Selbst dann nicht, als er eines Tages freudenstrahlend mit vier Flugtickets bewaffnet zu ihrem Frühstückstisch gestürmt war und sie ihnen unter die Nase gehalten hatte. Die anfängliche Freude über den seltenen Familienausflug war für Britney schon jetzt vorbei. Mehr noch wenn sie an ihre Freunde zuhause dachte. Lustlos setzte sie sich aufs Bett und begutachtete ihren Koffer. Ein Band mit dem Aufdruck: Memphis, Tennessee, USA, prankte darauf und sie wurde beinahe melancholisch.

~2~

„Das „Black Castle“ wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts erbaut, wisst ihr, von wem?“

Nein, woher sollten sie das wissen? Gelangweilt verdrehte Shane die Augen und lehnte sich frech gegen einen der alten Mauerreste des Schlosses.

Zugegeben, es war schön, wirkte immer noch majestätisch und das obwohl es bis auf die Grundmauern – bis auf eine Mauer – zerfallen war.

„Entschuldigung.“, sanft wurde er zur Seite gedrückt. Rasch drehte er sich um und nickte höflich. „Tut mir leid, Sir.“

Der alte Mann lächelte und drückte sich interessiert an ihm vorüber, gefolgt von seiner Frau. Sie waren Touristen, warum sonst sollten sie sich die bronzerne Gedenktafel auf halber Anhöhe von ihnen mit solch einem Interesse durchlesen. Warum sonst sollten sie hier sein?

In Gedanken versunken und ja darauf bedacht, etwas abseits der Gruppe zu bleiben, zerknüllte er einen langen Grashalm zwischen seinen Fingern. Tausendmal war er schon hier gewesen. Mit seiner Familie, mit Freunden, und nahezu bei jedem Schulausflug, den sie hatten. Auch bei diesem, an diesem trüben Tag.

Es war Sommer. Sein Abschlussjahr. Die Prüfungen waren geschrieben worden, er hatte bestanden. Mit siebzehn nicht gerade eine Meisterleistung. Aber was konnte er dafür, dass er sich vor zwei Jahren beim Skifahren ein Bein gebrochen hatte und monatelang nicht mehr in die Schule gehen konnte?

„Ó‘ Brannagh, komm‘ mal her!“

Lächelnd warf er den Halm von sich fort und stapfte zu Mac, Steve und Lie hinüber. Auch sie hatten sich von ihrer Klasse abgeseilt und wankten auf einem dünnen Pfad zwischen Klippe und Gras umher. „Sieh‘ mal da runter!“

In ihrer Klasse gab es zwei Shanes. Shane MacBaker und ihn, Shane Ó‘ Brannagh. Damit sie nicht verwechselt wurden, wurde er schon längst nur bei seinem Nachnamen genannt. Was ihn nicht störte.

„Ist doch total tief, oder?“

Vorsichtig reckte er seinen Hals, um wenigstens so tun zu können, als würde er mutig auf die tosenden Wellen, die gegen das harte Gestein prallten, blicken. In Wahrheit aber zitterten ihm die Knie. Diese verfluchte Höhenangst! Schon immer hatte er das Gefühl gehabt sich erbrechen zu müssen, wenn er dort stand und langsam näher und näher an den Abgrund trat. Auch seine Schwestern kannten keine Gnade. Wann immer ihre Familie einen Ausflug hierin plante, musste Shane sie begleiten und musste seinen Ängsten ins Auge sehen. Leider.

Lie, Mac und Steve waren seine besten Freunde, schon seit der Grundschule. Mit ihnen hatte er alles durchlebt. Die erste Liebe, die Pupertät, so manche schlimmen Schultage, Scheidungen der Eltern und auch Lies Blinddarmoperation im vergangenen Jahr.

Sie hänselten ihn oft, denn Shane hatte vor so gut wie allem Angst, vor allem, das er nicht kontrollieren konnte, was neu für ihn war. Und so fühlte er sich auch.

„Hey, hast du Lea eigentlich schon geknallt?“

Lies Frage riss seine Gedanken wieder in die Wirklichkeit und zu seinen Freunden zurück. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht und er musste grinsend nachhaken. „Ja, hast du?“

Mac wurde rot, besonders um die Ohren. So rot, dass es sogar unter seinen rotbraunen Haaren auffallend wurde. Bissig gab er Lie einen Schlag auf die Brust. „Klar was denkt ihr denn?“

„Erzähl‘ mehr.“

Shane schüttelte den Kopf. Lea war seit gut zwei Monaten Macs mittlerweile dritte Freundin. Sie alle hatten schon Freundinnen gehabt. Verbittert trat er auf der Stelle und mied ihren Blick, sie beachteten ihn jetzt sowieso nicht.

Alle hatten Partner gehabt, außer er selbst. Vielleicht war er zu schüchtern, vielleicht wartete er zu lange, vielleicht war er den Mädchen nicht gut genug, möglicherweise traf eines von den Gründen zu. Oder sogar alle drei.

„Kommt ihr bitte auch rüber!“

Mrs. Lenders krächzende Stimme fuhr ihnen unter die Haut. Shane jagte sie einen kalten Schauer über den Rücken. War es endlich zuende? Konnte er nachhause gehen und seinen trüben Gedanken nachgehen? Er hoffte es.

Gerade wollte er sich umdrehen, wollte seinen Freunden zum Rest der Klasse folgen, als er sie sah.

Sie war anscheinend gerade erst gekommen, andernfalls hätte er sie zuvor schon gesehen. Sein Atem stockte und er blieb wie angewurzelt stehen. Ging sogar zurück, damit er sie besser sehen konnte. Sie hatte langes gelocktes blondes Haar. Locker fiel es ihr um den Körper und wehte im Wind hin und her. Die Sonnenstrahlen brachen vom offenen Meer her in ihr Gesicht und verliehen ihm einen schimmernden Glanz, so als würde sie von einem großen Scheinwerfer eigens für sie, beleuchtet werden. Ihr Gesicht war schmal, mit Sommersprossen besprenkelt, ihre Lippen rot und ihre Augen … wie waren ihre Augen?

Shanes Herz begann zu rebellieren. Es war als wollte es ihn daran erinnern, dass es weiterschlagen wollte, so als wollte es ihm sagen:lass mich bei dir, verlier mich bloß nicht!

„Das wars‘ für heute. Ich wünsche euch noch einen schönen Tag, wir sehen uns in einer Woche.“

Die Worte seiner Lehrerin gingen beinahe ungehört an ihm vorüber.

Das Mädchen lächelte, wunderschön, sie fuhr sich durch die Haare, machte Fotos. Beugte sich über die Klippe. Über den Teil, an dem sich ein schützendes Geländer befand. „Kommst du mit uns zuRileys?“

„Hä?“

Lie schüttelte ungläubig den Kopf. „Mann haben wir doch gesagt!“, übermütig sprang er ihn von hinten an und rüttelte ihn an seinen Schultern. „Party! Party! Die Schule ist aus! Für immer!“

Er konnte es nicht, er konnte sie nicht gehen lassen, geschweige denn seinen Blick von ihr abwenden. Was bedeutete es schon sich zu betrinken?

„… ähm, Leute. Ich komme nach, ok? Ich muss noch kurz was erledigen.“

„Klar man. Bis dann.“

Überraschend einfach ließen sie sich abwimmeln, machten kehrt und gingen hinter den anderen hinterher, überquerten eine matschige Pfütze auf dem Boden und waren schon bald außer Sichtweite.

~3~

Wunderschön.

Fasziniert legte sie ihre Digitalkamera an ihre Augen und drückte den Auslöser. Schon an ihrem ersten Tag in Wicklow konnte sich Britney kaum einen schöneren Ort auf der Welt vorstellen. Unter ihr tosten die wilden Wellen des Meeres gegen den starken Fels, auf dem sie stand, was einen wunderschönen weißen, schaumigen Teppich bildete. So als hätte es frisch geschneit. Die Sonne stand noch nicht tief am Himmel, dennoch konnte man erkennen, dass es früher Nachmittag sein musste. Warmer Wind wehte ihr durch die Haare, lockerte sie und verschaffte ihr das Gefühl vollkommen frei zu sein.

Sie stammte aus einem großen Land, mit großen Persönlichkeiten, mit einer großen Wirtschaft, großen Gebäuden, einfach alles war rießig, doch hatte sie noch nichts dermaßen mitgerissen. Nichts als die unberührte Natur in der sie sich befand.

Unbeholfen senkte sie die Kamera und schielte zaghaft hinter sich. Der Junge beobachtete sie noch immer. Es war schon fast ein Starren. Was wollte er? Starrte er auf sie?

Neugierig versuchte Britney mehr zu erkennen und drehte leicht den Kopf. Er war ungefähr in ihrem Alter. Einen Kopf größer als sie, etwas rundlich und braunhaarig. Er hatte einen flotten Kurzhaarschnitt und trug lockere Jeans und ein schlichtes, weißes T – Shirt. Man konnte nicht sagen, dass er dick war, aber auch nicht, dass er dünn war. Er war etwas in der Mitte.

Ja er starrt mich an.Ihr Kopf wurde warm. Es schmeichelte ihr. Überlegend blickte sie sich um. Ihre Familie war weit von ihr entfernt, beinahe noch auf dem entlegenen Parkplatz. Ein Grinsen umspielte ihre Lippen und sie biss sich auf die Lippe. Es reitzte sie sehr. Sollte sie mit ihm flirten?

Ohne weiter zu überlegen, ob es gut oder schlecht war, drehte sie sich ganz zu ihm.

Aus dieser neuen Perspektive sah er sogar noch besser aus als zuvor.

Der Junge schien erschrocken zu sein. Fand er sie schön oder hässlich? War er enttäuscht ihr Gesicht zu sehen? Hatte er mehr erwartet?

Provozierend sah sie ihm direkt in die Augen, blinzelte ein -, zwei Mal so verführerisch wie sie konnte, senkte den Blick und kehrte ihm den Rücken. Was passierte nun? Kam er zu ihr oder hielt er sie für verrückt? Für eine verrückte Amerikanerin? Tatsächlich fiel von hinten ein langer Schatten auf sie. Britney hielt die Luft an. War er das?

Schritte näherten sich, sie waren unmittelbar hinter ihr. Sollte sie sich umdrehen? Würde er ihr etwas antun?

Jetzt war er da. Sie konnte seinen Atem hören.

„Hi“, sagte er unbefangen und schaffte es, dass sie sich zu ihm drehte. „Mein Name ist Shane.“, förmlich gab er ihr die Hand. Sie war weich und warm. Der Händedruck sanft und zurückhaltend. „Ich bin Britney“, antwortete sie unbeholfen und musste ein Lachen unterdrücken. Shane schien ihr verzogenes Gesicht zu bemerken. „Was ist los?“

Verlegen zeigte sie die Zähne. „I … ich finde nur deinen Akzent lustig.“

Zum Glück lachte auch Shane. Es war ein erfrischendes und dunkles Lachen. So wie seine Stimme. „Nun ja, ich finde deinen auch lustig. Du kommst aus Amerika, richtig?“

Sie nickte.

„Wie alt bist du?“

„Sechzehn und du?“

„Ich bin siebzehn.“

Die Schlinge, durch die sie ihre Hand geschlungen hatte, um den Fotoapparat zu halten, löste sich und die teure Kamera fiel dumpf auf die feuchte Wiese.

„Oh, verdammt!“ Rasch bückte sie sich, um sie aufzuheben. Sie war sehr teuer gewesen, ihr Vater würde ausrasten, wenn er das sehen würde.

„Wie lange seid ihr hier?“, fragte Shane und kümmerte sich nicht weiter um die Kamera.

Seine Augen waren blau, eisblau, ein solches Blau hatte sie noch nie gesehen. Es passte beinahe nicht zu ihm. „Zwei Wochen.“

„Und warum seid ihr hier, gibt es einen besonderen Grund?“

„Mein Vater hasst Iren“, platzte es aus ihr heraus und Britney hätte sich am liebsten für diesen Satz geohrfeigt.

Shane verzog dennoch keine Miene. „Warum?“

Er trat auf der Stelle, scharrte mit einem Fuß in der Erde. Aus Wut oder aus Langeweile? Britney wusste es nicht. Hoffentlich keines von beidem. „Meine Mom wurde vor fünf Jahren von einem Iren überfahren.“

„Oh, tut mir leid.“

„Du kannst nichts dafür.“

„Ich weiß, aber es tut mir trotzdem leid.“

„Danke.“ „… Und seitdem hasst er alle Iren?“

Sie nickte kurz. „Ja, genau.“

Shane lachte vorsichtig. „Aber ihr seid hier in Irland. Hier ist die Wahrscheinlichkeit einem Iren zu begegnen ziemlich groß.“ Jetzt musste auch sie amüsiert schmunzeln. „Mein Vater hat eine Reise hierher gewonnen, für die ganze Familie. Er wäre lieber gestorben, als diesen Gewinn nicht zu nutzen.“

„Britney! Kommst du?“

Aprubt fuhr er herum. So überrascht, dass Britney fast Mitleid mit ihm bekam.

„Oh, wenn man vom Teufel spricht.“ Sofort hob er beschwichtigend die Hände. „I … ich meine, … weil wir ja gerade von ihm gesprochen haben.“

„Ja.“ Eine Weile sagten sie nichts, sahen sich beschämt in die Augen, auf das Meer und zum Himmel.

„Britney!“ „Ich muss jetzt los.“

Er nickte. „Ja.“

„Also.“, ebenso förmlich verabschiedete sie sich von ihm, doch als sie gehen wollte, hielt er ihre Hand fest in seiner umklammert. „Hey, wie wäre es, wenn ich dir die Gegend zeige? Ich kenn‘ mich hier aus. Was von Vorteil ist … für jemanden der hier lebt.“

Wieder musste sie lachen. War er immer so lustig? Eigentlich sollte sie das nicht tun, eigentlich sollte sie sein Angebot nicht annehmen, noch nicht einmal darüber nachdenken. Doch sie wollte ihn wieder sehen, obwohl sie ihn nicht kannte. Nicht mehr von ihm wusste, als seinen Namen. „Ja, gerne. Das wäre toll.“ Seine Augen leuchteten. „Na gut. Treffen wir uns morgen? Wo ist dein Hotel?“